Indiana Tribüne, Volume 21, Number 340, Indianapolis, Marion County, 28 August 1898 — Page 4

Zttdians Tribüne.

I?rsckri7.t Täglich und Sonntag. lt täzltch .Tribüne- kostet durch den XrljM J fltcnt der Woche, die SontaaS.Tribüe'I ttntt ptx Woche. Seid ufcnKCH 15 entS ,b 15 Öentl per XReiut. Ver Poft uheralb r &tmh wflfftt i ora?b,ila V X? cJxr. 1 Äd m&ama t?ak. Indianapolis, Ind., 28 August 1893 Sonntags pitai. Jede 9!ation hat ihre Vorzüge und jede hat ihre Schwächen. Selbstverständlich ist sich nicht jede Nation ihrer Schwächen bewußt und sie halt diese!ben meist gar nicht für Schwächen. Die Zusammenkunst der Knightö os PythiaS hat einige der Schwächen der Amerikaner in auffallender Weise gezeigt. Harmlose Schwächen allerdingS, aber doch lächerlich. Eine dieser Schwächen ist daS Vergnügen an auffallenden Abzeichen oder Anzügen. Eine Gelegenheit, bei welcher sich der Amerikaner irgend ein Badge", irgend ein Abzeichen, sei eS ein Äand, sei eö ein Knopf oder sonst etwaS anhängen kann, läßt er sich wohl kaum entgehen. Je größer daS Abzeichen, desto besser, kann man eS so groß machen wie eine Schürze oder Schärpe, dann noch besser. Aber selbst damit find nicht Alle zufrieden, daS haben wir ja eben gesehen. Ich sehe militärische Aufzüge sehr gerne; die gleichmäßige Kleidung, der gleichmäßige Schritt großer Massen macht ausS Auge einen angenehmen Eindruck. Aber eS muß wirkliche? Militär sein, andernfalls hat man die Empfindung deS Lächerlichen. DaS Echte mag noch so gut gefallen, die Nachahmung kann doch absurd sein. Wenn man einen wirklichen Japanesen in seiner HeimathStracht sieht, so wird man den Mann ernst nehmen, wird ihn dielleicht neugierig begaffen, sich sonst aber nicht viel dabei denken. Wenn aber ein Amerikaner sich einfallen ließe, in japanischem Kostüm herumzulaufen, so würde man ihn auSlachen. Außer der Unechtheit macht auch die Zwecklofigkeit und Ueberflüffigkeit den Eindruck des Lächerlichen. Wenn Leute keine Soldaten find und doch in militärischem Aufputz herumlaufen und militärisch aufmarschiren, so kommt mir daS lächerlich vor. Und welchen Zweck eS hat, daß Mitglieder eines UnterstützungSvereinS sich in eine Uniform stecken, einen Degen in die Hand nehmen, einen Helm mit Federbusch tragen und sich eine Mühe dahinhängen, wo der Rücken keinen anständigen Namen mehr führt, daS soll mir einmal ein Philosoph auSgrübeln. Schön müssen'ö die Leute zwar sinden und Vergnügen muß es ihnen machen, sonst thäten sie's wahrscheinlich nicht. Und da Erscheinungen und Vorgänge auch Empfindungen suggeriren, so zweifle ich keinen Augenblick daran, daß wenn man sich aus einen Gaul setzt, einen Federhut aufsetzt, sich mit Troddeln U hangt, Stulpenhandschuhe anzieht und, denDegen in derFaust, eine uniformirte Schaar anführt, man genau so empsiadet, wie Moltke empfunden haben muß. als er nach dem deutfch-franzöfischen Kriege als Sieger an der Spitze des Heeres in Berlin einzog. Mit Trod dein und Fangschnüren war er sicherlich nicht reicher behängt, alS die Com manderS", welche wir diese Woche sahen, trotzdem er königlich preußischer Feldmarschall war. Mir kommt eS vor, als sei daS alles sehr überflüssig und alS könne man UnterstützungSgelder auszahlen und einnehmen, auch ohne Uniformen und anderen KrimökramS, aber eS mag sein, daß ich mich darin irre und die Sache nicht verstehe. ES muß aber doch ein eigenthümlicher Reiz in allem Militärischen . liegen ! Wie könnten sonst andervei tig gutij ernsthafte Männer sich mit solchem HokuSpokuS abgeben. Worin aber dieser Reiz liegt, daS kann ich nicht begreisen. Wohl verstgnden ! Den Reiz des wirklich Militärischen kann ich verstehen; ich kann eS verstehen, daß der Soldat sich etwas BessereS dünkt als der Bürgerliche. Nenne man eS Dünkel, nenne man eS UeberHebung, gleichviel, den Reiz, den eS auf den Menschen ausübt, kann man verstehen. Worin aber für verständige Menschen der Reiz der Nachahmung deS Militärischen liegt, daö kann ich nicht verstehen. Sollte er in der durch -,den Aufputz befriedigte Eitelkeit liegen ? Mag sein, aber ich spreche von derständigcn Menschen. Mir scheint wirklich, daß hier veniger eine individuelle Schwäche, als eine nationale Schwäche vorliegt. Und ich glaube zwischen ihr und dem Umstände,

daß es hierzulande die Cäpt'nö, die ColonelS, die Professoren und die HonorableS in schwerer Menge giebt, besteht eine gewisse Beziehung. Der Plauderer.

$it vom Vrapsenwald'l. iStiiS 23? Chro.l Die Fremden nKvfccr. tw recht erstauntes Gesicht, nxtft der Lug der Zahnradbahn vor d, freundlichen Stationsgebäude hält, auf dem man mit großenBuchstaben liest: Krapfenwald'l". Was ist das für ein sonderbarer Ortsname? Krapfenwald'l? Die Wiener sind auf Befragen rasch mit der Erklärung bei der Hand: Wissen's, lieber Herr! Da hat m'r amal vor langerZeit sehr gute Krapfen 'kriegt, na, und so haaßt's halt no' heut' Krapfennxlld'l! Der Fremde nickt, der Zug pfeift und fährt die Steigung schnaubend und pustend hinan, um die herrliche, unvergleichliche Waldstrecke in weiter Biegung bis zur Endstation zurückzulegen. Wenn man sich auch nicht zu 115 ren weiß, welche intimen Beziehungen zwischen dem Wäldchen am Fuße des Covenzl und der wienerischen Faschingsmehlspeise einst geherrscht haben. so schworen die Wiener doch Stem und Bein darauf, daß diese beiden Beariffe hier zu einer Ortsbezeichnung aus welchem Grunde immer zusammengeschmolzen sind. (?s ist aber doch nicht wahr. Die richtige Schreibweise Ware Kropf'nwald'l". Vor langer Zeit stand hier an Stelle der heutigen Restauration ein Försterhaus und der Förster hieß Franz Kröpf. Er schenkte Bier in Vlutzern. reichte Milch. Brot und Butter und unsere Urgroßvater wanderten gerne hina' s zum Kröpf in's Wald'l, um dort zu ruhen und einen frohen Nachmittag zu genießen. Und so entstand die BeZeichnung ropf'nwald'l-. Als Bater Kröpf starb und die Gegend vernachlässigt wurde, vergaß man die ursprungliche Herkunft des Wortes; an den Förster Kröpf dachte kein Mensch mehr und die widersinnige Bezeichnung: Krapfenwald'l tauchte auf und blieb bis zum heutigen Tage. Am Ende der Wiese, die von dem Walde begrenzt wird, stand ein elendes Bretterhaus, das bis in die letzten 20 Jahre hinein noch als Rumpelkammer diente. Früher, zu Anfang dieses Jahrhunderts, war diese ftiitte bewohnt, und zwar war es eine alte, verschrumpfte Frau, Mathilde Wltzlnger mit Namen, die hier zur Sommersund Winterszeit hauste und Heilkräuter und Dürrholz sammelte. Die Kräuter verkaufte sie beim berühmten Dürrkräutler in der Lichtenthaler Hauptstraße oder beim Grünen Kranz im Schubladkasten auf der Freiung, das Holz trug sie in ihre Hütte oder machte es in Grinzing oder Sievring zu Geld. Zu jener Zeit war die Gegend reich an Wild aller Art, auch zahlreiches Raubwild, besonders Füchse, waren hier vorhanden, und obwohl es keinen Menschen in der Gegend gab, der die Witzingenn gekannt, als sie jung gewesen, so erzählte man sich doch einen ganzen Roman über sie. Einer der feschesten Hauerburschen von Nußdorf, der nebenbei gerne den m -t. t . , sri niiycn Klingen icgic, wäre lyr ?eliebter gewesen. MathildeWitzinger soll ein gar schö nes Weib gewesen sein. Pechschwarz und glanzend war ihr Haar und aus der dunklen Umrahmuna trat das bleiche Gesicht in seltener Schönheit heraus. Ein Paar stahlgraue Augen voll Glanz, die jedoch oft von unHeimlichem Feuer belebt wurden, leuchteten unter, dem Schatten dichter Augenbrauen. Diese grauen Augen waren ein Magnet, der dieBurschen von Nußdorf mächtig anzog, aber da sie an dem Magnet mit heißer Liebe klebten, da suhlten sie alsbald, daß es kaltes, eisiges Eisen gewesen, das. sie angezogen, vc r: . cmvvjc - . ic cm jjiauajzn oyne zerz ucoicn, und die Kraft des Maanets schwand. Freilich, so leicht ging das nicht, wie es hier geschrieben ist. Die armen Burschen, welche die magnetische Kraft von yiioens Äugen zu fühlen oela men, hatten einen harten Kampf zu be stehen, bis sie sich von dem eisernen Herzen des MädchenS losreißen konnlen, und Manchem bekam die Opera tion recht übel. Oft kam es zu schwe ren Raufereien wegen der schönen Tochter der armseligen Häuslerin, und ein junger Bursche, ein Sprößling der uralten Familie Mandl. soll ' der 'VfiJiViJ tiunin r cm rr. -,yi4vi ivtym uyui in ;u)Ucc gegangen sein. Die Mädchen der ganzen Umgebung haßten die Witzinger Thildi, die allen Burschen die Köpfe verdrehte. dieMü!ter meinten, es sei unfaßbar, was, die Männer an dem armseligen Dirndl g'fressen haben, an dem doch eigentlich W- f.I C!a .C t yui muisj u iuu ci,'uid auf oie glänzenden Glur'n", die Burschen selbst wußten es nicht zu sagen, was ihnen eigentlich an der Thildi so falle, aver derZauber wirkte mächtig und ein paar nutzend herzen von Jünglingen aus Heiligenstadt, Nußdorf und Grinzing pochten höher, wenn man von ihr sprach. Da kam der Fink Franz und schaute der Mathilde keck in die Augen, in die schönen, stahlgrauen Augen mit dem Zaubermagnetismus. Du g'sallst mir. Thilderl!" .So, das hat scho' Mancher g'sagt!" Wohl! Aber eö hat a Jeder an Angst vor Deiner. Sie sagen. Du kannst kan Menschen gern haben." So? Und was manst denn Du, Franzl?" fragte die Thildi und Zhre sonst so scharfe Stimme klang weich und milde. Was i man? Na, i man, daß a Mensch, der net lieben kann, das un glücklichste und armseliaste QttäM

auf Gottes Erdboden iö. Der Mensch ' - . cif.n t

oyne iiiao is wie oci xucxnuoa ync Sonn'. Er muß z'Grund geh'n.'Glaubst?" Ob i's glaub'! Na. psirt Di' Gott, Thilderl!" .Psirt Di' Gott. Franz!" Sie nahmen Abschied und doch standen sie noch beisammen, Hand in Hand. Es war, als ob eine eiserne Klammer sich um diese Hände legen würde. Aber endlich schieden sie. Thildi schaute sich um. ffranz stand da und schaute dem schönen Kinde nach. Sie grüßten einander nochmals und dann verschwand w ... i . n " . . o je caiylloe in oem iicincn jjauauu. So fing die Geschichte an. Die Leute :n Nundors lachten den Franz aus. Wieder ein Gimpel, der auf den Leim gegangen war. Wieder ein Eisenspahn, den der Magnet, das rr" r . v.a Cm "JC 3 - ilenyerz oe ajcauuii, ungefügen hatte. Aber Franz war ruhig, er war heiter, er schien gluanch. I laß die Leut' reden. Meint'swegen sollen's sagen, was s' wollen. I w5 do', was t maß! Tak x 2i' gern hab'! Und Du glaubst mir? I glaub' an Di', wie an unsern 5errgott vom, Kreuz. Marm und Jo epy! Wenn Du falsch wärst, Thildi, wenn Du mit mir Komödie spielen möchst, i saa' Dir's. es wär' ein Unglück für mi', aber a für Di'!" Aber, Du dumm's Tschapperl! Wie kannst denn nur so reden! I g'hor' Dein und i schwör' Dir's bei die Stern amHimmel, die auf uns schau'n, daß i Dein g'hör' für alle Zeiten, für die Ewigkeit !" Maßt, Thilderl. gestern hab'n'S zum Sticheln ang'fangt! Der Muth Carl hat allewell auf im so blinzelt. Aber i hab' than, als gangert ml' die G'schicht nix an und Maßt, was i than hab'? I hab' a mitg'schimpst auf Di'! O, Du süßer Schuft, Du! Geh' her! Schau mi' in die Augen mit Dein verflixten Gfchau! Und die beiden Liebesleute halsten und küßten sich in stiller Abendzeit draußen auf dem einsamen Gelände unter den Reben. . 2r Franz war ein Freund vom Wildern und er legte gern den Rehen und Hasen Schlingen. Die Mathilde bat und beschwor ihn, von dem gefährliehen Handwerk zu lassen, der Franz versprach's, aber immer wieder wurde er rückfällig zum . Entsetzen und Schrecken der Geliebten. Es wurde endlich hohe Zeit, daß der Franz die Thildi zu seiner Frau machte. Die Sache drängte. Es war schwer. den Zustand des Madchens zu verheim lichen. , ??ranz zöaerte. Er kannte seine Eltern, den Starrsinn des Ba ters. den Hochmuth der Mutter, aber endlich mußte er es ihnen sagen. Es kam,, wie er gefürchtet. Die Mutter verfluchte ihn, der Vater bedrohte ihn, und verzweifelnd die Hände ringend, erfuhr die Thildi die Bot schaft. - Wie war es anders geworden als damals, da er in flammender Wuth vor ihr gestanden, das Blut siedend wallend bei dem Gedanken einer Un treue der Thildi. , Und jetzt ein kal tes Achselzucken, ein ruhiaes: Was kann i machen?" - Was Du machen kannst? Du kannst net Alles machend aber Ans müßt Du machen. Du mußt aus mir Del' Weib machen. Del' Kind muß an Vätern hab'n!" .Ja. ja! Aber! Mein Gott!" stam melte der Franz. Thildi knickte zusammen, sie barg ihr Gesicht unter den Händen und Thräne auf Thräne brach aus ihrem Auge hervor, aus ihrem stahlgrauen Auge, das Glanz und Feuer längst verloren hatte. Als sie sich erhob, war sie allein Franz war verschwunden. Allein in finsterer Nacht! Das reiche- schwarze Haar war herabgefallen und wie kleine Schlängen ringelte es sich über Schultern und Nacken. Noch einmal belebte sich ihr Blick, aber es war unheimliches Feuer. das daraus strahlte, zerstörender, vernichtender Blitz. Allein in finsterer Nacht! . Mathilde lief in's Dorf hinab, die Lände hinan, zur Wasserwache, die damals aus einem Plquet Infanterie unv suns hevauzlegers bestand. Ihr sucht's den Wilderer, der droben die Reh' und die Hasen fangt! Was krieg' i. wenn i 'n verrath'? I brauch a Klndswasch!" Na, a paar Gulden in hartem Geld wird's scho' tragen!" meinte der alte Korporal. Gut! So hört's mi' an!" Und Mathilde erzählte und erklärte sich bereit, eme Patrouille zu führen. ,l!s war eine mondhelle Nacht, als das unselige Mädchen den Bera bin anstieg in den Wald. Hinterher die Patrouille. Bald war sie am Wechsel platz. Unheimliche Stille herrscht?. Mathilde lag im Grase lauernd und schaute hinab. Sie sah vor sich, vom Monde beleuchtet, die Stelle, wo sie mit Franz so oft zusammengekommen, wo sie Kusse und Schwüre getauscht hat ten. Da raschelte es auf dem Wege und .!f. f rn r ' teile lajiicü ein uricye yeran, das Gesicht geschwärzt, die Büchse ' auf det Schulter, das .Waidmesser .an .der Seite. Er schaute nach und überzeugte sich, daß der Ast herabgebogen sei, an dem die Schlinge hing.. Er stellte sich w r. cw zur tocuc. n, vieiem Augenblick trat der Korporal hervor. ' ' ' Hab'n m'r Di' endlich. Du Wildbratschutz.' elendiger? . Na so warte! Jetzt kommst uns nimmer aus!" Franz trat einen Schritt zurück und machte die Buckse schußbereit. . Lebendig kriegt's mi' net. I w',ö net in Eilen ' durch Nußdorf g'führt ?rden. .Aber sagt's, wer hat mi' ver-rathen?-Ich!" rief eine Stimme und Mathilde trat in die Lichtung. Du? Du?" kreischte der'Fraz. Also dann mußt Du zuerst hin werkni" 7 1 v

Und schon lag der Finqer auf dem

Hahn. Da krachte ein Schuß und Franz taumelte getroffen zurück, das Gewehr entfiel semer Hand er war todt! Die Mathilde hatte Rache genossen. blutige Rache. Als sie aus dem Krankenhause kam, ln dem sie emem Madchen das Leben geschenkt hatte, war ihres Bleibens nicht mehr in Nußdocs und sie zog hinauf in die Bretterhlltte, in's Wäldchen am Fuße des Eobenzl. Ihr Kind starb, ihre Mutter starb, sie hatte im Thale nichts mehr zu suchen, sie blieb oben und nährte sich von Wurzeln und Kräutern und nur in den Abendstunden ging sie in die Stadt und verlauste dort die Hellkrau ter, die sie gar gut kannte. So lebte sie lange, lange und wurde alt. sehr alt und die Leute, die ihr begegneten, wichen ihr aus, der Hexe vom Krapfenwald'l. deren Erinnerung aus dem Gedächtnisse der Jetztzeit ebenso geschwunden ist, wle die Errnnerung an den Förster Kröpf, welcher der Gegend den Namen gegeben hat. ZZir Solange. Ein australisches Abenteuer. Kaum war ich in Australien angelänglich wollte und mußte dort mein Glück machen so erhielt meine Angst vor Schlangen neue Nahrung. Ueberall wurde ich vor Schlangen gewarnt. So kaufte ich mir denn zur Wehr gegen die Bestien einen Spazierstock, der Kraft und Eleganz in sich vereinigte. Bei meinen Kreuz- und Querzügen durch den australischen Busch" kam der Stock nie aus meinen Händen, und wenn jemals eine Schlanae vor mir emporgeschnellt wäre .... ein wuchtiaer Hieb .... na. ick will nicht weiter vrablen. .Eines Avends trat ich rn emem Städtchen im Norden von Neusüd Wales ein in der Jahreszeit, die die Landbewohner Frühling" nennen, mit 105 Grad Wärme von Mittag an bis vier Uhr und mn 95 bls 105 Grad am Abend. Kein Blättchen regte sich, man konnte m dieser Atmosphäre von ge schmolzenem Blei kaum athmen. Die kleine Stadt lag mitten im Busch. Hin ter dem Hotel, wo ich abgestiegen war, schlänaelte sich ein Z?lükchen bin. das dem Etablissement Muskitos von unllbertroffener Wuth und Gefräßigkeit lieferte. Man aß schlecht in diesem Hotel, desto, besser wurde man aber aufgefressen. Vor dem Niederlegen plauderte ich noch em wenig mit dem Besitzer, emem deutschen Landsmann, der mir mit theilte, vag dieser Ort sehr viel von Schlangen zu leiden habe. Und rein zum Tollwerden," sagte er mir, ist es, daß die Bestien des Abends rn dleHau ser schlüpfen und sich in den Schlafstuben einen Ruheplatz suchen. Mir lief ein eisiger Schauer durch den Korper. In meinem Zimmer angelangt, suchte ich natürlich überall nach, in den Ecken und Winkeln, unter den Möbeln, unter und m meinem Bette. Ich wen dete die Decken und die Kopfkissen. Ich glaube sogar, Gott verzeih' es mir. ich sah auch in den Schubkasten der Kom mode nach. Nirgends eine Schlange. Völlig beruhigt schloß ich das Fen ster. entkleidete mich, löschte das Licht aus und kroch, doch wieder etwas ängstlich, in mein Lager.' 2i Hitze war zum Ersticken, zum Schlagrühren. Die Muskitos begannen mir um den Kopf zu summen. Mem Bett umspannte zwar ern Mus kitonetz, doch es hatte mehrere Löcher, wie man das in den meisten Hotels Australiens antrifft. Um mir den Kopf zu schützen, zog ich. aus die Gefahr des Erstickens hin. die Decke über's Gesicht und vor Schweiß triefend und kaum athmend suchte ich im Schlafe die wirk lichen Muskitos und die eingebildeten Schlangen zu vergessen. Eine ganz kurze Zeit mag ich ge schlummert haben. Die Hitze war aber so arg, daß ich keuchend und glühend wie m einem Bade von Schweiß lag. Da entschloß ich mich. Arme und Hände den Muskitos preiszugeben. - Die Dccke üb;? d:ni G'sicht b.taltend. st eck te ich die Arme heraus und legte die Hände auf das Bett. Wahrhaftig, ich bin kein Hasenfuß und habe schon als Emundzwanzlgzahrlger aus den sranzosischenSchlacht seldern die Kugeln pfeifen gehört und doch gefror mir trotz dcrHollenhltze das Blut in den Adern. Ich hatte die rechtt Hand auf ine Schlange gelegt, die ausgestreckt quer über der Decke lag. Ich hätte sie beinahe gepackt. Ja. eine Schlange, wie eine , solche nur sein kann, kalt und regungslos wie der Tod. Die Schlangen haben einen festen Schlaf. Diese hier schlief wie ein Bär: Sie rührte sich nicht. Vorsichtig zog ich die Hand zurück und verbarg sie wieder . unter der Decke. DaS war eine schlimme Situation. Eine Schlange .. in pechfinsterer Nacht .... auf mir und ich ohne jede Waffe. cm:n. k. cn it i.f... .1 oyne ein xmnci ver neiiyeioigung ooer der Flucht ... ohne Hoffnung auf Hilfe .... fast nackt ... das war selbst für den muthigsten Mann etwas viel. zu Die. Lage erschien mir entsetzlich. Von oben bis unten rieselte mir ein kalter-Schweiß herab. Ich war, von Schrecken gelähmt, wie an das Bett festgenagelt. Was war hier zu thun? Sollte ich ausstehen und mich zu retten versuchen? Ja. natürlich; doch ich erweckte dabei vielleicht dieSchlange. und, diese versperrte mir mögliche! Weise die.?hüre. Am rathsamsten er schien es mir.' bis -zum Anbruch des Tages zu warten' ' Leider konnte es jetzt kaum Mitternacht sein, und mit diesem Alp auf mir konnte ick .sieben

lange, tödtliche 'Sunden doch 'kaum

noch aushalten. Die Schlange rührte sich nicht, ich natürlich mich auch nicht. Ich fühlte ste in ihrer ganzen Lange aus mir llegen. Auffallend erschien mir nur. daß sie in qanz ausqestreckter Haltunq schlief, statt zusammengerollt zu liegen. wie ihresgleichen fast stets zu ruhen pflegen. Durch zwei kaum merkbare langsame Bewegungen der Kniee überzeugte ich mich, daß meine Schlange gegen drel Fuß lang sein mochte. Das ist die Durchschnittslänge der australischen Death - Adder. Da wurde es mir schwindlig bei dem Gedanken, daß dieses Ungeheuer, dessen Blß den Menschen fast augenblicklich tödtet, hier bereit laq, mich beim Erwach-m umzubringen. Ich überdachte einen anderen Plan. Ich wollte die Decke vorsichtig zusammenrollen. das Reptil dann einwickeln und dann erwürgen oder ersticken. Ja, das schien zunächst sehr entfach; leider war es nur gar zu finster, und ich setzte mich dabei der größten Gefahr aus. Die Schlange konnte doch leise aus der Umhüllung gleiten und mir am Arme einen tödtlichen Biß versetzen. Nein. noch einmal etwas Anderes .... doch zuerst Licht, auf das Risiko hin, alles auf's Spiel zu setzen. Ich streckte den rechten Arm aus und tastete nach den Streichhölzchen, die auf dem Nachttische neben meinem Bette standen. Fünf Minuten dauerte wohl das Manöver, bis ich sie mit zitternden ffinaern faßte. Ohne mich zu rühren, aelana es mir nach unerhörten Bemühungen. die Kerze anzuzünden. Zuerst erschreckte mich .das Licht. Höchst wahrschemllch erweckte ich dadurch die Schlange, und der ungleiche Kampf nahm seinen Ansang. Die Schlange hielt sich noch immer unbeweglich. Ich wagte es vorsichtig, den halben Kopf aus der Decke hervorzubringen und ließ einen ängstlichen Blick über mein Beit gleiten. Meine Schlange lag darauf, in tiefem Schlafe, gerade gestreckt wie ein m ". Jetzt wurde ich noch kühner, und es gelang mir auch. verstohlen aus dem Bette zu schlüpfen. Natürlich suchte ich zunächst nach meinem Stocke. Ich sah auf dem Kamin, starrte nach allen Ecken ... kein Stock zu finden. Das war ein schwerer Schlag. Wo konnte er sein? Hatte ich ihn im Gespräch mit dem Wirthe aus ungluckllchem Versehen stehen lassen? Da näherte ich mich wieder dem Bette. Ich ergriff die Kerze, und da ich mich jetzt völlig wach und im Besitz meiner Sinne fühlte, trat ich heii , i i. c "..v;jr. an unv velracyle mir oen selnoncuen Gast. Da lag er,, der .... Stock! 'S schlas'rige Dcandl. An Dein' Fenster! bin i' g'stand'n Um zwölfi auf d' Nacht. . Hab' an d' Fensterscheib'n 'klopft Aber aus hast D net g'macht. Für was hast D' denn a' Fenster. Für was hast D' denn a' Scheib'n, Für was hast D' denn an Buab'n, Wenn er draußen muaß bleib'n? Wia i' wega bi' g'schlicha, Hat der Hund mir nach'bleckt, . , Und der Koder hat 'buck'lt Und an Schwoaf in d' Höh' g'reckt. Und der Gockel am Thurm d'rob'n ' Hat si' um und um 'draht, Und i' schaam mi' wia a Schulbuab, Der koa Aufgab' net hat. Ja. was hilft mir a' Liabschaft. Was hilft mir a' Schatz. Was hilft mir a' Deandl. Wenn's schlaft wia a' Ratz?! Nettete ibr Leben. DaS ist vaö grau giet) von Dr. HartmanS freiem Rath sagt. Die eigenartige Krankheiten, denen grauen unterworfen sind, find oft seh gefahrlich. ES kommt häufig vor, dah daö Opfer weit von kompetenter arzt licher Hilfe wohnt. Was soll eine solche Frau thun? Sie ist nicht reich genug, um nach einer entfernten Stadt zur Behandlug zu gehen und kann zu Hause keine geeignete Hilfe erlangen WaS sie thun sollte ist dieses : An Dr Hartman in , ColumbuS, Ohio, schreiben und ihm Alles sagen, worauf er daS Uebrige thun rond. Frau Margaret Fiel), Wilcox. O. T.. schreibt: Meinen besten Bank, für den guten Vtath, den Sie mir gegeben haben. Ich glaube nicht, daß ich ohne Sie noch am Leben wäre. Ich litt vier Monate lang an Blutfluß und die Aerzte konnten mir nur venig he'sea. Sie operirten mich dreimal. Die Operationen waren sehr schmerzhast und die Erleichterung nur unbedeutend. . So lang als sie an mir arbetteten, hörte der Fluß auf, so bald sie aber die Thüre hinter sich hatten, fing er wieder an. Ich war so schwach, daß., ich mich im Bett nicht umdrehen konnte. . Schließlich sprachen meine Rachbarn zu mir über Yatent-Medizinen. toou aus ich mich an Dr. Hartman 'wandte. Ich wußte nicht, ob er mir helfen konnte oder nicht, befolgte jedoch seinen Rath und gebrauchte nur drei ftlaschen ?e-ru-na und Man-a-li. Jetzt bin ich so gesund und kräftig , als je zuvor. Jede Frau sollte Dr. HartmanS freie Buch für grauen haben." Adresfirt : Dr. Hartman, ColumbuS, Ohio.

1 ' - vn. 1 (f u- Jt 3 E W 1

LAX I R JJ BON BONS A lMDMMtz Nw KUR 1 ERLN PTUNG rntuf -m. xMura ponnmt 7

Eine günstige Kapitalanlage Die Umon Trust Co. offerirt Sllen. welcke Kapitalien anzulegen haben, Antheile in dem LXVf BUILD1XG eirnrn elfstöckigen Gebäude, daS an der Ost cm M , r narrei üsiraye. besonders für Advokaten, Grundeigenthums- und Versicherunasaaentm r. rr t . cr . . . ftroaui toiio. Ajt nniyelie ywo curm Grundeiaentbum aeckert. melcke di schickte aller Städte als das Wertkuste zngt, indem es nicht allein unter allen Umaxv.... ....ftt:.. rt:i.:i v . r . illliidcii iruriiiiuKiuc jjiDicrnrriT nnmtrir. lonoern aucy ourcy das Wacyslhum der JTr a.L AVV.av . . ' ij f, -v- " csiacie an zuctid luntirrnt. etnobnnm onnen nur reiche Leute solches Eigenthum . , 7"- t ?ennen. oie sann oen aarnm metrnnn baden. aber unter dem Co-ov ratlve-ZZlan kommt der Nutzen auch Leuten mit wenigem Kapital zu .A T. 0. AI 1. h. , . I . f ! Bui. viaiion uno dkt yarauer oiezes Gebäudes sickern arökere Dividenden, wie andere Aktien in diesem Markt, lktie inn 5aS Stück und die Zahl ist aus 1600 be. renzi. noue usrunst unv Prospekte rn den uijicen oer Tisirioii Ißnnst 60. b Office: (Gebäude der Gesellschaft) Uo. 118 und 122 Ost Market Str.! Wenn Oie ein f I A I 0 kaufen wollen, so suchen Sie es dort! zu kaufen, wo Sie die größten Vor. theile erlangen. Aber wie können Sie dieses auösinden, ohne viele Mühe und langes hin und hersuchen ? Ganz ein fach: Verlangen Sie von unS Beschreibung und Preis des - PlANO. Außer diesen PianoS haben wir auch eine vollständige Auswahl von billi geren PianoS. Sylr sind gerne bereit Ihnen Empfeh. lungen auS Indianapolis und anderen Städten ZndianaS'ö zu geben. The John Church Comp'ny, I Cincinnatl, Ohio. xU einen Friedensschoppen und laßt Euch den feinen Lunch schmecken bei CONRAD HEES, No. 852 Massachusetts Avenue. :: Die gemüthliche Ecke :: Noble K Market Qtr. wo JOHN WEBER seinen Gästen die besten Getränke und Ciflar ren nnd den feinsten Lunch vorsetzt, ist allbekannt. Vergessen Sie nicht dort einzukehren. 7 BfrinlrHÖzÄRT HAIi MJäliJ M0ZART- HALLE, 37 und 39 Süd Delaware Straße. Die Siteiie, größte und schönste derartige Halle t Indianapolis, jetzr neu und legant auöge stattet, steht Berernea und Privaten ur Ab Haltung von uonzerten, allen. Versammlungen u.i.w.. unter liberalen edinaunaen lur Ber ügung. iilub'RSume iür Vereine sind jeder ,ett zu aven. rnxinxiiitlcIl3ia. Saloon u. Billiard-Hall o.SS Oft Washington Str. .' '. . Jokn Moilachor. Uisentböwev Coke. Coke. Vn Niumpen . zerkleinert. ricke rze eu bre t ut cnut ux M'ijolia.ten-;(D& No. 53 Cad Utssftltssia Cit.

&&!

' ,nu - J

i T 1 s l T T1 v I H l v ' t " I J -3 1 ; : w .. p s3 .MJLMA, ffWWW v H MM ' M Mkß M I -MMMSW 1

Wer Schube braucht,

der geh zu Mode, er ist immer och aus dem alte Platz Ceine Schuhe haben den Vorzug , allen Rudere. Exrecht vor und überzeugt ech selbst. , !K1T JSH.RQn.&9 115 Ost Washington Str. Große Auswahl junger, mexikanischer P ap agei e n $4.50 und auswärts. Junge Cpotlvögcl $2.00 und $2.60 ; jeder Vogel garantir'. C. F. Klepper, 432 Massachusetts Ave. Spcial Banrains in Lawn Mowers, Garden Hose and Hardware os all kinds, prior to rernoval to tne new störe. Clemens Vonnegut Telephon 5S9. Aergert Dich Dein Auge so reib ei tcht au, und werfe ei ilitdo Xix sondern ende Dich a m ovto.uwof - OPTieiAiii7 Ms i$c PTICIAN SO ' tturntLsiDcttisoN INDIANAPOUl-IND. . an Dir für Deine Auge da nöthige la anfertigt. Künstliche uge erde jchmer,lo eingesetzt. Z3 rillen erde ach de lest etdode de, ae a evakt. MeoöoV SMtv Atatracter os Mez, Ecke Market und Pennsylvania Str. Thb Lhmckk, Culte 229, eine Ikevpe hoch. Telephon I7V. Ändiaavali ttfrTrf m mi. "mr Z w W aiiü w averiev. Tlie Ivanhoe Special. Die leittnden Rlder dies Jahre, weil febe da beste seiner lasse ist und gröberea Werth . repräsentirt, i man jonft trge,dw im Kahr ard-Hadkl bekommen kann. Vopulare Preise. 1katalg werden aus Wunsch überall hin er sandt. Indiana Bicycle Co., Pennsylvania & Ohio Str. i 1 mi Jnbianapoli, Z.' & br-JTJiJ-Tl Theo. F. Srnither, geschickter und uverlässtger o'DachdeÄer' Pech- und KlekdScher. Dächer von Asphalt und Silsonit. Ear,e Händler in alle Arte v ach a t - lie. Telepbo Vl. 301 West Marvland St. : ekdwistlich ck, ., Milkisfippi und MakHlaud tt CLEVELAUD BUFFAL0 l?ldn Nklls yea 8l?." CXPASJUlElX3llfiHTtXY1CZ. K llUIS I City op duffalo', an i botA tos ethar tMlngj wlthoaft doabt. In 21 wur ur cn 1. .VW AB il raapvcu, tne nneat sna zaiieiü inti r rua ln th InUrett of tü tr.Tllaf publlo la th UnlUd StatM. TIMK CARD, Daily imcluoinq Sunoay. Lore CUrthxi 8 P.M. ArrirtCKf&biAJtL " Uaßilo Clertludi CUmUL tVAKSAXO tMtl. nnnnMUmii mMi . nnr.Ua4th(Mlni tor 11 fiMtern mnd tOtuuMllaa point. Ak tlrktifc rnt tnr uav.. mrtm. t n T.n& ' W wwmv w V. juuivt ßnd foar oent P-Je lllaitnUd pcunphlst. trtciAL Lt KArrtnro buffilo AOtruacu VMM 1.11 MIV.UAf cisni" i VmmT im'u'i ninii 4 ccivtuuA tV FREp LAGLER, . - achfail , Hra, Liak, ZI: 15 C;i CIA Ccrfee. OöapfCQleif:CtöDIis7Jcmt Slssinnesser fr rrkiere, Oeer. Elip rerZ xS rZirr: ZivttrU fceto cxb Ä r?.:7.ZL ZZi C:i:ti C-t V "

nr

e

o zp)