Indiana Tribüne, Volume 21, Number 333, Indianapolis, Marion County, 21 August 1898 — Page 3

Der Todte Von , Korror-IsLclnö. Roman von'Harry Ehest. (18. Fortsetzung.) ' Bartels sprang zur Thür und riß sie auf. Da, mein Herr, überzeugen Sie sich selbst, daß nichts zu hoffen ist. .Treten Sie nur ein, es ist das Emzfangszimmer. aber der Herr Geheim?ath selbst befinden sich nicht hier, sonbern in einem anderen Gemach seiner Wohnung, dessen Thür für jedermann fest verschlossen ist nanu, was be'deutet denn das?" Der gute Franz Bartels war nämIich plötzlich von dem alten Herrn höchst unceremoniell beiseitegeschoben worden und mußte ansehen, wie dieser wortlos bis zur Mitte des Zimmers stürmte. Hier blieb er stehen, ließ seine klugen Augen musternd über die ganze Einrichtung schweifen und brach dann in die bestimmten Worte aus: Ja, das war das Zimmer, jetzt erinnere ich mich genau; er selbst, der Geheimrath, zeigte es mir, aber wo wo ah, dort!" Der Diener glaubte seinen Augen nicht zu trauen; der alte Her? stürzte auf ein Ilemes Tischchen zu und hob eine in silbernem Rahmen darauf stehende Cabinetphotographie in dieHöhe, um sie einige Sekunden in tiefem, nachdenklichem Ernst zu betrachten. Sie ist es es ist seine Frau!" Dann wandte sich Oberländer an den

wiener. Sagen Sie mir, Mensch aber die Wahrheit bitte ich mir aus , seit wann befindet sich die Frau Geheimrath nicht mehr im Hause?" Bartells prallte zurück. Sie wisfeit?" stotterte er. Sie haben ersah,?en?" Gehen Sie sofort zum Herrn Geheimrath," rief Oberländer und begleitete seine Worte mit einer befehlenden Gebärde, die jeden Widerspruch ausschloß, pochen Sie an die Thür, er bitten Sie Einlaß auf jeden Fall, und theilen Sie Ihrem Herrn mit, daß ich Kunde von seiner Frau bringe." Was ist denn mit der Gnädigen?" forschte Bartels in höchster Neugierde. Gehen sollen Sie!" herrschte ihn der alte Herr an. Fort auf der Stelle!" Eine halbe Minute später befand sich Oberländer allein. Er durchmaß mit großen Schritten das Zimmer, ihm pochte das Herz hörbar. Er dachte daran, welche Nachricht er dem armen, bedauernswerthen Mann bringen müsse. Das Räthsel gestaltete sich immer dunkler, immer verworrener. War es möglich, daß die Wittwe des Todten von Horror - Island und die Gattin des berühmten Arztes ein und dieselbe .Person wären? Und wenn dem so war welche Veranlassung hatte die Frau dieses trefflichen Mannes zu dem furchtbaren Entschluß bewegen können, die Bürde des Lebens von sich zu wer--fen? Und Oberländer unterbrach seine Erwägungen, er vernahm nahende Schritte: er stellte sich unwillkürlich zurecht, rückte und zupfte nervös rn seinem Ueberrock, und dann trat der Geheimrath ein. Eberhard Busch sah bleich. Lbernächiig und verstört aus, seine Augen brannten; er ging nicht aufrecht und stolz erhoben wie sonst sondern gebeugt, gebrochen. Die Thür fiel hinter ihm ins Schloß. Mit wenigen Schrikten stand er vor dem alten Herrn. Lebt sie?" Sie lebt. Herr Geheimrath; sie ist durch des Höchsten Walten von einem traurigem Schritt zurückgehalten worden." Eberhard schlug die Hände vor das Gesicht und stöhnte, als habe er soeben eine Wunde empfangen. Nach einer kleinen Pause sagte er dumpf und tonlos: Gott mag wissen, was sie zu diesem unseligen Schritt getrieben hat. Wo befindet sie sich jetzt?" In treuer Obhut, bei guten Mensehen. Leider ist ein schweres Fieber bei ihr zum Ausbruch gelangt." Führen Sie mich zu meiner Frau die Polizei ist bereits mit den Nachforschungen nach ihr beschäftigt. O Beate, Beate, welches Leid hast Du Dir und mir zugefügt! Doch lassen Sie uns keine Minute verlieren; auch danken kann ich Ihnen jetzt nicht spater, verzeihen Sie. ich bin kaum meiner Sinne, mächtig. Sie ist krank, sagten Sie o schnell, schnell, kommen Sie, mein Herr!" Oberländer mußte den sonst so starkcn Mann stützen, als sie zusammen die Treppe hinabschritten. Voll Ungeduld und mit steigender Besorgniß harrten Susanne und Rheden am Lager der Schwerkranken, deren Zustand von Minute zu Minute bedenklicher wurde. Qualvolle Vorstellungen, peinigende Phantasien jagten durch ihr fieberndesHirn und ließen sie nicht zur Ruhe kommen. Susanne kühlte zwar die brennende Stirn der Leidenden mit Eisumschlägen, aber die Tücher lagen kaum wenige Minuten. so waren sie schon wieder warm und mußten erneuert werden. Die Ficberhitze hatte bereits einen zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß cebenden Grad erreicht. Und noch der Arzt nicht da! Endlich hörte man das Rollen eines Wagens. Rheden eilte ans Fenster. Eine alte Frau, auf einen Stock gestützt." meldete er. Meine Pflegemutter! Ich gehe ihr entgegen. Susanne fiel der Alten, als sie ibr auf der Treppe begegnete, um den Hls und weinte, ohne einige Minuten lang sprechen zu können. Ach, sie hatte dieser Frau, die sie erzogen und für das Lelen vorbereitet, so viel zu sagen, Gutes und Böses, und doch blieb keine Zeit, ihr auch nur eine kurze Mittheilung jiti Geschehenen zu machen,

Aber, waS hat denn daS alles zu bedeuten, Suschen?" sagte Mutter Strohbach erstaunt. Ich werde in t ner Equipage abgeholt, auf dein Ge heiß, wie man sagte, in dieses vornehme Haus geführt, und hier finde ich Dich in Thränen gebadet und bleich und abgezehrt ja Mädel, gieb mir doch nur eine Erklärung für das aU les?" Ich will Dir später alles erkläre, Mutter, jetzt komm, hilf mir, eine Unglückliche, die sich in höchster LebenSgefahr befindet, pflegen und erretten." Sie trat mit der alten Fräu in das Krankenzimmer und führte sie cm das Bette. Kaum aber hatte die Alte einen Blick auf das Gesicht der Patientin ccworfen, als sie mit schmerzerfüllter Stimme ausrief: Was ist das? Meine Wohlthäterin hier die Frau Geheimrath Busch? O Gott verhüte, daß dieses Herz so früh schon still stehe, das träfe nicht sie nur, nein, Tausende von bedrängten, leidenden Menschen zu hart!" Mutter, Du kennst sie?" ' Frau Strohbach kam nicht zur Antwort. Doctor Horst trat ein, und nun galt es, der Leidenden alle Aufmerksamkeit zu widmen. Rheden wollte sich zurückziehen, an der Thür jedoch tra ten ihm zwei Herren entgegen: Ober

länder uns Eberhard Busch. Beate!" schrie Eberhard, Beate, mein armes, unglückliches Weib!" Außer sich vor Schmerz und Gram sank er vor dem Lager in die Knies und bedeckte Beatens Hand mit Küssen. Doch schon im nächsten Augenblick richtete er sich entschlossen wieder auf, und während seine Blicke forschend auf ihrem fieberentflammten Antlitz ruhten, sagte er: Noch ist sie mir nicht zurückgegeben. Gott will, daß ich sie mir wieder erobere ich werde es mit seiner Hilfe vollbringen!" 22. Capitel. Es war gegen sechs Uhr Abends, die Dunkelheil war längst eingetreten, und die Leipziger Straße erstrahlte in ihrer gewöhnlichen abendlichen Beleuchtung, als zwei Gestalten, eine Frau und ein Mann, in einer Weise unweit des Rheden'schen Hauses auf und nieder schritten, in der ein Criminalist sofort eine Observation" erblickt hätte. Sie hielten den Eingang scharf im Auge, musterten jeden Eintretenden und ließen ihre Blicke mit unverhohlener Neugier über die stolze Fensterreihe des altehrwürdigenGebäudes, zu dem schon der Großvater des gegenwärtigen Besitzers den Grundstein gelegt, hinschweifen. - Wir müssen dahinterkommen, was die Alte in diesem herrschaftlichen Hause zu thun hat", flüsterte der Mann, in dem Susanne mit Schrecken ihren Bruder William erkannt hätte, seinem Weibe zu. Da steckt etwas dahinter, sage ich Dir, etwas, was mit uns selbst am Ende zusammenhängt." Wie meinst Du das mit uns zusammenhängt?" Ich denke, mit unserem Besuch beim Justizrath. Wie war es doch? Sagte der Kutscher nicht, daß Susänne die Alte bitten ließe, in dasHaus des Herrn v. Rheden zu kommen?" Das sagte er,"' bestätigte Maggie, und er meinte, das Fräulein hätte gesagt, es wäre große Eile geboten." Der Lithograph schüttelte nachdenklich den Kopf und wühlte in seinem hellen Vollbart, als könne er aus dem seine Gedanken herausgreifen. Die Geschichte gefällt mir nicht," meinte er dann. Was gefällt Dir nicht? Hast Du wieder einmal Furcht, Du Hasenfuß?" Er nahm von der Beleidigung seiner Ehehälfte keine Notiz, sondern zog sie nur ein wenig unsanft unter denThor bogen eines benachbarten Hauses. Ich willDir sagen, Maggie," nahm er dann mit leiser Stimme das Wort, ich bilde mir ein, daß da oben" er wies auf das Rhedensche Gebäude gegen uns etwas geschmiedet wird. Die Suse wird jetzt der Alten erzählen, was vorgefallen ist ich meine, daß wir dem Justizrath die Kiste mit den Akten abgeholt haben. Na, und wenn's nach der Alten geht, wenn sie auf deren Rath hören dann geht die dumme Gans schnurstracks zur Polizei und verräth die ganze Geschichte." Unsinn! Die Alte wird ihr Söhnchen nicht ins heiße Wasser bringen, dazu ist sie immer noch zu sehr vernarrt in Dich." Sie hat eine verrückte Ehrlichkeit im Leibe die bringt ihre Kinder sogar ins Gefängniß, wenn sie damit ihr Gewissen beruhigen kann. Nur eine Sache stimmt mir noch mcht. Was hat dieserBaron Rheden, der steinreiche Bankier, mit dem allem zu thun? Was hat die Suse in seinem Hause zu suchen?" Die Jrländerin verzog ihr Gesicht za einem häßlichen, boshaften Grinsen. Narr!" rief sie höhnend und streifte ihren Mann mit einem verächtlichen Blick, bist Du wirklich zu dumm. Dir das zusammenzureimen? Die läuft einfach dem Baron nach, möchte wohl gerne Frau Baronin werden! Well, er wird's ihr nicht anders machen, als mir der edle Gerfaut, für den ich alles gethan habe, sogar nicht vor Verbrechen zurückgeschreckt bin." Du sprichst wieder einmal von dem Franzosen?" unterbrach sie der Lithograph. Zum Teufel, so laß doch endlich die alte Geschichte begraben sein' In dem Gesicht der Jrländerin zuckte es' Das wird erst begraben sein", stieß sie bebend hervor, wenn man mich selbst einmal in die Grube senkt. Dieser Mann hat mein Leben vergiftet,' und als ich ihm nicht mehr nützen konnte, da stieß er mich von sich. Ich weinte, ich bat, ich flehte, aber er lachte nur und " DaS Mb vollendete nicht; sie packte plötzlich den Arm ihres Gefährten und deutete mit zitternder Hand auf die Straße hinaus. Eine furchtbare ErreHung, ein unbeschreibliches Entsetzen

spiegelte sich in ihren Zugerr und in ihren seltsamen, starren Blicken wieder. Bin ich denn schon wahnsinnig?" stöhnte sie auf. Geht es zu Ende mit meinem Verstand?. Da da ich habe ihn gesehen, habe ihn erkannt!" William besreite sich mühsam von ihrem Griff. Bist Du verrückt? Wen hast Du gesehen?" Ihn! And Gerfaut!" Den Franzosen? Maggie, geh nach Hause und lege Dich ins Bett, Du sieberst!" Und ich sage Dir." beharrte die Jrländerin und zog ihren Mann ein wenig weiter auf die Straße hinaus, dort, vor dem Haufe des Bankiers, steht er noch jetzt! Da, er ist's, er ist's, der treulose Hund!" Ist es der Herr im Pelz, mit dem Cylinderhut er trägt einen kurzgeschnittenen, spitz zulaufenden Bart?" Ja, der der! Es ist Andrö Gerfaut. Hund! Verrätherischer Hund! jetzt hab' ich Dich, jetzt bist Du meiner Rache verfallen, jetzt rechnen wir beide mit einander ab!" Wirst Du schweigen!" herrschte Strohbach sein Weib an, das in dumpfer Wuth wie geistesabwesend vor sich hinmurmelte; laß uns lieber beobachten, was der Franzose in Rhedens Haus zu thun hat, denn sieh nur. er zieht die Glocke am Privateingang ! Jetzt spricht er mit dem Portier der nickt und zeigt nach oben. Der Franzost tritt ein, die Thür schließt sich hinter ihm. WaS will denn auch der noch bei dem Baron?" WaS geht das uns an?" gabMaggie ihm barsch zur Antwort. Was thust Du überhaupt hier? Es ist genug, wenn ich allein hier Wache stehe. Der Dechert und der Hähnchen haben Dir erst lumpige hundertMark gegeben für Deine Hilfe bei dem Fischzug statt der dreihundert, die sie Dir versprochen hatten." Was soll ich thun? nwidnte der Lithograph kleinlaut. Die Schufte wollen nicht mehr herausrücken." Wollen nicht? Und Du Schlafmütze läßt Dir das sagen? Marsch, auf der Stelle scher Dich, zu dem Schleicher, dem Hähnchen, hin und fordere Deine Zweihundert von ihm, und wenn er nicht zahlt, dann sag ihm, geht die Maggie heute Abend zur Polizei, und morgen werden die beiden gescheiten Herren hinter Schloß und Riegel sitzen. Geh!" Maggie, Du wirst doch nicht?" stotterte Strohbach; Du würdest ja uns selbst damit ins Unglück bringen." Was liegt daran," erwiderte die Frau deS Lithographen anscheinend höchst kaltblütig, ob wir so oder so das Jammerleben weiterführen? Ich thu', was ich gesagt habe. Also sieh zu. das Geld zu bringen." Der Lithograph war genöthigt, dem Willen seiner Frau zu folgen; er fürchtete sie. da er wußte, daß ihr ausgePrägtester Characterzug die Rachsucht sei. Wenn Hähnchen ihm nicht den Rest der versprochenenBelohnung auszahlte, war sie in der That im Stande, alle Theilnehmer an dem Diebstahl der Po lizei zu überliefern. Er konnte daher nichts Besseres thun, als ihr' gehorchen und sich auf den Weg nach der Brunnenstraße machen. Ich gehe", sagte William, aber wo bleibst Du?" Wo ich bin", lautete die unfreundliche Antwort, da bleibe ich. Ich will sehen, was hier vorgeht. Wir treffen uns zu Hause." Um wie viel Uhr?" Weiß ich's? Wenn Du Dein Geld von den Halunken heraus hast, komme nach Hause, da wirst Du mich schon finden." Auf Wiedersehen, Maggie! Bleib' nicht mehr zu lange hier stehen. In der Kälte kann man sich ja den Tod holen." Den Tod holen? Hab' nur um mich keine Sorge, mit denr Tod find' ich mich auch schon ab. He, William, noch ein Wort!" Der Lithograph, der. schon einige Schritte in die Straße hinein gethan, kehrte langsam zurück und fragte, was fein Weib noch zu fagen habe. Ich' habe Furcht, daß Du mit Hähnchen und Dechert Streit bekommst. Du bist schrecklich hitzig, und wenn Du in die Wuth kommst, gar nicht zu halten. Hast Du einen Revolver bei Dir?" Ja. in der Tasche was soll's damit?" Gieb ihn mir, damit Du kein Unglück anrichtest." Unsinn, ich werde nicht gleich schießen na. fahre nur nicht gleich auf und sieh mich nicht so giftig an! Hier hast Du das Schießeisen, aber sieh Dich vor, es ist mit sechs scharfen Patronen geladen." Damit kann man wohl schon einen Menschen kaltmachen!" fragte Maggie lächelnd, während sie den Revolver in der Tasche ihres Mantels verschwinden ließ. Und nun mach, daß Du fortkommst!" . William Strohbach verliefe seine Frau, die ihm eine Minute lang mit eigenthümlichem Ernst nachschaute. Dann blitzte es jäh in ihren Augen auf, das Gesicht nahm wieder jenen haßerfüllten, rachelauernden Ausdruck an, und ihre Rechte umklammerte mit festem Griff die Waffe, die sie in ihrer Tasche barg. Jetzt, Monsieur Andr6, werden mir beide bald einig sein!" flüsterte sie mit zuckenden Lippen. Wir rechnen noch heute miteinander ab nach gut amerikanischer Art. Der behält recht, der den ersten Schuß hat. Und den hab' ich. Andrö diesmal ich!" Ueberbringeir Sie Herrn Oberländer diese Karte," wandte sich Andr6 Gerfaut an den Thürsteher, nachdem sich das Thor hinter ihm geschlossen atte. aber, bitte, richten Sie es so ein, daß Herr Barorr Rheden nichts davon merkt. ES handelt sich um eine Ueberraschung." D Thürsteher fährte den elegant

gekleidete Herrn In einen Salon des ersten Stockwerks und entfernte sich dann, um Oberländer zu benachrichtiLen. ' Gerfaut schritt nachdenklich über den weichen Smyrnateppich. Ich werde die Entscheidung , auf den heutigen Abend verlegen murmelte er. Es ist jetzt bald fünf Uhr; diese Conferenz wird kaum eine halbc Stunde dauern', ich werde dann Zeit genug haben, nach Charlottenburg zurückzukehren und zu hören, was Natalie mir zu sagen hat. Ich hoffe nicht viel davon. Schaller wird mir nicht einen Pfennig bewilligen, er wird versuchen, mich unschädlich zu machen. Aber ich werde es nicht abwarten. Sollte ich mit Rheden und Oberländer einig werden, so müssen sie heute Abend zahlen, und morgen früh dampfe ich ab." Die Thür wurde geöffnet, und Oberländer trat ein. Gerfaut verbeugte sich mit der ihm eigenen Geschmeidigkeit und machte einen mißglückten Bersuch, dem alten Herrn die Hand zu reichen. Dieser aber versenkte, sobald er des Franzosen Absicht bemerkte, seine Hände schnell in die Seiteniaschen seines Jacketts. Nun, mein Herr, kommen Sie. das Geschäft mit mir abzuschließen?" fragte Oberländer, auf einen Sessel deutend. Haben Sie sich überlegt, welchen Preis Sie für Ihre Enthüllungen verlangen sollen?" Gestatten Sie mir vorher die Frage, mein Herr, ob Sie dem Herrn Baron schon Mittheilung von meinem Anerbieten gemacht haben?" Ich habe mich bisher auf Andcutungen beschränkt, aus dem einfachen Grunde, weil ich selbst in der Sache noch nicht klar sehe." Das sollen Sie jetzt, deshalb bin ich bei Ihnen." Sehr wohl. Sie sagten mir also, daß Sie unter Umständen in der Lage seien, uns mitzutheilen, wo sich die rechtmäßige Gattin Eldors v. Fels befinde. War es nicht so?" In der That, so war es," antwortete Gerfaut. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, tauchte kurz nach dem Ableben des Grafen, den man, nachdem seine erste Gemahlin vor längeren Jahren gestorben war, allgemein für unvermählt gehalten hatte, eine Dame auf. welche in durchaus gesetzmäßiger Weise bewies, daß sie die zweiteGemahlin des Verstorbenen gewesen sei. Man versuchte ihr in mehreren Processen das reiche Erbe streitig zu machen vergeblich, die Dame blieb Siegerin, und ihre Erbansprüche mußten anerkannt

werden. Sie hatte nicht einmal nothwendig, den Nachlaß um irgend eine Summe zu schmälern-, da die Hinterbliebenen des Sohnes des Grafen, dieses Eldor v. Fels, den Baron Rheden und ich einst auf Horror - Island beerdigten, nicht aufzufinden waren." Verzeihen Sie einen Einwurf," sagte Oberländer, woher wissen Sie, daß der Todte auf jener Insel der Sohn des Grafen v. Fels war?" Einen Augenblick stutzte Gerfaut, dann sagte er mit großer Bestimmtheit: Schon bei unserem ersten Zusammentreffen machte ich Sie darauf aufmerksam, Herr Oberländer, daß ich keine derartige Frage beantworten werde. Ich habe in Geheimniß zu verkaufen; wollen Sie den geforderten Preis dafür zahlen gut, Sie werden reell bedient werden und alle nöthigen Beweise erhalten. Hat mein Geheimniß für Sie oder den Baron keinen Werth, so' nun, so giebt es für mich auch einen anderen Weg, Geld daraus zu machen. Aber jede unnöthige Frage hält unser Geschäft nur auf und er'schwert den Verkehr." Sie haben recht. Dann bleibt nur übrig, mir Ihre Geheimnisse genauer zu bezeichnen und dann den Preis zu nennen. Ich muß Sie jedoch höflichst ersuchen, sich so kurz als möglich zu fassen, da dringende Geschäfte mich abrufen." Der Franzose biß die Zähne zusammen. Höflich war dieser alte Herr keineswegs. und er gab sich keine Mühe, dem sonderbaren Geschäft und seinem Vertreter , gegenüber seine Verachtung zu verbergen. Aber der Franzose hatte sich vorgenommen, mit dem Alten, wenn irgend möglich, handelseins zu werden; er ließ seinen Verdruß daher rntjt merken, sondern begann, seine Trümpfe auszuspielen. Ich kann zwei verschiedene Beweise liefern," sagte er, und zwar bin ia) erstens in der Lage, darzuthun, daß die Gräfin Natalie Fels - Krakowska nicht das geringste Recht besitzt, diesen Namen und diesen Titel zu führen, denn doch das würde für den Moment zu weit führen. Weshalb sie es nicht darf, weshalb sie absolut nicht erbberechtigt war, das gehört zu den Beweisen und wird näher ausgeführt werden, wenn man mir meine Forderung bewilligt hat." . Oberländer hatte sich erhoben, er vermochte seine freudige Ueberraschung kaum zu verbergen. Das könnten Sie wirklich beweisen?" rief er. So beweisen, daß die Gräfin einen gegen sie anzustrengenden Proceß verlieren würde?" Das genügte nicht," antwortete Gerfaut mit einem trauernden Blick ; ich würde Ihnen auch die Möglichkeit geben, diese Dame als Betrügerin zu entlarven. Und was die ungeheuere Erbschaft betrifft, welche sie und ihre Hintermännn herausgeben müssen, so ist es mir ein leichtes, diejenige Ihnen zu bezeichnen, welcher der aroße Besitz nach Recht und Gesetz gehört, denn, wie ich Ihnen schon sagte, die Wittwe Eldors v. Fels lebt, und sie kann, wenn Sie wollen, noch heute vor Ihnen stehen! Und nun sagen Sie, ob diese Enthüllungen, von den schlagendsten Beweisen unterstützt, für den Herrn Baron v. Rheden Werth haben?" Ich leugne nicht, diese Enthüllungen sind werthvoll. Sagen Sie kurz, waS Sie fordern." Der Franzose athmete auf. Er hatte

gewonnen, jetzt war der Preis nur noch eine Zahlenfrage. . Ich verlange sechzigtausend Mark." sagte er langsam, noch im letzten Moment die Ziffer überleoend. Sechzigtausend Mark? Das scheint mir zu hoch gegriffen." t Keineswegs! Bedenken Sie. daß eine Millionenerbschaft damit zu erlangen ist. Im Vergleich dazu ist meine Forderung eine Bagatelle!" Und wann müßte diese Summe gezahlt werden?" Heute Abend, nachdem ich Ihnen die Beweise übergeben. Natürlich erwarte ich Baarzahlung, wie bei derartigen Geschäften üblich." Oberländer überlegte einige Augenblicke. Hören Sie," wandte er sich an Gerfaut, die Summe von sechzigtausend Mark wird heute um neun Uhr Abends, wenn Ihnen diese Zeit paßt, für Sie daliegen und Ihnen äugenblicklich in Reichscassenscheinen ausgeliefert werden, sobald dem Baron un) mir Ihre Beweise vollgültig erscheinen. Sie können uns unbedingt vertrauen ; das Geld ist Ihnen sicher, sobald Sie das Versprochene dafür liefern." .Gerfaut verbeugte sich. Ich hege keinerlei Besorgnisse bezüglich . der Auszahlung, mein Herr", sagte er verbmdlich, ich weiß, ich habe mit EhrenMännern zu thun." Also wir erwarten Sie um neun Uhr." Um neun Uhr," wiederholte Gerfaut und nahm seinen Hut, .sich zum Gehen wendend. Aber nach einigen Schritten blieb er stehen. Sie sollen sehen, daß ich Sie ganz und gar zufriedenstelle", nahm er das Wort, während er dicht vor dem alten Herrn stehen blieb. Nicht nur die Angaben, welche ich Ihnen versprcch:n, sollen Sie mit allen Beweisen empfanden, sondern auch eine fast noch wichtigereEntdeckung werde ich mir erlauben, Ihnen gewissermaßen als Extraprämie den anderen Mittheilungen zuzufügen. Ich werde Ihnen Mittel und Wege zeigen, wie Sie einen Mann erreichen und der Bestrafung zuführen können, der das wichtige Mitglied einer internationalen Gaunerbande ist. Den Machinationen dieser Gesellschaft ist es zuzuschreiben, daß Eldor v. Fels und die Seinigcn zu Grunde gerichtet und beseitigt wurden, und daß Natalie ihre Rolle spielen durfte." Wäre das möglich?" stieß Oberlander hervor; die Familie Fels wäre durch Verbrecher ruinirt worden?" . Sie werden um neun Uhr Alles erfahren. Bis dahin sprechen Sie n u r mit dem Baron Rheden davon, sonst mit Niemand. Mein Herr, ich habe du Ehre!" Andr6 Gerfaut durcheilte die Leipziger Straße. Nach einem flüchtigen Blick auf seine Uhr glaubte er Grund zu haben, seine Schritte zu beschleunigen, und er that es mit so großem Eifer. daß er sich nicht einmal Zeit nahm, sich umzublicken. Er stürmte förmlich vorwärts und strebte dem Thiergarten zu. Doch wie er auch ausschritt, eine in einen abgetragenen Mantel gehüllte Frau blieb ihm dicht auf den Fersen und verstand es überdies meisterhaft, sich fortgesetzt so zu halten, daß Gerfaut sie nicht bemerken konnte. Als das Weib jetzt gewahrte, daß der Franzose in das Dunkel des Thiergartens einbog, huschte ein Lächeln der Befriedigung über ihr von dem anhaltenden und schnellen Marsch geröthetes Gesicht und mit hastiger Bewegung faßte sie in eine ihrer Manteltaschen. Aber im nächsten Augenblicke blieb sie stehen und suchte dann schnell hinter einem starken Baumstamm Deckung. Der Franzose, dem sie so eifrig un) vorsichtig gefolgt war, trat nämlich 'an einen unter einer erleuchteten Laterne stehenden Mann heran und begrüßte ihn vertraulich. Der Fremde, der Gerfaut offenbar erwartet hatte, zog respectvoll seinen breiten Künstlerhut. Sie sind lange geblieben, mein verehrter Gönner," sagte er; nun, hosfentlich bringen Sie mir gute Nachrichten, dann wäre ich schon belohnt." Entschuldigen Sie mich, HerrMandel," sagte Gerfaut. es war nicht meine Schuld, daß ich länger ausblieb, als ich dachte. Ich wurde zurückgebalten, doch das geschah in Ihrem Jnteresse." In meinem Interesse?" rief der Mann mit dem glattrasirten Gesicht und den wallenden Künstlerlocken freudig erregt. So darf ich hoffen?" Ich erzähle Ihnen sogleich Alles; lassen Sie uns ein paar Minuten hier am Saume des Thiergartens hingehen. Hier ist eine Cigarre, zünden Sie sich die an." Beide Herren setzten ihre Cigarren in Brand und bewegten sich dann den Villen gegenüber auf dem breiten ParkWege vorwärts. Hinter ihnen raschelte und knisterte es im Gehölz. Die Frauengestalt schob sich vorsichtig vorwärts. Sie bückte sich und schmiegte sich an die Stämme und beobachtete mit funkelnden Augen die einsamen Spaziergänger. Ich kann Ihnen Glück wünschen." eröffnete Gerfaut das Gespräch; der reiche und vornehme Kunstmäcen d:n ich für Ihre Oper interessirt habe, ist gewillt, Ihnen für die Aufführung des Werkes hilfreiche Hand zu leihen. Er wird dafür sorgen, daß die Oper aufgeführt wird. Nun, was sagen Sie dazu, Herr Cäsar Mandel?" Der Pianist des Herrn Bruno Dechert vermochte vor Rührung kaum zu sprechen. O, mein Herr," rief er, wie soll ich Ihnen danken, wie den Zufall preisen, der mich mit Ihnen zusammengeführt hat! Und der edle Herr, der sich meiner annebmen will darf ich seinen Namen erfahren?" .Gewiß, eö ist ja kein Geheimniß. Der Herr ist der Baron v. Rheden, eier der hervorragendsten Finanzmäu

ner Berlins. Sie werden ihn heute noch kennen lernen." Heute noch?" fragte Cäsar Mandel erschrocken. ' Der Baron wünscht, daß ich Sie ihm heute Abend um neun Uhr vorstelle." Aber das ist ja unmöglich," stammelte der Musiker, ich muß ja im Re. staurant des Herrn Dechert spielen." Gerfaut zuckte die Achseln.-' So spielen Sie und verzichten Sie darauf, Ihre Oper aufgeführt zu sehen." O nein, ich werde einen Ersatzmann für Herrn Dechert suchen, und wenn er ihn nicht acceptirt, so mag es ein für allemal zwischen ihm und mir aus sein. Dieser Tingeltangel ist mir schon lange ein Greuel!" Erwarten Sie mich also um neun Uhr vor dem Rheden'schen Hause. Jedes Kind zeigt es Ihnen in der Leipziger Straße. Und noch Eines. Sie werden dem Baron offenherzig Ihr ganzes Leben erzählen müssen. Sie können dem Herrn nicht verargen, daß er wissen will, mit wem er zu thun hat. Besonders jene Lebensperiode, welchc Ihnen den Stoff zu Ihrer Oper gelte fert hat, dürfte ihn interessiren. Bcrichten Sie ihm nur ganz offenherzig, wie Sie die Tänzerin Krakowska kennen gelernt und geheirathet haben, und wie dann der Graf kam und Sie gewissermaßen gezwungen waren. Ihre Frau, voner Sie sich jedoch nicht scheiden ließen, dem alten Manne abzutreten sagen wir das richtige Wort , zu verkaufen. Das wird den Baron rühren und er wird begreifen, daß Sie Ihre Oper mit Ihrem Herzblut geschrieben haben. Sie verstehen?" O, ich verstehe! Ihr Rath ist gut, und ich werde ihn befolgen. Doch jetzt gestatten Sie mir, Sie zu verlassen; ich muß mich auf die Suche nach meinem Ersatzmann begeben. Also um. neun. Uhr vor dem Rheden'schen Hause!" Auf Wiedersehen, Herr Mandel!' Ich erwarte, daß Sie pünktlich sind ich werde es auch sein." Ein leises, kurzes Lachen ertönte in Gerfauts Rücken. Der Franzose schrc:t zusammen und war geneigt, den enteilenden Musiker zurückzurufen; doch er that es nicht, da ihm das feig erschienen wäre. Doch beschleunigte er seine Schritte, wobei er sich seinen Gedanken überließ. Ich habe gewonnen," sagte er zu sich selbst, und der weise Hofrath wird morgen eine Ueberraschung erleben Man wird ihn verhaften, und während er hinter eisernen Thüren schmachtet, werde ich " Ein Schuß krachte und unterbrack, die feierliche Stille des Winterabends, ein markdurchdringender Schrei und dann noch einmal der dumpfe Knall eines Schusses. Dann war Alles still; nur der scheue Flügelschlag flüchtender Vögel und der hetzende, jagende Tritt von menschlichen Füßen über das schneebedeckte Moosbett ist zu vernehmen, und auch dieses Geräusch erstirbt bald. Aber an den Fenstern und Thüren der gegenüberliegenden Villen wird es lebendig. Menschen, mit Laternen und Lampen versehen, stürmen zum Parke hinüber. Haben Sie die Schüsse, gehört Zwei, hintereinander?" Gewiß, und dann den. Schrei. o, der war fürchterlich!" Man muß einen Menschen rschossen haben und zweifellos ganz in. der Nähe." Allmächtiger Gott, hier schnell hierher! Hier liegt ein Mensch in sei, nem Blute!" Die Laternen und Lichter flogen auf die bezeichnete Stelle zu,, wie Leuchtkäfer durch eine warme Julinacht. Sie.' beleuchteten ein fchauervolles Bild.. Am Fuße eines Birkenstammes lag,, mit dem Gesicht auf der. gefrorenen Erde, lang ausgestreckt, ein gutgekleideter Mann. , Man hob ihn auf und trug ihn auJ der ihn umgebenden Blutlache heraus unter einen anderen. Baum. Das. Haupt mit dem kalkweißen Gesicht fiel haltlos auf die Brust herab. Man hat ihn ermordet." sagte einer der Zuschauer; lauf doch einer schnell nach einem Schutzmann." Seht doch. der. arme Kerl hat zwei Wunden, eine im Rücken und die. andere auf der Brust. Den haben sie kaltgemacht." Der Mann lebt noch," rief ein älterer Herr, der sich forschend über dea Regungslosen gebeugt hatte, aber e? wird sich verbluten, wenn nicht gleich ein Verband angelegt wird. Ah. da kommt ja ein Schutzmann!" Von mehreren Seiten kam jetzt die Polizei herbei, und nach wenigen Minuten schon war der Bewußtlose in eine Droschke gehoben und befand sich in Begleitung einiger Schutzleute auf dem Wege nach der Charitö, dem großen, im Herzen Berlinä gelegenen Krankenhause. Hier waren vier Aerzte zwei Stunden damit beschäftigt, die Kugeln aus dem zuckenden Körper zu entfernen. Es gelang ihnen jedoch nur, die eine zu finden, die Kugel, welche im Rücken steckte. Das andere Geschoß war von der rechten Seite aus in die Lunge gedrungen, und die Aerzte hätten den fofortigen Tod des Patienten herbeigeführt, wenn sie die Kugel mit Gewalt hätten entfernen wollen. Wir wollen ihn nicht unnutz aualen," meinte der Oberarzt kopfschüttelnd, der Patient wird noch vor dem Morgen an innerer Verblutuna sterben." Man brachte den Unglücklichen auZ dem Operationssaale in sein Bett zurück. Ein Arzt, ein Wärter und ein Criminalcommissär umstanden sein Lager. -. Der Letztere stand bereit, die Aussage des Sterbenden enigegenzunehmen, falls er noch einmal das Bewußtsein erlangen würde. (Fortsetzung folfii)

Für die Küche. Klare Bouillon mit Markklößen. Man rührt 2 Unzen Butter leicht und fügt sodann bei: zwei Eidotter, etwas feingewiegte Petersilie, 7 Unzen in Wasser eingeweichte Semmel, eine Tasse feingewiegtes Rindermark, etwas Salz und den steifen Schnee der Eier. Nun mehlt man die Hände und formt von der Masse nußgroße Klößchen. In klarer Fleischbrühe dürfen sie nur fünf Minuten kochen, bis sie aufsteigen. Auf die Suppe paßt feingeschnittener Schnittlauch. Aufgerollter' Braten. Aus einem schönen Rippenstück eines jungen Ochsen löst man die Rippen, klopft das Fleisch, reibt es mit Pfeffer und Salz ein und rollt es auf. wobei man es mit Bindfaden umschnürt. Man brät das Fleisch in halb Butter, halb gutem Nierenfett unter Zugießen von kochend Wasser mehrere Stunden unter fleißigem Begießen, giebt dann reichlich zerschnittene Champignons an die Sauce, bindet sie mit etwas Mehl und giebt sie zu dem vom Bindfaden befreiten Braten. Reis als Gemüse. Es wird doppelt so viel kaltes Wasser als Reis genommen und letzterer nach bekannter Art vorbereitet, das heißt gewaschen in lauwarmem Wasser und auf ein Sieb gethan zum Abtropfen. Nun kocht man den Reis mit. etwas Salz rasch auf. Ist das Wasser eingekocht, stellt man ihn abseits und zerpflückt frische Butter darauf. In einer Stunde ist er gar und wird mit Parmesankäse servirr. B aurrnknödel., Man macht einen dünnflüssigen Teig; aus Mehl. Milch und etwas. Salz. Nun schneidet man fünf bis sechs Semmeln in kleine Würfel, röstet dieselben in reichlich guter Butter hellgelb und schüttet über diese den Teig. Nochmals wird alles tüchtig geschlagen und eine Stunde beiseite gestellte Nun legt man Knödel nach beliebigen Größen in kochendes Salzwasser ein. Hammel.ragout mit Gnrken., Schöne Stücke Hammelfleisch, von Fett,. Sehnen und Knochen befreit, werden mit gutem Fett aufgesetzt und mit ein bis zwei Löffeln Mehl braun geschmort.. Ist dies geschehen so füllt man mit Wasser oder Fleischbrühe, aus, salzt und läßt es noch zwei Stunden kochen. Nun schneidet man eine schöne, frische Gurke in Stückchen und giebt dieselbe eine halbe Stunde' vor dem Anrichten zu dem Fleisch. Ist alles gar. gekocht, so richtet man das. Ragout in einer tiefen Schüssel anPapri laschnitzel. Man schneidet 2 Pfund schönes Kalbfleisch in dicke Scheiben, klopft, salzt und pfeffert dasselbe mit Paprika. Von letzterem eine Messerspitze voll, ja. nicht mehr. Nun läßt man Butter in der Pfanne braun werden, legt die Scheiden hinein, brät sie braun nimmt sie dann heraus und giebt sie in einen eisernen Topf.. Zu der Tunke die. in der Pfanne zurückgeblieben ist,, rührt man etwas sauern Rahm und etwa gute. Fleischbrühe, sowie einen Eßlösfel. voll gehackter Kapern ohne Essig, und. läßt alleK gut durchkochen. Diese Tunke wird über die Schnitzel gegossen? ' und diese darin fertig geschmort. Marinirte Forellen. Die Forellen werden gewaschen, ausgenom men, mit Salz, bestreut, nach einer Stunde mit reinem Tuch getrocknet in Butter getaucht,, in Mehl umgewendet, mit frischer Butter leicht in der Pfanne gebacken. Erkaltet, irr einem Topfe mit allerhand Gewürz, bestreut, werden: fn: mit feinem Essig und Provencer-Oel Übergossen,, mit passendem Brettchen und Stein beschwert und später beim Anrichten mit Citronenscheiben und. Petersilie garnirt. Pilaff (Egyptischer Reis). Man dampft eine fein gehackte Zwiebel in etWaS Butter, gibt dann ein Quart Bouillon dazn und etwas Tomaten puree; nachdem man dies hat auskochen lassen, gibt man ew halbes Pfund rein verlesenen Reis hinein, deckt ihn zu und läßt ihn ca. 20 Minuten im Bratofen stehen? ist er gar, nimmt man ihn heraus und mengt etwas Salz, frische Butter und eine Hand voll geriebenen Parmesankäse darunter. Beim An richten streut man noch etwas Käse da rauf und gibt etwas spanische Sauce mit ein wenig Madeiragehalt darüber. Auch kann man geröstete Hühner- oder Gänseleberschnitten darunter mengen. o g e l h e u." Diese echt schweizerische Speise ist ebenso einfach zu bereiten wie schmackhaft und in der Salatzeit eine gute Beigabe zu Zeder Art grünem Salat. Altes Weißbrot jeder Art schneidet man in dünne, feine Streifen, röstet diese in guter Butter goldgelb und überschüttet dieselben mit einigen, je nach der Perfonenzahl. durcheinander geschlagenen und gewürzten Eiern. Mit feingeschnitte nem Schnittlauch bestreut beim Anrichten, sieht hübsch aus und schmeckt kräftig. Fillet auf russische Art. Man nehme 1 Pfund Rinderfilet, oder Schweinsfilet Tenderloin). schneide eZ in kleine Stücke, lege es in eine Pfanne mit zerlassener frischer Butter und lasse es kurze Zeit braten. Eine halbe feingehackte Zwiebel lasse man in eine Tasse saurem Rahm, etwas Worcesiershire - Sauce. Cayenne - Pfeffer und Salz aufkochen, gieße diese Sauce über die Filetstück? und richte sie an. Viele Leute besitzen nur eine Bratpfanne, und für solche dürfte der folgende Wink nützlich sein.' Um den Geruch nach Zwiebeln, Fischen oder sonst einem unerwünschten Stoffe zu beseitigen, hilte man das betref sende Gefäß uz .:kehrt kurze Zeit über den Rauch de Feuer S ax d dann mit heißem Waffer c..