Indiana Tribüne, Volume 21, Number 326, Indianapolis, Marion County, 14 August 1898 — Page 7

Wir waren Worcn ! . ' - s Pf. von Kapff'Essenther. Endlich, nach einem dreijährigen Prozeß war. die Scheidung ausgeshrochen worden. Werner faß in seiner eleganten Garccnwohnung, allein, verstimmt, nicht ganz wohl. Der Regen klatschte an die Fenster und schien vom Ausgeben abzumahnen. Man hatte ihm :in kaltes Abendbrod zurechtgestellt, aber an dieser Schüssel mit. feinem Aufschnitt reizte ihn nichts. Nur ein winziges Gläschen feinen Cognacs hatte er aus seinem Flaschenschrank genommen. Auf seinem Schreibpult lag das Material zu neuer Arbeit., einer Arbeit, die er stets mit Lust und Liebe betrieben. Er zeichnete FujimnHi" für in erstes Theater-Atelier, streng nach historischen Studien. Aber seit einiger Zeit war er nervös geworden und litt an grundlosen Verstimmun gen, an sogenannten Depressionen". Ganz spät, mit der letzten Post, hatte ihm der Briefträger noch ein ganzes Aktenbündel gebracht, Scheidungsdekret. Werner hatte an den letzten Termin, bei dem ihn sein Anwalt vertrat, eigentlich gar nicht gedacht. Es hatten so viele .Termine" stattgefunden und jeder von ihnen war aus formellen Gründen mindestens einmal verschoben worden. Denn es war so gar kein faßbarer Grund zu dieser Scheidung vorhanden und die mühselig construirten Gründe erwiesen sich nicht stichhaltig vor den starren ParaGraphen des Gesetzes. Und wie leicht, wie kinderleicht, wie., schreiend einfach erschien die "Sache im Anfang. Keine , Kinde? keine gegenseitigen Vermögensansprüche! Und doch! Das Gesetz will seine Gründe haben! Wo wa?en sie? Werner kannte sie selbst nicht mehr. Man hatte die Scheidung gewünscht und die Gründe" waren von den beiderseitigen Anwälten herbeigeschafft worden. Werner durchblätterte wieder und wieder das Aktenconvolut. .Also er war frei geschieden. Äurch Er kenntniß des Reichsgerichts er war sHie Frau los! Es hatte ein paar tausend Mark gekostet unS wie viel Aufregung. Sorge, Nervenpein'! Nun aber am Ziele! . Werner "faß auf seinem Sopha und dachte nach! In dem großen Consolspiegel drüben sah er sein Bild: ein zusammengebrochener Mann mit grauen Haaren. Aber diese grauen Haare hatte er erst in den letzten drei Jahren bekommen. Und die Frau, die nun nicht mehr die seine war, im gleichen Alter wie er, befand sich m einem Sanatorium. Auch sie sollte früh gealtert sein. .Warum eigentlich hatten sie sich durchaus scheiden wollen? Beide waren sie doch vernünftig und ,, weltkundig. Wie kam es nur? Und er reconstruirte sich die Geschichte. Sie waren Jugendfreunde und hatten spät ohne Leidenschaft, aus ehrlicher Sympathie geheirathet. Vorher war es aus materiellen Gründen nicht recht angegangen. Im Gründe waren sie ungeheuer verschieden. Er ein heiterer, sorgloser Alltagsmensch,' sie eine in sich gekehrte, dichterisch veranlagte Ausnahmenatur. Trotzdem liebten sie sich herzlich und waren zwei Jahre lang sehr glücklich. Sie, die als Braut schon Verblühende, trieb einen wahren Kultus mit dem Gatten, was er sich gerne gefallen ließ. Ihre innere Verschiedenheit wurde stets heiter und scherzhaft aufgefaßt und gab nur Anlaß, sich täglich neu zu finden. Jedoch eines Tsges klaffte der innere Zwiespalt! Bitterer Ernst wurde es fast im Handumdrehen! Hilda, seine Frau, hatte ein Bändchen Gedichte herausgegeben ohne so eigentlich nach seiner Zustimmung zu fragen. DaS verdroß ihn. Er war ein wenig Philister und mochte nicht, daß seine Frau eine gedrucktes Dichleitn sei. Es waren einige schone Verse in der Sammlung; trotzdem-lauteten manche Kritiken spottisch. Und das verdroß ihn noch mehr. Hilda fühlte sich sehr enttäuscht, daß er nicht mit ihr ging. Und er hatte auch gar keinen Grund zur Klage. Denn sie betraute ihn trotz der gedruckten Gedichte mit gleicher Liebe und Sorgfalt. Den Personalkultus, den sie stets an ihm getrieben, übte sie noch heute; nur war er etwas äußerlicher, mechanischer geworden. Er wurde dabei nervös, undankbar, unduldsam. Sie sollte ihre Dichterei lassen. Und auf einmal schien ihm, dem Temperamentsmenschen, als ob er diese Frau hasse, die so ganz anders war als er wünschte. Und gerade damals war er mit einer hübschen, originellen . Operetten-Sou-breite in Berührung gekommen, für welche er Kostüme zeichnete. Sie spielte nur die abgedroschene schöne Helena", aber sie wollte etwas Eigenartiges in ihren Kostümen haben. . Sie besaß eine prachtvolle Figur! Das alte junge Blut erwachte in ihm und er verliebte sich! Damals' war er noch'ein sehr stattlicher Mann, . gerade, vierzig geworden' auch fein Stift genoß guten Rufes. Die schöne Helena" erwiderte seine Neigung.' Durch' einen Zufall, einen von Helene so hieß sie wirklich albern adressirtcn Brief erfuhr Hilda. nicht nur alles, sondern mehr als wahr und wirklich war. Sie war es, die nun auf Scheidung drang! Unerbitterlich! . Er - willigte ohne weitere Ueberleguttg ein. Noch 'war er ein liebens und begehrenswerther Mann. Weshalb sein Leben an diese verwelkte Dichterin knüpfen? Nur ganz unbestimmt stieg es in, ihm auf, wie unendl- viel Vüte und Liebe sie ihm erwiesen.. Gleichviel: Yivorcons! Die Scheidung schkn ihnen die ein.

fachsie Sache von der Welt. Er wünschte die schöne Helena" zu heirathen; sie Hilda.dacht: ihrer Poesie zu leben! Ihre Intoleranz steigerte seinen Groll. Sie. sie hatte die Scheidung verlangt, während er noch kaum daran gedacht hatte, die Operetten-Diva crnst zu nehmen! - Sie beide, Werner und Hilda, zürnten einander heftig. Die herkömmlichen Sühnetermine verliefen resultatlos.' Er grollte ihr wegen ihrer intoleranten Eifersucht, sie ihm, daß er ein oberflächliches, frivoles Theatermädchen ihr. der liebenden, unendlich hingebenden, hochgebildeten Frau' vorgezogen! Nur daß der Scheidungsprozeß, wie gesagt, drei Jahre dauerte! Zuerst verlor die schöne Helena" die Geduld und heirathete einen Andern, einen Gesangskomiker undCoupletsänger. Werner wurde von einem schweren Rheumatismus befallen und bekam auf einmal graues Haar. Hilda hatte weiter keine Gedichte veröffentlicht. Sie hielt sich meist in klimatischen Kurorten und zuletzt in weltentlegenen Sanatorien auf. Sie war eine gebrochene Frau, denn sie hatte ihn geliebt. Und er? Ihm stand ein einsames Alter bevor. In diesen drei Jahren war er gealtert und vermißte jetzt die überzärtliche Pflege seiner Frau, die ihm. dem kräftigen Manne, manchmal lästig geworden war. Und nun vor diesem Aktenbündel frug sich Werner : Warum,, wa-' rum?" Warum. haben wir nicht lieber Duldung gegeneinander geübt? Warum habe ich sie nicht unangefochten dichten lajsen? Warum, ihre harmlosen Absonderlichkeiten verspottet? Sie war ,eine gutebrave, zärtliche Frau! Warum aber auch war sie so närrisch ei fersüchtig auf das dumme Theatermädel. aus dem ich mir gar nicht viel gemacht habe! Es war meine letzte Jugendthorheit und ich bin froh, daß ich mich nicht binden mußte! Ein wahres Glück, daß diese Scheidung so lange dauerte, sonst hätte ich diese kleine Theaterprinzessin geheirathet." Es fiel wie Schuppen von seinen Augen ! Wie sinnlos, wie selbstmörderisch war diese Scheidung! Warum auch hatte er ; sie in stumpfem Trotz' so weitergetrieben? Warum hatte er die Sache nicht längst aufgegeben? Sich mit seiner Frau versöhnt? Warum rennt man so blindlings weiter auf unrechten Wegen, blos aus falscher Scham!'? '. Seit dem letzten ' Sühnetermine" hatte er seine Frau nicht wiedergesehen! Damals saßen sie nebeneinander auf zwei Stühlen, vor dem Pult des Richters, der ihnen die üblichen ErMahnungen hielt. Ohne einander anzublicken sagte sie trotzig: Nein." Unö der emsig kritzelnde Schreiber nahm das zu Protokoll. Werner entsann sich, wie ihm damals das Herz pochte, als er Nein" sagte. Wie aber mochte erst die arme Frau gebebt haben, sie, die ihn liebte! Er rannte jetzt in der Stube auf und ab und schlug die Hände vors Gesicht. Das einzige Wesen, das ihn wahrhaft geliebt und er hatte sie verscherzt und verloren! O schon lange hatte diese Erkenntniß dumpf in ihm gewühlt. Aber er schämte, schämte sich. Warum auch war sie ihm nie einen Schritt , entgegengekommen? Wie eigensinnige Kinder waren' sie gewesen,- die sich, gezankt haben und von denen dann keines das erste gute Wort geben will! - Ein schreckliches Wort von Maupassant fiel ihm ein: rersonne ne comprend personne". Keiner versteht den Andern! , Werner schlug mit der Faust, auf das Scheidungsdekret.. Unwiderruflich geschieden, denn das Reichsgericht hatte gesprochen. Und Beide hatten sie es nicht anvers gewollt. , Aber über dieses Altenbündel hinaus konnten sie sich doch verständigen als Menschen. Er ging an sein Pult und nahm ein leeres weißes Blatt heraus Darauf schrieb er nichts als die Worte Wir waren Beide Thoren!" Dann sein Name. Trotz des strömenden Regens trug er das schmächtige Briefchen selbst nach dem Briefkasten. Nun ward ihm etwas leichter ums Herz. Er hatte die Wahrheit bekannt.- Jetzt wartete er auf ihre Antwort. Vielleicht Verse! Ach wie gerne wollte er ihre Verse lesen! Aber sie kamen nicht nichts kein Lebenszeichen! Grollte sie ihm.noch immer? Oder war ihr Geist umnachtet? , Eine quälende Unruhe erfaßte ihn. Es schien ihm, als hätte .er . sie nie-fo heiß geliebt! v Er fetzte sich endlich in den nächsten Zug und fuhr nach Thüringen, wo das Sanatorium weltversteckt zwischen imm'ergrünen Bäumen lag. - - Seine Frau war am vorhergehenden Tage begraben worden Sie hatte zuviel von irgend einem Schlafmittel genommen, wie es hi ß. auö Unvorsichtigkeit. Wie betäubt betrat er,' das Zimmer, wo die Fenster weit offen standen, das Bett abgeräumt war. Auf dem kahlen, verstaubten Tisch lag sein Briefchen uneröffnet. Daneben ein Haufen Papierfetzen er erkannte sofort das Scheidungsdekret. .Sie hatte, es, zugleich mit ihm, erhalten und gewiß mit bebenden Fingern zerrissen. Dann war sie schlafen gegangen. Ach. sie waren Beide Thoren! Aber zu spät hatten sie ihre Thorheit erkannt!' '

SchöneEmpfehlung. Student (zum Wirth): Ich bin heute 'das erste Mal bei Ihnen. Sie'habcn es hier recht schön; ich werde Ihr Re- - staurant meinen Collegen empfehlen, wenn Sie pumpen." '

. : ?er Zttih. Griechen und Römer hatten es sich sehr bequem gemacht; sie legten den Blitz in die Faust des. Zeus oder Ji'.pitcr. und wer vom Blitz getroffen wurde, den erklärten sie für ein Racheopfer des obersten Gottes. Die Germanen hatten sich auch eine besondere Gottheit zurechtgelegt. Wir Modernen dagegen, die einen Zipfel des Schleiers gelüftet haben, der die Naturgewalten verhüllt, wir wissen es besser. Allerdings dürfen wir uns auf eine eingehen'dePrüfung nicht einlassen, denn gar manches im Wesen der Gewitterbildung und der atmosphärischen Elektricität, deren Entladung der Blitz darstellt ist noch dunkel. Doch sind die Untersuchungen der Naturforscher von Erfolg gekrönt, und die sorgfältigen Beobachtungen von Gewitter- und Blitzerscheinungen haben bereits vieles Unerklärlichscheinende erklärt. So ist nachgewiesen worden, daß sich in den letzten vierzig Jahren die Blitzgefahr erhöht hat, und daß diese Gefahr in ,Norddeutschland erheblich größer ist als im gebirgigen Süden. Photographien des Blitzes und Untersuchungen mit dem Spektrum haben unsere Kenntnisse über das Wesen des Blitzes erheblich erweitert. So weiß man ferner, daß die Dauer eines Blitzes weniger als den tausendsten Theil einer Sekunde beträgt, und daß die Erscheinuncf. die wir als Blitz bezeichnen, aus einer langen Reihe aufeinander folgender elektrischer Entladungen, sozusagen aus taufenden von Blitzen besteht. Was aber Kugelblitze sind, ist den Naturforschertt noch ein Räthsel. Es sind hie und da Feuerkugeln beobachtet worden, die sich geräuschlos über der Erde bewegten und dann wieder verschwanden, oder unter heftigemGeknatter .platzten. Solch ein Kugelblitz erschien plötzlich als ungebetener Gast einmal auf dczFensterbrett eines Zimmers. in 'dem sich mehrere Personen befanden. Er kam hinein, spazierte unsicher auf dem Fußboden hin und her, bis er endlich unter Entwickelung eines starken Schwefelgeruchs platzte und die Dielen ansengte. Auch frei in der Luft schwebend wurden Kugelblitze beobachtet, wo sie sich ebenfalls unter einem fürchterlichen Knall in ein Strahlenbüschel auflösten. Wie nicht alle Kugeln treffen, so schlagen auch nicht alle Blitze ein, doch .ist die Blitzgefahr immerhin sehr groß, und zwar aus dem Lande mehr als in der Stadt, wo der Blitz viele Ableitungen findet. Die meisten Nachrichten von Blitzschlägen und Verlust an Menschenleben durch den Blitz kommen daher auch vom Lande. Besonders oft hört man, daß Landbewohner, die im freien Felde vom Gewitter überrascht wurden, sich unter einen Baum geslüchtet hatten und da vom Blitz getroffen worden waren. In der That ist die Blitzgefähr unter einzeln siehenden Bäumen sehr groß, während sie im Walde ziemlich gering scheint. Aber auch nicht alle Bäume besitzen 'eine gleiche Anziehungskraft für den- Blitz. Als besonders der Blitzgefahr ausgesetzt gelten die Eichen, noch schlimmer steht es um diePappeln; als am widerstandsfähigsten gelten die Buchen. Nach Professor Scchuel - Lösche, der eine Anzahl vom Blitz getroffener Bäume im Saalethal untersucht hat, sollen diejenigen Bäume den Blitz anziehen, deren Wurzeln in sehr feuchtem Boden stehen. Dagegen kam Dr. Heß zu dem Ergebniß, daß gewisse Essenzen vorHanden sein müssen, welche die eine Gattung von Bäumen widerstandsfähig macht, während das Nichtvorhandensein dieser Essenzen die Blitzgefahr Erhöht, und Professor Hellmann wies an einer großen Reihe von Beispielen nach, daß derBlitz sehr häufig die Eiche aufsucht, die Buche aber meidet. Da schlug vor einigen Jahren ein rumänischer Gelehrter, Dimitri Jonesco, einen sehr praktischen Weg zur Prüfung des Widerstandes einzelner Holzarten gegen die Elektricität ein. Er brachte verschiedene Hölzer von gleicher Länge, Breite und Dicke, deren Bäume in derselben Jahreszeit, ja in demselben Monat gefällt worden waren, zwischen die Pole eines elektrischen Apparates und- stellte die Menge der elektrischen Kraft fest, die nothwendig war, damit das Holz den Strom durchlasse. Da fand er, daß Eichenholz bloß 12 Einheiten,- die Rothbuche 17, die Weißbuche dagegen 45, die Nadelholzer 50 und die. Linde, gar 55 Einheiten erforderte.. Das heißt also, daß das Eichenholz einen geringen Widerstand entgegensetzte, während sich das Lindenholz als am wenigsten leitungsfähig erwies. Die Rothbuche ist immer noch blitzgefährlich, dagegen die gemeine Weißbuche nicht. ' Auch die Nadelhölzer ziehen den Blitz nicht ' an, allerdings nur im Vergleich zur Eiche und Pappel. Nun untersuchte Jonesco die 'Hölzer mittelst des Mikroskops und fand, daß ihr Bestand an öligen oder fettigen Stoffen sich beinahe so verhielt, wie ihr Widerstand gegen die Elektricität, woraus Jonesco schloß, daß der Fettgehalt der Holzarten die Blitzgefahr bestimmt, was übrigens mit den Un tersuchungen Professor Hellmann übereinstimmt. Am gefährlichsten ist demnach die Pappel, 5a ihr fettarmes Holz einen quten elektrischen Leiter abgiot. Sie wirkt beinahe wie ein Blitzableiter. Daher wurde sie früher und wird wohl auch jetzt noch, allerdings vielleicht ohne Kennwiß' des Grundes,- vor Herrenhausern auf dem Lande gepflanzt. Indessen darf sie nicht zu nabe dem Hause liebenda der BZik sonst zu leicht auf daS D.c.ch überspringt. ' Daher aucy die Pappelalleen und die Einsäumung der .Lattdstraße mit Pappeln, welche die Fuhrwerke vor dem Blitz schützen. ' ' Am besten ist es freilich, sich wähnd eirtfs Gewitters zu Hause aufzuhalten Was aber die Bäume betrifft, so weiche man auch der Weißbuche und der Linde mit Mißtrauen auö, besser ist .besser. Und in der Stadt fcalte man

Zlch nicht zu nahe an der Häuserreihe wenn man durchaus naß werden will, und es nicht' vorzieht, irgendwo ein trockenes Plätzchen aufzusuchen. Der Blitz ist ein bitterböser, Geselle; manchmal entwickelt er aber in seinen Launen, die an's Fabelhafte grenzen, einen grimmigen Humor. ' Daß er seinen Opfern die 'Kleider wegstibitz't. ist allgemein bekannt. Auf der Landstraße in der Nähe eines Städtchens in Südfrankreich, verfolgten drei mit Reenschirmen versehene Fußgänger während eines heftigen Gewitters ihren. Weg. als sie von einem Reiter eingeholt wurden. Da fuhr ein Blitz hernieder und warf Roß und Reiter in den Straßengraben. Das Pferd war todt; der Reiter erholte sich, aber Schuhe und Strümpfe waren verschwunden. Der Blitz hatte sie mitgenommen. Auch dp drei Regenschirme der Fußgänger waren in einer Feuergarbe fortgerissen worden. Einen fand man, die anderen beiden jedoch mochte der Sturm weggeweht haben, oder sie sind verbrannt. In Tyrol waren zwei Touristen auf einer Bergtour in einer Höhe von 1600 Meter durch ein Gewitter überrascht worden. Sie flüchteten sich unter einen überragenden Felsen und lehnten ihre Bergstöcke an die Wand. Bald bemerkten sie, daß ihre Stöcke ein bläuliches Licht ausströmten, und daß auch die Luft einen phosphoreszirenden Glanz hatte. ' Der: Regen hörte auf; aus den Stöcken kamen Strahlenbündel hervor, und in der Umgebung . des Felsens leuchteten blaue Flämmchen wie Irrlichter auf.- Mit einem'Male brach das Gewitter von Neuem los. die Lichterscheinungen verschwanden, ein Blitz fuhr hernieder und zermalmte den einen Bergstock zu Staub, worauf er den beiden Touristen die Mäntel und Röcke auszog und entführte. Die Männer waren bei Bewußtsein geblieben; sie hatten einen Stoß verspürt, der sie in die Kniee zwang; das war aber auch alles. Nach dem Gewitier suchten sie beim Mondschein ihre Mäntel und Röcke vergebens. Wer weiß, in welcher Schlucht sie lagen. Der bekannte französische Naturforscher Camille Flammanon hat eine sehr lange Reihe beglaubigter Fälle gesammelt, wo der Blitz wunderliche und wunderbare Dinge vollbrachte. Hier einige davon: eines Abends stand eine Schauspielerin in Männerkleidern auf der Bühne eines Sommertheaters. Da zog ein Gewitter herauf, und ehe es noch zu regnen begonnen hatte, fuhr ein Blitz hernieder und entkleidete die Dame vollständig, so daß sie bewußtlos in einem Laken weggetragen werden mußte. Ein Arzt, Dr. Gaultier de Claubry erhielt eines TageS einen leichten Blitzschlag, der ihm den Bart mit den Wurzeln wegrasirte. Der Bart wuchs nie wieder. Das war aber auch der einzige Schaden, den der Arzt erlitten hatte. Am meisten soll sein Barbier darüber außer sich gewesen sein. Einem Feldarbeiter zog der Blitz den Rock aus und drückte ihm die Mütze bis über die Ohren.Wir müssen betonen, daß wir keine Märchen erzählen, sondern beglaubigte Thatsachen berichten, so unglaublich sie auch klingen mögen. In einem Falle brannte der Blitz seinem Opfer die Kleider vom Leibe, während die Haut vollkommen unverletzt blieb.- Bei einer anderen Gelegenheit verbrannte ein Blitz seinem Opfer die rechte Seite vom Arm bis zum Fuß.hinab, ohne daß das Hemd auch nur angesengt war. In den Vogesen hatte sich 1873 ein Holzhauer unter einer Fichte gelagert und verzehrte sein Mittagbrot. Durch das heraufziehende Gewitter ließ er sich in seiner Mahlzeit nicht stören. Das schien ihm indessen der Blitz übel zu nehmen, denn er schlug ihm das Messer aus der Hand, und mit dem Hute, den er dem Manne vom Kopfe riß. bedeckte er das Brot. Im Elsaß waren 1875 zwei Dachdecker bei ihrer Ärbeit durch ein Gewitter überrascht worden. Sie flüchteten sich, 'doch ehe der eine von ihnen das Dach verlassen hatte, fuhr ein Blitz hernieder und zündete ihm die Kleider an. Dem Arbeiter gelang es, rasch die Flamme zu ersticken, doch bemerkte er zu seinemSchrecken. daß seine Beinkleider von oben bis unten aufgetrennt waren. Noch ein Fall, der seltsam genug klingt. Im Sommer 1865 kehrte Dr. Derendinger aus VZien mit der Bahn nach seiner in einem Vororte gelegenen Wohnung zurück. Als er den Perron verlassen wollte und nach seinemPortemonnaie suchte, um die Fahrkarte abzugeben, bemerkte er, daß es ihm gestöhlen worden war. Das Portemon naie hatte Schildkrötschalen, und trug auf der einen Seite sein Monogramm, zwei verschlungene, stählerne D. Nun wollte es der Zufall, daß Dr. Derendinger einige Tage, später zu einem Patienten . gerufen wurde, der vom Blitze getroffen worden war. . Als der. Kranke tntkleidet worden, bemerkte der Arzt auf dem einen Schenkel zwei eingebrannte, verschlungene D,- und in der Tasche des Beinkleides fand sich das Portemonnaie. So hatte der Blitz den .Taschendieb , gebrandmarkt. . Daß der Blitz seinen Opfern zuweilen Bilder und Zeichnungen von Blättern. Bäumen, die sich in der Näbe befanden, aus die Haut einbrennt, ist be iannt. , Und die Erklärung für diese sonderbaren, beglaubigten Erscheinun-' gen? .Die Naturforscher haben in der Erkenntniß der spharischen Elekiricität Fortschritte gemacht, allein allzuweit sind wir in dieser Erkenntniß noch nicht vorgedrungen. Unsere Enkel wollen doch auch etwas zu entdecken haben. " Der Sohn des. Juristen. Aber, Papa. Du läßt es stillschweigend geschehen, daß mich Mama haut und Du willst ein tüchtiger Vertheidiger sein?!" --Ein gutes Herz. Bettler! (weist das Essen der Hausfrau, nachdem er davon. gekostet, zurück):'. Jd dedaure Ihren Mann l"

gas Ienstcrln. Humoreske von Wilhelm Herbert. Ich war ermüdet aus den Bergen heruntergekommen, wo mich eine in-: teressantc geologische Studie im Gestein herumgetrieben hatte. Im Hinterstübchen des kleinen Dorfwirthshauses' hoffte ich, wie schon des Oefteren, eine Nachtherberge zu finden'. - Aber der alte Ahndl" der Großvater hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht; er war plötzlich krank geworden und hielt nun das Hinterstübchen besetzt, während er sonst bei dem Gesinde schlief. Die gute Wirthin war rathlos. Schließlich jedoch wußte Resl, ihre bildhübsche Tochter, einen Ausweg. Weißt', Mutter! sagte sie. ich sch.af' bei Dir, dann kann der Herr Doktor in meinem Kammer! übernachten!" . : Der Vorschlag wurde mit Dank angenommen und bald hatte jckj mir's im ersten Stock in dn behaglichen Raume bequem gemacht Das kleine Fenster war mit Blumen 'umstellt, die Obst, baumzweige klopften im leisen Nachtwind an die Scheiben und nichts unterbrach die lautlose Stille als das ferne, bis hierher nicht mehr störend wirkende Gebell eines Hundes. Ich schlief mit wohligem Empfinden ein. Auf einmal erwachte ich über einem unbestimmten Geräusche. Es war, als hätte man eine Leiter am Hause angelegt. Richtig da kletterte auch schon Jemand die Sprossen herauf. Ein kalter Schrecken überrieselte mich. Ich hatte noch zu wenig Umgang mit Einbrechern gehabt, um die Aussicht auf den Besuch eines solchen angenehm zu finden. ' Auch fehlte es mir an jeder Waffe. Mein goldener Chronometer auf dem Nachttischchen war mir für ein Wurfgeschoß ins Ungewisse doch zu werthvoll, auch in seiner Wirkung durchaus nicht verlässig; denn er traf nicht einmal die Stunden richtig, geschweige denn fremde Köpfe. Und ein respektabler Kopf erschien jetzt außen an der Scheibe. Ich dachte an Flucht; aber die Gewißhcit, daß ich mir über die steile Treppe hinunter das Genick brechen oder in den gähnenden Keller abstürzen würde, hielt mich fest. Ich beobachtete mit Herzklopfen und Spannung, was der Kopf außen anfing.. Zunächst drückte er sich offenbar die Nase an der Scheibe platt und spähte herein. Natürlich! Ob ich schliefe und was ich zu stehlen hätte. Dann auf einmal rief er leise: Resl!" Hollah! Was war das? Resl! Res!!" Mir ging ein Licht auf. Eine Lawine von Centnersteinen rollte von der Brust. ' Es war ja gar kein Einbrecher' ein Don Juan, ein Verliebter war es, der nächtlich die schöne WirtHstochter an's Fenster rufen und ein Stündchen mit ihr plauschen wollte.. Fensterln" nannte man das nach Landessitte. föcsl- rief er ungeduldig wieder, geh, mach auf ich bin's, der Toni!Ich war einen Augenblick' unschlüssig, ob ich auf diese förmliche . Vorstellung hin meine Visitenkarte ihm zum Fenster hinausreichen und dadurch seinen Irrthum aufklären sollte oder ob ich mich besser ruhig verhielte. Die Hoffnung, daß die kühle Nachtluft draußen den Burschen allmälig verscheuchen würde, ließ mich das letztere wählen. . Aber ich hatte mich in der Beharrlichkeit und Eigenwärme eines verliebten Jünglings der Bertze gewaltig verrechnete Er begann mich mit einer Reihe sanfter Vorwürfe zu überschütten und gab mir dazwischen eine Fluth von Kosenamen. Nun. ich hatte ja sckjcrn Einiges in der Welt und diese und jene Anerkennung geerntet; aber ich muß doch sagen, es erfüllte mich mit einer nie gekannten Genugthuung, mich da nun auf einmal Zuckergoschul" .Herzkäferl" Almenröseil" genannt zu hören, und es reute mich wirklich, daß ich mich seit vier Tagen nicht mehr hatte rasiren lassen und daher eher einem Igel als solchem süßen Wesen glich. Daß mir der Bursche vorwarf, ich hätte doch neulich das große Lebkuchenherz von ihm angenomm n, zweiSchoppen.Wein mit ihm getrunken und drei Ländler mit ihm getanzt, machte mich allerdings einigermaßen über meine Gedächknißschwäche erstaunt, da ich von alledem nichts mehr, wußte. Dann aber Plötzlich geschah etwas Ungeahntes. " ', " Unten wurde eine zweite Stimme laut. Von Sanftmuth konute,beZ ihr keine Rede sein; ein wildes, aufgebrachtes Sckimvfen wetterte dem Süßholzraspler herauf und Ich' sah. wie er zv schreckt nach unten schaute. Ui", schoß es mir durch den Kopf, der Nebenbuhler!---Plötzlich verschwand der außen' vor dem Fenster. Der Andere mußte ihn bei den Beinen gefaßt und'heruntergezerrt heben. i Das ganze darauf, folgende Versahren hatte, für den an die übliche AbWickelung eines Ehrenhandels Gewoh.iten etwas Rasches. Kartellträger und Versohnungsver-, suche schienen hier nicht erst der Brauch zu sein. Auch trug das Duell, dessen Zeuge ich nun vom Fenster aus wurde, ' einen ausgesprochenen einseitigen Charakter. ; Der Ankömmling nämlich ein Riesenkerl hielt den. Anderen zwischen den Beinen fest und' zahlte ihm rnit eine kräftigen Oetiißj&stccf acetv

dicht seine Argumente auf; der Andere suchte vergeblich buch Strampeln und Luftsprünge mit' den Beinen der Execution zu entgehen. Nach eimger Zeit schien die Ehre des Gewaltigen .gesühnt. . Er ließ . ab sie schüttelten sich zwar nicht die Hand aber er gab dem Anderen noch einen Abschiedspuff, daß dieser über 'drei Gartenbeete an den Zaun flog; dann kletterte der Gemaßregelte mit großer Behendigkeit über den Zaun und entfloh. Eine gewisse Befriedigung erfüllte mich, weil ich nun der ungewohnten und schlafraubendenHuldigungen überhoben war. Aber nun kam das Entsetzlichste. Plötzlich, als ich mich froh meiner eigenen heilen Glieder schon wieder behaglich in den Kissen dehnte, erschien abermals ein Kopf am Fenster. . Mich überlief es heiß und kalt. Der Entsetzliche der Wütherich! Jetzt kam er zum Fensterln-. - Seiner ganzen Charakterlage entsprechend war sein Ton gleich von Anfang ein ganz anderer. - Resl-, brummte, er und. hämmerte mit seinen Stahlfingern an's Fenster. .Aufmachen !- Was sollte-ich thun? An's Fenster eilen Alles erklären; aber der Schreckliche würde mich j:denfalls bnm dritten Worte zermalmt oder mit seinem Prügel zerstampft haben. - So blieb ich. Ha- rief er jetzt, willst mir bald a Antwort geben? Meinst, Du kannst mich da heraus warten lassen, so lang Du willst? Mein Schatz mußt' werden und wann ich noch Zehne durchprügeln müßt!Jch fühlte mich als voraussichtlicher Erster in dieser Reihe außerordentlich angenehm berührt und zog mich in den äußersten Winkel zurück. Dann begann er wieder: Jetzt paß auf: Ich zähl' Eins Zwei Drei! Mann Du bei drei net am Fenster bist, schieß' ich in Dein Kammerl!" Da riß mich der Schreck empor. Zuzutrauen war dem Kerl Alles. Als heimlicher Bergschütze war er jedenfalls auch weit über die Sonntagsjägerqualität erhaben und ich fand es durchaus entbehrlich, von einem Sohn der Alpen aus Liebe todt oder lahm geschossen zu werden. Eins- zählte der draußen. . Die Gedanken jagte sich in meinem Hirn.'. Blitzschnell . war ein Entschluß gefaßt. Fahr wohl, Geologie ich wurde Resl die nächsten Minuten waren- dann wenigstens gerettet. .Zwei- ' Ich' hüllte mich in meine Bettdecke, schlüpfte aus den Kissen, schlang im Fluge ein Kopftuch, das auf der Kommode lag. über meinen kahlen Scheitel und huschte an's Fenster, wo ich mich auf einem Stuhle zusammenkauerte. . Aha!-murmelte der Wilde, der Luchsaugen zu haben schien, befriedigt und steckte etwas in die Tasche. Mach auf!" Jch folgte zitternd. So!- fuhr er fort. Und jetzt schwör mir, daß Du mich hcirathen willst und niemand Anderen " Ich schwör'!" murmelte ich in der Fistel. - , . So!- sagte er wieder. Und jetzt gib mir a Bußl!-. Das war mir denn doch zu viel. In jäher Wuth packte ich ihn an den Schultern ein heftiger Ruck und er purzelte sammt der Leiter rückwärts durch die Obstbäume. Sakra-, schrie er unter, iatzt bin ich in d' Heugabel einig'essen! Unser' Lieb is aus, Dirndl !" Welch' fürchterliche Träume mich den Rest der Nacht quälten, kann man sich denken. Bald erwürgte mich der Entsetzliche, bald schleppte er mich zum Standesamt, bald wurde ich als sein Mörder verhaftet. Am anderen Morgen empfahl ich mich zeitig mit bestem Dank für das 'vorzugliche Nachtquartier und einem bösen Blick nach dem Großvater. Die guten Leute hatten natürlich bei ihrem märchenhaften Schlafe nichts gehört und ich verschwieg, was ich als PseudoResl" durchgemacht hatte. Als ich über die Felder schritt, sah ich zur 'Linken und Rechten je Einen hinkend der Arbeit nachgehen. Ich dachte an das Duell und an die Zinken der Heugabel. . Im Uebrigen schienen sich Beide wohl zu befinden.

An ZZord. Won Graf Bcrnstorss. Jn fünf Minuten wird die Schleuso geöffnet! Es ist klar zum Loswerfen!" Danke sehr. Lassen Sie aufpfei-fen!- - . Der erste Officier verläßt die Kajüte und steigt auf die Commandodrücke. Alle Mann auf, klar zum Manö-ver!- ; Gellend tönen diePfeifcn der Bootsmannsmaate, und durch alle . Räume des Schiffes hallt es wider: Klar zum Manöver!" Die Mannschaft stürzt an Deck und begiebt sich auf die Manöverstationen. Lautlos sieht alles und erwartet das nächste Commando. An Land aber, auf dem Quai und den Molen herrscht ein reges Leben. Hunderte von Menschen sind hinausgeftrömt, um dem Schiff, welches auf zwei Jahre ins Ausland zum Kreüzerdienst hinausgeht,' eine glückliche Reise zu wünschen und einen letzten Gruß zuzuwinken. . . Am äußersten Ende der Schleuse steht die Musik der Matrosen - Division. .Davor der Kapellmeister, den Taktstock in der Hand. Wie manchem Schiff hat er. schon hier, zum Abschied spielen lassen; wie nianches mit heiteren Klängen bei . der Rückkehr begrüßt. Vor dem gewaltigen Druck derFluth csfnen s:ch die Saleusentbore. (Dur.

gelnd vermischt sich das yellgrune Nordseewasser mit dem braunen GeWässer in der Kammerschleuse. . Leinen los überall!" klingt es von Bord. Geschäftige Hände der zur Aushülfe befehligten Mannschaften werfen an Land die haltenden Taue los von den Pollern. Hol ein!- und im Trab laufen an Bord die Leute längs Deck und holen die Leinen ein. Klar überall!Maschine langsam voraus!" b:fichlt der Commandant. Der Telegraph klingelt, und dumpf schlagend, setzt sich die Schraube in Bewegung. Langsam gleitet das Schiff aus der Schleuse. Der Kapellmeister hebt den Taltstoök und die Klänge des Preußenmarsches ertönen. Dann ein Wink, die Musik macht linksum und marschirt auf die Mole hinaus. Ihr nach und voraus strömt die Menge, Hüte und Tücher werden geschwenkt, einzelne HurrahS erschallen. .Die Schraube ist frei!- ruft der Officier von der Campanje. als das Heck des Schiffes 'auf der Schleuse ist. Halbe Fahrt voraus! Backbord 25!" tönt der Befehl. Schneller dreht sich die Schraube? die Speichen des Steuerrades wirbeln unter den nervigen Fäusten. Hart an der Mole entlang geht die Fahrt. Die Menschen an Land sangen an zu lau fen. um mitzukommen. Voll Ungeduld sieht an Bord die Mannschaft und erwartet den Befehl zum Aufentern in die Seitelage, uin der Heimath und den Zurückbleibenden den letzten Gruß zuzusenden. Aber die eiserne Disciplin bannt sie auf ihrcPo sten. Neben dem Commandanten sieht der erste Officier auf der Brücke. Sein Blick fliegt rückwärts, sein Auge sucht eine lieb: Gestalt. Da dort Lassen Sie aufentern! Drei Hurrahs für die Heimath V Hei. wie die Leute hinauffliegen in die Wanten, und dann tönt es brau--send, jubelnd, ein dreifaches Hoch dem geliebten Vaterlande! Hinaus in die Ferne geht es. auf lange, lange Zeit! Meilen und Meilen werden sich leger? zwischen das Land und das Schiff, mir dem sie jetzt alle so stolz freudig hin ausziehen. Werden sie alle zurückkehren? Bah! Wer denkt daran! Vor uns liegt die See, das weite Meer, und das Leben! Vom Lande her schallt wieder n& immer wieder das Hoch der Menschen, und zwischendurch klingt die alte Weife der Musik Muß i denn, muß i denn zum Städle hinaus, und Du mein Scbatz bleibst hier!-.-Das Tücherschwenken nimmt kein Ende. Der erste Officier steht wieder das Gesicht dem Lande zugewendete Nun biegt das .Schiff um den Molen köpf, und ganz draußen steht eine lichte Gestalt, doch hoch aufragend von der Bank, und neben ihr ein kleines Etwas. Der Erste- winkt mit der Mütze ; da flattert drüben ein weißes Tuch in votu t:m-Bogen, nur einen kurzen Augen blick. Dann ist es verschwunden, wxh mit ihm die schlanke Gestalt. Ein leises Beben durchläuft diestramme Figur des Officiers; er preßr die Zäbne aufeinander. Dann giebt er den Befehl zum Niederentern und wid--Tiet sich aanz seinem Dimst. Mein Weib, mein VubZ- Die vier Wc,rte drängen sich tvH Mackt em5 d:m Herzen aus b:e Lippen, roch er zwingt sie zurück und Niemand merkt !hm die heiße Erregung seines Innernan'. Die Maschine geht Volldampf. Nasch sinkt das Ufer zurück. Undeutlich nur läßt sich noch das schwarze Gewimmel am Land erkennen. Noch einmal träz ein Windhauch denKlang herüber und Du. mein Schatz, bleibst hier!" Hinaus braust das Schiff, hinaus aus der Enge des Hafens in die weite Welt! Stundenlang hält der Dienst den eisten Offici:r gefesselt Spät amMend erst begiebt er sich in seine Kammer. Da leuchtet khm ein Bild entgegen: Sein Weib, sein Kind! Lange noch sitzr cr snncnd davor und schaut ir.i' heißen,, trockenen Augen darauf hin. Wird er sie wiederseben? Zwei Jahre sind eine lange Zeit, endlos lang, wenn sie im herben Schmerz des Abschiedes vor einem liegen. Wer kann die Sorge ermessen, die ihn bei dem Gedanken erfaßt? Wer könnte es ihm verargen, daß er. sie fühlt? Doch die Pflicht rief und er ging. Da klingt es noch einmal, an sein Ohr und Du mein Schah, bleibst hier- und dann ein ander Lied. DaS Lied, das sie unter Thränen ihm zuletzt sang mit ihrer weichen, glockenhellen! Stimme, und wie ein leise? Trost zieht es durch sein Herz: Es mag dte Zeit uns nt betrüben; wir sind dieselben noch geblieben, wenn Du heimkehrst."' Wenn ich heimkehre!" spricht er leise vor sich hin und geht zur Ruhe. Kasernenhofblüthen. Unterofficier: Strohmüller, ich brr überzeugt, Sie wären auch als Sala mander nich' jerieben!-

, Feldwebel: Na. ihr Kerle, man muß sich wirklich schämen, euch alZ Zeitgenossen zu haben!" Wachtmeister: Kerl, machen Sie nicht immer solch dummes Gesicht, wie' ein Eisbär, dem man Glühstrümpse angezogen.Sergeant (zu einem sebr dumru aussehcndn N.krulcn): Mensch, wenn man Ihnen 'ne Citrone insMaul steckt, ist der Schweinskopf fertig!Feldwebel: Na. Kerls, aber henke lasset ihr schon eure Dummheitsquellea wieder ganz .besonders- lebhaft spar dein!- ; . , . . . ' i . -'