Indiana Tribüne, Volume 21, Number 312, Indianapolis, Marion County, 31 July 1898 — Page 6
Anter dem Sternenvanner Von dem in Waffen starrenden EuTova pflegt Onkel bam als ein etwas absonderlicher, alter Herr angesehen zu werden, dessen Hauptbestreben sich auf das Geldverdienen richtet, ohne Ui btx Wahl der zu seiner Bereicherung dienenden Mittel allzu scrupulös zu sein. Die Entwickelung der Ereignisse in dem jetzigen Kriege hat die Welt eiues Andern belehrt und ihr ad oculos" demonstrirt, daß das Landheer und tte Mari Uz VereinigtenStaalen ine Macht repräsentiren. welche Durchaus nicht zu unterschätzen ist. Nach blutigen Kämpfen zu Wasser und jju 2'Hicc haben unsere Streiter das Sternenbanner selbst bei unseren Aniipoden ausgepflanzt und es fehlt nicht Qn, Stimmen, welch? die dauernde Eintxiktuir der zur Zeit von unseren Gruppen occupirten Jnselreiche verlangen. Enthalten die Vereinigten Staaten. Dank der aus allen Herren Länder zusammenströmenden Ein-
Zpolynesier. " W e st i n d i e r. A l a s k a n e r. tvanderer, jetzt schon ein überaus buntes Völkergemisch, so würde dasselbe nach Annectirung von Cuba und Porjorico. der Philippinen, Ladronen und Karolinen durch den von diesen Inseln kommenden Zuwachs gewissermaßen inen exotischen Hautgout bekommen. Wenn wir von dem mexikanischen Kriege absehen, so finden wir. daß Onkel Sam seine bisherigen GebietsErweiterungen auf friedlichem Wege, "5. h. durch Kauf bewerkstelligt hat. ZDer erste auswärtige Landerwerb beirof Alaska, das uns Rußland für die Summe von 57,200.000 verkaufte. Als der Staatssecretär Seward seiner Seit diesen Kauf abschloß, wurde heftig dagegen protestirt, denn Alaska galt als ine Eis- und Schneewüste, in welcher nur Eisbären sich wohl fühlen könnten. Die reichen GoldJunde in unserer nordischen Besitzung ben einen Umschwung in dem Urtheile über den Werth von Alaska heröeigeführt und heule wird es vielfach MWSW Äiife 'mw tei m trif.zr Regierungspalast in Hon o l u l u. ls Dorado angesehen, dessen Goldceichthum geradezu fabelhaft ist. 'Alaska hat einen Flächeninhalt von 70,000 Quadratmeilen, nach dem Zetzten Census aber nur 31.795 VeTvohner; darunter befanden sich 4303 Weiße. 2374 Indianer. 2287 Mongolen. 1819 Mischlinge von Russen und lEingeborenen sowie 112 andere Mischlinge. Das arktische Dorado wird von inem mächtigen Strome, dem Vukon, durchzogen, der über 2000 Meilen Zaug ist und auf eine Länge von 60Q Meilen eine Breite von über einer Meile hat. Die Wassermassen, welche dieser gewaltige Strom dem Stillen Vcean zuführt, sind so ungeheuer, daß sie genügen, das Meerwasser 20 Meilen weit von der Küste süß zu machen. 4 VH Ä'i'--LT. taA --viv-:ih(jj .sü t -"jTJ lai A-f IV5" - Auf den Philippinen. ' Welch' gewaltigen Contrast zu die7em Lande von Eis und Schnee bildet -unsere neueste Erwerbung im Stillen Ocean, die Sandwich - Inseln, wo Zrost unbekannt ist und die Tropensonne die üppigste Vegetation hervorZaubert. Als Capitän Cook den haivaiischen Archipel entdeckte, wird er uch wohl nicht im Entferntesten davon geträumt haben, daß dieses Wunderland des ewigen Sommers einst der mächtigen Republik des westlichen Kontinents angehören würde. In der Schifffahrtsstraße von San Francisco und Vancouver nach China und Japan belegen, ist dieser Archipel, zu dem außer n-.ehreren öden acht bewohnte Inseln gehören, von der ameTitanischen Küste ca. 2100 Meilen entfernt und hat einen Flächeninhalt von ca. 7629 Quadratmeilen. Vulkanische $li2fc hoben diese Inseln einstmals ' von dem Grunde des Oceans an dessen Dberfläche. Einige der gewaltigsten 'Vulkane der Welt gibt es auf den .Sandwich - Inseln, so den MaunaSlta und Nauma-Loa. deren Gipfel sich 13.805 bezw. 13,675 Fuß hoch in :dke Wolken erheben. Ein Krater hat tt einem Umfange von 30 Meilen tfjjf bim einer Meile. Andere
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gewaltige Gebirge durchziehen die Inseln nach allen Richtungen, um mit 3000 Fuß hohen Klippen in das Meer abzufallen. Die Sandwich - Inseln sind überaus fruchtbar, namentlich gedeihen Zuckerrohr, Reis und Südfrüchte aller Art. Der Entdecker Capt. Cook schätzte die Einwohnerzahl auf 400.000, doch dürfte diese Äahl wohl zu hoch gegriffen gewesen sein. Die moderne Cultur wurde den bei Capt. Cook's Ankunft in paradiesischem Zustände lebenden Eingeborenen zum Fluche. Die Laster der Weißen brachten den Naturkindern unbekannteSeuchen und decimirten sie. so daß nach dem letzten Census unter der auf etwn 90.000 sich belaufenden Gesammtzahl der Bewohner sich nur noch 35.000 Eingeborene befanden. Das Klima der Sandwich - Inseln ist herrlich, ihre natürlichen Hilfsquellen sehr reich und so kann es nicht Wunder nehmen, daß die Zahl der Ausländer stetig zunimmt. Die Hauptstadt Honolulu hat ca. 30.000 Einwohner. Außer dieser exotischen Besitzung nennt Onkel Sam noch mehrere Inseln im tropischen Theile des Stillen Oceans sein eigen, nämlich Baker und Howland Island, sowie Marquis of Weeks Island. Die beiden erstaenannten Inseln, welche seit dem Jahre 1817 den Vereinigten Staaten gehören, sind kleine Felsenöden in dem schier endlosen Ocean und ohne allen Werth, ja nicht einmal für Menschen bewohnbar. Ueberaus prächtig und von der Natur auf das Reichste gesegnet ist dagegen das kleine Marquis of Weeks Island, ca. 2700 Meilen Westlich von Honolulu belegen. Mit dem Rechte des Eroberers hat Onkel Sam sein siegreiches Sternenbanner auf den Philippinen, den Ladronen und derPerle der Antillen aufgepflanzt; voraussichtlich wird dasselbe auch bald auf Portorico und den
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Auf denLadronen. Carolinen weh. Es fehlt, wie gesagt, nicht an Stimmen, welche die permanente Besitzergreifung dieser Jnselreiche verlangen, doch erscheint es mehr als fraglich, daß diese frommen" Wünsche in Erfüllung gehen werden. Cuba mit einem Flächeninhalt von 43.319 Quadratmeilen und 1.500.000 Einwohnern wird im Hinblick auf seine Fruchtbarkeit mit Recht die Perle der Antillen genannt. Ob die Insel als Cuba libre". als freie Republik, die Zahl der amerikanischen Freistaaten vermehren oder zur bloßen Domäne Onkel Sam's werden wird, muß die Zukunft lehren. Nicht so groß wie Cuba ist Porto Rico mit seinen 3530 Quadratmeilen, eine höchst begehrenswerthe Besitzung, denn die Insel ist von der Natur reich gesegnet und sie' bietet Ausländern der.Volthcil, daß sie sich leichter acclimatisiren. Auf den Carolinen. Durch den Seesieg des Admirals Dewey ist der Herrschaft der Spanier über die .Philippinen der Todesstoß versetzt worden und die Entsenoung mehrerer Expeditionen '.nter General Merritt läßt keinen Zwe:f;l daran übrig, daß das Sternenbanner auf dem fernen Jnselreich sich behaupten wird. Die Occupation der Laoronen hat keinen Schwertstreich gekostet. Dieser Archipel umfaßt fünf bewohnte Inseln, die 450 Quadratmeilen groß sind und 10,000 Einwohner haben. Magellan. der die Inseln entdeckte, gab ihnen den wenig schmeichelhaften Namen Diebesinseln, weil ihre Bewohner wie die Raben stahlen. Die Eingeborenen leben im süßen Nichtsthun von den reichen Gaben, welche die Mutter Natur aus ihrem Füllhorn auf die Inseln ausgeschüttet. Dadurch, daß die Spanier Eingeborene von den Carolinen nach den Ladronen brachte, ist ein interessanter Menschenschlag entstanden, denn 'die Ersteren sind groß, kupferfarben und haben krauses Haar sowie lange Bärte, während die Urbewohner der Ladronen den malayischen Typus repräsentiren. Die natürliche Beschaffenheit der Carolinen gleicht derjenigen der Ladronen. Was wird das Schicksal dieser von der Natur reich gesegneten Inseln nach der Niederwerfung Spaniens sein? Immer derselbe. Hausherr: Nun. Herr Doctor, wie. gefällt Ihnen die Tochter meines Freundes?Kritiker: sehr hübsche Einzelheiten, aber im ganzen verfehlt!" LändlicheSKunstbestreb e n. Die Frau Muhm (in Krumnußbirnbeutelmarkt): Mir Bauersleut' hab'n doch a rechte Plag' und 's schaut umadum nix außer. Der Herr Vetter: Na, wie war's denn, wann ma zum Theaterspiel'n anfangeten. Na ja! Wann's schon Schließ", Tegernseer" giebt, so kann's doch a Krumnußbimbeutelmarkter ceben. ' .
Sachsische Fiomere. Wie die technischen Hochschulen die jüngsten unter den höheren Bildungsanstalten im Deutschen Reich sind, so bilden auch die technischen Truppen die jüngste Waffe im deutschen Heer. In Sachsen wurde erst unter Friedrich August I. ein Jngenieurcorps gebildet und 1697 und 1698 in England und Holland Mineurs und Pontonniere angeworben. Sie erhielten als Standquartier Marienburg angewiesen und waren die Stammtruppe des heutigen Pionnierbataillons No. 12. das dieser Tage in seiner Garnison Dresden die 200jährige Jubelfeier seiner Errichtung festlich beging. Jene ersten .sächsischen Pioniere wurden als zur Artillerie gehörig angesehen und erhielten
PontonnZer. Miniere. (1702.) daher auch deren Uniform: stahlgrü nen Rock mit rothem Kragen und Ausschlägen, rothesKamisol, rothe Strümpfe und schwarzen Hut; um letztern hatten die Unterofficiere silberne Tresfeneinfassung. Dieses Waffenkleid erfuhr im Lauf der Jahre vielfache Aenderungen, aber immer blieb die Uniform in Uebereinstimmung mit derjenigen der Artillerie. Heute unterscheidet sich diejenige der Artillerie von der der Pioniere dadurch, daß erstere gelbe Knöpfe und Helmbeschläge trägt, während diese bei letztern weiß sind und die Pionier - Officiere außerdem dieselbe Stickerei wie die Generalstabsofficiere am Kragen und auf den Aermelaufschlägen des Waffenrocks haben. Die Feuertaufe bestanden die ersten sächsischen Pioniere in dem zwei Jahrzehnte hindurch dauernden Nordischen Kriege, der mit dem Einfall der in Polen unter Generallieutenant Graf Flemming stehenden sächsischen Truppen in Livland anhob, bei der Belagerung von Riga. Die Mineurs zeichneten sich durch Tapferkeit und Unerfchrockenheit aus, ebenso bei der Vertheidigunz der kleinen Festung Augustusburg (Dünamünde). den Belagerungen der Festungen Thorn, PoOfficierederPontonniere. (1745.) sen, Stralsund und Stettin sowie der Wegnahme der Inseln Usedom, Wollin und Rügen. Die Jngenieurofficiere erhielten durch den Ausschwung, den Dresden im 18. Jahrhundert in bau licher Hinsicht nahm, viel Gelegenheit, ihr Können auch als Architekten zu zeigen. -Das Blockhaus in Dresden Neustadt an der alten 'Brücke, heute Amtsgebäude des sächsischen KriegsMinisteriums, das Japanische Palais, beide erbaut vom Chef des Ingenieurcorps, General v. Bodt, sind Denkmale der Militärbaukunst aus jener Zeit, ebenso das Schlößchen in Uebigau sowie das Jagdschloß Hubertusbur. Auch das 1730 bei Zeithain abgehaltene große Lustlager der nach Beendigung des Nordischen Krieges vollständig neu organisirten sächsischen Armee brachte den sächsischen Jngenieurofficieren und technischen Mannschaften viel Arbeit mitVermessen und Abstecken des Lagers, Anfertigen der Risse, Vrückenschlagen aller Art und sonstigen Arbeiten für Erdbewegungen sowie zahlreichen Lustbanten. Im Polnischen Erbfolgekrieg waren sie bei der Belagerung von Danzig. im Pioniere. (1832) (1830) ersten Schlesischen Krieg bei der Erstürmung von Prag betheiligt, auch im Zweiten Schlesischen Krieg sowie im Siebenjährigen Krieg standen sie im Feuer, im letztern genethen sie durch die Capitulation auf dem Lilienstein am 17. October 1756 in preußische Gefangenschaft, der sie zumeist entliefen, um dann österreichische oder russische Dienste zu nehmen. Bei der Belagerung von Mainz in dem Krieg gegen die Französische Republik waren Sachsens technische Truppen ebenso betheiligt wie an den napoleonischen Feldzügen im Anfang dieses JahrHunderts. Ganz besonders bedeckten sich die sächsischen Pontonniere in dem unglücklichen ??eldzua aeaen Nukland
I mit Ruhm durch ihr geschicktes, die
Truppen vor den nachsetzenden Kosacken bewahrendes Brückenschlägen über den Bug unter den Augen des französischen Oberbefehlshabers General Reynier. In jener Zeit, führten auch auf Befehl Napoleon's sächsische Jngenieurofficiere, für die 1742 eine Akademie in Dresden errichtet worden war, die Befestigung der sächsischen Residenz sowie der Stadt Torgau aus. In dem Feldzug von 1814 15 nahmen die sächsischen Sappeure und Pontonniere, die im letztgenannten Jahre zu einer Compagnie vereinigt wurden, rühmlichen Antheil an der Belagerung verschiedener fester Plätze. Im Jahre 1843 wurde der Name Pioniere statt Sappeure in der sächsischen Armee eingeführt. Eine Pionierabtheilung war 1849 mit in Schleswig, ebenso in Holstein 180364. Bei Königgrätz, 1866. führten die sächsischen Pioniere im feindlichen Geschützfeuer die Vefestigung der sächsischen Stellung Nieder-plim-Problus aus. Im Deutsch-fran-zösischen Krieg 187071 blieben sie auch nicht hinter ihren Kameraden der andern Waffen zurück und leisteten namentlich vor Metz rnd Paris ausgezeichnete Dienste.
Sappeu:. ' Ponton.rier. (1810) (1820) Aus der Regierungszeit König Albert's verdienen vor allem hier noch drei Thatsachen erwähnt zu werden : die Verstärkung des Pionnierbataillons auf sechs Compagnien, die Errichtung von zwei sächsischen EisenbahnCompagnien, deren Stamm das Pionierbataillon zu geben hatte, und die nach Berlin in Garnison kamen, sowie endlich die in der Hauptsache durch sächsische Ingenieur- und Genieofficiere ' erfolgte Erbauung der Albertstadt beiDresden, die großartigste Vereinigung von. Kasernen und Militäranstalten. die das Deutsche Reich besitzt. Die Albertflad.t ist ein Baudenkmal moderner militärischer Jngenieurkunst. Der Leiter jener Bauten war .der noch in Dresden lebendeGeneralmajor z. D. Portius, der auch 1863 64 in Holstein. 1866 in Sachsen und Böhmen sowie 187071 in Frankreich als In-genieur-, Genie- und Generalstabsossi Gefreiter. (1893). cier hervorragende Dienste geleistet hat. Zur Zeit wird das Pionierbataillon von Oberst Krille commandirt. Zofenbosheit. A .Gnadige: Lina, Du warst doch gesiern Abend zugegen, als mein Mann nach Hause kam. War er bezecht oder nicht?" . Zofe: Bezecht, denn wenn er nüchtern ist, küßt er die gnädige Frau doch nie t Oweh! Frl. A.: Herr Krüger hat mir vorhin gesagt, ehe er mich gesehen, wäre ihm die Welt wie eine Wüste erschienen." Frl. B.: Darum tanzt er jedenfalls auch wie ein Kameel." Gerecht. Nee. nee. Nette, alles was wahr ist, jerecht ist unser Hauptmann, wie er den einen behandelt, so behandelt er den andern, ob das nun die Frau ist oder die Mädels, oder dieJungens oder ich, er haut allen eine runter, wenn ihm jerade der Kopp so sieht!Aus der guten alten Zeit. Der Pantoffelheld. (Bei einer militärischen Nachtübung tritt der Gemeine Schmuttermayer vor seinen Feldwebel mit der Bitte, austreten und heimgehen zu dürfen.) Feldwebel: Was fällt denn Ihnen ein! Jetzt geht ja erst die Nachtübung los!" Schmuttermayer: Das wär' ja alles Recht aber ich darf nie länger ausbleiben als bis neun Uhr!"
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Spanische Korts. . Im Bewußtsein ihrer Schwäche sind die Führer der kubanischen Jnsurgenten Begegnungen mit den Spaniern in offener Feldschlacht stets so viel als möglich aus dem Wege gegangen und haben ihre Zuflucht zu dem Guerillakriege genommen. Aus diesem Grunde sahen sich die Spanier genöthigt, in dem von Feinden schwärmenden Lande feste Vertheidigungspunkte zu etabliren, von denen sie nicht blos die Angriffe der Guerillas mit Erfolg zurückweisen konnten, sondern auch die Ausbreitung der Jnsurrection zu unterdrücken und die Versorgung der Aufständischen mit Proviant,Kriegsbedarf u. s. w. zu verhindern im Stande waren. Blockhäuser, Fabriken. Eisenbahnstationen, Kirchen u. s. w. wurden in sogenannte Forts verwandelt, d. h. mit den primitivsten Vertheidigungs-
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Fort Paez. werken versehen und mit einem Detachemcnt Regulärer als Besatzung belegt. Unsere Abbildungen veranschauliehen solche Forts. Fort Paez, Santa Clara, ist ein Adobegebäude, mit Ziegeldach und mit Schießscharten Versehen. Das Ziegeldach wurde construirt, um, wie es während des Aufstandes von 1863 bis 1878 bei ähnlichen Forts oft geschehen war, das Jnbrandschießen derselben mit brennenden Pfeilen zu verhüten Etwas stärkeren Widerstand, als solch' ein Adobefort zu leisten im Stande, ist das in der zweiten Abbildung dargestellte Fort, das ursprünglich ein Ziegelbrennofen war. Von einer Hand voll - guter Schützen besetzt, war ein Fort von diesem Genre wohl im Stande, eine bedeutend starkere Schaar von Insurgenten im Schach zu halten, da die letzteren kaum über gute Hand - Feuerwaffen, geschweige denn über Artillerie verfügten. Ziegelofen als Fort. Voten derartige Forts den Cubanern meistens unüberwindbare Hindernisse dar, so können dieselben das Vordringen unserer Truppen nicht aufhalten, da einige Granaten einer Feldbatterie genügen, um das Fort in einen Trümmerhaufen zu 'verwandeln. Ebenso nutzlos wie die Forts von diesem Genre sind unseren Soldaten gegenüber die sogenannten Trochas, welche selbst von dem Jnsurgentenführer Maceo überschritten wurden. Ein für Cavallerie genügend breiter Weg wurde auf jeder Seite mit zwei Gräben von drei Jards Tiefe und ebensolcher Breite eingefaßt; an der Außenseite wurden Stacheldrähte gezogen und in Zwischenräumen von 100 Yards Blockhäuser errichtet. Waren schon die Cubaner unter Maceo im Stande, solch' eine Trocha zu passiren, indem sie die Stacheldrähte mit ihren Machetas zerschnitten, so werden unsere Boys in blue" sich gewiß von derartigen Hindernissen nicht aufhalten lassen. Vertrauen. Arzt: Dann nehmen Sie stündlich etwas Himbeer- oder Weichselsaft zur Anfeuchtung." Patient: Herr Doctor, ich mein' der Gerstensaft thät' mir noch besser." .WiederreicheBankierSilbersiift hantelt. . Zu besorgt. Unterofficier (zu den neuen Kavallerie Rekruten): Tretet von rückwärts niemals an die Pferde heran, ohne sie anzurufen. Thut Jhr's doch, so schlagen sie aus, treffen Euren dicken Schädel, und das End' vom Lied' ist, daß wir in der Schwadron, lauter lahme Pferde daben! .. . .
Sein Weiö. 'Won Annie Latt-Felsberg.' Die alten Römer" waren wieder einmal um ihren Stammtisch versammelt. Es waren jedoch weder Römer, noch waren sie alt. Sie standen mitten im blühenden Leben auf der Höhe ihres künstlerischen Schaffens. Die Erinnerungen an die glücklichen Zeiten, welche sie als Kunstjünger in Rom verlebt, führte sie hier zusammen. Meist waren es Junggesellen, die am Abend sich hier versammelten, nach des Tages Müh' und Arbeit. Hin und wieder kam auch ein Ehemann und wurde gnädig geduldet, bei Gelegenheit auch weiblich geneckt. Scherz und Frohsinn waren hier zu Hause. Heute war die Stimmung besonders gehoben. Zur Zielscheibe oes Künstlerwitzes mutzte ein blonder Hüne dienen, der einzig Beweibte unter all' den Ehefeinden. Sie bedrängten ihn mächtig und priesen ihre Freiheit in goldenen Worten. Frei muß der Künstler bleiben, frei wie der Adler in der Luft, der ungehemmt seinen Flug in die Höhe wagt!" Keine Fesseln, keine Ketten!" tönte es herüber, aus überzeugungstreuem Munde. Blumenfesseln, vergängliche Rosenketten, das lassen wir gelten, aber ein Weib, und das für immer, puh der Gedanke könnte einen schon das schöne, freie Junggesellenleben derleiden! Hoch die Freiheit, hoch unser ungebundenes Junggesellendasein!" Die Gläser klangen herausfordernd aneinander. ' Still saß der blonde Hüne, ein verträumtes Lächeln um die bärtigen Lippen. Beinahe mitleidig blickte er auf den Freiheitsjubel, der ihn umtoste. Jetzt tönte eine helle Stimme: Jawohl, die Flittcrwochen, das ließe man sich gefallen, aber das, was danach kommt pfui, wie schaal!" Verständnißinnige Blicke antworteten ihm. Der Blonde blickte von Einem zum Andern. Wie kann ein Blinder uns den Glanz des Himmels malen?" fragte er dann. Die Anderen horchten auf. Seit mehr als 25 Jahren lebe ich mit meinem Weib. Wir waren jung zusammen, sind nun schon alt geworden, haben zusammen gehofft, zusammen uns gefreut, zusammen gelitten. Glücklich waren wir stets. Von de m Glück kennt Ihr nichts. Als ich verzagt, niedergeschmettert ' nach bitteren Enttäuschungen, an denen das Künstlerleben so reich ist, war sie es, die mich hochhob, war sie es, die nie an mir zweifelte, wenn ich selbst verzweifeln wollte. Mit meinem Weib durchdachte ich jedes meiner Werke, ihre naive Empfindung lenkte mich oft richtiger als der Scharfblick eines Kunstkenners. Schmäht die Ehe nicht! Die Ehe ist das höchste. Schönste der Erde!" Natürlich mit einem Weib wie das Deine!" stimmte man ihm zu. Jede Ehe ist so, in der die Liebe waltet. Ich liebte , mein Weib, ich liebe es heute mehr denn je! Alles Kleinlicheres Lebens hält sie mir fern. Ohne sie wäre ich verloren. Wir sind Eins, uns kann nur der Tod trennen, und gebe Gott, daß ich nicht ohne sie auf Erden wandeln muß." : Ein Schatten flog über seine Stirn. Beklemmung legte sich auf seine Brust. Ein unheimliches Gefühl beschlich ihn. wie das Nahen einer Macht, einer unerbittlichen Macht, die ihn trennte von seinem Weibe. Mit energischemHochwerfen des stolzen Germanenhauptes schüttelte er die Weichheit ab und hob den Becher. Es lebe die Ehe, es lebe das Weib, es lebe mein Weib!" ; Seine Augen glänzten in lichter Be'geisterung, in strahlender Liebe, in vollster Glückseligkeit! Rührung durchzitterte die leichtbewegten Künstlerseelen, sie hoben lhre Gläser und ließen sie voll erklingen auf das Wohl seines Weibes. Noch ein Mal stieß er an mit allen. Dann ging er, und Niemand hielt ihn zurück, sie fühlten es ihm nach, es zog ihn heim zu seinem Weib. Es war das letzte Mal, daß sie ihn sahen. Wenige Wochen später gaben sie ihm das Grabgeleit. Sie häuften Lorbeer und Blumen auf den Sarg des Getreuen. ' Erschütternd tönten die Klagelaute seines Weibes in ihre Ohren, ihre Herzen erbebten in Mitleid. In vollster Manneskraft war er ihnen entrissen, im vollsten Schaffen erlahmte die Hand des Meisters, dessen Werke ihn überdauerten. . In herbem Schmerz zuckte es um die Lippen der tief in's Herz getroffenen Frau. Ich habe einGlück genossen, wie selten ein Weib. Sein ganzes Leben, sein letztes Wort war Liebe, sein Höchstes war sein Weib!" Drakonische Strafe. Papa, ich weiß ein gutes Mittel, daß keine Eisenbahn - Unfälle mehr vorkommen." So, da wäre ich doch neugierig." Nach jedem Unglück müßte der Eisenbahnminister 100 Mal den amtlichen Bericht darüber abschreiben!" J mB a de. Weshalb sind Sie denn hier zur Cut, Herr College?" Ich leide an Gallensteinen." Da rathe ich Ihnen, hier recht häufig in'8 Theater zu gehen. Die Primadonna singt nämlich steinerweichend." Lauter große Thiere. Bäuerin: Was hast denn in der Stadt gesehen, Hannes?" Bauer: In einer Menagerie Elephanten. Giraffen. Kameele und auf der Straß' den Herr?? m"rt i m
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Malwine (die ihre Freundin Ma rianne besucht und dieselbe, vor Zorn weinend, antrifft, weil ihr Mann das von ihr gewünschte kostbare-Armband nicht kaufen wollte): Aber beruhige Dich doch. Marianne erst vierzehn Tage verheirathet und schon weinen! Wenn ich bedenke, wie sehr Du Dich gefreut hattest, mit Oskar einen iigenen Herd zu gründen!" Marianne (schluchzend): Ja, aber keinen Sparherd!" Rücksichtsvoll. 1 Ein zu netter, lieber Herr, der Doktor! Man kann ihn noch so oft zum Essen einladen er kommt nie!" Verfehltes Mittel. Huberbauer (der seinen neuenKnecht, welcher fast die ganze Schüssel für sich in Anspruch nimmt, vom Essen abbringen will): Geh', Sepp, trink' doch amal!" Sepp (nachdem er getrunken): Ver. gelt's Gott. Bauer, für Euern g'scheidten Einfall! Jetzt zwing' i' noch amal so viel!" Bescheiden. OSZiWß . .Eines muß ich Ihnen noch sagen: es macht mir Vergnügen, manchmal selbst zu kochen!" Das macht nichts, gnädige Frau ich bin nicht heikel!" Aus. einem Theaterdorf. Wo ist denn der Gemeindediener Da unten ist ja eine Schlagerei!" O, der kann nicht abkommen, der muß im Bauerntheater souffliren!" Poetische? Kohl. ."..Ich versichere Sie, mir ist daZ Dichten Lebensbedürfniß' Sie sind wohl Veaetarianer?" I m S a l o n. Weshalb hat sich Frau Doktor Hansen, eigentlich von ihrem Mann scheiden lassen?" Wegen der Verschiedenheit ihres literarischeü Geschmackes!" Sie scherzen.Aber gewiß nicht, die Sacht stimmt. Er liebt nämlich eine junge Schriftstellerin- unb sie einen lyrisch 5fcitr " .
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