Indiana Tribüne, Volume 21, Number 305, Indianapolis, Marion County, 24 July 1898 — Page 6

Erforschung des Meeres. ' Laboratorien an der Meeresküste, t)k die wissenschaftliche Erforschung Z)es Meeres zum Zweck haben, bestehen m mehreren Punkten, besonders Uz englischen, französischen und italiemsehen Küste, schon seit längerer Zeit und wurden gemeinhin als zoologische Stationen bezeichnet, weil zur Zeit ih?erEntstehung gerade die Untersuchung übti die Entwicklungsgeschichte der inarinen Thiere im Vordergrund des Interesses stand. Die berühmteste und gui vollkommensten eingerichtete Station, die zu Neapel, verdankt Vorzuglies) der Energie eines deutschen Gelehrlen, 21. Vohrn, und der Verständnißvollen Unterstützung der deutschen Regierungen ihr Ausblühen; ihre Lage cn einem auerdeutschen Küstenpunkt ist dem Umstände zuzuschreiben, daß lk Fauna der deutschen Gewässer, der Qst- und Nordsee, als eine wenige: reichhaltige bezeichnet werden muß, und daß überdies die Universität Kiel bereits die Erforschung dieser MeeresQbschnitte als ihre natürliche Aufgabe erkannt hatte und darin von der 1870 begründeten Commission zur wissen-

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mirr Mg3ifefec4 - IV Frn nrr-Ti rr-r lMaJryrr 2 Biologische Station. schaftlichen Untersuchung der deutschen Meere, die ihren Sitz in Kiel nahm, auf das Thatkräftigste unterstützt wurde. Ein Punkt aber im deutschen Meeresgebiete war es. der von jeher 2?as Interesse der deutschen Zoologen und Botaniker auf sich gezogen hatte, die kleine, im englischen Besitze befind"liche Insel Helgoland, die an Mannigfaltigkeit und Reichthum der Thiere und Pflanzen alle anderen Punkte weit übertraf. Wenn trotzdem alle Pläne, rzier eine ausschließlich Wissenschaft!!'chen Meeresuntersuchungen dienende 'Station in's Leben zu rufen, immer wieder beiseite gelegt werden mußten, so hatte dies vornehmlich seinenGrund ;in den Schwierigkeiten, die in der Zu'geHörigkeit zu einem fremden Staate lagen. Als daher Helgoland im Jahre 1890 in deutschen Besitz kam. wurde 'der alte Plan sofort wieder aufgenommtn und mit Unterstützung der Berlintx Akademie der Wissenschaften, der deutschen zoologischen Gesellschaft und des Deutschen Seefischereivereins von der preußischen Regierung glücklich durchgeführt. Die der Biologischen Anstalt zugeiheilten Aufgaben zerfallen in solche der reinen Biologie des Meeres und solche der angewandten Meereskunde, das heißt praktisch - wissenschaftliche Untersuchung::: im Dienste der deutsehen Seefischerei. Die ersteren, die ?ein biologischen Aufgaben, bestehen allgemein in der Untersuchung der Lebensverhältnisse in den deutschen Meeitn, für's erste in der Nordsee. Dieser Lweck, in dem weitgehenden und um-Nordsee-Museum. fassenden Sinne, der in den Worten liegt, von ihr als Programm angenommen, umfaßt eine Reihe besonderer Aufgaben. Zunächst wurde die systematische Erforschung der Fauna und ZZlora des Helgoland umgebenden Meeresabschnittes in Angriff genomirten und, soweit es die zur Verfügung stehenden Mittel bisher erlaubten, auch ciif die Thier- und Pflanzenwelt der benachbarten Küstenstriche ausgedehnt. Nach der systematischen Bearbeitung des Materials, gleichermaßen der Inventaraufnahme, die entsprechend dem geringeren Formenreichthum hier we?iiger Zeit in Anspruch nehmen wird mit in Neapel, kann dann jenes unerschöpfliche Gebiet betreten werden, das die Fragen der speziellen Morphologie und Anatomie, der Entwicklungsgeschichte, der allgemeinen Biologie, der Physiologie und des Artbegriffes in sich faßt. Um von der MannigfaltigIm dieser Ausgaben eine Vorstellung ZU geben, sei nur erwähnt, daß eine allgemeine Biologie die Fortpflanzung, die Entwicklung und Ernährung, die Abhängigkeit von äußeren Bedingunqen, die Lebensdauer, du Wanderun gen von Thieren und Pflanzen, den Wechsel der Fauna und Flora in den verschiedenen Jahreszelten, die Anpas sung der Organismen und vieles andere zu berücksichtigen hat. Zu der Er forschung der marinen Lebensverhältnisse gehören aber auch die Fragen nach fcer physikalischen und chemischen Beschaffenheit des Meerwassers, nach den Meeresströmungen und dem geologi schen Bau des Meeresbodens. Zu den lmerkenswerthen Aufgaben der Biologischen Anstalt ist serner die Beschas fung von lebenden und conservirten Seethleren und Pflanzen für wissen schaftliche Institute. Museen. Schulen -und so weiter zu rechnen. Der Versandt von solchem wissenschaftlichen Material hat in den letzten Jahren einen recht veoeutenden umsanq erreicht. Der zweite und in Zukunft immer toichtiger werdende Theil der Arbeiten

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der Biologischen Anstalt liegt, wie bereits gesagt wurde, auf dem Gebiet der praktisch - wissenschaftlichen Arbeiten im Dienste der Seefischerei. Es ist bekannt, welchen ungeheuren Aufschwung

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AufnehmendesNetzes. die Hochseefischerei in der Nordsee in den letzten fünfzig Jahren genommen und von Jahr zu Jahr steigenden Antheil auch Deutschland an ihr gewonnen hat. Die Möglichkeit einer Ueberfischung der Nordsee als Folge dieser colossal gesteigerten Befischung namentlich mit dem großen Grundnetz oder Trawl liegt nach dem Urtheil zahlreicher Sachverständiger sehr nahe, und schon beschäftigt man sich in den interessirten Küstenländern, namentlich in England, ernstlich mit der Erwägung, ob Nicht durch internationale Schongesetze und rationelleren Betrieb der Fischerei der drohenden Gefahr vorgebeugt werden kann. Dabei erkennt man immer deutlicher, daß eme der ersten und unerläßlichen Vorbedingungen für einen gedeihlichen Betrieb der Hochseefischerei eme genaue, wissenschaftlich begründete Kenntniß der nutzbaren Seefische ist, ihrer ErnähSammeln auf denKlippen. rung, ihrer Wanderungen und ihrer äs c tl i . ... - c .. r: r jl . m . , noyangzgieii von oen pyyiiiuett corngungen des Meeres. Die yfoti) wendiakeit. solcke Kenntnisse m sam meln, rechtfertigt vollauf die Errichtung wissenschaftlicher Seefischerei-La-boratorien am Meere. Die Helgoländer Anstalt nimmt unter diesen speziell auf dem Seefiscbereiaebiet arbeitenden Laboratorien jedenfalls eine der ersten Stellen ein. Die Anstalt wird von. dem Jchthyologen Professor Heincke. der zugleich Mitglied der Kieler Commission ist und sich durch seine Untersuchungen über die Naturgeschichte des Herings und seine Arbeiten auf dem Gebiete der Seefischerei einen Namen erworben hat. als Director geleitet. Er wird in seiner Aufgabe von drei Assistenten unterstützt, von denen der erste. Dr. Hartlaub, die wissenschaftliche Zoologie, der zweite, Dr. Ehrenbaum, die Seefischerei, und der dritte, Dr. Kuckuck, die Botanik vertritt. Diese vier wissenschaftlichen Beamten arbeiten dauernd an der Durchführung des oben dargelegten vielseitigen Programms der Anstalt. Aber abgesehen davon, daß ihre Kräfte für ein so reich verzweigtes Gebiet, wie es die moderne Zoologie und Botanik ist. und bei dem die Arbeitstheilung so weit vorgeschritten ist, nicht ausreichen würden, soll die Helgoländer Station gleich ähnlichen Instituten an anderen Küstenpunkten auch den Gelehrten des Binnenlandes eine Arbeitsstätte bieten, wo sie bequem und mit allen Hilfsmitteln eines größeren Universitätsinstituts ausgerüstet, ihren Studien obliegen können. Es sind deshalb an der Anstalt sieben Arbeitstische" für fremde Gelehrte eingerichtet und mit allem Zubehör reichlich ausgestattet. In Omaha. Auf der Trans - Mississippi - Aussiellung in Omaha hat sich auch der Staat Kansas durch Errichtung eines eigenen Gebäudes ein Heim geschaffen. Die mannigfaltigen Producte desSon- - A r-T . f HO Aln f r aaai Kii7T tri3ftjtt Gebäude desStaatesKansas. nenblumen - Staates und seine natürlichen Hilfsmittel sind dort durch eben so hübsch arrangirte wie reiche Collectionen in übersichtlicher Weise zur An schauung gebracht. Aufopfernde Liebe. Liebst Du mich auch wirklich, Ede?" Für Dich wird mir der schwerste Diebstahl leicht !" Kathederblüthe. Professor: Müller, Sie haben mein Wertrauen schnöde getäuscht, ich werde Sie nie mehr ansehen aber im Auge behalten werde ich Sie von jetzt ab!" Deplacirte Redensart. Also der Herr Tinterl lebt auch noch? Was ist's denn eigentlich mit den Km dern seiner Muse?" Ach, die haben noch immer nicht das Licht der Druckerschwärze erblickt! A e r g e r l i ch. A.: Was ist denn mit Dir? Du siehst ja so ärgerlich aus!" B.: Mein Onkel hat versprochen, meine Schulden zu bezahlen A.: Na, darum brauchst Du doch nicht ärgerlich zu sein!" B.: .Ja, aber ich habe so wenig Schulden, darüber äraere ich mich nur!"

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Vcparaturm aus See. Einzig in seiner Art ist das zu dem Geschwader des Admirals Sampson gehörende Schiff Bulcan." Weder Schlachtschiff noch Kreuzer, weder Monitor noch Torpedoboot, ja für den Kampf überhaupt nicht bestimmt, ist dieses Fahrzeug doch von großer Bedeutung, denn seine Bestimmung besteht darin, alle Reparaturen, welche an Admiral Sampson's Kriegsschiffen nothwendig werden sollten, sofort auf hoher See auszuführen. Die Ausrüstung dieses eigenartigen Fahrzeuges ist auf die Empfehlung des Chef-Jn-genieurs Melville zurückzuführen. Wohl vertraut mit den vielfachen Eventualitäten, welche einem Kriegs schiffe im Kampfe zustoßen können, und in richtiger Erkenntniß der Thatsache. daß häufig nur sofortige Reparaturen ein Schiff seetüchtig und kampffähig erhalten können, empfahl Chef - Ingenieur Melville schon vor dem Ausbruch des Krieges die Anschaffung und Ausrüstung von zwei Reparaturschifsen. Das Marine-

B u l c a n.Departement verhielt sich anfänglich dem Projekte gegenüber ablehnend und erst nach langen Erörterungen gab es seine Zustimmung zur Ausführung desselben wenigstens theilweise. Der Dampfer Chatham" wurde angekauft und nachdem er den passenden Namen Vulcan" erhalten hatte, in ein Reparaturschiff umgewandelt. Eigentlich deckt diese Bezeichnung die große Vielseitigkeit des Fahrzeuges nickt, denn es gleicht mehr einer schwimmenden Maschinen Bauanstalt als einer Reparaturwerkstätte. Dem entsprechend ist der auf die Einrichtung des Schiffes verwendeteGeldaufwand nicht gering, belaufen sich doch die Kosten für Anschaffung der nöthigen Maschinen, Werkzeuge u. s. w. auf die Summe von $300,000. Wer jemals die Werkstätten einer modernen Schiffswerft besucht hat, kann sich eine annähernde Vorstellung von der Einrichtung des Reparaturschlffes Vulcan" machen. Da giebt es Walzen zum Biegen von Platten, und Maschinen, welche mit Leichtigkeit einzöllige Stahlbleche schneiden oder durchlochen können. Drehbänke, Hobelund Bohrmaschinen. Vorrichtungen zum Schneiden von Röhren und Bolzen, Schleissteine und Schmieden befinden sich an Bord, ja es fehlt nicht an einer Gießerei, in der das zur Herstellunq von schweren Gußstücken erforderliche Metall geschmolzen werden kann. Zwei Dampfkrahnen mit 10 Fuß langen Armen sind für das Heben Schmiede. schwerer Gegenstände vom Bord reparaturbedürftiger Fahrzeuge bestimmt und diese Krahnen sind so eingerichtet, daß sie die Lasten nach den Hebetrommeln mittschiffs und an den Luken bringen können. Riesige Gebläse saugen die in den Werkstätten unter Deck sich ansammelnde schlechte Luft auf und leiten dieselbe nach oben. Nahezu 10.000 GallonenTrinkwasser können die Destillirapparate des Fahrzeuges täglich liefern, genug, um noch andere Schiffe mit dem belebenden Naß versorgen zu können. Kurzum es fehlt nichts zur sofortigen Ausführung selbst der complizirtesten Reparaturen. ja im Nothfalle könnten sogar an Bord des Vulcan" SchnellfeuerGeschütze kleinen Kalibers hergestellt werden. Das ganze Schisf ist mit Maschinenwerkstatt. elektrischen Beleuchtungsanlagen der modernsten Construktion versehen, namentlich ist dies hinsichtlich der auf dem sogenannten dritten Deck vertheilten Werkstätten der Fall, damit auch Nachts gearbeitet werden kann. Daß die Bemannung dieses eigenartigen Fahrzeuges sich aus anderem Menschenmaterial, als sich gewöhnlich an Bord von Kriegsschiffen befindet, zusammensetzen muß.ist wohl selbstverständlich. Als Capitän fungirt Lieu tenant Commandeur Jra Harris, der früher General - Manager der Chicago Drop Forge & Foundry Company" war und ähnliche Etablissements in anderen Städten leitete. Als Chef - Ingenieur fungiren Gardiner Sims, der Leiter der Armington & SimS Enaine Works" in Providence. R. 3- und Professor Aldrich

von der Universität von West-Birgi-nia, der zu den besten Elektrikern in den Vereinigten Staaten gezählt wird. Unter den 200 Mann der Besatzung gibt es nicht weniger als 92 Leute mit Deckofficier - Rang, den alle Chef-

Gießerei. Maschinisten, Kesselschmiede, Former, Gelbgießer. Elektriker, Schiffsbauer, Zimmerleute sowie Kupferschmiede haben, und mit Arbeitern, welche diese Gewerbe von Grund auf verstehen, muß das Schiff ausreichend versehen sein, soll es seiner Bestimmung genügen können. Aller Voraussicht nach wird der Vulcan" keine Lorbeeren erringen wie die Panzerkolosse des Admirals Sampson, allein die wirklichen Helden sind nicht immer auf dem Quarterdeck zu finden. Niemand gedenkt der rüstigen Gesellen, die in dem erstickendheißen Schiffsrumpfe die Maschinen bedienen, ohne welche die Fahrzeuge- hilflose Kolosse sind, und der Ruhm wird nur den Männern zu Theil, welche an dem wirklichen Kampfe theilnehmen. Aehnlich ist es mit der Bemannung des Vulcan", der nicht selten unter schwierigeren Verhältnissen als der goldbetreßte Officier im Beobachtungsthurm oder der sehnige Matrose am Geschütz, ihre Pflicht erfüllen mögen. Immune Freiwillige. Das Auftreten des gelben Fiebers an der Golfküste im Staate Mississippi lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Freiwilligen - Regiment, das feines Gleichen bisher noch nicht gehabt hat. Officiell heißt dasselbe das 2. Regiment der V. St. Freiwilligen - Jnfanterie, aber im Süden, wo es gebildet wird, heißt es allgemein ImmunenRegiment. Diese Bezeichnung, welche einem jeden Südländer verständlich ist, mag im Norden befremden und bedarf daher einer Erklärung. Immun" werden in den Landestheilen, wo das :$2 Gruppe von R e c r u t e n. gelbe Fieber auftritt, solche Leute genannt, welche von dieser furchtbaren Krankheit ergriffen waren, dieselbe aber überstanden haben. Das Regiment wird mithin aus Soldaten bestehen, welche gegen die Seuche sozusagen gefeit sind. Cuba ist bekanntlich eine Brutstätte des gelben Fiebers und zu keiner Jahreszeit ist die Insel frei von demselben. Im Hinblick auf diese Thatsache faßte Colonel Duncan Norbert Hood, ein Sohn des conföderirtcn Heerführers John Bell Hood, den Plan, für den Garnisondienst aus C o l. Hood. Cuba nach Beendigung . des Krieges Regimenter aus Immunen in Stärke von 1033 Mann zu bilden, und nach Annahme eines entsprechenden Gesetzes seitens des Congreß erhielt er das Patent als Colonel unter der Bedingung, daß er selbst das erste Jmmunen-Regi-ment bilden sollte. Nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten konnte Col. Hood seine Aufgabe erfüllen und das Regiment liegt jetzt im Camp Cafferq am Pontchartrain-See, St. Tammany Parish, La. Das Officiercorps des Regiments setzt sich ausschließlich aus Leuten zusammen, welehe entweder West Point oder ein Pri-' vatcollege besucht haben. Erweißesgenau. Lehrer: Schulze, wann ist die beste Zeit,Aepfel zu sammeln?" Schüler: Herr Lehrer, sobald der Bauer nicht zu Hause und kein Hund in der Nähe ist." Gefährlicher Boden. Wo haben Sie denn eigentlich Ihre Frau kennen gelernt, Herr Knüserich?" Auf der Eisbahn." Ja, ja, da hat sich schon Mancher was geyott!' Boshaft. Schauspieler: Erlauben Sie, ich habe auf meinen Gastreisen nur erste Rollen gespielt." Director: Das glaube ich, auf die zweite hat man gewiß gerne verzichtet

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Gesaßrcn des Wccres. Zu den gefürchtetsten Feinden des Seemanns aebört der Nebel, der sein

Schiff wie mit einer unsichtbar ma- . . . rv . . cyenoen arniappe oeoectt uno sit furchtbare Gefabr eines Zusammenstoßcs mit anderen Fahrzeugen, Eisvagen u. . w. heraufbeschwort. Aus diesem Grunde ist die Oceanfabrt zwischen Amerika und Europa verhältnißmäßig sehr gefahrvoll, trotzdem die besten Schiffe den Verkehr verMittein und die vieise nur von kurzer Dauer ist. Aber cuf dem atlantischen Ocean, besonders an den Neufundland - Bänken macken oft dicke Nebel den Auslug unmöglich und wehe dem vscqisse, oas in lolcy' undurchdringlicher Finsterniß in den Curs eines anderen Fahrzeuges geräth. Eine Collision, deren Folgen meist furchtbar sind, ist unausbleiblich. Einem solchen Unglück ist der prächtige DamPfer La Bourgogne" zum Opfer gefallen, der 60 Meilen südlich von Sable Island von dem englischen Segler Cromatyshire" angerannt wurde und sofort sank. An 550 Menschenleben fielen der gräßlichen Katastrophe zum Opfer. La Bretagne" war im Jahre 1886 in La Seyne in der Nähe von Toulon gebaut und hatte ein Brutto - Deplacement von 7630 Tonnen; ihre Maschinen konnten 8100 Pferdekräfte entwickeln. Was immer an Material beim Bau des Dampfers verwendet worden, war Prima Qualität; Stahl und Eisen kamen von den bekannten La Bourgogne. Gießereien in Terre Naire. und das derwandteHolz stammte von den mächtigen Ulmen und Thekabäumen Canada's. Das Schiff war durch Querschoten in 11 wasserdichte Compartements getheilt, welche sich vom Kiel bis zur Höhe des zweiten Berdecks erstreckten. Der Dampfer hatte vier Verdecke, das . Promenadendeck, das Hauptverdeck. Kajüts- und Zwischendeck. Das Promenadedeck war 492 Fuß lang.. Das Schiff war mit 22 Rettungsbooten versehen. Der Dampfer, war auf's luxuriöseste ausgestattet. Er hatte einige ungemein große Kabinen, sogenannte Cabines de luxe, um welche sich das reisende Publikum geradezu riß. Für eine jede dieser Kabinen waren für die letzte Reise 22 Applikationen eingelaufen. Das ganze Kajüten - Deck wurde eingenommen von den Salons, den Speisezimmern und den Kajüten erster und zweiter Klasse. Der große Salon war 49 Fuß lang. Er wurde durch ein bis zum Promenadedeck reichendes immenses Oberlicht erhellt; der Dampfer hatte 85 Kajüten erster Klasse. Im Ganzen konnte das Schiff 1200 Passagiere aufnehmen. Die Bourgogne" hatte einen doppelCapt. Deloncle. ten Boden, wodurch Gelegenheit geboten wurde, 650 Tons Wasser als Ballast mitzuführen. Das Schiff war 508z Fuß lang ud 59z Fuß breit; der Laderaum hatte eine Tiefe von 38 Fuß 4 Zoll und der Tiefgang wird mit 24 Fuß angegeben. Der Dampfer war mit drei von einander unabhängigen Maschinen ausgerüstet. Die Baukosten der LaBourgogne" ohne innere Einrichtung beliefen sich auf N.700.000, wozu noch Ausgaben für Dekoriren etc. im Betrage von 75.000 kamen. Das Unglücksschiff stand unter dem Befehl des erst 40 Jahre alten Capitäns Deloncle, der dasselbe erst seit 6 Monaten führte. Mit seinem Schiff fand Capt. Deloncle ein Grab in den Fluthen. l m. . Verplappert. HausfrauHier unter diesem Baume hat 'mich mein Mann zum 'ersten Male geküßt!" Dienstmädchen (überrascht): Mich auch!" Kein Wunder. A.: Du, die Anna leidet za an Herzerweiterung." B.: Seit wann denn?" A.: Seitdem sie den dicken Müller in ihr Herz geschlossen." -Zwecklos. Und er hat Dich wirklich geküßt? Warum schriest Du denn nicht?" Wie einfältig Du bist. Ich konnte doch nicht vorher wissen, daß er mich küssen wollte, nun und während des Küssens konnte ich doch nicht schreien und nachher was hatte das noch für 'n Zweck Erklärt. Gastwirth: Sie stehen ja rathlos da." Fremder (dem während seiner Anwesenheit in der Wirthschaft draußen das Bicycle gestöhlen worden ist): Weil ich radlos bin."

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Ae beese Sieöen. Humoreske von P. Sfrei. . De Frau Kalkelatern war sehr

awergleiwisch un d'rnm hattest ooch sor d'r beesen 1 än dämisch'n Dampf. War d'r 7. im Monat, so hätt'nse nich zehn Färde aus'n Hause krieg'n kenn'n, 's hätt'r 'was bassier'n kenn'n. Se nahm s'ch ooch an so än Tage reene gar nischt sor, 's hätte äwen lätsch geh'n kenn'n. Wenn ärgendwo sechse zesamm'n war'n un se kam d'rzu, va risse als Nummer 7 glei wied'r aus. Nu wollt's Unglick, daß g'rade son ihrer besten Freindin. d'r Owermeestern, ihr Gebortstag 'n 7. Juli war. Allemal schriebst da änne Karte un schickte ä Blum'nschtäckchen mit an de Owermeestern, wer sclwer hin, Utne Bohne, 'n 7. un ooch noch N 7. Monat, nee! Ae eenz'ges Mal ließ se sich awer doch f'rleid'n, un das kam so. 'S war am 7. Juli, also am Gebortstage d'r Frau Owermeestern, die st schon am Tage forher, als se ihre Freindin traf, zu än Schälchen Heeeß'n un n Schtickel Kuchen erngelad'n hatte. De weeßt, meine gute Owermeesiern." hatte se da gemeent, 's thut mer sehr leed, awer ich kann unmeeglich komm'n." Ae was," unnerbrach se da de Owermeestern, unmeeglich is gar nischt! Du mit Deiner eefält'gen 7. Das is ooch ä Tag wie jeder and'rc, mache nur keene Mährte, un wenn de m'r än Korb gibst, bin'ch d'r diesmal wärklich beese!" Damit Marsche gegang'n. Nu blieb'? freilich nischt and'res iewrig als hinzugeh'n, denn de Freindschaft fon d'r Owermeestern wolltest nich einbießen. 'S hatte g'rade dreie geschlagen, da trat st in d'?, Owermeestern ihre Schtuwe wo schon fier Klatschbasen in d'r Quadderei war'n. Se mußt'n g'rade de Kalkelatern in d'r Klobbe ge'habt ham'm, denn als st 'reinkam, Word's uff eemal meischenfchtille ; 's konnte awer ooch sin, daß se iewer den außergewehnlichen Besuch heite uffschtutz'g geworden war'n. Nu gab's ä allgemeenes Gegrieße, ei, wie ging'n da de Meiler fon'n Sechsen wie Dreckschleidern. Wie se nu so in'n scheenstenGebortstagsquatsche drinne sin, bimmelt's uff eemal. D'r Kalkelatern klatschte sor Schreck glei ä Stickel Kuchen in de Kaffeebriehe 'nein. 'S ward doch nich etwa noch eene komm'n", dachte se kaum so halb laut sor sich hin, richt'g, kommt noch so & Weibsbild 'rein un die Owermeestern schtellt's ganz seel'nvergniegt als ihre Cussine sor, die st am heit'gen Tage hat iewerraschen woll'n. Ei fertrackt noch ämak, de Kalkclatern siel beinah' in Allmacht, nu warsch Unglick da! Kee Bissen, kee Schlickchen schmeckte mehr, un dabei sah'st aus wie änne usfgetinnchte Kalkwand ! De Owermeestern meente heemlich zu'r: Mach' doch kee Gefitze, 's bassirt nichts, 's is blos ä Zufall!" Awer ä sehr unglicklicher, meine liewe Owermeestern, ich will liewer geh'n." Ae gar," meente nu wied'r de Owermeestern, wegen d'r bumm'n 7, das wäre noch scheener!" Un, da st sich nich sor d'n andern blamier'n wollte, mußte st äwen dableiben. Als se so in'n besten Blabbern wied'r sin, kriegt uff eemal de eene än granasg'n Hustenanfall, se hatte gar ze seh? gebabbelt und da d'rbei war ä Kriemchen in de falsche Kehle gekomm'n. De Kalkelatern dachte glei an's Schterwen! Se hatte g'rade de Kaffeekanne in d'r Hand, die st sor Angst glei fall'n ließ, denn st dachte an de 7. Bums, da war de Tasse entzwee un d'r Kaffee war ooch futsch. Das war awer noch nich alles, denn d'r ganze Dreesch war uff ihr neies, grienss Kleed gekomm'n. Das war änne Bescheerung ! Am leedsten that'rsch Kleed, de Owermeestern barmte iewer ihr Gescherre un de andern iewer'n weggelof'nen Kaffee! Nu warsch awer alle un st ließ'ch nich mehr halten. Als se nu ih'rn Hut uffsetzen wollte, hat d'r Owermeestern ihre Mieze de ganzen Federn druff zerubbt!; das Biehch hätte st glei zermereln kenn'n Ooch das noch! Na, zu d'r Owermeestern Zhr'n Gebortstag is st ihr' Lebtag' nich wied'r gegang'n, awer sor d'r 7 hatte se noch mehr Reschbekt gekriegt! Kasernenhofblüthen. Sergeant: Donnerwetter, Huber, linksum ist commandirt! Oder sieht der Kerl rechts einige Disteln?" Unterosficier (zum Soldaten, der nach vielen falschen Griffen etwas recht macht): Na, endlich scheint die Sonne meine? Bemühungen Ihren Verstand zum Keimen zu bringen!" Unterosficier: Mensch, selbst mit der Quadratwurzel aus Ihrer Dummheit stünden Sie noch einzig da!" Wachtmeister (zu einem öfters vom Pferde fallenden Soldaten): Müller, Sie wollen sich wohl absichtlich Löcher in den Kopf schlagen, um Ihrer Dummheit einen Ausweg zu bahnen?" Logischbegründet. Frau: Sie lassen Ihren Mann alle Abend ausgehen, ohne ihm den Schlüssel zu geben?" Frau: Wozu auch? Er findet ja ohnehin niemals dasSchlüsselloch, wenn er kommt." Vorschlag zurGüte. Meister: Jetzt holst Du mir eine Maaß." Meisterin: Du bringst meinem Mann kein Vier!" Lehr dub: Da werd i halt die Maaß hol end bal Qier seiht trinken!

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Verschuldeter Baron: Ihre Tochter wird gewiß mit mir sehr glücklich sein! Wir haben ja, wie ich mir schmeichle, ganz dieselben Interessen!" Bankier: Natürlich von mci nem Kapital!" V e r s ch n a p p t. Zukünftige Schwiegermutter (deS Barons): Na,' Jean, Sie sähen eS auch wohl lieber, wenn Ihr Herr jetzt noch nicht heirathete?" Diener (eilig): O ja . . und wenn ich noch 'n halbes Jahr auf den Lohn warten müßt'!" Opposition. Schlächtermeister (wüthend): Wie die Leber soll schlecht sein, hat der Herr Doktor gesagt? . . . was versteht der davon?" Köchin (beleidigt): Obo; wir sind doch Spezialistin für Leberkrankheiten!" Unvorhergesehen. Sie: Weißt Du noch, an dieser Stelle hast Du mir vor zwanzig Iahren ewige Liebe und Treue geschworenr Er (seufzend): Ja, ja wer hätte gedacht, daß das so lange dauern würde!" D e r K u n st - P r o tz. r. , i .i 1 r1' ir i ' '":'.' 1 ? vK r ' L:rf 'j ! j ' , . -f ( - ! ."';, 1 -"" !l-J Else, bleib so lang' stehen, sonst glaubt dil mer sein 's erste Mal in 'r Ai-stg!" Liebe Zeichen. ißC AV I5fcsli jvv v: fm i? u Vl iV I . n V c 6 r V Die Ceuzi fcCT. Hofrath muß mich doch lieben s : b.t mir eine Rose t schenkt!" ' v r . .Da liebt t miy lyon meyr: hab' eine Wur .t vn ihr bekommen! Dar u 'N. A. : Der Herr Meier laust jc: st:t einigen Tagen immer in der Vnzstr?hre herum!" I.: .Der hat ?eheirathet!" Grv 5- Schauspieler (ebenso unbedeuterd alZ aufgeblasen): Ihr Essen ist nit berühmt." Wirth: .J-)r Qpi-lr-!nichi."

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