Indiana Tribüne, Volume 21, Number 305, Indianapolis, Marion County, 24 July 1898 — Page 3
Aer Todte von
Lorror-Island. Koman von Harry Shcff. (14. Fortsetzung.) 16. Capitel. Gin heftiger Schneesturm hatte sich am Mittelnacht erhoben. Heulend irieo er groc (-cyneemassen nach Sud, Westen, und große, dicht fallende Flocken wirbelten Susanne in's Gesicht, so Daß ie mit fast gänzlich geschlossenen Äugen, langsam gegen die Gewalt dks Sturmes ankämpfend, zum Hause des Justizraths sich durcharbeiten mußte. Sie war glücklich, als sie den qroken Thorbogen erreicht hatte und die weiße Decke von ihrem Mantel und den Gummischuhen abschütteln konnte; dann zog sie den Hausschlüssel aus der Tasche, dessen sie zum Oeffnen der schweren, mit Ornamenten aus Gußeisen versehenen Thür bedürfte. Doch sie fuhr plötzlich bebend zurück, als sie dicht vor sich einen Mann cewahrte, der sich bisher im Dunkel der Thorembuchtung verborgen gehalten haben mußte, denn sie hatte seine Nähe zueri nicni oemerir. Zkemeswegs ge ringer wurde ihre Beänqstiqunq. nach; dem sie in dem nächtlichen Thürstzer ihren Pseudobruder William Strohbach erkannt hatte. Du schon wieder da?" stieß Cusänne hervor. Was willst Du was verlangst Dur Bist Du endlich da. Du Muster kind?" höhnte der Lithograph. Hast s gewiß besser gehabt und warmer gesessen als ich armer Kerl, der sich seit zwei Stunden in dem Hundewetter auf der Straße herumtreibt. Na, das ist am Ende nicht meine Sache, wo Du Dich bis in den Morgen hinein amü5rst." Nein, das ist gewiß nicht Dine Sache," entgegnete das Mädchen. Aber die Mutter kann indessen daheim sterben und verderben." Die Mutter? Die Mutter, saast Du, könnte sterben? Sie ist also trank?" Sehr krank. So um Zehne 'rrn ging's los, ein Fieber und ein Schüttelfrost wir dachten, die Alte würde uns unter der Hand sterben." Und ich befand mich um dieselbe Zeit auf dem Balle," dachte Susanne mit bitterem Selbstvorwurf, und ich war so glücklich, während die Mu!:er litt." Wir holten den Doctor aus der Großen Frankfurterstraße." fuhr William fort, und bis ich mit ihm ankam, rnachte die Maggie warme Umschläge und heißen Thee o, die Maggie that alles, was sie nur konnte, und " Was sagte der Arzt?" unterbrach !hn das Mädchen schnell, und wie rjfjt es der Mutter jetzt?" Es könnte wohl wieder werden mit der alten Frau, meinte der Doctor, aber gekräftigt müßte sie werden, so mit süßem Wein und Bouillon und Cacao. und zwei Medizinen hat er verschrieben, die sollten gleich eingenominen werden " Sollten? Hat die Mutter sie noch Richt bekommen?" Wovon denn? Es kommt ja blos Schnee und keineMarkstücke vom HImrnel 'runter. Bei uns ist Schmalhans Küchenmeister und deshalb " Du sollst Geld haben. Oder b:sser ich fahre mit Dir sofort zur Mutter und sehe selbst nach ihr." Um Gottes willen nicht!" rief dkr Lithograph, den diesesAnerbieten thatsächlich sehr zu erschrecken schien. Sie schläft jetzt, die alte Frau, und dann ja dann nur keim Aufregung, hat der Doctor gesagt, das könnte den Tod herbeiführen. Nein, Suse, schlaf' Dich ruhig aus, und wenn Du morgen Zeit hast, dann komme." Ich bin morgen bestimmt da," eutschied Susanne und öffnete dabei die" Hausthür; komme mit mir hinauf, hier kann ich das Portemonnaie nicht aus der Tasche ziehen. Dann will ich Dir oben auch ein paar Zeilen an mcinen Hauswirth schreiben. Wenn Du ihm die morgen in aller Frühe bringst, wird er Dir einen Korb aushändigen, in welchem sich vortrefflicheStärkungsmittel für die Mutter befinden. Es sind meine Weihnachtsgaben für sie." Sie trat mit Strohbach in den dunklen Hausflur und wollte die Thür wieder von innen schließen. . Aber der Lithograph meinte: Laß nur, wir lehnen die Thür jetzt an. und wenn ich nach ein paar Minuten herunterkomme, werfe ich sie hinter mir in's Schloß." Arglos ging Susanne auf seinen Vorschlag ein. Vorsichtig," mahnte sie. als sie mit ihm die Treppen hwaufschritt, tritt leiser auf, nian braucht Dich nicht zu hören." Wer soll mich denn hören?" slüsterte Strohbach, .es sind ja nur Bureaux und Geschäftslokalitäten im Vorderhaus, und da schläft doch Uu ner." So sehr war Suschen in ihren Gesanken mit der kranken Mutter beschäftigt. daß ihr des Pflegebruders genaue Vertrautheit mit den Hausräuinen nicht einmal auffiel. Ohne sich nur die geringsten Gedanken über ihre unbedachte Handlungsweise zu machen, ließ sie William mit sich in die Wchnunq des Justizraths eintreten, schloß die Thür des Sprechzimmers auf. wo ritt eine Gasflamme brannte, und hieß ihn hier aus einen Stuhl in der Nähe des Eingangs sich niedersetzen. Dann entledigte sie sich ihres Mantels und ihres Kopftuches und legte ihre kleine Geldtasche nebst einigen Schlüsseln auf den Schreibtisch. Ich schreibe nur die wenigen Zellen an Herrn Grün, dann sollst Du arch sofort das Geld haben," wandte sie sich an Strohbach. -Dieser antworte nicht. Er hatte lai Sop? zvrSeite geneigt und lauschte
mit gespannter Aufmerksamkeit. Sein
sonst so blasses Gesicht war merkwur dig geröthet und hätte einem aufmrk samen Beobachter eine starke Erregung verrathen. Susanne saß ihm mit dem Gesicht zugewendet und schrieb. Sie wurde von Strohbach unterbro chen Du. Suse, sagte er. wir haben doch auch nicht vergessen, die Corr, dorthur zu schließen? Es könnte sich sonst einer einschleichen." .Ich denke, ich habe gut geschlossen. Hm. besser ist besser ich cjerje 'mal nachseh n. Du schreibst indessen zu Ende. Er erhob sich und qinq hinaus. In diesem Augenblick des Allein seins schweiften Suschens Gedanken zu Rheden hm. Was er nur gedacht haben mochte, als er sie nicht mehr fand? Vielleicht hatte auch er jetzt schon den Ball verlassen. Und wann würde sie ihn wiedersehen? Der Lithograph durchschritt das Vorzimmer, sie hörte ihn gehen, und das erinnerte sie daran, daß sie die wenigen Zeilen beenden müsse. Doch kaum hatte sie die Feder anoesetzt, als sie stutzte und lauschend das Haupt erhob. Hatte sie nicht aus dem Vorzimmer leises, fluchtiges Flüttern vernommen? Doch nein, es war nur eine Tauschung. da trat William wieder ein und kam langsam zu ihr an den Tisch heran. Na, wie steht's?" fragte er offenbar recht ungeduldig, ist der Wisch fertig?" Bediene Dich artigerer Ausdrucke, erwiderte ihm Susanne, und bitte, lasse die Schlüssel liegen mit denen hast Du nichts zu thun." Sie hatte nämlich bemerkt, daß der Lithograph die neben ihrer Geldtasche auf dem Schreibtisch liegenden, an einem metallenen Rma veremlaten Schlüssel wie spielend in die Hand genommen hatte und aufmerksam betrachtete. Er ließ sich auch durch ihr Verbot nicht im geringsten stören. Gieb die Schlüssel fox," herrschte ihn das Mädchen mit strenger Stimme an. hörst Du, ich verbiete Dir " Das Wort erstarb ihr auf den Lippen mit weit aufgerissenen Augen, in denen sich Furcht und Ents:en widerspiegelten, starrte sie über den Schreibtisch hinweg auf die Thür. Wer ist der Mensch dort?" rag es sich von ihren Lippen. Dort der Mann?" Da ist Niemand," fuhr sie Strohbach an. In demselben Augenblick erhob er seinen Arm, und das Gas erlosch. Tiefe Finsterniß bedeckte den Raum. Elender Schuft Räuber zu Hilfe!" schrie Susanne emporschnellend. Sie verlor nicht das Tewußtsein, nicht einmal die Geistesgegenwart, wie viele andere Frauen oder Mädchen in dieser wahrhaft furchtbaren Lage es gethan hätten; blitzschnell durchzuckte sie der Gedanke, daß es hier auf einen wohl vorbereiteten Raubanfall odgesehen fei, dem sie, wenn noch möglich, begegnen müsse. Sie stieß den Stuhl, auf dem sie gesessen. mit aller Kraft dem auf sie zustürzenden Strohbach entgegen und versuchte das Fenster zu erreichen. Gelang es ihr, es zu erreichen und zu öffnen oder die Scheiben zu zerschlagen, so mußten ihre Hilferufe aus der Straße gehört werden. Pack sie doch. Mensch!" hörte sie eine ihr fremde, heisere Stimme von der Thür her rufen, wenn sie Radau schlägt, sind wir verloren!" Doch schon hatte Susanne, die selbst im Finsteren hier sich mit ziemlicher Sicherheit bewegen konnte, das Fenster erreicht: ihre Hand umklammerte den metallenen Griff, den sie nur nach rechts zu drehen brauchte, um den Fen sterflugel zu offnen da stieß sie ei nen Schmerzensruf aus und zog die Hand zurück. Ein schwerer Schlag mit emem eisernen Gegenstande, nem Brecheisen oder modernemDiebeshar.dwerrszeug, hatte sie getroffen. Wahrend sie fast besinnungslos vor Schmerz zurücktaumelte, wurde He nit eisernem Griff an den Armen gefaßt, und die bekannte Stimme ihres Vivders flüsterte ihr in's Ohr: Rühr Dich nicht von der Stelle, gieb keinen Ton von Dir, wenn Dir Dein L.ben lieb ist!" Der roheMensch drückte das schwache Mädchen in einen Sessel nieder rnd blieb, doch ohne sie loszulassen, neben ihr stehen. Und selbst wenn Susanne einen Hilferuf hätte ausstoßen wollen, womit sie sicherlich ihr Leben auf's Spiel gesetzt hätte, sie wäre vorläufig nicht im Stande gewesen, auch nur einen lauten Ton von sich zu geben. Die wahnsinnige Aufregung, die Gemüthserschütterung. der körperliche Schmerz, den der Schlag auf die Hand in dieser und dem ganzen Arm hervor. gerufen, machten sie unfähig für irgend eine körperliche Anstrengung. Leise wimmernd verharrte sie in der ihr auf genöthigt! Stellung. Vorwärts, geh an die Arbeit!" hörte sie ihren Pflegebruder rufen; ich habe meine Pflicht gethan, jetzt ist's an Euch, das. was wir brauchen, in Sicherheit zu bringen." Von der Thür her fiel vlöklich ein dünner, greller Lichtstrahl durch dos Zimmer, er ging von einer Blend laterne aus. welche der kleine dicke Mann, den Susanne noch im letzten Augenblick vor dem Verlöschen der Gasflamme gesehen, in der Hand hielt. Dieser Mensch, der verbrecherische Genosse Strohbachs, schlich auf dm Strümpfen die Schuhe hatte er na tllrlich auf der Treppe abgelegt heran. Hast Du den Schlüssel?" Welchen? Den zum Wandschrank? Du mußt probiren, welcher der rechte ist hier ist ein ganzes Bund Schlüs sei. emer darunter ist eö gewlg.
.Wollen sehen. Halte nur dai
Frauenzimmer still!" Der Lichtschein der Laterne fiel cuf den Wandschrank, in welchem Gallus seine wichtigen Papiere aufbewahrte. Der kleine Dicke arbeitete, aus einem Stuhl stehend, mit fieberhaftem Eifer; die drei eisten Schlüssel vermochten dc.s kunstvolle Schloß nicht zu öffnen. Also auf die Papiere ist es al'gesehen." flog es durch das Hirn Susannes, in dem sich die Gedanken jag ten. nicht auf Geld, sondern aus Ent hüllungen. Dann sind Strohbach und sem Genosse also nur die Werkzeuge in der Hand eines anderen, denn was könnten ihnen Akten und Briesschasten nutzen? O. mein Gott, und gerade diese Papiere will Gallus um leinen Preis missen!" Hat ihm schon!" triumphirte der kleine, bald werden wir den Schrank offen haben! Und kein Mittel keines, das schändliche Bubenstück zu durchkreuzenv Nein, kein Mittel, denn schon war das Verbrechen vollendet. Der kleine Dicke svrana von seinem Stubl berab: tx hielt eine braune Kiste m seinen . .- . Armen, bei deren Anblick Strohbach einen unterdrückten Freudenschrei ausinen.. Jetzt an den Diebessicheren." lachte der Räuber und wandte sich. nachdem er die Kisie mit den Dokumenten in der Nähe der Thür auf den Teppich niedergestellt, dem Gevschrank zu. Löscht die Laterne ganz aus!llang es vom Eingang des Zimmers far. Dem Befehl wurde augenblicklich Folge geleistet, und Susanne hörte hierauf eine dritte Person in 'das dunkle Zimmer schleichen. Wie weit seid Ihr, Jungens?" fragte jener Unbekannte, indem er sich Mühe gab, seine Stimme zu verfallen. Den einen Fisch hatten wir gefangen, meldete der Dicke freudig, die Papiere sind da." Dann macht, daß ihr fortkommt. raunte der dritte seinen Genossen zu; .die Irische hat soeben gepfiffen, daß es an der Ecke nicht geheuer ist." Oho, wir gehen nicht ohne Geld, antwortete der Dicke. Komm. Lcnger, hilf mir mit dem Eisernen fertig werden." Hol Dich der Satan, Bruno!" zischte der zuletzt Gekommene, dessen Stimme Susanne Nicht zum erstenmal zu hören glaubte. Du wirst urs noch alle in's Unglück bringen es dauert eme Stunde, bis wir mit cm Geldschrank zu Stande kommen, und dann ist's auch noch nicht sicher, ob wir ihn aufkriegen. Komm mit mir. sage ich Dir!" Murrend schlich der Kleine an seme Seite. Und Sie, Strohbach, halten Sie Ihr liebes Schwesterchen noch ein Viertelstündchen fest, und setzen Sie ihr indessen unsere Menschenfreund!!chen Absichten auseinander. Hast Du die Kiste, Bruno ja? dann fort!" . Die Papiere laß hier!" schrie Sufanne plötzlich auf, und emporschnellend versuchte sie mitAufgebot all ihrer Kraft sich von den Griffen des Lithographen zu befreien. Ihr Angriff kam dem Mann unerwartet, und er gelang dem Mädchen, ihn bis zu dem Geldschrank hinzuzerren. Ihre Adsicht war, die Kurbel des elektrijoyen Klingelzuges, die sich an der Wand hinter dem Abreißkalender befand, zu erreichen und fo den Wärter aus dem Hinterhaus herbeizurufen. Als Susanne wieder zu sich kam. lag sie auf dem breiten Ruhebett, das sich in dem Sprechzimmer des Justizraths befand; die Gasflamme über dem Schreibtisch brannte, und lhr Pflegebruder saß auf einem Stuhl neben ihr. Er hatte sich eine Cigarre angezündet und blies behaglich blaue Rauchwölkchen ixt die Luft. Na. wie steht's. Kieme?" fragte er. TOist 5i, n?Sr Viriinfftrt,2j Susanne war mit emem Sprung l IVUXH VVtllUIIliy I auf den Füßen. Eine Stelle des Hinterköfes, welche die Faust ihres Angreifers getroffen, schmerzte sie, aber sie achtete nicht darauf. Was willst Du noch hier. Elender?" herrschte sie den Lithographen an. Du hast ja Dein schändliches Werk ausgeführt warum folgst Du nicht den Verbrechern, mit denen Du gemeinsame Sache gemacht hast?" Es gefall! mir hier zu gut, antwortete Strohbach frech. Susanne erhob sich, und e? ymdttte sie nicht daran; er machte auch keine Miene, seinen bequemen Sitz aufzu geben, als er sah. daß sie an den Geldschrank herantrat und neben demselben einen Abreißkalender von seinem Nagel an der Wand herunterwarf. Siehst Du diesen metallenen Griff?" fragte das Mädchen kurz und scharf. Der gehört gewiß zu emem G.o. ckenzug?" meinte Strohbach gemüth lich. Du hast es errathen. Und zwar führt diese Glocke zum Wächter des Hauses." rief Susanne mit blitzenden Augen; der Mann wird in wenigen Minuten hier sein, sobald ich diesen Griff nur umgedreht habe!" So thu es doch. Kleine. Susanne starrte den Pflegebruder an, sie begriff seine Ruhe, seine Furcht, losigkeit nicht. Man wird Dich packen und in's Gefängniß führen," rief sie. Das ist ja gerade, was ich abwarten will." lachte der Lithograph; ja. liebe Schwester, ich möchte gern 'mal sehen, ton welt die Dankbarkeit geht. Es wird recht possirlich sein, wenn Du den Sohn des Mannes der Polizei übergiebst. der Dich vor dem Verhun gern auf der Straße errettet, der Dir ine Heimath, eine Familie gegeben hat. Nur zu, Schwesterchen, das wird lustig werden'.
Er ließ seinen Worten ein höhni-
scheö Lachen folgen. Susanne ließ ihn den tiefen Grn druck nicht merken, den seine Mahnung auf sie gemacht hatte; sie verbarg ilne Bestürzung hinter einem erneuten Zor nesausbruch. Deinem Vater bin ich Dankbarkeit schuldig, denn er war barmherzig g'aen mich und nahm mich von der Straße auf; Deine Mutter liebe und ehre ich. denn sie schenkte mir das Herz emer Mutter und die Sorgfalt einer solchen Dich aber, den Sohn dieser braven Menschen, verabscheue und verachte ich. denn vom Verschwender wardst Du zum Müßiggänger, vom Arbeite scheuen zum Betrüger. Dieb und Einbrecher. So, jetzt weißt Du wenig stens. wie wir zwei miteinander stehen!" Wir stehen ganz ausgezeichnet. Schwesterchen." lautete die Antwort Strohbachs. Wir könnten gar nicht besser miteinander stehen sogar Ge schäfte machen wir beide zusammen." Geschäfte? Was soll das heißen?" So erinnere Dich doch nur, Schwe sterchen. Warst Du es nicht, die mir und meinen Freunden heute Nacht die Thüren dieser Wohnung geöffnet, warst Du es nicht, die uns die chlussel zu dem Wandschrank gegeben, die uns überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht hat, daß die braune Kiste gerade so wichtige Papiere enthalte wer könnt' es sonst wissen?" Bist Du wahnsinnig. Mensch?" Nur ruhig, laß mich erst ausreden! Geh hin, Rothkäppchen. und hänge die ganze Geschichte an die große Glocke, Hetze uns die Polizei auf den Hals, schlage Lärm, jetzt gleich oder morgen, wann Du willst. Wir aber werden beweisen, daß Du mit uns unter eil'er Decke gesteckt hast, und zwar so beweisen, daß es jeder glauben soll. Ra, und dann erzählen wir noch ein pikantes Histörchen von emer iungen Dame, die das Haus bewachen soll und ganz heimlich in der Nacht zum Maskenball geht, in einem Kostüm, das ein gewisser alter Herr für sie besorgt und ihr durch einen Dienstmann in's Haus geschickt hat hui, das wird gewissen Leuten die Augen ösfnen über das tugendhafte Suschen, über das Musterkind!" Susanne stand erstarrt, wie z?:m Marmorbild verwandelt da. Alles drehte sich um sie; sie fühlte mit Entsetzen, daß sie vor einem Abgrund der Abscheulichkeit stehe, vor eine Hölle, in welche man sie erbarmungslos hinabstoßen wollte. Sie war unfähig, ein Wort zu erwidern. Strohbach merkte, daß seine D:ohungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Er setzte seine Mütze auf und schlug den Kragen seiner Jacke empor. Du bist doch sonst em kluges Frauenzimmer, Suse," sagte er. sich zum Gehen wendend; thu, als ob Du von der ganzen Geschichte nichts wüßtest. Sieh Dich um: hier sieht's tlhrhaftig nicht aus, als wär' ungebet'ner Besuch dagewesen. Während Du dagelegen und Dich nicht gerührt hast Weiber sind auch gleich wie eine Feder umzupusten , haben wir hier alles in Ordnung gebracht. Nichts verräth, was heute Nacht hier vorgegangen; auch die braune Kiste steht wieder im Wandschrank, der wie vorher verschlossen ist " Die Papiere, die früher da drm gelegen haben," lächelte Strohbach höhnisch, die sind freilich nicht mehr da alte Zeitungen und Aktendeckel haben wir hmemgestopst, damit auch die nöthige Schwere vorhanden sei; aber halt Du nur Deinen Schnabel, Rothkäppchen, dann mag eine geraume Zeit vergehen, bis der Alte 'was merkt. Gute Nacht, und. wie gesagt: mitacfanden mitgehangen, das merke Dir. Schwesterchen. Bringst Du uns hinter die schwedischen Gardinen, dt im sorgen wir dafür, daß Du auch ein stilles Plätzchen bekommst, wo es schwerlich so lustig hergehen dürfte wie auf dem Maskenball, auf dem Du Dich heute Nacht so aut amüsirt hast. Ha. ha!" Susanne hörte das rohe Lachen des Elenden, bis die Corridorthür hinter ihm in's Schloß gefallen war. Endlich war sie allein, und mit dem Bewußtsein, daß sie es war. daß sie endlich vor der unheimlichen Gesellschaft erlöst sei. überkam sie eine große körperliche Schwäche. Ihre Kniee zitterten, die Thränen traten ihr in die Augen, und sie sank am Fußende des Ruhebettes nieder; das Haupt vergrub sie in das Polster, und der jugendliche Körper wand sich, vom hervorquellenden Schmerz geschüttelt. Ich bin verloren." stöhnte sie. vcr loren! Ich werde den Verdacht nicht abwälzen können, daß ich dem Bruder die Thüren geöffnet, daß ich ihm Vorschub ln semem verbrecherischen Thun geleistet halbe. Und mein Besuch deS Balles Gallus wird mich verdamwen. daß ich so pflichtwidrig gehandelt! Nein, nein er darf es nie erfahren. Ich muß schweigen schweigen und den Dubstahl verdecken, solange es geht. und so so werde ich nicht besser sein als als die Dicbe selbst!" Immer wieder auf's Neue strömten ihre Thränen, bis sie plötzlich auf sprang und das Maskenaewand. wel ches sie noch trug, mit zitternden Händen abzulegen begann. Wie kurz das Glück doch währt! dachte sie dabei; kaum streckt man die Hand nach ihm aus und glaubt es berührt zu haben, so ist eS auch schon wieder entfkhen. Ach. ich darf ihn nicht mehr wiedersehen, ich bin seiner Nicht werth!" Und sie zog sich, nachdem sie alles verborgen, was an ihren nächtlichen Ausgang erinnerte, in das angewies:ne Schlafzimmer zurück. In einem Nachtcafö der Friedrichs-
siadt, wohin sich nur selten ein anstan diger Mensch verirrt, saßen der Hof rath und Hähnchen in einem besonde 'in kleinen Raum zusammen.
Ein kleiner Koffer, der unter dem Marmortisch stand, enthielt die Akten und Briefschaften, welche sich noch vor wenigen Stunden im Besitz des Justiz raths Gallus befunden hatten. Ich bin mit Ihnen zufrieden.Hähn chen." sagte Schaller. ein Packet Banknoten aus der Tasche ziehend; hier ist der bedungene Preis; zählen Sie, ob die Summe stimmt. Der Reichsconsulent ließ die blauen Scheine durch seine Finger gleiten. Alles in Ordnung." sagte er und steckte das Geld ein; hoffentlich giebt es bald wieder etwas zu thun; Sie sehen, daß Sie sich aus mich verlasjen können." Ich sehe, aber die Hauptsache ist. daß die Polizei nicht Eure Spur fm det." Ich denke, daß sie gar nicht suchen wird." Unmöglich. Gallus wird Lärm schlagen." Aber nicht sogleich; ich habe ein Planchen ausgeheckt, das uns vorlaufig vor zeder Verfolgung sichert. Um fo besser für Sie, Hähnchen. Jetzt kommen Sie, nehmen Sie dcn Koffer, und begleiten Sie mich zu einer Droschke. Muffen wir durch da Caf6 gehen?" Nein, gleich hier hinaus. Hinter zener bunten Portiere dort befindet sich eine Thür, die in den Hof führt. Kommen Sie." Eine halbe Stunde später saß Hcfrath Schaller in seinem behaglich durchwärmten Arbeitszimmer. Auf dem Schreibtisch brannte unter dem grünen Schirm die Gaslampe. Der Hofrath selbst war damit beschäftigt, den Inhalt des kleinen Koffers auszuleeren und einer flüchtigen Musterung zu unterziehen. Aktenstücke, Briefe, Depeschen. Zettel, Scheine aller Art. alles sich auf denFels'schen ErbschaftsProzeß beziehend, glitten ihm durch die Hände und wanderten auf denSchreibtisch. Plötzlich, als Schaffe? einen in englischer Sprache geschriebenen- Brief hastig durchgelesen, zuckte er zusammen. und ein Ausruf der Ueberrafchung entfuhr seinen Lippen. Dann brachte er seinen Kopf und den Brief näher in den Lichtkreis der Lampe und las das Schreiben langsam, Wort für Wort überlegend, noch einmal. Jetzt haben wir gewonnen," murmelte er; das giebt allem eine Wendung, und ich denke, meinem Freunde Gallus dürfte sie nicht fehr ersprießlich werden! Nur schnell gehandelt noch haben wir den Vorsprung." Während dieses kleinen Selbstgesprächs hatte Schaller sich einem kleinen japanischen Bambustischchen genähert, auf dessen Platte eine Flasche mit einigen Gläschen stand. Er goß sich zweimal von dem alten, vortrefflichen Cognac ein, und nachdem er sich so genügend erwärmt hatte, warf er den kaum abgelegten Mantel und verließ auf's Neue sein Haus. Nach dem Haupttelegraphenamt! befahl er dem Kutscher der Nachtdroschke, die er an der nächsten Ecke nahm, und von der er sich nachher wieder nach semer Wohnung zuruckbringen ließ. In der Zwischenzeit hatte er folgendes Telegramm aufgegebm: Nenzport Company. London. Der gefährliche Concurrent. der dort die Preise verdirbt, heißt Thomas Thornton. eigentlich Davis. aus N'.w Dork. Wohnt gegenwärtig in London. 37 Circusstreet. Von hier ist Gallus gestern nach dort abgereist, will wahrscheinlich mit Thornton gememsam Geschäfte machen. Beenden Sie Preisschleuderei unbedingt sofort auf jede Weise. Melde Näheres, brieflich über Paris. Berliner Agent." Und der elektrische Draht trug diese Nachricht über den Kanals noch bcvor Doctor Gallus auf seiner Reise nach London die Küste erreicht hatte. 17.Caprtek. Geheimrath Busch, der Retter und Helfer so vieler Leidenden, der mit hellblickendem Geist die Ursachen j'der Krankheit zu erkennen und mit verblüffender Sicherheit seine Diagnose zu stellen Pflegte, um dann zielbewußt und meist auch erfolgreich gegen das quälende Leiden zu Felde zu ziehen, ahnte nicht, was fein Weib, als es in jener Ballnacht cm feiner Seite xvltt, litt und schweigend ertrug. Wahrend ihm em tiefer, kräftiger Schlummer beschert war. dessen heitere Träume den ruhenden Geist umgaukelten. lag Beate mit weltgeoffneten, fleberglänzenden Augen auf ihrer weichen Lagerstatt, das Haupt auf die gekreuzten Arme gebettet. Ihr Körper regte sich nicht, doch ihr Geist arbeitete um so fieberhafter. Eine schlaflose Nacht! Die geangsiigte Seele ist weit geöffnet, und ein wilder Geisterreigen der Erinnerungen durchzieht sie. In allen Winkeln. über welche sonst Schleier der Vergeslenheit gebreitet, regt es sich, und mü Schlangenleibern hebt es sich empor. Das Gewürm dunkler Stunden längst wähnte man es zertreten und zerfallen kriecht heran. Gestalten nahen, die seit Jahrzehnten das Gehege 'der Erinnerungen nicht mehr betreten. und sie alle, die dustzren Mahner, tra gen ihr unfreundlichstes Gewand, und ihre Mienen sind drohend, unheilverkündend. Vergeblich sucht man sie hinwegzuscheuchen, umsonst ruft das arme, "gequälte Herz die Ueberlezung, die kraftvolle Logik, die lindernde Hoffnung zu Hilfe. Auch diese freundlichen Verbündeten vermögen nicht. dem Andrangen der finsteren Gewalten Halt zu gebieten der nächtliche Spuk bleibt bestehen, bis der herein brechende Morgen mit feinem Helle ihn scheucht und dem ermatuien Körper
eine kurze Ruhe gewahrt, in dem auch
mc geknechtete Seele Erquickung findet Und nun gar Beatens schlaflose Nacht! Das arme Weib war durch des Hofraths schleichendes Gift, das er rhr tropfenweise beigebracht, m t rtK martervollen Zustand versetzt worden; das furchtbare Geheimniß, welches sie in ihrer Brust verschließen mußte, das sie am allerwenigsten mit dem geliebten Manne, sonst ihrem treuesten Freunde und Vertrauten, theilen durfte, lastete wie ein Alp auf ihrer Seele und drohtb ihr den Lebensodem wegzunehmen. Schattenhaft glitt ihr ganzes vcr gangenes Leben an ihrem geistigen Auge vorüber. Wie nahe war sie dem völligen Ruin gewesen! Besonders damals, als man sie scheinbar geheilt aus dem Bellevuehospital in New York entlassen hatte. Schembar geheilt! Denn der Scharfblick des Arztes hatte doch nicht zu erkennen vermocht, daß ihrem Geist eine Schwäche geblieben war, welche sie wichtige Geschehnisse und Vorgänge völlig vergessen ließ. Mit der Absicht, ihr Kind aus jenem finsteren, unfreundlichen Hause der Eldridgestreet abzuholen, war sie von dem Arzte geschieden, doch schon vor der Thür des Hospitals hatte sie teme Erinnerung mehr daran, und unbekümmert um das Schicksal ihres Kindes. das sie wie seinen Vater gestorben wähnte, durchschritt sie die Straßen. Wie im Traum wandelte sie vorw'äcls, Nicht emmal der Anbruch der Nacht unterbrach sie in ihrem planlosen Wandern. Endlich zwang sie der Hunger, irgendwo einzukehren. Sie besaß fünf Dollars, welche sie derGüte des Chefarztes imBellevuehospital vcrdankte, aber sie scheute sich trotzdem, in ,eines der zahlreich auf dem Wege liegenden Restaurants hineinzugehen und eine Mahlzeit einzunehmen. Die vielen bärtigen Gestalten, welche sie. hinter den hohen Scheiben gewahrte, das lbhafte Treiben in den überfüllten Lokclen schreckten sie. Sie zog es vor, an das Fenster des Souterrains eines freundlichen Wohnhauses anzupochen; sie wußte, daß sich hinter den zierlichen Gittern die Küche befand, und sie bat das herausschauende Dienstmädchen um eme Tasse Kaffee und ein Stück Brot. Das Mädchen lud sie zum Eintreten ein und setzte ihr in der elegant eingerichteten Küche. eine Abendmahlzeit vor. Während Beate noch aß, kam die Dame des Hauses herein. Sie war in Trauer, und auf ihrem nicht mehr jungen, doch hübschen und gütigen Gesicht lagen die Spuren tiefen Schmerzes. Theilnehmend erkundigte sie sich in englischer Sprache, welche sie mit fremdartigem Accent sprach, nach Bcatens Schicksal, und als diese ihr erzählte, daß sie Mann und Kind verloren habe und ohne Schutz und Obdach durch die Weltstadt irre, brach die Dame in Thränen aus. Auch sie hatte vor emigen Tagen ihren Liebling, einen Knaben, in die Erde gesenkt, nachdem lhr Gatte em halbes Jahr früher in Florida, dessen mildes Klima sein Brustleiden hatte aufhalten sollen, gestarben war. Die Dame, eine vornehme Jtalienerin ihr Gatte hatte, bis seineKcankheit die Oberhand gewann die Filiale einer römischen Bank in New Aork geleitet gewährte Beuten groß müthig Gastfreundschaft: die Gesellschaft der, Leidensgenossin, lhr mildes Naturell , sagten ihr ungemein zu. Zwischen den beiden einsamen Frauen entstand ein Freundschaftsbund, so daß Beate, als Frau Paolmr nach Rom zurückkehrte, sie nicht verließ, sondern nach dem sonnigen Italien begleitete. Hier widmeten sich die beiden Frauen Werken der Nächstenliebe urd der Wohlthätigkeit und blieben zusammen, bis Frau Paolini nach etwa fünf fahren sich zu emer zweiten Ehe ertschloß. Sie heirathete einen höheren Offizier, welcher kurz nach semer Vermählung nach der erythräischen Colonie versetzt lmnde. Seme Gattin begleitete ihn und starb zwer Jahre spater in Afrika am Klimasieber. Beate aber hatte sich bald nach der Trennung von ihrer Freundin, vcm dieser grcßmüthig mit ausreichenden Existenz :nitteln versehen, nach Neapel begeben, wo die zum Ausbruch gelangte Blatternepidemie ihr Gelegenheit zur Beihätigunq chres Opfermuthes und ihrer Umsicht in der Krankenpflege gab. Und hier war es. wo sie Eberhard kennen lernte, hier war es, wo an sei ner Seite ihr ein Liebesfrühling er- -blühte! Beatens Erinnerungen stockten. An diesem Wendepunkte ihres Lebms, von dem aus sie an derHand des besten. edelsten Mannes m ein remes, ungetrübtes Glück hineingeschritten, begann ja auch ihre Schuld; hier wurzelte dcr Fehltritt, der sich jetzt furchtbar an ihr rächen sollte! Stöhnend verbarg die unglückliche Frau ihr Haupt in den Kissen des Lagers. Sie hatte gesündigt, als sie noch einmal die Hand nach dem Glück ausstreckte ein Verbrechen war es gewesen,' als sie zum erstenmal ihr Haupt an Eberhards Brust geborgen, ein durch die Gesetze aller Länder mit schwerer Strafe bedrohtes Vergehen, als sie dem geliebten Manne die Hand zum ewigen Bunde gereicht. Und nun war über Nacht die Entdeckung gekommen, und die Sühne pochte mit knöcherner Hand an die Thür und forderte Einlaß! Gewiß, sie hatte nicht wissentlich das Ungeheure verschuldet, sie war überzeugt gewesen, ihr erster Gatte sei tndt, wie das md, das sie ihm geboren aber wer außer Eberhard selbst vielleicht wurde ihr glauben? Der Ria ter gewiß nicht. Die Menschen? Sie hatten sie genugsam um ihr Gluck beneidet, wie gern würden sie jetzt den Stem aufheben, um ihn nach ihr zu schleudern. O, welche Schmach, wel cheö Unheil, welcher Zusammenbrach!
(Fortsetzuns folgt.)
Aür die KuHe. Schweizersuppe mit Käseschnittchen. Man kocht auS Fleischabfällen, Kalbsknochen, Schinkenresten, reichlichem Suppengrün und 2$ Quart Wasser eine Brühe, die man mit einer halben Unze Liebig's Fleischextrakt kräftigt, dann durchseiht und mit in Wasser weich gezogenem Tapioka (echtem Sago) seimig macht. Inzwischen bereitet man in mit Essicr gemischtem Wasser pochirte Eier und legt sie in die Suppenterrine. Die Käseschnittchen werden von Weißbrotscheiben hergestellt, die in Butter geröstet, mit Parmesankäse dick bestreut, in eine Assiette gelegt und mit etwas kochender Bouillon Übergossen werden. Ist diese .eingezogen, bestreut man sie nochmals mit Käse, bäckt sie im Ofere goldgelb und reicht sie zur Suppe. Zunge in Gelee. In eine passende, mit feinemOel ausgestrichene Form gießt man etwa einen Zoll hoch ein Gelee, das auf bekannte Art mit Gelatine. Liebich's Fleischextrakt etc. bereitet wurde, läßt es auf dem Eise erstarren, dekorirt es mit guirlandenartigen Verzierungen von kleinen grünen Bohnen, Pfeffergurken und der gleichen, ordnet die zierlich geschnittenen Scheiben einer aus ihrem Sud genommenen, sauber beschnittenen Zunge mit ausgezackten Citronenstückchen m der Form, füllt diese mit dem Rest des Aspics, stellt sie auf Eiä und stürzt sie vor dem Anrichten. Leberklöße. Zu zwei Pfund Leber nimmt man eine große Zwiebel und ein Viertel Pfund Nierenfett und hackt dieses zusammen recht fein.. Ein Dutzend Semmeln wird zur Hälfte irr Wasser eingeweicht zur anderen Hälfte gerieben, Pfeffer. Nelken. Muskatnuß, Salz nach Belieben, abgeriebene Citronenschale dazu genommen, einige Eier dazu gemischt, runde Klöße daraus geformt und in siedendem Wasser oder Fleischbrühe eine Viertelstunde gekocht, und in der Suppe zu Tisch gegeben. Eine feinere Art der Zubereitung ist: Das Wcißbrod oder die Semmeln in ganz feine Schnittchen zu schneiden mit Milch anzufeuchten und mit demKochlöffel ganz glatt Zu verarbeiten; statt der geriebenen Semmeln ein Pfund geriebene Crackers dazu zu verwenden. Gedämpftes Rindfleisch, auf italienischeArt. Man nimmt ein gutes Stück von den Knochen befreites, dickes Rippenfleisch, klopft es tüchtig und spickt es mit Speckstreifen, Gewürznelken, zugespitzten Zwiebelstückchen und Citronenschale. Nachdem inan es stark mit Pfeffer und Salz eingcrieben hat, legt man dasselbe zwölf Stunden in Essig. Nun bringt man es in eine Kasserolle, gießt den Essig, worin es gelegen, nebst der gleichen Menge Wasser dazu, deckt es zu und dämpft es langsam weich. In drei Stunden ist dies der Fall, dann würzt man die Sauce mit Salz und Pfeffer und einigen Citronenscheiben nebst etwas braungeröstetem Mehl. Noch eine Stunde läßt man das Fleisch leise fortkochen und richtet es an, inöem man körnig gekochten Reis oder Maccaroni dazu reicht. Bechamelkartoffeln. In einer tiefen Kasserolle zerläßt man ein Viertel Pfund frische Butter, giebt ein halbes Pfund nicht zu fettes, in kleine Würfel geschnittenes, geräuchertes Schweinefleisch oder ebensoviel Schinken hinein, reichlich feingehackte Zwie bel und einige Stücke Parmesankäse. Dies alles läßt man unter fleißigem Umrühren hellgelb, aber nicht braun schwitzen. Nun fügt man zwei Kochlöffel Mehl dazu, läßt dasselbe anziehen. löscht mit etwas Fleischbrühe, ab und mengt nach Und nach einen Pint dicken, sauren Rahm, Pfeffer, etwas Salz und nochmals geriebenen Parmesankäse dazu und läßt alles, eine Stunde an heißer Herdstelle ziehen, nicht kochen. Mittlerweile hat man gute, neue Kartoffeln in der. Schale gesotten, fein gerädelt und auf eine tiefe Platte geschichtet; über diese cießt man nun die Tunke durch ein femeä Sieb, streut Parmesankäse, und Paniermebl darüber und stellt dieselbe noch eine Viertelstunde in den Bratofen. Hammelkeule. Eine altge-
schlachtete Keule wird geklopft, gehäutet, vom Fett befreit, in gebräunter Butter im Ofen iz bis 2. Stunden, saftig gebraten, wobei man allmalig em wenig Bouillon, aus Fleisch extra ct. zugießt. Kurz vor. dem Anrichten bestreicht man die Oberfläche des gul ge salzcnen Bratens mit aufgelöstem, engllschen Senf, beträufelt ihn vorsichtig mit etwas Sauce, läßt den Senf einziehen, macht, den Fond, nachdem zuvor das Fett abgeschöpft wurde, mit in Wasser, verquirltem Weizenmehl sei Mig und gibt den Braten asZ den Tisch. Verhüllte Lachs schnitten. Aus zwei Eiern, etwas Salz, wenig Wasser,, einem Löffel Backpulver, einem dicken Stück Butter und genügend Mehl wird em Teig gearbeitet, der gut du-rchgeknetet. rrad dann ausgerollt und in Zwei Theike geschnitten wird. Man lest die Lachsschnitten auf die eine Hälfte des Teigs, deckt die andere dar über, bestnicht beide Tngselten mit Olivenöl, legt den Teig, nachdem man ihn in Stücken geschnitten, so daß jede Lachsscheibe zwischen Teig liegt, auf weißes, mit Oel bestrichenes Papier und dann aus einen Rost und rostet ihn hierauf gar. Man richtet den verhüllten Lachs auf einer Unterlage lunger Kresse an und gibt in einer Extraschüs sel jungen Gurkensalat dazu. Entsernuna von Kesselstein. Man schüttet Salzsäure in den Topf, reibt mit einem reinen Tuch oder emer Bürste den Wasserstem heraus und spült hernach gut mit heißemWas. ser. Man kann die Salzsäure auch verdünnt anwenden, jedenfalls darf nichts davon an die Kleid kommen. c rm "i v
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