Indiana Tribüne, Volume 21, Number 298, Indianapolis, Marion County, 17 July 1898 — Page 3
Der Goöte von Horror-Island.
Roman von Harry Shcff. (13. Fortsetzung.) ' Lassen Sie alles beiseite, was nicht zur Sache gehört. Wer sind Sie, und U?as wollen Sie von mir?" Wer ich bin?" kam es hinter der .Larve des frommen Bruders hervor. Ich bin Jhi Freund! Und was ich will? Nun. ich will Sie vor einem entsetzlichen Unglück bewahren, welches über Ihrem Haupte schwebt und Sie zermalmen, vernichten wird, wenn es über Sie hereinbricht!" Beate rang die gefalteten Hände. Wer Sie auch sein mögen, mein rr," stieß sie schluchzend hervor, und zu welchem Zwecke Sie durch anonyme Warnungen mich dem Wahnsinn nahegebracht haben erbarmen Sie sich und sagen Sie mir die Wahrheit!" Sie sollen die volle Wahrheit erfahren," sagte der Mönch mit dumpfer Stimme, aber Sie müssen stark stin, olle Ihre Kräfte zusammennehmen und sich beherrschen. Denn die Wahrheit wird Sie wie ein Dolchstoß trcffen." Was werde ich hören!" stöhnte die Unglückliche. Immerhin ist es besser." fuhr der andere fort, ohne sich durch den Einwurf beirren zu lassen, Sie erfahren Don mir, was Sie fönst über kurz oder lang von dem Kriminalrichler hören würden, daß Sie ein Verbrechen begangen haben, Madame, daß Sie zu Unrecht die hohe gesellschaftliche Stellung an der Seite Ihres Gatten einnehmen daß Sie sich und zwei an'dere' Menschen unglücklich gemacht haben!" Beate richtete sich mühsam auf. ..So ist es wahr, was Sie mir schrieben?" stieß sie hervor. Wahr, daß mein Mann daß Eldor v. Fels o, ich kann es nicht aussprechen ?ch kann nicht " Ich will für Sie vollenden, Ma'dame. Eldor v. Fels, Ihr erster, Ihnen in New Aork gesetzlich anvertrauter Gatte lebt!" O, mein Gott mein Gott!" Nach einigen Minuten erst hatte sie sich ss weit erholt, um den Mönch durch eine Bewegung zum Fortfahren auffordern zu können. Herr v. Fels hat den ganzen amerikanischen Continent nach seinem Weibe und Kinde durchforscht " Das Kind," kam es in wahnsinniger Erregung von Beates Lippen, das Kind lebt es vielleicht auch noch war auch sein Tod nur eine Wahnvorstellung ein Traum? O, sagen Sie ja, und ich will Sie scg7ien!" Ueber das Kind vermag ich Ihnen keine Auskunft zu geben, Madame. Eldor v. Fels ist allein. Als alle seine Nachforschungen nach den Seinigen vergeblich waren, ging er wieder nach dem Westen der Bereinigten Staaten zurück. Gegenwärtig befindet er sich in einem kleinen Städtchen Californiens, wo er um das tägliche Brot arbeitet." So ist er arm geblieben, der Unglückliche?" Arm in doppelter Beziehung, denn ihm fehlt nicht allein irdischer Besitz, ihm mangelt vor allem die Liebe seines Weibes, das er als todt betrauert." Wie ich ihn! Ich schwöre es, und 3ott. der in mein Herz schaut, mag den Meineid strafen, wenn ich eines folchen fähig bin nur die Ueberzeugung, "daß Eldor nicht mehr unter den Lebenden weile, ließ mich einwilligen, einem anderen Manne anzugehören." Ich glaube Ihnen, Madame," antZvortete der Maskirte ohne Bewegung, aber an der Sache selbst wird dadurch wenig geändert. Eldor v. Fels wird in nicht zu ferner Zeit vor Ihren zweiten Gatten hintreten und sein Eigenthum Sie, Madame, von ihm zurückVerlangen!" Das gequälte Weib stieß einenSchrei 'des Entsetzens aus. Das darf nicht geschehen," jammerte sie. es darf nicht sein! Hören Sie das muß abgewendet werden, und wenn ich mein Leben dafür hingeben follte!" Es wäre auch von den schlimmsten folgen für' Sie begleitet, gnädige ZZrau. Denken Sie, wenn Ihr erster Gatte vor Sie hmträte wenn er seine nicht zu bestreitenden Rechte gel'tend machte was würden Sie .hun? Ihren zweiten Gatten, den Herrn Geheimrath, verlassen und mit jenem gehen?" Beate schauderte. Niemals," murn:elte sie. ich kann das nicht mehr." Sie würden sich vermuthlich weigern. Herrn v. Fels zu folgen, und was entstünde dann? Ein unerhörter Skandal, der sogar die Stellung Ihres Gatten erschüttern würde. Doch das wäre nicht das Schlimmste. Der Staatsanwalt würde sich des Falles bemächtiqen, er müßte es tbun, es ist seine Pflicht. Denken Sie an fc'n nun entstehenden Prozeß! Die Gemahlin des Geheimraths Busch angeklagt der Bigamie. Die Schuld ist nicht zu bestreiten. eine Berurtheilung muß erfolgen, und dann das Zuchthaus, welches vielleicht durch die Milde des Landesherrn in Gefängniß umgewandelt wird. Das, gnädige Frau, muß Ihr Loos sein, noch ehe einige Mznate vergehen!" Beate hörte denSchluß dieser erbarrnungslcsen Logik nicht mehr. Eine wohlthätige Ohnmacht hatte sie um fangen. and sie lag, das Haupt ;n den Polstern vergraben, auf dem Diwan. Verwünschte weibliche Schwachnervigkeit." knirschie der Hofrath, als er die Hilflosigkeit seineSOpfers bemerkte. .Diese Verzögerungen erhöhen die Ge-
fahr, in der ich mich befinde Teufel,
ich muß mit ihr zu Ende komm:n. Er eilte zum Divan und hielt der Bewußtlosen eme scharfe Salmiaklösung vor's Gesicht. Beate kam wieder zu sich, und nachdem sie sich e'nige Sekunden lang fragend in dem Zimmer umgesehen und mit erstaunten Blicken den vor ihr stehenden Bcttclmönch betrachtet hatte, kehrte i.'ue Er innerung wieder, und sie begriff die Situation. Schrecklich! O, wie schrecklich!" waren die ersten Worte, welche über ihre Lippen kamen. Klagen Sie nicht, Madame," unterbrach sie der Hofrath, der jetzt die Sache beschleunigen wollte, fassen Sie einen Entschluß. Wollen Sie sich vor dem Gespenst des zurückkehrenden, seine Rechte fordernden ersten Gatten Ruhe verschaffen?" Wäre das möglich? Ach. täuschen Sie mich nicht! Bedenken Sie, wie elend und unglücklich ich schon bin und wenn Sie ein Mensch sind und menschlich fühlen, so vermehren Sie nicht meine Qual. O mein Gott, vor so kurzer Zeit noch das glücklichste Weib unter der Sonne und jetzt haben Sie Erbarmen, zeigen Sie mir einen Weg der Rettung!" Das will ich. Noch kann alles gut werden denn Eldor v. Fels ahnt nichts." Er ahnt nichts? Er weiß nicht, daß ich lebe weiß nicht, wo ich Übe? Dann ist Hoffnung. Schnell, Sie räthselhafter Mensch, dessen Namen ich nicht einmal kenne schnell jagen Sie mir: was ist zu thun?" Nur durch Geld durch eine größere Summe, welche Sie zahlen, kann die Katastrophe verhütet werden." Beate schnellte empor: die Larve fiel durch die hastige Bewegung herab, aber sie achtete dessen nicht. Dieser Mann kannte sie a doch, er wußte ja, in wem er sprach. Sie war plötzlich von einem Hoffnungsgefühl erfüllt worden. Man forderte Geld von ihr! Wie. wenn man es eben nur auf dieses Geld abgesehen, wenn alles nur Tauschung, Betrug, eine kühne Erpressung wäre? Sie hätte jubeln mögen bei diesem Gedanken. Sie fordern Geld von mir?" sagte sie langsam. Nicht ich." unterbrach sie der Mönch, nicht- ich. Leute, welche Eldor v. Fels umgeben und in der Hand halten, müssen zum Schweigen gebracht werden. Ich erweise Ihnen nur den Liebesdienst, zwischen Ihnen und jenen Leuten zu vermitteln." , Gleichviel. Man fordert Geld von mir, doch wer giebt mir die Beweise, daß man mich nicht nur narrt, daß das, wofür ich eine größere Summe opfern soll, nicht nur in der Phantasie jener Leute besteht, welöhe vermuthlich das Geld einstreichen werden?" Zu ihrem größten Erstaunen antwortete der Bettelmönch nicht sogleich, sondern öffnete bedächtig seinen Rucksack, den er bisher an einer Schnur auf dem Rücken getragen. Ich verstehe Sie wünschen Beweise. Wohlan wem haben Sie vor langen Jahren diese Photographie gegeben?" Der geheimnißvolle, übermächtige Fremde hatte ein verblaßtes Porträt aus der Tasche gezogen und hielt es Beaten hin. Mein Bild!" stieß die arme Frau erblassend hervor. Ich gab es Eldor, als er von mir schied. Geben Sie, geben Sie es mir!" Sie streckte die Hände nach dem Porträt aus, aber der Mönch ließ es hastig wieder in die Tasche verschwinden. Ich bedaure. Ihren Wunsch nicht erfüllen zu können; dieses reizende Bild könnte bestimmt sein, noch einmal eine Rolle zu spielen. Ebenso diese Locke, welche ichJhnen jetzt zeige." Heiße Thränen stürzten aus Beaten's Augen. Suschens Locke, meines Kindes Haar! Ich schnitt ihr diese Locke ab an dem Abend, an welchem sie ihrem Vater den letzten Gutenachtkuß gab o. nur das, nur das lassen Sie mir, diese wenigen Haare sie sind ja von meinem Kinde, das ich noch heute in zahllosen schlaflosen Nächten betrauere und beweine erbarmen Sie sich, nur diese Locke!" Vielleicht ist es bald möglich, sie Ihnen zu überlassen," sagte der Hofrath, um die weinende Frau zu trösten, da er sie so aufgelöst und hingerissen sah, daß er einen neuen OhnMachtsanfall befürchtete. Nicht ich habe diese traurigen Erinnerungen heraufbeschworen, sondern Sie, indem Sie Beweise verlangten. Doch sagen Sie. Madame, erinnern Sie sich gefälligst schrieben Sie nicht Ihren letzten Brief an Eldor von einem abscheulichen Kellerquartier aus, das sich in New York im Hause Eldridge Street 347 befand?" Als Beate diese Frage vernahm, stand sie einige Augenblicke- wie gelähmt da. Ihre Augen vergrößerten sich unheimlich, und der Blick gewann eine furchtbare Starrheit. Ja ja furchtbar steigt sie herauf die Erinnerung," kam es dumpf von ihren Lippen, der letzte Brief an ihn! Ein unterirdisches, düsteres, abscheuliches Zimmer war es, in dem ich ihm schrieb wir hungerten, das Kind und ich. aber wir schämten uns, zu betteln. Entsetzliche Menschen kamen und gingen niedrige, erbärmliche Dinge sprachen sie zu mir in einer Sprache, die ich kaum verstand die Frauen, schmutzig, mit wirren, ungekämmten Haaren, drängten sich an uns, ihre Neugier zu befriedigen. SuSchen Weinte sie kränkelte kein Arzt wollte kommen, und kein Apotheker reichte uns aus Barmherzigkeit ein Heilmittel für das fiebernde Kind! Wie klar, wie hell es plötzlich in mir, wird, während doch alle diese Vorgänge so lange verschleiert so fern, so unergründlich waren. .
Der Hofraih glaubte. eS sei an der
Zeit, sein Opfer wieder in die Gegenwart zurückzurufen. Wünschen Sie noch weitere Beweise, Madame?" fragte er. Nein nein nichts mehr ich glaube Ihnen. Was fordern Sie von mir, damit das Schreckliche nicht eintrete?" Jene Leute in Amerika verlangen zwanzigtausend Mark." Diese Summe vermag ich nicht aufzubringen," rief dik Unglückliche. Wie sollte ich fo viel Geld besitzen!" . Ihr Gatte verdient diese Summe in einem Monat." Wenn es. wirklich so wäre ich kann mich ihm doch am wenigsten cnvertrauen." So erbitten Sie es von ihm unter irgend einem Vorwande." Ihm das Geld herauslocken ihn belügen?" Und was thaten Sie, Madame, als Sie ihn glauben machten, daß Sie Wittwe seien?" Ich glaubte es wirklich zu sein. Doch ich schwöre Ihnen, ich kann dieses Geld nicht schaffen." Dann lassen Sie die Sache ihren Lauf gehen; vielleicht kommt es zwischen dem Geheimrath und Eldor von Fels zu einer Einigung." Sie dürfen sich niemals sehzn!" rief Beate. Haben Sie Mitleid mit mir, geben Sie mir einen Rath, wie ich das Geld schaffen kann." Verkaufen Sie Ihren Schmuck, lcihen Sie bei Freundinnen, bei Bekannten Ihres Gatten, welche Sie zu Stillschweigen verpflichten. Zehntausend Mark müssen wenigstens in Baarem vorhanden sein, der Rest Der Rest?" wiederholte das arme Opfer bebend, als der Mann stockte und zu überlegen schien. Den Rest würde ich auf mein eigenes Risiko in Wechseln annehmen und Ihnen drei Monate Zeit geben, sie einzulösen." Wechsel? Ich weiß kaum, was das bedeutet." Sie brauchen sie nur zu unterschreiben, ich werde sie ausfertigen. Morgen muß das Geld zur Stelle sein morgen um vier Uhr Abends." Morgen schon? und wo soll ich es Ihnen einhändigen?" Kommen Sie nach der kleinenConditorei. die sich in der Nähe des Alexanderplatzes im Hause Alexanderstraße 12 befindet. Sie werden mich oder eine andere Person allein in dem hinteren Zimmer finden, und unser Geschüft soll in einigen Minuten geordnet sein." Und bin ich dann auch wirklich sicher?" Sie sind es. Garantien können wir Ihnen außer unserem Wort nicht geben. Aberdas Bild, die Locke sie will ich wenigstens haben." Der Hofrath dachte emen Augenblick nach. Sie sollen sie haben!" Dann wiederholte er noch einmal die Adresse und wandt: sich zum Gehen. Doch noch einmal blieb er stehen und sagte: Ich bedaure, gnädige Frau, Ihnen eine unangenehme Stunde bereitet zu haben, doch es ist besser, Sie sehen llar. Wenn Sie sich das Geld besorgen, seien Sie sehr vorsichtig Sie werden selbst am besten .vissen, daß Sie Niemand auch Ihrer be sten Freundin nicht, anvertrauen dürfen. um was es sich handelt. Auf Wiedersehen also!" Er war fort, der schreckliche Mann. Beate schlug beide Hände vor das Gesicht, dann schaute sie sich wie geistcsabwesend um. Sie beugte unter der Wucht der Gedanken, die sie bestürmten, das Haupt tief auf die Brust herab. Und als sie jetzt, die Larve in der Hand, langsam aus dem Zimmer herausschlich, die Augen halb geschlosfen, die Züge erschlafft, die Stirnlocken von Schweiß aufgelöst, Thränenspuren auf den Wangen und die Lippen schmerzlich verzogen schien sie um Jahre gealtert. Eine halbe Stunde später verließen der Geheimrath und seine Frau das Fest, als es noch nicht einmal seinen Höhepunkt erreicht hatte. Nur hier hereinspazirt, meinKind," sagte der wohlbeleibte Mephisto, als er. ein liebliches Aschenbrödel amArm, die Thür desselben Zimmers öffnete, in welchem Beate Busch kurz vorher so herbe Seelenqualen erduldet und ihre Thränen vergossen hatte. Nur wenn Sie mir geloben, während meiner Unterredung mit dem Baron zugegen zu bleiben. Herr Oberländer." sagte Susanne, denn sie war es. welche in der Maske der holden Märchengestalt ein entzückendes Bild gewährte. Ich gelobe es Ihnen unter einer Bedingung. Sie nehmen die Halbmaske' ab. die Ihr Gesicht verbirgt. Sie können es hier unbesorgt thun, es wird Sie außer dem Baron und mir Niemand sehen." Susanne enthüllte ihr Antlitz. Sie ahnen nicht, wie bange mir zu Muthe ist. Ich habe mich von Ihnen zu einem recht thörichten Schritt überreden lassen, und morgen, wenn ich erst so recht zur Besinnung gekommen bin und der Rausch verflogen ist, werde ich erst ganz klar empfinden, wie wenig pflichttreu ich gehandelt habe." Nein, Sie erfüllen eben gerade eine Pflicht, indem Sie hierherkamen. Uebrigens haben Sie sich, wie Sie sehen, dem Teufel verschrieben, und er wird in jedem Falle dafür sorgen, daß das, was er heraufbeschworen, keinerlei unangenehme Folgen für Sie hat. Doch ich höre den Baron. Kein so verlegenesGesicht. mein kleines Aschenbrödel es naht der Prinz, der dieZenige sucht, welcher der zierliche Pantoffel auf dem Füßchen wie angegossen schi." Im Rahmen der , geöffneten Thilr stand in der That eine an den Prinzen
deö Märchen? gemahnende Mannerge
liaiu Das braunsammetne, mit goldgelbe Atlas und goldener Spitze reich besetzte Gewand des verjüngten Faust stand dem stattlichen, blondbärtigen Rheden prachtvoll zu Gesicht. Auch er hatte sich der Larve entledigt; sie war an den Knauf seines Schwertes gebunden, dessen Scheide gleich dem an einer Goldschnur auf dem Rücken hängenden Barett ebenfalls in braunem Sammet gehalten war. Gelbseidene Tricots und Schuhe von der Farbe des Wamses vervollständigten das Costüm. Mit der Gewandtheit eines liebenswürdigen Weltmannes ging Hans aus Susanne zu. Meine Freude. Sie wiederzusehen, mein Fräulein." sagte er. wird nur noch von der Empfindung des Glückes übertrosfen, daß ich mir sagen darf, Sie zürnen mir nicht mehr." Als ich Ihnen zürnte," erwiderte Susanne, den Baron aus hellen Augen voll und ohne eine Spur von Befangenheit ansehend, beging ich ein Unrecht. Ich hatte den Einflüsterungen eines Elenden mein Ohr geliehen zum Nachtheil eines ehrenhaften Mannes. Ihn bitte ich. mir meine Uebereilung vergeben zu wollen." Hans führte ihre Hand an seine Lippen und drückte einen feurigen Kuß auf die feinen, schlanken Finger. Ich trage selbst die Schuld." sagte er. denn ich hätte wissen müssen, wem ich die Nachforschungen nach Ihnen übertragen. Doch nichts mehr davon. Lassen Sie uns mit einander plaudern, als wären wir alte gute Freunde. Von mir kann ich Ihnen zwar eigentlich herzlich wenig erzählen das Glück Hai mich auf seinen Schwingen in ein warmes, auf den Höhen des Lebens gelegenes Nest getragen. Erzählen Sie mir lieber etwas von sich," bat er, nachdem er Susanne auf dem Diwan hatte Platz nehmen lassen. Er selbst saß ihn gegenüber auf einem Sessels Von mir? O, mein Schicksal ist so wenig freundlich, von dem Ihrigen so himmelweit fern, was Sorglosigkeit und Freuden anbetrifft, daß ich Ihnen nur die Feststimmung verderben würde, wollte ich Ihnen von mir erzählen." Und doch bin ich so kühn, ein wenig in dieses schmerzvolle Dunkel eindringen zu wollen. Es geschieht indeß nicht aus Neugier, sondern weil mich alles, alles interessirt, was Sie betrifft. Leben Ihre Eltern noch, Fräulein Susanne?" ' Meine Eltern?" Das junge Mädchen schlug mit wehmüthigem Ausdruck die Augen empor. Meine Eltern? Sehen Sie, schon diese Frage vermag ich Ihnen weder mit ja noch nein zu beantworten. Ich vermuthe, ich glaube bestimmt, daß meine Eltern todt sind, aber mein Pflegevater, ein wackerer, einfacher Mann, fand mich als ein funnahriges Kind wernend bei Nacht auf der Straße umherirrend. Niemand vermochte ihm aus seine Fragen Aufklärung über mich oder meine Angehörigen zu geben; da nahm der edle Mann mich heim zu seiner Frau, und die guten Leute erzogen mich zusammen mit ihrem eigenen Kinde." Und niemals ward Ihnen später eine Kunde von Ihren wahren Eltern?" Niemals. Sie begreifen. Herr Baron, daß das ein Schatten ist, der auf mein ganzes Leben fällt. Das Dunkel meiner Herkunst ist nicht zu vergessen." Rheden schüttelte den Kopf. Es ist vergessen, wenn man Sie, Susanne, erblickt und kennen lernt. Es gibt Züge, welche nicht lüczen können, einen Adel der Gesinnung, der unserem Blut entspringt, mithin ein Erbtheil vcn unseren Eltern, uns überkommen, bildet." Oberländer näherte sich auf einigen Umwegen der Thür und schlüpfte unbemerkt hinaus. Susanne. Sie sind des bravsten Mannes werth." flüsterte Rheden. und heute lassen Sie mich Ihnen auch erklären, was mich damals, als wir uns im Thiergarten trafen, und ich Sie zum ersten Male erblickte, so sehr überraschte, welche Ähnlichkeit ich in Ihrem Antlitz zu finden glaubte. Ein merkwürdiger Zufall führte mich einst, weit von hier entfernt, an eine fchauervolle Stätte des Todes. Ich fand die Leiche eines Mannes und nahm sein Vermächtniß entgegen. Es bestand in derHauptsache aus nachgelassenen AufZeichnungen, die sich nebst einer Photographie und einer Locke in einer alten Brieftasche befanden. Die Photographie stellte die Frau jenes unglücklichen Mannes vor, und in ihrem weichen, sanften Madonnenantlitz, dessen Ausdruck ich mir unauslöschlich fest in mein Gedächtniß einprägte, fanden sich gewisse Züge, welche ich in Ihrem Antlitz widergespiegelt sah. Die kleine blonde Locke aber war vom Haupte seines Kindes, und die Papiere nannten den Namen jenes Kindes, eines Mädchens es hieß Susanne." Susanne?" flüsterte das Mädchen, mein Name, den mir nicht meinePflegeeltern willkürlich gegeben, sondern der das einzige war, was ich aus der Vergangenheit in das neue Heim mitbrachte! Denn ich, so erzählte man mir später, sagte nur, ich heiße Suschen " Suschen, ganz recht, SuSchen! so nannte der Einsiedler von HorrorIsland in seinen Fieberträumen sein Kind." unterbrach sie Rheden. O sonderbar sonderbar! Doch antworten Sie. Susanne, die Stadt, in welcher Sie als Kind umherirrend aufgefunden wurden sie war " New York!" Rheden wechselte die Farbe; er hatte die Hand an dieStirn gelegt und über schattete die Augen. Seltsam." rief er. seltsam! Die Glieder der Kette schließen sich fest an-
einander sollte ich der Lösung des Räthsels so nahe sein? Sollte diejenige, welche ich duizehn Jahre gesucht, deren Schicksal mich dreizehn Jahre beschäftigt. hier vor mir'sitzen? Nein, nein lassen Sie uns noch nicht zu viel glauben, zu fest hoffen es können Trugschlüsse sein, denen wir uns hingeben o, Sie weinen, Susanne?" Es sind Freudenthräncn, die meinen Augen entströmen. Ach, wenn sich meine kühnsten Träume erfüllten! Wenn ich wenigstens die Namen vtU ner Eltern erfahren, von ihrem Leben hören dürfte denn sie wiederzusehen, sie in meine Arme zu schließen das wird mir ja doch nicht mehr beschieden sein das Glück wäre zu groß!" Ich kann, ich will Ihnen heute noch nichts entdecken. Susanne, ich will in Ihrer Seele nicht Bilder entstehen lassen, welche Sie entzücken, berauschen, vielleicht sogar verwirren würden. wenn ich sie jetzt vor Ihnen ent rollte. Susanne, bestätigte sich das, was ich für Sie erträume, dann steigen Sie aus dem Dunkel Ihrer Herkunft empor zur Höhe der menschlichen Gesellschaft, dann würden Sie über Nacht nicht nur Besitzerin eines vornehmen Namens, eines Titels, vor welchem sich Millionen ehrfurchtsvoll beugen, sondern auch eines Vermögens, dessen Größe Ihnen die Erfüllung jedes Wunsches gestattete." Nicht das nicht Reichthum noch Größe vor der Welt könnte mein Glück ausmachen." wehrte Susanne ab. Noch sind die Beweise schwacher Natur, noch beruht Alles auf Voraussetzungen, Schlüssen. Combinationen. Die bloße Uebereinstimmung von Gesichtszügen, des Namens Susanne" können nicht als ausschlaggebend angesehen werden wir brauchen ein Gebäude und besitzen kaum den Grund, auf welchem wir es aufführen können. Heute, ja heute sind Sie noch das arme, alleinstehende, fast möchte ich
sagen namenlose .Mädchen, welches nur ihre Jugend, ihre Schönheit, sich selbst besitzt. Darum kann heute kem Verdacht schnöder Berechnung auf mich fallen, wenn ich Ihnen sage, Susanne, daß Ihr liebes, süßes Bild meineSeele erfüllt, daß Sie entscheidend in mein Leben getreten an dem Tage, da ich Sie zum ersten Male sah. Sehnsuchtig breite ich meine Arme aus, umDich, geliebtes, angebetetes Mädchen, an mein Herz zu drücken. Was zögerst Du. was schaust Du mich thränenvoll an einzig Geliebte, ich will Dich ja halten für das ganze Leben, und so wahr die Mannesehre stets mein heiligstes Gut und Besitzthum .gewesen ist Du sollst mein Weib sein, die Gefährtin meines Lebens." Längst hatte Hans sich neben dm erglühenden Mädchen niedergelassen, längst hatte er ihre Hände in die irintn genommen, und jetzt, da er sie a iflebte, sein Weib zu werden, zog er die schlanke Gestalt mit unwiderstehlicher Gewalt an sich. Und sie wehrte ihm nicht. Bebend in glückseliger Lust, wonnig durchschauert von dem Gefühl, c.elicbt zu werden von dem, den auch sie liebte, begehrt zu werden von ihm, den c.uch ihre Seele begehrte lag sie an seiner Brust fest umschlossen von seinen starken Armen. Suschen mein geliebtes Mädchen, meine strahlende Sonne, Suschen ich liebe Dich! Und Du - o sag es mir liebst Du mich?" Sie schloß-die Augen, und ihre zuckenden Lippen hauchten nur die Worte: Du geliebter Mann!" Da senkte sich Rhedens Antlitz auf das rosige Mädchengesicht nieder, und ein heißer Kuß brannte auf ihren Lippen. Um Gottes willen Hsrr Baron was thun Sie?" Susanne war aufgesprungen und ordnete mit zitternden Händen den Kopfputz und die Haarlöckchen. Sie eilte zur Thür. Wohin?" rief Rheden, doch nicht etwa jetzt fort von mir. jetzt, da ich Dich, Geliebte, erst gefunden r.tin, wir bleiben zusammen." Eine bittende Bewegung Susanne's ließ ihn verstummen. Herr v. Rheden," sagte sie weich, bitte, lassen Sie uns zur Wirklichkeit zurückkehren. Daß mein Herz Ihnen gehört, daß meine Seele Ihnen zu eigen, habe ich Ihnen ohne Rückhalt verrathen. Ich konnte eben nicht anders die Liebe läßt sich nicht verbergen, wenn sie übergevaltig durch Liebe hervorgerufen wird aus ihrem stillen Winkel. Doch jctzt lassen Sie uns auch der Vernunft ihr Recht geben. Was Sie zu mir gesprochen, darf Sie nicht binden. Ich will nur die Worte der Liebe gehört haben; sie nehme ich mit von hier fort, as könnte ich Sonnenstrahlen einsangen, welche die düsteren Stunden meines Daseins erhellen und erwärmen sollen. Aber Ihre Verpflichtungen habe ich nicht gehört. Sie, nur Sie von uns beiden müssen sich noch prüfen, und mich eingehender kennen lernen, damit niemals zwischen uns dieser Stund mit Reue gedacht werden könne." Hans trat bewegt anSuschen heian. Mag es sein," erwiderte er; fcir wollen einander länger kennen, bis wir uns öffentlich verloben; nur scheide nicht von mir. ohne mir gesagt zu haben, daß Du mein sein tottlst und nur mein!" Dein!" sagte sie einfach und innig und duldete es. daß er sie auf Stirn und Lippen küßte. Gotteö reichster Segen möge aus dieser Stunde ruhend ertönte Oberländers Stimme hinter ihnen, und Hans und Susanne schüttelten d.'m alten Freunde, dessen gutmüthiges, glückstrahlendes Gesicht urkomisch aus der Teufelstracht hervorschaute, stumm die Hände. Wie wäre eS jetzt mit einigen Flaschen der graziösen Wittwe' aus ReimS?" ließ sich der alte Herr der- .
nehmen. Kinder, das Wachest?yen macht durstig." Nein, erst laß uns einmal zusammen im Tanze dahinschweben," bat Hans, ich höre die Klänge ttr.es Strauß'schen Walzers." Susanne vermochte dem Geliebten den Wunsch nicht abzuschlagen: auch sie war ja jung, auch sie lockte das ferne Flüstern und Schmeicheln der Geigen in dem Vallsaal, auch sie empfand das Verlangen, in den Armen des theuren Manres. an seine Schultern, an seine Brust geschmiegt, im wirbelndenTanze dahinzufliegen. Sie Tnng sich an feinen Arm, rnd ein stolzes, beseligendes Gefühl der Genugthuung, welches zur befriedigten !?el '.ck'.n Eitelkeit in entschieden der-
wa.:vtschaftlichem Verhältniß stand, beschlich sie, als sie an Rhedens Seite den Saal betrat. Und dann schwebten sie dahin über die spiegelglatte Fläche des Saales, und die (Zeigen, Klarinetten und Flöfn jubelten und sangen dazu. O5?rländer schaute von einer Ecke' ln beiden jungen Leuten zu, und na liebsten hätte er sich in die Mitte des Saales begeben, sich nach allen Seiten hin zierlich verbeugt und ausgerufen: Sehen Sie diese beiden Menschenkinder, verehrte Herrschaften sind sie nicht wie füreinander gcschaffen? Nun. sie werden auch bald cw glückliches Ehepaar, abgeben. Und wer hat dieses vortreffliche Werk zu Stande gebracht? Euer Wohlgeboreir ergebenster Diener Oberländer, ein Diplomat der alten Schule ein " He. ist das Dein Freund, der da mit der hübschen Dame tanzt?" unterbrach eine Männerstimme den Gedankengang des cüten Herrn. Oberländer . wandte sich um ein schlanker Troubadour stand hinter ihm. Ehe er antworten konnte fuhr der Vlauweiße in gebrochenem, stark südländisch accentuirtem Deutsch fort: Heißt Dein Freund nicht Baron. Rheden?" So fragt man Kinder aus, Bruder Troubadour wie ist Dein Name?" ' Den werde ich Dir morgen sagen, guter Oberländer, wenn ich Dir im Interesse Deines Freundes eine wichtige Angelegenheit entdecken werdet Der alte Herr war sprachlos vor Staunen, als er seinen Namen nennen, hörte. Eine wichtige Angelegenheit?" stieß er hervor. Und war betrifft sie?" Diejenigen, welche Baron Rheden. seit dreizehn Jahren sucht. Wo kann ich Dich morgen außerhalb Deines Bureaus sehen?" Erwarte mich um em Uhr vor derBörse." Der Troubadour nickte und war im: nächsten Augenblick im Maskengewühl.' verschwunden .... Rheden und Susanne- kehrten Arm-, in Arm aus den Reihen der Tanzendenzurück. Ein Vettelmönch drängte- sich auffallend in die Nähe des - liebenden Aschenbrödels. Jetzt wandte sich fcir: junge Baron an seinen alten Freund, um ihn zur Vorbereitung des Soupers in möglichst stiller Ecke zu bittm,, und diesen Augenblick, als Rheden den Arm Susannes losließ, benutzte- der Mönch, dem jungen Mädchen zuzuflüstern: Vergiß nicht Deme Pflicht,, schone Maske! Doctor GalluS würde-nicht schlecht erstaunen, wenn er die Hüterin seines Hauses hier sehen könnte!"' Susanne fuhr zusammen,' als hätte ein Blitzstrahl sie getroffen Sie schaute sich nach dem unbekannten Warner um. doch von dem war nichts mehr zu erblicken. Aber seine- Wort? hatten sie wie mit Messern getroffen. Heiß stieg es ihr in die Wangew.. Ihre Pflicht! Ja. sie vernachlässigte ihre Pflicht, die sie übernommen,, in straflicher Weise, sie handelte leichtsinnig belohnte das Vertrauen, welches ihr väterlicher Freund Gallus in sie gesetzt, dadurch, daß, sie fein Haus, unbeschutzt ließ. Fort!" war ihr einziger Gedanke. Fort von hier zurück zur-Pflich!!" Was hätte sie nicht darum gegeben, wenn es ihr vergönnt gewesen wäre, an der Seite Rhedens; noch einige Stunden heiteren, reinen- Glücks rcrleben zu dürfen, aber drrs plölich durch einen leisen Anstoß erweckte Pflichtgefühl trieb sie fern bannen. Sie durste sich rnch& verabschieden., durfte Hm nicht einmal Lebewohle sagen, wußte sie doch, daß er sie dann: nicht van sich lassen würde. Der Varon und Oberländer hatten sich für die Besprechung des Souperseinige Schritte zurückgezogen undwartn in ihre Unterhaltung vertieft. . Diese Gelegenheit, da sie sich unbe--achtete wußte, benutzte Susanne. Noch, einen langen Bück der Liebe uni des Abschieds warff sie auf den geliedten Mann, dann eiste sie schnellfüßig- da von. warf ' irr der Garderobe hastig Mantel und, Kopftuch über das: stüm und befand sich einige Minuten später in einer Drofchke. In das. Polster des Wagens zurück gelehnt, du-rchträumte sie mit geschkos jenen Äugen noch einmal dieErkbnisse der Nscht. Und ein Gefühl amenloser Wonne beseligte sie, daZ Gefühl geliebt zu sein und Lieber geben zu können. (Fortsetzung folge) Recht glaubwürdig. Vater: Warum bist Du nicht schon am ersten Ferientage nach Hause gekommen?" Studiosus : Ja, Va, Archen, da habe ich den Zug versäumt, I .oem ich unter der Macht der Gewohnheit erst in die Universitat gegangenwar.- ' Boshaft. Dichterling: Ich habe mir sogar schon die Starre ausge sucht, wo ruhen soll von mir, wa5 ji e r b l i ch war!' Kritiker: ; Gibt'S denn so große Papiiloi!e!?-
Für die Mcge. Rostbraten mit Sarixll e n. Die tüchtig geklopften Rostbraten werden mit feingehackten Sardellen und gehackter Petersilie bestricken, halb übereinander geschlagen, noch etwas geklopft, in Mehl getaucht und rasch auf beiden Seiten in Butter gebraten. Tunke zu einer Ochsenz u n g e. Gin Eßlöffel Mehl und zwei Unzen Butter werden hellgelb gedämpft, dann mit etwas Fleischbrühe eine Stunde gekocht. Man gibt seingehackte Sardellen (drei große mit durchkochen lassen) und einen Eßlöffel gewöhnlichen Senf dazu. Run verrührt man vier Eßlöffel, sauren Rahm mit zwei Eigelben, gibt dies zu dem Uebrigen. läßt aber, die Brühe vorher etwas abkühlen und rührt es tüchtig, bis eZ aufkocht. Man gibt noch so viel Fleischbrühe dazu, bis, die Tunke die richtige Dicke hat. Schu st erpastet e Bratenreste, auch Schinken und Speck, werden fein gewiegt und mit 4 bis 5 Sardellen, ebenfalls fein gewiegt,. wenig Zwiebeln, Salz, Pfeffer und guter saurerSahne zu einer breiartigen Masse verrührt. Nun schneidet man hinreichend gekochte kalte Kartoffeln in, Scheiben uni schmiert eine Porzellanform gut mit Butter aus.. In. diese Form legt man eine Lage Kartoffeln und eine Lage des Fleischpräparates und macht so fort,, bis dieselbe voll. ist.. Auf jede Lage Kartoffeln aber gibt man etwas Salz, sehr wenig, und hübsch vertheilt kleine Butterstückchen.. Zuletzt oben auf streut man geriebene Semmel und auch Butterstückchen. Die Vastete muß fchön braun gebacken werden; heiß zu Tisch gebracht, schmeckt das Gericht vortrefflich.. Leber speise.. Man kocht ein Pfund fettes frisches Schweinefleisch mit. einer Zwiebel, einem Lorbeer-
blatt und etwas Gewürz in Wasse? r "ri . ' meick Islfct mnit imh mip.it ww v f W j fein. Eine kleine Kalbsleber Häutet man, schabt sie und, rührt sie durch ein Sieb. Man mischt die Lebermasse mit dem gewiegten. Fleisch, thut eine in Butter gedünstete, gewiegte Zwiebel, eine Obertasse voll Fleischbrühe, drei ganze Eier, zwei Löffel geriebene Semmel und wenig geriebenen Majoran (oder auch Thymian) daran. Die Masse wird in eine. vorgerichtete Form gefüllt und im Ofen im. Wasserbade 1 Stunde gebacken. Man stürzt die Speise, läßt sie. erkalten und gibt folgende Sauce dazu: Ein säuerlicher Apfel wird geschält. und gerieben und dann mit, reichlich saurer Sabne, etwas Oel, Essig. Senf..Zucker, Pfeffer undSalz zu einer dicklichen, wohlschmeckenden Sauce. gerührt.. Grill ad en von: SLa. 1.6 fleifch.. Der.Rest des Bratens wird in fingerdicke. Scheiben geschnitten, diese in Eier und. Muskat, getunkt, iir gestoßenem Zwieback umgekehrt und in reichlich gelb gewordener Butter,, indenr man einige Zkörnchen ' darüber streut, möglichst. schnell aus, beiden Seiten gelb gebraten und., sogleich angerichtet.. Geschieht das Braten langsam,, so. werden die Grilladcn trocken und hart, sonst aber, falls, der. Braten zart, und saftig war, sehr wohlschmeckend. H a f,e.r m eHl. mit. Fl.e.ischbrühe.. Das Hafermehl. wird gar gekocht, gewiegte Petersilie dazu gethan und mit. kräftiger Fleischbrühe verdünnt.. Ist. die. Fleischbrühe, mager, s) lege man.ein.wallnußgroßes. Stückchen Butter, daran Man kann auch das Hafermehl,, nachdem dasselbe, mit kaltem Wasser glatt gerührt, wurde, mit Fleischbrühe. g.ar. kochen; salzen. geschehe mäßig.. S.tch e.l.ke e r - C o m po-t. Man nimmt weiße. Stachelbeeren,, befreit sie von Stiel, und Blume, wäscht sie und läßt. sie. abtropfen. Auf Pfund Beeren kommt. in halbes Pfund Zucker, den. man. mit. etwas Wasser, zur großen Perle, läutert. Dann gibt man die Beeren hinein und läßt, sie a?f gelindem. Feuer, so lange kochen,, bis sie schön uüh. aussehen. Bevar sie ganz erkalten,, mischt man fxinaehackte Eitrcnenschal? darunter,, welche den Geschmack wesentlich erhöbt N.ic-ue.u o m e U.t;t.e Gut ge wässerte. Kalbsnieren schneidet man in dünneScheibchen unddünstet sie schnell j in. frischer Butter mit. dem. nöthigen Gewürz,, etwas Zwiebel und einer Messerfprtze Mehl.. So.kald sie anfangen. zn blättern,, gibt man etwas Fleischbrühe undiCitronensaft dazu und nimmt sie vom. Feuer. Auf schön gebckzue Omeletten lezi man kleine Portionen der Nieren schlägt erstere zusammen und servirt sofort. Feine Ka.vr.offelklöße. Man reibt zwn. Suppenteller voll kalte Kartoffeln ur.vern:lgt diese mit zwei Löffeln MehVSafo MuskaimH. einer kleinen Tassen vott geschmolzener Butter, vier bte sechs Eiern, das Weiße zu Schnee. Tus dies Masse forrnt man Klöße odeT sticht mit dem Löffel heraus und kocht. ste in Salzwasser. Es ist rathsam. einen. Probekloß zu machen, und dann..im. Falle der Teig zn lose ist, etwas Mehl nachzumengen. Braune Butter: dazu ist vorzüglich. Ki.S.nudeln. Ein Pfund weißer. füßer Käse (Schweizerkäse) wird mit einem Stück Butter, etwas saurein Rahm, drei Eiern, etwa! Salz und genLgend Mehl zu einem Teig verarbeiUt Auf dem NudeUrett rollt man längliche Nudeln davon aus und läßt j, dieselben einige Zeit ruhen. Nun macht m.ir r jt. .r. man in einer laipiaiuic Vinulz heiß, legt die N,deln nebeneinander hinein und backt sie auf beiden Seiten goldgelb. Senfeicr. Hartgekocht Eier werden gefchalt, in Hälften geschnitten, und das Eigelb, mit etwasSalz. Senf. Essig. Oel und fein gewiegter Zwiebel verrührt, wieder in das Weiße gefüllt. Die Schüssel, mit Grün garnirt. sieht schön aus und ist zum kalten Braten
t ttrzügliches Abenkssen.
