Indiana Tribüne, Volume 21, Number 290, Indianapolis, Marion County, 9 July 1898 — Page 1
v o A 00 o s s hCs 0 0 M W W W W y y yy v V Office : No. 18 Qüd Olobam Otrasze. Telephon 117 U Indianapolis. Indiano, Samftag, den 9. Juli (898 Jahrgang SI. SlciZQO
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Gditorielles. Unter den 164 geretteten Schiffbrüchigen vom Bourgogne" befinden sich bloß 59 Passagiere. Die anderen 105 gehörten zur Mannschaft. Daö spricht Bände. ,,, Der Congreß hat die Resolution zur Annexion Hawaiis angenommen. Daß man in Hawaii zustimmen wird, ist selbstverständlich. Die Sandwich, inseln werden amerikanisch, das ist nun
wohl außer Frage. Man muß sich in das Unvermeidliche fügen. Es ist Zeit, die Folgen zu besprechen, wenn sie sich einstellen. hui 3n der französischen Devutirtenkammer hat der Kriegsminister, wie gemeldet wird, eine Anzahl offizieller Dokumente verlesen, welche die Schuld Dreyfus'- bewiesen. Der Bericht wurde mit 512 gegen 2 Stimmen angenommen. Für diesen Vorgang fehlt uns vorlausig jedeö Verständniß. Dr. W. Palley, von der Ozforder Universität, sszt über den heutigen i?:seUschzstizusiand ; Denkt (izt. einen Flug Tauben auf ein.'m srnselde; 99 Tauben, statt risch loSzupicken, nehmen für sich nur daS Stroh und den Abfall, die Körner aber sammeln sie zu einem großen Haufen, allein bestimmt für eine einzige Taube, oft die schwächste und erbärmlichste von allen; diese ftolzirt glucksend, fressend, zertretend und derderbend einher, währen die fleißigen Tauben gutmüthig zusehend im Kreise fitzen. Da wagt eS auf einmal eine andere Taube, dielleicht hungriger als hre Mitschwestern, ein Körnchen wegzuschnappen; nun stürzen auS blindem Gehorsam alle übrigen auf die MisseHüterin" loS, um sie zu zerzausen, ihr den Raub abzujagen und sie aus der Gesellschaft auszuschließen. Betrachten Sie dieses Bild, so sinden Sie freilich, daß es in der Natur nicht vorkommen kann, dafür aber tagSglich sich hundertfach wiederholt bei den mit Vernunft begabten Menschen. Die Folgerung ist aber zweifach; Sie olgern daraus : dafür steht der Mensch durch Vernunft über dem Thiere. Ich aber sage Ihnen, der Mensch kann trotz seiner Vernunft bei dem Thiere in die Schule gehen !" Betreffs des Untergangs der Bourgogne und der Vorgänge, die sich bei dieser Katastrophe abspielten, sagt daS hiesige Journal" : Der amerikanische Leser wird etvaS Befriedigung in der Thatsache finden, daß eS Iranzosen und Italiener waren. Aber find wir sicher, daß diese wahnsinniger und brutaler handelten, als Amerikaner derselben Klasse unter gleichen Umständen handeln würden ? Ist es gewiß, daß amerikanische Matrosen und Zvischeadeckspassagiere anders gehandelt hätten ? In Wirklichkeit : Ist Jemand sicher, wie er unter gleichen Umständen handeln würde?" Diese Sprache sticht sehr v,hlthätig ab gegen die lächerliche, dünkelhaste Selbstgefälligkeit, welche sich bei dieser Gelegenheit in verschiedenen deutschen Blättern breit macht, als ob so etwas unter Deutschen absolut unmöglich wäre. Wir geben zu, daß da wo Disziplin in Frage kommt, da wo sich der Einfluß soldatischen Drills geltend macht, solch brutale Borgänge weit veniger wahrscheinlich find. Wir ge ben zu, daß Veit veniger Wahlschein lichkeit dafür ezistirt, daß bei einer Katastrophe ein deutscher Kapitän die Kontrolle über seine Mannschaft der liert, als ein französischer. Wie es aber bei einer Panik zugehen würde. wo von Disziplin keine Rede ist, sagen vi? z. B. bei einem Theaterbrande, do der Selbsterhaltungstrieb sich ohne äußeres Hinderniß geltend machen kann, das ist doch einstweilen noch eine offene Nrage und selbstgefälliger Dün kel ist hier nicht am Platze. Derselbe ist überhaupt immer und unter allen Umständen widerlich. RGMilW. Wetterbericht. Schönes, kühleres Wetter heute und morgen. Höchste Temperatur innerhalb der letzten 24 Ctend 84 C::i, iedrigSe 67 Ors.
WaS wird geschehen.
Washington. 9. Juli. Um 4 Uhr heute Nachmittag läuft die Frist zur Uebergabe der Stadt ab und wenn sie bis dahin nicht erfolgt ist, geht die Beschießung loS. Madrid, 9. Juli. Gen. Toral, der jetzt in Santiago den Oberbefe hl hat, telegraphirte nach Madrid um 3a ftruktionen. Er theilte mit, daß die Einwohner zumeist geflüchtet seien, daß er Mangel an LebenSmi'teln habe, daß die Truppen seit drei Jahren im Kampfe ständen und seit Langem keine andere Nahrung hatten, als NeiS und Kaffee Ob'S wahr ist? London, 9. Juli. Die spamsche Regierung hat in Washington angefragt, unter welchen Bedingungen Amerika Frieden schließen würde und hat einstweiligen Waffenstillstand vorgeschlagen. Sagasta stellt in Abrede, daß ofsizielle Schritte gethan wurden, aber eS ist gute Autorität dafür vorhanden, daß informelle FriedenSunterhandlungen schweben. ,,,, Die spanischenGefangenen. Washington, 8. 3uli. Die Regierung hat noch nicht darüber beschlössen, wohin sie Admiral Servera bringen wird. Wahrscheinlich indeß ebenfalls wie die anderen Offiziere nach AnnapoliS. Wahrscheinlich wird man ihn. gegen Ehrenwort während der Dauer deS Kriege? k.ine Waffen gegen die Ver. Staaten zu führen, frei lassen. Die gefangenen Matrosen und Soldaten werden auf SeadiS Island im Hafen von PortSmouth Nev Hamshire untergebracht. . , . :- v . , , , Unser Verlust. Washin g ton.7.3utt. General Shaster giebt den Verlust bei Santiago vie folgt an : Im Hospital zu Siboney wurden 1052 . Verwundete behandelt. LawtonS Division hatte Todte: 4 Offiziere, 74 Mann; Verwundete : 14 Offiziere, 317 Mann, vermißt Einer. KentS Divifion Todte: 12 Ofsi. ziere, 87 Mann; Verwundete : 26 Ofsiziere, 562 Mann, vermißt 62. BateS Brigade Todte : 4 Mann; Verwundete : 4 Offiziere, 26 Mann, vermißt 5. Signalcorps 1 Todter, 1 Verwundeter. Von WheelerS Brigade noch kein Bericht. , ,, Vom Kriegsschauplatz. Washington, S. Juli. AlleS ist ruhig. Man hat dem eommandirenden spanischen General in Santiago die Benutzung deS Kabels gestattet, damit er wegen der Uebergabe der Stadt mit Madrid conferiren kann. Die Zustände in Santiago werden als schrecklich geschildert und man hofft immer noch, daß die Uebergabe ohne Beschießung erfolgt. Der Präsident will nicht den Verlust eines Schiffes riSkiren, und ist daher dagegen, daß die Flotte die Einfahrt erzwinge. ES wird daher vorläufig bloß eine Beschleßrng der Befestigungen ftattsinden. Dieselbe soll morgen Mittag stattfinden. Die größten Schwierigkeiten bieten sich beim Landen von Truppen und Vorräthen dar. DieS ist die Zeit der Stürme und die Transportschiffe vagen sich nicht an daS Ufer, und die OeNutzung von Booten ist eine umstandliche und langwierige Oache. Hawaii wird amerikanisch regiert. Washington, D.E., 9. 3uli. DaS Kabinet beschloß ein Regiment Soldaten nach Honolulu zu schicken und der Präsident wird eine Commis fion ernennen, welche die Regierung von Hawaii übernimmt. ,,, Ueberschvemmung. St. Louis, 8. 3uli. DaS Städtchen Qteeleville in Crawford County, Mo. ist durch eine Wasserhose fast ver nichtet worden. OiS jetzt hat man dreizehn Leichen gefunden. Otanberry, Mo., 9. Juli. Ochve x Re'en hatte eine furchtbare Ueber vem: ung zur Folge. Eine Unzs Maf j vurir zerstört und vier
Der Untergang d e r L a B o ur g og n e". Boston, 8. 3uli. Der Dampfer Halifaj" ist hier mit 162 Ueberleben, den vom französischen Dampfer La
Bourgogne" eingetroffen. Auf der Fahrt von Halifax nach hier wurde die Passagierlifte sorgfältig ßudirt. SS ergab sich, daß 714 Personen an Bord deS Dampfers sich befanden, von denen 550 untergingen und 154 gerettet wurden. Boa den Geretteten waren 12 Passagiere der 2. Kajüte und 47 Zwischendecks - Passagiere. Bon der Mannschaft wurden 105 gerettet. Vertreter der Dampfer-Li?ie em pfingen die Geretteten am Werst und beförderten fienach gemeinsamem Früh, stück an Bord deS Dampfers Halifsz" per Straßenbahn zur Park Square Station, wo sie den Bahnzug nach New Jork bestiegen. Die Geretteten find unzufrieden über die Ossiziere und Mannschaften deS untergegangenen Dampfers, sie haben aber bis jetzt noch keine formellen Klagen erhoben. Haben Angst vor den Kubanern. Vor Santiago, 8. Juli. Kingston Zamaica, 9. 3uli. Die Ursache, warum die spanischen Soldaten entschlossen find, bis auf den letzten Blutstropfen zu kämpfen, liegt in dem Glauben, daß sie umgebracht werden, wenn sie in die Hände der Amerikaner fallen. DaS kommt daher, daß die spanischen Soldaten, welche bei dem Falle von El Caney in die Hände der Cubaner sielen, ohne Gnade niedergemacht wurden. Die Kubaner plünderten aus El Eaney und Gen. Shaster hat den Befehl erlassen, jeden Cubaner niederzuschießen, der todte oder verwundete Spanier beraubt. Der Gefahr deS gelben Fieber halber wird bei dem Falle von Santiago den amerikanischen Soldaten nicht erlaubt werden, in der Stadt zu bleiben. - Eamara geht heim. Cairo, 8. Juli. Admiral Camara, dessen Flotte durch den Suez Kanalsuhr, insormirte die ägyptische Regierung, daß er Befehl erhalten habe nach Spanien zurückzukehren. Für die Rückkehr wurde ihm erlaubt, Kohlen einzunehmen. ' Von den Philippinen. Eavite, 4 Juli. Ueberschwemmungen verhindern daS Borrücken der amerikanischen Truppen. Dewey verkündete, daß keine Flüchtlinge mehr zu Schiffe Manila verlassen dürsen. Madrid,. Juli. Der spanische Consul in Hongkong meldet, daß die Insurgenten gegen die Amerikaner revoltirten und daß ein Gefecht zwischen ihnen stattfand. Die Insurgenten sind den Amerikanern feindlich gesinnt, weil sich viele Neger unter ihnen befinden. (???) Hunger und Elend. Playa del Este, 9. Juli. Ein spanischer Soldat, furchtbar auSgehungert und so schwach, daß er kaum lausen konnte, wurde heute von Leuten deS Kanonenboots AnnapoliS" in der Nähe der oberen Bai aufgegriffen. Er hatte kein Gewehr, weil er eben zu schwach war, einS zu tragen. Der Murrn erzählte, daß sich viele spanische Soldaten in Guantanamo in derselben Lage vie er befänden. SS sei absolut nichts zu beißen und zu brechen vorHanden, die unglücklichen Leute vürden indessen dadurch abgeschreckt, daß man ihnen deißmache, sie vürden ohne Gnad. von den Amerikanern abgeschlachtet verden. wenn sie sich ergäben. Sin Sapitän und drei Gemeine von varaeao kamen heute mit einem kleinen Segelboot in die Bai und wurden vom Kreuzer Marblehead" aufgegriffen. Sie waren augenscheinlich sehr überrascht uud behaupteten, nicht gewußt zu haben, daß sich die Bai im Besitze der Amerikaner befinde. Sie berichteten, daß eS in Baracao am Nothwendigsten mangle und die spa nischen Truppen sich in großer Noth läge besönden. Commander McCalla hat über 20,000 Rationen für die Re eozeentradoS gelandet und die halbverhungerten Cubaner strömen von allen Seiten herber. Nachrichten aus' Spanien. London, 9. Juli. EineSpezislOepesche eu) Nedrid sagt :
Ganz Spanien weiß, daß es gefcha' gen' ist und daS Volk beginnt die
Größe deö Unglücks zu begreifen. Die konservative Presse fordert alle guten Bürger auf, ruhig zu bleiben. ! ' st n ..k..ti:i.u:rx r ? ? u uuc (cpuuumniGjcii jrgaiiia tionen ist ein wichtiges Cireular ver sanft worden, welches das Motto Bereitet euch vor", trägt. Inzwischen werden' seitens' der Heeresleitung außerordentliche BorfichtSmaßregeln getroffen. Sin zweites Aufgebot für die Reserviften auf den canarischen 3nseln ist erlassen worden und weitere 3nfantene und Kavallerie. Regimenter werden in ganz Spanien gebildet, während die Artillerie um 2 Geschütze pro Batterie verstärkt wird. Biö zum 15. Juli werden auf der Halbinsel 220.000 Vkann aufgeboten sein. Die Eisenbahnen stellen auf allen Linien Kriegszuge ern. Las Palmas, canarische Inseln, 8. Juli. Pall Mall Gazette" läßt sich ; von hier unterm 1. Juli melden, daß, die Spanier sich auf den Besuch der amerikanischen Flotte vorbereiten. Zuf Zeit dürfte es sehr schwer halten, einen Angriff abzuschlagen und eine Landung zu verhindern. Die Batterien find veraltet und könnten einer Beschießung durch die amerikanischen Schiffkkanonen nicht lange widerstehen. Madrid, 8. 3uli, 8 Uhr Abends. La Correspondenzia de Eöpana" sagt, daß ein Gefühl der Beunruhigung vorherrsche, hervorgerufen durch den Bericht, daß die amerikanischen KriegSschiffe Oregon", TexaS" und New Bork" sich auf dem Wege nach Spanien befänden und daß in allen Seestädten VorsichtS - Maßregeln getroffen würden, um einer Ueberrafchung vorzubeugen. DaS Ministerium ist sich in Bezug ank'iesssortige Anknüpfung 'von Friedens-Unterhandlunge nicht einig. Die Kriegkpartei neigt sich der Ansicht deS MaxschallS CampoS zu, daß die Armee nämlich zuerst durch einen glänzenden Sieg die Schmach der Flotte wieder gut machen müsse. Die FriedenSpartei möchte lieber direkte Friedens. Verhandlungen mit den Ver. Staaten anknüpfen, statt sich auf die Vermittelung der Mächte zu verlassen, deren Egoismus eS geschehen ließ daß Spanien durch einen starken Feind erdrückt wurde. Madrid, 8. 3uli. 9 Uhr Abends. Das Kabinet berieth heute Abend die Frage der Legung neuer Kabeln und militärischer Maßnahmen in Bezug auf den gedrohten Angriff der amerikanischen Flotte. Alle Gerüchte von angeknüpften Friedens - Unterhandlungen werden halbamtlich für unbegründet erklärt. M a d r i d, 9. Juli. Eine Londoner Zeitung läßt sich von hier melden, daß allem Anscheine nach die FriedenSpartei stark an Anhang gewinne. Madrid ist ruhig und die befürchteten Unruhen find nicht eingetreten. Die Stärkung der Küsten-Aefeftig-ungen wird mit allem Eifer betrieben. Die schwersten Geschütze von der sranzöfischea Grenze werden nach den SeeHäfen gesandt, welche in der That stark befestigt find. Schis?S-Nac)rii)ten. Angekommen in : Hamburg: Fürst OiSmarck" von New gork. Nev Sork: Campania" von Liverpool. Boston: Pavonia" von LiverPool. allerlei. Zwei Brieftauben, welche Matrosen des LloyddampferS Miin chen" auf hoher See gefangen hatten, brachte dieses Schiff nach Balttmore. Die Tauben trugen einen spanischen Stempel der Dampfer befand sich zur Zeit in nicht sehr weiter Entfernung von der spanischen Küste und Offiziere, wie Passagiere waren der Ansicht, daß die Brieftauben von d spanischen Regierung nach den canarischen Inseln abgeschickt worden waren. Depeschen wurde allerdings keine an den Tauben gefunden; eö mag daher fein, die Tauben fchon ihren BeftimmunaSort erreicht hatten und sich auf der Heimreise befanden. Ein- infames Bubenstück "wurde an Bord dS neuen Vracktdamt pfers Kaiser Friedrich" vorn Nordd. fllow tn vaös;:n veruot. .stnunce
kanntet Bösewicht hat nämlich 5aS große Oelgemälde des Kaisers Friedrich im großen Salon zerschnitten. Daö Bild, eine Schöpfung deö MalkrZ Peierfon vonDüsseldorf, stellt Unsern Fritz" in Lebensgröße dar und kostete 58000. Die Schandthat wurde von dem Capitän Stormer selbst entdeckt, der sofort eine strenge Untersuchung einleitete. Daö Gemälde zeigte zwei mit einem schärfen Messer gemachte
Schnitte in Form emeö X; dt Schnitte sind 23 Fuß lang und erNreaen ncy vom Vurtel dls an oie Stiefelschafte. Der patriotische Strumpf ist der illnste Schrecken, den die Kriegs - Furre heraufbeschworen hat. Der Strumpf ist bis auf die Hälfte roth und weiß gestreift, während das obere Ende daS blaue Feld mit den Sternen enthält. ES wird sich indessen nur selten eine Gelegenheit finden, die ganze Fahne an der Stelle zu zeiaen. ES ist erstaunlich, wie viele Damen diese Strümpfe kaufen, trotzdem eine große Geschmacklosigkeit dazu gehört, auf der Fahne ihreö Landes .herumtreten. UebrigenS sollten Frauen mit stark entwickelten Knöcheln weder diese noch überhaupt Strümpfe in hellen Farben tragen, denn nichts läßt knochige Gelenke und andere Unschönhetten schärfer hervortreten, als helle Farben. JndenletztenTagensind über hundert Schaffchrer in Mon tana angekommen, welche in Wyoming . 'i ci k. t . je r oie Aromen oeenoei yaoen. )vie ?cya? züchter bezahlen dieses Jahr 8 Cents per Kopf, in Wyoming von 6 bis 8 Cents, und da m geübter Scheerer von 100 150 Schafe per Tag fcheeren kann, machen dreselben einen guten Taaelohn. Sobald die Schur vorüber, reisen die Scheerer nach St. Paul und Chicago in die StockyardS. 'beginnen dort das Geschäft von Neuem, was bis in den Februar hinein dauert, dann geht es wiederum zurück nach den westlichen Staaten. Ein Schafscheerer ist heutigen Tages besser bestellt wi ein Geschäftsmann. DerCoronerZuccain New Bork erließ dieser Tage einen Haftbefehl gegen den Radfahrer Valentine Wetzler, der beschuldigt wird, den Tod deS' 30 Jahre., alten -George, Herdrick von No. 410 Ost 76. Straße verursacht zu haben. Es ist dieZ das erste Mal, daß ein Nadfahrer als solcher unter der schweren Beschuldigung des Todschlag? verhaftet worden ist. Herdrick, von Profession ein Kutscher, wurde von Wetzler umgerannt und erlitt einen Schädelbruch, dem er im Hospital erlag. Nachdem die Jury im CoronersJnquest erkannt hatte, daß Herdrick an Verletzungen starb, die er erlitt, indew er von Wetzler überfahren wurde, erfolgte Wetzler's Verhaftung, und er wurde unter $5000 Büraschaft gestellt. Daö größte Schwimmdock der Welt ist vom Tyneflusse, wo es für die Werft Vulkan" zu Stettin erbaut ist, an feinem Bestimmungsort eingetroffen. Aus drei einzelnen Thcilen bestehend, hat das Dock eine Gesammtlänge von 510 engl. Fuß bei einer äußeren Breite von 110 und einer Höhe von 43Z Fuß. Seine Pumpmaschinen vermögen daö Dock so schnell zu heben, daß ein in dasselbe eingebrachtes Schiff von 11,500 Tonnen Wasserverdrängung binnen 2 Stunden darin trocken gestellt werden kann. Nicht weniger als fünf starke SeeSchleppdampfer schleppten das riesige eiserne Bauwerk in acht Tagen an seinen Bestimmungsort. Neue Zusammenstöße zwischen Karabinieri und Wegelagerern kamen in Sicilien vor. Bei Portella St. Anna wurdm zwei Karabinieri von einem Bauern, der vorgab, eine verlorene Kuh zu suchen, in einm Hinterhalt gelockt, wo sie von Bandi-t ten mit Schüssen empfangen wurden Ein Karabiniere wurde von dem Bauern durch einen Pistolenschuß verwundet, der Bauer wurde getödtet, die anderen entflohen, als Verstärkung kam. Zwischen Prizzi und Petrosella machte der Larabinieri-Hauptmann Ortolani mit einer Abtheilung Jagd auf die Bande des berüchtigten Giadina. Es kam zum Kampf, in welchem Giardina getödtet, einer semer Gefährten gefangen und ein Karabiniere verwundet wurde. Zwei Flößer. Jofef Henauer von Erl. bei Kufstein und Josef Bruller von Äosenherm fuhren den mächtig angeschwollenen Jnn hinab. Bei der hölzerren Brücke von Brizlegg stieß daö Floß an einen Pfeiler. Bruller gerieth in große Aufregung, verlor die Sicherheit im Steuern und die Folge war. daß daö Floß bald darauf an einen Pfeiler der Brixlegger Eisenbahnbrücke so heftig anrannte, daß eS in Trümmer ging. Henauer erfaßte noch rechtzeitig ein Holz und hielt sich fo bis Rattenbera, ca. 5 Kilometer, über Wasser. Dort wurde er mittels eineS Seileö gerettet. Bruller dagegen verschwand sofort in . den reibenden bschhenden Fluthen. Er hinterläßt eine Wittwe. IH v Wer einen Catarrh heilen will, muß mit dem Blut anfangen. Sood'ö Sarsaparilla beseitigt die Ur sache dieses Uebels und heilt Katarrh dadurch, daß sie das Blut reinigt. Sood'S Pillen wirken milde aber fch und siön auf die Leber und den
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