Indiana Tribüne, Volume 21, Number 257, Indianapolis, Marion County, 5 June 1898 — Page 4
Jndiana Tribüne.
Erschci Täglich und SonnlagV. Die tägliche .Trtbüve kostet durch IcnXxIget 1 (Xcnti per Woch, die Sotaa.riba"I Cextf per Woche. Leide ,us,re 1 ent 5 Seat per VUxtt. Per P,ft uberhald v td g,schtt I V,rie,ckhl M ? Jahr. Ofni 18 CO Nlada Indianapolis, Ind., 5 3uni ' 1898 WlllgZ-MilMi. , v. Wie vom Erhabenen zum Lächerlichen, so ist auch vom Ernsten zum Komischen nur ein Schritt So kommt eS, daß eö auch bei 'einem Krieg nicht ohne humoristische Vorgänge abgehen kann. Waren da kürzlich fromme und gläubige Brüder in einer Versammlung beisammen, welche sich Preöbytery nannte. Wenn die guten Leute sich gegen den Krieg, im Besonderen sowohl wie im Allgemeinen, erklärt hätten, würde ich Bravo sagen und ihnen die Hände schütteln. Aber daö thaten sie nicht. Wohl aber stellte Einer von ihnen den Antrag, ein Gesuch an den Präsidenten zu richten, daß man am Sonntag immer eine Pause im Kriegführen mache. Die Versammlung rettete sich vor einer Blamage, indem sie den Antrag beiseite legte, aber sie hätte ihn annehmen sollen. Eö wäre ein so hübscher Beweis von dem gewesen, waö der Fanatismus alles fertig bringen kann. Die Leute hätten dann übrigens ein Stück veiter gehen und die Spanier ebenfalls um Einführung der Sonntagspause ersuchen sollen, denn sonst hätte sich die Geschichte praktisch doch etwas schwer durchführen lassen. Etwas Humor liegt auch in dem Aerger deö New Jorker Herald über das Tragen der Sterne und Streifen als Halsbinden, Leibchen und andere BekleidungSstücke: Er tadelt dasselbe scharf und sagt, daß man niemals die amerikanische Flagge, "die ein Symbol sei, zu Zwecken gebrauchen sollte, die seine Würde erniedrigen ; auch zeuge daS Tragen der Flagge alö BekleidungSartikel entschieden von schlechtem Geschmack.' 1 Man könne seinen PatriotiömuS in einer besseren Art und Weise zur Schau tragen, als daß man sich Old Glory" zu seinen BekleidungSgegenftänden auSerwähle. Ich kann den Herald" nicht begreifen. So lange sich die Herren bloß auf Binden und die Damen auf Blusen in den Landesfarben beschränken, sehe ich gerade keine Geschmacklosigkeit in der Sache. Wenn sich die Gepflogenheil einmal auf Hosen und Röcke erstrecken sollte, dann wollen wir wied.r darüber reden. Nur sollten amerikanische Zeitungen sich hüten, schlechten Geschmack an Anderen zu tadeln, denn mit ihren marktschreierischen Ueber schriften, ihrem Breittreten alle? Haßlichen, ihren Berichten über Dinge deö Privatlebens u. s. w. bekunden sie ei nen schlechteren Geschmack, als die Presse irgend eines Landes auf GotteS weitem Erdboden. Und sie hat den Geschmack deS Publikums fo verdor ben, daß auch der Zeitungsschreiber mitmachen muß, der besseren Geschmack hat, oder wenigsten? glaubt, ihn zu haben. Auö den UebunqSlagern der Miliz, die einberufen wurde, um zum Dienst als Volontäre Onkel SamS in seiner Armee eingemuftert zu werden, kamen von den Aerzten Klagen über die bedeutende Anzahl junger Leute vor, die mit Herzfehlern behaftet waren und deshalb für den DienS in der Armee als nicht brauchbar zurückgewiesen werden mußten. Der Prozentsatz derer, die mit einem Herzfehler behaftet find, ist so bedeutend gestiegen gegen früher, daß eine außerordentliche Veranlassung dazu irgendwo zu suchen sein muß und diese glauben die Aerzte in dem Zveirad gesunden zu haben. , Sin Ossizier der Miliz des Staates Iowa soll sich sogar zu der kühnen Aeußerung verstiegen haben, daß das Radfahren die Gesundheit der jungen Iovaer schlimmer ruinirt habe, als der Genuß von Whiskey. Das ist schlimm, denn min kann sich denken, daß in einem Prohibition staat der Whiskey viel Unheil anrichtet. ES wird eben immer schlimmer in der Welt, immer neue schädliche Sachen werden erfunden und entdeckt und von dem unschuldig aussehenden Rade hätte man gewiß nicht vermuthet, daß ti der Menschheit so viel Herzweh be reitet Hat man immer geglaubt, daS Radfahren sei eine sehr gesunde Bevegung, welche kräftigend und stärkend wirke und nun soll es auf einmal so Viel Herzeleid erzeugen. Wahr ifts ja, der Amerikaner übertreibt AlleS, macht Alle zur .Hetzjagd. Er ißt schnell, er trinkt 'schnell, er übertreibt die Thätigkeit im Geschäft nd wenn er aus dun Rad sitzt, sauft
er wie ein Verrückter durch die Stra-
ßen. Nicht Alle, aber Viele. Aber es ist doch die Frage, ob He vielen Herzfehler davon kommen. Wer weiß, ob hur nicht ein psychisches Moment mitspricht, ob das Radfahren nicht so gefühlsanregend und Gelegenheit schassend wirkt, daß jeden - Tag Hunderte von Herzen gebrochen werden. Und Herzbrüche sind keine Kleinigkeit. Wenn aber da? richtig ist, wie wird eö werden, wenn die Radfahrkostüme sich in der Richtung der Bloomers einer- und der nteyojen uno Strümpfe anderseits entwickeln 7 Ich kannte einen jungen Amerikaner, der deutsch, aber nur sehr schwerfällig, sprach. Er wollte einmal GewissenSbisse" sagen und sagte statt dessen HerzenSgebisse". Ich befürchte, daß wenn in Folge deS RadfahrenS die Herzleiden der Menschen weiter zunehmen, die Ersinder deö ZweiradeS einmal schwere HerzenSgebisse bekommen werden. D e r P l a u d e r e r. Zälschungen und Zalscher. Von Tr. Josef Wiese. Der Fälschung ist nichts heilig, nicht einmal die Vergangenheit und die in Nebel gehüllten Zeiten. Man weiß, mit wie andächtiger Verehrung Gelehrte Funde aus prähistorischen Zeiten bewahren und sammeln, und wie solche Funde den Studien über das früheste Alter der Menschheit neue Nahrung gegeben haben. Diese Gelehrten von oft antiker Sinneseinfalt, die Alles, was sie finden, oder was man sie finden läßt, zum Gegenstande tiefsinniger, gelehrter Untersuchungen, Publicationen. Streitschriften machen, werden sehr oft täuscht. So lebte im Jahre 1726 i, 'Würzburg ein alter Arzt Namens Ludwig Huber, welcher sich mehr mit Alterthümern als mit seinen Franken zu schaffen machte. Das veranlaßte zwei Colleqen desselben, ihm einen Streich zu spielen. Sie formten aus Thon Versteinerungen, unmögliche Muscheln, riesige Schmetterlinge, ungeheuere Bienen und Krabben, ja sogar Raupen. An der Sonne getrocknet, wurden diese vorsintfluthlichen Thierreste in einem entsprechenden Boden ziemlich tief vergraben, und die Mystificatoren wußten es zu veranstalten, daß bald darauf Huber selbst in ihrer Gegenwart diese erstaunlichen Dinge ausgrub. Der Glücksfall beraubte ihn im ersten Moment der Fassung, dann kannte sein Enthusiasmus keine Grenzen. Dieser unerhörte Fund wußte ihn ja für ewige Zeiten berühmt machen! Er heimste die kostbaren G:genstände ein und machte sich sofort an eine umständliche Beschreibung aller Stücke, mit kühnen Schlußfolgerungen auf den Charakter der Zeit vor der großen Fluth. Das lateinische Buch erschien hundert Folioseiten stark unimit 24 gestochenen Tafeln unter den Auspicien des Professors Beringer und war dem Fürstbischof von Würzburg gewidmet. Die medicinische Facultät unterzog das Werk einer gründlichen Berathung, und wer weiß, was noch'geschchen wäre, wenn die beiden Uebelthäter es uicht gerathen gefunden hätten, den Sachverhalt aufzudecken. Die Entrüstung war groß, aber die Facultät sah ein, daß es nur ein Mittel gebe, den Schaden so viel wie möglich gut zu machen: sie kaufte in der Stille alle Eemplare des Werkes auf und ließ sie vernichten. Es gehört daher zu den größten bibliographischen Seltenheiten. Aehnlichen Täuschungen sind andere Gelehrte, ja Museen und Congresse nicht entgangen. Hat sich doch sogar eine anscheinend recht lohnende Jnouprie gebildet, die Waffen und Geräthe oer vorzeitlichen Menschen verfertigt und Feuersteine zu Pfeil- und Lanzenspitzen, zu Messern, Bohrern, Feilm und Sägen verarbeitet; die gewiegten Fälscher haben eingehende Studien in Museen und Büchern gemacht, sie verstehen es ausgezeichnetfrischen Flächin den Firniß des Alten zu geben,-, und wissen, welche Wirkung verschiedene Erdartcn auf die Steinsachen ausüben, daß Alluvium sie gelb und bräunlich färbt, Thon sie mit'gelblichem Weiß überzieht, Kreide ihnen eine kalkige Rinde gibt. Sie verstehen, Versieinerungen nachzuahmen, die Muschein, die Dendriten, die Rostflecke, welche die Pflugschär hervorbringt. ! Auch egyptische Alterthümer sind dem Schicksale der Fälschung nicht entgangen. Ein köstliches Stückchen- beweise dzs. Vor etwa 25 Jahren stattete sich ein reicher Liebhaber von Antiquitäten einen Saal mit etruskischen Vasen, alten Bronzen, Torsos - und mehr oder minder verwitterten Reliefs aus. Für die Mitte hatte er gern ein egyptisches Colossalbild gehabt, und da er diesen Wunsch gegen alle Bekannten äußerte, .suchte ihn bald ein Händler auf, der durch' einen Correspondenten erfahren hatte, daß ein überlebensgroßer Ramses aus schwarzem Basalt von bester Erhaltung in den Ruinen':.' von Theben entdeckt worden und für 100, 000 Francs zu erwerben fei. r Unser Archäolog hörte in fieberhafter Aufregung die pompöse Schilderung des Kunstwerkes an, welches sein Sehnen befriedigen sollte. Aber 100,000 Francs sind selbst für einen Ramses eine erkleckliche Summe. Indessen, da nach des Ländlers Versicherung Prinz X., Herzog von Y. und Marquis Z. sofort bereit sein würden, den Kauf abzuschließen, entschloß er sich, die gefordnte Summe für das wohlbehalten abgelieferte Standbild zuzusager,. Jede Woche- erschien der Kaufmann, um über die Schicksale deö Ramses iu berichten; die Besitzergreifung, die schwle-. .rige BeförZderuna auf dem Nft bis Al?-
ranorien. vte Umttände mit den egyp-
tischen Behörden, die Unterbringung auf einem Dampfer, Aufenthalt durch -f-t c cminry'w;rjL . einen lurm aus oem yjtmcuanuiicqen Meer Ankunft in Neapel, in Genua, in Marseille. Endlich konnte er dem fortwährend zwischen froher und banger Erwartung lchwanienven barnn l-r verkünden, daß am nächsten, Tage die Statue auf dem Bahnhofe anlangen werde. Und eines Abends spät hielt der von sechs Pferden gezogene Herrscher vor der Wohnung seines glücklichen Besitzers, wurde auf ein interimi stisches Postament gebracht, und unverzüglich erhielt der Vermittler seine 100,000 Francs in einer Anweisung auf die Bank von Frankreich. Der Sammler strahlte vor Freude und Begeisterung und lud alle Egyptologen und Antiquare von Paris zur Besichtigung ein. Sie kamen, sie beglückwünschten den Besitzer eines Schatzes, um welchen das Louvre ihn beneiden mußte bis endlich Einer schüchtern bemerkte, das eine Ohr sei nicht im Stil der zwanzigsten Dynastie. Dadurch ermuthigt, äußerte ein Zweiter, Ramses habe eine mehr geschwungene Nase gehabt, und fand ein Dritter die Erhaltung des Werkes auffallend gut. Zum Entsetzen des ebeu noch so stolzen Liebhabers entdeckte wieder Einer die Spuren moderner Werkzeuge, bemängelte man überhaupt die Technik der Steinbearbeitung, und zum Schlüsse kam. heraus, daß die Masse gar kei.i Basalt, sondern Thonschiefer von An gers sei. Leider hatte das Alles seine Richtigkeit. Der Verkäufer hatte die Statue für 1100 Francs aus einem Block der Brüche von TrelazS in Paris herstellen lassen, als er des Abnehmzrs sicher zu sein glaubte, und die Reiseabenteuer waren erfunden worden, um Zeit für die Arbeit zu gewinnen. Es kam zur Klage, und nach langer Untersuchung wurde der Verkäufer verurtheilt. Ob der Käufer sein Geld zurückerhalten hat, darüber schweigt , die Geschichte. Auch die Imitation von antiken Thonwaaren geht bis in's graue Alterthum zurück. Besonders ist Jtalim ein großes Magazin gefälschter Antiquitäten, eine Fundgrube, welche Europa niemals erschöpfen wird. Die Reisenden haben durch ihren Heißhunger selbst die Industrie hervorgerufen. Wenn sie aus den Museen kommen, die von Alterthümern strotzen, meinen sie, dergleichen müsse überall am Wege liegen. Um sie zu befriedigen, werden die kleinen Kinder angelernt, bloßfllßig den Reisewagen nachzulaufen - und dem Principe" die neuesten Ausgrabungen zum Kauf anzutragen. In der Umgebung der Solfataren leben ganze Familien davon: - der Vater macht das plumpe Stück, die Mutter macht es alt und das Töchterchen bringt es mit der natürlichen Anmuth seines Alters an den Mann. Jerusalem und Damaskus haben sich der Bewegung angeschlossen. Die dortigen Bazare wimmeln von den seltensten Thonwazren von Moab, Ammon und Basan. Der Fälscherkünste gibt es so viele auf diesem Gebiete, daß sie unmöglich alle aufgezählt werden können. Mit der nur! sacra fames, dem Durst nach Gold, verliert sich auch die Münzfälschung in die Nacht der Zeiten. Man kann sogar behaupten, daß auf dem Felde derNumismatik die Fälscher am meisten gewagt haben und die Liebhaber am meisten ausgebeutet worden sind. Ein besonders - geschickter Mann auf diesem Gebiete arbeitete um 1780 in Speyer. Becker's Stichel hatie Zauberkraft. Er eignete sich Alles an. Die Eleganz und Anmuth der Griechen, die strenge Schönheit der römisehen Kunst, die Originalität und Bizarrerie der mittelalterlichen Münzen. Durch ein sinnreiches Mittel gab er seinen Arbeiten das gewünschte Aussehen, Er that die aus alten Schrytlingen von ihm geprägten Münzen in ein unter seinem Rejsewagen aufgehängtes Behältniß und ließ sie dort lange Monate hindurch in einer Brühe von Fett und Eiseneilspähnen herumgeschllttelt werden, bis sie geschwärzt und künstlich abgenutzt waren. Uebrigens kommen in beinahe allen Sammlungen fabelhafte Seltenheiten vor,- die zumeist falsch sind. Unzählige Münzen aus Weißgold, Schaumünzen von Vyrakus, merovingische Triens '. und karolingische Denare . zweifelhafter Herkunft wandem durch die Welt. -Römische,' kleinasiatische, makedonische, . keltiberische und gallische Münzen ' Alles ist mit größter Kunst gefälscht, worden. Die Herren Falschmünzer sind . eben sehr fruchtbar im Erfindenbei der Ausdehnung des Münzenhandels ist es außerordentlich schwer, eine-übex jeden Zweifel erhabene Sammlung herzustellen.-: . :' ;! '. - - Dieselben Zweifel sind gegenüber dm Werken der Goldschmiedekunst ! am Platze.-- Französisches; Silbergergth aus dem achtzehnten, Aabrhundext,' Kruge mit den schönsten Ciselirarhezten, Leuchter, Kaffee-,' Milch-. -'und Zuckerschakn. Becher. Löffel,. Spieszeuge, Pfannen, Roste Kohlenschaufeln und Feuerzangen,- alte.'grieazische und römische Schmucksachekr,,kmailljrte Renaissanceg'ehäng, . mittelalterliche Bischofsringe, Arbeiten aus der Schule Cellini's, Broschen, Etuis alle diese Sachen unterliegen der.Jmitatiyn,.der Fälschung und. finden' guten .Absatz. Im Jmitiren alter. Gemälde leistet die schwarze Bande besonders Ausge-. zeichnetet und ihre Mittel, die Fabrikate in Umlauf zu setzen härmoniren mit den Künsten, ihnen das Aussehen von echten Meisterwerken zu geben. Die Ichönen, tiefen Töne, welche die 'Werke rüherer Jahrhunderte durch die Zeit erhalten, verleiht ihnen mit Milch angerührte Asche,- Rauchschwarz, ; La kritzensaft. Der Süßholzektract wzrd aus das Bild gestrichen und mit' der Handfläche verrieben, bis er trocken ist. Das nennt man: den warmen, aoldi
gen :&on geoen. Mtk etner Bürste, die in eine durch Sepia und schwarze Tusche gefärbte schwache Gummilösung getaucht ist, wird der alte Schmutz, die Fliegenflecke, aufgespritzt. Specialisten auf ihrem Gebiete, Monogrammisten, haben schließlich die Signaturen der alten Meister auf das Eingehendste studirt und machen sie virtuos nach. Solch' ein Monogrammist weiß ganz genau, in welchen Zügen, an welchem Vlatze dieser oder jener Maler den Namenszug anzubringen pflegte, und besitzt ohne Zweifel eine vollständige Sammlung vonJnitialen, ausgeschriedenen Signaturen und Daten nach den Originalen. . Oft wird das falsche Monogramm unter einem Fleck schmutziger Farbe angebracht, und der Berkäuser überläßt gern dem Liebhaber die Ehre der Entdeckung, welche seine Taufe des Bildes bestätigt. Auch ausgezeichnete Kenner von Gemälden gehen bisweilen in die Falle und das Publikum steht heute den in Lodon fabricirten Rubens, Rembrandtk, Tizians u. s. w. schon vielfach sehr skeptisch gegenüber. Daß moderne Bilder ebenfalls gefälscht werden, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Das gleiche Schicksal theilen Kunstblätter und Zeichnungen, EmailMalereien, Terrakottenreliefs, Fayencen und Steinzeug. Sevres - Porzellan, deutsches, englisches und italienisches Porzellan, Porzellan aus China und Japan. Unter der weit verbreiteten Gilde der Sammler sind die Bibliophilen vielleicht die leidenschaftlichsten. Sie erleiden denn auch die meisten Reinfälle". Bon den Inkunabeln angefangen bis zum Einbande wird, was sie reizt, imitirt. Fehlende Blätter copirt man mit der Feder, und es gibt in diesem Falle Specialisten ersten Ranges ; alte Pergamentbände werden unaufhörlich reproducirt und die gothischen Schriftzüge mit einem Gänsekiel täuschend nachgemalt, die Einbände werden, um ihnen das Aussehen alter Bände zu geben, wie alte Schuhe geflickt, Karmin und Wachs angewandt, um das durch die Zeit gebleichte Leder aufzufrischen. Die besten Kenner lassen sich oft täuschen und bezahlen manchmal Preise, über deren Höhe man mit Recht staunt. Eine der glühendsten und unleidlichflen Leidenschaften ist das Sammeln von Autographen; es gibtMenschen, die ihr Leben damit zubringen, den Tagesberühmtheiten einige Zeilen zu entreißen. Jedes Mittel ist ihnen recht, um einige Zeilen auö der Feder berühmter
Leute zu erhalten. Düse berühmten Leute müssen sich aber auch gefallen las sen, daß mit ihren vertrauten Briefen ein schwunghafter Handel betrieben wird. So ein Fälscher von Autographen geht natürlich mit der äußersten Sorgfalt vor. Er zeichnet auf PausPapier sehr langsam, den Brief einer Persönlichkeit aus dem letzten Jahr hundert durch, von dem er irgendwo ein Facsimile gefunden hat, druckt ihn dann auf Papier aus jener Zeit ab, welches ihm die Vorsatzblätter alter Foliobände liefern, und zieht seine iopie aus Karton aus. Das sieht dann ganz unverfälscht aus. ' Ein Haupt kerl" auf dem Gebiete der Autographenfälschung war Vrain - Lukas, der am 16. Februar 1869 vor Gericht unter einer diesbezüglichen Anklage stand. Vrain - Lukas,- eine höchst interessante Figur, hatte etwas vom Erfinder an sich, er machte nicht nur falsche Handschriften für den Sammler, er erfand auch historische Documente und verwirrte die Thatsachen. Einen Mathe matiker von europäischem Ruhm, Michael Chasles, hatte er reingelegt" und stand deshalb vor Gericht. Doch hören wir: Er hatte, wie Chasles aussagte, ihm zuerst einige Stücke angeboten und behauptet, sie in einer Dachkammer gefunden zu haben, welche das Archiv des 1791 ausgewanderten Grafen Boisjourdain enthalte, dessen Sammlung zum großen Theil aus der von Ludwig X 1. angelegten herstamme. Unter pen pon ihm angebotenen Partien befanden sich stets Schriftstücke, welche neue Thatfachen zu den wissenschaftlicyen Fragen beibrachten, mit denen Chasles sich befaßte. Aber er wollte einzelne Stücke picht abgeben, und fo kaufte ihm Ehasles in. Bausch und Bogen, ohne sich um die ihn nicht jnteressisenpen Schriften zu kümmern, nach pnd nach für beinahe 140,000 Francs flb. Einmäj machte ihn die Nachricht Wlwainfch haß hex Buchhändler Lemerre eine Correspondenz Nabelais als zu schön, um wahr zu sein, zurückgewiesen, und Jacques Charavay dem Verkäufer selbst die Thür wiesen habe. Zur Rede gestellt, verlangt Vrain - Lukas keck seine Briefe zurück. wogegen er das Geld zurückerstatten wollte. Diese Drohung hatte den erwarteten Erfolg, da Chasles sich um keinen Preis von seinen Dokumenten trennen wollte, Aox Gericht behauptete Vrain - Lukas. er habe Niemand geschädigt, da seine Autographe, ob echt oder falsch, ihren Pr?is' werth seien. Er habe auf diese Weise vergessene oder t Cn Wabreö Sprüchwort. "Nichts ist so erfolgreich wie Erfolg." Diese Behauptung ist nie besser bewiesen als wie durch den Erfolg , von Dr. Bull's Husten Syrup. Diest wunderbare Medizin kurirt jeden Fall von Erkältung, Husten und Bräunein der kürzestenZeit und immer mit Erfolg. Frau El W. Richards, M4E Cumberland Str., Pbiladelxhu, Pa.,schreibt: "3ch babeDr. Bull'6 Husten Syrup seit 9 Jadrcn im Gebrauch und fand ihn ein sickcreS Mittel gegen Bräune. Ich brauchte ihn in den , schlimmsten Fallen und rathe allen Müttern dasselbe zu thun." Dr.Bull'S. uttea syrup kostet nur 23 CcntS. Sersucht kein anderes Mittel sondern hleiot bei dem alten und bewährten Dr Bull'S Husten Sprup und ihr erdtt vte MSuscht sein. i
ven meinen nxicpncn unbekannte geschichtliche Thatsachen in Erinnerung gebracht, zugleich belehrt und unterhalten und, wenn nicht klug, doch rechtlich und patrio'isch gehandelt. Unter schallendem Gelächter der zumeist dem Gclehrtenstande angehörenden ZuHörerschaft wurden die altsranzöstsch abgefaßten Briefe aus dem Alterthum verlesen. Alexander rex drückt seinem Freunde Aristoteles . sein Mißfallen über die Veröffentlichung von Büchern ohne des Königs Genehmigung aus, ertheilt ihm jedoch zugleich die erbetene Erlaubniß zu einer Reise nach Gallien zum Studium der Religion der Druiden. denn er schätzt jene Nation als diejenige. durch welche Licht in der Welt verbreitet wird. Von Kleopatra waren drei Briefe vorhanden: an Cato, an Pompejus und an Cäsar. Dem Lekteren theilt sie mit, daß ihrer Beider Sohn Cesarion sich wohl befinde und daß sie die Absicht habe, ihn nach Marseille zu bringen, wegen der gesunden Luft und zu seiner Ausbildung. Cäsa: möge ihr die Reisegelegenheit angeben u. s. w. Der auferstandene Lazarus bestätigt seinem Freunde Petrus am 10. August des Jahres 47, daß die Gallier wirklich Menschenopfer gebracht, die Römer jedoch diesen schandlichen Gebrauch unterdruckt haben. Vier Jahre später hat Lazarus an die heilige Magdalena geschrieben, daß Petrus nach Gallien ' kommen werde, und sie antwortet ihm, wie sehr sie selbst und Martha fich darauf freuen. Es ergehe ihr sehr gut, die Gallier verdienten den Ruf als Barbaren durchaus nicht; und auch sie hat, wie Ale xander der Große, die Ueberzeugung, daß von diesem Lande das Licht der Wissenschaft" habe ausgehen müssen. Sie hat sich übrigens die Ausdrucksweise der französischen Bauern angewöhnt, sie schreibt zum Beispiel: J';ivons apprins. Vercingetorix stellt dem jungen Trojus Pompejus einen förmlichen Paß aus zur Heimkehr zum Empereur I. C4sar. Als Gegenstück eine Herausforderung Cäsars an Vercingetorix. Fünf Briefe von Alcibiades an Perikles, drei Tagesbefehle Chlodwigs aus dem Lager bei Zülpich. zwei Lieder der Blanche von Kastilien. eine Denkschrift Belisars, ein kleines Gedicht Abälards. Liebesbriefe von Laura an Petrarca; Aeschylos bekämpft eine Ansicht deö Dythagoras, Judas bekennt der heiligen Magdalena gegenüber sein Unrecht. Pontius Pilatus spricht Tiberius gegenüber sein Bedauern über den Tod Jesu Christi aus das Alles und noch mehr kam zur Verlesung. Der Vertheidiger warf Chasles vor, durch seine Leichtgläubigkeit den Angeklagten verleitet zu haben. Vrain - Lukas wurde in der That nur zu zwei Jahren Gefängniß. 1500 Frcs, Schadenersatz und in die Kosten verurtheilt. 1872 erhielt er aber schon wieder einige Monate, weil er einem alten Geistlichen einen Stammbaum fabricirt hatte, Diesem genialen VrainLukas gegenüber ist der bekannte Handschriftenfälscher Schapira beinahe der reinste Waisenknabe Nach unseren Ausführungen wird es kaum mehr Wunder nehmen, wenn wir zum Schluß noch als besonders bevorzugte Gegenstände der. Fälschung bezeichnen: Möbel, Bronzen. Tapesserien. gewebte Stoffe. Elfenbein, das gehetligte Rüstzeug deö Kriegers. Wehr und Waffen. Musikinstrumente, schmiedeeiserne Schlösser, Schlüssel, Thürklopfer. Bleimedaillen, Miniaturen aller Art. Wo wäre da ein Ende zu finden? In unseren civilisirten Ländern wird eben Alles gefälscht. Die Nachfrage ist groß, die Vorräthe an echten Sachen genügen ihr nicht; die Preise haben eine Höhe erreicht, daß das Fälschen eine viel einträglichere Beschäftigung geworden ist. als die ehrliche Arbeit. Wer also der Modeliebhaberei des Sammelns huldigt, wappne sich mit Mißtrauen, zügele die Kaufbegier, .prüfe genau und beherzige den Spruch; A? gen offen, Geldbeutel zuZ f.-m R e c l a m e. Reclame, ein französisch Wort, Das man bei uns nicht kannte, Als man die Lüge Lüge noch, Die Wahrheit Wahrheit nannte. Tragödie. Aus der Wiesen singt a Heuschreck Und auf amol is er stad : 'S hat 'n so a Deixelsbauer Mittenauseinanderg'maht. Varia nt e. Der Mensch drang in die Tropen ein, Fina Elevb5ntenberden.
Macht' Tasttn aus dem Elfenbein So rächt sich alle Schuld auf Erden. Guter Räth. Maler: Nun, wie finden Sie mein neuesteö Bild? Atelierbesucher: Ich weiß nicht es macht einen etwas fleckigen Eindruck. Maler: Oh. ich bin ja auch noch nicht fertig, mir ist nur daS Terpentin ausgegangen. Atelierbesucher: Dann benutzen Sie doch Benzin, das nimmt Oelfarbenflecke ebensogut fort, Heimgezahlt. Herr: Sagen Sie, mein Fräulein, können Sie sich erklären, warum die Herren eigentlick in den meisten Bällen aröker lind. als die Damen?" Dame: .Das ist sehr einfach, weil eben daS Unkraut die Blumen stets überraat!" fxrr lironisch): .Ah.besten Dank für das schöne Comvllment. lH demerke aber, dak es auch unter den Blumen'manchmal recht giftige geben fann! Ho-To-Bac für fünfzig (5euts. Seilt die Leidenschaft für Tabak, kräftiat schwach Männer. . reinigt daS Llut. 50c. 51. Bei allen Apothekern zu haben. ' Kaufe Nuüo's OO Cstzzza Cicztts." ' :
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