Indiana Tribüne, Volume 21, Number 250, Indianapolis, Marion County, 29 May 1898 — Page 7
Ayldag's Porträt. Won L. Unbeck. Ahldag! Ahl tag!" ' Der alte Mann, der mit der Pfeife zwischen den Zähnen vor der Thür des kleinen Bauernhauses in der Dorsstrafce stand, zuckte bei diesem aus dem Innern deS Hauses schallenden Ruf zusammen und sah sich etwas ängstlich um. Jtthlbag. wo biste denn?" scholl es noch einmal scharf; und gleich darauf erschien in der Thür eine hagere, unge wohnlich häßliche alte Frau, die, alö ihre schielenden Augen endlich den Gesuchten entdeckt hatten, eilfertig mit klappernden Holzpantoffeln auf ihn zuschoß. , Da peiht er schon wieder un' stiehlt unserm Herrgott die Zeit," keifte sie. Zimmer die Pfeife im Mund un' die Hände in 'n Taschen! Nu komm mal her rar' hack mich dos Holz! Wenn Du sonst morgen bei Schulischen im Dagelohn gehst, kann ich zusehen wie ich es klein kriege! Na vorwärts! Wirds bald?" . Der Alte hatte mit ergebener Miene Hn Redestrom über sich ergehen lassen und war langsam dem Holzhausen zugetrottelt; jetzt blieb er plötzlich stehen. Ich geh' nich' nach Schulischen in Dagelohn morgen," sagte er bedächtig in dem breiten Platt seiner Gegend, -indem er seine Frau beobachtend anblinzelte. Diese stemmte die knochigen Arme w ci Seiten uni sah ihn herausfordernd Un warnm nich?" I ; ; Ahldag holte tief A5hem. Je, weil ich nach uns'e Herzogin muß!" sagte er dann. Daskopp! Das willst mi weismvchen?" Die Alte lackte höhnisch auf,; .was willst denn da?" Uns'e Herzogin, die will mi ebnnrlen!" Dich! Dich ollen häßlichm JHrT? Un dat soll ick glauben?" Sie wollte schon wieder Kehrt nmchen, aber der Alteielt sie am TuchZipfel fest. Ollsche, ick sage di, es Zs wor! Un warum soll ick es nich duhn? Dat is doch tan Schimpf nich." Die die Engel" denn diesen in der Gegend üblichen Namen, der bei ihr wie Hohn lautete, :jrug die alte Frau blieb stehen undsah ihn erst geringschätzig -un, machte dann aber Aötzlich ein sehr verschmitztes Gesicht. Kriegst 'n auch wa5 davor?" ffrug sie und stemmte die Hände in die Hüficn. JcüuvN, un viel krieg ich. hat mi de ein Bediente seggt," versicherte er tei frig." WaZ willst'n anziehen?" erkrmdrgte sie sich weiter. Mm Sündagszeug!" Na, enn hol es man 'rau5 cms"n Rasten, mit laß 's 2' beten an de Luft hängen, dat 'n n' gauden- Geruch kriegt.Mit Vesem guten Rath schlurfte Engel etwas besänftigt, aber rmch Zmmer kopsschüttelnd wieder ab. Ahldag sah ihr leichtert nach. Recht hat sei. n' gauden Geruch muß das haben," sagte er kopsnickend vor sich. Die irmge Herzogin weilte sei: enögen Tagen zur Sommerfrische in dem Schlößchm am Walde oberhalb des Dorfes. Sie war vielseitig begabt und unter anderen? trub sie auch die Malerei mit einer Art Leidenschaft. Besonders das Porträtiren machte ihr Freude und sie dachte sich dadurch die Stunden in dem stillen Waldschloß zu verkürzen. Sie war immer auf der Suche nach guten Modellen und Ahlfca.q hatte ihr bei einer zufälligen Begegnung so gut gefallen, daß sie iha sofort zu sich bestellt hatte. Am andern Morgen also machte sich Ahldag in seinem Sonntagszeug auf den Weg. Im Schloß wurde er von einem ihm sehr vornehm scheinenden Bedienten in Empfang genommm und in einen weiten hellen Saal geführt, wo er mitten auf dem blanken Parkett stehen blieb und staunend um sich' sah, bis die Thür sich öffnete und die Herzogin eintrat. Der Alte zog die Pelzmütze, die auch im heißesten Sommer seine ständige Kopfbedeckung war. Gu'n Morgen es, Hoheit Landesmutier," sagte er, über das ganze Gesicht grinsend, wat min Fru' is, de Engel, läßt ok schön grüßen!" Die Herzogin, der der selbsterfundene. drollige Titel Ahldags gefiel, lachte. Danke schön," sagte sie heiter, bestellen Sie Ihr einen Gruß wieder! Und nun aber gleich an die Arbeit!
Hier auf dieseir Sessel setzen Sie sich bin!" Dr Alte gehorchte; und nachdem Vie Herzoam ihm noch einige Anwei sunaen über seine Stellung gegeben, ariff sie zur Kohle und trat vor die ausgespannte Leinwand, um ihre Skizze anzufanaen. Im Dorf wurde Ahldag allmählich eine Berühmtheit. Jeder wollte von seinen Erlebnissen im Schloß hören, und der Alte geizte auch gar nicht mit seinen Mittheilungen und gab aus eiaener Erfindung noch so manches zu. .; 's . ..t -1 IJC 1 1 tU ;$i giauo gaiuity, ivui uk n friedliches Leben sei m sich hat. erzählte er begeistert, die schnackt mit inl, iust als llnserems!" Engels Laune wurde täglich grim miaer. De olle faule Kirl! Thun thut er so schon nix, UN von ve oumme PlnieZei wird er noch ganz verdreiht! Wenn'S mi nich um dat Geld war'. hätt' ich es all lang verboten!" Ja. das Geld! Auch Ahldag selbst machte sich seine Sorgen um oiesen vichtiaen Punkt. .Wenn ich man bloö das Geld selbst krieaen thäte!- meinte er oft irr seinen nachdenklichen Selbstgesprächen. .Aber
wat Sei is, die knappt mi so schon meinen Tobak ab. un wenn mcn 'n
Kirl is. denn is doch de Pipe de einzigste Spaß! Ich wollte, die Hohett Landesmutter könnt' mich statt Geld bloS lauter Tobak geben!" Statt Geld blos Tabak! Nachdem dieser Gedanke einmal ausgetaucht war. wollte er nicht wieder weichen Es schien so verlockend und Ahldag stand ja so aut mit der Herzoain. Und so legte er ihr denn, als die Gelegenheit sich bot, seinen Herzenswunsch vor. Statt Geld wollen Sie Tabak, Ahldag?" srug die hohe Frau nicht wenig erstaunt, aber warum denn? Sie können sich ja doch den Tabak nachher selbst von dem Gelde kaufen!" Der Alte lachte verschmitzt. Ultt, Hoheit Landesmutter wenn ich das können thäte, wollt' ich Mich woll freuen! Sei kennen sei nich, wat min Fru is" Aha!" Die Herzogin lachte delustig., ich verstehe! Nun. Ahldag. seien Sie ruhig, ich werde Mir Ihren Wunsch merken!" Aber als sie diesen Wunsch NM wirklich erfüllte, ahnte sie nicht, we!ches Unwetter sie damit auf Aahldags HQUpt beschwor. Engel war fuchsteqelwild. Äts der Bediente kam, sah sie erst wie Derüeinert zu. wie er em Packet Todak nach dem cmderen aus iem Korb zog und die Päckchen auf dem Tisch zu eiziem förmlichen Berg ufthürmie. Wo is 'n dat tüV fragte sie dann gierig. Geld habe ich nicht. Alte, blos Tabak." entzgegnete lackend der Bedinte, Ahlday hat's ja ffelbst so gewollt! Ihre Hrcheit läßt übrigens fragen, er mochte sich den Tabak gut flchmecken lassen!" Dat dat hast Du wuQ?! Dat hast Du selbst roullt?" Fast kreischendor Aufregung stürzte Engel auf den Alten zu. Na wart', ich will di lehren, wat vollen, Wut ich nich will!" Und ihm die ZZäuste vor den Augen schüttelnd und ähm ein Tabakspacket nach "dem anderen an den Kopf wersend, 'hatte sie ihm so gründlich seinen Standpunkt klar gemacht, daß der ArmeMr ein paar Tage wie betäubt herumging. Schrecklich roar sei, anz gräsig erzäh'ne er einem theilnehmenden Nachbar.er frohem' ich doch, dat ich mm Tabak hab', un wenn -sei Geld haben will.Äann sei Pch ja selbsten ok malen lasset! Dat hab ich ihr ok sagt!" Auch malen lassen! Das Wort, das Ahldag seiner gereizten Ehehälfte im Eifer des Kampfes rntgegengehalten. .'hatte Wurzel gefaxt. Engel hatte ihm.plötzlich nichts mehr erwidert und sich nur sehr eifrig .um Kleiderkasten zu schissen gemacht. Sie ging mehrere Tcrge auffallend Pill'cherum; Ahldag vermied sie möglichst. Man kann nie wissen, wat'r ut werd', wenn sei so is," bemerkte er mit .der Miene des -Erfahrenen. Es war kurze Zeit .nach dem Ende Don LIqldags goldenen Tagen, da verließ Engel eines Morgens, als ihr Mann zur Arbeit war, das Häuschen und schlug den Weg die Dorfstraße entlang nach dem Wald? zu ein. Sie hatte .ihre festlichste Tracht angelegt. Sie ü?ugte, wo die Herzogin ihren täglichen Spaziergang zu machen pflegte. Dort pflanzte sie sich am Wege aas und wartete geduldig, bis sie das helle Kleid der hohen Frau durch die Büsche schimmern sah. Erst .als die Herzogin mit ihrer Hofdame ganz nahe war. trat sie plötzlich vor and versperrte ihr den Weg. Gnädigste Frau Höhnt!" begann sie knirerQ. nehmen Se's mm nich für ungut ich wollie blos " Die Herzogin war bei dem plötzlichen Erscheinen der grotesken Gestalt erschrocken zurückgeprallt und starrte nun sprachlos auf die schreiendbunte Erscheinung der Alten, die sie uuwiderstehlich zum Lachen reizte. Sie drängte diese Anwandlung aber nach Möglichkeit zurück, um die vermeintliche Bittstellerin nicht zu beleidigen. Was wollen Sie, meine Liebe?" frug sie. womit kann ich Ihnen helfen? Sprechen Sie nur offen!" Engel fuhr sich' mit dem rothcarrirten Schnupftuch über das hagere Bo gelgesicht; es war ihr doch jetzt recht fatal, ihre Bitte anzubringen, aber sie nahm sich zusammen. - Ich wollte Sei man blos bidden, ob ich ob Sei mi nich ok mal mal abmalen wollen!" Abmalen? Aber gute Frau, wie kommen Sie denn darauf?" Engel wurde es unbehaglich zumuth. Ich meine man blos ich hatt' mich das so gedacht schön bin ich ja woll nich mehr, wenn ich auch in früher'n Zeiten 'n ganz glattes Mäken wesen bin. aber wat min Marn: is. de Ahldag de sagt, Frau Hoheit wollen doch gern nur wat Apartes malen ..." Während dieser stoßweise hervorgebrachten Rede begann die Herzogin, die noch immer Heldenhast ihre Heiterkeit bekämpfte, den Zusammenhang der Dinge zu verstehen; Ahldag hatte ihr ja so manches von seinen häuslichen Verhältnissen und Kalamitäten anvertraut. Ja. aber Frau Ahldag. warum wollen Sie denn gemalt sein? Wollen Sie das Bild verschenken oder was?" Engel grinste verschämt, so daß ihr einziger Zahn zwischen den schmalen, verkniffenen Lippen hervorschaute. Nee, ich dacht' mir so, ich könnt' da 'n bischen wat mit verdienen. wenn ok nich just Tobak." erklärte sie kaltblütig, wat min Mann is. de Ahldag, der is ok nich schöner als wie ich!" Die Fassung der Herzogin war nun beinahe zu Ende. Wenn Sie etwas verdienen wollen, dann melden Sie sich bekm Schloß-
gartner, der soll Ihnen Arbeit gebenv" sagte sie mit etwas erstickter Stimme, aber malen iamt ich Sie nicht das ist mir zu schwer! Damit preßte sie krampfhaft doS Taschentuch vor den Mund, um alsbald ihren Weg fortzusetzen. Als Engel in all ihrer Pracht sehr langsamen Schrittes urti mit halb nachdenklichem, halb verdutztem Gesicht zu Hause anlangte, war Ahldag gerade zum Mittag von der Arbeit gekommen und stand, eine Pfeife Herzogstobak" rauchend, mit einigen Nachbarn vor der Thür. Da kimmt sei," rief aufgeregt Nahwersch" Volten, der Engel ihr Vorhaben hatte mittheilen müssen, um sie zum Leihen des apfelgrünen Tuches zu bewegen, ra Ahldagsch, nu erzähl' mal. wie war's? Wat hat sei seggt? 5zat sei sich freut, daß Du so fein warst? Will sei di malen?" Ich hab' keine Zeit jetzt hier zu schnacken," erwiderte ollsch Engel, der Fragerin einen giftigen Blick zuschleudernd, sei hat sich sihr über mi freut, aber zum Malen, seggt sie, bün ich ihr tau swor!" Ahldag aber kraute sich den grauen Schädel und meinte bedächtig: Dat hätt' ich der Londesmutter wohl vorher sagkn könn' ... Mir is dat ok tau swor!
Die Ecntcnclrsticr des Canions Ccssin. von Prof. 'Tr. Arthur kkinschmidt. Lugano irnd der Kantcn Tessin, dessen herrlichste Perle Lugano genannt werden darf, feierten in denTagen vom 2. bis 8. Mai d. I. den .hundertjähri gen Bestand des KantouZ und dasAn denken jener muthigen, energischen und staatsklusen Ahnen, die .das Land der freien Schweiz zu erhaltn wußten und den Versuchungen des Anschlusses an die CiZalpinifche Republik, die in ver !?cken!sk.r Gestatt m sie herantraten, widerstanden. D'e Ezikel können jetzt mt Fruchte dieser rctixtn Haltung ersten, die Äotthardbahn .hat den Tessin Äem Verkehre erschlossen, sie wurde für 'die Schweiz, für Deutschland, für die Welt ein neutralerHandels- und Reiseweg Äs in das Herz Jfcer Bella Jtalia. Von den sogenannten italienischen Vogteien der Schweiz .wurden Bollenz, ? or ? . c rr rt m . , ulviera uno euenz eumzona) E103 5nn .Uri.Schwyz und Anterwalden verwaltet und bevogtet. während dieHerrschaft über Lugano (Lauwis), Mendrjsb, Locarno und Balle Maggia Mayen - Thal) seit Anfang des 16. Jahrhunderts allen Kantonen auß Azvenzell zugleich aehörte. Die LandVögte, welche zwei Jahre amtirten, tai ren meistens obne Henntniß der Sprachc. Sitten und Gewohnheiten des ihneu -unterstelltenLandes, nicht vertraut mit dem Rechtsgange und ließen es gn beim Alten bewenden, Beröefferungen kamen gar .selten vor, viele Lo.ndvögte ersteigeren ihr Ackt als Meistbietende und suchten es in der kurzen Zeit ihrer Machtvollkommenheit nach besten Kräften auszunützen, hinderten vielfach Rechte und Freiheiten der Unterthanen, jedes reformatorische Bestreben human:r Vögte, so konnten Gemissenlose und das waren die meisten aus den Strafgeldern und Prozessen gewaltige Einnahmen erzielen. Es lag in der Bevölkerung immer eine .ausgesprochene Prozeßlust, die von Zahllosen Rechtsverdrehern sorg sam gezüchtet ward, um ihre Taschen zu füllen und der in Anserer Zeit so viel besprochene Prozeß Derwis in Lugano war ganz nach dem Herzen jener alten Prokuratoren und Advokaten. Die Justiz war käuflich. Kriminalstra fen wurde im Gnadenwege in Geldstrafen umgewandelt, und der Landvogt, Obereinnehmer der'landesherrlichen Einkünfte und zugleich Oberrichter in Kriminal- und Civilsachen, galt als Thor, wenn er nicht mit vollem Säckel aus dem Amte trat. Anderer seits war der Censo" oder Jahrestnbut des Volks an die regierenden Kantone gleich allen Abgaben sehr bescheiden, die kirchlichen Zehnten und die Grundzinsen konnten Niemanden bedrücken, die volkswirthschaftliche Lage war keineswegs ungünstig. derBauernstand war zufrieden. Und trotzdem fand die Bewegung, welche sich infolge der französischen Revolution und des italienischen Feldzuges Napoleon Bonaparte's Italien's bemächtigte, inLugano und anderen Punkten Oberitaliens lebhasten Widerhall. Der gewankte Abbate Vanelli verbreitete von Lugano aus eine stark geleseneZeitung, in der er den Anschluß an die von Bonaparte geschaffene cisalpinische Republik aufs Wärmste befürwortete. Wie er dachten seine Verleger Agnelli, denen die Zeitung jährlich an tausend Louisd'or abwarf und die der franzosische RegierungZ - C.- mmissar Salicetti selbst eifrig unterstützte; auch aus Mailand kam Ermunterung seitens der höchsten Behörden zum Anschlüsse an Cisalpinien. Vergeblich war es. daß die alte Regierung Felix Joseph Stockmann, Altammann von Obwalden und Tobias Michael Gabriel Raphael Bumann, Mitglied des kleinen Raths in Freibürg, mit dem Auftrage nach Lugano sandte, freundschaftliche Nachbarbezie hungen mit Cisalpinien und dem französifchen Heere zu unterhalten; Beide sollten nicht den mindesten Einfluß auf den Gang der Dinge gewinnen! Trotz der Bildung einer Schwor bewaffnete: Freiwilliger zur Erhaltung der alten Ordnung und trotz aller Predigt gegen französische Vergewaltigung breitete sich die republikanische Neigung üb:r das Land aus. Allerlei müßiges Vott aus Lugano und Mendrisio, Bergamo und Brescia eilte mit einigen cisalpinischen Officieren, 240 Mann stark, am 15. Februar 1798 auf Lugano los. überrumpelte den in tiefem Schlafe liegendeg Ort und machte die beiden eid-
1 - arrestanten; das Gefecht in den Straßen und um den Schweizer Hos. in dem die Beiden und ihr Sekretär Imseld gefangen gehalten wurden, dauerte etwa erne Stunde, Luganesen eilten rr I vewass.net yeroel uno rne izinormgimge flüchteten unter Verlust ihrer Fahuen und mehrerer Leute über den See nach dem Mailand unterstehndenDorfe rr . . r et r amplonc. ie uganci.en macuien viele Gefangene, entließen sie aber nach TT" . ? , "Cf ? o ampione, nur ein reiwmiger aus Lugano, der Besitzer des Schweizer Hofs, Giovanni Taglioretti. war ger.fV .! Ohf W. IC.Il uucti, ui ci wci Die Intriguen hörten jedoch nicht auf. Viele Bewohner umliegender Dörfer waren nach Lugano geeilt, versammelten sich auf dem großen Platze und stellten einen Freiheitsbaum zur Bekundung dessen auf, daß sie nichts sein wollten als freie Schweizer. Mehrere Tausend Mann stark, forderten sie unter der Führung des Advokaten Pellegrini für die italienischen Vozteien. die unter hundertiähriaerUnterthanenschaft reif gewordm seien, die Schwel, zer Freiheit, doch lehnten Stockmann und Bumann im Schweizer Hofe diese Forderung ab. Neue Haufen strömten herbei. Stockmann entfloh noch an diesem Abende über den Monte Cenere nach Bellinzona und von da über den Gotthard nach Obwalden. Bumann wurde von Freiwilligen im Schweizer Hofe bewacht. Für den Unfang der ogtei Lugano bildete sich eme provlsousche Regierung, welche die reiyelt des Volks verkündete; an Stelle der salpinischen Freiheitsmütze trug der n?iifvtl2fiwitrt iifirtT Vtr Cltf CVTT2 I jn.iiiMuwv uwm vn v Die cisalpinischeRegierung. bei der sich -die Eidgenossen über die Unterstuung .des Aufruhrs beschwerten, stellte ieoe BetheiliAUNg daran offiziell in Abrede, x, c osi i mn ...c?rpje.i cal n oer ogltt ncenorino mur oas Volk, um den Freiheitsbaum geschaart. ris ct . r . n . -1 am zv. eoruar, es woue vzi ki Schweiz und bei der katholischen Religion bleiben, und ein Volksausschuß übernahm die Verwaltung. Von Campione aus machten aber die Cisalplmer Versuche, das Volk u? Bitte um Ein Verleitung in ihre Republik zu veranlassen. Der Volksausschuß entgegnete .zwar, icruocr muc eine noilvo-:- ?! k?. cv - r larnrniung ociaiqai, iz pvou) wuukh r , r t it r: . i.vjc. , tt i ... Nicht warten, besetzten cm 22. Februar mit oewassneter Macht Mendrisio und flan,zten die cisalpinische Mütze auf. ct:. m.. r t. .r jc-rr v..-jc v iic iuuiiüiuuc Muui jjuiu .ano, oemasfner tuitn tnia)iotnz Landleute aus Stabio. Liaornetto und Genestre nach Mendrisio, um die Frev.ler, .die sich Patrioten zu nennen wag äen. mit blutigen Köpfen heimzuschicken, doch erlitten sie eine völlige Niederlage. Die .Patrioten" brandschätzten das eroberte &ind und zwan,gen .den Volksausschuß, die Vereim.gung Medrisios mit der Cisalpina in .Mailand zu erbitten; cu3 Lugano kam freilich. eine Abtheilung Kämpfer her-
aenössischen Repräsentanten zu HauS-
bei und besetzte Mendrisio om 4. März schendsten Adrienne Lecouvreur blitzte, nach der Niederlage der .Patrioten" Die jrmgen Cavaliere des StädtM Cavali. aber schon am .März ver- chens waren nicht eifersüchtig auf den
Xxvti3tn clsalpmiiche Gruppen die uganeen wleve? aus 'cenorlno, wo nstweilen clsalplNlsche BeHorden das Regiment übernahmen. Der Brigadegeneral Chevalier, der in Eomo comAMtvi stAi (Dvfiimn iuuimuu, iiuyui ui uuia )wuurna tion n die Mendrisotten vom 25. Ventose des Jahres VI. offen Partei für die Bereinigung mit Cisalpinien und bedrohte jeden eigenmächtigen Schritt der Bevölkerung mit schwerer Straf-; als aber General Brune, der den Ode:f r . i " f tttt)i in prallen u vernommen, oen Mendrisotten befahl, abzustimmen, ob sie Cisalpinier werden oder Schweizer bleiben wollten, erklärten sie sich am 6. Juni einstimmig für Letzteres und die cisalpinischen Truppen räumten das Land, in dem darum der ParteiHader doch nicht aushörte. Anfangs Februar 1789 waren zwei neue Vogte sur Lugano ernannt worden, Johann Georg Landwing von Äug unv urjus Victor jchann ' von Solothurn, Mitglied des jungen Ra-
thes; infolge oer Ereignisse m ugano tall, welches Gott Amor zu festen, ehewilligten sie von Altdorf aus schriftlich lichen Trauringen verarbeitet.
m die Wunjche der dortigen Bevolke- Er war Sanger, mit nicht allzu rung ein und fanden in Lugano einen glänzendem, aber auskömmlichem Hofestlichen Empfang. Sie mußten alle norar an der fürstlichen Oper enaaairt.
Kräfte darauf concentriren, den Pa- , M 4 L 4
inoicn oie ayne zu zeigen uno oie djicylen was das Helrathen anbehelvetische Freiheit zu schützen. Am langte.
8. Marz kam Oberst Jauch von Un t rm- w mit einigen yunoert 'cann illiZ zur Unterstützung ihrer Autorität nach Lugano; als aber am 30. März eine
ordentliche Regierunq von 21 Raths- lichst kennen zu lernen, stand er wähMitgliedern gewählt worden war, löste rend ihrer ersten Probe hinter den
sich die provisorische Regierung auf, beide Vögte hatten Lugano bereits verlassen, nun zog auch Jauch mit seinen Milizen ab und eine Nationalgarde von fünfhundert Mann trat in Dienst, In Bellinzona war die Revolution ganz unblutig verlausen, es hatte sich am 17. März eine provisorische Regi:rung gebildet, die mit den Äbgeordne-' ten der regierenden drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden unterhandelte, ohne ein befriedigendes Resultat zu erzielen; eine Volksversammlung billigte am 30. März ihre Schritte, am 9. April wurde die vollkommene Freiheit Belllnzona's proclamirt und em Freiheitsbaum erhob sich, vorsichtiger Weise mit Tell's Hut und der cisalpiNischen Mütze gekrönt! Unter den 22 Kantonen der im April 1793 gegründeten helvetischen Republik befanden sich zwei für die italienische Schweiz, im Schweizer Rathe zu Aarau aber wurde am.1. Mai 1793 beschlossen, nur einen Kanton Tessin m.fv:. Ck..i.iriVi um ioiuiujm ui uupijmuj gu du 'den. und diesen Beschluß bestätigte alsbald der Senat, aut der Schweizer ceolalloneacle, oer erleuchteten sassung des Ersten Consuls (19. Fedruar 1803) zerfiel der Kanton in die acht Bezirke Mendrisio. Luaano. Locarno, Balle Maggia. Bellinzona. Riviera. Blenio und Ledentina. die in 38 re:e emgeltzeiu wuroen; ellmzona wurde der Hauptort.
..ZNadel ruck, ruck, ruck V1
Crzaymng nacy emer roayren Vegeoeyeu von Nataiy von Eschstruth. Alle Welt war entzückt von ihr und mit Recht. . . . Man konnte keine graziösere, aninuthigere Erscheinung auf der Bühne sehen wie sie, keine eleganteren Toiletten bewundern als die ihren, keinen pi- . ,. . ' . w Zanleren Wohllaut hören als den iyrer Stimme, mit dem scharfen r" und , w vem sehr merklich gebrochenen Zeuljcy. Sie war Französin. Schon dieser dastand machte sie in , m rc riVLli ! 1 . . r oem lieinen enoenzaoicyen inielkisant. Denn der Deutsche hat nun einmal eine Schwäche für alles Ausländische und ganz besonders, wenn dasselbe mit solch ein Paar sprühender, glühender Schwarzaugen in's Publijum blickt, wie es hier der Fall war. Sie hieß Mademoiselle Garceau. machte eine Tournee durch Deutschland und hatte bisher ungeheure Triumphe in Bordeaux, Paris und Lille gefeiert so sagten wenigstens die überschwänglichen Berichte in den beiden deinen Tageblättern -des Städtchens, welche einander feindlich gegenüberstden und darum stets verschiedener stcht über die Vergangenheit von Mademoiselle Blanche waren, Der Impresario that nichts, um die märchenhaften Berichte über Persönlickkeit. ttamilie und Norleben seiner schien Künstlerin zu berichtigen; er ieb sich beim Anblick der ausverkausun Häuser schmunzelnd die Hände nd war derselben Meinuna mit dem Intendanten, daß noch nie ein Stern H . -Tt t f. r ri 1 ycu an oem zgimmez qienger unl gestrahlt hatte wie Mademoiselle Garau. Die Herrenwelt von X. war entousiasmirt. und es nabm kaum Munder. daß der steinreiche alte Rentier M., ' - . '. ' welcher sonst nie das Theater betreten. seit Mlle. Garceaus Erscheinen 1 . ! Stammgast in dem fürstlichen Musen t-mvel aeworden war. Er eebärdete nck wie von Sinnen vor Entzücken, klatschte die Handschuhe entzwei und stand Viertelenden lang aus seinen von Vodaara aeouälten Füßen, nur um die reizende Blanche besser nack mit den Auaen ersckünacn l ' - i o zu können. , - -in es ma so Welt. da'N er Von welchem Zlaubwürdiae Zcuaen erzähl ien. sein Geiz veranlasse, daß er. um die Kosten "eines Hofhundes zu sparen l . , . . 1 ' . J1 'r uno oennvcy eiwaige lnvrecher zu schrecken, selber des Nachts um sein 5Lus lieft, um sebr täusckend und laut wie ein Hund zu bellen daß er allabendlich die herrlichsten Blumensträuße kaufte, um sie der Angebeteten werfen lassen. Etliche HyperPhantasten wollten sogar in Erfahrung gebracht haben, daß ne Rose des letzten Straußes sehr kostbar funkelnden Thau im Kelch getragen, Thau, welcher cndern Tags als Brosche an dem Busen der beraualten M. mit den rothumränderten Auqen und !der Nase, welche allzu in diskret ihren intimen Verkehr mit der Schnupftabaksdose verrietö. Verlieben konnte sich Mlle. Blanche I ! jf i . f ety t . f ii Nicyl iN iYN. UUXll, Dlt fiOUCN, KOCNölustigen Herren des Städtchens beobachteten voll ironischen Vergnügens, wie der alte, graue Falter immer näher und geblendeter um das Licht flog, den Auaenblick Gefabr laufend, rettunaslos 'in das brennende Schicksal I . i ' I ymem zu taumeln. Nur Einer lehnte, so oft der Name der kleinenFranzösin auf dem Theaterzettel stand, mit gekreuzten Armen und schwer athmender Brust an der Logenthür und verwandte keinen Blick von der bezaubernden Fee auf den Brettern. Karl Westland war bis über die Ohren in die reizende Mlle. Blanche verliebt, und diese Liebe bestand nicht nur aus Flimmer und Katzengold, sondern aus dem läutern, echten Meund er hatte die besten und reellsten I v r . . . Er war mit Mlle. Blanche auf I . .... . . . . ' I eigenthümliche Weise in nähere Berüh rung gekommen. Um die Vielbesprochene baldmöa Coulissen, nachdenklich an eine bemaUe Leinwand gelehnt und voll seltsamer Erregung zenes Blickes gedenkend, welchen ihm die reizende Collegin bei der soeben stattgehabten Präsentation zugeworfen hatte. Und Mlle. Blanche dachte ihrerseits auch mehr, wie es sonst der Fall war, an den bildhübschen. blondlockigen Tenor, welcher d'ie märchenhaftesten blauen Augen hatte. denen sie je im Leben begegnet war. Ein Sonnenstrahl hatte dieselben just aetroffen, als sie ihm die Hand reichte. und sie staunte die herrliche ??arbe an zwar sehr germanisch, aber wunderbar schon! Und weil Mlle. Blanche iust wieder an die blauen Augen dachte, war sie zerstreut und verwechselte die Ausgänge, durch welche sie sich zu entfernen hatte. - Kraftvoll stößt sie die schön gemalte Thür auf und fährt mit einem Schrei des Entsetzens zurück, denn unsanft taumelt ihr der schöne Tenor, welcher just seinen Rücken an diese gelehnt, C- ., ... i r . ' ' yeslig an uk xicinc .ouegin anprai lend und sie im ersten Schreck als ein zigcn AnhaltSpantt mit veiden Armen umklammernd. . . Ein bomerisckes Gelächter rinesum. Karl Westland und Blanche Garceau ber seben cb tödtlick erlckrocken abermals in die Augen, und dann werden Beide roth, wie von der röthesten Schminke übermalt. I .Pardon, Mademoiselle!" stieß er
hervor.
,DPardon !" wiederholte sie, und es kostete ihm namenlose Ueber Windung, ihr zierliches Figurchen wieder aus dem Arm zu lassen. Dann lachten sie Beide mit und redeten m ihrer Verlegenheit und ihrem Amüsement lebhaft aufeinander ein. Das war die erste Begegnung, wel cher noch viele andere, gesuchte und uns gesuchte, folgten. Karl Westland hatte noch nie so schön gesungen wie jetzt, berauscht von dem seligen Bewußtsein, daß Blanche zedesmal m der Schauspielerloge saß und ihm mit den wei-
ßen Händchen sehr lebhaft und graziös Aufschrei des Zornes Mlle. Garzuwinkte, wenn er gesungen. au svrinat bebend vor Emvörun
Trat sie nach Schluß ihrer Proben aus dem Theater, so stand der junge Tenor mit strahlenden Augen bereit, z zu oegrußen uno nacy Hau e zu re- , , c t r . i . . m I gicucn, uno leorie er aus iemen Proben zurück, so fügte es ein seltsamer Zufall, daß Mlle. Blanche just da spazieren ging, wo au) er tmt Piaoc
"liS: "aar age ging oas die Geliebte wohnt. Was war qeschevortrefflich, dann fiel dem iungen Te- n? Warum verlien sve so auffällia
noi : das bittcTernpc. sehr verweisende wtmi dzs mpreiarios aus. wtiqzx plötzlich zum Schatten seiner Pflegebefoblenen geworden zu sem schien. Auch begegnete er der klemm Französin nicht mehr auf der Straße und als sie Abends m der Loge saß. blickte lic mii i.eyr icgmcrziicg - weomuiqigem Ausdruck in dem sonst so lachendenGeL??. nzv x:, n11?"?? sich. Welch em Schatten drängte sich zivilen jic derjenige es aucn oder der des Jmpresarlo. de: semeEmnahmen gefährdet sah? Kaum konnte er die nächste Probe toatlt te um die auffälM A f sl i I M , M M W A M uiic uiiuiung gll vciiugeu. Er sah, daß ihre Augen zärtlich aufleuchteten, als sie ihn erblickte, auch drückte sie ihm sehr warm und bedeutungsvoll die Hand, dann aber begann sie voll angstlicher Hast em sehr gleichgiuiges eipracy. oenn oer mpreiario war neben sie getreten und musterte den jungen Sänger fast feindselig, mit gekreuzten Armen und zusammenge- - prenien Kippen. Und dieselbe Scene wiederholte sich, so oft er es versnchte. sich der Angebeteten seines Herzens zu nähern. Diese Qual ertrug er nicht langer. Er setzte sich hin und schrieb an sie voll leidenschaftlicher Glutb und Innigkeit eine himmelstürmende Liebeserklärung mit regelrechtem Hei rathsantrag. Die darauf folgende Nacht schlief er nicht Zwar hatte sie Abends als entzückendste Georgette ihm fraglos die glückseligsten Blicke zugeworfen, ja manche zärtlichen Worte zu ihm allein hinauf gesprechen, aber der alte M. spendete just an diesem Abend einen besonders schonen Strauß und Entsetzen! der Impresario stand in mtunstem Gespräch wahrend der gan zen Zwischenpause neben ihm: Der folgende Morgen erlöste Karl aus seinem Hangen und Bangen. Ein zierliches, dnftendes Bnefchcn wurde ihm gebracht, des Inhalts: Ich erwarte Dich morgen um 3 Uhr an der Rolandseiche im Stadtpark." Durch den sommerlich leuchtenden Park eilte er zur bestimmten Stunde dem beseligenden Stelldichein zu. Nach kurzem Hin- und Herwandern' unter den schattenspendenden Bäumen hörte er einen Wagen rollen, und nach wenigen Minuten hielt er die Herrlichste Maid voll ungestümer Glück scligkeit umfangen. Welch ein Liebesfrühling unter den rauschenden Baumkronen! Ja. sie liebte ihn! Und sie gestand es ihm mit der ganzen, sprühenden Lebhaftigkeit ihres Temperaments. Sie wollte ihn auch heirathen, ganz gewiß, nur ihn allein aber erst dann, wenn die Zeit dazu gekommen. Und wann kommt diese Zeit?" flehte er voll bebender Ungeduld. Da erklärte sie ihm alles ihren ganzen Roman. Sie war Waise der Impresario ihr Vormund. Was er an Geld für ihre Erziehung und Ausbildung verausgabt hatte, verlangte er mit reichen Zinsen zurück. Sein Plan war es, eine Tournee durch Deutschland zu machen, um den deutschen Michel bei seiner schwachen Seite zu packen und die Ausländerin" auf seinen Schild zu heben. Was in Paris leicht übersehen wird, feiert wohl in Deutschland Triumphe. Er hatte sich nicht verrechnet, der Goldström floß reichlich. Die Erfolge berauschten den geldgierigen Mann. Der Enthusiasmus der ledigen Herrenwelt war der aoldene Boden ihres Ruhms und ihrer Triumphe. Eine verlobte Schauspielerin ist eine Königin ohne Land. Entweder sollte sie sehr, sehr reich heirathen oder gar nicht. Einen jungen Tenor vor aller Welt lieben oder begünstigen, grenzte in seinen Augen an Wahnsinn, es war der Stein, an welchem die Räder des Siegeswagens brechen würden, das Ende ihrer Carriere. Und darum band er ihr Herz und Hände. Blanche fürchtet die Scenen, welche der Vormund infolge seiner Geldgier ihr machte. Schrecklich! Entsetzlich! Waö sollen wir denn da beginnen?" braust er auf und drückt ste an sich, als müsse er sie gegen eine Welt vertheidigen. In einem halben Jahre bin ich mündig und seiner Willkür und Tyrannei entronnen." flüstert sie mit blitzenden Augen. Dann werde ich Dein! Aber bis dahin gelobe mir tiefstes Schweigen gegen Jedermann! Wir werden uns schreiben sehen und sprechen werden wir uns nicht mehr." Blanche!" Willst Du nicht alles verderben, so thue, was ich verlange! Vor der Welt kennen wir uns nicht mehr, in Onkels Augen ist alles zwischen uns -aus! Verstanden? Unser süßeö Geheimniß darf keine Seele ahnen, das verlange
Zck hon Dir als Neweis Deiner treuen
wahren Liebe!" Er schwort es ihr. In dem Theatersaal findet andern Tags ein Wohlthätigkeits - Concert statt. Auch Westland singt. Kops an Kopf sitzt das Publikum; seitlich, auf erhöhtem Wandpolster diesmal auch Blanche Garceau. Und Karl singt die Augen Mit brennendem Blick auf die Geliebte gfc richtet. Madel ruck, ruck, ruck an meingrüne Seite!" rnnfelirf IZs,r K.ilk 'erdrückter aut und verlöt voll rücks:cktLloser r. regtheii den Saal. Allgemeines Staunen, Flüstern hin un ber " arl Westland stürmt wie ein Ra. r.nb,r ßU der Garderobe, bleick wie Ut 2ob sner selbst nicht mehr mächtig direkt nach dem Hotel. wr nd so erregt den Saal? Die Pulse des jungen Mannes sl to!c Schatten flirrt es vor seinen Auaen. Wie er seine Lieder zu Ende rsl.. weib er selber nickt' $hne melden zu lassen, stürzt er na$ ihrer Thür, klopft kurz an und jjj tn mat hebt das Köpfchen von dem Sophapolster. auf welchem sie schluchzend liegt. Bei seinem Anblick. springt sie empor; ihreAugen flammen lIe:nen ände beben. .Berlassm Sie mick! Wie waaen Sie es noch. mir ys,,, an tretend tM zitternd vor Aufregung. I' . - & .Blancke Gel ebte! Was itr denn aesckeben? Was erreat Dich so?" Was mir geschehen ist? O, daSSckändlickste. das Entsenlickste! Ren--nen Sie das etwa Liebe? Nennen Sie das Erfüllung Ihres Schwures. unser zärtliches Geheimniß Nicht zu wahren? Und soll das die gelobte deutsche Treue sin solch' eine brutale, rücksichtslose Indiskretion?" Mit der aanzen Lebhastiakeit französischen Temperaments sprudelt e3 von ihren Lippen, dann verstummt ft. jählings und starrt verwundert irn sem Gesicht. Nein so sieht ein bo--ses Gewissen und das Schuldbewußte sein eiaentlich nicht ans. Blanche er greift sich wie nn Träumender an die Stirn bii? ich, bei Sinnen oder nicht?! Was soll.' dies alles? Was faselst Du-von In" Diskretion, von Treulosigkeit Ich verstehe nicht " Sie weint wieder rmd preßt daä Spitzentuch vor das Antlitz. WU kannst Du Dich so verstellen ach, waren Deine Worte nicht deutliche genug?!" Meine Worte?" Nun ja das Lied: Mädel ruck, ruck, ruck Ja. so sing es wohl an!-' Und was ist's mit dem Lied?" Ah. Du fragst noch? Welch eurer empörende Keckheit, unsere Liebe ir alle Welt hinaus zu posaunen. dr Leuten direkt zu sagen, daß Du mich, liebst!" Dich? Wer kann denn beweism. dafc Du mit dem Lied aemeint war?stottert er. Da stampft sie unaednldia. iZornicr auf den Boden. Lächerlich! Du nanntest sa meinen Namen!" Deinen Namen?" Er 'taumelt zu rück. Gewiß: I hab' die Garceau gerr? i mag Di leide! Hast Du daönicht gesungen? Du Wortbrüchiger Du." Sie. schweigt erschreckt. Ein schal lendes. unbändiges Gelächter tönt ihr entgegen. Karl Westland wirft sich irr einen Sessel und scheint ersticken wollen. I hab Di gar so gern I maa Di leide!" wiederholt er keuchend, atherslos vor Lachen, und dann springt er auf. schlingt die Arme um die Geliebte unt hebt sie jubelnd empor. Als zwei Minuten vergangen sind,, lacht auch Mlle. Blanche, daß Thränenin ihren Augen glänzen. O diesedeutsche Sprache! Schreib' mir die Worte auf. rnon ami: I hab Di gar so gern Ach ja, das ist etwas Au deres!" In ihrem Entzücken haben sie Beide nicht bemerkt, daß Herr Rentier M und der Impresario in der Thür deS Nebenzimmers gestanden. Herr M. geht dröhnenden Schrittes wüthend, davon, der Onkel aber bereitet der süßen Kosen ein Ende voll Schrecken! Herr M. war indiskret. Er er--zählte voll Wuth die Geschichte cm selben Abend in der Kneipe und war starr, einen Sturm der Heiterkeit da durch zu entfachen. Wie ein Lauffeuer ging die amüsante kleine Geschichte wib der Liebesrom.m durch die Städte Man nahm Partei; das Publikum wollte seine Lieblinge Westland und Garceau glücklich sehen, es griff han dclnd in di: Angelegenheit ein. Auch die Fürstin erfuhr von dem Scherz und interessirte sich lebhaft für daS junge Paar, und wie man munkette. soll dieses Interesse das Glück der vjl gen Leute begründet haben. Di? Verlobung stand wenige Tage danach ia der Zeitung, und der Onkel Jmpresa--rio lächelte etwas sauersüß zu dui Glückwünschen, welche auch ihm karge, bracht wurden. Abends aber erhielt die Braut ein Ständchen. Der Opern, chor sang unter jubelnder Betheiligung der Menge das alte Liedchen mit dre neuen Schreibfehler: I hab D! Garceau gern. I mag Di leide!! Eine kleine Checke??. Frau A.: Wer ist Ihr Lieblings schriftsteller?- Frau B.: .Mew Mann!" Frau A.: Aber der schreM doch garnicht!- Frau B.: O dsch Checks!" . .
