Indiana Tribüne, Volume 21, Number 250, Indianapolis, Marion County, 29 May 1898 — Page 6
0
Wtti.
Von M. 23. Schroff. Komm' mit mir, Petre, um den 'Rwg zu suchen, den ich im Garten txxen rjaie!" rief die schöne Nini. Petre erklärte sich bereit, sprang Dom Stuhle auf und lief ihr nach. Sie durchschritten beide die Garten Qllttn. zuerst in ziemlicher Entfernung von einander und näherten sich stetig, t mehr sie dem Hintergrunde des Garttn?r zugingen. Jffiat es vielleicht Dein VerloKungsring, den Du verloren hast?" fragte Petre. Bei dieser Frage blickte Nini übernascht auf zu Petre. welcher den Blick gesenkt hatte, der die Regungen seines Herzens widerspiegelte. Es folgte ein langes Schweigen. Nini schritt langsam auf dem KiesXvtg einher. Als sie sich einem Eckbankchen des Gartens näherten, wo die Allee ein Ende nahm, sah Petre beim Scheine des Mondes in den schör.tn blauen Augen Ninis Thränen glänzen. Was hast Du, Nini ? Warum weinst Du?" Ich sehe, daß ich den Nina, nicht inchr finden werde!" erwiderte Nini mit unterdrücktem Seufzer. .Den Verlobungsring?" .Ja, den Verlobungsring." Es folgte wiederum ein tiefes Schweigen. Sie fanden keine Worte mehr und betraten von neuem die schattigen Wandelgänge des Gartens. An einer Stelle wölbten sich die Weinztbm zu einem Dache, welches die StralZlen des Mondes nicht mehr gu durchdringen vermochten. Es herrschte Mmmerung, welches den Beiden will-' kommen war, denn auf ihrem Antlitz hätte man leicht ihre tieft innere Erregung lesen können. Und wenn ihre Hände sich berührt hätten, wären sie erschrocken vor dem heftigen Zittern derselben. Plötzlich nbliate Petre etwas Glänzendes im Sande. Er eilte voraus und hob den Gegenstand auf. Es war der Verlobungsring, welchen Nini verloren hatte. Nini beobachtete ihren freund schweigend, gespannt, was derselbe mit dem Ring thun werde. Petre glaubte sich unbeobachtet und verbarg mit rascher Bewegung den Ning in der 2asche. Sie waren nun ganz im Hintergründe des Gartens angelangt, und lauschten einen Augenblick den geheimnißvollcn Harmonien, welche der verschiedenartige Gesang der Vögel, Äirpen und Summen der Käfer, das Murmeln des Baches, das Säuseln des Windes und Flüstern der Blätter Hervorbrachte. Die Natur öffnete ihre Herzen; die Liebe verschloh ihren Mund. Ein unverständliches Geflüster, welches in ihrer Nähe hörbar wurde, erregte ihre Aufmerksamkeit und lenkte ihit Blicke zu dem Orte, von welchem es kam. Sie sahen hin und ein eigenthümlicher Anblick bot sich ihnen dar. Auf der Umfassungsmauer, welche den Garten begrenzte, zeichneten sich die 'Schatten zweier Gestalten ab, welche sich rasch einander näherten und entlernten und sich in inniger UmarTnung küßten. Es schien ein verliebtes "Pärchen zu sein, das durch seine Schatten verrathen wurde. Nini und 'Petre betrachteten lange dieses rei--zende Schauspiel, welches jedoch nur iihre Einbildungskraft hervorgebracht 'hatte, denn nach langem Herumsuchen in den Gebüschen entdeckten sie, das; zenc Schatten nicht von Menschen herrührten, sondern daß es der Schatten einer geraden, dünnen Weid? war, welche sich unter dem Hauche des ÄLindes beugte und mit dem Gipfel :ine kleine, vor kurzem gepflanzte Pappil herrührte. Nini und Petre blickten sich zärtlich an, als ob sie das gleiche hätten thun Tvollen. wie die Weide mit der Pappel. 'Sie konnten sich von dem Schattenspiel nicht trennen und bemühten sich, zu glauben, daß es von Menschen herrühre, vielleicht in dem geheimen Wunsche, auch ihre Schatten in solcher Vereinigung zu sehen. Schließlich kehrten sie jedoch um, und auf dem Heimwege bot Petre Nini den Arm. Sie schlössen sich so eng aneinander an. daß sie das h:süqc Pochen ihrer Herzen gegenseitig 'vernahmen. Diese Nähe berauschte sie und er füllte ihr Herz mit süßen Gedanken. So gingen sie wie im Traume einXjtx und erwachten erst, als sie fr.i der Terrasse angelangt waren. Bevor sie dieselbe emporstiegen, sagte STrni: Ich habe gefunden, was ich suäzte!" ..Was, den Ring?" Nein." Was denn?" Die verlorenen Hoffnungen!. . Schwer z u sagen.' Han nes: Da hat mir Einer gerathen, ich soll für mein Gliederreißen Wachhol'derthee trinken, ein Anderer, daß ich mich mit Dachsfett einreiben soll. Bier Wochen sind schon 'rum und noch nich ist's besser! Jetzt weiß ich nicht, Tjat mir der Thee nichts geholfen ödes 9& D-chsfett?!" Eine Ausnahme. A.: Sagen Sie mir, was eine Person liest und ich werde Ihnen sagen, was sie ist.- B.: Nicht immer. Da ist z. B. Meine Frau, die liest fortwährend im Kochbuch, eine Köchin ist sie aber doch nicht." Modern. Seh'n Sie doch. Herr Oberst, wie auffallend Fräulein Malwine gekleidet ist!" Ich finde, im Gegentheil, ihre Toilette höchst einfach " Nun, ist das etwa nicht' ausfal-Xttib?"
Kkockcn.
. Orgel w!e Glocke verdanken, wenn nicht ihren Ursprunq, so doch ihre EntWicklung der christlichen Kirche. Andeutungen von beiden finden sich wohl im klassischen Alterthum, aber sie gediehen hier nicht über die ersten Ansänge hious. Für die Glocken müssen w;r freilich einen doppelten Entwicklungsgang annehmen, denn sie waren im fernen Osten, in Indien und namentlich in China, als stehende Einrichtung vorhanden, ehe man imAbendlande an die Umbildung der antiken Glöckchen und Schellen zu großen Glocken dachte. Wann das letztere erfolgte, vermögen wir nicht mit Sicherheit zu bestimmen; gewiß ist nur, daß die Glocken zur Zusammcnberufung der Gemeinde zuerst in der christlichen Kirche des Abendlandes gebraucht Formen der Glocke. wurden. Die Ueberlieferung weist ihre Erfindung dem heiligen PaulinuS, Bischof von Nola in Campanien. zu Beginn des fünften Jahrhunderts zu, wohl ohne auf geschichtlichen Thatsachen zu fußen, wenn auch die altkirchlichen Ausdrücke Campana für größere und Nola für kleinere Glocke auf eine Herkunft aus Italien deuten, wogegen freilich die Bezeichnungen in den ro manischen Volkssprachen (französisch cloclio, provenalisch cloca. daher mittellateinisch cloca) deutsche oder keltische Herkunft (Glocke: althochdeutsch clocca, keltisch clog und cloch) nicht unwahrscheinlich machen. Thatsache ist, daß die Glocken im siebenten Jahrhundert im fränkischen Reiche bekannt waren und in Deutschland unter Karl dem Großen die Sitte ihrer kirchlichen Weihe oder Taufe bestand. Glockenspieler. Für die keltischeHerkunft derGlocken könnte es sprechen, daß sich auf keltischern Boden, in Irland, wo die Kirche ja auch früher festen Fuß gefaßt hatte als in Deutschland, heute noch die meisten Glocken alter Form vorfinden. Diese waren nicht gegossen, fondern ovalförmig aus Eisen- oder Bronzeölechplatten nach Art der sogenannten Kuhschellen zusammengenietet. Ihrem Wesen nach ist die Glocke ein musikalisches Instrument, dessen Tonschwingungen durch den Anschlag des Klöppels an Hn Glockenrand hervorgebracht werden. In akustischer Hinsicht ist sie als eine gekrümmte, in ihrem Mittelpunkt unterstützte kreisförmige Scheibe anzusehen. Ihre Gestalt ist jetzt allgemein die eines abgestumpften Kegels mit stark ausgeschweiftem unteren Rande. Früher war dies zum Theil anders; so werden die alten italienischen Glocken als sehr lang und Feuer und Sturmglocke. schmal, kegelförmig oder gar ausgebaucht und an Waschzuber erinnernd beschrieben, und dieser Beschreibung entspricht ziemlich genau eine mit der Jahreszahl 1159 versehene, über 3 Fuß hohe Glocke der Domkirch zu Siena. An der Glocke, die man sich als aus einzelnen concentrischen Kreisen aufgebaut denken muß, unterscheidet man drei Theile, den Schlagring (Schlag oder Kranz), .den in Unterund Obersatz geschiedenen eigentlichen Körper und den oberen Abschluß oder die Haube. An dem von innen nach außen sich zu dem dünnsten Theile der Wandung, dem Bord, abschrägenden Schlag besitzt die Glocke ihren größten Durchmesser, in der Haube den kleinsten. Nach dem Verhältnisse dieser Theile zu einander, sowie nach demjenigen, in dem sie zu der Dicke der Wandung und der Höhe (der Kegel-
" M
Vö
1 U 'isvm I W
achse) der Glocke stehen, bestimmt sich die Klangwirkung. Die Dicke der Wandung vermindert sich vom Schlagring bis zur halben Achsenhöhe allmälig, von da an und in der ganzen oberen Hälfte (dem Obersatz) beträgt sie nur den dritten Theil des Schlagrings, von dem sie sich nach der Mündung (dem Bord) gleichfalls verjüngt. Die Glocke muß nicht nur harmonisch zu den mit ihr zu demselben Geläute verbundenen anderen Glocken gestimmt werden, sondern sie muß auch in sich selbst ein bestimmtes harmonisches Tonverhältniß aufweisen. Durch das Anschlagen des Klöppels an den Schlagring ' wird nämlich nicht blos dieser, sondern die ganze Glockenwandung in Schwingung versetzt, ganz abgesehen von den Schallschwingungen, die sich innerhalb der hin und her geschwungenenGlocke bilden. DenGrundton geben die Schwingungen des Schlagringes an; besitzt dieser den doppelten Durchmesser der Haube, so wird in letzterer die Octave mitschwingen; ist die Glocke im richtigen Verhältniß gebaut, das heißt, soll ße von reinem, angenehmem und lange nachtönendem Klang sein, so dürfen außer den beiden genannten nur noch harmonische Töne, das heißt die der Terz und Quint, vernehmbar werden.
Glocken-Tretwerk. Von allen Vorgängen des gewerblichen Lebens ist uns dank Schillers herrlichem Lied von der Glocke" wohl keiner so vertraut wie der des Glockengusses. Anschaulich schildert der große Dichter, wie in der vor dem Schmelzofen ausgeworfenen Grube (Dammgrübe) die Form aus Lehm aufgemauert und gebrannt wird, zunächst der hohle Kern, welcher der Höhlung der Glocke entspricht, dann das Modell oder Hemd mit allen Erhabenheiten und Zierrathen der äußeren Glockenseite und schließlich zur Gewinnung der Mutterform für die letztere der dünnwandige Mantel. Eine heikle Arbeit bildet dabei die Fortschaffung des Modells zwischen Kern und Mantel, damit bei dem Gusse die dadurch entstehende Höhlung mit der glühenden Metallmasse ausgefüllt werden kann. Die Form der Krone wird besonders angefertigt und in die obere Form des Mantels eingesetzt. In ihr befinden sich das Gießloch und die Windpfeifen, durch die beim Gießen die im Innern der Form enthaltene Luft entweicht. Das Material des Glockengusses, die Glockenspeise, ist seit ältesten Zeiten eine Mischung aus Kupfer und Zinn gewesen, und zwar in annäherndem Verhältnisse von 75 zu 25 Theilen. Zumischung von anderen Metallen ist kaum je vorgekommen, sicherlich nie eine solche von Silber, trotz aller sagenhaften Ueberlieferungen, die dieserhalb umlaufen. Ein Silberzusatz würde den Glockenton nicht fördern, sondern nur schädlich aus ihn einwirken. Kaiserglocke. Glorios. Eyriaxglocke. Das Hänge - Eisen, das heißt das eiserne Ohr im Innern der Glocke, durch das der lederne Riemen zur Befestigung des Klöppels geht, wird bei dem Gusse in die Glocke eingeschmolzen. Die Vorrichtung, durch welche die Glocke zum Schwingen gebracht wird, der Helm,, auch Wolf oder Joch genannt, besteht aus einem starken Stück Eichenholz, das durch eiserne Bänder mit den Henkeln oder Bügeln der Krone verbunden wird. Es ist an seinen Enden cylindrisch gestaltet und mit eisernen Zapfen versehen, die in messingenen Pfannen liegen. Aus ihm ragt ein Hebelarm empor, um den das Glockenseil geschlungen wird; zieht man letzteres an, so entstehen die zum Läuten der Glocken erforderlichen Schwingungen. Seltener werden die Glocken durch Tretwerke in Bewegung gesetzt. Das Anschlagen der Glocke mit dem Hammer kommt .stellenweise (wie im französischen Baskenlande) als Landesbrauch vor. Häufiger begegnet man dem sogenannten Beiern, das heißt dem Anschlagen der in Ruheläge verharrenden Glocke durch den Klöppel, wie es in Deutschland vielfach die Stelle des Festgeläutes (namentlich an Kirchweihen) und in Frankreich strichweise die des Todtengeläutes vertritt. Den Beruf der Glocke und ihre Bedeutung für die Wechselfälle . des menschlichen Lebens hat Schiller in seiner wunderbaren Dichtung so herrlich geschildert, daß darüber kein Wort mehr zu sagen bleibt. Im Bilde führen wir den Leser nur in das Stübchen des Thurmwärters in, dem es einst oblag, mit der Glocke das Sturm- und Feuerzeichen zu geben. ,
Eine eigenthümliche Verwendung f2nden die Glocken in den einst weitverbreiteten und in den Niederlanden heute noch außerordentlich häufig begegnenden Glockenspielen. Bei ihnen schlug man ursprünglich die Glocken in
'VL Mittelalterliche Glocken. derselben Weise wie bei dem schon erwähnten Beiern an: der Klöppel jeder einzelnen Glocke wurde durch eine besondere Vorrichtung gegen eine bestimmte Stelle des GlockenrandeZ und von diesem zurück gegen die entgegengesetzte geschnellt. Die Bewegung vermittelte für jede Glocke ein Seil, das durch den Fußboden in ein unteres Stockwerk ging und dort mit einem hölzernen Tritt verbunden war, der durch Faust oder Fuß in Bewegung gesetzt wurde. Diese ursprüngliche mangelhafte Mechanik wich bald lünstkicheren Vorrichtungen: an die Stelle der Seile traten Drähte, und statt der Klöppel ließ man federnde Hämmer von innen und von außen an die Glocke schlagen, so daß der Mechanismus dem der Klaviere sehr ähnlich wurde. Endlich brachte man das Glockenspiel mit Walzen'und Uhrwerken in Verbindung, wodurch die Kunst des Glockenspielers oder Glockenisten" entbehrlich wurde. Zu den denkwürdigsten Glocken gehören zunächst einige durch ihre Größe sich auszeichnende, wie die größte der Welt, der Zar Kolokol" (Glockenkönig) im Kreml zu Moskau im Gewicht von 12.327 Pud (ca. 425.000 Pfund), eine Glocke, von der es aber nicht gewiß ist, ob sie je geläutet worden. Die zweite Stelle behauptet die großeGlocke zu Peking, 1250 Centner schwer, die dritte wiederum eine russische, die Bolschoi" (die Große) genannte. gleichfalls in Moskau. Eine zugleich durch ihr Alter, ihre Größenverhältnisse und ihre sonstigen Eigenschaften sich auszeichnende Glocke ist die 1497 vonGerhard Wou de Campis gegossene Gloriosa" im Dom zu Erfurt, 275 Centner schwer. Die größte aller in Deutschland gegossenen Glocken ist die Kaiserglocke des Doms zu Köln, im Gewichte von 540 Centnern. Sie wurde 1875 nach dreimaligem Umguß von Hamm in Frankenthal aus dem Materiale eroberter Geschütze, das Kaiser Wilhelm I. zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt hatte, hergestellt. Bis in die neueste Zeit wurden die Glocken nur aus Kupfer und Zinn hergestellt; neuerdings fertigt man sie auch aus Gußeisen (Spiegeleisen) und erfolgreicher noch aus Gußstahl an. JmKricgsrath. Präsident McKinley hat Capt.' A. T. Mahan. welcher früher dem Officiercorps unserer Bundesmarine angehörte, als Mitglied des Naval Strategy Board" nach Washington berufen. Diese Ernennung hat bereits eine abfällige Kritik hervorgerufen. Es wird zugestanden, daß Capt. Mahan unter den Theoretikern im modernen (5apt. Mahan. Seekriege und unter den Fachschriftstellern einer der ersten ist, allein man verlangt, daß den Besehlshabern unserer Geschwader nicht durch Erlasse vom grünen Tische die Hände gebunden werden, namentlich nicht vonMännern, welche den activen Admiralen in keiner Weise überlegen sind. Sparsam. Professor (zu seinem Diener, welcher eben den Ofen füllt): Haushälterisch sein. Johann, haushälterisch sein; nach den Berechnungen wird der Kohlenvorrath der Erde in längstens fünftausend Jahren erschöpft sein!" Kleider machen Leute. Braut (die ihren Erwählten in einem Badeorte kennen gelernt): Ach, Geliebter. ich kann nicht mehr glücklicher werden!" Lieutenant (in Civil): Oho! Warte nur erst, bis Du mich in Uniform gesehen!" L a n d s l e u t e. Mama: Wo sind Sie denn eigentlich her, gerr Mayer?" Mayer: Aus Blankenbürg am Harz." Backfisch: Da stnd Sie ja ein Landsmann zu unserem Kanarienvogel!" DiegutealteZeit. Arzt: Nun. hat das Mittel geholfen? Kann Ihr Mann jetzt schlafen?" Frau: Mein Mann kann noch immer nicht schlafen, Herr Doctor. Ich weiß auch nicht, was das heutzutage alles für Medikamente sind! Unsere Großmutter streute uns Kindern einfach etwas Insektenpulver in's Bett und dann schliefen wir alle wie die Bären.-
' r ßgC 1 m jjp & n i A I iri ti -fi . , frj"
ur) r-y ZMH xci ' ',.
Spanische Soldaten. Keine Armee der Welt hat ruhmreichere Traditionen, als die spanische. Gegen das Ende des Mittelalters war ste die erste Streitmacht Europa's und eine bedeutsame Entwickelung der Kriegskunst ist unzertrennlich mit ihr verknüpft. Spanische Soldaten vollbrachten jene Eroberung der neuen Welt, von der ihr Geschichtsschreiber Prescott treffend gesagt hat, ste gliche mehr einem phantastischen Romane als einem historischen Begebnisse. Und am Anfange unseres Jahrhunderts waren es die Spanier, die zuerst, und lange Zeit auch allein, dem Allüberwind:? Napoleon widerstanden und stch in einem heldenmüthigen Kampfe gegen eine politisch und militärisch weitaus stärkere Macht ihre Unabhängigkeit errangen. Solche Erinnerungen stnd doch mehr als ein leerer Schall; und dies trifft bei einem Volke von dem nationalen Stolze der Spanier doppelt zu. Oft glaubt man in dem kühnen Ausdrucke der knochigen Bronzegestchter der Mannschaften spanischer EliteRegimenter zu lesen, daß ste sich ihrer nationalen Ueberlieferungen voll bewußt und jeden Augenblick bereit stnd. ste zu vertreten. Im Uebrigen ist de? Eindruck, den die spanische Armee auf den ausländischen Beobachter macht, ein wechselnder, und es ist leicht erklärlich, daß man recht verschiedeneUrtheile über ste hört. Im Allgemeinen nämlich steht der Spanier, man möchte fast sagen, schwächlich aus. Die bleiche Schmutzfarbe, das abgezehrte Aussehen
Officier. Freiwilliger seines Gesichtes, selbst ein gewisser halb hungriger Gallenga sagt: wölfischer Blick rufen leicht die Borstellung hervor, daß die spanischen Soldaten schlecht genährt, kraftlos und mißvergnügt seien. Dies trifft keineswegs zu. Dies Ausseben ist ein Kennzeichen der spanischen Rasse überhaupt. Gerade die Elite - Truppen und -Regi-menter, die nur hochgewachsene Männer aufnehmen, wie die guardia civil, die Carabineros u. s. w., Iiejcm den besten Beweis hierfür, indem die größeren Männer keineswegs erheblich kräftiger aussehen. Eine große Schlankheit und Magerkeit, eine gebückte Haltung haftet gewöhnlich auch dem kräftigsten Spanier an, und so kommt es, daß der erste Eindruck, den man von einem spanischen Regimente erhält, allerdings den Vorstellungen, die man nach deutschen Erfahrungen von soldatischer Strammheit hat, oft recht sehr widerspricht. Trotzdem darf der Spanier als ein vorzüglicher Soldat bezeichnet werden. Er ist nüchtern, ausdauernd, tapfer, begeistert, zu langen Märschen geeignet und großer Strapazen fähig. Seme Jäger und Carabinier zu Pferd. Bedürfnißlosigkeit ist fast orientalisch; obwohl die Officiere in Friedenszeiten für die Ernährung der Mannschaften mit einer gewissen Liebe sorgen, so daß man fast von einem Ueberflusse sprechen darf, so wird der Soldat doch im Felde mit einer Zwiebel und einem Glase Wein zufrieden sein. Dabei zeichnet stch der sonst so ernste und beinahe feierliche Spanier erfahrungsmäßig im Kriege durch eine große Fröhlichkeit aus; im Lager und auf dem Marsche Pflegen die Soldaten zu fingen und zu scherzen, und wie viel dies bedeuten will, braucht wohl nicht erst erörtert zu werden. Auch sonst macht stch der spanische Nationalcharakter, wenn es gegen einen Feind geht, sehr vortheilhaft geltend. Der spanisch; Soldat vereinigt eine fast fanatische Liebe zu seinem Vaterlande mit jenem Fatalismus, dem die Türken nicht zuletzt die trefflichen Eigenschaften ihrer Armee verdanken. Mit der ganzen ritterlichen Waghalsigkeit ihrer Rasse gehen die Spanier, ohne nach den AuZsichten zu fragen und die drohenden Gefahren sich zum Bewußtsein zu bringen, in blinder Begeisterung in den Kampf; und ein vortrefflicher Kenner Spaniens hat darum mit Recht gesagt, daß ein Appell an die Ehre und den Patriotismus eines spanischen Soldaten selten ohne sofortiges Echo bleibt. Man könnte darnach denken, daß die spanische Armee etwa jenen preußischen Grenadieren ähnlich sehen müßte, von denen Friedrich der Große sagte, sie sähen wie Grasteufel aus, aber sie bissen auch. Das trifft indeß insofern nicht zu, als die spanischen T'oldaten im Allgemeinen sehr gut gekleidet sind. Ja, es ist soar auffällig, daß ihre den französischen im Allgemeinen ähnlichen Umsorgen sich durch eine besondere
Eleganz des Schnittes und Feinheit deZ Stoffes auszeichnen. Auch die Nebengegenstände der Kleidung, wie Schuhe, Handschuhe u. s. w., pflegen eine gewisse Zierlichkeit zu zeigen, was sich daraus erklärt, daß den Soldaten für diese Zwecke eine Pauschalsumme ausgefolgt wird, deren Verwendung im Einzelnen ihnen überlassen bleibt.
2g '
Havaneser Freiwillige. Müssen so der spanischen Armee unleugbar große Vorzüge nachgerühmt werden, so leidet sie doch auch an ernsten Mängeln, die sich hauptsächlich aus ihrer neueren Geschichte erklären. Fast ausnahmslos hat der spanische Soldat im 19. Jahrhundert die Waffen in Bürgerkriegen getragen. Im Bürgtekriege aber liegt der Natur der Sache nach immer ein corrumpirendes Element für das Heer. Der militärische Geist wird untergraben, wenn der Soldat gegen Jemanden ficht, der gestern sein guter Freund war und es morgen vielleicht wieder sein wird. Er nimmt dann den Kampf um so wenign ganz ernst, als ja die nationale Ehre beim Streite zwischen Spaniern nicht engagirt ist, und er übrigens sicher Weiß, daß der Kampf nach spanischen Gewohnheiten in dieser oder jener Art doch schließlich auf ein Remis hinauslaufen wird. So hat sich in der spanischen Armee, ähnlich wie in der griech'schen. der Einfluß der Politik sehr ungünstig fühlbar gemacht. Nicht nur. daß jeder Officier und Gemeine Parteimann ist und für den Gegner keine Achtung und noch weniger UnterorÄnung übrig hat, in Spanien ist auch die Armee jederzeit gerade die Führerin Civilgarden. im politischen Parteikampfe gewesen; mehr als ein halbes Hundert Pronunciamentos" erzählen davon. Schon äußerlich gibt sich dieser Uebelstand durch die auffällige Vernachlässigung des militärischen Grußes zu erkennen. Die Officiere verschiedener Waffengattungen salvtiren einander häufig nicht, und der Soldat grüßt auf der Straße meist nur 'seine directen Vorgesetzten. Und das, obwohl seit 1843 über 50 ministerielle Erlasse gegen diese üble Sitte gerichtet worden sind! Sie -sind fruchtlos geblieben, weil sie die innere Achtung nicht herstellen können. Allerdings hat sich in dieser Beziehung unter Alphons XII. manches gebessert, aber daß der Geist des Heeres im Wesentlichen der gleiche geblieben ist, haben erst jüngst die an die Person des Generals Weyler anknüpfenden Vorgänge erneut gezeigt. Die Officiere haben im Punkte der Ehre die strengen, fast fanatischen Anschauungen Castiliens, ihre allgemeine und sachliche Ausbildung aber läßt trotz der zahlreichen bestehenden militärischen Schulen recht viel zu wünschen übrig. Tapferkeit, Kühnheit, Patriotismus stnd ihre guten Seiten; aber intelligente Männer sind unter ihnen nicht zu häufig, kenntnißreiche noch seltener. Da in jüngster Zeit viel von den Grausamkeiten der Spanier im cubanischen Feldzuge die Rede war, so sei hier eine von Passarge erzählte Anekdote wiedergegeben. DieGuardia civil fahndete einmal in Alcala auf eine Räuberbande. Einer der Räuber verspricht. Alles zu sagen, wenn ihm Schonung seines Lebens zugesichert wird. Nachdem dies geschehen, macht er seine Aussagen, und als sie protokollirt sind, gibt der Officier seinen Leuten ein Zeichen, sagt kaltblütig: Einer ist noch übrig " und eine Sekunde spater wälzt sich der Mann in seinem Blute. Muth. Dame: Sie haben ein Duell refusirt. Ich kann Sie nicht lieben, bis Sie wieder einen Beweis von Muth gegeben haben." Herr: So bitte ich um Ihre Hand." Gefährlich. Verfasser: Herr Director, lassen Sie doch den Liebhaber während dieser Zeit ein wemg vor sich hin pfeifen." Director: Um Gotieswillen. damit gleich das ganze Publikum einfällt!" Verzweiflungs schrei. (Annonce.) Ich suche bei höchstem Lohn eine Köchin, welche zufriedenstellend kochen kann, trotzdem ihr meine Frau dabei hilft. Offerten sud. X. Y. Z. a. d. Exp. d. Bl. Der rechte Ort. Redakteur A.: Schon gehört, Herr College, der Dichterling Reimler ist plötzlich gestorben." Redakteur B.: Bringen wn einen Trauerflor an unserem Papierkorben." .., . .
Praktisch.
Af viL 11 ! I i . !äij (TTl ' T1" " MK viESD i. '. i - Sefflfa' ry.
Fremder: Wofür ist denn hier an der Treppe der Flaschenzug angebracht?" Hausfrau: Damit wird unser dicker Student hinaufgewunden, wenn er bekneipt nach Hause kommt!" Geistesgegenwart. Denken Sie sich, neulich sitze ich 'Nachts noch in meinem Arbeitszimmer und schreibe. Jetzt schlägt meine Uhr 12 Uhr, und im selben Moment kommt ein Geist auf mich zu!" Gräßlich! Was thaten Sie da?" Ich sagte sehr höflich: Entschuld!gen Sie, meine Uhr geht eine Viertelstunde vor!" O Pardon!" erwiderte das Gespenst und verschwand!" Ueberraschung. Meine Freundinnen, Arthur, beHäupten immer. Du nähmest mich nur des Geldes wegen!" Ist das auch Deine Ansicht, liebe Wilhelmine?" Ach wo ... ich habe ja garkein's!" Ueberflüssig. ; Vater (zum Besuch): Nu' sagen Sie. is mei' Rosalche nicht hübsch?! Und die hätt's doch wahrhaftig nicht nöthig!" In der Zukunftsfamilie, Gattin: Schau nur, Männchen, wie unser Jüngstes bereits radelt!" Gatte: Ja, es wird Zeit, daß es auch gehen lernt!" Erschreckt. Alte Schachtel: Haben Sie mich aber jetzt erschreckt!" Einbrecher: O bitt' sehr das Erschrecken ist ganz auf meiner Seite!" Splitter. Manche Frau gleicht einem Luftballon; sie ist gewal tig aufgeblasen, will immer höher hin auö von Lenkbarkeit kein Spur.
ViJA! ; IrC 1 ' RB' V ' - '
swv ff MWjM f i ßÄMM . 1 feiPPW' jWMMA VvW F V VVMiE ltL?L V fcWsr few , y m fl I 'rr r
sm. . M.vf . z w'MW ' f jyfr
!L j.. , Z-r i 1 1 ' ''x' i ' '!is' t 1 i ..14
g ikJjJlkrf wW&rZT lHti m "1 J3xT li '
