Indiana Tribüne, Volume 21, Number 250, Indianapolis, Marion County, 29 May 1898 — Page 4

Jndisna Tribüne.

Erschnut Täglich und SovMags Die tägliche .Tribüne" kostet durch den Xtla 1 Cent per Woche, die SontagS..Tribane'I Tent per Woche. Leide ,usare IS ent ,de, ent per EUxtt. Per Poft uberhalb v Stab jtl$tJt tx v,rauIbt H nz V ti Jahr. Dffut 18 Cüb Msaa C:tc5t Indianapolis, 3nd., 29 Mai 1898 Sonntags - PKuderei. Wenn irgend etwas dazu dient, den Unterschied zwischen amerikanischer Lebensweise und europäischer und zwischen amerikanischer und europäischer Anschauung in Bezug auf össentliche Vergnügungsplätze zu kennzeichnen. so find eS die Klagen, welche von mehreren Bewohnern der Senate Avenue gegen Tron und Kissel anhängig gemacht wurden. ES ist keine Frage, daß Fairbank ein ganz reizend angelegter Platz ist und daß Herr Tron sich redlich bemüht, denselben in anständiger Weise zu führen. 3n jeder Stadt Europas, wenigstens des continentalenEuropaö, würde man mit Bergnügen in der Nähe eineS solchen GartenS wshnen und zwar nicht bloß der frischen Luft halber, sondern auch wegen deö lebhaften Verkehrs. 3n Suropa sucht man zum Wohnen eine lebhafte Straße, denn die Wände innerhalb eineS Hauses sehen einmal auS wie da? andere Mal, während die lebhafte Straße einem Kaleidoskop gleicht, wo dkS Bild jeden Augenblick wechselt. DaS Leben innerhalb der vier Wände ist nicht so abwechslungsreich, daß eö nicht zuweilen die ödeste Langeweile mit sich bringen sollte. Darum sieht man in Europa däS lebhafte bunte Treiben eine? verkehrsreichen Platzes als einen Vorzug an, der Unterhaltung bietet. Hier aber scheint man die größte Stille und die größte Einsamkeit als einen wahren Segen zu betrachten. Manchmal kommt eS mir vor, als ob auf der angelsächsischen Nasse der Fluch der Griesgrämigkeit lastete, alß ob Engländer und Amerikaner gar nicht im Stande seien, dem Leben auch eine heitere Seite abzugewinnen. Zuweilen erscheint mir ihre Lebensweise wie ein HauS, dessen Zalousieen beständig herabgelassen find, damit ja kein goldener Sonnenstrahl in dasselbe dringe. Sehnen sich denn diese Menschen nicht nach Luft und Licht, daö. heißt nach jenem göttlichen FreiheitSgesühl, daS Jedem gestattet, in seiner Weise glvcklich zu sein ? Woher dieseö Verlangen nach Abgeschlosscnheit, dieses ewige scheinbare Bedürfniß nach Langeweile nur kommen mag? ES mögen wohl noch Ueberbleibsel deö PuritaniömuS sein, jener düsteren Weltanschauung, welche die Erde für nichts arideres ansieht, als für ein Jammerthal und einen SündenPfuhl, und Gott zu dienen glaubt, in dem sie Gottes Werk oerpfnscht Diese düst.rk Weltanschauung bat eine Moral gfs .n, nach welchzr allcS Natürliche Sünde ist und die C.onveierz füt sich der Moral und d?m ofsiziellen Sitten codes. . Die beleidigte Natur aber rächt sich immer dadurch, daß sie eine um so lsz.'re Pkivatmoral schafft, je strenger das öffentliche Moralgesetz ist. Und darum Lieser so offen zu Tage tretende ZaiiespJlt zwischen der guten und der andern Gesellschaft, darum diese Scheu der guten" Gesellschaft dcr allem waS zu öffentlich ist. Wer fragt in Europa in einem öf fentlichen Vergnügung- und Unter haltungslokale darnach, wer und nrn der Nachbar oder die Nachbarin ist, so lange sich die Leute im Lokale selbst anständig und unauffällig benehmen ? In Europa ist in öffentlichen Ver gnügungSanstallen die Gesellschaft im mer sehr gemisch'. Wenn eS in einem Biergarten oder Konzertgarten anstäidig zugeht, so geht man hin, ohne fi darum zu bekümmern, wer sonst noch da ist, und lebt nicht wie hier in steter Angst vor Berührung mit den Ua rechten". Deshalb aber find die Leute dort nicht schlechter und nicht unmoralischer alö hier. Aber gegen Volkt-sitten ankämpfen, ist seh? schwer. ES bleibt sich dabei ganz gleich, ob Sitten schön oder häßlich, gut oder schlecht find. Sie weichen nur Jahrhunderte lang stetig fortwirkenden Einflüssen, denn jedeS Volk hält seine Sitten für gut und schön und vertheidigt sie gegen die Anschauungen Anderer. Man muß nur Geduld haben. Wenn man sieht, 'mit welcher Leidenschaftlichkeit heute in allen Kreisen daS Kegelspiel betrieben wird, so erscheint eS Einem kaum mög lich, daß noch vor ein paar Jahrzehnten Kegelbahnen gesetzlich verboten waren. Man nannte sie nine pin alleys, und

um daS Gesetz zu umgehen, benutzte man zehn Kegel; man nahn; an daß ten pin alleys keine nine pin alleys seien. ES ändern sich die Zeiten und wir ändern unS mit ihnen. Der Plauderer. ScYeilt. Humoreske don Valeska Vuchwald. Also, meir: lieber Max, es bleibt dabei, Deine Frau muß radeln, oder ich stehe für nichts! Ihre Nerven sind völlig aufgebraucht, das Chinin, Antipyrin und andern Jux haben wir durch das Rad, das Rad ist daS Einzige, das ihr noch helfen sann." Der Arzt, welcher diese Verordnung giebt, ist ein kleiner zierlicher Mann, noch jung, mit sehr hübschem Gesicht, dessen zarte Hautfarbe ihm im Club ei nen Frauennamen als Spitznamen einyetragen. Welchen wird der übrigen Gesellschaft von Z. verheimlicht. Er ist sehr befreundet mit dem Assessor Max Behrendt. Du glaubst nicht, wie sehr meine Frau sich dagegen sträubt sie hat mir schon Scheidung wegen meines Radelns angetragen," sagt der Assessor kleinlaut. Ganz egal! Du wirst doch nicht lediglich nomineller Hausvorstand sein, Max, sondern auch mal Deine arische Herrennatur vorkehren können?! Sie muß, sage ich Dir!" und der kleine Doctor schüttelt seinen hünenhaften Freund, wie zur Ermunterung, an der Schulter. Der Assessor entfernt sich und eilt seiner Behausung zu. Seine kleine, rundliche Frau empfängt ihn mit ei nem Strom von Thränen. .Ich kann es nicht mehr ertragen, Max, Du mußt den Jungen aus dem Hause geben. Seine Schularbeiten sein Exempel sieh, in welchem Zustand ach !" Und Frau Helene ringt die Hände in thränenvoller Verzweiflung. Als gewissenhafte, moderne Mutter bewacht sie die Schularbeiten ihreS sie benjährigen Sohnes und ist außer sich, daß er nicht kalligraphische und rechnerische Musteraufgaben herstellt. Der Vater betrachtet die Künste JungMaxenö und findet sie nicht so haarsträubend. Er, in seiner Jugend na. Mama. war eben nervös und er thut ihr den Gefallen, den kleinen Thunichtgut etwas an den Ohren zu ziehen. Tu glaubst nicht, wie schweren Kummer ich mir um die Zukunft von Max mache läßt sich wieder Frau Helene vernehmen, er ist so leichtsinnig ich sehe ein schlimmes Ende ach!Nimm einige Tropfen Chinin", begütigt der Gatte und geht selbst nach dem Büffet, wo das Allheilmittel berett steht. Lege Dich auf die Chaiselongue-, redet er weiter zu und die Gattin folgt willig seinem Rath. .Hier, mein Kind", er hat das Chinin in Wasser gegossen und reicht es ihr, was sie dankend und glücklich über seine Liebe entgegennimmt. Dann deckt er sie mit einer Decke zu und setzt sich neben sie. Möchtest Du nicht eine energische Kur zur Beruhigung der Nerven antreten, Herzchen?" fragt er theilnahmsvoll. Gern, Max", entgegnet sie mit matter Stimme. Aber welche? Seebad, Flinsberg oder den Harz?" Vielleicht wird Dir schon mit einer einfacheren, die Dich uns nicht entführt, geholfen, Leni. Bedenke, das Rad " Max!" schreit Frau Helene auf, willst Du mich todten oder dem Gespott der Welt aussetzen?" Und ein Weinkrampf löst die Nervenanspannung ab. Stumm, ohne ein weiteres Wort beglltigenderZurede, erhebt sich der Gatte und auf seinem Gesicht ist eine eherne Entschlossenheit zu lesen. Das Chinin hat seineWirkung gethan und am nach sten Morgen ist Frau Helene wieder munter und guter Dinge. Wenn ihr heute Jemand den Vorschlag, gemacht hätte. Max, ihren Goldjungen, in eine Pension zu geben, hätte sie ihn für gehirnkrank gehalten. Mutter und Sohn nehmen das Frühstück allein auf dem Balkon ein Papa ist fortgeradelt, wie allmorgendlich, und kehrt erst um acht Uhr heim. Frau Helene haßt diese Morgen-Radel-tour und wenn es ihreNerven erlauben, kann sie sich bis zu Thränen über die ses einsame Frühstück aufregen. Jung'Maz ist zur Schule gegangen und Frau Helene erwartet mit Unge duld ihren Gatten. ES ist schon 9 Uhr und er kommt nicht! Ob ihm ti waS zugestoßen ist? Ob das Rad gebrvchen, er hingefallen und irgendwo verwundet an der Landstraße liegt? Sie hat-eS kommen sehen! O, dieses verwünschte Radeln! Schon sängt eS an, in ihren Pulsen zu klopfen und Thränen treten in ihre Augen. In nerv'öser Unruhe geht sie im Zimmer hin und her. Endlich! Um neun Uhr klingelt es und der Gerichtsbote erscheint mit einer Karte von Max: Habe mich beim Radeln verspätet., Frühstück im SchützenhauS genommen und bin nun direkt auf das Gericht geradelt. Bitte Rad putzen zu lassen und einzustellend Dein Max." Frau Helene lacht ingrimmig ! Auch das noch! . Mochte das Scheusal doch verrosten das wäre ihr gerade recht! Sie sinkt in einem Sessel mit dem schönsten Weinkrampf zusammen! Eine eisige Kälte herrscht heute zwischen den Ehegatten Chinin wird nicht so liebevoll verabreicht. Am nächsten Morgen dieselbe Sache, nur daß Max keine Entschuldigung schickt. Frau Helene ist außer sich! Aber ihr Goll gegen den Gatten hat

sich in Mitleid verwandelt. Er ist offenbar krank, hochgradig nervös und der Grund ist dieses unvernünftige Radeln. Ob sie die Gummischläuche der Räder durchschneidet?! Aber schnell wie er gekommen, verwirft sie auch wieder den teuflischen Gedanken. Die Unthat sie sieht es ein würde ihn doch nicht heilen, sondern nur Geld kosten sie läßt eS lieber! Wie aber ihn heilen? Während sie noch so überlegt, kommt der Briefträger und reicht ihr über den niedrigen Gartenzaun einen Brief mit unbekannter Hand. Neugierig öffnet sie ihn und liest: Arme, gnädige Frau! Ich kann es nicht länger mehr ansehen, wie Sie verrathen werden. Während Ihr Gatte vorgiebt, aus Ge-sundheitsrücksichten-zu radeln, giebt er sich täglich ein Rendezvous mit einer Radlerin. Den Namen nenne ich nicht Sie errathm ihn wohl! Einer Ihrer Freunde." Im ersten Augenblick war Frau Helene starr vor Schrecken und Zorn, dann brach sie in Thränen aus. Mühsam hatte sie die Chaiselongue im Eßzimmer erreicht. Hier begann sie dem fürchterlichen Ereigniß nachzugrübeln. Ihr Max ein Verräther! Wie arg mußte er es treiben, daß sich Fremde verpflichtet fühlten, sie aufmerksam zu machen. Und wer die saubere Mitschuldige sein mochte? Sie sollte es ahnen? Eine dunkle Existenz konnte es daher nicht sein. Eine Dame ihrer Gesellschaft? Vielleicht die Frau deö zweiten Amtsrichters. Sie war aller, dings eine Kokette und Emanzipirte ! Sie trug kurzes Haar und radelte! Die erste Radlerin in Z. Man hatte sie mit Pumphosen und Wadenstrümpfen über den Marktplatz radeln sehen! Und das war daS Ende vom Liede! Dahin führten diese unsittlichen, modeinen Bestrebungen! Frau Helene knirschte! Was sollte sie thun? Sie schluchzte herzbrechend. Ihren Goldjungen an die Hand nehmen und ins Waer gehen? Was sollten sie beiden Verrathenen und Verlassenen noch auf dieser Welt? Ach, aber damit wäre ja dem treulosen Menschen womöglich ein Gefallen erwiesen! Sie waren ihm vielleicht beide längst ein Dorn im Auge, ein Hinderniß zu freiem, ungebundenem Leben! Vergessen war die liebevolle Fürsorge des Gatten, veraessen seine Geduld, mit der er ihren Weinkrämpfen die Chinintropfen hinhielt, und in schrecklich drastischer Vorstellung standen nur die beiden letzten Tage, wo er rücksichtslos vom Radelspazierweg nicht nach Hause gekommen war. Es war klar, er liebte sie nicht mehr! Doch ,sie wollte keine ihrer Pflichten versäumen. Sie erhob sich und, in der Küche mit dem alten Geschick hantirend. stellte sie ein Mittagessen her, das nichts zu wünschen übrig ließ. Er sollte eS schon bereuen, wenn sie ihn verließ. . Sterben wollte sie nicht mehr, aber weg von ihm gehen mit Mäxchen das sicher! Der Mittag kam und dem Assessor schmeckte es prächtig. Er war heute auch wieder aufmerksamer und bemerkte ihre leidende Miene. Hast Du auch noch Chinin?" fragte er. Sie - lächelte höhnisch. Chinin konnte ihr nicht mehr helfen, aber sie schwieg. Nachdem der Assessor Mittagsruhe aehalten, ging er wied.r auf das Amts gericht. sich für den Abend entschuld!gend, da er eine Verabredung habe. Als er sie zum Abschied umarmen wollte, entzog sie sich ihm mit einer Gebärde des Widerwillens. Aber er fragte nicht, was sie habe, sondern Vä chelte nur so abgebrüht war er schon! Als er gegangen und Helene zufällig auf die Stelle sah. wo er gestanden, bemerkte sie ein kleines, rosa Billet auf dem Teppich. Wie eine Löwin stürzte sie sich darauf und hob es auf. Es duftete nach Patschuli. Der Unvorsichtige nun war er verrathen ! Hastig zog sie die Karte heraus und las sie. ohne Gewissensskrupel über die Indiskretion. Morgen kann ich erst um neun Uhr an der Kaisereiche sein. Erwarte Dich bestimmt. Mignon." Frau Helene stampfte vor Zorn den Teppich mit dem Fuße! So weit waren sie schon sie duzten sich! Aber wer war diese Mignon"? Die Frau Amtsrichter sang mit entzückender Stimme die Mignonlieder und Helene hatte selbst die Bewunderung ihres Gatten gerade über jene gehört. Auch erinnerte sie sich an einen seiner Aussprüche. nach welchem Mignon seine Lieblingsgestalt aus der ganzen deutschen Literatur sei. Ach. und nun gab er nicht ihr diesen zärtlichen Beinamen, sondern der andern! Das Herz wollte ihr brechen! Heute hatte es Max der Jüngere gut. denn Frau Helene war sehr sanftmüthig. Das a me 5nnd, dem der Vater auf diese Weise geraubt wurde, that ihr leid. Die ganze Nacht brütete sie darüber, was sie thun sollte, aber als Max nach Hause kam und sich über sie beugte, um ihr Gutenacht zu sagen, stellte sie sich schlafend. Am Morgen war sie endlich zu einem Entschluß gekommen: Ehe sie für immer ging, wollte sie die Schuldigen entlarven! Der Doktor, der beste Freund ihre? Mannes, hatte ihr seine kleine, elegante Equipage schon immer zur Verfügung gestellt, wenn sie spazieren zu fahren wünschte, wovon sie noch nie Gebrauch gemacht hatte. Heute wollte sie es thun. Sie schickte sehr früh hinüber und es traf sich Prächtig, daß der Doktor auf dem Rade in die Praxis gefahren war. So war jenes doch einmal zu etwas gut. Um J9 Uhr stand der glänzende Braune und

das elegante Korbwägelchen vor Frau Helenes Tbür. Rolia. wie der helle

k;rühlingsmorgen selöft, irar ne aus ihrer Wohnung heraus sie hatte sich mit Willen so niedlich wie möglich gemacht. Und auch keine Spur von Thränen war auf ihrem Gesichtchen zu entdecken diesen Triumph wollte sie den entlarvten Verbrechern nicht gewähren. Sie fuhr sogar mit einem gewissen Behagen, wie eS die selbstsichere Ruhe einer Frau nur geben kann, hinaus in die frühlingsfrische Welt. Die Kaisereiche stand in dem, mehrere hundert Morgen großenPark des Fürsten R., der. wenn der Besitzer nicht zu Hause war.Spazierg'ängern und -Fah-rern geöffnet wurde. An Wochentagen herrschte hier tiefe Einsamkeit und die gepflegte Wege unter den mächtigen, breite Schatten werfenden Eichen waren allerdings vie geschaffen für liebende Radler. Mit der Uhr in der Hand fuhr Frau Helene dahin.. Je näher die neunte Stunde rückte, desto banger klopfte ihr Herz. Fünf Minuten vorher ließ sie in den Weg, der zur Kaisereiche führte, einbiegen. Und sie hätte beinahe laut aufgeschrieen, als sie richtig zwei radelnde Gestalten auf .dem Wege, trotz ihrer Kurzsichtigkeit entdeckte. Die eine war ihr Mann

sie erkannte die brerten Schultern, den blonden Kopf, die ihm eigenthümliche Bewegung beim Radeln. Die andere sie sah nur die Pumphosen, das burschikos herrenmäßig geschnittene , Jacket, das ründe Hütchen mehr konnte sie vor Thränen nicht sehen. Sie mußte sich vor dem Kutscher beherrschen; aber unter dem Vorwand schneller nach Hause kommen zu wollen, ließ sie zufahren. Doch siehe da ! auch die Radler setzten sich in größere Eile und blieben in steter Entfernung, d genaueres Erkennen unmöglich machte. Unter dem Vorwand von heftigem Unwohlsein befallen zu sein, ließ sie den Braunen zur schärfsten Gangart antreiben, doch nichts nützte. Die Radler legten sich nur ein wenig mehr in die Räder und flogen davon, bis sie auf der Chaussee, die zum Schützenhaus führte und "die Fliehende und Verfolger erreicht hatten, nur noch wie ein Punkt erschienen. Frau Helene fuhr nach Hause und Jeder., der sie sah. glaubte ihrem tod tenblassen Aussehen nach, daß sie sterbenskrank sei. Mit Max, der eine unbefangene Miene zur Schau trug, wechselte sie kein Wort. Sie verachtete ihn. Und so schnell wie möglich wollte sie ihn verlassen, aber nicht eher, als bis sie khm in Gegenwart seiner Mitschuldigen das Wort Verräther" ins Gesicht geschleudert. Frau Helene entwickelte nun eine sieverhafte Geschäftigkeit. Sie mußte für sich und Mäxchen Alles für die be vorstehende Reise vorbereiten, aber da neben betrieb sie noch etwas Anderes, umgab es zedoch mit so tiefem Geheim niß daß selbst in dem kleinen, klatsch süchtigen Z. kein Mensch dahinter kam. So vergingen acht Tage, :n denen das Verhältniß der beiden Ehegatten im mer gespannter wurde. An einem wundervollen Junimorgen erfuhr die Welt, was Frau Helene in dem alten Schuppen aus dem Hose deö Uhrmachers Pfitzner, der als findiger Mann sich der Neuzeit angepaßt und den Vertrieb von Fahrradern übernommen hatte, getrieben. In einem feschen, eleganten Radlerkostüm, das sie sich aus Berlin verschrieben, aber mit dezentem langen Rock, radelte sie schnell und gewandt über den Marktvlak in die Welt hinein. Es war so früh, daß nur ein paar Bäckerjungen ihr neugierig nachsahen.' Sie radelte zur Stadt hinaus, in den thaudurchtränkten Park hinein, an der Kaistreiche vorüber und hatte auslubeln mögen vor Wonne. Leicht und frei, wie dem Erdenstaub entwunden, kam sie sich auf ihrem geschwinden Vehikel vor. Wie sie es nur früher mit der langsamen Kriecherei hatte aushalten können, dachte sie. Aber sie vergaß keinen Augenblick, weshalb sie eigentlich radelte. Vierzehn Tage lang stand sie sofort, nachdem ihr Mann vavon gefahren, auf und radelte ihm nach, aber immer vergeblich. Wie sie auch suchte und suchte sie fand die Spur des verbrecherischen Paare? nicht. Indessen war ihr Sport bekannt geworden und ein Theil freute sich, der andere verhöhnte sie hinter ihrem Rücken, wie sie die Frau Amtsrichter verhöhnt hatte. Sie ließ eS sich nicht anfechten und Max. der ihr seine Freude zu erkennen geben wollte, schnitt sie das Wort am Munde ab. Sie hatte nichts mehr mit ihm gemein. Eines Tages fand sie wieder ein Billet, in dem die Stunde des Stelldicheins angegeben war. Diesmal früh um acht Uhr. Sie war bereit. Fünf Minuten vor acht tauchte sie am Kaisereichenwege auf. Nichtig da waren sie. Lautlos huschte sie dahin und die beiden Verbrecher, die ihr den RUcken zukehrten, hörten sie nicht. Frau Helene legte sich, ins Zeug, fuhr, daß die Steincben am nnae entiekt dabin- ""- Der Feind Ist Seftestt. Dlk Grippe hinterlaßt in dcr Regel den Patienten in sehr schwacher Gesundhcit und cst mit kinrin anhaltenden Husten und angcqriffctten jungen. Für solche Fälle ist Dr. Bull'6 5)usten Svrup das allerbeste Mittel, welches, wenn sofort angewandt, die Gefahr dcr Schwindsucht beseitigt. Frau Maggie Tulaa, Jronton, Ohio, sagt: "Es macht mir viel Veraniiaen mit in dem . Lobe für Dr. Buü's husten Svruv . einzustimmen. Ich litt längere Zeit an kder Grivve. aber ltarfibrm irh eine Flasche von Dr. Bull'S Husten Syrup gebraucht hatte war ich vollkommen kunrt und ich wurde den schrecklichen Husten los. Ich empfehle allen Lei-denden-diese vorzüglicbe Medizin zu gebrauchen." Dr. Bull'S Husten Syrup kostet nur 23 Cents.

sprangen, ihre Wangen sich purperroth vor Erregung färbten. Sie sah ihren Mann gar nicht sie sah nur bie Pumphosen und das kokette , Hütchen vor sich, bis Alles tanzte in wilder, flammender Wuth! Undenklich war sie ihnen nahe, ganz nahe und überholte fit. wendete schnell und hielt vor Max und dem Doktor! Beinahe hätte Frau He5ene das Gleichgewicht verloren und die beiden Männer springen schnell ab, um sie zu stüden. Ein paar Minuten sprachloser Ueberraschung und spannender ErWartung dann ein Auflachen Frau Helenes, ein mühsam hervorgebrachtes: Doktor, wie sehen Sie aus." und sie biegt sich vor Vergnügen in den Hüften. Das also ist Mignon?" Mignon aus dem Club." lacht der Assessor, aber ja nicht verrathen." und die beiden Verschwörer küssen ihr bittend die Hände, sie zugleich um Verzeihung flehend für den Streich. Frau Helenes Nerven sind durch die vierzehntägige Radelkur so gestählt, daß sie nur den Humor bei der Sache entdeckt. Sie sehen zum Sterben lächerlich aus, Doktor," sagte sie, unb Du, Max. bist der schlechteste Mensch, der mir vorgekommen ist, aber das Radeln ist doch hübsch und das Beste an der ganzen Sache!"

Der Krieg gegen Sommersprossen Die Frühlingszeit ist auch die Hauptzeit der sogenannten Sommer sprossen (sogenannten", denn es gibt auch eine entsprechende, obgleich nicht so ausfallende wlNterlicheErschelnungX und harmlos, wie die kleinen braunen Hautflecken sind, werden sie doch meistens in der weiblichen Sphäre nicht als eine Zierde betrachtet und verursachne einem großen Theil unserer Damenwelt bedeutende Sorgen, zumal 'ste die Betroffenen sogar manchmal Hänlelelen ihrer intimen Ferndmnen aussetzen. Von jeher schauen deshalb unzählige Evastochter nach Mitteln aus. diese Gesicktsflecken gänzlich los zu werden. ohne beträchtlichen Schmerz und ohne sonstige Schädigung. Aber em in ieder Beziehung befriedigendes Mittel ist bis zum heutigen Tage Nicht aefun den. Es läßt sich eine ziemlich bedeutende Verblassung der Flecken mit bekannten verhaltnlkmakia harmlosen Mitteln bewirken, darunter besonders die Lilionese (welche der Hauptsache nach eme schwache Losuna von kohlen saurem Kali ist), und wenn es gut geht, kann mit solchem Mittelchen eine Abstoßung der Oberhaut einschließlich ihrer tiefern pigmenthaltigen Schichten bewirkt werden. Im letzteren Falle verschwinden die Sommersprossen zeit weilig; aber bei Fortdauer der Ursache, durch welche sie hervorgerufen wurden (Einwirkung des Sonnenlichtes und der Sonnenwärme, der Feuchtigkeit und des Wmdes) kommen sie nach we nigen Wochen wieder. Dunklere Sommersprossen aber, und auch nicht wenige hellere, lassen sich gar nicht vertreiben ohne Anwendung emes Reizmittels, das stark g: nug ist, um Brandblasen auf der Haut zu ziehen. Für diesen Zweck sind mehrere Haut Badcmittel aufgekommen. Die bekamttesten derselben haben Actz - Sublimat, oder doppel-chlorsaures Quecksilber. zum Grundstoff. Dieses ist eines der thätigsten minerallschenGifte und kann in den Händen von Unkundigen sehr großen Schaden anrichten! (Umschläge Mit emer nur schwachen, cmprocentlgcn Lösung Quecksilber - Chlorid werden von Manchen auch in ähnlicher Weise denugt, wie die obenerwähnte Lllionese. sind aber selbst so gefährlich genug.) Derselbe Stoff ist überhaupt in beinahe allen Gesichts - Bleichmitteln enthalten und bildet auch ein Specisiuim" für gewisse Hautkrankheiten, in welch' letzterer Eigenschaft er von fachverständiger Seite empfohlen wird. Aber wie so manche andere, unter Umständen zulässige Giftstoffe wird er gar häufig mißbraucht. Wäre er in jenen Haut Vademitteln wenigstens immer nur in solcher Menge vorhanden. wie die Pharmacopie es officiell gestattet, so ginge das noch an; häufig jedoch findet er sich im Uebermaß vor, und hochgradige Haut-Reizungen und sogar bedenkliche Vergiftungen können die Folge sein und sind es schon manchmal gewesen! Wer durchaus solche Mittel anwenden will, sollte deshalb sehr vorsichtig in ihrer Wahl fein und keines nehmen, das sich nicht bereits in der eigenen Erfahrung oder derjenigen 'Anderer als halbwegs unschädlich erwiesen hat. Milchsäure und das in neuerer Zeit unter dem Namen Hydrozon" bekannt gewordene Präparat werden ebenfalls gegen Sommersprossen benutzt und können keinen beträchtlichen Schaden thun; doch scheinen sie in den meisten Fällen auch wenig auszurichten. Das Beste wäre es schon, wenn die Damenwelt es übu sich gewinnen konnte, bezuglich der Sommersprossen der Natur ihren Lauf zu lassen, wenn sie ihre Entstehung nicht verhindern kann. Beiläufig bemerkt, gibt esMänner genug, denm ein schönes Frauen Gesicht nicht verunstaltet erscheint, wenn eS Sommersprossen kriegt! Verfehlte Ermahnun. Wenn die Lon! auch im Fiaker fährt, darfst nicht glauben, daß sie deshalb glücklich ist. Aber. Mutter, wenn ich schon unglücklich sein muß, bin ich's doch lieber im Fiaker." itt t a x t fi. Er: Mir ist von Herrn Silberstein versichert worden. Deine Mitgift betrage 12.000 Mark.Sie: Nein, es sind nur 10,000 Mark." Er: Dann werde ich kla- .... r r . . . .. ' i nen aiir äC2awpCt)atjr I

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