Indiana Tribüne, Volume 21, Number 243, Indianapolis, Marion County, 22 May 1898 — Page 9

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Zndisna Arivüne.

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Schuld und Sttyne. Won Th. Müller. Es war noch sehr früh am Morgen des Septembertages, von dem wir sprechen, und in d?m eleganten Zimnier, in das wir hineinsen, fast noch dunkel. Nun öffnet sich die Thür und ein schmuckes Zimmermädchen betritt den Raum. Sie begibt sich an die beiden großen Fenster, schlägt die schweren Vorhänge zurück und wir erblicken einen fast fertig gedeckten Frühstückstisch, der fchon jetzt durch fein gcschmackvolleL Arrangement und reiche Besetzung zum Niederlassen einladet. Prüfend überschaut ihn die Kleine und vollendet, auf den Zehen gehend und jedes Geräusch vermeidend, in zierlicher und geschickter Weise ihren ersten Morgendienst. Dann horcht sie auf den Corridor hinaus, als ob sie etwas erwarte, und rascbe Nöthe färbt ihre Wangen, als sie einen leisen Schritt vernimmt. Gleich darauf betritt ein Gefreiter der Infanterie das Speisezimmer und überreicht dem Zimmer-' madchen eine Dute. Hier, Fräulein Mimi, es war richtig vergessen worden, uns das Frühstücksbrot heute eher zu senden ich bin sehr froh, daß die Herrschaft noch. nicht herüben ist und lch Ihnen etwalgen Vorwurf ersparen konnte " Ich danke Ihnen auch recht schon. Herr Adam!" .Bitte, bitte ja, Fräulein Mimi. heute marschieren wir und dann geht's zur Reserve Ein ganz kleiner Seufzer hob dic Brust Mimis. Wissen Sie, was recht schade ist? Nun, daß der Herr Assessor nur Re fervelieutenant ist und ich nur die Zeit, welche er einberufen wurde, hier habe verbringen können. Weiß es Gott, Fräulein Mimi, wäre er activ, ich würde gleich um ein Jahr capituliren wissen Sie, warum, Fräulein mmr Mimi wurde sehr roth. Sie können ja hier in Arbeit gehen, wenn Sie so sehr an der Stadt hängen. . .3 wo! Stadt! Stadt! Die Stadt ist mir aleichgiltia. tveaen der Stadt bliebe ich keinen Augenblick o. Fräu lein Mimi Mutter verlangt, daß ich den Hof übernehme; mein Vater ist lange schon todt, es wird ihr nachgerade zu viel, und dann soll lch heira then " Mimi zuckte leicht zusammen, was dem hübschen Burschen, der geschickt in ihre Nähe manöverirte, nicht eutainq: es jagte ihm die Gewißheit, daß er diesem wirklich braven und so kübscher. Kinde nicht gkichgiltig war, die Nö'che der Freude in die braunen Wangen. Ja, heirathen. Mimi!" Ich icks wünsche Ihnen alles Gluck.- " Möchten Sie nicht uns Glück wünschen? Ich hab' Sie schrecklich gern, Mimi " Ab Herr Adam, das kommt so plötzlich m Ach was," sagte dieser und zog sie rasch an sich, sag', hast auch Du mich lieb?" Ja!" klang's leise zurück. Hurrah!! Mich soll der Kuckuck holen, oder mir. soll der eigene Leib zerschunden werden, wenn rch je an eine Andere denken sollte, als an Dich Du Du " Uni Gotteswillen, Vorsicht die Herrschaft!" Adam war mit drei Katzensprüngen beim Büffet und Mimi machte sich' an der Spirituslampe unter der Theemaschine zu schaffen. Das junge Paar trat ein. Die ana dige Frau sah blaß und verweint aus. der Herr Assessor 'und Reservelieutenant dagegen sehr frisch und martialisch. Er war in voller Uniform und man muß gestehen, daß sie ihn sehr gut kleidete. Die Frau Assessor ließ sich matt an dem Frühstückstische nieder, während der Herr Lieutenannt inmitten des Zimmers stehen blieb und die Arme in die Seite stemmt war er einmal in Uniform, so liebte er es, auch zu Hause den Officier herauszukehren. Wer hat denn hier soeben zu brü!len beliebt, he? Ich glaube. Hurrah" oder so was war's!" Herr Lieutenant, melde gehorsamst, das war ich!" rapportirte der Gefreite in tadelloser Haltung. Ich freue mich so unmenschlich auf die kommenden Manöver!" Der Neservelieutenant sandte seiner Gattin einen hellen Blick zu. Na. das ist ja recht; aber da brüllt man doch nicht gleich so. GePack in Ordnung?" Zu Befehl, schon auf dem Fourgon verladen!" Gut, dann können Sie, in die Kaferne gehen, ich werde in einer halben Stunde nachkommen." ' Zu Befehl! Ich küsse der gnädigen Frau auch die Hand für die vorzügliche Verpflegung, welche mir hier zutheil wurde! Die Frau Assessor winkte dem aufgewebten Burschen freundlich ernst zu und dann trat dieser ab; gleich darauf wurde Mimi entlassen, das junge Paar wollte dic letzten Minuten allein sein. ,' Sie waren eigentlich noch in den Flitterwochcn, dte bevorstehende Trennung die erst seit ihrer Verheirathung. )Dt junge, zarte Frau war vater- und mutterlos aufgewachsen und nun goß ihr Herz all' die iche Liebe, auch die zurückgehaltene des Kindes, über den Gatten aus. Er hatte sich zärtlich neben ihr niedera.elassen und streichelte ihr die Wangen, über die, trotz energischer

Gegenbemühungen, die Thränen her-

abrieselten. Nun höre aber aus. zu weinen, mem süßer Engel; in drei Wochen hast Du mich frisch und gesund wieder und dann wollen wir uns. wenn es möglich ist, doppelt so lieb haben als bisher!" Oska?, verzelhe mir. aber lch kann nicht anders! Ich muß immer an die Gefahren denken, denen Du entgegengehst so lache doch nicht wenn ein Mann in der Eile z. B. eine scharfe Patrone erwischt und sie verschießt, oder wenn Du überritten würdest oder unter eine Kanone kämst " Der Herr Lieutenant lachte ob solcher Naivetät belustigt auf. N, Schatz, was denn nicht noch Alles?" Die junge Frau ward glühend roth, aber nicht etwa über das Lachen des Gatten, sondern über das, was sich weiter unaufhaltsam über ihre Lippen drängte und wir glauben, anneh men zu dürfen, daß dieses der Hauptgründ ihrer Besorgnisse war, sie liebte ben mit allen Fasern ihres Herzens hastig fuhr sie fort: Und dann noch Eins, die Quartiere! Es werden Dich so viele Frauen, und in Uniform auch noch, kennen lernen Oskar, ich würde mich tödten, wenn mir Dein Herz abspenstig gemacht würde " Oskar sah sie etwas ernst an. Aber, Närrchen, nun gib Dich zufrieden ich rechne es Deiner Aufg:regtheit zugute, was Du eben gesprochen hast, sonst müßte ich ja böse werden!" Er warf sich in die Brust und fuhr fort: Thekla, höre mich an: eh:r über glühende Pflugscharen oder mit nackten Füßen über spitze Dornen, als Dich einen Moment vergessen " Entzückt hing sie an seinem Halse. Ach, Du gutes, gutes, herziges Männchen, Du jetzt nur noch Eins: nicht wahr. Du meidest den v. Mander, der leider auch einberufen ist und sogar im selben Bataillon mit Dir steht, so viel es nur angeht? Ich weiß nicht, es ist mir gerade so. als ob Dir von ihm Unheil drohe ich habe eine schreckliche Antipathie gegen den Menschen!" Ich will Deinen Rath befolgen, Schatz, aber in schroffer Form darf das nicht geschehen, er ist nicht nur Kämerad, sondern auch Jugendfreund zu nur. In diesem Augenblicke tönte das ge psiffene Jnfanteriesiqnal Marsch! durch das Fenster in die Unterhaltung der Gatten. Der Assessor und ReserveLieutenant warf einen fast erschrockenen Blick auf die Uhr ja, es war Zeit! Die Frau Assessor schaute ganz erstaunt darein, dann folgte sie dem Gatten, welcher ein Fenster aufgemacht hatte und in den Hof hinabsah, und streckte das Hälschen, um ihm über die Schultern zu sehen. Da lst er schon, der Abscheullche hauchte sie,-und pfeifend, wie gewöhn lich! Aber es sieht ihm gleich!" Von unten blickte indessen der Reserveneutenant v. Mander zu dem tun ckn .Paare mit einem Gesicht empor, daö man mit köstlich" bezeichnen mutzte. Er war ein magerer, auf riesigen Beinen stehender Herr, semmelfarbtg von Haar, blaß von Gesicht, mit lang hinausgezogenem Schnurvart und ei nem Monocle im Auge im Ganzen eine Erscheinung, welche Einem das Schmunzeln in's Antlitz lockt. Der war sicher, was der Sachse a Luderchen" heißt! War auch so! Es ging auch gleich los: Wo ist nur Romeo?hatte er geflötet, als sein Freund und Kame rad Oskar an's Fenster trat und nun er hinabsah, fuhr er fort: Wie mich's freut " Da entdeckte er das Köpfchen der jungen Frau. Er nahm die Hacken zusammen, fuhr mit der Hand an den Helm und grüßte auf das Eleganteste: Welch' Licht bricht durch das Fenster dort? Es ist der Ost und Julia ist die Sonne gnädige Frau, ich grüße Sie und yosse, Sie haben ange nebm aerubt " Die gnädige Frau war schon lange verschwunden und Romeo schüttelte mißbilligend das Haupt gegen den Unverbesserllchen, der aber mit einem be haglichen Grinsen antwortete: Süßer Montague! , dann suhr er gewohnli chen Tones fort: Na, nu' aber rasch! Die Nachtigall, die im Kasernenhofe jedenfalls schon zu Pferde sitzt, könnte sonst zur unangenehmen Lerche wer den!" Romeo verschwand; aber es dauerte noch manche Minute, bis er aus der Straße erschien, um an der Seite seines langen Freundes eiligst dem Kasernenhose zuzustreben. Sie kamen gerade zeitig genug, um mit der Nachtigall" wie v. Man der, respectwldria aenua, den Batall lonscommandeur versinnbildlicht hatte nicht in Collision zu gerathen. Eilig musterten sie ihre Züge und nicht lange varaus entführte sie ein langer Bahnzug in's Manove-gelände. Du lieber Himmel: ein sogenanntes Lustlager von ehedem und Manöver, wie sie heutzutage abgehalten werden Ganze Provinzen werden mit dem Krieg im Frieden" überzogen weil es sem muß. Und welcher Ernst b;i Allem! Kein Wetter stört den Fortgang des Krieges, alle Verkehrsmittel sind in seinen Dienst gestellt. Was An- und Aufmärsche betrifft, die echten Kriegs bilder. ja felbst der eigentliche Kamp wird, trotz blinder Patronen, immer dramatischer. Die Division, zu der unsere beiden Reservelieutenants gehörten, hatte eine aroßere Stadt besetzt und wir be finden uns in den letzten Tagen der Manöver sich vier einauarnert Nach höchst anstrengenden Märschen und mehrfachen Gefechten war man hier im Laufe des Nachmittags ange langt und da die Division zum Gros aehoxte, so hatte man die begründete Aussicht, sich hier einmal wieder trocknen zu lönnn, denn das Wetter war entsetzlich aeveseu. ,

xix 'Assessor haue es mit dem

Quartier brillant getroffen. Ein prachtvolles Mahl hatte in dem vornehmen Hause seiner geharrt und nun nreclte er licy vequem aus einen ioan und lag dem angenehmen Geschäfte der Verdauung ob. Aber dieser schöne Zutand sollte nicht lange wahren, üben als er im Begriffe war, hinüberzuschweben in das Land der Traume, wurde die elektrische Klingel auf dem Corridor in höchst energische Bewegung gesetzt und gleich darauf horte er die Stimme seines Freundes und Schlachtgenossen nach ihm fragen. Daß Dich das Oonnerwetter, dachte der Assessor, da ist er schon wieder, der Kerl ist nicht umzubringen!" Wie der Wirbelwind kam v. Mander in das Zimmer gestürmt. Oskar, Oskar, das ist großartig!" . M in," machte dieser ver drießlich. Denke Dir. welches Glück! Ich bade sie wiedergesehen ja so. Du weiß! nicht! Ja, siehst Du, das ist so ein kleiner netter Käfer, eme Ehanteuse, die ich voriges Jahr kennen lernte. Plötzllck war sie verschwunden und nun treffe ich sie hier wieder. Sie ist bei dem höheren Tingeltangel engagirt,dcr seine Vorstellungen :n dem Gasthose gibt, in dem ich und noch ein paar Dutzend anderer Osficiere einquartiert sind. Ich sage Dir, es war em höchst rührendes Wiedersehen " Aber ich bitte Dich, was geht da Alles mich an? Du weißt, ich bin verheirathet und habe derartigen Vergnügen ein sur auemale den Rucken gekehrt!" Er sagte das Mit emer sast yoyeitsvollen Miene und abweisender Handbewegung, um sich auf diese Anstrengunq hin sofort wieder in den Dlvan sinken zu lassen und dem frivolen Eugen also pantomimisch anzudeuten, daß er welter zu ruhen Wunsche. Wenn er aber geglaubt hatte, daß seine Erklärung auch nur den geringsten Eindruck auf den Leichtsinnigen gemacht habe, fo hatte er sich auf das Gründlichste getauscht. Eugen hatte erst vor Erstaunen den Mund aufgemacht und seine Augen waren tellergroß geworden, dann be kam er einen Lachkrampf. der ihn auf einen Stuhl nöthigte und dabei schlug er sich ununterbrochen auf die Schenkel. Oskar richtete sich pikirt in die Höhe. Höre, was gibt Pir das Recht, meine heiligen Grundsatze nxuxsi anzuzwet feln? Ich muß Dich bitten, mir das zu sagen!" Deine heiligen" Grundsätze anzuzweifeln, fällt mir ja gar nicht ein, aber die Entdeckung, welche lch gemacht habe. überwältigt mich so! Mensch. Oskar. Neservelieutenant und Assessor, Du bist unter dem Pantoffel und bald hast Du es zuwege gebracht, sehr bald! Eugen!" Na. na. nur kaltes Blut! Du warst früher doch sicher kein Heiliger, das mußt Du offen zugestehen ach Du lieber Strohsack, es hat auch in Deines Lebens Wüdrnß so manche Kleine hm eingestrahlt!" Ist aber dcsinitw erledigt jetzt sagte der Assessor gereizt. Ich glaube das auch und bei einer solch' seltenen Frau, wie sie Dir zutheil ward, auch nicht mehr als billig." Nun also!" Aber deswegen brauchst Du noch lange nicht aus einen fidelen Abend zu verzichten, den ich Dir heute nach so großen Anstrengungen zu bieten vermag. Du. höre, ich warne Dich; laß das ewige Daheimsitzen sein und komme zu Hause wieder in Gesellschaft. Du verwöhnst Deine Frau dadurch in unverantwortlicher Weise: was sie ich noch erschmeichelt, wird sie später zu ertrotzen wissen und die unglückliche El:? ist fertig. Sieh', da sind so liebe Käfer da, und nach der gewöhnlichen Vorstel lung setzen wir uns, die anderen Ka meraden haben schon zugesagt, zusammen und trinken ein paar Flasche-, voila tont! Ich glaube. Du hast total den Appell vergessen, den wir um sechs Uhr haben. ; j v$j Keine Rede, ich habe schon meinen ganzen Zug in den Quartieren besuch " 1 V I - 4. lonnie nlcyls icyaoen, wenn auq Du das gleich thatest und nlcht ers nach dem Appell die Monturen sind alle entsetzlich naß. Na und Abends?" Wollen sehen." Siehst Du. das klingt schon bedeu. tend besser wurde auch aufsallen wenn Du nicht kämest, und die Aufziec . rr c yerei rvuroe rein noe neymen. Soll's mal Einer probieren!" Weiß, weiß, schlägst eine forsch Klinge aber nun adieu, alter Knab:, beim. Appell sehen wir uns wieder." Fort war er und bald darauf tra auch Freund Oskar seinen Weg an. Als Adam, der Bursche, hinter sei nem Herrn die Ausgangsthür bei Wohnung m s Schloß gedruckt hatte, begab er sich wieder in die Küche, um an seinen und den Sachen seines Herrn weiter zu putzen. Er hatte dazu d! angenehmste Gesellschaft der Welt Eva. die Köchln, sah seinem flinkev und doch so gründlichen Walten mi größtem Interesse zu und war dak denkbar dankbarste Publikum für di Schnurren und Schnacken aus demMi, märleben, welche der hübsche Gefreite zum Besten zu geben wunte. Selbst die Dame vom Hause hatte ein paar Mal herzlich über den drolligen Menschen gelacht und die Beiden, da sie die Ueberzeugung gewonnen hatte. Franz sei auch ein sehr anständiger Mensch, sich selbst überlassen aber das war nicht klug gehandelt, denn in der Küche waltete eine Eva. Man wird das im Verlaufe dieser Geschichte schon sehen. ' Der Appell war beendigt, mit Pein lichster Sorgfalt waren Mannschaft, Ausrüstung und Waffen geprüft. Der ?Zeaiments-Commandeur versammelte

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seine Valaillonscommanöcure um sich.

diese dann spater ihre Haupneute und zum Schlüsse diese wieder ihre Lieutenants. Ueberall klangen die Ansprachen in denselben Refrain aus: Die Kriegslage ist nicht gerade kritisch, aber höchste Schlagsertlgkelt sei geboten. In einem hübschen Nebengemache des Hotels, dessen erwähnt wurde, saßen gegen die zehnte Abendstunde eine Anzahl Osficiere. hauptsächlich solche der Reserve, neben seinem" Oskar, das Monocle fidel in's Auge gezwickt, Herr Eugen. Nun werden sie gleich kommen. sagte der Letztere zu Ersterem paß mal aus. das wird vergnügt!" Dann sah er auf seines Freundes rechte Hand. Was schaust Du denn? meinte dieser. Na, ich meinte nur Rlmler und Somann haben ihre Trauringe auch schon in die Tasche gesteckt könntest , r v- n . r i x;u elxnsaus lyun, weini ju, oie siinderchens gehen da mehr aus sich heraus. Aber was fällt Dir ein? Ich soll meinen Ring " Ruhig em Stundchen in die Tasche stecken! Thu' uns Anderen den Gefallen und sei kein Leimsieder!" Rinn mit!" riefen die Anderen. Der junge Ehemann wollte sich entfernen, das wurde aber nicht zugegeben, und schließlich ließ er unter einem allgemeinen Bravo!" den Ring in das vorne an seinem Beinkleid befindliche Uhrtaschchen gleiten. Bist halt doch ein pyramidaler Kerl ich glaube, da kommen sie!" Die Thür war stürmisch aufgerissen worden, die Erwarteten traten aber nicht ein fondern ein Unterofsicier in Sack und Pack, der seine Ehrenbezeugung machte und dann Mit erreg ter Stimme meldete: Es wird Gcneralmarsch geschlagen! Alles laust schon zu den Alarmplatzen! Das war eine Nachricht! Alles stürzte zur Thur, um so rasch wie möglich in's Geschirr zu kommen, gesprochen wurde kein Wort, man hörte nur unartikuIirte Laute. Der Assessor hatte sich mechanisch, um besser laufen zu können, auf der Straße seine langen Marschstiefel heraufgezogen und . dann ging's dem Quartier entgegen. Adam hatte schon umgehängt" er reichte seinem Herrn Helm und Schärpe, ein herzndjes Dankeswort an die Quartiergeber und fort ging s. Der Höchcommandirende hatte sür morgen früh Concentration aller Kräfte befohlen, also hinaus zum Thore und weiter auf der Landstraße in stockfinsterer Nacht bei Sturm und Regen. Je Weiler der Marsch ging, desto mehr mußte sich der Gefreite Adam über seinen Affen", d. h. Tornister wundern. So, wie heute, hat das Luder ja noch nie gedrückt! Die Eva hat mir zwar etwas hineingesteckt, das sah ich durch die offene Küchenthür, alxr so viel kann daö doch nicht sein! Der Gedanke an die erwähnte Küchen fec verursachte ihm Unbehagen. Das war eine Teusclsper on! Hatte er Nicht in der Garnison bereits eine Braut? Hatte er nicht des Himmels Zorn aus sich herabgerufen, wenn ihn je der Schatten einer Untreue anwandeln sollte? Und doch und doch! Es war am späten Nachmittag gewesen und er, der Adam, und sie, die Eva. hatten neben einander am Kllchentisch gesessen und geve wert. Da war es denn so aekom men, als sie ihn wieder einmal aus ihren schwarzen Augen so cigenthiimlich ansah, daß er sie in einem mo.ncntanen Sinnestaumel umschlang und " r. I . . c rm . lupie geraoe IN oem Moment, aiz der Kutscher, der ihn so schon den aan zcn Tag scheel angesehen hatte, die Ziuche betrat. Aon diesem Apfelblk ar war ihm das Paradies, die Küche, verleidet. Er nahm seine sieben Sachen und trug sie in das Stllbchen über dem Stalle, das ihm zum Nachtquartier angewiesen war. schämte sich iefe noch seiner Schwäche und keuchend schleppte er den Tornister weiter! Aber ewig ging das nlcht: er bat den Feld webel, austreten zu dürfen. Als der aber nach dem Grunde fragte und ihm dieser gesagt war. schlug er eine rauhe Xlache aus. Umpacken, wo wir im Eilmarsch Tempo sind? Daraus wird nichts!" Neben seinem Zuge marschirte unser Assessor und Neservelieutenant. Marschiren kann man s aber eigentlich nich heißen, denn er lahmte entsetzlich mi dem rechten Fuße. Sobald der immer auf denBoden kam, verzog sich schmerzlich sein Gesicht. Ich hab' was im Stiefel, ich hab' was im Stiefel!" jammerte er in sich hinein. Gleich gäbe ich zwanzig Mark drum, wenn ich'vaz 'Atua herausbrin gen könnte! Aber ich darf nicht, des Beispiels wegen! Trete ich aus und kehre mlr die Stiefel um. so wollen im nächsten Moment wenigstens zwanzig ., Gin Unfehlbares Mittel. DaS Feld der Wirksamkeit deS be, rühmten Dr. Bull'S Husten Syrup wird immer fortbestehen, denn wenn eine Mutter einmal- dieses unfehlbare Mittel gegen Hustcn,Erkältung,Bräune oder Keuchhusten gebraucht hat, so wird sie nie eine andere Medizin versuchen. "3ch gebrauchte Dr. Vull'ö Husten Syrup seit 15 Jahren in der Familie gegen Husten, Erkältung und HalS-Lcidcn und fand ihn ein ausgezeichnetes Mittel." Frau D.T.Llarke, I63CongreßStr.,Cleveland,O. Dr. Bull'S Husten Syrup wird überall für 25 Cents verkauft und man dar sich nicht von Verkäufern überreden lassen einen anderen oder etwaö billigeren Artikel zu nehmen, denn nur der ächte Dr. Bull'S Husten Syrup giebt immer utricdenstefleRdk Resultate.

von den Kerls auch die Stiefel umkeh-ren!"

Und weiter ainq's in Sturm und Wind, bis der Morgen heraufdammerte. Da, endlich! .Halbrechts! Marsch!" Nun hieß es gar über die Viefänge stelzen! Beim Herrn jeder Schutt em unterdrückter Schrei, beim Burschen ein Stöhnen. Gerade aus! Compagmecolonnen formiren! Halt! Setzt die Gewehre zusammen. Niihrt Euch!" .Adam!" Hm Lieutenant!" Unser gequälter Krieger hatte gebeten, austreten zu dürfen. Er nahm seinenBurfchen mit und schlug jich seitwarts in die Büsche. Rechten Stiefel ausziehen!" Zu Befehl!" Adam nahm seinen Tornister ab. stieß einen tiefen Seufzer aus und zog am Stiefel. Herunter war .x. Schone Geschichte! brummte der Lieutenant. Der Strumpf ist blutig Na, wen haben wir denn da? Ach. Sie stnd's, Herr Lieutenant!" Ja, Herr Regimentsarzt! Fuß blutig gelaufen!" Werd' gleich sehen aha! das ist aber komisch, da sind auf der Fußfohle lauter Kreise eingedrückt " Kreise?" Ja. Kreise!" Der Lieutenant nahm den langen Stiefel beim Absatz, hob ihn hoch , und hielt die hoble Hand erwartungsvoll an den Schaft. Gluck, gluck, gluck, kam's heraus. Ein Ring, ein Ehering!" rief der Regimentsarzt erstaunt. Adam, abtreten! Der Regimentsarzt biß sich auf die Lippen, aber es half nichts, gleich darauf platzte er los und lachte, daß ihm die Thränen von den dicken Backen kugelten. Er lachte auch noch während des Verbandes, unter welchem er von dem Assessor die geeignete Aufklärung erhielt und den Rlß in dem umgekehrten Uhrtäschchen gezeigt erhielt. Unterdessen hatte eme Strecke seitwärts der Gefreite Adam mit Windeseile den Tornister geöffnet. Was sich seinen Augen bot, erfüllte ihn mit hohem Zorn. Statt des Eingewickelten" sah er sich einem Ziegelstein gegenÜber, einem Backstein, dessen Gewicht ihn mit dem anderen Inhalt fast erstickt hatte! Weithin flog der Stein über das Feld und ein kraftig' Wort auf den elenden Kerl von Kutscher hinterher. Als der Assessor - Lieutenant wieder zu seiner Abtheilung zurückkehrte, rief eine Stimme: Guten Morgen, lieber Oskar! Hast Du gut geschlafen und wie befindet sich überhaupt Dein werther Organis mus?" Man kann sich denken, wer das war. Mit seinem ursidelsten Gesicht stand er da ln seiner ganzen Lange und Keckheit. Kein Mensch hätte gedacht, daß er einen beschwerlichen Nachtmarsch hinter sich habe. Der eigentlich Schuldige geht eben, leider, so häufig strassret aus! Das Geld im Topf. Kommt da ein kleines öjähriges Madchen zu einem Kaufmann m Slttensen, einem niedersächstschen Kirchdorfe. Kann ick woll een Pund Syrup kriegen, vun den besten? sagt die Kleine, einen braunen Milchtops auf den Ladentisch stellend. Ganz geern. mlen Kmd. antwortet der Kaufmann, stellt den Topf auf die Wage und läßt aus seiner Kanne die süße Flüssigkeit hineinlausen. So. mien Kind, hier heft. Du een Pund Syrup. det kost 25 Pennen." Stumm steht die Kleine den Mann an. Du mußt 25 Pennen utgeben. Keine Ant wort. Hett Mutter Di keen Geld mitgeben?" Jaaa!" Na, denn giv mi datt man her! Schmunzelnd antwoc tet die Kleine: Dat Geld iß in'n Pütt!" N e u es W o r t. A.: Wer ist denn der Herr da im Sportkostüm? B.: Der ist Lehrer an einer Rad fahrschule!" A.: Also gewisserma ßen Belocipädagoge!" Begründet. Erste Freun din: Glaubst Du, daß mich der Baron wirklich liebt? Zweite Freundin: Gemiß, er lst a bls über dte Ohrn derschuldet! Kasernen ho fblilthen. Lieutenant (steh mit einem Rekruten ärgernd): Kerl, Sie sind ja ein negativer Uebermensch!" M a,l i t i ö s. Junger Arzt: Gestern ist mein Wartezimmer nicht leer geworden." Freund: Glaub's; es war ja der Erste!" EineAbnormität. Man sagte mir, der Student SUfsclberger soll nachtwandeln?" Das stimmt; aber er schläft vorher nickt." Recht doppelsinnig. Ich habe ln Jahr an meiner Operette gearbeitet." Ja, ja, bis man so viel Melodien beisammen hat!" Perfeete Köchin. Grenadier (zum Kameraden): Ich'sag' Dir, meine jetzige Köchin kocht so gut, 'daß sie mir ab und zu treulos sein darf." Auf der Promenade. A.: Ist die hübsche Dame, die Sie eben begrüßten. Ihre Freundin?" B.: Wo denken Sie hin! Nur meine Frau." Klineö Wortspiel. A.: Nun, wann gehst Du mit Deiner Braut auss Nathhaus? B.: Wenn wir den nöthigen Hausrath beisammen haben." Selbstgefühl. Wannhaben Sie eigentlich den Adel erworben, Herr von Goldstein?" Berßeihung. Excellenz... m,in Vater .ist geadelt worden . . . mein Adel .ist angehöret"

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