Indiana Tribüne, Volume 21, Number 243, Indianapolis, Marion County, 22 May 1898 — Page 6
Mrgcr-Scncräle. Vom Präsidenten McKinley sind trie Führerstellen in der Landarmee durch Ernennung von 11 GeneralMajoren und 25 Brigade - Generälen besetzt worden und die Bestätigung der Ersteren ist durch den Senat prompt erfolgt. Von den neuen GeneralMajoren gehören vier nicht der regul'ären Armee an, nämlich Fitzkzugh Lce. Joseph Wheeler, James H. Wilson und William I. Sewell. während die übrigen sieben aktive Ossiciere sind.
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! Generalmajor Fitzhu,gh Lee, ein "Neffe des verstorbenen Heerführers der Eonföderirien", ist wie dieser ein Westpomter"; er wurde, nachdem er die Kriegsschule absolvirt hatte, am 1. Juli 1856 zweiter Brevet-Lieutenant der Cavallerie und am 1. Januar 1853 wirklicher zweiter Lieutenant im zweiten Cavallerie - Regiment. Nachdem er am 31. März 1861 zum ersten Lieuienant in demselben Regiment avancirt war, resignirte er, um in die Armec der Conföderirten einzutreten, in welcher er es zum GeneralmajorsRang brachte. Nach dem Bürgerkrieg war er Congrebmitglied, Gouverneur von Virginia und Generalconsul auf Cuba. G. - M. Wheeler. ! Generalmajor Joseph Wheeler absolvirte West Point am 1. Juli 1859, wurde den Dragonern zugetheilt und dann am 1. September 1860 als zweiter Lieutenant zu den Mounted Rifles trar.sferirt. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs trat er in die Armee der Conföderirten ein und wurde, neben Stuart und Wade Hampton, einer der hervorragendsten Cavallerie - Führer des Südens. Er brachte es zum Rang eines Generalmajor. General James H. Wilson von Delaware absolvirte die Kriegsschule zu West Point am 1. Juli 1860 und machte sich während des Bürgerkriegs einen hervorragenden Namen als ausgezeichneter und kühner CavallerieFührer. Er avancirte wegen Tapferkeit auf dem Schlachtfelde rasch sechs Mal und wurde am 20. April 1865 Generalmajor der Freiwilligen-Armee. 3n Georgia eroberte er mit den von ihm befehligten Truppen innerhalb 28 Tagen fünf mehr oder weniger feste Städte. 23 Fahnen des Feindes und 288 Geschütze, und machte 6820 Gesangene. Die Gefangennehmung von Jefferson Davis am lo. Mai 1865 geschah durch einen Theil der von Wlson befehligten Truppen. G.-M. Sewell. : Generalmajor William I. Sewell von Camden. N. I.. ist 1835 in Jrland geboren und kam im Alter von 11 Jahren nach den Ver. .Staaten. Als der Bürgerkrieg ausbrach, trat er als Capitän des 5. Freiwilligen-Regi-mentes von New Jersey in die Buniiesarmee ein. In der blutigen Schlacht bei Chancellorville übernahm er, nachdem General Mott schwer verwundet worden war, in einem' sehr
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kritischen Moment rasch das Commands der Brigade und verrichtete mit dieser Wunder der Tapferkeit. Nach Beendigung des Krieges wurde er für seine Bravour zum Brevet-Brigade-Maior ernannt. Im Jahr 1880 wurde er in den Bundessenat erwählt und im Jahre 1895 wiedererwählt. Sein Termin als solcher würde im Jahre 1901 ablaufen. Er war seit einiger Zeit auch Commandeur der National - Garde von New Jersey, welcher er seit 1372 angehört.
ModerneKunst. ' Ich weiß nicht. Herr Professor, was der Pinsel hat! Sobald ich damit zu malen beginne, spaltet er sich! Er taugt wohl nichts?" Im Gegentheil, die Haare stehen ihm zu Berge, wenn er die Malerei sieht!" Die Eifersüchtige. Nichter (zur Frau des Angeklagten): Bei dem Einbruch in das Mädchenpensionat waren Sie auch betheiligt?" Frau: Natürlich!.... Würde es Ihre Frau vielleicht erlauben, daß Sie allein in ein Mädchenpensionat einbrächen?" Verfehlter Beruf. Aber, Herr Apotheker, warum haben Sie denn Ihren neuen Lehrling schon wieder fortgeschickt?" Hab' ihn nicht brauchen können! Der Kerl hat so große Hände gehabt, daß er mir beim Pillendrehen immer die reinsten Knödel gemacht hat!" Einziger Grund. Da find' ich noch ein Markstück in meiner Hose!. Muß ich aber einen Kanonenrausch gehabt haben, daß ich das gestern nicht auch versoffen hab'!" Im Zweifel. ry ,. rt I 1" u 1 1I ,, 1 W Gast (der zum ersten Mal in seinem Leben vom Hausknecht aus einem Wirthshaus hinausgeworfen wurde): Wie ist das eigentlich gibt man da dem Mann ein Trinkgeld?!" . D i e junge Hausfrau. Mann: Der Kaffee ist nicht stark genug, Frauchen!" Frau: Ach wirklich, soll ich vielleicht ein bischen Fleischextrakt zuschütten?" Erkannt. Nun, lieber Mann, wie gefällt Dir unser neues Stubenmädchen?" Hm! Necht nett, mißfällt mi? just nicht." Hab' ich mir auch gedacht und sie just davongejagt." Unverbesserlich.. Junger Mann, fllrchtenSie denn gar nicht, durch Ihren Lebenswandel die Haare Ihres Vaters vor der Zeit ergrauen zu machen!" Keine Spur, mein Vater träat eine Perrücke
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Die Ausstellung in Omaha.
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Oestlicher Abschluß Aus wanlicndcnr ßl)rone. Wie ein gebrechlicher Nachen in wilder Brandung, so schwankt in Spanien das morsche Staatsschiff, ein Spielball der durch die Kriegsfurie zu Orkanen angefachten inneren Stürme, dem Untergang entgegen. Das StaatZruder wird von dem ebenso verschlagen: wie unerschrockenen Minister Sagasta zwar noch mit fester Hand gehalten, aber der Thron ist doch ganz bedenklich in's Wanken gerathen und es erscheint fraglich, ob der im Knabenalter stehende König Alsons XIII. jemals zur Negierung gelangen wird. Die inneren Stürme sind durch Kräfte entfesselt worden, welche sich diametral gegenüberstehen, die Republikaner und die Legitimisten. Daß die Ersteren mit aller Macht auf den Untergang der Monarchie hinarbeiten, ist selbstverständlich; allein die Bestrebungen der Letzteren, der jetzigen Regierung ein Ende zu machen, müssen Jedem, ' tJhP uiiV : m W,SB. Mfi i,yt; ß mhm mmK KMZ Maria Christina. der mit der jüngsten Geschichte Spaniens nicht vertraut, ist, überraschend erscheinen. Nach der Auffassung der Legitimisten hat der unmündige Alfons XIII. als Sohn eines Usurpators" kein Anrecht auf den Thron und ihrer Ansicht nach ist der vielgenannte Prätendent Don Carlos der rechtmäßige König von Gottes Gnaden"; darum ihre erbitterte Opposition gegen den Knaben Alfons und dessen Mutter, der Königin - Regentin Maria Christina. Der Ursprung der carlistischen Umtriebe datirt in das Jahr 1833 zurück, in welchem der König Ferdinand VII. nach einer stürmischen Regierung aus dem Leben schied. Dieser hatte durch eine pragmatische Sanction das im Jahre 1713 erlassene Salische Gesetz des bourbonischen Hauses, wonach die Frauen erst nach dem völligen Aussterben des Mannsstammes thronsähia sein sollten, aufgehoben und dadurch seinen Bruder Don Carlos vom Throne ausgeschlossen. Auf Betreiben Alfons XIII. von Ferdinand VII. wurde seine Tochter Jsabella zur Thronfolgerin und seine Wittwe Maria Christina zur Regentin ernannt. Die von ihm einberufenen Cortes leisteten Jsabella als Thronfolgerin den Eid der Treue und einige Monate später starb Ferdinand VII. Der Tod des Königs war für die Anhänger des Don Carlos das Signal zu der im Geheimen vorberciteten Erhebung. Dieser wurde unter dem Namen Karl V. als König ausgerufen und es kam zu einem erbitterten Bürgerkriege, der volle fünf Jahre währte, aber trotz mehrfacher Waffenerfolge für die Carlisten ein Ende mit Schrecken nahm; Don Carlos selbst floh im Jahre 1839 nach Frankreich und wurde in Bourges internirt. Da mit schien der Thronstreit endgiltig zu Gunsten der jugendlichen Jsabella erledigt zu sein und die neue Dynastie hätte sich auch wohl gefestigt, wenn nicht der skandalöse Lebenswandel der Königin, die mit dem Schwächling Don Franz de Assisi vermählt wurde, den stillen Hoffnungen der Carlisten neue Nahrung verliehen hätte. Don Carlos, der erste Prätendent, starb im Jahre 1855, und sofort erstand in seinem Sohne Don Carlos, Grafen de Montemolin, ein zweiter Prätendent. Im Jahre 1860 wurde in Valencia der Versuch einer abermaligen carlistisehen Schilderhebung gemacht, doch schlug derselbe fehl und Don Carlos gerieth mit seinem Bruder in Gefan-
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v Uh &F TßS (fct -niFHj ! Wiö'M ,rs 'ifaXH t ' r. V . .!.. VLV;. mmrw i . des Ehrenhofes. genschaft. Erst nachdem beide allen Ansprüchen auf den spanischen Thron entsagt hatten, wurde ihnen die Freiheit wiedergegeben. Aber der erste Prätendent hatte einen dritten Sohn, den Jnfanten Don Juan, und' dieser dachte an keine Entsagung. Als die Königin Jsabella in Folge der im Jahre 1863 .ausgebrochenen Revolution in das Ausland flüchten mußte, verzichtete Don Juan zu Gunsten seines am 30. März 1848 geborenen Sohnes Don Carlos, Herzog von Madrid. und dieser trat seitdem als KrönPrätendent auf. Seine Aussichten auf d:n Thron waren durchaus nicht schlecht,denn die beiden mächtigen FllhPrim urS Saon boten ibm die Krone an unter der Bedingung, daß er dem Lande eine Constitution geben und der Trennung von Staat und Kirche zustimmen sollte. Aber der junge Prätendent wollte von Bedingungen nichts wissen und erklärte, daß er nur als absoluter König den Thron zu besteiDon Carlos und Gattin. gen gedenke. Don Carlos' Weigerung, sich den Forderungen der Parteiführer zu beugen, hatte zur Folge, daß die spanische Königskrone na weiteren inneren Kämpfen dem italienischen Prinzen Amadeus angeboten und dieser im Jahre 1870 von den Cortes zum König gewählt wurde. Daß der Prätendent Don Carlos gegen diese Wahl protestirte. konnte nicht Wunder nehmen und ebensowenig überraschte es, daß bald darauf in den Nordprodinzen eine Schilderhebung der Carlisten inscenirt wurde. Bis zum Jahre 1876 dauerte der Bürgerkrieg, um mit der endgültigen Niederlage und Flucht des Prätendenten zu enden. Jnzwischen hatte König Amadeus seine Dornenkrone niedergelegt und Alfons XII., ein Sohn der flüchtigen Jsabella, wurde zum König gewählt. Abermals protestirte Don Carlos und von Frankreich aus erließ er eine Proklamation, in welcher er unter Vetonung seiner Rechte auf den spanischen Premier Saga st a. Thron seine Anhänger auf bessere Zeiten vertröstete. Dies hatte zur Folge, daß er aus Frankreich verwiesen wurde und in Venedig seinen Wohnsitz nahm. Alfons XII., der in zweiter Ehe mit der österreichischen Erzherzogin Maria Christina verheirathet war, erfreute sich nicht lange des Thrones, sondern starb bereits im Jahre 1885. Sechs Monate nach seinem Tode, am 17. Mai 1886 wurde sein Sohn Alfons XIII. geboren, in dessen Namen feine Mutter Maria Christina die Regentschaft führt. Welches Loos dem königlichen Knaben beschieden ist, wird die Zukunft lehren, aber dem Anschein nach wird auch an ihm das Bibelwort, daß die Sünden der Väter an den Kindern heimgesucht werden sollen, zur Wahrheit werden. Wann die Dichter sing,. Wann die Dichter singe Vun der Frllhlingslust, , Wo die Knospe springe, Wo in jedi Brust Froh die Lieb zieht in Un' die Lenzespracht: Ach wie schön muß sin, . Wann do mit mer macht! Hab' bei Rejeström' Letzt mei' Schatz gesieh: Un' ich führ 'ne heem Unner'm Parablüh. Un' mir han gelacht Uewer Storm un' Reje: - Selli Lenzespracht War do Dreck dageje! . Unangenehme Situation. Herr Schulze will sich nach seinem Tode also verbrennen lassen. Ist er übrigens nicht bereits recht kränklich?- Jawohl, der steht mit einem Fuß bereits im Verbrennungs-osen."
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Kamöllrg's Kkeetye. Welchem Fremden, der zum ersten Mal die alte Hansestadt an der Elbe betritt, wären sie nicht sofort als etwas Merkwürdiges aufgefallen jene stillen Kanäle, welche die tiefgelegenen Stadttheile des nordischen Venedigs kreuz und quer durchschneiden! Selbst der hastig seiner Beschäftigung nacheilende Eingeborene, den sein Weg über eine der zahllosen Brücken oder am Ufer eines Fleethes vorbeiführt, verfehlt nicht, gelegentlich voll Interesse stehen zu bleiben und einen Blick auf das Leben und Treiben da unten zu werfen. Old Hamborg an de Waterkant. Das Wort Fleeth von fließen ist plattdeutsch und bedeutet speziell für Hamburg einen jener Wasserläufe, welche das Alsterbassin und die Ville mit der Elbe verbindend, eine Hauptkehrsader für den kaufmännischen Vetrieb der alten Handelsstadt bilden. Da das Terrain, auf dem Hamburg erstand, zum Theil aus sandigen Anhöhen, ZUM Theil aus moorigem Wiesengrund (die Straßennamen Holländisch Brook, Wandbereiterbrook erin-
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caturforscher. nern noch daran) besteht, so erstrecken sich diese Kanäle nur auf letztereTheile, in denen die alten Häuser auf Pfahlrosten erbaut bis unmittelbar an das Wasser stoßen. Das Niveau des Alsterbassins und der Elbe sind in Folge der Ebbe und Fluth verschieden, deshalb sind die übrigens flachen Flcethe mit Schleusen versehen. Das 5kanal netz der Fleethe liegt im Herzen des Verkehrs und jene alten grauen, ziegelgedeckten Häuser, welche von Stockwerk zu Stockwerk weiter über die Grundmauern vorspringen, sind die Speicher der Hamburger Kaufleute und Nheder. Da der Wasserweg der billigste und bequemste ist, wird man in den Stand gesetzt, die Waaren aus den Schiffen, die vor der Stadt in den Häfen liegen, auf einfache Art in die Speicher zu bringen. Dazu dienen große, oben offene Kähne mit flachem Boden und breiten Borden, auf denen die Mannschaft entlangschreitet und das Fahrzeug mittelstStangen vorwärts schiebt. Diese Kähne von ganz typischer Form heißen Schuten und die Mannschaften, die übrigens eine besondere Kaste bilden, nennen sich Ewerführer. Die Arbeit der letzteren erheischt, abgesehen von der Körperkraft, eine nicht geringe Baggern mit Ketscher. Kunstfertigkeit, außerdem müssen sie ganz genau über die Einzelheiten des Kanalnetzes und der verschiedenen Häfen, sowie über die Verzollungsangelegenheiten beim Verlassen des Freihafens orientirt sein. Ist so eine mit Waarenballen vollgepfropfte Schute an ihrem Bestimmungsort angelangt, fo' walten die Ewerführer ihres Amtes im Verein mit den Speicherconsorten", um das Fahrzeug zu entladen. Die Speicherleute XX und Consorten wie sie sich von Alters her bezeichnen, bilden auch noch so eine alte Kaste, sie tragen auch noch ihre standesgemäße Tracht, bestehend aus Schirmmütze und schwarzem Jäckchen, mit einer dichten Reihe silberner Knöpfe besetzt. Die früher üblichen Kniehosen und Schnallenschuhe sind jetzt abgekommen. Zur Ebbezeit liegen die Fleethe theilweise trocken und dann kann man den Fleethenkieker" herumwaten sehen, meistens einen alten Schiffer, der seinen früheren Stand mit dem eines Naturforschers" vertauscht hat. Selbstverständlich müssen die Fleethe, UM sie schiffbar zu erhalten, von Zeit zu Zeit ausgebaggert werden, und dies geschieht noch jetzt im Gegensatz zu dem großartigen Dampfbetrieb auf der Elbe in' der primitivsten Art mittelst Ketscher. Das Löschen der KohlenKampfer besorgen die Kohlenjumper, die eine für sich abgeschlossene Gesellschaft, bilden. Die Entlöschung geht auf folgende Art vor sich. Es wird an mehreren Luken gearbeitet und über jeder hängt in der Takelung ein Nad, über welches das Tau läuft, an dem unten im Raum der gefüllte Korb befestigt wird. Vom anderen Ende des Taues laufen gewöhnlich 4 dünnere aus, die von 4 Männern gefaßt werden. Jedes Mal, wenn unten der Korb in Bereitschaft ist, eilen Pe taktmäßia eine Anzahl auf Deck angebracht ter Stufen hinan und springen dann I gleichmäßig hinab. Dadurch schnellt
die Last in die Höhe und die Kohlen werden dann über einen schrägen Weg in die längsseits des Schiffes liegenden Schuten hinabgerollt. Damit der Kohlenstaub nicht so sehr unter die Kleider dringt, tragen die Kohlenjumper leinene Kapuzen.
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Ein Schäfer st ündchen. Der Anblick der Flcethe ist ein überaus interessanter und malerischer und gelegentlich an Sommerabenden, wenn bei Zwielicht die Lichter der Häuser sich schon im Wasser spiegeln und die xo thcn und grünen Laternen der BugsirKampfer darüber hinhuschen und dazu das Glockenspiel von der gewaltigen Höhe des Nikolaithurmes in feierlichen Weisen herabtönt, ein geradezu ergreifender. Auch das Leben im Fleeth ist dann nicht aller Poesie bar, und wenn man im leisen Kahn an den altersgrauen Häusern entlang treibt, kann man gelegentlich einen verliebten Gondolier sehen, der sich seiner Angebeteten auf ganz venetianische Weise genähert hat, und wenn er auch anstatt der Mandoline im besten Fall nur eine Ziehharmonika bei sich führt, die Sache ist dieselbe. Ueberrasch t. Der mit EinVerständniß zwischen Köchin und Frau gefangene verliebte Ehegatte. l- . w Ein starker Kaffee. Z, Aber, Fritze, wie siehts denn bei Euch aus da ist Euch wohl ein Zwanzigmark - Röllchen aufgeplatzt?" Nee, mei' Freindchen! Meene Alte hat heite zur Feier unserer silbernen Hochzeit en' Staats - Gaffee wollen machen, und da is ihr e' Gaffeebohnchen im Jbermuth aus der Mihle.gehuppt das suchen wir!" Boshaft. Also wieder versöhnt mit Fräulein Ella? Sie haben ja gestern mit ihr auf dem Ball der Baronin Walden getanzt." Eh, wie so wissen das, mein gnädiges Fr'äulein?" Fräulein Ella hat sich heute ein Hühneraugenpflaster holen lassen." Resignirt. Nein, mein Lieber, nicht der Doktor ein Höherer hat Sie von Ihrer Krankheit kurirt Patient: Das glaub' ich schon, aber der.Doktor schickt die Rechnung dafür Vom Kasernenhof. Unteroffizier (commandirt: Füße aufheben, Stiefel zeigen! Schlumpke, bei Ihnen fehlt wieder ein halbes Dutzend Nägel, die haben Sie wohl gebraucht, um sich das Brett vor'n Kopf zu nageln." Ein Renommist. A.: Sie sind wohl schon viel geehrt worden?" Schauspieler: Ich sage Ihnen, meine Bude ist der - reinste LorbeerHain!" Kaffeeschlacht. Frau des Hauses (beim Kaffeekränzchen): Die Frau Sparkassen - Controlle! ließ sich für heute entschuldigen " Eint. Dame: Schade auf die sind wir heute gerade nicht vorderettet l if
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Der Waldmeister. Waldmeister sich und öiedenblüth. umschlingen Ei, wtlch ein duftig, herzig Pürchcn'." Wer jemals an den Ufern des Rheins, Mit fröhlicher Gesellschaft im Grase lagernd, den Maiwein in seiner eigensten Heimath getrunken hat, der erinnert sich dessen alljährlich wieder, sobald 's Mailüfterl weht", ihm bringt der Mai mit seinen Erinnerungen allemal ein Sehnen, das mit Heimweh nahe verwandt ist. Gleich dem Veilchen, so bescheiden und klein, lugt der Waldmeister im Buchenwalde aus dem Grase empor, harrend der Hand, die ihn pflücken soll, denn gleich dem Wein, der nicht getrunken würde, hätte auch der Waldmeister, der keine Bowle zu würzen Gelegenheit bekäme, seinen Beruf verfehlt. Und für den Rheinländer gehört das Bewußtsein dazu, daß beides auf heimathlicher Erde gewachsen ist, obwohl eigentlich dem Moselwein gerade zu diesem Zlvecke der Vorzug gegeben werden sollte. Aber unser Rheinwein unterscheidet sich nun einmal von dem sprichwörtlichen Propheten" dadurch, daß er auch in seiner Heimath etwa gilt. Zur Bereitung des Maiweins gibt es verschiedene Recepte, das einfachste ist aber das beste, nämlich den Wein einzig mit Waldmeister zu würzen und alles andere zu verschmähen. Erdbeerblüthen, Krausemunze, Pfeffermünze, Blätter von schwarzen Johannistrauben, Orangenscheiben, Citronenkraut das alles sind gebräuchliche Würzen für die Maibowle, aber der Rheinländer zieht den Maiwein pun? et simple vor und spart sich die Bowle mit gemischten Einlagen für die Winterabende auf. Es ist nicht einerlei, wie man den Waldmeister gebraucht. So z. B. vermeide man, den untersten Theil der Stengel mit in den Wein zu legen, denn sie enthalten da inen bitteren Pflanzensaft, der geeignet wäre, die ganze Bowle zu verderben, wenn ihm erlaubt würde, sich dem Weine mitzutheilen. Auch soll man den Waldmeister nicht mehr bcnützen, sobald er schon Blüthen gezeitigt hat. Ferner trägt es wohl zur Poesie des Genusses bei. wenn man ihn selbst an Ort und Stelle gepflückt hat, aber man darf ihn nicht frisch anwenden, sondern muß ihn einige Stunden an der Luft welken lassen, weil dadurch erst das in ihm enthaltene ätherische Oel zum leichten Austritt vorbereitet wird. Der wissenschaftliche Name dieses Oels ist KAmarin. In viel geringerem Maßstab enthalten auch andere Gräser und Kräuter diese Substanz. Sie soll es z. B. auch sein, die frischgemähtem Heu und Klee das ihnen eigene herrliche Aroma verleiht. Dem Waldmeister am nächsten verwandt ist, soweit es das Kumarin anbelangt, die Tonkabohne, deren Heimath in den Tropen liegt. Am Rhein trifft man vielfach das folgende Arrangement an: Man pflückt sich seinen Waldmeister, und wenn man am Ziele angelangt ist, stellt der Wirth welke Büschel, die vorher Gekommene gepflückt hatten, der jetzt eingetroffenen Gesellschaft zur Verfügung, während unser eigener Büschel zum Welken aufgehängt wird, um später Kommenden denselben Dienst zu erweisen. Man muß ihn übrigens auch vorsichtig pflücken, denn er darf nicht gewaschen werden. Zu stark angewandt, gibt der Waldmeister der Bowle leicht einen Heugeschmack und erzeugt Kopfschmerz. Das Bereiten des Maiweins will eben doch verstanden sein, wie alle anderen gastronomischen Künste auch. Zu süß darf die Bowle auch nicht sein und schließlich fügt man ihr gerne eine Flasche Champagner bei. Was nun den richtigen Grad des Würzens anbelangt, so erreicht man ihn am sichersten, wenn man Wein in ein tiefes Gefäß besonders schüttet, den Waldmeister, Stiele nach oben, hinein stülpt und dann von dieser Essenz der eigentlichen Bowle so lange zusetzt, bis sie den gewünschten Stärkegrad erreicht hat. Auch hinsichtlich des Zuckers ist es gut, sich eine separate Lösung zu bereiten, weil man dadurch viel sicherer geht. Uebrigens kann man auch im Wmter Maibowle trinken, denn der Waldmeiste? wird getrocknet, in Tabletten gepreßt und mit Staniol bekleidet, m den Handel gebracht. Hat man selbst Gelegenheit, ihn zu pflücken, so schneide man also die dicken Stielenden weg, pflücke ihn rein, ohne Sand und Erde daran, und vor dem Blühen, trockne ihn auf einem Tuche ausgebreitet und bewahre ihn, in kleinen Säcken hängend, an trockenem Orte auf. Er schmeckt viel natürlicher, als der mit käuflicher Essenz hergestellte, weil eben zu der letzteren sehr oft die obenerwähnte Tonkabohne mit verwandt wird. Bei der Zubereitung macht man ebenso, wie oben angegeben, erst eine Essenz. Bezüglich der Zeit des Ziehens" merke man sich folgende Regel: Vom Mai an, wo 12 Minuten genug ist, rechne man jeden folgenden Monat eine halbe Minute ab. je älter dieKräuter, desto kürzer sollten sie ziehen, so daß für eine Neujahrsbowle 8 Minuten genügen würden. Der Waldmeister ist übrigens ein Aristokrat in der Verwendung zu Maiwein, denn schon im 15. Jahrhundert finden wir ihn in einem Kräuterbüchlein" als Herzfreyd" und später einmal als Herzfreund" erwähnt. Und das ist er geblieben, ein sorgenvertrei.bendes herzerfreuendes Kraut vorausgesetzt, er kommt mit dem gleiche Eigenschaften besitzenden Rebensafte und in kongenialer, fröhlicher Gesellschaft zu seinem Rechte. Rochimmer besser. Fräulein A.: Hch finde lange Verlobungen gräßlich." Fräulein B.: Na, ich finde Le immer noch besser alö aar keine." ,
