Indiana Tribüne, Volume 21, Number 243, Indianapolis, Marion County, 22 May 1898 — Page 10

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s INALUM APOTHEKEN : SS8 4 Sicherste Frenndschaftoprobe. Seit unsrer frühsten Jugendzeit, Weil innerlich verwandt. Verknüpfte uns in Freud' und Leid . Ein innres Freundschaftsband. Nie wich er von der Seite mir. Bis an der Erd End' Ging er wrch dick und dünn mit mir. Nichts gab's, was uns getrennt. Der Jugend Wettbewerb und Streit. Der Mannesjahre Pflicht, Ja. selbst die Lieb' zur selben Maid Rührt' an der Freundschaft nicht. ' Sei5 kurzem aber flieht er mich. Die Freundschaft ist dahin Seit jener Stund', in welcher ich Fünf Dollar ihm gelieh'n. Sem Ideal. Von Harry Nitsch. Oskar Biedermann stand vor dem Schaukasten des photoaraphischen Ateliers Malrinsky und starrte in stummer Bewunderung ein daselbst ausgestelltes Portrait an. Das Bild, ein größeres Pastell, stellte eine entzückende junge Dame in Heller, luftiger Sommerkleidung dar; die ganze Erscheinung selbst eine duftige Frühlingsknospe. Blaue seelenvolle Augen blickten lustig und schalkhast zugleich in die Welt, in zwei reizenden Grübchen auf den rosigen Wangen saß ein neckischer Schelm, während das blühende, fast zu kleine Mündchen einfach zum Küssen war. Diese Empfindung mußte auch Oskar beherrschen, denn er sah sich verstohlen um, und als er sich überzeugt hatte, daß Niemand ihn beobactete, drückte er seine Lippen sehnsüchtig und verliebt auf das kalte, theilnahmslose Glas. 1 Ja, er war verliebt, unrettbar derliebt in ein Gebild von Menschenhand. Armer Oskar, das war der Fluch seiner idealen Veranlagung! Während seine Freunde und Vekann!en zum Theil längst verheirathet oder verlobt waren, sie waren eben nüchterne Alltagsmenschen, krasse Realisten, und hatten das erste beste hübsche Lärvchen mit der nöthigen Mitgift geheirathet, suchte er immer noch das Ideal holder Weiblichkeit, welches seinen Ansprüchen genügen könnte, und wie es ihm in seinen Träumen vorschwebte. Da kam er eines Tages an demAusHängekasten eines wenig bekannten Vorstadtphotographerr vorüber, sah dort das voraeschilderte Bild der liebliehen blonden Maid, und sein Herz, seine Sinne waren rettungslos den lachenden blauen, aber ach. leider nur gemalten Augen verfallen. So war das Ideal, welches ihm vorgeschwebt; hätte er malen' können, er hätte sie in keiner Linie, keinem Zug anders dargestellt, als er sie hier vor sich sah. Tagtäglich ama er seitdem mehrere Mal an dem herrlichen Bild vorüber, täglich grub sich dasselbe fester in fein Herz ein, und tagtäglich wuchs seine Leidenschaft. Er ward sogar eifersüchtig darauf, daß jeder Vorübergehende das Recht haben sollte, das blonde Mädchen ungenirt zu begaffen. iStnes Tages betrat er denn kurz entschlossen das Atelier des Photographen und fragte den entzückt und diensteifrig herbeieilenden Meister: (sie yaden braunen in Ihrem Ka sten ein Pastelle Portrait, welches eine wunderbare Ähnlichkeit mit meiner verstorbenen Großmutter nein Schwester hat. ' .Wenn Sie dasselbe verkaufen wollen, "würde ich es wohl n ii ' ' erueyen. Ah, Sie meinen das Portrait der blonden jünger? Dame? Nun, wenn ich Ihnen damit einen Gefallen thue, würde ich es Ihnen eventuell verkaufen, vorausgefetzt, daß Ihnen der m-:9 ... C - JC I n rr - n vij muyi ijvu) S3 i mein bestes Reclamestück. Für zweihundert Mark würde ich es Ihnen abtreten! skar hatte ohne Weiaeruna fünfhundert Mark für seine heißgeliebte blonde Fee gegeben, so zog er denn schleunigst seine Brieftasche und legte dem vergnügt schmunzelnden Lichtkünstle? zwei Hundertmarkscheine hin. Können Sie mir das Bild noch heute in meine Wohnung senden?- fragte er dann. Er konnte die Zeit nicht erwarten, wo er 'das geliebte Bild unbeobachtet betrachten und küssen durfte. Gewiß, sagte der freudig lächelnde Meister, welcher den so unerwartet aekommenen Goldregen schleunigst eingesackt hatte, wo darf ich eö hinsenden?" Nach der Bülowstraße 98, parterre, Oskar Biedermann! Und noch eins, verehrter Herr setzte Oskar verstohlen und errathend hinzu, könnte'man den Namen und die Adresse der jungen Dame, welche das Bild darstellt, nicht erfahren?Hm, ich will einmal sehen, ob ich dieselbe noch ausfindig machen kann. Das Bild , stammt nämlich noch von meinem Vorgänger, ich habe das Geschäft erst vor einem Jahre aekauft.Der Meister schlug einen Folianten auf: Hier ist das Inventar verzeichnet. welches ich s. Z. übernommen habe.

Llya. Da ileyt'e?': Ein Pastell-Portralr, No. 97!" No. 97, ist das alles?" forschte Oskar enttäuscht. Allerdings. Weitere Angaben sinden sich hier nicht. Doch ich habe, wenn ich nicht irre, auch das Journal meines Vorgängers, darin müssen sich bei den Nummern auch die Personallen der Portraitirtcn finden!" Er suchte und brachte nach geraumer Zeit ein altes, staubiges Buch zum Vorschein. Da ist es. Also No. 97. Aha, das ist noch ganz vorn! Hier steht es ja: No. 97, Pastellportrait von Fräulein Eruestine Piffke, Lübbenau, Spreestraße 11; wohnt augenblicklich hier in der Grenadierstraße 92, drei Treppen, bei Frau Kochalske." Er sah Herrn Biedermann fragend an: Das dürfte wohl genügen?" Jawohl, danke sehr!" Er war indignirt über den so tvenig klassischen Namen, der zu dem Gesichtchen paßte, wie das goldene Halsband zu der? struppigen Dorfköter. Piffke! Grausames Schicksal, wie konntest Du dem süßen, holden Mädchen solch gräulichen Namen in die Wiege legen! Ich danke Ihnen, Herr Malrinsky," fuhr er dann laut fort, Sie senden mir iiso das Bild umgehend!" Im Sturmschritt eilte er daraus seiner Behausung zu, fortwährend die Worte: Piffke, Lübbenau. elf, Spreesiraße, hier Grenadierstraße 92, drei" vor sich hinmurmelnd. An der Ecke der Potsdamer- und Bülowstraße kam ihm ein Gedanke: Halt, ich sahre schnell zur Grenadierstraße und erkundige mich, ob sie noch dort wohnt. Unmöglich wäre es doch nicht! Er warf sich in einen Taxameter und eilte, so schnell als die pfastermüden Beine seiues Droschken - Happels es irgend erlaubten, der fernen Gegend zu. Doch im ganzen Hause wußte kein Mensch etwas von einem Fräulein Ernestine Piffke,. auch der behäbige Wirth nicht. welcher allerdings das Haus erst seit anderthalb Jahren besaß. So fuhr er denn etwas enttäuscht nach dem vornehmen Westen zurück. In seinem Zimmer angekommen,

stürmte er, noch mit Hut und Ueberzieher bewaffnet, an den Schreibtisch, über welches merkwürdige Gebühren die bezahrte Haushälterin ganz verdutzt den Kopf schüttelte. Hier 'warf er dann mit begeistertem, heiligem Eiser folgenden Brief aus's Papier: "Mein gnädiges Fräulein! Verzeihen Sie, wenn lch als Unbekannte? es wage, an Sie zu schreiben und noch dazu in einer Angelegenheit, die ebenso zart wie poetisch aufgefaßt sein will. Also nochmals, verzeihen Sie mein plumpes mit der Thür in's Haus fallen". Ich sah hier in einem photographlschen Atelier Ihr Portrait und. zürnen Sie mir nicht ob meiner Offenheit, dieses Bild hat es mir angethan, ich mußte mich rettungslos in dasselbe verlieben. Finden Sie meinen Schritt nicht zu kühn, und sind ie noch frei, mem verehrtes Fraulem, so gestatten Sie Ihrem ergebenen Sklaven, Ihnen persönlich sagen zu dürfen, was er dem Papier nicht anzuvertrauen wagt. Dringend und bald erbetene wenige Zeilen von Ihrer Hand werden zum Himmel, hoch jauchzend oder zum Tode betrübt machen Ihren ergebensten Oskar Biedermann." Er machte das Schreiben postfertig und besorgte es eigenhändig nach dem Postamt. Als er zurückkehrte, traf auch gerade das Bild der beliebten ein, welchem er sofort einen bevorzugten Platz über seinem Schreibtisch anwies, um es beständig vor Augen zu haben. Frau Holz, die getreue Wirthschaften, be trachtete ihren Herrn besorgt, sie hielt ihn für übergeschnappt, denn er bedeckte i . i ort 74 ?i c j- rr" oas looie Zlio mil gluyenoen Ztuen, da er sie in der Küche wähnte. Verlegen hielt er mit seinen Liebesbezeuauizen inne. als er ihre erstaunten Augen-auf sich gerichtet sah und sagte verlegen: Ja. ja, Holzchen, es stellt eine arme, früh verstorbene Enkelln von mir dar, welche mir sehr theuer war!" Was? Enkelin?" sagte sie verblllfft. Ja. waren Sie denn verheirathet und gar Großvater?" Ach Gott, ich meinte ja Tante." stotterte er verwirrt. Sie starb schon als kleines Kind!" Und dann ließ sie sich wohl alö achtzehnjähriger Geist spiritistisch malen?" entgegnete Frau Holz, lustig lachend und sich an seiner Verlegenheit weidend. Sie konnte sich ein wenig Vertraulichkeit bei ihm erlauben, da sie ihn schon seit seiner Kindheit kannte und ihm mehr als Freundin näher stand, als daß sie seme bezahlte Haushälterin war. Na, lassgj Sie nur gut sein, Herr Biedermann," meinte sie dann gutmüthig, es lst ja nur Scherz. Ich will mich nicht in Ihre Liebesge Heimnisse eindrängen. Wünsche Ihnen recht viel Glück!" Unter Hangen und Bangen vergingen Oskar die nächsten zwei Tage, er harrte mit Sehnsucht auf die Botschast der unbekannten Geliebten, und nur ihr bezauberndes Portrait konnte ihn einigermaßen über die peinigende Unruhe hinwegtrösten. Da endlich am dritten Tage hielt er ein kleines, stark nach Moschus duftendes Briefchen in der Hand. Er zitterte, als er es öffnete, doch ein Freudenschauer überrieselte ihn, als er las: Mein Herr! Ihr werthes Schreiben hat mich sehr beglückt. Ja. ich bin noch frei, und wenn das wahr ist, was Sie mir über Ihre Gefühle geschrieben haben, so sehe ich Ihrem werthen Besuche klopfenden Herzens entgegen. Inzwischen ver bleibe ich Ihre Ernestine Piffke. 1. Postskriptum. Ich bin gänzlich frei und zu jeder Zelt zu treffen. E.P. - 2. Postskriptum. Kommen Sie I oa:). D. .

Frau Holz. Frau Holz brüllte Oskar in hellem Entzücken, meine Lackschuhe, meinen schwarzen Anzug, meinen Cylinder, ein frisches OberHemd, meine Diamantnadel, aber schnell, ich muß verreisen!" Nanu, was ist denn los, Herr Biedermann," rief erstaunt die Gerufene, welche die gewünschten Sachen über dem Arm trug, Sie schreien ja, als wenn es brennte!" Thut es auch, liebes Holzchen, sehen Sie. hier brennt es," er zeigte auf die Gegend, wo sich anatomischen Kenntnissen gemäß sein Herz befinden mußte ich will mich verloben.Holz, chen." Ist nicht möglich, mit wem denn?" Mit der Dame dort oben!" Narni? Ich denke, das ist Ihre im kindlichsten Alter verstorbene Tante?"

Das war ja nur Scherz! Sie wird meine liebe, süße Braut." .Dann aratulire ick von aanzem Herzen, Herr Biedermann. Sie haben sie wohl sehr lieb?Äasend. laae ick bnen. 5olzcken. Doch nun besorgen Sie mir schnell eine Droschke, ich habe riesige Elle." Bald sak der verliebte Seladon im Zug und rollte dem kleinen Lübbenau entgegen. Dort angekommen. lieft er sich von einem kleinen Buben, welcher den mit Cylinder und Bratenrock angethanen, r n. , . r in, rf reinen zgcirn mu yisurisooucn Blicken betrachtete, nach der Spreestraße führen und trat bald darauf in das kleine Häuschen No. 11. Rechts war eine Thür, er klopfte muthia an und trat auf das von einer schrillen, . !t:x r l: c r. - : iuciuuu;cn vsliiilinc gciucnc jyciciu in ein mäßig großes, Niedriges Zim mer. Sein erster Blick fiel auf eine weiblicke Ersckeinuna. welche am Fenster gesessen hatte und sich jetzt bei seinem Eintreten erhob. Er mußte unwillkürlich lächeln, denn die Dame bot einen zu drolligen Anblick dar. Sie war in ein altmodisches, großgeblümtes Kattunkleid gehüllt, welches viel zu weit war und die maaeren. eckiaen Glieder in abmteuerlichen Falten umschlotterte. Lange, blonde Hangeloaen fielen auf den Nacken herab, und auf dem faltigen Gesicht lag ein Meer von Schminke und -Puder, die ursprüngliche gelbe, vertrocknete Hautfarbe mühsam verdeckend. Ein kräftiges, dunkles (schnurrbartchen gab oem Gesicht einen seltsam komischen, martialischer! Ausdruck, der mit den sanften, Wasserblauen Augea sonderbar contrastirte. Die Dame war das echte, unverfälschte Prototyp einer schrulligen, kleinstädtischen alten Jungfer. Pardon." nabm Oskar iekt das Wort, ich möchte zu Fräulein Ernestine Piffke, ich bin gewiß sehlgegangen?" .O nein, mein öerr flötete sie mit dünner, etwas eingerostet klingender r i . je r.rinm glimme, oas oin ica Er blickte sie entlent an und Cvrana unwillkürlich einen Schritt zur Thür zurück. Doch sie rief plötzlich mit freubig aufblitzenden Augen: Mein Gott. Sie ssnd aewift Serr Biedermann aus Berlin? Und ich lass Sie hier an der Thür stehen! Bitte, nehmen Sie doch Platz, mein lieber Herr Biedermann, hier auf dem runden Sessel, der andere wackelt em wenia. aber das Bolsier ist noch aut. Ich habe Sie mit schmerzlicher Sehnsucht erwartet, Herr Biedermann! Sie srno ein ganz gefährlicher Mensch, man sollte eigentlich Furcht vor Ihnen- haben." seufzte sie schmachtend. Jyr Brief bat es mir anaetban. ich habe die zwei letzten Nächte kaum noch geschlafen. Bitte, legen Sie doch Ihren Ueberzieher ein schöner Ueberzieher hierher!" Wa was?" unterbrach Oskar in fast sprachloser Verblüffung den Redefluß der Dame. Sie sind Fräulein Ernestine Piffke? Gibt es denn hier zwei Damen des -gleichen Namens? Das Bild, es hat es ist Sie junger " er schnappte naaz Luft. Nun. ich habe mich mit der Zeit ein wenig verändert," nahm sie in harmlosem Ton wieder das Wort, wenn auch nicht zu meinem Nachtheil. Man ist älter, gereifter geworden, würdig, die Lebensgefährtin eines braven Mannes zu werden. Gott, ich war ja damals noch solch' junges unerfahrenes Ding, als mich der junge Photograph malte, es sind wohl mehr als fünfzehn Jahre her. Der gute Willy, er war riesig verliebt in mich, aber dann heirathete er doch meine Freundin Martha." Ihr Gesicht verfinsterte sich, während sie diese Erinnerung zum Besten gab, doch bald fuhr sie wieder im alten lebhaftkindlichen Ton fort: Ich hielt mich damals bei einer Tante in Berlin für etliche Monate auf. sie ist jetzt todt. Gott habe sie selig. Entschuldigen Sie einen Augenblick, mein lieber, mein verehrter Herr Biedermann," sie nickt? dem ganz gebrochen und wehen Herzens auf seinem Sessel sitzenden Oskar verklärt zu ich will Ihnen in Täßchen Kaffee besorgen und bin sofort zurück." Oskar war entsetzt aufgesprungen. r fl . m.i-f..ii jc in seinem herzen war intuumuuii, huu fünf Minuten mit dieser fürchterlichen alten Jungfer allein sein müssen, hieß für ihn. nahezu verrückt werdend Bitte, bitte, bemühen Sie sich ja nickt " rief er Kastia. -ick muft eilends wieder zur Bahn, mein Zug fährt in zehn Minuten! Adieu. Er hatte bereits die Klinke der Thür erfaß!, während sie ihm enttäuscht zurief: Ach Gott, so eilig, Herr Biedermann? Da8 ist aber reckt, reckt trauria. ick backte. Sie wollten mir sagen. was Sie dem Papier nicht anvertrauen dürfen : kck kiake nickt nicktS mebr ZU sa i . jr ; , gen rief er geknickt. Ich entfage Allem!" -' .Ack!" mackte sie verblüfft. .Aber Sie kommen doch recht bald wiede

metn nettr Verr Btevermann, tch erwarte Sie " Wenn Sie älter und gereifter geworden sind," höhnte er in grimmer Verzweiflung, riß die Thür auf und entfloh unter Zurücklassung seines Ueberziehers den Lockungen der antiken Sirene. Er stellte seinen Sturmlauf auch nicht eher wieder ein, als bis er den Bahnhof erreicht hatte und in dem gerade zur Abfahrt bereiten Zug faß'. Zu Hau? angelangt, war seine erste rage: Holzckcn, haben Sie ein auteö Feuer in der Küche?" Jawohl! Wollen Sie sich vielleicht warmen, jetzt im August?" Nein. Aber ein Autodafe will ich veranstalten, meine Liebe! Stecken Sie einmal schleunigst das blondlockige Bild über meinem Schreibtisch da oben in das Feuer!" Was?" rief sie verblüfft. Das Bild? Ich denke, das ist Ihre Braut? Sind Sie denn nicht verlobt?" Wer? Ich? Verlobt? DaZ war ja nur ein kleiner Scherz von mir!" Na, Sie machen aber jetzt immer lauter merkwürdige Scherze. Herr Biedermann,? grollte die. alte, jreue Seele, während sie gehorsam das Bild von der Wand nahm. Liebes Holzchen," sprach Oskar dann schmeichelnd, braten Sie heute Abend etwas recht gutes zum Abendbrot, holen Sie auch ein paar Flaschen Veuve Cliqot auö dem Keller und temperiren Sie diese aut!" Aber, Herr Biedermann, . was ist denn das wieder? Wollen Sie schon wieder einen kleinen Scherz machen? Das wäre wirklich . nicht hübsch von Ihnen!" . Nein, nein. Holzchen, mir ist es nicht nach Scherz zu Muthe. Ich gehe heute Abend noch zu einem Begräbniß. Dazu gehört aber unbedingt. Feuchtigkeit. Meine dummen Ideale will ich begraben, denn eö gibt ja nichts Jdeales mehr auf dieser Welt. Was braucht der Mensch? Gut Essen und Trinken, wer mehr verlangt, ist ein Narr wie ich," setzte er leise hinzu. Sehen . Sie, Herr Biedermann, das ist doch mal was Vernünftiges. Und das Bild, soll fch es wirklich verbrennen?" Hm nein, lassen Sie es hängen, Hölzchen, es soll mir tm hvimfnVa

Menetekel sein, falls ich doch . wieder eine ideale Efelei begehen möchte." Leichenreden in Versen. Zu Anfana dieses 5kabrbundertS lebte im Jllerthal ein Pfarrer Michael Jung., ein Sonderlina ersten Ranaeö. aber ein braver Mann, dem nxgm seimmmm t .. f .1 V s, , ll .uivPirruiiF oe, Velegeriyeil einer Seuche ein mit dem persönlichen Adel verbundener Orden verliehen war. Seine Leichenreden machten nicht den tröstlichen Eindruck, den er wünschte; er kam deshalb auf den Gedanken, die Musen der tragischen Dichtkunst und des Gesänge. Polyyymma und Euterpe. zu Hilfe zu rufm, brachte seine Grabreden in Verse und sana solche zur Guitarre am Grabe ab, bis ein Verbot seiner Oberen dieser Art der Bestattuna ein Ende mackte. Wniae Proben mögen den Lesern den Charakter der Juna'schen Trauermuse veran swaultaxn: An dem Grabe e neö ManneS, der dadurch verungtlickre, daß die Spitze eines Schirmes ihm ins Auge gedrungen, schildert er, wie alle Kunst der Aerzte vergeblich aewesm: Weil letder nahm die Hirnentzunduna Unwidersteblick Uberband. Wodurch am Ende die Verbindung ' Der Seele mit dem Leib entschwand." Alö ein Mädchen durch übermäftigeö Tanzen sich den Tod geholt, singt er warnend: ES tanzen ja die Weisen auch. Doch nur sich langsam drehend, Sie tanzen mit Vernunstgebrauch Und nur vorübergehend " Einer in der Residenz an der Cholera verstorbenen Sänaerin, die ihre Beerdigung in der Heimath angeordnet hatte, widmet er folgenden Nach.' ruf: Sie traf die weitesim Distanzen, .. Sang tief hinab und hoch hinaus Und löste alle Dissonanzen In süß Harmonien auf! DaS ES und FiS, auch Moll und Dur Ward ihr zum leichten Spiele nur!" Dann zu den sittlichen Gefahren der Theaterlausbahn übergehend, tröstet er durch Hinweis auf solche die Leidtragenden über en frühen Tod der Verblichenen, mit den Worten schließend: So daß die Cholera sogar Für sie daö Allerbeste war Eö , konnte nicht ausbleiben, daß, ver solche Reime gehört hatte, erheitert und mithin auch getröstet den GotteSacker verließ. . Voö yaft Neffe: Ich begreife nickt, wie ich diese Nacht aus 'der Treppe daS Portemonnaie verlieren konnte!" Onkel: Nun. vielleicht hast Du mit den Beinen nach oben gelegen!" Ein Held. WaS macht sich Herr Meier nur so viel mit seinem Papagei zu schaffen?" Er will dem Vogel lbeibringen, daß der zur Schwieaermutter Drabe" . taem soll." mu Jedermann sagt so. Cakearetß Candtz Cathartic, die wundervollste medizinische Entdeckung dek' Zeitalters, angenehm ud erfrisehend im Seschmack, wirkt sanft und sicher auf Nieren, Leber und Cingedeide, daö ganze System , reinigend,. entfern! Erkältung, kurirt Kopfweh, ssieber, anhaltende Verstopfung und Unverdanlichkeit. Kaufen und versuchen CU eine Ochachtel von C. C. C. beute; 10, Zö. und.so Centö. verkauft und Heilung garauurt den nen upetyeren

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