Indiana Tribüne, Volume 21, Number 237, Indianapolis, Marion County, 15 May 1898 — Page 6
Zurver und Dynamit. In dem pittoresken Hügellande 'welches die User des Brandywme im Duodez-Staate Delaware bildet, liegt ein kleines Gemeinwesen, das der Außnwelt von dem düsteren Nimbus des Unheimlichen bekleidet erscheint; es smd The Banks" mit den Dupont'schert Pulver- und Dynamit - Fabriseit, wo an sieben Achtel aller Explosivstrkfe in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. In der gegenwärtigen Zeit, da Pulver ein sehr begehrter Artikel ist, haben jene Etablissements, die Onkel Sams Hauptbezugsquellen sind, eine ganz hervorragende Bedeuhing. Trotzdem The Banks" nur 1 Meile von Wilmington belegen sind, unterhalten ihre Bewohner mit dieser Stadt so gut wie gar keine Beziehungen. Wie die Familie Dupont im Staate Delaware die Aristokratie repräsentirt, so besteht zwischen ihren und anderen Arbeitern nicht die ge-
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L a m o t t e, Alexis, Eleuthere J. Dupont. rrinaste Gemeinschaft. Dort bewahrheitet sich das Sprichwort: Wie der Herr, so der Knecht" noch in vollem .Umfange. Um diese eigenthümlichen Verhältnisse verstehen zu können, muß man den Blick beinahe um ein ganzes Jahrhundert rückwärts werfen. Durch die revolutionären Ereignisse aus seinem Vaterlande vertrieben, - suchte der Franzose Eleuthere Irene 'Du Pont de Nemours in der neuen Welt eine Zufluchtsstätte und im Jahre 1802 lieb er sich mit anderen FlüchtGingen an den Ufern des Brandywine nieder, wo er seinen Lebensunterhalt :rnit der Herstellung von Schießpulver .erwarb. Die kleine Pulvermühle. 'welche die französischen Flüchtlinge bauten, bildeten gewissermaßen den Grundstein der berühmten Dupont'schen Etablissements. Die Familie Dupont wuchs und mehrte sich und im Laufe der Jahre gelangte sie zu ungekzeurem Reichthum, der zuverlässigen Schätzungen zufolge heute sich auf min'bestens 100 Millionen Dollars beläuft. Von Anfang an haben die Dupont's sich sehr reservirt gehalten, und diesem Beispiel sind ihre Arbeiter gefolgt. Wiewohl sie sozusagen vor den Thoren 'von Wilmington wohnen, sind sie in dieser Stadt Fremdlinge. Seit Generationen verheiratheten sich die Söhne .und Töchter der Pulvermacher ausschließlich unter einander und die herangewachsenen Knaben erlernen in der 'Fabrik, wo ihre Väter durch eine Ex!plosion vielleicht in Atome zerrissen "worden sind, dasselbe gefährliche Gelverbe. Sie haben ihren eigenen Club, .ihre eigene Kirche, ihre eigenen VerFügungen und ihren eigenen FriedHof, wo mancher wackere Mann, in 'Fetzen zerrissen, dem Schooße der Mutter Erde übergeben worden ist. Für die Angehörigen der Familie Dupont haben die Pulvermacher absolut unbe.grenztes Vertrauen, denn trotz ihrer -ungeheurenReichthümer sind die männlichen Dupont's ohne Ausnahme in den Pulvermühlen thätig und theilen znit ihren Arbeitern alle Gefahren. Der vk'''. - Arbeiterhäuser. reiste Dupont baute für sich sowie seine Gefährten an den bewaldeten Ufern des historischen Brandywine Häuschen und aus diesen hat sich die pittoreske Colonie entwickelt, die heute etwa 700 'Bewohner zählt. Eigentliche Straßen -gibt es in The Banks" nicht. Hier sieht man eine kleine, schmucke Cottage auf -dem Gipfel eines Hügels, dort steht ein Häuschen unter alten Bäumen .versteckt, während ein drittes von einem 'steilen Abhang auf die ruhigen Wasser 'des Brandywine hinablugt. Fußpfade führen von Haus zu Haus, gehören doch alle Mitglieder einer und derselben Arbeiterfamilie an. deren Haupt die Familie Dupont bildet. Früher Bestand die Colonie zum arößten 'Theile aus Franzosen, diese sind aber im Laufe der Jahre zum großen Theile Qusgestorben und durch Jrländer erUM. Die Pulvermacher, ohne Aus nähme frische, kräftige Menschen, sind Gegen die sie bei der Arbeit umgeben vcn Gefahren vollständig abgestumpft und Hantiren die Explosivstoffe mit absoluter Sorglosigkett. Daß die groß ,ten Vorsichtsmaßregeln beobachtet wer den, um Explosionen zu verhüten, ist ' selbstverständlich. Niemand, welcher die Werke betritt, darf ein Feuerzeug der Ei''engegen stände bei sich tragen: selbst Stiefel mit eisernen Nägeln sind streng verpönt, da diese einen Funken .veruriachen und dadurch un agliches Unheil herbeiführen könnten. Merkvürdigerweise sind alle Pulvermacher
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eingefleischte Raucher. Während der
Mittagspause verlaßt em Jeder die unheilvolle Umgebung der Fabrik und holt aus einem Versteck die geliebte Pfeife hervor, um unaufhörlich zu paffen, bis die Glocke wieder zur Arbeit ruft. Wie ihre Arbeitgeber, kennen die Arbeiter keine Furcht, und die I ,r.. i MW C l u b h a u s. Ersteren müssen furchtlos ,sein. da sie die Fabrikation sowie den Versandt aller Explosivstosse selbst überwachen. Die Duponts sind ihre eigenen Chem:ker. Ingenieure und Superrntendenten, denn sie wollen keinem Fremden die Fabrikationsgeheimnisse verrathen und sind deshalb gezwungen, alle Gefahren mit ihren Arbeitern zu theilen. Das gegenwärtige Haupt der Familie und Firma ist Eugene Dupont; als Ober - Ingenieur funairt Francis G. Dupont; das chemische Laboratorium wird von Dr. Alexis I. Dupont geleitet; Pierre und Francis Dupont stehen an der Spitze der Dynamit- und Nitroglycerin - Werke; Charles I. Dupont überwacht das Verpacken und Versiegeln der Explosivstoffe in Blechbuchsen und Kisten, und Col. Henry A. Dupont hat den Versandt des Schießpulvers unter seiner Controlle. Daß mehrere Mitglieder der Familie ihren Tod bei de: Arbeit gefunden haben, kann durchaus nicht befremden. Der erste Dupont, welcher bei einer Explosion in den Werken sein Leben verlor, war Alexis I. Dupont, der Sohn des Begründers der Fabrik. An einem Sommerabend des Jahres 1857 wollte er mit mehreren Arbeitern im Mischraume eine schwere Kiste aus gelbem Fichtenholz fortbewegen, als dieselbe m s Gleiten gerieth und durch die Reibung auf dem Fußboden ein Funken in die Höhe sprang. In einem Augenblick war der Raum em wahres Flammenmeer und Alexis rief den B r e ck's M i! h l e. Männern zu, ihm zu folgen. Alle gewannen das Freie und warfen sich in den tiefen Mühlenbach, wo sie momentan sicher waren. Von dort aber gewahrte er zu seinem Entsetzen, daß brennende Holzstllcke von dem Mischräume auf das Dach eines mehrere Tonnen Pulver enthaltenden Gebäudes fielen, und trotz der furchtbaren Gefahr und ungeachtet aller Abmahnungen der Arbeiter wollte er eine Explosion verhüten. Er kletterte auf das beinahe durchgebrannte Dach und, durch fein Vorgehen angespornt, trugen die Arbeiter Wasser zum Löschen herbei. Leider waren die Löschversuche vergeblich; das Feuer erreichte das Pulver und Alexis Dupont 'wurde durch die Explosion mit solcherGewalt fortgeschleubett, daß er wenige Stunden spater unter furchtbaren Schmerzen seinen Geist aufgab. Lamotte Dupont fand bei einer Explosion der Dynamit- und Nitroglycerin - Werke im März des Jahres 1884 seinen Tod. Während er bei der Arbeit war, stürzte ein Mann herein und rief ihm zu, sich schleunigst durch die Flucht zu retten. Aber Lamotte Dupont war nicht auf seine eigene Rettung bedacht, sondern er that Alles, was in seinen Kräften stand, um das drohende Unheil von dem Etablissement und den in demselben thätigen Leuten abzuwenden. Aber die Explosion kam doch und Lamotte wurde vollständig zerrissen. Die größte Explosion, von der die Pulverfabrik heimgesucht wurde, fand am 7. October 1890 statt, bei welcher 13 Männer sowie eine Frau ihren sofortigen Tod fanden, während 22 Männer sowie 9 Frauen schwer verwundet wurden. WoottenHall. Für einen Fremden ist es ein Ding der Unmöglichkeit, Zutritt zu den Du pont'schen Etablissements zu erlangen und diese Pulverkönige herrschen über denselben so absolut, daß der Coroner von Wilmington selbst bei den furcht barsten Unfällen keinen Zutritt findet. Die Ueberbleibsel der unglücklichen Opfer werden gesammelt und von diefem außerhalb der Werke in Augen schein genommen. Die Verwundeten werden der Fürsorge der Dupont'schen Aerzte übergeben, an die Stelle der Getödteten treten neue Arbeiter und die Thätigkeit beginnt von Neuem. Die m den Werken thatigen Leute be bachten über die dortigen Vorgänge das tiefste Stillschweigen und sind durch Nichts zu bewegen, irgend welche
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Mittheilungen zu machen. Um in ihr einförmiges Dasein Abwechslung zu
bringen und ihnen m ihrer Jsourthelt Zerstreuung zu verschaffen, haben die Dupont's für ihre Arbeiter den Brandywine - Club in's Leben gerufen. Als Clubgebäude dient die Villa des verstorbenen Gen. Henry Dupont. die etwa eine Viertel Meile von den Arbeiterwohnungen belegen ist; mit diesem kann sich kem Clubhaus m ganz Delaware messen. Ein aus 18 Arbeitern bestehendes Orchester, als dessen Dirigent Alfred L. Dupont fungirt, sorgt für die musikalische Unterhaltung und in der historischen Breck's Mühle" dient ein geräumiger Saal für die Abhaltung von Tanzvergnügen und theatralischen Aufführungen. An Unterhaltung fehlt es somit den Bewolznern von The Banks Nicht und diese haben trotz der Gefahren, in denen sie bei der Arbeit fchweben, von ihrem Leben vielleicht mehr Genuß, als die Mehrzahl der Menschen, welche im Schweiße des Angesichts ihr Brod verdienen müssen. Ter erste Sieg. Der Ruhm, in dem aeaenwartiaen Kriege mit Spanien die ersten Lorbeeren verdient zu haben, gebührt dem Commodore George Dewey, welcher mit seinem Geschwader der spanischen Flotte in der Bai von Manila eine vernichtendeNiederlage beigebracht hat. Commodore Dewey, welcher 61 Jahre alt ist und aus Vermont stammt, trat im Jahre 1854 in die Marine - Akademie zu Annapolls ern und wurde am 19. April 1861, 8 Tage nach dem Beginn der Beschießung des Forts Sum ter, zum Lieutenant beföroert. Seine Commodore Dewey. Feuertaufe erhielt der junge Officier aus der alten Schaluppe Mississtppt unter Farragut zu Beginn des Vürgerkneges. Im Marz 1865 wurde er zum Lieutenant - Commander befördert und diente als solcher auf der berühmten Kearsarge". Nach dem Kriege fand er in verschiedenen Dienstzweigen der Marine Verwendung. Seme Beförderung zum Commander erfolgte im April 1872, zum Captain im September 1884 und als Commodore befehligt er das asiatische Gefchwader seit dem Januar dieses Iahres. Falsch verstanden. fcsf Bauer (zu'seinem Sohn, der von der Universität zurückgekehrt ist): Sag' emol, mit weller Not' hoscht denn 's Exama' b'standa?" Studiosus: Mit großer Noth!Ein sensibler Magen. Warum macht denn der Herr immer den Umweg, und geht nicht direkt über den Markt?" Ja, wissen Sie. der hat einen so schwachen Magen, daß er immer gleich Magenkrämpfe bekommt, wenn er nur die fetten Gänse dort sieht!" Vor dem Examen. Ich habe furchtbares Kanonenfieber. Weißt Du ein gutes Mittel dagegen?" Na türlich: ein' Kanonenrausch." Der S t a m m g a st. Alter Stammgast (der seinen Platz besetzt findet): Kellner, was ist das für ein Anarchismus?!" Eine negative Größe. Mathematikprofessor: Was, Emilie, den langen, dünnen Baron mit seinen ungezählten Schulden möchtest Du heirathen? Der Mensck ist ja das Fleisch und Blut gewordene Minuszeichen. Zukunftsbild. Frau (im angeheiterten Zustande um Mltter nacht nach Hause kommend, zum scheltenden Gatten): Lass' die Gardinen vrediat bei Seite, lieber Mann. Wir haben heute beschlossen, daß die Män ner künstig alle 14 Tage einmal mit in den Club gehen dürfen, wenn sie ver nünstig gewesen sind. Jetzt steb 'mal auf und hilf mir in's Bette!"
ßin Zdiot als König.
Seit lanaer Äeit mm ersten Male dringen in der Form eines amtlichärztlichen Berichts genauere Nachrichten über das körperliche Befinden jenes beklagenswerthen Mannes in die Oefsentllchkelt, der, ohne es zu wissen, seit dem vor 12 fahren erfolgten tzselo tmorde seines Bruders Ludwig II. Könia von Bayern ist. Auf alle Anfragen in der Kammer hatten die Mimster stets die gleiche Antwort bereit, dak nämlich tron nahezu völliger Geistesumnachtung der vegetative Gesundheltszustand des jetzt funfzigzahrlgen Mannes andauernd gut sei. In priVater Unterredung mit den wenigen Eingeweihten erfuhr man dann wohl außerdem noch, ein Minister ode: sonstiger hoher Staatsbeamter habe bei den alliakrllch einmal stattfindenden Besuchen den Eindruck bekommen, als ob der König sich dunkel seiner Persönlichkeit entsinne. Wer zu dem einige Stunden südlich von München an der Straße nach Starnoerg gelegenen Schlößchen Fürstenried gepilgert, erblickt vor dem Haupteingang militäriKönig Otto. sche Ehrenposten und ein paar aufund abgehende Schutzleute. Im Uebrigen verwehrt eme hohe Mauer den Einblick rn den das Schloßchen umgebenden großen Park. Selbst die das Dörfchen Fürstenried bewohnenden Bauern behaupten, den geisteskranken König niemals zu Gesicht bekommen zu haben. Sehr schwer ist es, festzustellen, vb die vielen, zumTheil schaurigen Angaben über die Art, wie sich der Wahnsinn des Königs äußerlich ausprägt (Laufen auf allen Vieren. Pflücken von Erdbeeren mit dem Munde, stumpfsinniges Dahinbrüten und dergl.), auf Wahrheit beruhen oder nicht. Sicher ist nur, daß. ähnlich wie in den letzten Jahren bei seinem Vruder, jedes Gefühl für die Sauberkeit und die uns geläufigen Formen bei der Nahrungszusuhr abgestumpft oder verschwunden ist. Infolge der völlig mangelnden geistigen und der auch aus große Schwierigkeiten stoßenden korperlichen Bewegung ist die frühere Magerkeit des Königs Otto in ihr gerades Gegentheil umgeschlagen. Aber soweit arztliche Untersuchung dies festzustellen vermochte, waren bisher alle Organe außer dem Gehirn als gesund befunden worden ..... PrZnzregent Luttpol d. Als vor zwölf Jahren die Regentschaft eingesetzt und dem Prinzen Luitpold übertragen wurde, nahmen viele an, daß dem irrsinnigen König unmöglich ein langes Leben beschicken fein könne. . Von Jahr zu Jahr mehr aber gewöhnte man sich an den Gedanken, daß König Otto den jetzt 77jährigen Regenten und vielleicht sogar dessen ältesten Sohn, den jetzt 53jährigen Prinzen Ludwig überleben werde. Einer Uebertragung 'der Königswürde auf die Person des Regenten widerstrebte dieser selbst, während Prinz Ludwig, dessen Stellung als Thronfolger in jeder Hinsicht eine bessere geWesen sein würde, von Anfang an an ders gedacht zu haben scheint. Aber die Regierung trug Belenken, eine naturgemäß mit großen Mehrforderungen verknüpfte Vorlage vor den Landtag zu bringen. Hätte der Landtag selbst, was aber niemals geschehen ist, die Initiative ergriffen, so würde Prinz Ludwig. Prinz Luitpold zu Anfang der Regent fchaft schwerlich widerstrebt haben. Allmälig aber haben sich Regent, Hof V m.!....u i l r" uno yugicmng, oerari IN oie ansang lichen Verfassungs- Form- und Fi nanzschwierigkeiten einer langwährenden Regentschaft hineinaelebt. daß zur Zeit eine Aenderung dem die Geschicke Bayerns leitenden Regenten wohl eher unbequem, als erwünscht sein würde. Uebrigens würde, wenn König Otto das Zeitliche segnete und Prinzregent n..!ii.-.fw rr' . rn . . aiuuyuiv uma von zayern rouroe, i
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gend welche wesentlicheAeuderung nicht eintreten. Blos insofern würden, nachdem das Gepränge der Krönung verrauscht wäre, neue Verhältnisse eintreten, als sich der Landtag mit manchen Dingen beschäftigen müßte, die bisher wegen der Fiktion, als ob unter der Regentschaft eine Verfassungsabänderung unstatthaft fei, in den Hintergründ verdrängt worden sind. Der gescheidte Tyras.
ts. j&Xkl Das bessere Theil. ;3?jl?i IXk Wi i '(vn Sn Emma (stolz): Ich war längere Zeit Hörerin einer Hochschule!" Martha (stolzer): Und ich war gestern Hörerin eines Heirathsantrages!" Im Museum. .Du, Vater, wer sind denn die da? Die Eine is die Anna und die Ander' die Venus von anno dominir Hausherrn - Logik. Weißt Du schon, Kathi, daß unser Hofrath in der ersten Etage Excellenz geworden ist? Den müssen wir sieigern!" Schon wieder?" Nun, er kann doch nicht für das gleiche Geld in einem Hause sein, wo Excellenzen wohnen, wie in einem, in dem nur Hofrathe logiren!" Heutzutage. Herr: ....Und darf ich fragen, Gnädige, ob Ihr Herz noch frei ist?" Dame: Mein Herz ist frei, aber meine Hand nicht mehr." Wichtiger Punkt. Arzt zum Hausbesitzer, dessen Frau erkrankt ist: Noch eine Frage, ehe ich die Diagnose feststellen kann, wann haben Sie Ihrer Frau das letzte Kleid gekauft?" Die patriotische Koch i n. Aber Anna, Sie haben tohl gar zwei Soldaten als Schätze?" Ach, Madam, für meinen Patriotismus reicht einer nicht aus!" JmZaubertheater. Bescher: Ich werde jetzt eine Dame von offener Bühne verschwinden lassen .. würde sich vielleicht eine von den geehrten Besucherinnen zu diesem Experiment hergeben?" Herr (aus dem Publikum): Bitte, nchmenSie hier meine Schwiegermutter!"
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Auf Schmuggrcrwegen. Wenn durch die Gesekaebuna eines
Staates der Preis der cinaefübrten Waaren durch Zölle wesentlich erhöht wiro, o liegt darin ein starker Anreiz für die Grenzbewohner, durch den Schmuqael sich einen unrecktmakizeu Handelsgewinn zu verschaffen. Einen romantljchen Anstrich erhalt das lichtCva Gewerbe der Schmuggler in solGrenzgebieten, wo die Nu? selbst :c.;; freien V:r!el'r Hindernisse enta:ge" stellt Hai. also in Gebirgöländern, :c in den Pyrenäen oder in der Schweiz. Unsere Abbildunaen aus dem Schmugglerleben beziehen sich auf die französisch - schweizerische Grenze am Juragebirge; zu ihrer Erläuterung bedarf es nur weniger Worte. Troz der unablässigen Ueberwachung durch achtunddreikia Bataillone französischer Zollwächter wird der Schmuggel auf großartige Weise getrieben. In der dreißig ZUlometer breiten Grenzzone üben die Schmuggler eine Art Schrecker.Sherrschaft aus. Groß ist ihr Einfluü auf die Bevölkerung die sie durch Geld und Drohung zu Mitwissern und Mitschuldigen gemacht haben. '"H 9?Wi!7?7' Vta, ' ."Jltir. 5-.?,' An der Grenze. In einer Entfernung von zwei Stunden vom schönen und großen Dorfe La Ehaux-de-Fonds. bekannt und berühmt in der ganzen UhrmacherWelt, fließt der Doubs in einer romantischen Schlucht, die auf beiden Seiten von tausend und mehr Fuß hohen, mit von Laub- und Nadelholzwäldern bekränztn Felsen eingeschlossen ist. Das eine unsrer Bilder führt uns dahin. an vom Mondlicht beleuchteter Stelle unterscheidet man genau das Fahrzeug und seine Insassen. Den Gewinn seines Unternehmens bercchnend, raucht der Schmuggler gemüthlich seine Pfeife und betastet den Mantel eines seiner Hunde. Vermuthlich hat der Winkelkrämer in La Chaux-dc-Fonds die zehn Pfund Tabak, welche der Panzer des Thieres enthält, nicht gehörig zusammengedruckt. Bon den andern Vierfüßern, die der Mensch durch Dressur zu seinen Gehilsen he: angezogen hat, birgt der eine in seincr Hülle Streichhölzer und Kaffee, der andere Spielkarten und Zucker, ein dritter Schießpulver und ein vierter Alkohol, lauter hochbesteuerte Dinge. Sobald das Boot an s franzosisch Ufer gestoßen ist, verlassen es die Hunde, umgehen auf Ziegenpfaden die stellen Felspartlen, springen über Stock und Stein und welchen sortway reno den von den jouwaaztern z:spannten Drahtnetzen und gelegten Schlingen aus. Dabei kommt diesen Thieren namentlich der feine GehörSchmuggler mit Hunden. und Geruchsinn zu statten, womit sie die wachsamen Spurhunde der lauern den Zollbeamten wittern. Während so die intelligenten Träger der verbotenen Waaren geraden Weges nach Le Grand-Combe des Bois zu dem Mitwisser des Schmuaalers eilen, wandert der Schmuggler auf der Landstraße und entrichtet am Zollamt mit der unschuldigsten Miene seine wenigm Centimes Zollgebuhren sur ewige veokuchen, die er seinen Kindern nach Hause bringt. Sobald er die Zollstation im Rücken hat, lacht er in's 5?äustcken bei dem Gedanken, daß er in demselben Augenblick die etwa 300 Francs verdient" hat, mit welchen die von seinen Hunden geschmuggelten Waaren hätten verzollt werden sollen. Eine oefäbrlickere Situation stell: unser zweites Bild dar. Die beiden Schmuggler haben einen Seitenweg :i i.it.i,-YY . gewaytt, um iyren mu ucuivuucu Maaren beladenen Schlitten vor der Neugier der Zollwache zu bewahren. Sie sind schon nahe der Grenze, einige Minuten rascher ??akrt nvA und sie haben dieselbe hinter sich da taucht plötzlich die grüne uniform Mit rothen Streifen, der blaugraueSoldatenmantel des Grenzwächters auf. Er ruft ihnen das Öatt!" zu. aber sie wissen. was auf dem Spiele steht, und peitschen auf das Pferd los, unbekümmert um den Revolver des Wächters. Vielleicht trifft er einen von ihnen oder das Vferd aleimvttl. wenn nur Pferd nicht sofort zu Tode getroffen wird, seine Kraft noch ausreicht, um die Insassen aus dem Bereich der Grenzwache zu bringen. Denn nicht um einen Kamvf auf Leben und Tod ist es ihnen zu thun, der kühnste, waghalsigste Schniuggler vergießt nicht gern Blut. R i p p e n st o ß. Mutter (zum schüchternen Besuch, aus dem die 2och ter nickt wissen, was sie machen sollen): Nur nicht schüchtern, Herr Fleckerl, nur nicht schüchtern, thun S' nur grad als ob S' auf der Brautschau waren dann thauen die Mädels gleich aus!'
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An die Fust gesetzt. : ) Humoreske von A. Goedecke. Ein Original war Bäckermeister Hentrich in Teighausen. Die Nacht war bei ihm zum Tage gewzr'oe. Am -Tage schlief Meister Hcntrich wie ein Murmelthier und keine cht der Erde konnte ihn erwecken; um 10 Uhr Nachts stand er auf und ginz an die Arbeit.
Heute war aber ein Ereianik eingetreten, welches unseren Meister allem Anscheine nach wieder den größten Theil seinesSchlafes zu rauben drohte. 'aus der zwei Stationen entfernten Kreisstadt ,hatte er eine g:richtliche Vorladung erhalten, welche lbm im Falle seines Nichterscheinens mit dreihundert Mark Strafe eventuell seckä Wochen vast bedrohte. Was war da zu machen? Dreibundert Mark das war doch bitter. Also machte sich Meister Hentrich frübmorgens, anstatt schlafen zu gehen, unter rummen und Schelten aus die Schlechtigkeit im Allgemeinen und die der Berichte noch im Besondern reisefertig. Halb im Traume lanate er im Bahnhöfe an, wo schon der Zug bereit stand. Schleunigst wandte er sich an den Schaffner, gab demselben ein gules rrnkgeid, wosur r ,ynt tn Coupee allein überlassen müßte. Dann schärfte er ihm noch ein. ihn ia in Ottershuusen zu wecken und da dasselbe nicht so leicht sei. solle er ibn ohne sich zu besinnen Hinaus werfen. Ein schriller Vfiff und der 5Zua setzte sich in Bewegung. Zwei Minuten später kündigten die rollenden .one an, dafe Gott Morpheus ihn sanft umfangen hatte. Einen Wagen weiter san der Weinreisende Schwammlich im Stillen seinen Prosit berechnend. d:n er hatte, wenn er zwei Stunden früher in Trinkburg ankam wie sein Eoncurrent, der immer des Morgens nicht aus den Zedern kommen konnte und nun den zwei, stunden später fahrenden Zug erst benutzen konnte. Das eintönige Pusten der Locomotive und die freudiae Aussicht auf den zu erwartenden Profit verführten schwammlich ein kleines Schläfchen zu ver uchen. umsomebr. da er ia der Trinkburg noch drei Stunden Zeit hatte. Station Ottersbausen. eine Minute!" rief der Schaffner rasch von Coupie zu Coup6e eilend. Schon rief der Zugführer sem fertig, als der Schaffner an Hentrich dachte. Donnerwetter halt!" rief er, eilte zu dem Wagen doch wie es denn so gebt, in der Eile verwechselt er den Wagen und Packte Herrn Schwammlich ohne zu rufen in's Genick und krach! lag derselbe auf dem Perron dem sich lang-, sam entfernenden Zug verwundert nachblickend. Als derselbe seinen Blicken cntschwunden war, kam Leben in unseren Schwammlich. Hilfe. ich bin bestoh len!" schrie er aus Leibeskräften. Der Stationsvorsteher eilte herbei. Verwundert den sich seine Hüfte reibenden Schwammlich fragend, was denn das alles zu 'bedeuten habe. Mein Gepäck mit Inhalt und sechshundert Hundertmakscheine, sowie einige Goldstücke ist mir gestohlen vom Schaffner, derselbe hat mich hinausgeworfen und nun sucht er das Weite. Schleunigst flog ein Telegramm nach der nächsten Station bei Ankunft des Zuges den Schaffner sofort zu verhaften, auch das Gepäck schleunigst zu rückzusenden. Dieses wurde denn auch mit großer Pünktlichkeit in's Werk gesetzt. Zwei Polizisten nahmen den verblüfften Schaffner in Empfang und ohne auf seine Vertheidigung zu hören, brachten sie ihn nach Nummer Sicher. Nach drei Stunden langte der Zug auf der Endstation Trinkburg an und wurde in ein todtes Geleis qefahren, um am Abend zur Rückfahrt benutzt zu werden. Als der Tag sich neigte fanden die Beamten beim Einrangiren der Wagen Meister Hentrich noch immer sanft schlafend vor. Da durch die Verhaftung des Schaffners die Geschichte schon kundig geworden war, war die Lösung des Räthsels, wie der Mensch in den Wagen kam, nicht schwer. Meister Hentrich mußte dreihundert Mark Strafe zahlen, dem Reisenden Schwammlich dafür, daß derselbe Trinkburg zu spät erreichte hatte, seine Verluste ersetzen, dem Schaffner fü: seine unschuldig erlittene Haft ein schones Schmerzensgeld und selbst für die zu weit gefahrene Strecke eine ganz ansehnliches Sümmchen nachzahlen. Zu Hause angekommen, verschwor er sich hoch und 'theuer, sich zur Ruhe zu setzen und sein Leben in der behaglichen Stellung ein Rentiers, der Nachts schläft und cm Tage wacht, zu beschließen, welchen herrlichen Gedanken er auch baldigst ausführte. Verdächtig. Frau: Denke Dir, diesen Nachmittag hatte ich das Unglück, mich auf eine frischgestrichene Bank zu setzen; mein ganzes Kleid ist ruinirt!" Mann: Da werde ich Dir wohl oder übel ein neues kaufen müssen!" Frau (erfreut): Ach ja. Männchen, ich habe mir gestern fchon eins ausgesucht!" So sind sie. A.: Warum besteht denn die Frau als Klägerin darauf, daß auch Fräulein Meier als Zeugin vernommen wird?" B.: Ach, sie will sie durchaus mit ihrem Alter blamiren!" Summarische Auskunft. Herr: Wann steht Ihr denn des Morgens auf?" Bauer: Wenn die Hähn' und mei' Alte anfangen zu krähen." Aus der Jnstructionsstunde. Unterofficier : . . . Der Friede ist ja blos dazu damit im Kriege Alles klappt'
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