Indiana Tribüne, Volume 21, Number 237, Indianapolis, Marion County, 15 May 1898 — Page 4

Zndisns Äridüne. Erscheint Täglich und Somnaz,

Die tägliche Tribüne- kostet durch den Xxlsci J Senil per Woche, die eotaaS..rribüeS Ztntt per Woche. Beide ,usa'en IS TeatS Icj tt Cent per kt. Per Psft uherhalb bei ub geschickt 1 radkthlng V pe, v)l. Dfliti 18 Süd kllabams Cxxalu Indianapolis, Ind., 15 Mai 1898 FMlG-Mudmi. Also rund $4,500 beträgt daö Defizit US Mai-MusikfesteS. Daö ist ein bedauerlich großes Defizit, so groß daß eS faft entmuthigend ist. Außer dem Defizit an Geld brachte daS Musikfest aber noch ein anderes Defizit, nämlich ein solches an Enthusiasmus und daS ist noch bedauerlicher. Nun glaube ich wohl, daß die Stimmung wegen des KliegeS im Allgemeinen eine gedrückte ist. Die Geschäfte leiden darunter, man sieht größeren Steuern entgegen und die allgemeine Unlust zeigt sich schon daran, daß selbst daS Anstimmen patriotischer Gesänge wenig Widerhall und Begeisterung hervorruft, so sehr die Zeitungen auch versuchen dergleichen Dinge aufzubauschen. Der Krieg ist nicht populär, daS zeigt sich auf Tritt und Schritt. Um so größer ist aber auch die Mißstimmung über die Folgen desselben. Man darf deßhalb einen großen Theil des Defizits unbestritten dem Kriege zur Last legen.. Daö schlechte Wetter mag voh'. auch sein Theil dazu beigetragen haben dadurch, daß eö den Zuzug von Fremden beeinträchtigte. WaS nun diese beiden Ursachen betrifft, so kann selbst der Musikverständigste und wäre er ein Genie wie Richard Wagner selbst, weiter keinen Rath für die Zukunft ertheilen, ebensowenig wie Derjenige, der nicht musikverständig ist, aber im Uebrigen doch den Verstand deö Verstän digen" besiht. Aber einige andere i Dinge möchte ich mit dem simplen Verstand deö Verstandigen" besprechen, weil ich glaube daß derselbe, verbunden mit etwaS Empfindung für Musik dazu ausreicht. Ich bin bescheiden genug, aus mehr nicht Anspruch zu machen. Zunächst mochte ich, falls wieder ein Musikfeft veranstaltet wird, den Rath geben, eS zu unterlassen für einen Abend einen großen Star" als besondere Attraktion zu engagiren. Entweder schasse man sich einen Star" für jeden Abend oder gar keinen an. ES ist ja natürlich, daß Diejenigen, welche bloß einmal zum Feste gehen wollen, den Abend wählen, an dem der Star" austritt,daS beweist aber durchauS noch nicht, daß sie gar nicht gehen würden, wenn der Star nicht da wäre. DaS amerikanische Publikum hat sich noch nicht zu der Höhe deS Geschmackes aufgeschwungen, in dem Cbor die Hauptsache eineS MusikfesteS zu sehen. Deshalb braucht man aber doch nicht so weit zu gehen, für die meist stuf, mütterlich behandelten Soloftellen in großen Chorwerken hoch zu bezahlende Künstler zu verwenden, die dabei gar nicht die Gelegenheit haben, den hoch gespannten Erwartungen zu entsprechen. Die Partie deS Lucifer selbst vielleicht ausgenommen, hätte man im Lucifer mit ebensoviel Erfolg lokale Kräfte verwenden können. Engagirt man aber schon einmal Künstler von Ruf, dann verwende man sie so. daß si? ihre Kraft und Kunst zeigen können. ES war eine eigenthümliche Erscheinunz, daß bei dem lejjien Maiseste keiner der Künstler mit Ausnahme BiövhamS irgend welchen EnthusiaSmuS hervorrief. Der Enthusiasmus, die Begeisterung, . ist aber ein nothwendiges Requisit für ein Fest. Eine Reihe von Konzerten bildet roch' kein Fest. Zu einem Feste gehört auch die Feststim mung. Und kann man die nicht vorher erzeugen, so muß sie mindestens am ersten Abende erzeugt werden. Der Deutscheift in dieser Beziehung anders angelegt als der Amerikaner. Der Deutsche veisteht Feste zu feiern. Den sogenannten amerikanischen ftesten fehlt ein Element, daö erst ein Fest zu einem Feste macht und daö ist daS Element der Geselligkeit. Indeß dieseS. Element läßt sich nicht künstlich schaffen und so muß man eben mit dessen Abwesenheit rechnen. Darum ist eS aber um so nothwendiger daS Progamm so einzurichten, daß Stimmung erzeugt wird. DaS Problem ist nicht leicht zu lösen, aber ohne die Lösung desselben wird man auS der Aera der Desizite nicht herauskommen. Der Plauderer. m ,, m Um AuSQellung von Vollmachten, geuer-Versicherung. sowie Schiffsscheinen für die bewährtesten Dampser-Linien, wende man sich an P. Psisterer, 103 Oft Washington Otraße.

ZZcr pigilant. Von Th. Gandcrt, Po'.izcilicutcnant a. D. Sag' einmal, alier Bengel, was treibst Du denn eigentlich jetzt?" So redete ich eines Morgens einen kleinen, älteren Mann mit einem ungeheuer großen klopfe und merkwürdig langen Armen an, der unter der großen Stadtbahnbrücke am Alexanderplatze stand und an der daselbst befindlichen Ankündigungssäule die daran geklebten Anzeigen anscheinend mit großem Eifer studirte. Die eine Hintere Rocktasche seines schwarzen, etwas fadenscheinigen Gehrocks war so ausgebauscht, daß ich die Frage um so wcniger unterdrücken konnte, als es mir nicht entgangen war, wie der ehrpusselige ältere Herr mit dem abgegriffenen Cylinderhutc mich in dem Menschengewühle von Weitem bemerkt und daraufhin erst sein tiefer Wissensdrang nach den Neuigkeiten der 5iaiserstadt sich eingestellt hatte. Außerdem aber kannte ich den Alten nur zu genau und hatte schon seit geraumer Zeit den lebhaften Wunsch, ihn einmal wieder zu sehen. Es war nämlich ein vor etwa Jahresfrist aus dem Zuchthause entlassen Schlosser, der unter PolizeiAufsicht stand und der mir aus freien Stücken wiederholt schon einige sehr schätzenswerte Dienste erwiesen hatte. Um so mehr war ich dann erstaunt, daß er seit fast vier Monaten gar nichts von sich hören ließ, und dieses Erstaunen war um so gerechtfertigter, als der brave Mann noch baare 100 Mark bei mir stehen hatte. Diese nicht unbedeutende Summe war eine Eztra-Remu-neration, welche die Behörde auf meinen Antrag demselben zugebilligt hatte, und da er nicht erschien, um dieselbe zu erheben, so war es klar, daß mein Vrdacht, er möchte so nebenbei noch auf eigene Faust arbeiten und daß er sich von mir durchschaut glaubte, nicht unbegründet sein konnte. Ah, der Herr Hauptmann, freue mich sehr," war die

Antwort des wie m freudiger Ueoerraschung zusammenzuckenden Menschen, der seine Rechte nach mir ausstreckte, aber in demselben Augenblicke mit außerordentlicher Gewandtheit um die Säule herumlief, zwischen zwei sich kreuzenden Pserdebahnwagen hindurch auf die andere Seite der Straße schlüpfte und dann seinen Weg wie ein Wiesel über den Alexanderplatz nach der Münzstraße zu einschlug. Aber ich war hinter ihm her wie das böse Gewissen, und so legte ich ihm denn, während bei seiner eiligen Flucht die linke Hintere Rocktasche mit Hellem Klänge immer auf- und niederhüpfte, an der Ecke der genannten Straße meine Hand schwer auf die Schulter. Halt' einmal die Luft an, August, wo hast Du denn die Billardbälle her?" so raunte ich ihm athemlos in's Ohr und sab dabei genau, wie er mit geschicktem Griff ein paar Billardbälle seiner Tasche entnommen und in einem dort der Abholung harrenden Kehrichthaufen hatte verschwinden lassen. Merkwürdig, was der Kerl, trotz seines Pechs, mir zu begegnen, auch wieder für Glück hatte! Denn als ich ihn gerade fest gefaßt hatte, stolperte ich, und wäre buchstäblich von einem daherkommenden Omnibus gerädert worden, wenn mein Gefangener, anstatt sich diesen Umstand zu Nutze zu mach:n und zu veiduften. mich nicht gefaßt und unter den Hufen der Pferde hervor aus dem Bereiche der breiten, meise Saixlscheide zermalmenden Räder gerissen hätte. Mit eigenthümlichen Gefühlen stand ich nun meinem Schutzengel gegenüber, der mit mehreren Passanten zusammen mit gutmüthigem Grinsen meine beschmutzte Uniform vom Staube zu reinigen beflissen war. Sie sehen ja, ich habe nichts bei mir, Herr Hauptmann," dabei streifte er seine Rockärmel hoch und zeigte ein paar Fauste, von denen eine lebe tm Stande gewesen wäre, den auf die Straße herabgefallenen Hut des erschrockenen Omnibuskutschers wie ein Dreimark - Stück zwischen den Fingern verschwinden zu lassen. Nee. nee, alter Junge, ich weiß ja. Du bist ein ehrlicher Kerl," so etwa lautete meine Gegenrede, aber ein Glas Bier müssen wir doch zusammen trinken. Dabei schob ich meinen Arm unter den seinigen und fünf Minuten später satzen wir :n den traulichen Räumen des Prälaten, in einer Separatabtheilung, ver einem Glase echten Bieres, m schon ster Eintracht zusammen. Was habe ich mich aber erschrocken so begann mein Nachbar die Unterhaltung, mit schiefem, verlegenem Blick mein Gesicht musternd, ich wollte eben uss's Criminal, um dort die Bälle " Ach. laß ioch die dummen Bälle so unterbrach ich ihn, ich habe nichts geleyen; aver rcy habe noch mcht gefruhstückt. Du doch auch nicht?" .Na. 'n Bischen nehme ich schon, aber, Spaß bei (Seite Sie thun mir doch nichts?" I, wo wer' ick denn, de Bälle sin weg weißt Du nichts Neues?" Er sah mich lauernd an, und nachdem ich der dem Kellner zwei Beefsteaks mit Bratkartoffeln bestellt, sagte ich so bei läufig: Du, von dem pleiten Masse matten (verunglückten Einbruch) in der Mauerstraße weißt Du wohl nichts? (Man war vor etwa vier Monaten in das Geschäftslocal eines Weinhändlers eingebrochen und hatte, da der eiserne Tresor allen Angriffen Widerstand ae leistet, sich mit der Mitnahme einer Kiste Rothwein und der etwa 100Mark betragenben Wechselkasse begnügen muffen; es war dies die Arbeit", von der ich guten Grund hatte, anzuneh men, daß mein biederer Gastfreund da bei die Hauptrolle aespielt und deshalb verabsäumt hatte, sich von mir das zu seiner Verfügung stehende Geld abzuholen.) Der Kerl wurde feuerroth, that aber so, als ob er meine Frage gar nicht gehört hätte, und varirte, als qewandter Fechter, mit der Gegenfrage, job die Behörde, im Speciellen ich. von dem

kürzlich vorgekommenen sensationellen

Juwelendiebstahl noch nicht irgend eine bestimmte Spur gefunden habe. Ich horchte hoch auf, denn es waren bei einem Einbruch in eines der ersten hiesigen Juweliergeschäfte Schmuckgegenstände und namentlich lose Brillanten im Werthe von mehr als 50.000 Mark den schweren Jungen" in die Hände gefallen, ohne daß die Criminalpolizei bisher auch nur den leisesten Anhalt über ihren B:rbleib gefunden hätte. In diesem Augenblicke kamen die bestellten Beefsteaks an, und wahrend ich es mir gut schmecken ließ, äußerte ich zu meinem Nachbar, der augenscheinlich in etwas engen Stiefeln steckte, so daß er nicht zu rechtem Genuß seines Lieblingsgerichts kommen konnte, harmlos. daß er wegen der dummen Wernhandlergeschlchte. bei der a schließlich nichts herausgekommen, ruhig bei mir sich hätte einfinden und sein Geld abholen können, das natürlich heute noch ihm ausgehändigt werden würde. D,- Hieb saß, denn der alte Bervrecher, der bisher vielleicht immer noch aememt haben mochte, ich wi e von seinen Kunststückchen nichts, wenigstens nichts Genaueres, legte ferne Hand aus meinen Arm und flüsterte, sich zu mir neigend, in mein Ohr: Ich kenne die Jungens, weiß die Penne, wo sie zu finden sind und wann, und weiß auch die Kabore (Versteck), wo die Soore (oestohlenes Gut) steckt: wollen Sie die Bälle und den Scbweren" (Einbruch) rn der Mauerstraße und das Andere (aha!) vergessen? Sie sollen sie haben, Alle miteinander, schon übermorgen. Aber es gehören mindestens zehn Mann dazu, denn es sind noch dreie außer mir; denn mich müssen Sie auch fassen. und es wird toll hergehen; nachher ist es Ihre Sache, daß die Anderen nichts von mir merken, denn sonst gibt's zehn Zoll kaltes Eisen zwischen die Rippen, und nibbeln (sterben) möchte ich noch nicht!" Warst Du dabei, oder hast Du's nur ausbaldowert (ausgekundschaftet) oder Schmiere gestanden? Dann ist die Sache faul; wie soll ich Dir helfen, wenn die Anderen nachher Dich verpfeifen?" Pfeifen (verrathen), die? Pfeifen is nich," kicherte der Mensch, sein eines Auge ich habe vergessen, zu erwähnen, daß mein alter Freund" einäugig war halb zukneifend; aber die Hunde haben mich über'n Löffel barbiert und nun soll sie der Teufel holen! Schmiere gestanden (aufgepaßt) habe ich blos!" Natürlich war dies gelogen, aber er hatte damit seine Theilnahme an dem Einbruch zugestanden und ich ging mit mir zu Rathe, ob ick es verantworten könne, die Mitthäters'chaft des Kerls zu verschweigen, wenn die Anderen ihn nicht verriethen. Ich muß hier einschalten, daß ich mit der Frage an mich, ob ich es verantworten könne, natürlich nur meinte, vor mir selbst verantworten; denn dem Gesetze war ich verfallen, wenn ich den 5ierl wissentlich durchschlüpfen ließ. Aber ich bedachte mich nicht lange; ich glaubte, und glaube dies auch heute noch, dem allgemeinen Wohl besser zu nützen, wenn ich dem einen Schacher durch die Finger sah und drei andere dafür dingfest machen konnte, abgesehen davon, daß das gestohleneGut wieder herbeigeschafft werden würde. Denn wenn der Mensch schwieg, so blieb der Raub vrschollea und das Verbrechen überhaupt ungesühnt. Nachdem ick noch eine Weile mit dem mir neu Verbündeten geredet und alles Nothwendige besprochen, bezahlte ich unsere Zeche, hieß den Kerl mich erwarten und fuhr nach Hause, um das Geld für denselben zu holen; außer der von den Bestohlenen und der Behörde ausgesetzten hohen Belohnung für die Herbeischasfung der Juwelen, hatte ich ihm unverbrüchliches Schweigen meinerseits zugesichert. Ich beschloß, da seit Alters her ein Wetteifer oder auch eine gewisse Eifersucht zwischen der Revierpolizei und dem Criminalcommissariat besteht, die Verbrecher mit den Beamten meines Reviers zu verhaften, ohne vorher der Criminalpolizei Mittheilung zu machen. Um 9 Uhr Abends, es war ein Mittwoch, hatte ich mit fünfzehn Veamten die berüchtigte Penne in der P.Straße umstellt und drang mit meinen beiden Wachtmeistern und sechs Mann von der Straße und vom Hofe aus in den Verbrecherkeller ein. Hinter dem Schanktisch hervor erscholl ein gellender Pfiff, und das Gaslicht erlosch im Nu. Aber unsere bereit gehaltenen Blendlaternen thaten ihre Schuldigkeit, und nach einem wüthenden, mehrere Minuten dauernden Kampfe waren die Insassen der Penne, vier Mann und der Wirth, hilflos geknebelt. Der Einäugige, mein Freund, hatte sich wie ein Stier oewehrt, zwei Beamte kämpfunfähig gemacht und würde entkommen sein, wenn ihn nicht schließlich ein Faustschfag des einen Wachtmeisters zu Boden gestreckt hätte. Mir hatte der Kerl einen Hieb versetzt, daß mir das Feuer aus den Augen sprühte und ich, Sie man zu sagen pflegt, die Engel im Himmel pfeifen hörte. Fünf Droschken in jeder saßen orei Beamte und ein zusammengeschnürtes Bündel lag auf dem Boden der Droschke führten uns nach dem ll.'!ii:c:!com:n!ssarlc:t auf dem A!zxc.v.Ui platze. Hier errezte unsere An Zunft uncefcaci Aufregung. E war nur der Eommissar ilu jour und eine Anzahl Criminalschutzleute zug:g:n.' Der Commissar. dem ich meine MU theilungen machte, mußte nun das Weitere in die Hand nehmen. Ich hattö dies absichtlich so eingefädelt und die V:rbrccher nicht erst nach meinem Revier gebracht, um die Sache überhaupt los zu werden; denn ich hatte nun mit V,. 1t i.r -c !jci3 IUCl IVCUCICIl uui(uuyuiui IllUli) IUtl1 zu thun und machte mich wenigstens, Lindem idt den Emaualgen schonte, nicht

direct eines Verbrechens im Amte" schuldig, was unzweifelhaft der Fall

geloesen. wenn ich die Untersuchung geführt hätte. Jesuitisch zwar, aber richtig! Der Herr College ließ die Berbrccher losbinden, wahrscheinlich um der ganzen Angelegenl.'elt nicht allzu viel Wichtiakeit zu geben. Aber es bekam ibm dies recht schlecht, denn in dem Augenblicke, als er. die Verhafteten körperlich Visitiren lassen wollte, gab mein Freund" abermals das Signal zum Angriff, ztoecks eines Durchbruchs noch im letzten Augenblicke. Der Wirth verhielt sich passiv, und die drei anderen Kerle wurden leicht überwältigt. Aber der Einäugige schlug mit Handen und Füßen um sich wie ein wildes Thier, und der Eommissar erhielt zum Lohn für seine unangebrachte Gutmüthigkeit noch einmal so viel Prügel, als ich vordem in der Penne bekommen hatte. Nun wurden die Kerle, gebunden wie sie waren, in den Sistirungsraum gesperrt, um dann einzeln zum Verhör geholt zu werden. Jetzt erst schenkte ich dem Commissar annähernd reinen Wein ein, verschwieg natürlich die Antheilnahme des EinLugigen an dem Verbrechen und bezeichnete ihn nur als 'meinen Vigilanten, durch dessen Hilfe mir der große Coup geglückt war. Um Mitlernacht etwa ließ der Commissar sich den einen Verhafteten holen, dann noch zwei andere, natürlich ohne irgend etwas zu erreichen, und als vierten endlich den buchstäblich krumm geschlossenen, aber noch immer vor Wuth knirschenden Einäugigen. Kaum war aber der Mann bei unö im Zimmer, als ich ihm schleunigst seine Fesseln löste und ihm. auf meine von seinem Hiebe hoch aufgeschwollene Stirn zeigend. die Backe streichelte Na, Herr Hauptmann," meinte der Kerl lachend, habe ich die Sache richtig geschoben?" ..Du bist ein braver Bengel. alter Sohn," entgenete ich ihm ebenfalls lachend, wo ist nun die Soore?" . Während dann der Mensch die bereitgehaltenen Schinkenbrote verzehrte Getränke durften wir ihm nicht geben, da es die Anderen sonst, gerochen hätten erzählte er mit höhnischem Grinsen, daß der eine Verbrecher die Juwelen theils m der linken Achsel höhle, theils zwischen den großen und zweiten Zen beider Fuße, durch fleischfarbenes Heftpflaster dort befe stigt, trage. Diese Erzählung und auch da Essen ging natürlich in fliegender Elle vor sich, dann wurde der Kerl, trotzdem seine Glieder hoch aufgeschwollen und seine Gelenke ganz steif geworden wa ren, wieder ebenso fest geknebelt und von zwei Beamten abermals in die Zelle zu den .. übrigen' hineingestoßen; dann holte man' den Letzten noch heraus. Natürlich gestand auch dieser nichts. Schließlich wurden alle fünf, aber erst am anderen Morgen, nach dem Untersuchungsgefängnisse und in Einzelhaft gefuhrt, bei welcher Gele genheit der Vigilant entlassen wurde. Die Juwelen fand man an den an gegebenen Orten, als die Sistirten, wie es üblich ist, gebadet wurden, zufäl lig"! Die drei Verhafteten wurden des Einbruchs überfuhrt und mtt dem Wirth, welcher die Schmuckgeg?nstände verschärft (gekauft und wieder ver kauft) hatte, schwer bestraft. Der Vigilant erhielt die hohe Velohnung und ging frei aus, da seine Cumpane, die er an's Messer geliefert, ihn nicht verpfiffen, sondern ihm die Treue hielten! Auch ich hielt natürlich mein ihm gegebenes Wort. Es war übrigens dieser Haupicoup gleichsam der Sterbegesang des V?gllanten. denn es gelang ihm. trotz allen Raffinements, auf die Dauer doch nicht, Sand in die scharfen Augen seiner leno sen zu streuen. Man fand ihn eines Morgens hinter dem Zaune eines Stein- undHolzplatzes, geknebelt. mit aufgeschlitztem Bauch. Seine Kameraden hatten den Verrath fürchterlich gerächt! Trotz der eifrigsten Mühe seitens der Behörden, seinem Tode die gesetzliche Sühne folgen zu lassen. konnte man keine Beweise zusammenbringen, denn niemals ist der Verbrecher schlauer, geriebener und vorsichtig ger. als wenn es sich darum handelt. einen seines Gelichters, der Verratlz be gangen hat, zu bestrafen. Druckfehler. In der Villa seiner Verlobten angekommen, küßte er ihre Wände. . Oskar war überrascht, als er seine abgelagerte Tante erblickte. Kritik. Anhänger der modernen Richtung (begeistert): Schauen Sie nur. Herr Doctor, hier hat der Maler Schmiermann einmal was Schönes ausgestellt." Kritiker: Mir scheint eher, waö Schönes an-gestellt.-Hlll Cln Wahres Sprüchtsort. "Nichts ist so erfolgreich wie Erfolg." Diese Behauptung ist nie desscr bewiesen als wie durch dm Erfolg von Dr. Bull'6 Husten Syrup. Dieft wunderbare Mcdizm kurirt jeden Fall von Erkaltuna, Husten und Bräune in der kürzesten Zeit und immer mit Erfolg. Frau E. W. 3ttchard62214 E Cumberland Str., Pbiladelphia, Pa., schreibt: ch habe Dr. Bull's Husten Syrup seit 9 Jabrcn im Gebrauch und fand ihn cm sichert Mittel gegen Bräune. Ich brauchte ihn in deo schlimmsten Fallen und ratk e allen Müttemdasselbezuthun." Dr.Vull'S Husten Syrup kostet nur 25 Cents. Versucht kein anderes Mittel sondern bleibt bei dem alten und bewährten Dr.

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Nadsport. Von Richard Zoozmann. Dr Morgenwind ist lau und lind. Kaum regt sich das Geblätter, DieSonne sticht und bnnt heut nicht Hei! Das ist Radelwetter ! Und Radelmann und Radelweib, Geneigt dem schönen Aitvertreib, Sie flitzen aus der Stadt in Eil' Hin durch der Straßen lange Zeil', '. All Heil ! Und draußen, ei! Wie weit und frei Erstreckt stch Gottes Erde! Geschaffen nur ward die Natur, Daß sie bestrampelt" werde ! Und schluckt man auch mitunterStaub, Am Hut ein frisches Eichenlaub, Legt man zurück doch Meil' auf Meil'. Und fei der Weg auch noch so steil, All Heil! Der Radlerin wird zum Gewinn Das höchste Lob von allen! Im Sportcostüm chic und sublim Erweckt sie Wohlgefallen. Wie sitzt das Käppi grandios. Die Bluse und die Pluderhos: So saust sie hin wie Amors Pfeil, Sie hat erwählt das bess're Theil All Heil ! Tritt sie Pedal vom Morgenstrahl Als daß die Schatten sinken. So pflegt zur Rast 'dem müden Gast Des Schenken Dach zu winken. Dort in der Sportgenossen Rund' Stärkt man den Magen, kühlt den Mund, Nimmt froh an froh'n Gesprächen theil Und leidet nicht an langer Weil'. All Heil ! ZumAbschied. 'Lieutenant (zum Burschen): Dieses Bouquet auf dem Bahnhof Fräulein von Hohenstein übergeben!" Bursche: Das Bouquet habe ich ihr nicht mehr geben tonnen; der Zug fuhr gerade ab, als ich kam, ich konnt' dem gnäd'gen Fräulein nur noch eine Kußhand zuwerfen!" Verblümt. Junggeselle: Ein Vetter von mirheirathet nächste Woche zum .dritten Mal!" Dame (die mehrere heirathsföhige Tochter hat) : Gegen den müssen Sie sich doch als großer Feigling vorkommen!" Viel verlangt. Herr (bi: einem Bettler ein Paar Stiefel geschenkt hat): Nun, was wollen ' Sie noch?" Bettler: Geben Sie mir doch noch zehn Pfennige zu Wichse." . Doppelsinnig. Dichter (in der Premiöre seines neuesten Lustspiels): Nun. finden Sie an meinem Lustspiel nichts besonders bem?rkenslurth?" Kritiker: O ja den aus aelassenen Humor!"

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