Indiana Tribüne, Volume 21, Number 237, Indianapolis, Marion County, 15 May 1898 — Page 3
Der Todte von r Sorror-Island. Roman von Harry Ehcff. (4. Fortsetzung.) .Ich haö's nicht über's H:rz bringen können," slüsteite der Marrn ihm zu, .den armen Kerl so ganz ohne Schmuck und Zeichen unter der Erde liegen zu lassen, da hab' ich zwei von meinen Leuten zum Boot heruntergeschick:, und sie haben mir die kleine amerikanische Flagge bringen müssen, die wir am Steuer führten. Die weht nun da auf seinem Hügel. Bezeugen Sie mir's beim Capitän, wo wir unsere Flagge gelassen." Ihr seid ein braver Mann," sagte Hans und drückte ihm die Hand. Gerfaut mahnte zum Aufbruch und mit Recht. Wenn die Nacht sie nicht ganz und gar auf dieser unheimlichen Insel überraschen sollte, so mußten sie augenblicklich aufbrechen. Nur für einige Minuten verschwand Hans noch in dem Hause, und als er wieder heraustrat, schloß er leise die Thür, so leise und behutsam, als wolle er einen nicht stören, der in der Nähe in tiefem Schlummer lag. . . . Bald steuerte das Boot des .Polarsterns" diesem wieder zu. Hans v. Rheden hielt den Blick nach der Insel gerichtet und beobachtete, so lange es möglich war, die kleine Flagge mit den Sternen und Streifen, die der Wind bin und her flattern ließ, wie ein ängstliches Vögelchen, das sich niedergelassen auf dem einsamen Grabe des Felseneilandes. .Capitel. In dem behaglich eingerichteten Zimmer eines Privathotels, in der sechsten Avenue zu New York, saßGerfaut vier Wochen nach den geschilderten Ereignissen, rauchte eine köstlich duftende Havanna und las in einer Abendzeitung. Ab und zu hob er den Kopf und neigte ihn der Thür zu, offenbar in der Erwartung, die Schritte eines die Treppe Emporsteigenden zu vernehmen. Seine Geduld wurde jedoch auf eine ziemlich harte Probe gestellt, denn es verging eine geraume Zeit, bis die Thür nach kurzem Anklopfen geöffnet wurde und ein Schwarzer eintrat, der dem Franzosen eine Visitenkarte überbrachte. .Wo befindet sich der Herr?" fragte Gerfaut, nachdem einen Blick auf die Karte geworfen. .Im Parlor, Sir." .Dann bitten Sie ihn, sich in dieses Zimmer bemühen zu wollen." Der Schwarze verschwand, und wenige Minuten später erschien ein untersehter, nicht mehr junger Mann im Rahmen der Thür. Als er seinen Cylinderhut grüßend abnahm, entblößte er eine den ganzen Schädel einnehmende Glatze, die von einem dünnen Kranz röthlicher Haare umgeben wcrr. .Mr. Davis?" fragte Gerfaut und bot dem Fremden zuvorkommend die Hand. .Zu dienen. Sir. Mr. Andre Gerfaut vermuthlich?" Gerfaut schloß die Thür, nachdem er sich durch einen schnellen Blick auf die Treppenflur versichert hatte, daß der Schwarze wieder hinabgestiegen sei, dann lud er den Fremden durch eine Handbewegung ein,im Schaukelstuhl Platz zu nehmen, während er für sich selbst einen Polstersessel heranzog. .Sie haben meinen Brief und mein Telegramm erhalte.:. Mr. Davis?" fragte er in vorsichtig gedämpftem Ton. .Aus San Francisco, allerdings. Den Brief am 19. October, das Telegramm am 24., also schon vor drei Tagen. Doch ehe wir in unserer Unterhaltung fortfahren, gestatten Sie mir wohl, die Wärmeleitung zu schließen." .Mit Vergnügen. Finden Sie es zu warm im Zimmer?" .Keineswegs. Aber diese Centraldampfheizungen, die vom Keller aus die Wärme in alle Zimmer leiten, sind zugleich ganz vortreffliche Höhrrohre. Der Schall fängt sich in dieser Oeffnung, durch welche die Wärme in den Raum eingelassen wird, und deren Thür ich, wie Sie sehen, jetzt schließe, denn besonders im oberen Stockwerk ist bei einiger Aufmerksamkeit jedes Wort zu verstehen." - .Ah. in der. That, Sie sind ein vorsichtiger Mann!" ' .Das bedingt mein Geschäft, Sir." .Sie sind mir als ein Mann von großer Erfahrung und bedeutendem Scharfblick empfohlen worden, und befonders betonte mein Gewährsmann, daß man unbedingtes Vertrauen in Ihre Verschwiegenheit setzen könne." .Das letztere versteht sich' von selbst. Eine einzige Jndiscretion könnte für mich selbst die unheilvollsten Folgen haben. Doch kommen wir zur Sache. Sie waren so liebenswürdig, mir brieflich einen Auftrag zu übermitteln." .Sie haben ihn ausgeführt?" . .Auf das genaueste. Der Herr, den ich beobachten soll, ist bis zu diesem Augenblick nicht aus den Augen gelassen worden. Ich bin in der Lage, Jhnen über jeden seiner Schritte Auskunft zu ertheilen." Gerfaut lächelte befriedigt. .Ausgezeichnet," sagte er, .theilen Sie mir alles mit. was Sie wissen, Mr. Davis. Aber vielleicht rauchen Sie? So, hier ist Feuer. Es plaudert ?.ch bei einer, Cigarre angenehmer." .Zweifellos. Ich danke Ihnen. So, und nun hören Sie." Der Detekiive zog ein kleines Notizbuch hervor, blätterte einige Augenblicke in demselben und sagte dann: .Sie haben Herrn v. Rheden in Chicago verlass-n, wie mir Ihr letztes Telegramm meldete, und vermutheten, daß er direkt vor
dort nach New Aork reisen werde. Dem ist nicht so. Herr v. Rheden hat seine Reise in Philadelphia unterbrochen und sich einen halben Tag etwa dort aufgehalten." .Wie konnten Sie das in Erfahrung bringen?" .Ich erkundigte mich bei dem Conducteur des Zuges, mit dem er aus dem Bahnhof der Pennsylvania Railroad ankam, wo dieser betreffendePassagier eingestiegen sei. und dieser antwortete mit Bestimmtheit: in Phil. delphia. Er erinnerte sich auch, daß der Fahrgast ihn beim Vorzeigen des Billets gefragt, ob er ein neues lösen müsse, da er seine Reise auf einen halben Tag in Philadelphia unterbrochen habe." .Was mag Rheden dort gethan haben?" .Darauf vermag ich Ihnen im Augenblick nicht zu antworten, da ich sei nen Gund hatte, mich dafür zu inter-
essiren. Meine Jnstrucnon lautete blos dahin, ihn in New Aork zu über- ! to. W !jfi& Allein Z .vuu;.. unu luumvyiiu uusu) w. wo er eine gewisse Brieftasche verborgen habe." .So schrieb ich Ihnen. Nun also, wohin begab sich Rheden vom Bahnhof aus?" .Nachdem er mit der Dampffährc von New Jersey, wo sich der Endpunkt der Pennsylvaniabahn befindet, nach New Vork hinübergefahren war, miethete er ein Kab und ließ sich nach dem Astorhouse bringen, wie Sie wissen, eines unserer fashionabelsten Hotels." .Ich weiß weiter." .Ich war ihm gefolgt, betrat mit ihm zu gleicher Zeit die Office, wo ich mich, um meine Anwesenheit zu motiViren, nach einem Mr. Emmet erkundigte, der vor vier Wochen dort abgestiegen sein sollte. Während der Clerk in dem Buch nachsah, um meinen Mr. Emmet zu ermitteln, gewann ich Zeit, mich im Bureau aufzuhalten und Herrn v. Rheden zu beobachten." .Er nahm vermuthlich ein Zimmer?" .Das ist selbstverständlich, aber vorher geschah Wichtigeres." .Wichtigeres? Im Bureau des Hotels? Da bin ich gespannt." .Er fragte, ob ein Telegramm für ihn eingelaufen sei, und empfing thatsächlich ein solches. Es war eine Kabeldepesche, in Berlin aufgegeben und zwar am 25.. des Monats." .Wie konnten Sie das ermitteln?" .Sehr einfach. Der deutsche Herr schien es nicht erwarten zu können, von dem Inhalt der Depesche Kenntniß zu nehmen, bis er sich auf seinem Zimmer befinde, er öffnete sie hastig, und während er las, stand ich neben ihm und blickte ihm in das Papier hinein." .Vortrefflich! So kennen Sie auch den Inhalt des Telegramms." .Wort für Wort," antwortete der Detektive lächelnd, da er merkte, daß Gerfauts Ueberraschung über seineLeistungen beständig wuchs, .meine Kenntniß der deutschen Sprache kam mir zu Hilfe, denn die Depesche war deutsch. Ich habe mir nachher den Inhalt notirt. Verstehen Sie deutsch?" Gerfaut verneinte. .Ich habe es mir gedacht und eine Uebersetzung ins Englische angefertigt, hier ist sie." Davis riß ein Blatt aus seinem Notizbuch und übergab es dem Franzosen. .Wie Sie sehen, lautet die Depesche folgendermaßen: .Baron Rheden. Astorhouse.New York. Habe gewünschte Information vorsichtig bei Justizrath Gallus eingezogen. Reichsgraf v. Fels ist seit zwei Jahren todt. Da einziger Sohn vorher gestorben, ist gesammtes Vermögen an des Reichsgrafen zweite Gemahlin, geborene Natalie v. Krakowska, übergegangen. Die Ehe war bei Lebzeiten des Grafen geheim gehalten worden. Die Dame lebt gegenwärtig in Paris. Hier alles in bester Ordnung. Haben mit drei anderen Banken türkische Anleihe gewinnbringend ' durchgeführt. Freuen uns auf Ihr Eintreffen. Grüße. Oberländer." Es wäre mir kaum möglich gewesen," nahm Davis seinen Bericht wieder auf. .diese ziemlich umfangreiche Kabeldepesche meinem Gedächtniß so schnell einzuprägen, aber ihr Empfänger selbst ließ mir Zeit, einige Worte und besonders die Namen auf meiner Manschette zu notiren. Er schien nämlich von dem Inhalt des Telegramms aufs Höchste und zwar nicht gerade in angenehmster Weise überrascht zu sein. Minutenlang starrte er auf das Papier, als könne er das. was er da las, kaum fassen, dann erhielt er die Nummer seines Zimmers und verließ das Bureau, um sich nach dem Elevator zu begeben, der ihn in eines der oberen Stockwerke hinaufführen sollte." .Ich bitte um Vergebung, daß ich Sie unterbreche." sagte Gerfaut, .aber eine Frage von Bedeutung. Hatte Rheden das Telegramm nicht vorher eingesteckt?" .Nur Geduld, mein Herr. Sie werden es sogleich hören. Der Clerk hatte mich inzwischen mit der Antwort abgefertigt, daß ein Herr Emmet während der letzten Wochen nicht im Astorhouse abgestiegen sei, ich verließ nun ebenfalls das Bureau und kam gerade noch zurecht, um gemeinsam mit dem deutschen Herrn den Fahrstuhl zu betreten. Außer uns beiden befand sich nur noch der Schwarze, der als Elevatormann fungirte, in dem elegant eingerichteten kleinen Raum, der langsam nach oben schwebte. Der Baron hatte auf dem Diwan Platz genommen, er zog eine lederneBrieftasche aus der Innenseite seiner Weste, verbarg das Telegramm darin und steckte dann das Portefeuille wieder in die Weste, deren Geheimtasche zwischen Futter und Tuch er durch drei Knöpfe derschloß." Der Franzose sprang auf, er vermochte seine Erregung nicht länger zu bemeistern. .Diese Brieftasche." stieß er hervor. xoax alt und abgegriffen ist es so?"
So ist es, ihre braune Farbe war stark verblichen, das Leder schadhaft. Alles in allem sah sie nicht aus. als sei sie für den täglichen Gebrauch eines H:rrn v. Rheden bestimmt." .Und Sie glauben, Mr. Davis, daß der Deutsche diese Tasche beständig ba sich trägt, dort trägt, wo Sie ihn dieselb: verbergen sahen?" .Sie scheinen mich für allwissend zu halten, Mr. Gerfaut." lachte der Detektive. indem er die Asche seiner Elgarre auf einem kleinen japanischen Porzellanteller abstrich, .doch in diesem Fall irren Sie nicht. Ich glaube thatsächlich mit Bestimmtheit behaupten zu dürfen, daß unser Mann sich in den letzten zwei Tagen nicht von der Brieftasche getrennt hat. Ich beweise es Ihnen bald. Hören Sie mich an." Ich höre, doch nicht ohne Ihnen vorher gesagt zu haben, daß ich Sie bewundere," rief der Franzose, .was Sie erreicht haben, hätte ich niemals von Ihnen erwartet." .Ich habe meine Pflicht gethan, und Sie bezahlen mich," entgegnete Davis. .Gut, daßSie es erwähnen," knüpfte Gerfaut an, .Sie fanden doch in meinem Briefe den Check über zweihundert Dollars beigefügt?" .Gewiß, besten Dank. Sie werden mir den Rest zahlen, wenn ich mit meinem Bericht zu Ende bin." .Nein, ich werde mir erlauben, Jhnen die restlichen hundert Dollars auf der Stelle zu zahlen." Gerfaut entnahm seinem eleganten Portefeuille eine Hundertdollarsnote und händigte sie dem Detektive mit verbindlichem Lächeln ein. .Wir bleiben in Geschäftsverbindung," sagte er, .nur bewahren Sie Discretion." Davis hatte die Banknote mit kurzem Dank an sich genommen und hielt sie eine Sekunde lang gegen das Licht. .Teufel, ich glaube gar, Sie zweifeln an der Echtheit der Banknote," rief der Franzose mit grellem Auflachen. Nicht im Geringsten nachdem ich mich soeben von ihrerEchtheit überzeugt habe. Sie verübeln mir das geMiß nicht, Mr. Gerfaut. Seit Entdeckung der internationalen Falschmünzerbande, deren geistiger Leiter aus Paris vor etwa vier Jahren flüchtig wurde, nachdem er die Tänzerin Lorisson, von welcher er sich verrathen glaubte, ermordet, bin ich in der Entgegennahme von Bankbillets ein wenig vorsichtig geworden, besonders da ich weiß, daß der Bursche sich irgendwo in Amerika umhertreibt." In der That," stottnte Gerfaut, .es ist es ist Ihnen nicht übel zu nehmen." Jede Spur von Farbe war aus seinen Wangen gewichen, seine Arme hingen schlaff herab und scheu blickte er zu dem kleinen breitschulterigen Mann hinüber, der, sein glattrasirtes Gesicht streichend, gleichgültig hinzufügte: Doch was interessirt uns dieser französische Mörder und Falschmünzer schließlich? - Ihr Geld ist gut, Mr. Gerfaut. Darf ich in meinem Bericht fortfahren?" .Thun Sie es. Mr. Davis ich bitte darum." Gerfaut schöpfte tief Athem, und während der Amerikaner in geschäftsmäßigem Ton weiter zu ihm sprach, wich die Unruhe allmählich wieder von ihm. .Herr v. Rheden beließ an diesem Abend nicht mehr das Astorhouse," fuhr der Detektive fort, er war offenbar ermüdet von der Reise, denn auch am nächsten Morgen kam er ziemlich spät zur Frühstückstafel hinunter. Während der Nacht wachte einer meiner Leute in der Nähe des Hotels und überzeugte sich davon, daß der Deutsche nicht mehr ausging. Gestern um zwölf Uhr Mittags wurde er auf der Straße sichtbar, ich selbst stand bereits Posten und folgte ihm. Rheden ging bis zur City Hall und bestieg dort die Kabelstraßenbahn, ich fuhr mit ihm in demselben Wagen." .Erkannte er Sie denn nicht, da er Sie den Tag vorher im Hotel gesehen?" .Ich war ein anderer. Während ich am Tage seines Eintreffens in New ?)ork als elegant gekleideter blonder Stutzer neben ihm stand, saß ich jetzt an seinerSeite in abgetragenem Ueberrock, schmutzigem braunen Filzhut und abgetretenen Hosen. Eine dunkelhaarige Perücke veränderte mich überdies vollkommen." .Und wohin ging diesmal die Fahrt des Herrn Barons?" .In eine Gegend, in welche sich so feine Herren sonst selten verirren. Ich war erstaunt, als ich bemerkte, daß Rheden in das .dunkelste New York" hineinirrte. Ich meine damit jenen Theil der unteren Stadt, welcher überwiegend von den eingewanderten russischen Juden bewohnt wird, und der mit Recht in dem Rufe steht, nicht nur die elendesten, schmutzigsten und verpestetsten Stätten der Armuth, sondern auch eine große Anzahl von notorischen Verbrecherkneipen und Lasterhöhlen einzuschließen. Sind Me dort bekannt, Mr. Gerfaut?" Es lag eine verletzende Ironie .in dieser Frag?, dem Franzosen stieg das Blut ins Gesicht und er antwortete mit einem rauh hervorgestoßenen: .Nem!" Dann werden Sie einen annähernden Begriff von dieser Gegend der Stadt New York bekommen, wenn ich Jhnm das Haus beschreibe, in welches der Baron v. Rheden eintrat, nachdem er allerdings erst einige Male überlegend durch den Straßenblock gegangen war, und sich fein parfllmirteS Tafchentuch als Schutz gegen die üblen Gerüche vor die aristokratische Nase gehalten hatte. Es war das Haus 347 Eldridgestreet. Es ist dies ein sögenanntes Tenementhaus, besitzt fünf Stockwerke, zwei Äerkaufsläden, vor denen noch sogenannte .Stands" errichtet sind, das beißt Tische, hinter denen Stratzenhändler ihre Waaren feilBalten, außerdem verfügt das Gebäude
über einen Keller, der theilweise auch noch für Wohnzwecke benutzt wird. In jeden? Stockwerk wohnen vier Familien, von denen fast jede noch mehrer Schlafburschen bei sich beherbergt. Die Leute gehören hier fast ausschließlich der Klasse der aus Rußland eingewanderten Juden an, doch sind auch Jrländer, Italiener und verarmte Deut sche anzutreffen. In den auch am Tage stockdunklen Treppenfluren inug man scharf acht geben, datz man nicht eines der halbnackten Kinder todt tritt, die hier spielen oder schlafen. Im Sommer sind die Thüren der Wohnungen weit geöffnet, da sonst die Hitze unerträglich wäre." Und in ein solches Haus sahen Sie Rheden wirklich eintreten?" fragteGerfaut erstaunt. .Er blieb sogar eine Stunde darin." .Wen besuchte er dort, oder was beabsichtigtc er?" .Darüber habe ich, sobald er fort war, Informationen eingezogen. Er erkundigte sich bei fast allen Einwohnern des Hauses nach einer Frau und einem K-Inde. die dort vor einiger Zeit gewohnt haben. .Gewohnt" ist ein wenig zu viel gesagt, die beiden Menschen logirten in einem abscheulichen Kellerloch, man zeigte es mir, und ich versichere Sie, es wäre mir für meinen Hund zu schlecht. Es waren Deutsche. Ihr Name ist unbekannt. Die Frau erkrankte und das ist nicht zu verwundern, wenn man bedenkt, daß die. Unglücklichen, die, wie es scheint, zum Betteln zu stolz waren, nach Aussage der Mitbewohner oft tagelang nichts als Brod und Kaffee genossen, und da sich bei ihr Erscheinungen von GeistesUmnachtung einstellten, brachte man sie nach dem Bellcvue Hospital zur Beobachtung." .Und das Kind?" .Ja, das ist eine ganz eigenartige Geschichte. Kein Mensch weiß, wo das Kind, ein hübsches rothblondes Mädchen von vier Jahren, geblieben ist. Ein Ehepaar, das in diesemHause einen Handel mit geschlachteten Gänsen und Hühnern betreibt und selbst kinderlos ist, hatte die Kleine vorläufig zu sich genommen. Aber die Frau versicherte mir, es sei kein Wort aus dem Kinde herauszulocken gewesen, es habe unaufhörlich leise vor sich hingeweint und gegen Abend, als die Leute beide in ihrem Laden beschäftigt waren. habe es sich auf die Straße gesch'lichen und fort war es." Andre Gerfaut dachte einige Augenblicke nach. .Welches Interesse Rheden an diesen Leuten nimmt, hat er natürlich dort nicht ausgesprochen?" .Natürlich nicht. Aber es muß nicht unerheblich sein, das Interesse des Barons für die hungernde Frau und das Kind, denn, ehe ich nach ihm das Haus betrat, stellte ich zuerst seinen nächsten Weg fest, und da ich hörte, was er an der Ecke der Eldridge- und Grandstreet einem vorüberfahrenden MiethsWagenkutscher zurief, so weiß ich, daß er sich nach dem Bellevue Hospital begab. Dorthin folgte ich ihm natürlich nicht, aber um fünf Uhr Nachmittag sah ich ihn nach dem Astorhouse zurückkehren. Er nahm sein Dinner und fuhr um acht Uhr nach dem Metropoliiern - Opernhaus, wo er allein, also ohne Begleitung, einer Aufführung der .Traviata" beiwohnte. Nach Schluß der Vorstellung begab er sich auf der Stelle nach Hause. Heute besorgte er verschiedene öinkäufe. stattete dem deutschen Konsul einen Besuch ab und das dürfte Sie wiederum interessiren sprach im Bureau der Cunardlinie vor, auf deren am Freitag nach Liverpool abgehendemDampfer .Campania" er Passage nahm. Und damit, Mr. Gerfaut. glaube ich meine Pflicht, die darin bestand, den deutschen Varon v. Rheden bis zu Ihrem pers'önlichen Eintreffen in New York scharf zu beobachten, erfüllt zu haben." .Ich danke Ihnen, Mr. Davis, ich danke Ihnen," rief der Auftraggeber des Detektive. .Sie haben weit mehr gethan als Ihre Pflicht, und Sie gestatten mir wohl. Ihnen diese Banknote als Extraprämie zu überreichen. Doch knüpfe ich eine Bitte an dieses Präsent. Daß Sie über Ihren Auftrag selbst zu Niemand sprechen werden, liegt in der Natur der Sache, aber ich möchte, daß Sie den Namen dieses Deutschen überhaupt nicht erwähnen, auch wenn Sie in einigen Tagen denselben in irgend einer Verbindung in den Zeitungen finden sollten. Verstehen Sie mich?" .Ich verstehe," gab Davis langsam zur Antwort und schlug die kleinen grauen Augen auf. die er einen Moment nachdenkend geschlossen hatte. Dann nahm er seinen Cylinderhut und empfahl sich. .Noch einen Augenblick," rief ihm Gerfaut zu, als er die Schwelle beinahe erreicht hatte. .Sie sind bestimmt der Meinung, daß Rheden jene alte Brieftasche immer bei sich trägt?" .Richtig, das vergaß ich Ihnen zu sagen. Er hatte sie auch in der Eldridgestreet bei sich, zog sie hervor und entnahm ihr eine Photographie, welche er die Leute sehen ließ." .Und wen stellte diese Photographie dar?" .Jene Unglückliche, die man in das Bellevue Hospital gebracht, freilich war das Bild Jahre vorher und sicherlich unter glücklicheren Verhältnissen angefertigt? .Ich danke Ihnen. Wann, sagten Sie. reist der Baron?" .Am Freitag, mit der .Campania". .Also übermorgen. Jetzt, Mr. Davis, halte ich Sie nicht mehr zurück." . Der Amerikaner verließ das Zimmer und während er die teppichbelegten Treppen hinabschritt, sagte er zu sich selbst: .Es ist gut. daß ich mich durch diese Glatze veränderte und bedeutend älter erschien. So wird mich der Schurke wenigstens nicht auf den ersten Blick erkennen, wenn ich später einmal mit ihm eine Angelegenheit weNiger freundlich:? Natur zu erledign
habe. Und das kommt doch früher der später!" 4. C a p i t e l. Wer hat Ihnen diesen Brief für mich übtxathtnV' frank Baron 5,ans
' einen Angestellten des Astorhauses, der ' I C ' fit m ii , icrn aus einer uioernen Platte em zierliches Billet überreichte, während der junge Mann nach eingenommenem Dinnsr iii3 rirtfr rk?n,s?irs? Wirtin turtasse den duftenden Mokka schlürfte. .Eine Dame. Sir." erwiderte der dienstbare Geist, indem er seine Lippen ein klein wenig zum Lächeln berzog. Hans war aufs Höchste erstaunt. Er besaß überhaupt so gut wie keine Damenbekanntschaften in New Aork, und sicherlich war keine darunter, welche irgend eine Veranlassung gehabt hätte, ihm zu schreiben. .Eine Dame?" wiederholte er leise, um die anderen im Speisesaal versammelten Gäste des Hotels nicht auf dieS Gespräch aufmerksam zu machen. .Jung oder alt?" .Ich denke, die Dame war jung antwortete der Bedienstete. .Sie denken? Haben Sie denn die Dame nicht selbst gesehen, ihr nicht selbst den Brief aus der Hand genommen?" .Sehr wohl, doch die Dame trug einen dunkelgrünen Schleier, so daß ich ihre Züge nur errathen konnte. Aber nach der Figur zu urtheilen, war sie jung." .Wünschte sie mich persönlich zu sehen oder zu sprechen?" .Nein, mein Herr.' Sie fragte nur, ob Herr v. Rheden noch hier wohne. Ich bejahte die Frage und fügte hinzu, daß Sie gegenwärtig im Speisesaal das Dinner einnähmen, sie möae im Parlor warten, bis die Mahlzeit vorüber sei." .Nun, und was erwiderte die Dame auf diesen Vorschlag?" .Sie übergab mir den Brief zur Bestellung und machte mich darauf aufmerksam, daß es für Herrn v. Rheden von einiger Wichtigkeit wäre, ihn noch heute zu empfangen." Glauben Sie beurtheilen zu können. ob die Dame den besseren Ständen angehörte?" .Sie zeigte das Benehmen einer Ladn." ..Gut, ich danke Ihnen. Halt, noch eins. Mein Gepäck wird nachher, etwa in zwei Stunden, abgeholt werden, es geht nach der .Campania", mit der ich morgen reise. Sollte ich nicht anwesend sein, so besorgen Sie das Nöthige. Nur die Ledcrtasche und das Futteral mit Schirm und Stock bleiben bis morgen früh zurü." .Sehr wohl, es wird alles besorgt werden." Der Angestellte des Hotels zog sich zurück, während Hans prüfend den noch nicht geöffneten Brief betrachtete. .Das ist doch sonderbar," murmelte er, ein? Dame schreibt an mich? Wer kann den. überhaupt eine Ahnung davon haben, daß ich mich in New York aushalte. Ich stattete doch nur dem Konsul einen Besuch ab. und der war auch halb und halb geschäftlicher Natur. Nun. wir wollen sehen." Hans ergriff ein kleines Dessertmesser und schnitt den Umschlag auf. Unwillkürlich stieß er einen leichten Ruf der Ueberraschung aus, als er, von feiner Frauenhand geschrieben, folgende Zeilen als den Inhalt dieses ihm so geheimnißvoll zugestellten Briefes vorfand: .Geehrter Herr! Durch eine im Hause 347 Eldridgestreet wohnendeFamilie erfuhr ich. daß Sie Nachforschungen nach der unglücklichen Frau und ihrem Kinde angestellt, die dort eine Zeit lang sich aufhielten. Wenn Ihnen so viel daran gelegen ist, daß Sie einen längeren Weg nicht scheuen, so kommen Sie heute Abend zwischen acht und zehn Uhr zu mir. Ich bin in der Lage, Jhnen bezüglich des Verbleibs der Leute einige wichtige Fingerzeige zu geben. Es geschieht dies völlig selbstlos, ohne daß irgend welche Ansprüche oder Belohnung beabsichtigt sind. Ich hätte Sie in Ihrem Hotel aufgesucht, aber ich bin während des Tages beschäftigt. Achtungsvoll Maggie Vrown, 33. 126. Straße Harlem." .Das ist ja ein höchst willkommener Zufall." dachte Rheden, als er sich einige Minuten später auf seinem Zimmer befand und den Brief noch einmal durchgelesen hatte. .Vielleicht vermag diese Maggie Brown einiges Licht in dasDunkel zu bringen, welches diese Familientragödie bedeckt." Rheden hatte die Ledertasche hervorgezogen und ihr die Photographie Beatens entnommen. Und wieder, wie er es seitdem unzähligemal gethan, versenkte er sich in das Studium dieser holden Züge und nahm den Anblick dieses madonnenhaft schönen Weibes in sich auf. Ich muß sie finden und ich werde es!" rief er von seinem Sessel aufspringend und mit großen Schritten durch das Zimmer wandernd, .es ist ein Ziel, das ich mir gesteckt und das ich erreichen werde. Was ich bisher erreicht und in Erfahrung gebracht, lsi zwar mehr entmuthigend als anspornend. aber mich soll kein Hinderniß von der Erfüllung meines Gelöbnisses abbringen. Es ist ganz klar, daß hier eine Macht im Spiele ist, welche, vor keinem Mittel zurückschreckend, Eldor v. Fels, fein Weib und sein Kind langsam, aber sicher dem Untergang entgegengeführt hat. Diese finstere Macht begann ihre Wirksamkeit keineswegs erst, als Eldor mit seiner jungen Frau nach Amerika geflüchtet war sie war im GeHeimen schon thätig, als er noch im Hause seines Vaters weilte, fast möchte ich annehmen, daß seine Kindheit. seine Jugend schon durch diese elenden Machinationen vergifki wurden. Das Gift dieses im Staube kriecheden Gezüchts hatte be'.eits seine
Wirkung gethan, daS Schlangengift der Verleumdung hatte die Ehrbegriffe eines 'sonst makellosen Mannes durchfeucht, so daß er sich für berechtigt hielt, dem eigenen Sohn, dessen Anschauungen und Thaten ihm absonder lich vorkamen, das Brandmal der Unzurechnungsfähigkeit aufzudrücken. Und wie tödtlich hat dieses Schlangengift in Amerika auf Eldor gewirkt! Man hat ihn nicht festen Fuß fassen lassen, man hat ihn geheht und verfolgt, bis er vor dem unsichtbaren Feind in den Tod geflohen war. Aber auch sein Verschwinden hat den unbekannten Verfolger, welcher feig genug war, sein Gift nur aus dem Hinterhalt zu spritzen, nicht beruhigen können, und nachdem er selbst beseitigt war, warf sich der Würger auf das Weib und Kind, des Unglücklichen und versuchte, ihnen den letzten Rest Lebensodem fortzunehmen.'" Rheden wußte aus den V:kenntnifsen des Todten von Horror - Island, daß Beate von ihrem scheidenden Gatien die Mittel erhalten hatte, ein hal--beö Jahr etwa sorgenfrei zu leben, sie war jedoch nachweislich schon etwa drei Monate nach Eldors Abreise nach Alaska in bittere Noth gerathen. Wie war dies zugegangen? Rheden hatte eine Erklärung dafür im Bellevuchospital empfangen, dessen Oberarzt ihm in' entc'genkommendster Weise, zumal er eine warme Empfehlung des deutschen Consuls vorzeigen konnte, Auskunft über die Patientin gegeben hatte. . Der Doctor erinnerte sich ihrer genau, die Schönheit der Frau, welche sogar von Gram, Entbehrungen und Krankheit kaum beeinträchtigt worden war, hatte bei ihrer Einlieferung in das Krankenhaus sofort Aufmerksamkeit erregt. Die Frau war keineswegs geisteskrank, nur hatten sie Elend und Sehnsucht nach ihrem Gatten in einen Zustand hochgradiger Nervenüberreiung versetzt, der sich von Zeit zu Zeit in Weinkrämpfen, starrer Apathie und in der krankhaften Idee, sie habe ihren Mann und ihr Kind soeben begraben und in ein gemeinsames Grab gesenkt, äußerte. Sobald diese Anfälle jedoch vorüber waren, fprach sie vollkommen ruhig, verlangte nach ihrem Töchterchen, von welchem man ihr sagte, es sei bei ihren vormaligen Nachbarn gut untergebracht, und erzählte dem Oberarzt auf sein Befragen, sie heiße Beate Fels und ihr Mann befinde sich im Westen, wo er in den Minen arbeite. Schon nach zwei Wochen hatte sich ihr Zustand soweit gebessert, daß sie entlassen werden konnte. Als sie sich von dem Arzt verabschiedete, fragte er sie, ob sie irgend welche Mittel besäße. Hierauf berichtete sie, daß ihr Mann ihr für sechs Monate Geld bei seiner Abreise gelassen, daß diese Summe ihr jedoch schon acht Tage nach seiner Abreise auf unerklärliche Weise aus verschlossenem Zimmer gestohlen worden sei. Sie habe 'ihrem Mann, um ihn nicht zu betrüben, nichts darüber geschrieben, vielmehr versucht, durch Arbeit für sich und dasKind dasNothwendigste zu verdienen, anfangs mit einigem Erfolg, dann aber habe man sie aus jeder Stellung fortgeschickt, weil böse Menschen, die sie jedoch nicht kannte, Verleumdungen über sie ausgestreut. Jetzt aber werde sie mit ihrem Kinde, wenn nicht bald eine Nachricht von ihrem Manne einträfe, nach Deutschland zurückkehren, wozu ein deutscherVerein ihr wohl behilflich sein würde. Der Oberarzt hatte sie in dem Entschlüsse, die alte Heimath aufzusuchen, bestärkt, und ihr eine Fünsdollarnote zugesteckt, welche sie nur im Hinweis auf ihr Kind unter Dankesthr'anen angenommcu. So hatte sie das Hospital verlassen und hier endete Rhedens Kenntniß ihres Schicksals. Beate war nicht mehr nach EldridgeStreet 347 zurückgekehrt, sie hatte dort' nicht nach ihrem Kinde geforscht, sie: hatte infolgedessen auch nicht erfahren, daß ihr Töchterchen verschwunden sei Niemand, weder die Polizei, noch: die BeHorde einer Wohlthätigkeitsanstatt, noch irgend ein deutscher Verein-, konnte auch nur die geringste Auskunft über ihren Verbleib ertheilen:. Keine Passagierliste irgend einer Schifffahrts - Gesellschaft führte fett; jener Zeit ihren Namen auf. Rheden: hatte in unglaublich kurzer Zeit diese Nachrichten erhalten und zwar, durch den deutschen Consul selbst, der- für ihn telegraphisch und telephonisch in Nord und Süd, im Osten und Westen angefragt hatte. Mutter und Kind waren verschollen es schien, als hätten die Wogm des weltstädtischen Lebens sie erfaßt und in Tiefen herabgezogen, aus denen sie niemals wieder auftauchen könnten. Und nun ganz unerwartet ein Lichtstrahl, eine Hoffnung dieser Brief! Rheden nahm ihn noch einmal auf und las ihn durch, jedes Wort aufmerksam erwägend. Ja, das klang alles glaubwürdig. Welche Absichten hätte dicSchreiberin dieser Zeilm sonst auch verfolgen sollen? Er las es ja schwarz auf weiß, diese MaggieBrown hatte in der Eldridgestreet von seinen Bemühungen um die arme Frau gehört, und da sie mehr von ihr wußte, als die anderen, so wollte sie ihm am Abend nach der Arbeit Mittheilungen machen. Zwar, so ganz unbedenklich schien diese Einladung doch nicht, sie zwang den jungen Mann, ein gänzlich fremdes Haus zu betreten, und das bei völliger Dunkelheit. Konnte man es nicht auf einen diebischen Uebersall abgesehen haben? Wer kannte ihn denn aber in New Jork, und wer wußte überhaupt, daß er sich in der Stadt aufhielt? Immerhin beschloß Hans, auf seiner Hut zu sein, keine größere Geldsumme mit sich zu nehmen, dagegen seinen Taschenrevolver, den er stets auf Reisen in der Hosentasche trug, mit frischen Patronen zir fcetffc hen. (Fortsetzung folgt.)
Für d!c Ml?c. , PariserFrühlingssuppe. Bon zwei Suppenhühnern und ein Pfund Kalbfleisch kocht man eine ante Geslllgelbrühe. Eine Anzahl 5kartoffeln schäl) man, schneidet sie in Scheiben und kocht sie in Milch mit einem großen Stück Butter weich, worauf man sie durch ein S'eb streicht. Junge Gemüse, wieBlumenkohlröschen, iichl rüben, Mohren, junge Schoten kocht man für sich gar, ebenso Spargelstückchen. Die lehtern läßt man abtropfen und wendet sie in einem Backteig, um sie dana in Schmalz auszuhacken. Die Geflügelbrühe wird mit den durch geriebenen Kartoffeln verkocht, die Gemüse hineingelegt, gewiegte seincKräuter (Kerbel und Petersilie) hineigcstreut und zulekt die Suvve mit 3 bis
4 Eigelb abgczoqen. ie auscieback:nen Spargel reicht man nebenher. Gebackenes Lamm auf Vackhändl" - Art. Tags vorher geschlachte. Z Lamm wird, wenn ausgenommen und aus der Haut gestreift, in Viertel und diese wieder in je zwei bis drei Stücke zertheUt. Das Fleisch gut gesalzen,, leicht gepfeffert, nach einer halben Stunde in Mehl, zerklopften Eiern und feinen Semmelbröseln gewendet, schwimmend in heißem Schmalz schön goldgelb gebacken. Man garnirt es mit gebackene: Petersilie und gibt eine mit Suppenwürze" verfeinerte Remouladensauce und jungen Feldsalat mit harten Eicrn dazu. Karthäuser Lammrücken. Man spickt den gehäuteten Rücken und dämpft ihn in einer guten Lraise auf Speck-, Zwiebel- und Wurzelscheiben gar und sastig. Indes bereitet man seine Garnitur.. Man kocht jungen Spinat ab, drückt ihn fest aus und hackt ihn. worauf man ihn mit 150 Gran Fleischeztrakt, einem Löffel dicker, süßer Sahne,. 1$ Unze Butter, etwas Reibbrot,. Salz und Pfeffer heiß und dick rührt und warm. stellt. Vorher schon hat man einen Blätterteig hergestellt, den man jetzt Messerrücken dick ausrollt. Man sticht runde Scheu ben von ihm aus, legt auf jede Scheibe in die Mitte ein Häufchen Spinat, streicht um das Gemüsehäufchen etwas Ei und schlägt 'den Teig von beiden Seiten darüber, drückt ihn fest an und formt ihn halbmondförmig. Man wendet kurz vor dem Anrichten die Teighalbmonde in Ei und Reibörod und bäckt sie langsam in Backfett lichtbraun. Auch grüne Spargelspitzen kocht man, die man in Butter durchschwenkt, ebenso Bouillonreis, den man zur Hälfte mit Tomatenbrei, zur Hälfte mit gehackten Trüffeln mischt und dann in kleine Formen drückt. Der Rücken wird mit den Reisbechern, den Rissollen und Spargelspitzen abwechselnd garnirt, sein Bratensatz entfettet, mit Kartoffelmehl verdickt und mit Bouillon und etwas Madeira fämia. gekocht. Man gibt die Sauce nebenher. Spinat a-uf neue Art. Man wäscht den Spinat gut, trocknet ihn mit einem reinen Tuch ab und wiegt ihn gröblich. Aus 6 Unzen Mehl.. 4 Unzen Butter, 5 Unzen geriebenem Käse, 3 ganzen Eiern, 4 Löffel Sahne. Salz, wenig Pfeffer und Muskatnuß rührt man einen Teig, unter den man den gehackten Spinat mischt. Man füllt die Masse in eine mit Butter ausgestrichene Schüssel aus feuerfestem Porzellan und bäckt sie etwa 30 Minuten. Indes kocht man 8 Eier hart, trennt das Dotter vom Eiweiß und reibt es.fein.. Man röstet es in Butter einige Minuten, gibt mehrereLöffel geriebenen Käse,. Sahne, etwas Salz und Pfeffer, daran und tüfyzi hiervon eine Farce. Mit ihr. werden die EiWeißhälften, die man zum. Heißhalten in warmes Wasser gelegt hat, gefüllt und diese. Eier, kranzförmig, auf den fertigen Spinat gelegt. C a k e s.. Ein halbes. Pfund But ter wird zu Sahne, gerührt dann gibt man nach und nach vier ganze Eier, em halbes. Pfund Zucker, ewas abgeriebe ne Citronenschale, oder. Vanille, ewe Messerspitze voll. Hirschhornsalz und so viel. Mehl hinzu, daß sich der Teig be quem ausrollen läßt,, also den Teig nicht zu fest, machen.. Der Teig wird ausgerollt, mir einem Glase oder einer kleinen Form ausgesiochen, auf ein Blech gesetzt und bei sehr mäßiger Hitze gebacken. Diese Zuthaten geben eine Menge kleiner Kuchen und halten sich, in Blechbüchsen aufbewahrt, sehr linge frisch. Türkischer OrangenSorbe t. 5. biZ 6 schöne, süßeOrangen werden geschält, zertheilt, die Stücken nochmals durchgeschnitten, alle Kerne und Häutcheu entfernt und die Orangen in eine Terrine oder Glas schale gelegt Dann verrührt man in einer Kassersle den Saft von 2 Orangen mit einem Viertel Pfund Zucker über gelindem Feuer bis die Masse kocht, läßt sie dann auskühlen, gießt sie zu den Orangen, gibt einige Tropfen Orangenblüthenessenz, ein Quart fn sches Wasser und einige Eisstückchen hinzu, rührt gut um und servirt das Getränk. Ragout. Rindfleisch wird in zierliche Scheiben geschnitten, in braunem Kraftsaft, welchem man durch Ei tronensaft einen leichten säuerlichen Geschmack verliehen, heiß gemacht, mit Champignonpulver ode? getrockneten Champignons, Kape. kleinen Perl zwiebeln und Gurken gewürzt, mit ge röstetem Brot und halben Eiern ver ziert und mit Kartoffelbrei angerichtet. Bratheringezu bereiten. Hierzu nimmt an schöne gesalzene Heringe und legt dieselben drei Tage bevor man Gebrauch davon machen will, in Waffer. Das Wasser wird täglich zweimal abgeschüttet und er neuert. Die auf diese Weise entsalze nen Heringe werden jetzt in Butter oder au in Ocl gebacken, wodurch man eine wohlschmeckende, billige Fisch spttst (rbält. ,
