Indiana Tribüne, Volume 21, Number 230, Indianapolis, Marion County, 8 May 1898 — Page 6
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Wie nur wenige Bewohner einsamer -Äochgeöirgsthäler hängt der Grödner an seiner alten Tracht, an seinen alten. von den Vätern übernommenen Sitten und Gebräuchen; hat sich auch imLaufe fcer Jahre manches abgeschliffen und fcem Zwange der Zeit weichen müssen, -so ist doch vieles Interessante geblieben. 5D'i5 Natur dort oben, in dem von wilDolomitriesen eingeschlossenen Hochthale, ist eigenartig und ungemein charakteristisch, und die Menschen, die "boxt leben, tragen ebenfalls den StemHel des Originellen. Trotzdem die bracht der Grödner mehr Wandlungen durchgemacht hat wie die meistenTrachkcn anderer Tiroler Gebirgsbewohner, Hat sie sich dennoch ihre Eigenart bewahrt, was um so bemerkenswerther ist, als der Grödner dem Wechsel der Mode keineswegs abgeneigt erscheint. DieGroßeltern. Wezüglich der Seidenschürzen, die an Hohen Festtagen, zum Beispiel Fronleichnam. getragen werden, wird geraInzu Luxus getrieben; jede Frau und edes Mädchen will gleichsam eine ..Originalschürze" besitzen, die nur sie .llein trägt. Bei Prozessionen sieht man oft zwanzig und noch mehr 'Vrauen, jede mit einem Original--schürz": es funkelt und leuchtet in der 'Sonne, die Seide rauscht und knistert, und je schöner der Schurz, desto stolzer ie Trägerin. Zehn bis zwanzig Gul'den, vielleicht noch mehr, werden für nun recht schönen Originalschurz be.zahlt. Warum sollte man übrigens '.htt fleißigen, sonst außerordentlich sparsamen Grödnerin die Freude nicht gönnen? Franz Moroder schreibt in seinem Buche Das Grödner Thal": Schon in der Kopfbedeckung dürfte wohl kaum eine zweiteGebirgstracht so vieleWandDieBrauteltern. . .lungen durchgemacht haben wie jene 'Grödens, und wenn wir nur auf Menffchengedenken zurückblicken, so treffen Tvir von Ende des achtzehnten bis zu 5nde der zwanzigerJahre dieses JahrHunderts die weiße, weiche, gestrickte Hohe Baumwollmütze, oben mit einer rothseidenen Masche, bei Männern uind Frauen wie auch bei der Schulju$?nd an; gleichzeitig war auch schon zur Festtracht der Knödelhut bei den Jrauen üblich. Derselbe behauptete sich bis in die vierziger Jahre. Die 'weiße Baumwollmütze wurde dann hö.Her und steifer gemacht, später auf kurze Zeit die untere Hälfte blau und mur noch die obere Hälfte weiß, und ."nachdem sie bei den Männern ganz ver'schwunden war. führten die Frauen die derzeitige dunkelblaue, gestrickte hohe Mütze in Form und Größe eines Zu-, .tkerhutes. oben mit einer lichtblauen Das Brautpaar. Seidenmasche geziert, ein. die zuerst bei jedem Ausgange, mitunter sogar im Hause und in etwas niedrigerer Form Don den Schulmädchen, dann nur noch n Sorni- und Festtagen und jetzt nur noch an hohen Feiertagen getragen K?ird und voraussichtlich in Kürze verschwinden dürfte. Gleichzeitig mit der Spitzhaube trat auch eine niedere, oben mit grünem Sammet und in Kreuz gelegter Goldborte verzierte Pelzmütze von Fischotter, sowie bei der sogenannien Stadtkleidung ein hoher, oben breir siksgeschweifter. haariger Cylinder
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Hut auf kurze Zeit bei den Frauen auf. Die ranzljungfer trug bis m die vierziger Jahre den großen grünen Hut. Die Männer trugen wie schon erwähnt, seinerzeit gleich den Frauen die hohe, weiße, weiche Baumwollhaube, dann anfangs dieses Jahrhunderts große, breitkrempige, rothe, gelbe, grüne und schwarze Hüte, gleichwie in vielen andern Gegenden Tirols, dann mitunter eine Fischottermütze; später kam als Festhut ein hoher, breit ausgeschweifter schwarzer Cylinderhut mit schwarzen Schnüren und Goldquasten und schließlich der jetzige Alltagshut auf. Unter dem Cylinderhute und dem Hute mit Quaste trugen die Männer die Zipfelmütze. Selbstverständlich waren bis Ende der fünfziger Jahre die schwarzen Lederhosen gebräuchlich, mit grünen Hosenträgern über die Weste, ledernem Bauchgurt, reich mit Blei- oder Messingstiftchen verziert oder mit Kielfedern ausgenäht, rothen, blauen und weißen Strümpfen, niederen, tief ausgeschnittenen Schuhen, die in alter Zeit an der Spitze noch mit einem bunt verzierten Lederlappen versehen waren, an dessen Stelle später bei den Männern eine violette und hierauf eine schwarze Masche und bei den Frauen die silberne Schnalle trat, die noch heute hie und da zu finden ist. Der Mann trug in alten Zeiten die hochrothe oder hellgrüne Loden- oder Tuchjoppe mit engen Aermeln und verschiedenen Schößenausschnitten, dann den langen Festrock in verschiedenen Farben, der bis fast an die -Fersen Kranzljungfer und Brautf ü h r e r. reichte, rothe oder buntgefärbte, mit Goldborten versehene Westen, später den kurzen Janker mit Sch'öken. die Weste von geblümtem Seidensammet, ein rothseidenes, geblümtes Halstuch mit Ring und hohe Rohrstiefel. Die Frauen trugen zu dem erwähnten auffallenden Kn'ödelhut einen schwarzen Kittel mit zahlreichen Falten. einen breiten Schurz, ein buntes, rund herum tief ausgeschnittenes, vorn ganz offenes und mit bunten Schnüren oder Goldborten verschnürtes Mieder, das unter dieser Verschnürung einen herzförmigen, farbigen Brustfleck mit Goldstickereien sehen ließ; um den Hals eine große, faltige, weiße Leinwandkrause, dann eine enge, längere, vorn ganz offene, schwarze oder dunkelblaue Tuchjoppe; als Schmuck trugen sie nebst langen goldenen Ohrringen und mehreren Fingerringen eine elsreihige Halsschnur kleiner, dunkler Korallen, und schließlich kam bei festlichen Gelegenheiten noch als auffallendste Zierde ein schwarzer, mit einer Menge Vannerschlitten. kleiner Metallblättchen behangener Sammetgurt mit einem breiten, gegliederten, schief an die rechte Seite herabhängenden Metallgurt hinzu, an dem ein meist versilbertes Besteck, zahlreiche Seidenbänder und symbolische Anhängsel befestigt waren. Höchst interessant waren die alten Hochzeitszüge; voran die Musikanten mit Schwegelpfeife, Klarinette, Fidel. Baßgeige und Hörnern, dann die Kranzljungfer und ihr Begleiter, hierauf die Braut mit Führer, der Bräutigam mit dem seinigen und schließlich alle Eingeladenen, sämmtlich in der bunten, reichen Festtracht, die Mädchen -mit dem Kranze auf dem Kopfe. In ganz alten Zeiten trug auch der Bräu tigam einen Kranz aus Immergrün auf dem Kopfe oder Hut. Waren die Brautleute aus wohlhabenden Familien, so erschienen sie wohl auch beritten. Im Winter fanden diese Hochzeitszüge stets auf Rennschlitten statt, die Pferde mit Bändern und Sträußen ausgeputzt und mit Schellen behängen. Natürlich wurde auch fleißig aus Pistolen geschossen. Räch der Messe begaben sich die Kranzljungser und ihr Begleiter von der Kirche aus in die Sakristei, und die Kranzljungfer vertheilte aus ihrem Körbchen Sträuße an die Ministranten und band den Geistlichen, die als Ehrengaste stets an dem Hochzeitsmahle theilnahmen, einen Kranz um den Arm. Schon beim Verlassen der Kirche nach der Kopulation spielten die am Portal harrenden Musikanten den ersten Tanz und begleiteten den Hochzeitszug zum Wirthshause, wo die Wirthsleute am Hausthor harrten und den Theil nehmern Glühwein spendeten. Man begab sich dann zu Tische, wo ein mehr reichliches als feines Mahl, insbesondere mit vielerlei gebackenen Mehlspei sen. aufaetraaen wurde. Beim Auf-
kragen des Geselchten mit Sauerkraut
wurde der erste Tanz gemacht, den man Krauttanz hieß; die Braut mußte mit jedem Gaste wenigstens einmal tanzen. Während deö Mahles wurde derBraut, gewöhnlich von Masken, auf einer Torte eine Wiege in Miniatur überMusikschlitten. reicht. Erst am Abend wurden die Eltern derBraut von ihrem Hause zum Mahle abgeholt, und zu einer bestimmten Stunde zogen die Brautleute mit den Eltern, unter den Klängen einer bestimmten alten Weise, ab und bega ben sich nach Hause, wo der Braut die Hausschlüssel entgegengebracht wurden, zum Zeichen, daß nun sie als Hausfrau zu schalten und zu walten habe. Indessen wurde im Wirthshause flott weiter getanzt. Den Tag nach der Hochzeit wurden die Gäste der Neuvermählten mit Spiegeleiern bewirthet. Nun käm das Aushändigen derMitgift der Braut von feiten ihres Vaters, was meistens in Gegenwart von Zeugen geschah, und schließlich das Ueberführen der Brautausstattung, wobei es Wieder hoch herging. Den ersten Sonn tag nach der Hochzeit mußten die Neuvermählten nach dem Nachmittagsgottesdienst im festlichen Staate vom Kirchplatze aus mit ihren Hochzeitsgästen in das Wirthshaus ziehen zu einem Glase Wein, und erst hiermit endeten die Feierlichkeiten. Freilich sind viele der früheren Sitten verschwunden und die alten, farbenprächtigen Kostüme zum großen Theil von bedeutend einfacheren und zum Theil unschönen Gewändern verdrängt worden. Dennoch hangt der Grödner sehr an seiner alten Tracht. Prinz und Prediger. Es gehört gewiß zu den Seltenheiten, daß königliche Prinzen als Redner in für die große Öffentlichkeit zugänglichen Versammlungen auftreten. Einem solchen Schauspiel haben aber jüngst mehrere südschlredische Städte und die Hauptstadt Dänemarks beigewohnt, indem der zweite Sohn des Königs Oskar von Schweden-Norwe gen, der Prinz Oskar Karl August Bernadotte, auf diesen Stellen, in Copenhagen sogar '.iederholte Male, als Vortragshalter und Propagator der christlichen Innern Mission", theils in den Christlichen Vereinen für junge Männer", theils in ganz öffentlichen Versammlungen hervoretreten ist, während seine Gemahlin in den Christlichen Vereinen für junge Frauen" das Wort ergriffen hat. Prinz Oskar ist zu Stockholm am 13. November 1859 geboren. Er widmete sich dem seemilitärischen Dienst und ist jetzt Contre-Admlral in der schwedischen Flotte In den letzten DasPrinzenpaar. achtziger Jahren spielte sich der Roman seines Lebens ab: er verliebte sich in die Hofdame seiner Mutter, die schöne Ebba Munck. Der königliche Vater verweigerte entschieden seine Genehmigung einer Ehe. Der Prinz blieb je doch seiner Liebe treu und durch die Vermittlung der Königin gab der König zuletzt nach. Die Hochzeit fand am 9. März 1883 in Vournemouth in England statt und sechs Tage spater entsagte der Prinz in aller Form seinem eventuellen Erbrecht zum Thron und dem Titel königliche Hoheit"; zugleich nahm er den Namen seines Urgroßvaters Bernadotte an. Im Jahre 1892 verlieh ihm der GroßHerzog von Luxemburg den Titel Gras von ÄZisborg. Ebba Henrietta Munck af Fulkila wurde den 24. October 1858 in Jönköping aus einer alten schwedischen Adelsfamilie geboren; ihr Vater war Oberst der Armee. Das Paar, aus dessen glücklicher Ehe zwei Kinder, eine Tochter und einSohn, entsprossen sind. wohnt m der schwedischen Stadt Karlskrona. Entgegenkommend. Student: Sagen Sie 'mal, wir haben diesen Abend Commer? . . . wenn wir uns vielleicht nachher treffen sollten, hier ist meine Adresse!" Nachtwächter: Schön, schön. Soll ich 'ne Schiebkarre besorgen?" Erklärt. Warum lassen die Männer den Frauen immer den Vortritt?" Als Adam und Eva das Paradies verlassen mußten, da ging Eva als der schuldigere Theil voran. Seitdem herrscht die Sitte, daß der Mann dem Weibe den Vortritt läßt." . Aus alter Freundschaft. Zwei Schulfreunde treffen sich nach langenJahren wieder. Was bist Du denn geworden?" Notar, und Du?" Ich bin Arzt und muß eben zu einem Schwerkranken." Höre einmal, wenn Du den soweit hast, daß er sein Testament machm muß, dann denkst Du auch an mich, nicht wahr?" .
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Führer im Kampfe.
Die Kriegsfurie ist entfesselt und darum erscheint es am Platze, sich mit den Männern zu beschäftigen, welche als Führer in dem Kampfe die ersten Rollen zu spielen bestimmt sind. Das nordatlantische Geschwader, welches in Key West zusammengezogen wurde und das den Kern unserer Streitkräfte zur See bildet, steht unter Befehl des dienstthuenden Rear - Admiral William F. Sampson. Im Jahre 1840 zu Palmyra, N. Y., 'ds Sohn eines einfachen Tagelöhners geboren, gehört er der Bundesmarine seit 1857 an, in welchem Jahre er in die Akademie zu Annapolis eintrat. Während des Bürgerkrieges, den er als Lieutenant Rear - Admiral Sampson. mitmachte, bekundete er wiederholt große Bravour, namentlich während der Blockade viyt Charleston. als sein Schiff, der Monitor Patopsco", in die Luft gesprengt wurde. Seine Beförderung zum Capitän erfolgte im Jahre 1889. Er hat sowohl als Commandeur des Kreuzers San Francisco" und des Schlachtschiffes Iowa", wie als Superintendent der Marine - Akademie, Geschützinspector der Navy Fard zu Washington und Chef des Geschützbureaus des MarineDepartements bewiesen, daß er zu den tüchtigsten Osficieren unserer Kriegsflotte gehört. Daß er als Capitän das Commando des nordatlantischen Geschwaders erhielt, beweist das Vertrauen, welches er genießt. CommodoreSchley. Das fliegende Geschwader, welches in Hampton Roads zusammengezogen wurde, wird vom Commodore Winfield S. Schley befehligt. Er hat in Frederick. Md.. im Jahre 1839 das Licht der Welt erblickt und nach seiner Ausbildung auf der Akademie zu Annapolis während des Bürgerkrieges an zahlreichen Aktionen theilgenommen. Besonders bekannt geworden ist er durch den Erfolg, welchen er im Jahre 1884 als Befehlshaber der GreeleyHilfsezpedition hatte, und durch sein energisches Auftreten als Commandant des Kreuzers Baltimore" dem Pöbel in Valparaiso gegenüber. Im verflossenen Februar wurde er zum Commodore befördert. Den Befehl über die Landtruppen liegt in den Händen des BrigadierGenerals Nelson A. Miles, der im Jahre 1839 in Massachusetts geboren Brig. -General Miles. wurde. General Miles hat keine kriegswissenschaftliche Ausbildung genossen, sondern ist in seiner Jugend Clerk geWesen. Als solcher trat er beim Ausbruche des Bürgerkrieges in das FreiWilligenheer. Durch Tapferkeit brachte er es in der Potomac - A-rmee bis zum Divisionsführer und nach Beendigung des Bürgerkrieges trat er in das reguläre Heer. Während verschiedener Indianercampagnen avancirte er rasch, bis er schließlich die höchste Staffel erklomm. Große strategische Fähigkeiten hat. General Miles bis jetzt noch nicht bekundet. Die unpassenden Aeußerungen, in denen er sich nach seiner militärischen Jnspectionsreise in Europa über dortige Heereseinrichtungen erging, waren durchaus nicht geeignet, ihm großes Vertrauen zu verschaffen; im Gegensatze zu dem großen Schwelger Moltke hat er gezeigt,, daß er ein großer Schwätzer ist. Den Oberbefehl über die spanischen Streitkräfte in Cuba führt der General Gouverneur und Marschall R. Blanco y Arenas Marquis von Pena Plata. Marschall Blanco hat mit den aufständischen Cubanem nicht fertig
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werden können, trotzdem man von ihm Großes erwartete, da es ihm durch den
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Marschall Blanco. Sieg von Marahuit am 11. März 1895 gelungen war, den Aufstand auf Mindanao zu dämpfen; der im August 1896 in Manila zum Ausbruch gekommenen Verschwörung vermochte er freilich nicht Herr zu werden, obgleich über acht Provinzen der Belagerungszustand verhängt worden war. Vom Kasernenhof. ji vfä&&r. 'WI ML ' Hauptmann (beim Appell): Der Einjährige schaut aus wie'n Schmiersink. Was sind Sie denn in Jhrcm Civil - Beruf?" Einjähriger: Schriftsteller. Hauptmann: Na, da haben wir's ja!" Eine Klage. Daß ich krumme Beine habe, darüber ärgere ich mich eigentlich gar Nicht so sehr . . . aber daß ich auch gerade Dackel heißen muß!" Frommer Wunsch. Qdk. MIK . . . M3 Studiosus (den Pneumatikreifen seines Rades mit Luft füllend): Ach, warst du doch nicht nur aufpump-, sondern anpumpfähig!" Selbsttäuschung. Kellnerin (ein frisches Glas Bier bringend): Das fünfte, Herr Rath!" Rath: Was, schon fünf? Da muß ich aufhören der Arzt hat mir nur vier erlaubt (vorwurfsvoll) ach, Rest, warum haben Sie mich nicht in Gedanken weiter trinken lassen?!"' Schade. Du hast also mit Deinem jungen Gatten noch nie den kleinsten Zwist gehabt?" Nein, leider hatte er bisher noch nicht die geringste Gelegenheit zu einem VersLhnungspräsent." Von der Landpraxis. Arzt: ... Warum haben Sie denn die Sache so lang anstehen lassen?" Bauer: Ja freilich! Da wär's leicht kuriren. wenn ma' immer gleich zum Doctor laufat'! . . . Plag'n S' Jhna nur a' bisl!" . EinErfahrener. Fuhrmann (welcher von'einem Gendarm arretirt und dabei etwas unsanft behandelt wird): Ich muß schon um eine and're Behandlung bitten! Ich kenn' mich aus ich bin schon arretirt word'n, da war'n Sie noch gar nicht auf der Welt!"
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'". v Wirthshaus 8 Weg z Zaun r Bach t Schncespuren des Toni. (Toni sieht bei I): Dunnawetter, mir is grad, als wenn der Zaun sor.st alleweil a' bisl später 'komma wär'. . . (Toni steht bei II): Scho' wieda a' Zaun! Sacra, wenn i' nur wieder glückli' drent wär'!" (Toni am Zaun bei HI): I' möcht nur wissen, wo der Teufel heut die Zäun' all'sammt herbringt!" (Toni, bei IV, im Begriff, über den Zaun zu steigen, hat mit der Linken bereits den Zaunpfahl als Stütze erfaßt): Teifi, geht denn heunt gar koa' End' mehr her mit dieMalefizzäun'?!" (Toni, der rücklings in den Bach gefallen): Kruzitürk'n, hob' mir's glei' denkt. daß i' den rechten Weg nöt hob!" Schlau. Frau (weinend): . . Also gegen die Anordnung des Arztes verweigerst Tu mir die Mittel nach Carlsbad?! Weil Dir halt an mir nichts liegt!" Mann: So, im Gegentheil! Meine Weigerung ist ja nur ein Beweis, wie hoch'ich Dich schätze. Nicht ein Pfund möchte ich von Dir verlieren!" Der Protz. Gott, werden de Leut' auf der Soiree bewundern mein neues Brillantkollier!" Weißt De was, Luise, laß' ausVersehen 'n Preiszettel d'nrn!" Zukunftsbild. Vor einem Modebazar. in welchem moderne Mütter Einkäufe machen. Unverbesserlich. mMB Milchhändler (der wegen Pantscherei zu 100 Mark verurtheilt wurde, zu seiner Frau): Du, Alte, jetzt heißt's aber fest Wasser 'neinschüttcn. bis wir die 100 Mark wieder 'raushab'n!" I n R a t e n. A.: Aber Edgar, eine derartig vermögende Frau, die alle Deine Schulden bezahlt, wirsi Du cm nicht finden!" Baron: Ja. za. ich werde schon zweimal heira.. ihen müssen!"
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Aienllöotcn Zm 1. Ial)rKundcrt. Von Tr. G. Schuster. Untr den im Germanischen Ratio-nal-Museum zu Nürnberg c.ufbcwahrten schriftlichen Denkmälern des Mittelalters sind die Wirtschaftsbücher des Nürnberger Rathsherrn Paul Behaim besonders bemerkenswerth. Mit peinlicher Sorgfalt geführt und nach dem Tode des Rathsherrn (1563) von dessen Gattin Magdalena, einer geboreuen Römer, gewissenhaft fortgesetzt, gewähren sie einen Einblick in das Hauswesen und die Bedürfnisse einer vornehmen Familie jener Zeit, der in culturgeschichtlicher Beziehung kaum seinesgleichen finden dürfte. Von hervorragendem Interesse sind namentlich die Aufzeichnungen über die Dienstboten des Behaim'schen Hauses. Wir erfahren aus den Behaim'schen Wirthschaftsbüchern, daß man die Köchin Susanne, welche nur ein Vierteljähr, von Lichtmeß bis Walpurgis (2. Februar bis 1. Mai) 1556, im Dienste des Hauses stand, fahren ließ, und daß (weil) sie sogar faul und langsam gewest ist." . Wir hören weiter, daß die Köchin Kuenlein von Laurenzi (10. August) 1556 bis 20. Februar 1557 im Dienste stund"; ist von mir komen, umb (da) sie mir im Haus lang kranck wart, auch sonst nichts an ir war." Von der Un. termagd Verblein, welche von Allerheiligen 1557 bis 1559 diente, sagt Behaim: Mein Weib hat ir Urlaub geben, um sie selbst Urlaub oft begert, do mans aber gepeten hett zu pleiben, so wers plieben." Die Köchin Gredla, so von Allerheiligen (1. November) 1558 bis Januar 1559 im dienst ist gewest, hat ein landsknecht am dienst Hans Wagner von Vorchheim genommen, so ein bischer gewest." Die Köchin Klara ist gar faul, frech und entwicht (nichtsnutzig) gewest"; sie wurde nach kaum vier Monaten, am 10. Februar 1561, geurlaubt", während die Untermaid Endlein, die Lichtmeß 1562 in den Dienst getreten, bereits zu Laurenzi wieder entlassen werden mußte, umb wegen, daß sie gar so kindisch unachtsam geWest ist, und ir nichts zu vertrauen, großer Ungeschicklichkeit halben." Die Köchin Els wurde Lichtmeß 1562 angenommen, und nach dem ir mutter gestorben ist, hat sie vil ursachen furgewendt (vorgebracht), nit zu pleiben, also hat sie mein Weib am 20. marcio (März) 1563 faren lassen." Die Untermaid Juliana mußte nach einjähriger Dienstzeit am 29. Juli 1563 geurlaubt werden, umb das sie sich mit der kindsmaid nit hat können betragen." Eva, Allerheiligen 1562 als Kindsmaid angenommen, hat mcinWeib itzt liechrmeß 1563 wieder geurlaubt, umb sie so gar Pos und heftig ward.- Nicht viel besser war die andere Kindsmaid, die Magdalena.' Nachdem sie Laurenzi 1564 gedingt worden, wurde sie Laurenzi 1565 geurlaubt von wegen, daß sie unter mein lindern allein einem kind, dem Friedrich, ist obgelegen, und ihr die anderen zu vil sind gewest, der (ihrer) zu warten." Die Köchin Ketterle diente von Laurenzi 1563 bis eben dahin 1565; sie mußte entlassen werden, umb sie als bos gegen andern maiden gewest ist und sonst nichts kenth, (verstanden) hat." Die Untermaid Werble aus Bamberg trat ihren Dienst zu Laurenzi 1563 an und ist nach Verlauf eines Jahres geurlaubt worden von wegen, daß sie sich mit der kochin nit hat können vertragen." Und bald darauf mußte auch ihre Nachfolgerin, die Untermaid Verblein, den Dienst aufgeben, umb sie gar faul und nit arbeitsam gewest." Die Kindsmaid Margrett. von Laurenzi 1565 bis Lichtmeß 1566 im Dienst, hat mein Weib fahren lassen, umb sie ein gar groben püffel geWest ist." Der mit ihr gleichzeitig eingetretenen Untermaid Gerlein wurde schon nach vierzehn Tagen der Laufpaß gegeben, umb daß sie der Els, meiner kochin, zwei hemet (Hemden) gestolen hat." Ihre Nachfolgerin, Werblein, ward zu Walpurgi geurlaupt, umb sie gar geschwetzig als ein Schwebin und surwik aewest ist " Die Kindsmaid
Agnes, von Lichtmeß bis Walpurgi 1566 im Dienst, erbat und erhielt ihre Entlassung, da solche kindsmaid ein zimermansgesellen genommen hat." Die Köchin Els ist zu Lichtmeß 1567 geurlaupt worden, umb sie zu einer kochin nichts kenth hat." Die Maid Margret, anfangs als Kindermädchen zu Walpurgi 1566 gemiethet, fing den 4. Februar 1567 zu kochen an." Aber schon am 25. Juni 1567 hat sie mein weib geurlaupt, umb bulerei willen mit dem knecht Jobst, und da sie auch nit treu gewest." Die Untermaid Endlein, die vom 1. Mai 1567 gedient hatte, hat sich wol gehalten, die stiegen gern gefegt, hat nit lenger pleiben wollen." Ihre Gefährtin Klien hat nach dreimonatlicher Dienstzeit am 13. August 1567 Urlaub erhalten, umb sie gar faul, grob und ungeschickt gewest ist." Die Kindsmaid Madlin Rinckbäuerin, vom 25. Juni 1567 bis 5. Februar 1563 im Dienst gestanden, ist auf die letzt gar einfeltig und kindisch gewest." Soweit die Mittheilungen Behaim's. Zu beklagen ist nur, daß nicht auch eine Kunde von Beschwerden der Dienstboten über ihre Herrschaft, an denen es sicherlich nicht gefehlt haben wird, auf uns gekommen ist. Dem Zeitbilde, obschon auch ohne sie interessant genug, würde dann nichts mehr an seiner Vollständigkeit fehlen. Backfisch-Philosophie. Lehrerin: Wir kommen nun zu den Begriffen Raum und Zeit ... Was ist Raum", Fräulein Müller?" Höhere Tochter: Raum ist . . . in der kleinsten Hütte, für ein glücklich liebend vaar.-
