Indiana Tribüne, Volume 21, Number 230, Indianapolis, Marion County, 8 May 1898 — Page 4
Jndisns Tribüne. Erschcütt Täglich uns Eonma
Die tZzliche. Tribüne" kostet du?ch ben lrlz 1 Cent per Woche, die SonntagSTribüne'? Lt per Woche. Seide ,usaee 15 nt ,d IS GeniJ t ttmt. Per yoft auöerhZlS bei Ub geschickt in ,rab,HlnS p Jahr. Cro 18 Süd lbama StrJ. Indianapolis, Ind., 8. Mai 1898 Sonntags pifcel 3n einem langen Berichte über den ersten Abend des Mai-MusikfesteS im Journal" stand eine Ueberschrift: Wer da var". Daraus folgten etwaö über hundert Namen, von denen eö bei den meisten hieß : Herr und grau Soundso. Die hundert Namen dertreten also etwa zweihundert Personen. Da weit über tausend Personen anweseud waren, so muß man die Eenannten als , Prominente betrachten; zumal die Liste mit Herrn und Frau Benjamin Harrison begann. Ich könnte mir also eigentlich waS daraus einbilden, daß mein Name auch dabei war, wenn ich dergleichen nicht für gar so lächerlich hielte. Wenn die Zeitungen sonst nichts RühmenöwertheS von mir zu sagen wissen, alö daß ich bei einem Konzerte war, denn brauchen sie meinethalben meinen Namen niemals zu nennen. Ich habe andere Aspirationen, aber ich bin nicht Jeder. Die Zeitungen wissen ganz genau, waS siethun. Sie wissen, daß sie nicht den guten Geschmack, wohl aber die Eitelkeit fördern. Aber eS hat nun einmal Jeder sein Bischen Eitelkeit und eS ist doch gar zu schön, so seinen Namen, schwarz aus weiß gedruckt in der Zeitung zu sehen. Am Freitag Abend habe ich mich ge freut. Da bekamen die Musikkritiker nämlich vom Publikum, bildlich ge sorocben. eine scballende Okrfeize. 3a wohl, riesig gefreut hat eS mich und ich half bei der Ohrfeige mit, so gut eS ging. Du mußt nämlich wissen, lieber Leser, daß ich so eine Art heimlichen, un versöhnlichen Grolles gegen die Musik kritiker in mir herumtrage. Erstens weil sie mit mephistophelischer Freude den Künstler zerfleischen und jedeS Lob für eine Gaadevspende ansehen; und zweitens weil der Musikkritiker jeden Menschen, der nicht Musikbildung be fitzt für einen Kaffer ansieht, sich selbst aber für einen Menschen hält, den der Herrgott mit einer Eztrawurst auögestattet hat. Solltest du einmal wünschen, dir reckt dumm vorzukommen, dann unterhalte dich nur mit einem Musik kritiker, du wirst Erfolg haben. 3:5 weiß wirklich nicht, was gefähr licher ist, einem Musikoerständigen" die Feder zur Kritik, oder einem Kinde Schwefelhölzer zm Spielen in. die Hand zu geben. Nach dem Eröffnungökonzerte hatten die Kritiker deö Journal" und deS Sentinel" die Liebenswürdigkeit der Zuch zu sagen, sie habe keine Stimme mehr und eS sei Zeit für sie daS Singen ufzugeben. Der Kritiker der Tribüne" machte eS gnädiger, er sagte bloß etwaS von Plusquamperfektum, und es liegt immerhin eine gewisse Rücksicht in dem Gebrauch eineS Fremd Wortes, das nicht Jeder versteht, wenn daS Deutsche dafür unangenehm klingt. Am Freitag Abend nun empfing daS Publikum die Juch mit Applaus, sie sang, und das Publikum begnügte sich nicht mit e i n e m Encore, eS mußte zwe haben. ES war dies ganz offenbar eine Demonstration gegen die Kritiker welche die Sängerin so rücksichtslos be Handels, hatten. Und die Herren Kri tiker iühltut auch die Ohrfeige und klappten zusammen wie ein Taschenmesse?. Der Eine meinte am nächsten Tage, daß er, trotzdem er die 3uch nie bewundert habe, doch zugeben müsse daß sie sehr schön gesungen habe. Der Andere meinte ebenfalls, sie habe reizend gesungen, sügte aber natürlich hinzu, daß ihre Stimme doch nich mehr so gut sei wie früher. Der unsere, der. wie gesagt, die Sängerin noch immer verhältnißmäßig milde be urtheilt hatte, verstieg sich gar zu der Behauptung, daß sie eine bessere Lie dersängerin sei, alö die Melba und die Nordica und darin pflichte ich ihm bei. Mit solcher Innigkeit, mit so viel Seele singen Wenige und Niemand vermag so wie die Juch sich ins Herz deS Hörers zu fingen. Wer das kann, bei dem kommt eö auf ein Bischen Stimme mehr oder weniger qar nicht an. Die 3uch ist nicht mehr jungund wenn der Mensch älter wird, dann altert die Stimme eben mit. ' Der Mensch empfindet eS unter allen UmpSnden schwer, wenn ihn die Jahre
untauglich machen, namentlich aber
der Künstler. Und wenn eine Sängerin mit ihrer Leistung noch nicht zu Ende ist und nochmals vor demselben Publikum zu singen hat, vor dem sie eben gesungen, .dann ist eS takt- und herzlos ihr zu sagen : Du bist zu alt, gieb daS Singen aus ! Wenn aber eine Sängerin Lieder fingen kann, beser alö die Melba und die Nordica, dann wäre eS doch höchstens am Platze hr den Nath zu geben, sich auf daS zu beschränken, waS sie am besten fingen kann. Der Kritiker deS Sentinel" meinte mir gegenüber, die Wahrheit sei immer am Platze. Ganz richtig ! Aber eö ist auch immer am Platze die Wahrheit.wenn siesürJemand schmerzich ist, nicht plump, sondern schonend zu sagen. Ich habe mich gefreut über die Ohrfeige. Der Plauderer. Eine russisches crbreäzerliöhle. PeterSburaer Märzwetter! Schnee. bedeckt sind Dächer nd Straßen. Frau Holle scbvttelt immer neue Flocken herab unVtor Wind treibt heulend und pfeifend st:n Spiel mit ihnen. Die Gorodowois und die Jswoschtschiks gleichen Schneemännern, bis sie sich schütteln und beklopfen und den Schnee aus den Bärten kratzen. Im schmutzigen Pelz ist der Dworrnk ausgerückt, um den schmalen Bürgersteig vor den Sausern von der -cyneeveae zu laubern. Die Vorübergehenden haben Tücher um den Kopf gewickelt oder den Velzkraaen über die Ohren gezogen. denn der Russe fürchtet die Kälte, obschon er den Winter liebt. Dort, wo die beiden aroken Verkehrsadern des südlichen Theiles der Stadt, die große Sadowaja (Gartenstraße) und der Sabalkanski Prospect zusammentreffen, erweitert sich die Fadowaja zu einem Platze, dem Heumarlt. MeyrereMarlt s r, , v: dauen leyen rner neoeneinanoer: rn sche, Geflügel von dem Birkhuhn bis zum jungen Haushühnchen, Wild vom ?.- r ' V . 1 nennlyier ois zum üiaunen unv ui hen Hasen, wird hier neben dem spar lichen Gemüse feilgeboten. Auf d:ese.m Platze herrscht immer lebhafter Ver kehr. Än den Ecken der einmündenden Strafen stehen eiserne Gitterbecken, in denen gedrungene Holzblöcke lustig prasseln. Kutscher und alleren züoii wärmen sich hier, und wenn man ihnen von Staats weqen noch ein halbes Dutzend von Gläsern Thee und dann und wann einen Schnaps und wenn es em Monopolschnaps Ware liefern wollte, so gäbe es auf unserer Welt kaum zufriedenere Zeitgenossen als sie. Und wieviel elendesLolk ist dabei! Zerrissene, dünne Beinkleider, leinene Kittel, die von geschmolzenem Schnee trie fen; knochige, wie mit Leder überzogene Gesichter und zankende, hohläugige Kinder eine dem Untergange geweihte Rasse europäischer Indianer, der unbrauchbare oder verbrauchte Rest, den die europaische Civlllsahonsma schine abstoßt. Ein breiter, durch den Schnee getre tener Weg führt von der Wärmequelle zu einem Thor in .den Sabalkanski Prospect.' Hinüber und herüber geht der Zug von Menschen. Wir stehen vor dem berüchtigten Wiasemsh, dem Schlupfwinkel der Verbrecher und des lichtscheuen Gesindels beider Geschlech ter und jedes Alters. In manchen russischen Romanen spielt es seine Rolle. Das verrufene Haus besteh aus einem größeren Gebäude an dem Prospect und mehreren kleineren Häufern im Hose, die eme Art Stadtvierte bilden. Hier haben begeisterte Nihilisten. die freiwillig unter das Volk" gegangen sind, Rekruten der That geworden: mer haben Getteralstochter das Evangelium ihrer gutgemeinten phan tastischen Reformlehren gepredigt; von hier sind Einorecherbanden auf Arbei ausgezogen; Verdorbenen. Gesunkenen und Versunkenen, gefallenen Engeln und Gewohnheltssundermnen.Unglück lichen, die keine helfende Hand fanden Schwerverwundeten im Kampfe um's Dasein, von denen die Samanter des rothen Kreuzes nichts wußten, Trunkenbolden und brotlosen Provinzlern die sich lm Leben der Mühonenstad nicht zurechtfinden konnten, allen , ha das Wjäsemski dom bereitwillig seine Thore geöffnet. . Unheimliche Dinge erzahlt man sich. Polizisten und Goro dowols. die in das Haus und seine cyiupswlnrel eindrangen, sind ver schwunden, spurlos, ohne Lärm, au Nimmerwiedersehen. Als eine Volkszählung abgehalten wurde.weigerte sich der aytungsausschuß, das Haus zu betreten, schließlich rückte ein Offi cier und ein Zug Soldaten an und vollzog die Zählung der Hunderte von Insassen des Hauses. Dabei sprangen halbnackte ' Weiber mit betäubendem Gekreisch auf die Soldaten ein und versetzten ihnen Püffe. Es ist nicht an gängig, das Haus plötzlich zu säubern da Hunderte der dort zusammen pferchten Insassen gänzlich obdachlos werden wurden. Man furchtet viel l:icht auch, daß sich anstatt dieser einen Verbrecherhohle dann viele andere bll den würden, die noch schwerer zu überwachen wären. So besteht denn dies seltsame Haus in ziemlicher Ungestörthelt weiter und liefert manchen Stof für die Arbeit der Gerichte. Ein Besuch dieser Gegend ist nich Jedermanns Sache, doch bietet er des Interessanten hinter den Coulissen des Großstadtlebens so viel. daß. wer dem Ungewöhnlichen im Leben nachgeht, ihn nicht unterlassen sollte. Der Polizeiprlstaw, dem man für den Fall des Verschwindens die Absicht, in . das Wiäsemski dom einzudrinaen. mit theilt, will nichts davon wissen. Es isi ihm sichtlich nicht schmeichelhaft, daß man sich für dies seiner Obhut ander
raute Stadtviertel so ledhast tnterei-
ixt. Er meint, die Ztirchen, Schlo er. Theater u. s. w. wären doch interessanter. Schließlich nimmt er ergeben von dem Vorhaben Kenntniß. Nun ist noch eine Schwierigkeit zu überwinden: man muß sich masnren. Denn em Mensch mit Kragen und Manschetten, mit Weste und heilen Beinkleidern würde im Wjäsemski dom ein solches Aufsehen erregen, daß er bald von alä. er i r rjtv len Insten umrmgi, seiner janen Habe beraubt und wahrscheinlich mit den geringen ihm verbleibenden sterblichen Resten hinausbefördert werden , - . crto :t.- .c. .,:,. ttHuCC, jau lijiu iiiuyi iuu u,uuuuc res zustößt. Indessen die Verkleidung gelingt auch; ste gelingt so gut, daß der JSwosStschik daS Geld im Voraus verlang, ein untrügliches Zeichen, daß . m 9 ' er an die Aayiunaslayigreu mcoi glaubt. In der Nähe des Hauseö wird, gehalten. Während der Jswoschtschik noch mit einem Gorodohoi verhandelt. wahrscheinlich, um anzugeben, woher der neue Strolch gekommen ser, ziehen Wir in's Wjäsemski dom ein, Kops und Rücken gebückt und auf dem Ge iicht das hoffnungslose, zu Allem saHat Nitschewo. Zunächst der Hof. In einem Winkel hat sich ein Theederkäufer. aufgestellt. Die Theeblätter zieht aus der emen Tasche seines schmierigen Pelzes hervor, den Zucker aus der an-' i A -... Tl oeren. iinc opeie rotier ein ia dieses trüben grünlichen Getränkes, aber das Glas muß man mitbringen. Kinder und elende Gestalten umlagern den vielbeneideten Mann, ver Thee trinken kann, so viel er will. Er füllt das Getränk in die ihm vorgehaltenen zerbrochenen Gläser. Tellerscherben und - . ... ist. j: rn f'ti cyaien: em roiyoalliaer enge: sich den Thee sogar in eine Cigarettenschachte! gießen und zieht stolz davon. Plötzlich entsteht Streit, der Theemann ist umrinat und von einem Angriff be droht: man will seinen Samowar haben. den er gestohlen hätte. Der Kerl ist auf Alles vorbereitet, er packt seinen Samowar und wirst ihn einem ver Schreier an den Kopf, daß der ganze Haufe pustend und brüllend ausernan derfährt, und weg ist er, hinaus auf die p . rr-, fn i f!X.9 m.n toliaßc. 125 iii ein jamincxuaa jou, das sich nun um den zerbrochenen Blechsamowar zankt; die meisten in überaus dürftiger Kleidung, doch auch einige handfeste, kernige Gestalten un ter ihnen, die in dem Staube, Schmutz und Elend vortrefflich zu gedeihen scheinen. Wer kennt ihre Geschichte? In der Kanzlei auch das Wia semski dom bat seine Kanzlei ist man überaus zuvorkommend. Man erklärt, es sei unmöglich, immer ganz genau über' die Zahl, den Beruf, die Geschichte der. Insassen unterrichtet zu sem; man wurde Hunderte von Dwor niks und Gorodowois gebrauchen, um die Kommenden und Gehenden zum An- und Abmelden anzuhalten. Die Stuben der Hauser sind meist an feste Abnehmer dauernd vermietyet, .schon für einen Rubel monatlicher Miethe gibt es Zimmer. Die festen Abnehmer nehmen beliebig viele Aftermiether auf,' um die man sich nicht bekümmern kann, obwohl die Cnminalpollzer auch ihre Agenten in dem Hause unterhält,, die natürlich Niemand der Insassen kennt. In den Häusern gibt es mehrere Hu'ndert Äimmer: manchmal sind die Äimmer so voll, daß mehr als 20 Personen in einem Raume beieinander hocken; das macht mehr als 2000 Einwohner. Man findet auch ordentliche Arbeiter, die Morgens an ihr Tagewerk gehen und Abends zurückkehren; sie benutzen das Haus als billigstes Quartier in der Mitte der Hauptstadt. Von einem handfesten Dwornik begleitet, treten wir die Wanderung durch die Häuser an. .Im Winter," sagt er. ist es bes ser hier. Der Geruch ist nicht so schlimm." Er mag recht haben dafür kann in den Zimmern der Geruch im Sommer aber kaum schlimmer sein, als jetzt. Durch eine lange, an der Seite offene Galerie pfeift der Wmd und haust den Schnee vor den Thuren ant Die Gestalten des Elends huschen über den Flur, triefäugige Weiber rufen ihre Waare aus. alte Zwicbacke und Brotschnitten, lärmende Trunkenbolde flu chen und singen Lieder, von denen wir glücklicherweise nicht Alles verstehen Wir öffnen eine Zimmerthür. Rauch Tabaksaualm. Vranntweindunst und Wolken vonSeifenwasserdämpfen strö men uns entgegen. - Wir sind in einem zweifensterigen Raume; etwa zwanzig Personen machen sich hier zu schaffen schnapstrinkend hockt dort ein Haufe, andere liegen auf den Holzpritschc.l; e:n bis zur Huste nacktes weibliches Ge spenst wäscht in einem Holzbottich Kinder schreien und zerren sich an den Haaren. Keiner kümmert sich darum Mit lauter Stimme liest ein jugendli' cher Mensch aus einet Zeitung, den Pelz trägt er auf dem nackten Leib'', das Gespenst scheint sein einziges Hemd zu waschen. Man achtet nich auf die Eintretenden, die widerlichsten Flüche erschallen. In anderen Z'mmern dasselbe Bild: man steint kein Geheimniß vor einander zu haben; vor den Augen der Kinder spielen sich un beschreibliche Scenen ab, kaum kanTi man glauben, daß hier lebende Wesen derselben Gattung hausen, die uns in den Theatern und in den Prachträu men der . großen Petersburger Wel durch ihre Schönheit, ihren Geschmack v ;t. t i. uno iyre ANMUIY ernzucn. AXI cni setzlichste Ort des Wiäsemski dom oder der Wjäsemskaja läwra (Klöster), wie es der Volksmunv nennt, ist die be ruchtigte .Glasgalerie-, eines der Häuser,, ein langer, enger Flur, spar lich erleuchtet, mit vielen Abzweigungen und dunklen Treppenschlünden und Winkeln, die Hauptverkehrsader des .Klosters". Hier drängt undstößt.sich treppauf treppab das Volk umher; was hier geflutt, gesungen und . gethan wird, spottet jeder Äschreibung.' Der Geist des Fusels herrscht hier in dex alleraemeinsten Weise. Gkickailtiakeit
und Schamlosigkeit 'sind seine B:
ler. Einmal tn ven ncy oormans
schiebenden Menschenstrom gerathen. findet man es schwer, ihm zu entsliehen. Athmet man endlich wieder rerne Luft, so meint man doch noch lange den Druck von Staub, Schmutz und dem Gemisch der entsetzlichen Düfte des Klosters" auf der Brust zu fühlen. Wer eö über sich gewinnen könnte, hie? einige Tage zu verleben, würde des Seltsamen viel entdecken; doch wie der Ertrinkende nach der Luft, so strebt auch der neugierige Besucher schleunigst wieder nach dem Tageslichte und ver rischen Winterkälte Zurück. Hat er ich doch genugsam überzeugt, wie sich hier in der Hauptstadt des russischen Reiches die Extreme berühren. Goldene Kuppeln von Kirchen und Palästen, ungezählte Millionen in funkelndem Edelgestein auf Kronen, Geschmei. den und an den Heiligenbildern , ,der Kirchen, leichtherzigste Verschwendung ererbter Güter, Tänzermnen. die ein fürstliches Vermögen in Edelsteinen aus sich tragen,, wenn sie em sorgloses Aoll durch ihre Bewegungen begeistern, und auf ' der anderen Seite der Abgrund menschlichen Daseins, wie er uns in der Wjäsemskaja 'lawra entgegentritt. Wer mochte es glauben, daß in der Wjäsemskaja lawra noch Menschen wohnen, die zu retten wären ?DnTeu sei des Trunkes,- der dort seine Tempel gebant hat, beherrscht die . Elendesten der Elenden und sträubt sich gegen jeden Versuch, ihm seine Opfer zu entreißen. Betäubung, um den Jammer der Welt nicht zu fühlen, Stillung des Hungers und der thierischen Liebe in chrer rohesten Art, das sind die Trübe, die die Welt des .Klosters- bewegen. und nicht selten spulen die Wellen de Canale' dürre Körper an's Land, die vordem in dem Wjäsemski dom gelebt. gelitten und gesündigt hatten. Wer m Rußland, und namentlich in der Hauptstadt, arbeiten kann und will, der findet hier' leicht lohnende Beschafti gung. Die wohlhabenden deutschen Handwerker -beweisen es. Um solche Häuser wie die Wjäsemskaja lawra zu verHuten oder wenigstens weniger Volk reiaz zu maazen. lome. man m V m mm planvoller Weise des kleinen russischen Arbeiters annehmen, ihn in seinem Handwerke vervollkommnen, damit er die Arbeit als Quelle guten Lohnes und als Quelle aller Freuden schätzen und lieben lernt. Es wird in dieser Richtung bereits gearbeitet, und der gebildete Russe ist mit seinem Urtheil über die Insassen des Wjäsemski dom schnell bereit: das sind moralisch Aussätzige, die nicht arbeiten wollen und die ihren Untergang verdienen! Hat man die schauerliche Stätte des Elendö hinter sich gelassen und nach einem Bade, einem gründlichen Wechsel der Kleidüng wieder den Stolz des Culturmenschen gefühlt, so wird dieser Stolz doch wesentlich beeinträchtigt durch das Bewußtsein, -daß Hunderte von Kindern unserer, eülturstolzen Zeit in dem Wjäsemski. döm zu Verbrechern und Taugenichtsen heranwachsen müssen. Der singende Baum. Nach einem Bericht deö Afrika-Nei-senden Schweinfurt gibt es in gewissen Gebieten Afrikas einen .singenden Baum", von den Eingeborenen Tsofar genannt, der dafür bekannt ist, daß er häufig ein singendes Geräusch ertönen läßt. Dasselbe hat eine eigenthümliche Entstehung. Der Baum birgt nämlich ein Harz, das sowohl von arabischen Händlern als von einem Jnsect geschätzt wird, von den einen wegen sei nes Handelswerthes, von dem andern als, wohlschmeckende Speise. Um dieses Harz zu gewinnen, werden von den Jnsecten die Zweige des . Baumes in vielen kleinenLöchern angebohrt. Wenn nun der Wind in die Baumkrone hineinweht, so fängt er sich in den kleinen Löchern der Zweige, und dadurch entsteht jenes eigenthümliche singende Geräusch, ähnlicb den Tönen leiser Harfensaiten. BettlersRachcAlte Frau (keifend): .Hier wird nichts gegeben, scheeren Sie sich zum Teufel!" Stromer: .Soll ich vielleicht Ihren Enkel grüßen?- Frau: .Meinen Enkel? Habe keinen Enkel." Stromer: .Na, Sie sagten doch, ich sollte mich zum Teufelscheeren!" Freigebig. Räuber: .Dein Geld oder Dein Leben!" Aaron: .Geld hab' ich keins. aber hier kannst? nehmen mein Sahrahleben!" Diplomatisch. .Du hast wieder drei Tag' sitzen müssen. Warum denn?- Weil ich den Kopf geschüttelt hab'!" Das ist ja rein unmöglich. Jemanden wegen Kopfschüt telns einzusperren!" . Ja. weißtDu. er war halt nicht mein Kopf!" 6 i. Ei! Junge Braut (welche von ihrem Verlobten den ersten Kuß erhält) : Daß dies Dein erster Kuß gewesen, lieber Rudi, glaube ich Dir nicht; denn er zeigt bereits eine gewisse Routine." Bräutigam: So. woher weißt Du denn das?" ? ,,, ' . Cin Unfehlbares Mittel. Zai Feld der Wirksamkeit des berühmten DrvBull'5 Husten Syrup rvrrd immer fortbestehen, denn wenn eine Mutter einmal dieses unfehlbare .Mittclgc'genHustcnFrkältuug,Bräu,' ne oder Keuchhusten gebraucht hat, so! wird sie rrle eine andere 'Medizm .ver,' suchen. - ''Ich gebrauchte Dr. mw& Husten EynrpM 15 Jahren in der Familie gegen Husten, Erkältung und! HalS-Leiden und -fand ihn ein ausge-' zelchneteS.M!ttcl.Frau D.T.lZlarke, ' I63CongreßStr.,Clcveland'.O. Dr.! Bullys Husten Syrup wird, überall M .5 enrsverlauft und man tarf sich nicht rsn Verkäufern, überreden lassen kitten anderen oder. erwaÄ ' bMaercn cw . 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Regen und Kälte war gegen uns das ganze Frühjahr. Der Verkauf von Kleiderstoffen ist nicht was er sein sollte. Deshalb haben wir sozusagen den Stier bei den Hörnern genommen und suchen ben Ausfall durch einen Verkauf einzubringen, der die Leu'e ohne Rücksicht .auf Wetter heranzieht. Farbige nnd schwarze Kleiderstoffe, Seide und Waschstosse jeder Art sind eingeschlossen nnd die Preise zeigen, daß wir es ernst meinen. Es ist um in Ihrem und unserem Interesse, daß Sie diese Woche Kleiderstoffe kaufen.
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