Indiana Tribüne, Volume 21, Number 230, Indianapolis, Marion County, 8 May 1898 — Page 3
Ver Todte von 5ö orr or - Is Ccm d.
Noman von Harry Shcff. (3. For.stzung.) Bedarf es Noch eines Wortes, baß Dlcse Ansichten, welche, nachdem sie einmal in mir Wurzel geschlagen, gewa! tig wuchsen und trieben, aber auch mein ganzes Wesen, mein Denken und Streben meinem Vater entfremdeten, mich ihm antipathisch, schließlich verhaßt machen mußten? Mein Vater. ein Aristokrat vom Scheitel bis zur Sohle, ein Hofmann .der alten Schule, ein starrer Vertreter des Prinzips, welches auf Erden nur Herrschend und Beherrschte duldet, sah mit eisiger Verach tung auf alle Neuerungen und Wandlungen der Zeit. Dazu kam, daß das Alter ihn mißtrauisch, verschlossen und ungeduldig gemacht hatte, und daß er den Einflüsterungen der Creaturer., ei seine Gunst erschlichen bitten, sehr zugänglich war. Ich übergehe die schrecklichen Jahre, da wir, Vater und Sohn, in einem nicht ausgesprochenen, doch beständigen Kampf begriffen waren. Mochte auch dann und wann einer von uns das aufrichtige Bedürfniß fühlen. Frieden zu schließen und Gott ist mein Zeuge, ich empfand es oft und tu sehnte heiß und innig, das Herz des Vaters ganz zu hesiden , wir konnien nicht zu einander kommen, wir ve? mochten uns nicht zu einigen, und die Gegensätze verschärften sich mit grausamer Geschwindigkeit. Mein Vatcr hatte von mir gefordert, ich solle mich demSoldatenstande widmen; ich spürte nicht den geringsten Beruf in mir,' in Friedenszeiten den Säbel über das Pflaster zu schleppen, und weigerte mich, seinem Wunsch Folge zu gebe::. Schon von diesem Tage an galt ich meinem Vater nichts mchr. Hatte er mich bisher für einen irregeleiteten Schwärmer" gehalten, so erklärte er mich jetzt für inen verlorenen Men schen, einen Schandfleck auf dem Wappenschilde derer zu Fels". Er dermied es, mit mir zusammenzutreffen, und geschah dies, so richtete er nur die Nothwendigsten Worte an m:ch. Wenn man jung ist. trägt man viele gefährliche Feinde in sich, welche immer be reit sind, im gegeb'cnen Augenblick bcrvorzubrechen und uns zu verderben. Einer dieser Feinde, der uns am meisten schädigt, ist der Trotz. Er hielt auch mich ab, die Versöhnung meines Vaters zu suchen; er stachelte mich auf, ihm die Kälte, die er mir zeigte, verdoppelt zurückzugeben. Leider war Gallus. der mir sicher den rechten Weg gewiesen, in 'diesen Jahren mir fern ; er weilte in Italien, dessen Clima er zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit brauchte. Ich beschäftigte mich inzwischen mit den verschiedensten Wissenschaften und practischen Studien, besonders aber interessirte ich mich für Mechanik, hatte mir in unserem Hause eine kleine Werkstatt eingerichtet und träumte Tag und Nacht davon, einmal durch eine nützlich: Erfindung, welche mir glücken würde, me:nen Namen in das goldene Buch einzuzeichnen, welches diejenigen auch den spätesten Geschlechtern bekannt macht, die für Millionen andere einen Schritt vorwärts gethan. Damals lernte ich einen Mann kennen, der eine der hervorragendsten Maschinenfabriken Deutschlands besaß. Ich bat ihn, mich in meinen Bestiedüngen insoweit zu unterstützen, daß er mich ab und zu in seiner Fabrik an den Arbeiten theilnehmen ließe. Aber der alte Fabrikant erwiderte mir,-daß er den Dilettantismus, auf welchen e biete es auch sei, grundsätzlich verdämme. Jedes Ding müsse von ' Grund auf gelernt werden. Wenn ich bei ihm wie jeder andere lernen wolle, so wäre ich ihm von ganzem Herzen willkommen. Ich überlegte nicht, lange. Die Ansichten des Mannes waren ja eigentlich auch die meinigen. 'Einige Tage später stand ich im blauen Kittel unter den anderen Arbeitern der Fabrik und faßte herzhaft an wie jeder meiner Kameraden. Dieser neueste Streich des tollen Grafen" wurde meinem Vater schnell genug hinterbracht. Doch kein Wort darüber kam über seine Lippen, und ich triumphirte innerlich schon.daß ich wenigstens diesmal hätte frei wählen und handeln dürfen. Am Ende hatte er doch eingesehen, daß der irregeleitete Schwärmer" sich nicht so leicht dem Willen eines andern beuge. Ja, es wollte mir sogar scheinen, als sei er ein wenig freundlicher, milder, rücksichtsvoller in seinem Benehmen mir gegenüber, als sei er darauf bedacht, meinen Schwächen und Extravaganzeit" in dieser Weise war bisher fast jeder meiner Schritte verurtheilt worden schonende Duldung entgegenzubringen. Der Wahn, dem ich mich hingab, sollte schnell genug verfliegen! Eines Morgens ich mochte titoa drei Wochen in der Fabrik gearbeitet haben wurde mir ein Herr gemelder, der mich in Geschäften zu sprechen begehre. In Geschäften? Was konnte das bedeuten? Zwar stand ich im Begriff, meinen Weg zur Arbeit anzutreten, doch ließ ich den Fremden einladen, mich im Bibliothekzimmer zu erwarten. Es war ein älterer, elegant gekleideter Herr, den ich bald darauf vor mir sah; der graue Backenbart, die goldene Brille, die hohe, von Falten durchzogene Stirn, die forschenden Blicke der stahlgrauen Augen ließen mich einen Gelehrten in ihm vermuthen. Und seine Sprechweise war wirklich die eines höchst gebildeten Mannes. Er stellte sich mir als ein Doctor Gabriel vor. der in der Nähe der Stadt eine chemische Fabrik betreibe. Gestern Abend sei sein Motor plötzlich außer Ordnung gekommen; er habe sich heute in aller Frühe an die Maschinenfabrik gewandt hier
nannte er den Namen meiner Arbeitsstatte . doch seien alle Kräfte dort zu sehr beschäftigt, um im Augenblick abkommen zu können; man habe ihn zu mir gesandt, damit ich mit hinausfahren und wenigstens feststellen möge, was mit dem Motor geschehen sei. Auf meinen Bericht wollte' man dann einen geschickten Monteur senden. Do:tor Gabriels Wagen hielt vor der Thür; ich nahm die nothwendigen Jnstrumente mit. und wir stiegen ein. Jetzt noch steht das Bild in ungetrübterLebhaftigkeit vor meinen Augen. Im Begriff, in den Wagen zu steigen, wandte ich mich noch einmal um. Da sah ich meinen Vater. Trotz der frühen Tagesstunde war er schon wach und stand angekleidet hinter der Spitzengardine, welche das breite Fenster seines im Erdgeschoß gelegenen Schlafgemaches verhüllte. Als er wahrnahm, daß ich ihn bemerkt, trat er hastig in das Innere des Zimmers zurück. Der Wagen mitDoctor Gabriel und mir rollte durch die Straßen der Stadt und bald einen freundlichen Landweg hinauf. Der Chemiker unterhielt mich auf das beste und ließ sich auch von mir mancherlei auS meinem Leben und über meine Bestrebungen und Ansichten erzählen. Er meinte, es -sei ein verblüffend seltener Fall, daß der Sohn eines so hochstehenden Mannes, wie mein Vater es sei, sich einer praktischen Thätigkeit widme; auch scheine diese mich recht anzugreifen; ich sei auffallend blaß und verrathe eine nicht geringe Nervosität doch das würde sich gewiß alles wieder regeln. Ein bißchen freie Luft, ein wenig Ruhe, ein paar Monate ohne Arbeit, Aufregung und besonders ohne erhitzende Lectüre, das sei alles, was ich nöthig hätte. Ich dankte dem Herrn für seine wohlgemeinten Rathschläge, versicherte ihm jedoch, daß ich mich niemals wohler befunden hätte als jetzt. Nach zweistündiger Fahrt erreichten wir unser Ziel, eine kleine Villencolonie im Walde. Der Doctor führte mich in ein behaglich eingerichtetes Landhaus. Hier wohne er. meinte er lächelnd; die Fabrik liege fünf Minuten von hier entfernt i einem kleinen Fluß. Sobald wir uns in wenig erfrischt hätten, würden wir den Weg dorthin zu Fuß antreten. Dann führte er mich in ein Gemach, das an vornehmer Eleganz der Einrichtung nichts zu wünschen übrig ließ, bat mich. Platz zu nehmen und ihn für einige Augenblicke zu entschuldigen: er habe nur seiner Nichte eine Mittheilung zu machen. Er ging, und ich blieb allein. Was sich dann ereignete, darüber hat meine Erinnerung nur schattenhafte Vorstellungen. Ich weiß, daß der Doctor nach einiger Zeit in Begleitung zweier robuster Männer zurückkam, daß er mir mittheilte, ich sei krank, sehr krank, und im Auftrage meines Vaters habe er mich in seine PrivatHeilanstalt gebracht, wo ich in einigen Wochen zweifellos meine Gesundheit wiedererlangen würde. Ich weiß, daß ich mich mit einem Schrei der Wuth und der Verzweiflung auf den Elenden stürzte, um ihn zu erdrosseln, daß mich die Begleiter des Doctors von ihm zurückrissen und mit mir, der rasend und schäumend um sich schlug, kämpften, dann Drei Wochen waren, so erzählte man mir später, vergangen, als ich wieder den ersten klaren Gedanken zu fassen vermochte, drei Wochen, in denen ich zwischen Leben und Tod geschwebt, denn ein Nervenfieber hatte mich gepackt und niedergeworfen, ' und während mein Körper zu verfallen begann, irrte mein Geist in fernen, traumverlorenen Gefilden. Doch das Erwachen glich ebenfalls einem Traum, einem vom Himmel gesandten holdseligen Traum. Als ich die Äugen aufschlug, fielen meine Blicke auf das Antlitz' eines Mädchens von wahrhaft überirdischer Schönheit. Mit dem Ausdruck zärtlichen Mitleids und theilnehmender Erwartung schauten ihre Madonnenäugen zu mir herab. Ihre weißen Hände reichten mir einen labenden Trunk und legten Kühlung auf meine brennende Stirn. Mit diesem Augenblick begann mein zweites Leben. Das Wesen, welches damals' zuerst mir entgegentrat, gab es mir zum Geschenk, und diesem neuen Dasein fehlte die Liebe nicht. Ich habe diesem Papier, welches vielleicht, wenn die Vorsehung es so will. in. die Hände eines Fremden fallt, alles anvertraut, was auf das Verhältniß zwischen meinem Vater und mir Bezug hat. Ich that es, weil eine klare Darstellung für etwaige spätere Verwickelungen nothwendig s?tn könnte doch anders sei es mit 'meinen er sten Beziehungen zu Beate. Diese glücklichste Zeit meines Lebens, die Zeit junger, geheimnißvoller. von tausend Gefahren bedrohter Liebe, des Zusammenfindens zweier Herzens, welche bisher des süßesten Gefühls entbehrt hatten nein, laßt mich sterben, ohne diese Seligkeit preisgegeben zu haben. Und wenn der Tod seine schwarzen Fittiche auf mich niedersenken wird, die Erinnerung an dieses namenlose Glück wird wie eine holde Lichtgestalt an meiner Seite stehen und die Schrecken fortscheuchen. Beate war die Nichte des Doctors. in dessen Haus mich die Fürsorge" meines Vaters gebracht hatte. Eine Schwester desArztes hatte einen Herrn v. Ballstetten geheirathet, einen Officier, der nach seiner Verheiratung den Dienst aufgab und in einigen verfehlten Speculationen sein Vermögen verlor. Der Gram t'ödtete ihn, und auch seine Gattin folgte ihm bald m's Grab. Doctor Gabriel nahm das einzige Kind seiner Schwester in sein Haus und vollendete Beatens Erziehung. Sie war jetzt siebzehn Jahre, und er bewachte die wundervoll erblühende Madchenknospe mit argwohn!schen Blicken. Doch hatte er ibr ge-
stattet, an meinem Lager zu wachen, als ich in wilden Fieberphantasien lag; er selbst war es ja gewesen, der ihr zuerst von dem vornehmen Patient.n. den seine Anstalt jetzt barg, erzählt und so ihr Interesse für mich jetost wachgerufen hat. Ich will kurz sein. Beate überzeugte sich sehr bald, daß man - mich keinesWegs mit Recht zurückhielt; sie wußte aber auch, hatte es aus dem Munde ihres Oheims selbst erfahren, daß ich nach dem Willen meines Vaters für lange Zeit dieses Haus nicht würde verlassen dürfen. Der Schandfleck auf dem Wappenschilde derer zu Fels" sollte eben nicht so bald wieder zum Vorschein kommen. Hielt mich mein Vater wirklich für geisteskrank, glaubte er seine Pflicht zu erfüllen, als er mir die Freiheit entzog und mich unter die Beobachtung eines Irrenarztes stellte? Ich glaube es; ja, ich glaube es, daß ihm meine Anschauungen, die ja von den seinigen durch eine Welt getrennt waren, krankhaft erschienen, und ich will mit dem Gedanken von hinnen gehen, daß es väterliche Liebe und Besorgniß war, welche ihn damals so handeln ließen. Und dann führte er mich denn nicht, ohne es zu wollen freilich, auf den Gipfel paradiesischen Glückes, war er denn nicht das Werkzeug, welches sich das Schicksal erkoren, um mich Beaten zuzuführen? Wir liebten uns und beschlossen, uns für das Leben anzugehören. Und einen Ocean wollten wir zwischen uns und diejenigen legen, die unserem Bunde feindselig gegenüberstanden und uns, wenn sie die geringste Kenntniß unserer Neigung gehabt, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln voneinander gerissen hätten. Nachdem wir uns vollkommen über unsere Ziele und Absichten einig geworden, planten wir die Flucht. Wir verfügten über nur geringe Geldmit tel. Ich trug zur Zeit, da Doctor Gabriel mich in sein Haus lockte, einige hundert Mark in meiner Tasche, die man mir auch gelassen hatte; aber ich besaß Brillantringr an meinen Fingern, die eine Summe von etwa dreitausend Mark selbst bei ungünstigstem Verkauf ergeben mußten. Das war das Kapital, welches uns zu Gebote stand, um zu fliehen und nach Amerika hinüberzugelangen. Drüben, im freien Lande, wollte ich schon für den Unterhalt meines geliebtenWeibes und den meinigen sorgen! Die Flucht selbst war mit VeatenZ Hilfe verhältnitzmäßig leicht zu bewerkstelligen. Doctor Gabriel war in jener Nacht seinem Hause fern; er weilte in der Stadt, wo er in einem wissenschaftlichen Verein einen Vortrag hielt. Er hatte sich, da er bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich noch mit einigen Freunden zusammensaß, seinen Wagen erst für zwei Uhr Morgens bestellt. Dieser Wagen spielte in unserem Fluchtplane eine hervorragende Rolle. Dem alten Kutscher hatte Beate am Abend zugeflüstert, es handle sich um eine Ueberraschung für den Onkel, um einen Scherz, sie werde in derNacht mit ihm zurückfahren. Doch sollte kein anderer davon Kenntniß haben, und deshalb müsse der Wagen an der kleinen Gartenpforte halten und sie aufnehmen. Der alte Diener hielt auch wirklich reinen Mund, um seinem lieben Fräulein, das immer freundlich und gütig zu ihm war, den Spaß nicht zu verderben. Er erwartete sie auf dem Bock seines geschlossenen Wagens an der bezeichneten Stelle; Beate stieg, die Aufmerksamkeit des Kutschers durch einige Fragen fesselnd von der einen Seite ein, während ich auf der anderen den Schlag leise öffnete und in das Gefährt hineinschlüpfte. Und fort ging es der Stadt und unserem Glück entgegen! Wenige Stunden später saßen wir im Eilzuge, der uns rasch gen Westen trug. Wir reisten über Bremen nach der NeueH Welt und erreichten, ohne nur im Geringsten angefochten zu werden, New Fork. Wir hatten unS getäuscht, als wir befürchtet, man werde uns verfolgen und derTelegraph werde nach allen Richtungen hin unsere Flucht melden. Nichts geschah in dieser Beziehung. Mein Vater muß wohl dem Doctor den Befehl gegeben haben. Stillschweigen zu bewahren und jeden öffentlichen Scandal zu vermeiden. Ich selbst war seitdem für ihn todt. Als ich später einige Briefe an ibn richtete und ihn im Interesse meiner Frau und meines Kindes versöhnen wollte, erhielt ich nur ein einziges Mal einige Zeilen als Antwort. Er habe allerdings einen Sohn besessen, schrieb er kalt und förmlich, doch habe er ihn vor einigen Jahren begraben. Leute, welche jetzt für eine Frau obscurer Abkunft und deren Kind irgend welche Rechte im Namen seines verstorbenen Sohnes beanspruchten, müßten entweder Getäuschte oder aber Betrüger sein: Er bitte sich ein für allemal aus. nicht fernerhin mit Zuschriften belästigt zu werden. Seitdem hatte auch ich natürlich keinen Vater mehr. Und doch bildete ich mir ein, daß sein Interesse nicht so ganz für mich erstorben sei, als es den Anschein habe. Freilich empfand ich das in für mich höchst ungünstiger Weise. Noch heute besitze ich keine Erklärung dafür, weshalb ich aus jeder Stellung, die ich in Amerika annahm und zur Zufriedenheit ausfüllte, nach einiger Zeit unter nichtigen Vorwänden entlassen wurde. Ich änderte meinen Namen zu wieder holten Malen, ich wechselte die Städte, ohne irgend Jemand eine Mittheilung zu machen, wohin ich mich wende gleichviel, nach einigen Monaten ereilte mich mein Schicksal. Und fragte ich, zitternd vor ohnmächtiger Wuth, nach dem Grunde meiner Entlassung dann wurde mir ausweichend geantwortet. Und dann mußte ich zu meinem
Weibe heimgehen und der Aermsten sagen: Wir müssen weiterziehen; auch hier kann unseres Bleibens nicht sein jene unsichtbare Gewalt, die uns bekämpft und es darauf angelegt zu haben scheint, uns zu verderben, hat wieder einmal gesiegt und ihren Zweck erreicht." Dann at:r fand ich bei Beate jenen Trost und jene Aufrichtung in meinem Schmerz, dcn nur ein liebendes und geliebtes Weib uns zu gewähren vermag. Hand in Hand traten wir dann an das Bettchen, in dem unser Kind schlummerte, und auf den kleinen süßen Engel niedergebeugt, empfanden wir mit unaussprechlich wohlthuendem Gefühl, daß die Macht unserer verborgenen, heimtückischen Feinde an der Schwelle unseres Heims wenigstens Halt machen müsse. Unser Kind war uns ein'Jahr nach unserer in New Fork erfolgten Verheirathung geschenkt worden. Unsere Susanne meine Frau hatte ihr den Namen ihrer Mutter gegeben war ein wahres Gottesgeschenk! Als ich das kleine holde Wesen zum erstenmal an meine Brust drückte, zum erstenmal wonnetrunken ausrief: Mein Kind mein geliebtes Kind." da' stürzten heiße Thränen aus meinen Augen wie jetzt, wie eben jetzt da ich. überwältigt von verzehrendem Weh. mit dem Bewußtsein, daß ich Weib und Kind niemals, niemals wiedersehen werde, diese Zeilen niederschreibe! Fünf Jahre waren vergangen, und immer war es mir noch nicht geglückt, irgendwo festen Fuß zu fassen. Wie von einem Fluch verfolgt, irrten wir durch die Staaten. Oft trat die Noth an uns heran, und wir hatten kein Brot im Hause, aber immer gelang es mir wieder, ein Unterkommen zu finden, einige Monate hindurch gutes Geld zu verdienen, bis dasGefürchtete eintrat und ich wieder einmal meine Stellung verlor. Aus dem Westen kehrten wir nach dem Osten der Vereinigten Staaten zurück, da ich wähnte, meine geheimen Feinde wllrden mich am wenigsten wieder in New Aork vermuthen. Und wirklich, das Glück war mir auch hier hold. Ich erlangte einige Tage nach meinem Eintreffen eine Anstellung als Zeichner im Bureau eines Bauunternehmers. Mein Chef zeichnete mich in jederWeise aus. da meine Arbeiten seinen vollen Beifall hatten und er wohl sah. daß ich es mit meiner Thätigkeit durchaus ernst nahm. So vergingen vier Monate. Schon glaubte ich mich geborgen, dem Einfluß meiner Verfolger entrückt, da trat das diesmal Unerwartete ein. Mein Chef erklärte mir, daß er auf meine Mitarbeiterschaft verzichten müsse. Ich las ihm vom Gesicht ab, daß es ihm selbst in der Seele weh thue, mir diese Eröffnung zu machen; deshalb wandte ich mich diesmal nicht voll Verachtung ab und ging, wie in anderen Fällen vorher, trotzig meiner Wege, sondern ich bat den alten Herrn flehentlich, mir den wahren Grund meiner Entlassung zu gestehen. . Er schüttelte den Kopf, fchaute mich mitleidig an und sagte dann: Junger Freund, Sie werden trotz Ihrer Tüchtigkeit und Ihres guten Willens kaum irgendwo lange aushalten; ich kann Ihnen nicht sagen, was mich zwingt, Sie fortzuschicken, doch Sie haben mächtige Feinde, welche gegen Sie arbeiten. Man will Sie unterdrücken, will, wie es scheint, verhindern, daß Sie in einer bürgerlichen Beschäftigung vorwärtskommen und doch ich habe schon zu viel gesagt. Leben Sie wohl und streben Sie danach, sich unabhängig zu machen." Gebrochen verließ ich den braven Mann. Jetzt, das stand fest bei mir. waren wir dem Untergang geweiht. Wer. fragte ich mich, wer außer deinem Vater kann ein Interesse daran haben, dich zu Boden zu werfen? Und doch, er kann, er würde nicht so grausam. so bodenlos heimtückisch handeln! Nein, er kann wohl seinen Sohn verstoßen, ihn für todt erklären, seinen Namen der Vergessenheit anheimgeben, doch ihn meuchlings anfallen und niederstoßen denn diese Verfolgungen gleichen einem mörderischen Ueberfall. nein, das kann ein Vater nicht, das kann dein Vater nicht! . Und auch heute, da ich ihn, der mir das Leben gegeben, auf Erden gewiß nicht mhr wiedersehen werde, spreche ich ihn von diesem Verdacht frei! Auch heute noch fehlt mir jede Erklärung für jene an mir begangenen Schurkenthaten! . Streben Sie danach, sich unabhängig zu machen!" Das Wort meines letzten Chefs klang mir in den Ohren, wo ich auch ging und stand. Unabhängig! Nicht dem Willen, den Beschlüssen irgend eines Menschen Unterthan. Unabhängig? Nur der Reiche ist es. Wie sollte ich schnell zu Reichthum gelangen? Wie sollte ich. der kaum Brot für seine Familie schaffen konnte, ein Vermögen erwerben? Mit welcher Nichtachtung, mit welcher ahnungslosen Unkenntniß der Folgen hatte ich vor Jahren ein fürstliches Vermögen von mir gestoßen, hatte ich die Vortheile aufgegeben, welche meine Geburt mir in denSchooß geworfen! Hatte ich damals ein Recht dazu gehabt. Ware es nicht meine Pflicht gewesen, wenn nicht für mich, so doch für meine Nachkommen mir den Besitz zu, sichern, der mir nach dem Tode meines Vaters einmal zufallen mußte? Ich klagte mich jetzt an, mein Kind geschädigt zu haben, und ich fühlte mich ihm gegenüber verpflichtet, das Aeußerste zu versuchen, um ein Vermögen zu erwerben. Und war es wirklich so unmöglich, das Glück zu zwingen? Nein und tausendmal nein! Lebte ich nicht in Amerika, dem Lande der Überraschungen, der Wunder? Ruhten nicht im. Boden dieses Welttheils ungehobene goldene Schatze, deren Werth unermeßlich war, und wußte ich nicht, daß fast täglich die Nachricht von' entdeckten Minen
kam, durch welche aus armen Teufeln in unglaublich kurzer Zeit Millionäre wurden? Das Goldfieber hatte mich erfaßt, es gönnte mir nicht mehr Ruhe und Schlaf; wachend, träumend beschäftigte ich mich nur noch mit den lockenden Vorstellungen, und immer sah ich mich glücklich zurückgekehrt aus den Bergen, ein vermögender, unabhängiger, glücklicher Mann. Damals kam gerade die Kunde von reichen Erzfunden in Alaska. Dort war zwar die Gefahr am größten, da die Eingeborenen das Vordringen der Goldsucher um jeden Preis zu verhindern suchten, aber auch der Boden war nicht von tausend und abertausend beuiegierigen Händen durchwühlt. Ich beschloß, nach Alaska zu gehen. Die Bitten und Thränen meines Weibes. die gefaltetin Händchen meines Kindes, der eigene Schmerz, von den geliebten Beiden scheiden zu müssen, nichts vermochte mich in meinem Entschlusse wankend zu machen. Nachdem ich die Mittel aufgetrieben, Beate und das Kind auf ein halbes Jahr zu 'sichern, riß ich mich von ihnen los und eilte in mein Verderben. Der letzte Brief, den ich von Beate nach Juneau City in Alaska, zwei Monate, bevor ich mich von Dalton und Hopkins zu dieser unheilvollenExpedition nach Horror - Island bestimmen ließ, empfing, meldete, mir, daß sie und das Kind m bedrängter Lage in einer Kellerwohnung des Hauses 347 Eldridge Street, New York, wohnten." 4. Capitel. Als Hans v. Rheden bis hierher gelesen hatte, sprang er auf und durchmaß, während sein Herz stürmisch pochle und seine Pulse flogen, unzähligemale den kleinen Raum. Eine Fluth von Gedanken und Empfindungen bestürmte ihn, und ein Weh, wie er es vorher noch niemals empfunden, preßte ihm die Brust und raubte ihm fast den Athem. (5r war eine Beute fürchterlichster Erregung. Er drückte die Hand gegen die brennende Stirn und blieb stehen, um sich einigermaßen zu sammeln. Sein Blick fiel auf die Leiche. Da wurden ihm die Augen feucht, und zwei über seine Wangen herabrollende Thränen verschafften ihm Erleichterung. Ihm war es, als Ware der Todte. der da bor ihm lag, nicht ein Fremder, sondern em Freund, ein Mensch, den er von Kindesbeinen auf gekannt, den er geliebt hatte, und den jetzt ein grausames Geschick von ihm gerissen. Und das nicht allein. Der junge, lebenskräftige Mann glaubte in diesem Todten ein wundersames Beispiel menschlicher Bestimmung zu erblicken. Und es überlief ihn kalt. Bestimmung? War es diesem Manne bestimmt gewesen, von des Lebens Sonnenhöhe in den Abgrund des Verderbens hinabzustürzen hatte es dann nicht auch eine göttliche Macht gefügt, daß er. Rheden. dem Heimath, Gesellschaftsklasse und ein großerTheil der Anschauungen mit dem Verstorbenen gemeinsam waren, gerade er den entseelten Körper des Unglücklichen auffinden mußte, daß in seine Hände die heilige Mission gelegt ward, von welcher in diesen Papieren die Rede war? Nein, das konnte kein Zufall sein, nicht die unbeabsichtigte Folge einer menschlichen Laune, das war mehr es war die Erfüllung der heißen, mbrünstigen Gebete, die von den Livven. die sich jetzt für die Ewigkeit geschlofsen hatten, zum Lenker der Welt emporqestieaen waren. Und diese Gebete hatten Erhorung gefunden! Der Arme hatte den Kelch des Leidens bis zum Grunde leeren müssen, seine brechenden Augen schauten die Hoffnung nicht und nicht den Sendboten des Himmels, die alles ausgleichende Gerechtigkeit; er hatte in Wahnsinn und Verzweiflung zu Grunde gehen müssen; aber zur selbenZeit durchschnitt der Kiel des Schiffes schon die Meereswogen, welches den Mann trug, der ausersehen war, die Enthük lun'aen und Wünsche des Sterbenden in Empfang zu nehmen und der Anwalt der Verwaisten zu werden. Und das zu sein, dem Weibe, dem' Kinde dieses Todten zu Hilfe zu kommen und sie in ihre rechtmäßige Lebensstellung zurückzuführen das schwur sich Hans v. Rheden, während seine Hand sich leicht auf das Lockenhaar des Todten legte. Dann nahm er schnell die noch nicht gelesenen.Papiere zur Hand und überflog ihren kurzen, fragmentarischen Inhalt. Am 12. Mai 1874. Suschen, mein süßes gewebtes Suschen, komm, setze dich neben mich, lege den Arm um mich fester, so, weißt du noch, so thatest du immer daheim, wenn du müde warst. Liebling, fürchte dich nicht sie werden dir nicht wehe thun, die bösen Thiere, nein, nicht dir und nicht mir. Ich habe ihnen ja in der verflossenen Nacht alles erzählt und heiße Thränen vergossen, da ich von dir und .dem Mütterchen sprach. Und als sie mich weinen sahen und hörten, wie ich sie mit gebrochener Stimme anflehte, und wie ich dann auf die Kniee fank und dieHände rang, um ihr Mitleid zu erbetteln, Suschen, auch die Bestien der Wildniß haben ein Herz sie hegen und Pflegen ja auch ihre Jungen und wollen sie nicht hergeben da. ich weiß nicht, wie es kam sie waren plötzlich verschwun--den und ich sah sie nicht mehr aber dich sah ich. ja. mein Sonnenstrahl, du warst bei mir. Bist du eigentlich durch die Lust zu mir geflogen? Wer hat dir denn verrathen, wo dein Väterchen schmachtet und sich sehnt nach dir und der Mutter? Ah, ich weiß, die Mama kommt auch noch nein, weine nicht. Suschen, gewiß sie kommt. Wir werden wieder
beisammen sein, wir drei, wir drei glücklichen Menschen. Bist du so müde, kleiner Schelm? Schlafe,schlase, liegst ja an meiner Brust. Ich küsse dein rothblondes, seidenes Haar, ein Löckchen davon habe ich immer bei mir getragen, es war mein Talisman, der mich vor Gefahr behütet. Schlafe, morgen, wenn du erwachst, ist die Mutter bei uns, und ein großes Schiff schaukelt sich auf der Fluth amStrande und gute Menschen kommen, uns heimzuholen. Aber bis dahin mußt du schlafen ich singe dir ein Lied und jetzt jetzt erzähle ich dem PaPier, wie lieb ich dich habe, denn alle, alle sollen es wissen alle alle Pst, pst, nicht so laut, du böse Uhr Suschen schläft unser Kind schläft. Beate!. Suschen! Liebe, geliebte Menschen, zürnt nicht ich kann's nicht mehr ertragen. Laßt mich ruhen. laßt. mich lebt wohl, lebt wohl lebt wohl. - Ich will's nicht mehr leiden. Der Sturm, der vom Meere schrecklich daherbraust. hat die Thür erbrochen der Weg ist frei ich fliehe frei nach Hause ich will's nicht mehr leiden Beate! Suschen! Suschen! " Vor dem Hause ertönte ein Ruf. Gerfaut und dieSchiffsleute waren da. Rhedens zitternde Hände verbargen die Brieftasche mit den Papieren, der Photographie und der Locke in der Brusttasche seines Rockes. Kaum war dies geschehen, als die Thür aufgerissen wurde, und der Franzose m Be gleitung des Steuermannes eintrat. Da ist er er lebt rief Gerfaut, scheinbar glücklich, Hans unverletzt wiederzusehen, aber die Besorgniß, die wir Ihrer Marotte wegen ausgestanden haben, Baron, können Sie gar nicht wieder gut machen."' Ja, Herr Varon," stimmte auch der Steuermann zu, ich war höllisch auf gebracht darüber, daß der Herr Sie allein gelassen. Das hätte ein schönes Unglück geben können. Das also ist der Todte? Ein schöner, stattlicher Mann muß er gewesen sein. Ist ihm auch gewiß nicht an der Wiege gesungen worden, daß er hier auf dieser ver maledeiten Insel enden würde." Gewiß nicht. Steuermann." enrgegnete Hans in nachdenklichem Ernst;ich glaube auch, er war ein braver Mann." Soll auch wie em ehrlicher Kerl begraben werden. Na, Iungens, kommt herein, irnd dann gehen vier von euch und heben am Strande ein Grab aus, doch weit genug vom Wasser entfernt, daß die Fluth es nicht erreichen kann." Nun, haben Sie interessante Aufschlüsse in den gefundenen Papieren entdeckt?" flüsterte Gerfaut dem Deutschen zu, während der Steuermann und die Matrosen die Leiche umstanden und sie in feierlicher Stille in Augenschein nahmen. Nichts," erwiderte- Hans schroff und abweisend. Also nichts, ich dachte es mir,"' meinte Gerfaut lächelnd., ich wußte es im Voraus, daß Sie mir dieses Resultat verkünden würden."' Zu anderer. Zeit und in anderer Lage hätte Hans den Franzosen seines ironischen Tones wegen zur Rede gestellt, doch fetzt erschien ihm jede Erör-. terung zu kleinlich und unangemessen. Er begnügte sich daher mit' der kurzen Erklärung, daß der Unglückliche einer hohen deutschen Adelssämilie angehörthabe und nur eigenthümliche Umstände und Mißgeschick dem abenteuernden G'oldgräberleben zugeführt worden fei. Dahinter steckt gewiß ein kleiner Roman meinte Gerfaut, nun, Sie erzählen mir später an Bord des Polarsterns"' gewiß noch mehr dcr--rüber." Sechs Fuß Erde- wann schnell ge nuq ausgegraben. Dann wurde der Leichnam in ein große?. Stück Segele tuch eingebullt, und die-Matrosen trrraen ihn hinaus. Der Steuermann schritt an der Spitze dieses kleinen traurigen Zuge?, und Rheden undGerfaut folgten der Leiche. Die Sonne sandte ihre letztenStrah--len über die Felfen von Horror-Js-land, und dioktte und gelblichrotheTinten schwammen zs sonderbarenGebilden am Horizont zusammen, als der einzige Sohn des Reichsqrafen Hermann Adolf v. Fels zur Ruhe gebettet wurde. Die Woaen sangen sein Grablied, und der Steuermann sprach mit laut vernehmbarer Stimme da5 Vaterunser. Dann fielen du Erdschollen auf Suschens Vater nieder. Den braven, im stürmischen Auf und Nieder des Seemannslebens abgehärteten Burschen waren die Augen feucht geworden bei diesem sonderbaren Begräbniß. Hans war ein wenig zurückgetreten und sah. das Haupt auf die Brust ge, neigt, tief bewegt zu, wie der kleine Hügel sich über dem Grabe aufthürmte. Ich will's nicht mehr leiden wiederholte er die letzten Worte der gelesenen Aufzeichnungen, armer, unglücklicher Freund jetzt leidest du es nicht mehr." Und noch einmal erneuerte er sich selbst das Gelübde, dem Weib und Kinde dieses Enterbten ein Schützer zu werden. Da legte sich eine Hand auf seine Schulter, und Hans fuhr aus seinem Brüten empor. Es war der Steuermann, der neben ihm stand und treuherzig lächelnd auf den frischen Hügel wies. (Fortsetzung folgt.)
Modern. Kanzlist (zu sei nem Freund): Du fuhrst doch früher stets mit der Straßenbahn ins Comptoir. warum gehst Du jetzt stets zu Fuß?" Ach, meine Frau at sich ein ftabl angeschafft und da. muß ich'S wieder einbrmgen!-
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Englisches Sellerie-Pu-r e e. Vier große Sellerie-Knollen werden gewaschen, geschält, in feine Scheiben geschnitten und mit einer ebenfalls geschnittenen Zwiebel in einem Viertel Pfund Butter, verdeckt weich gedämpft. Hieraus verquirlt man ein Viertel Pfund Mehl mit einem halben Quart Milch, setzt dies dem Sellerie zu, läßt ihn damit aufkochen und schlägt ihn durch ein feines Sieb. Mit Pfeffer, Salz, einer kleinen Prise Zucker, einem nußgroßen Stück frischen Butter, einem halben Theelöffel Liebigs FleischExtrakt und einigen Löffeln fettem, süßen Rahm abgeschmeckt, wird das Püree recht heiß gemacht und aufgetragen. Man gibt Schnitzel von der Lende oder auch Koteletten vom Kalb als Beilage. Herzogin - Kartoffelspeise. Recht mehlige, frisch ge kochte Salzkartoffeln werden abgegossen und mit etwas frischer Butter zu einem seinen Brei gerührt; auf je zwei Suppenteller voll solchen freies reazne man 4 Eßlöffel voll dickem, fußen Rahm, 4 ganze Eier, 4 geriebene, hart gekochte Eigelbe, 3; Unzen in Milch geweichte, fest wieder ausgedrückte Semmel, etwas geriebene Muskatnuß, eine Prise weißen Pfeffer, etwas abgeriebene Citronenschale, 3 Eßlöffel voll geriebenem Parmesankäse und das nöthige Salz. Dies alles, rührt man gut durch einander, formt einen großen Ball daraus und läßt ihn ruhig eine halbe Stunde' stehen. Nach dieser Zeit rollt man die Masse etwa einen halben Zoll dick aus, schneidet 2 Zoll große, schöne Vierecke daraus, macht in der Mitte eines jeden einen schwachen 5inschnitt und bäckt, sie auf einem Backblech im Ofen bei guter Hitze. Recht heiß werden sie zu. seinem, Gemüse an, gerichtet. Risorro.. Ein Viertel Pfund Rindermark und- ebensoviel Butter werden zerlassen, 4 große Zwiebeln, fein geschnitten, darin weich gedünstet. 1 Pfund Reis, nicht gewaschen, nur in einem Tuch abgerieben, trocken dazu gethan und 5 Minuten kochen lassen. Dann kommen 8 Eßlöffel, voll geriebenen Parmesankäse hinzu und so viel gute Fleischbrühe, daß sie eine Handbreit über dem Reis sieht. Bei fortwährendem Rühren einkochen lassen, bis der Reis trocken wird (etwa eine halbe Stunde). Karotten in Jus. Die gut geputzten Karotten oder Möhren blanchirt man in siedendem Wasser, läßt sie damit leicht aufkochen,, nimmt sie mit einem Schaumlöffel auä dem Wasser und reibt sie mit einem, groben Tuche ab,, dann schneidet man sie in dünnem Scheiben; in einer Kasserole gießt man etwas kräftige Fleischbrühe darüber-, fügt etwas Fleischertrakt, eine Prije Pfeffer,. Salz und eine Prise Zucker hinzu und läßt die Karotten langsam weich dämpfen,. stäubt etwas Mehl darüber und. läßt sie nochmals aufkochen. Salat von Gefl.ügelresten. Von übrig gebliebenem Geflü gel entfernt man die Haut, entbeint dasselbe und schneidet die Fleischstücke in Filetstücke, dazu einige Sardellen, sowie etwas, gekochten Schinken. Einige Essiggurken schneidet man ebenso, gibt etwas gehackte Petersilie, Estragon und Kerbel dazu. Pfeffer, Salz, Essig und Oel,. mengt Alles gut. durcheinan-' der und läßt' das Ganze eine Stunde, ziehen, hieraus gibt man noch einige Löffel fertiger Mayonnaise an denSalat,. richtet diesen auf tiefer Schüssel an, garnirt! denselben- mit Eiern, Sa-latherzchen-iii s w und gibt ihn zu Tische:. H cnminre?! fü ß e cc vc g r a t in. Ein Dutzend Hammelfüße werden ge-säubert-und weich ge!Öcht. Nachdem die Knochen entfern werden die Füße in zwei Theile geschnitten, mit etwas Butter und geriebenem Parmesankäsc in eine Kasserolle gethan und einige Minuten über dem Feuer gewendet, ohne dieselbe Farbe annehmen zn las sin. Hierauf bedeckt man den Boden einer, flachen Bratenschüssel mit fein gehackter Petersilie und Zwiebeln, legt die Hammelfüße darauf, welche wie derum mit gehackter Petersilie und Zwiebeln bedeckt werden; danach gibt man zwei Eßlöffel emer recht starken Auflösung von Qiebig's Fleischextrakt darüber, streut etwas geriebene Semmel und Parmefazrkäse darauf, begießt das Ganze mit geschmolzener Butter und läßt die Hanunelfüße 15 Minuten rnr Qfen backen. Spargel mit Butterf n c c. Die nöthige Anzahl schöner, dicker Spargel wird geputzt, gewaschen, in Bündel zusammengebunden und in einer Kasserole mit siedendem Wasser und einem Stückchen Butter weichgedünstet, dann herausgenommen, aufgebunden und auf einer runden Schüssel, mit den Köpfen nach innen, angerichtet. Inzwischen thut man 3 bis 4 Eidotter, 3 bis 4 Unzen frische Butter, einen halben Löffel feines Weizenmehl und den Saft einer Eitrone in einen Topf, quirlt dies im Wasserbad schäumig, gießt nach und nach zwei Tassen Fleischbrühe zu, schlägt oder quirlt die Sauce dicklich bis fast zum Kochen und gibt sie über dem Spargel auf. Das Spargelwasser, in welchem man den Spargel weich gekocht hat, kann man zu einer wohlschmeckenden Suppe verwenden, indem man es mit ein wenig gehackter Petersilie verkocht und mit einer hellen Mehlschwitze verdickt. Gebackenes Kalbshirn. Man säubert das Hirn vorsichtig von allem Blut und feinen Häutchen, kocht es in Salzwasser, dem man etwas Essig zufügt, einmal auf, nimmt es dann vorsichtig mit dem Schaumlöffel her aus, wälzt es in geschlagenem Ei und Paniermehl und backt es in Butter braun. Je nach der Größe deö Hun rechnet man 20 30 Minuten.
