Indiana Tribüne, Volume 21, Number 230, Indianapolis, Marion County, 8 May 1898 — Page 10
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Gottlose Jugend. Von Marie Stahl. .Vrrrr!" machte August laut und vernehmlich zum zweiten Male und klappte mit der Peitsche. Seine dicken Braunen mit der Halbchaise standen auf der Rampe vor dem GutshauS. aber keine Thür, kein Jenster sich öffnete. Ganz gegen Gesetz und Ordnung nahm Niemand im Hause Notiz von Tante Jettchens Rückkehr auö der Stadt. Fräulein Henriette Baldamus, die ihrem Brudr. dem verwittweten Amtsrath, die Wirthschaft führte und Mutterstelle an seinem einzigen Töchterchen Anni vertrat, war zu wichtigen Einkäufen nach der Stadt gewesen und wohl ine Stunde früher zurückgekehrt, als man sie erwartete. Mein Gott, August, kommt denn Niemand?" rief sie weinerlich aus ihren Packeten, Schachteln. Kisten und Kasten heraus. Wo stecken sie denn nur Alle? Ich kann ja nicht heraus!Jn diesem Augenblick scholl eine jubelnde Lachsalve auö den Tiefen des Haufes heraus, vermischt mit hellem Freudengekreisch aus weiblichen Kehlen. Mit einem Ruck fuhr Tante Jettchen in die Höhe und machte den kühnen Versuch, über das SpirituSfäßchen,' den Sack mit Kleie und eine Kiste mit Materialwaaren hinwegzuklettern.waö ihr jedoch bei ihrer Körperfülle nicht gelang. Sie blieb hilflos auf dem Sack sitzen, August mußte herunter klettern und sie aus dem Wagen ziehen, was keine Kleinigkeit war. Da is was loö, August, hören Sie nicht den Lärm? Ich glaube, ich bin zur rechten Zeit gekommen."
Und denBlumenhut schief auf mem Ohr. stürmte Tante Jettchen in das Haus hinein. I wat. brummte Auaust und fma bedächtig an. den Wagen auözuräumen, man kummt niemalen tau reckt. wo wat nich in Ordnung is." Tante Jettchen dachte anders, als sie die Thür zu der großen Backstube im Souterrain aufriß, wo heute die ganze Weiblichkeit des Hauses beschäftigt war, alles zum großen Backsest zu saubern und vorzubereiten. Sprachlos, wie eme Sansaule. blieb sie auf der Schwelle stehen. Was war das? Sie erblickte sick selbst, ibr aetreues Konterfei, eine mit Kissen ausgestopfte, dicke Gestalt, mit ihrem alten Gartenhut. Tuch und Küchenrock, und mit ih rer Kuchenschurze angethan.Aber viel tauschender als das Aeu ßere. war die Mimik und Sprache dieser Doppelgängerin. Kmder. Krnderr lammerte sie eben in den höchsten Fisteltönen, wenn ich Euch so bei der Arbeit sehe, wird mir schlimm, reineweg schlimm! Nun nehmt mal die Beme ein bischen unter den Arm. mack vorwärts! Sänne! Faulsack! Du denkst auck wieder: Komm' ich heut' nicht, komm' ich morgen. und so ging es weiter mit AnWendung ihrer beliebtesten Schlagund Kraftworte. Die Mäcde wälzten sich vor Lacken, die Mamsell kreisckte ja, ihre eigene Nichte Magdalene lachte. Bei dem Lärm und Jubel batte man das Oeffnen der Thür überhört. mt ein Rachegeist stand die leibhaftige Tante plötzlich neben der falschen und packte sie am Gurtband der Schürze. I. da soll doch! Wer ist denn das, der mich hier so schön nachmachen kann?" Die Frage war eigentlich schrecklich überflüssig. Dreißig Meilen im Umkreis gab es nur Einen, der solcher Streiche fähig war, das wußte sie ganz genau. Das war der Schwerenöther, der Volontär Stahlberg der Berliner Bankierssohn, der vor Nichts und Niemand Respekt hatte. Hans Stahlberg machte einen formlichen Luftsprung vor Entsetzen, faßte sich aber sofort, und indem er sich von Tante Jettchens festem Griff zu befreien strebte, schrie er unaufhörlich: Bitte, nicht kitzeln, 0, bitte, bitte, nicht kitzeln!" Die prüde, verschämte Miene, die er dabei annahm, wirkte vonNeuem komisch. Zwei Mägde, die gerade einen großen. gescheuerten Backtrog hereintrugen, kreischten, geriethen in'sStolpern, und die eine fiel lang in den Trog Ihinein, so daß er umkippte. Die Küchenmagd Hanne taumelte rückwärts, trat der Wirthschaften mit ihren HolzPantoffeln auf die Hühneraugen und setzte sich ihr auf den Schooß, in eine Satte mit geriebenen Mandeln hinein. Alle diese Unfälle erbosten die Tante noch mehr, und ohne Gnade und Erbarmen schleppte sie den Hauptschuld!gen mit sich, um ihn vor den höchsten Richterstuhl zu bringen. Der Amtsrath, der ihnen schon auf dem Flur begegnete, mußte zwar laut auflachen bei dem Anblick des ausgestopften Stahlberg, aber er verbat sich solche Scherze in Zukunft ernstlich und entließ seinen Zögling mit einem kräftigen Anranzer. Bon Stund' an war Hans Stahlberg bei Tante Jettchen in tiefer Un-anade.
imes Äages brachte August einen Zettel, den er beim Kleiderreinigen in Stahlbergs Rocktasche gefunden. ' Fräulein Baldamus, hier scheint mich was im Werke zu sein, was Sie nicht conveniren dürfte." Auf dem zerknitterten Zettel stand geschrieben: Geliebter! Heute Abend neun Uhr, wenn der alte Eerberus schläft und unser Hausdrache den Abendsegen liest, komm', auf den alten, leerstehenden Taubenboden.". Tante Jettchen zitterte vor Entrüsiung. Bereits um halb neun saß sie mit August im dunkelsten Winkel deö bewußten Taubenbodens, hinter einem Bretterverschlag versteckt und wartete auf das schuldige Pärchen. Der Handschrift des Zettels nach glaubte sie in der Schreiberin sicher ihren jungen Wirthschaftslehrling, Bertha Zabel, entdeckt zu haben. Um halb zehn Uhr saßen der alte Kutscher und Fräulein Baldamus immer noch in ihrer sehr unbequemen Situation, auf dem stickigen dunklen Boden. Nichts rührte sich, Niemand kam.
Als sie endlich, müde des Wartens, den Rückzug antreten wollten, zeigte sich, daß die Bodenthür von außen verschlössen war. Tante Jettchen weinte vor Zoru, aber sie gönnte dem Tausendsassa, dem Grünschnabel, nicht, sie vor dem ganzen Gesinde lächerlich gemacht zu haben, und darum, statt Lärm zu schlagen, zog si: eö vor, mit Todesängsten durch eine Luke eine Leiter hinabzusteigen, wobei August schwere Arbeit hatte, sie durch die Luke zu ziehen und die Leiter hinab, Sprosse für Sprosse, zu stützen. Aber diese Unblll sollte schwer gerächt werden, so wahr Henriette Baldamus sich nicht ungestraft an derNase herumführen ließ! Sie wartete ihre Zeit ab und es dauerte nicht allzulange, so berichtete ihr August, daß 'der Schwerenöther, der Monsieur Stahlberg, thatsächlich allabendlich hinter der großenScheune, bei den Himbeerbüschen, ein sükes Stelldichein mit Mamsell Bertha habe. Warte nur," sagte sich die empörte Tante mit girmmigem Vergnügen, Dich wollen wir kriegen!" August wurde beauftragt, sofort Meldung zu machen, wenn das ungehörige Parcken, aller Zucht und Sitte Hohn sprechend, sich zum Stelldichein einfand. - Als die Meldung erfolgte, ging Fräulein Baldamus ohne Säumen erhobenen Hauptes und mit der Miene einer zürnenden Rachegöttin zu ihrem Bruder. Lieber Anselm, Du wirst so gut sein und mich jetzt in den Garten begleiten, um Dich selbst zu überzeugen, daß Zucht und, Ordnung Deines Hauses untergraben sind, daß man die Achtung, die man uns und unserem guten Namen schuldig ist, hintansetzt." Na. na." sagte der Amtsrath verdrießlich. Du meinst doch natürlich wieder unseren Fritz Triddelsitz. Macht er's denn wirklich so arg? Ich kann den verdammten Abendnebel gar nicht vertragen. Der Garten ist feucht." Anselm! - Es handelt sich um die Ehre unseres Hauses Du darfst nicht dulden, daß unter unseren Augen Anstand und Sitte verhöhnt werden! Denke doch jeden Abend ein Rendezvous hinter der Scheune mit Bertha bedenke doch, was daraus entstehen kann, wenn man nicht rechtzeitig einschreitet !" Na, denn los!" brummte derAmtsrath, stülpte die Mütze auf und schlüpfte in seinen Winterllberzieher. Der alte Apfelbaum hinter der Scheune hatte dicke Blüthenknospen angesetzt und die Himbeerbüsche um ihn herum spitze, bräunliche Blattknospen. DaS durchsichtige Gesträuch verbarg nur schlecht das jungeLiebespaar. das in seligem Umfangen den süßesten Frühlingsiraum des Lebens träumte, um Zeit undWelt darüber zu vergessen. An die breite Brust des jungen Mannes drückte sich eine schlanke, zarte Mädchengestalt, von zwei starken Armen so fest umfangen und festgehalten, daß es kein Entrinnen mehr gab. Eine liebkosende Hand bog das blonde Köpfchen zurück, von dem ein verhüllendes Shawltuch halb zurückgeglitten war, und immer wieder wurde der kleine, scheue Mund mit Küssen verschlossen, wenn er flehend bat: Hans, lieber Hans laß mich gehen ich muß fort lieber lieber Hans!" Anni! meine süße Anni!" Und stammelnde Liebeslaute folgten. Laute, die in dem leisen Raunen und -Rauschen, dem Wispern und geheimnißvollen Flüstern des Frühlingsabends ihr Echo fanden. Herr Lieutenant Stahlberg!" rief plötzlich eine befehlende Stimme vom Kiesweg herüber. ' Und da standen der Amtsrath und Tante Jettchen vor dem entsetzten Liebespaar. Herr Amtsrath!" erwiderte jedoch unerschrocken der Lieutenant der Reserve Hans Stahlberg, ohne die Hand der Geliebten los zu lassen. Herkommen!" befahl derAmtsrath. Beide mal herkommen!" Hand in Hanl kamen die Liebenden daher, und wer beschreibt Tante Jettchens Miene, als statt der Mrthschaftsmamsell ihre eigene Nichte Anni sichtbar wurde. Sie war einer Ohnmacht nahe. O, Papa. Papa!" rief Anni und fiel dem alten Herrn schluchzend um den Hals. Und da. hinter der alten Scheune, warb Hang Stahlberg feierlich um AnniS Hand bei dem verduzten, sehr staunten Papa. Vor allen Dinam kommt mal mit in die Stube," sagte dieser und nahm vas Pärchen mit in sein Allerheiligstes.
Nachdem er sich Überzeugt, wie ehr. lich und rechtlich die beiden jungen Leute sich liebten und daß der Monsicur Sausewind doch das Herz auf dem rechten Fleck hatte, wenn er auch gern mal einen lustigen Streich ausführte, gab er seinen Segen. Im Ueberschwanz der Gefühle fiel der neue Bräutigam der sprachlosen Tante um den Hals und dankte ihr mit der Versicherung ewiger Ergebenheit. daß sie ihm zu seinem Glück verholfen. jJUic man bekannt wird. Non Gotthold Schulz. Auf dem Kreuzberge war's. Wie ich dahin gekommen? Lieber Gott, von jeher war ich ein großer Naturfreund, der auf Concert und Theater, Kneipereien und sonstige Vergnügungen verzichtete, wenn es galt, Naturschönheiten zu . betrachten. Und wie schön ist doch unser Kreuzberg. Ganz besonders stark aber war der Drang, Vergnügungen zu lassen und einen einfachen soliden Spaziergang auf Bergeshöh' zu machen in der zweiten Hälfte des Monats Juli, so nach dem zwanzigsten. Ich weiß nicht, woran das lag. Man komme mir nicht mit der abgeschmackten Behauptung mei nes Freundes Pump, der meinen Geldbeutel kannte, daß ich gerade damals wohl oder übel auf kostspielige Vergnügungen verzichten mußte. Ich will die Richtigkeit dieser Behauptung nicht näher untersuchen. Kurz und gut, ich befand mich an jenem Tage in einer Stimmung, daß meine naturschönheitsdürstende Seele auf ein solennes Abendbrot von Tellern" mitunter genügen zwei trockene Schrippen auf den gewohnten Abendschoppen, ja sogar auf die gegeliebte Cigarre verzichten mußte. Aber was rede ich denn? Es war ja kein Zwang, bei Leibe nicht. Mein Kellner auf Tivoli armer Junge hatte das Pfund Kreide, das ich ihm am ersten des Monats dedizirt, am letzten Mittwochsconcert noch nicht ganz aufgebraucht. Ich bin überhaupt ein recht solider Mensch, gar nicht so wie mein Freund Pump, der seine Schulden nach dem bekannten empfehlenswerthen System nur noch mit schwarzer Kreide in den Rauchfang schreiben läßt. Also wie ich da so durch die schattigen Gänge des Kreuzberges hinwandle und Frühlingslüfte kneipe, kommt mit einem Male ein kleiner, reizender Bengel an mich heran. Tante läßt fragen, wie spät Ihre Uhr ist." Allgütiger Gott! Ich schaue mich um. ob er nicht einen Anderen meint. Nein, bei Gott. nein. Mich meint er. Ich betrachte mich staunend von allen Seiten. Bin ich ich? Ich komme mir so reich vor. O. diese Tante. Für einen Krösus scheint mich diese Tante zu halten! Natürlich habe ich eine Uhr. selbstverständlich. Eine recht große Uhr sogar. Aber die kann ich doch unmöglich in meiner Westentasche tragen. Das würde die Pferdebahngcsellschaft. die meinen Zeitmesser dort am Depot in der Kreuzbergstraße angebracht hat. am Ende doch übel nehmen. . Der kleine Kerl guckt mich staunend an. Tante läßt fragen," beginnt er von neuem. Zwei freche Backfische grinsen mich höhnisch an derartige Mädels lachen überhaupt immer. die beiden Gymnasiasten hinter ihnen lächeln diebisch. Stolz zieht der eine seinen Chronometer aus der Tasche. O. Bengel, Vengel, denke ich. Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar. Das war eine köstliche Zeit, als auch ich noch O, ihr Jungen s. wenn ihr erst Studenten sein werdet Von der Bank, dort hinter dem blühenden Jasminstrauche, erklingt ein reizendes Lachen. Fritzchen", ruft eine -glockenklare Stimme. Tante läßt fragen," beginnt dieses unheilvolle Fritzchen alle bösen Buben heißen bekanntlich Fritz wieder. Tante ruft", versuche ich den Bengel mit sanftem, verlegenem Lächeln abzuwehren.'. Lauter kichern die frechen Backfische. Die Quartaner wollen vor Lachen ersticken. Selbst Fritzchen begreift allmählich, daß er an den Unrechten gekommen. Tante." ruft er, Tante, der Herr hat noch keine " Brüllendes Jndianergeheul der Quartaner unterbricht ihn. Die Mädels schütteln sich vor Lachen, daß ihre blonden Zöpfe die eine hatte recht hübsche Haare fliegen. O, ich wollte eö wäre Nacht, oder man hätte nie Uhren, wenigstens Taschenuhren nie erfunden. Fritz." ruft jetzt streng die Tante. Er verschwindet. Ich werfe einen furchtbaren Blick auf die beiden Hallunken von Gymnasiasten, einen etwas sanfteren auf die Backfische. Sie drücken sich, und ich gehe geknickt weiter. Und nun sehe ich die Tante. Ein reizendes, junges Dinz mit schwarzem Haar und leuchtend blickendem Augenpaar. Donnerwetter, daS Gesicht mußte ich schon mal irgendwo gesehen haben. Diese dunklen Augen, die mich so schelmisch anlachten, kamen mir so bekannt vor. Herr Gott, was mußte sich die von mir denken. ""Da ist der Onkel ohne Uhr." ruft Fritz, der Bube, und zeigt nach mir. Sie lacht. Welch ein reizendes Lachen. Wie das ansteckte. Nun konnte ich auch nicht mehr ernst bleiben. Ich trat an sie heran. V!ein.anädiaes Fräulein ".
Verzeihen Sie nur, mein Herr "
vegann die leme entschuldigend. Ich sente mick zu ibr. Gestatten .Sie, daß ich mich neben sie pflanze? Fraulem, Fraulem, das hat mich sehr angegriffen. Meine Uhr, wissen Sie " Wieder das reizende Lachen. Sie haben heute die andere Weste angezogen. Ja. ja, ich kenne das, mein Herr." ' Teufel! Ist die erfahren, denke ich. Studiren Sie denn auch, mein Fräulein?" Nein, aber ich kenne die Herren Studenten. Habe sehr viel mit ihnen zu thun, d. h. vielmehr mein Bruder. Pardon", rief ich und rückte entsetzt ein Stück von ihr fort und stotterte: Viel mit uns zu thun? Also Gerichtsvollzieher. Nichtig, Sie kamen mir gleich so bekannt vor. Sie müssen Ihrem Bruder sehr ähnlich sehen." Sie reden ja. als ob Sie meinen Bruder kennten." Wenn er hier in der Nähe wohnt." Das allerdings." Fräulein, das ist ja unheimlich. Wer sollte Ihnen zutrauen, so reizend und Pardon vertrauenerweckend Sie ausschauen, daß Sie die Schwester eines Gerichtsvollzie " Na beruhigen Sie sich nur. Er ist nicht Gerichtsvollzieher." Nicht? Aber wer sollte sonst viel mit uns wer sollte uns sonst hier kennen?" Ich kenne Sie sehr genau, Herr Studiosus." lachte sie. Unmöglich. Wenn Sie mich wirklich genau kennen würden, hätten Sie mich doch nicht fragen lassen, wie spät es ist." Ich wollte Sie nur " In Verlegenheit setzen? O. das ist grausam, mein Fräulein. Aber ich kann es noch nicht glauben. Dann müssen Sie doch auch wissen, wie ich .heiße." Weiß ich auch." Bitte." Hans Otto." Ich war baff. Sie sind Studiosus der Philosophie." fuhr sie fort." Ich erbleichte. Sind am 10. Oktober 1875 geboren." Ich wankte. Und zwar in Tempelhof." Ich schlug entsetzt drei Kreuze. Halten Sie ein, Fräulein." Sie haben beim dritten Garde-Re-giment gedient." Mein Gott, mein Gott! Fräulein, das ist ja unheimlich. Woher von wannen kommt Ihnen diese Wissenschaft." ' O, ich weiß noch viel mehr." Ist Ihr Bruder vielleicht der Wachtmeister von unserem Revier? Mit den Herren kommen wir auch öfter d. h. natürlich nur wegen der Anmeldung " O, nein. Wachtmeister ist er auch nicht. Kennen Sie mich denn wirklich nicht wieder?" Keine Ahnung." platzte ich mehr wahrheitsliebend als höflich hervor. Und doch haben wir uns schon ein paar Mal gesehen." Das wird hoffentlich jetzt öfter geschehen, mein schönes Fräulein." Wieder das schelmische Lächeln. Wollen in Ihrem Interesse hoffen, daß es nicht zu oft geschieht." Mein Fräulein, ich will Hans heißen" Neues Lachen. Sie heißen ja schon so." Ach so, ja. richtig. Aber ich muß Sie doch faktisch näher kennen lernen. Darf ich mich Ihrem Bruder vorfiellen?" Der kennt Sie bereits." Donnerwetter bin ich populär. Aber, mein Gott, woher denn?" Kann ich Ihnen nicht verrathen." Ist das Ihr Neffe, Fräulein?" .Ja." Sag mal Fritzchen," wandte ich mich an den Bengel, Was ist denn Dein Papa?" . Fritz komm', wir müssen gehen," rief die Kleine und sprang auf. Ich hielt ihn fest. . Sag' mir's. Fritzchen. Ich schenk' Dir auch einen Bonbon." Erst geben," schrie dieser mit Recht etwas skeptisch gesinnte Lümmel. Fritz. Du kommst," drängte die Tante. Ich ließ ihn nicht los. Sag' nir's. Fritzchen. Bist auch ein süßer, kleiner Strick. Morgen kriegst Du den Bonbon. Was ist Dein Papa?" Pfandleihe" brüllte der Bengel und verschwand mit dem Engel. Tableau! Lieber Leser! Wenn Du mal was versetzen gehst, nimm als Legitimation nur Deinen Militärpaß mit! Daher wußte die Kraobe alles. Daher meine Popularität. Ich habe ihn nicht wieder gebraucht, als ich am nächsten Tage meinen neuen Gehrock 0, ja ich besitze ein solches Institut versetzte. Ich that das natürlich nur, um den süßen, kleinen Engel wiederzusehen. Ein herziges Kind. Ich werde wohl schließlich alle rn:itte Werthsachen wer lacht da?! alle meine Werthsachen zu Ptten tragen. , , Jedermann sagt so. . CakcaretS Candy Cathartic, die wundervollste medizinische Entdeckung des Zeitalters, angenehm und erfrisehend im Sesehmack, dirkt sanft und sicher aus Nieren, Leber und Eingebetde, daö ganze System reinigend, entfernt Erkältung, kurirt Kopfveh, ftif ber, anhaltende Verstopfung und UnVerdaulichkeit. Kaufen und versuchen Sie eine Ochachtel von C. C. C. beute; 10, 25, und 60 Centö. verkauft und Heilung garantirt den allen Opktheken.
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