Indiana Tribüne, Volume 21, Number 223, Indianapolis, Marion County, 1 May 1898 — Page 9
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Lnvisua Trwüne.
Ezlclns. Jtt AwctschbcnKnödl. Von Carl Wolf. Beim Kuglerbauern in der Gant war es. Da saßen die Knechte am Samstag nachFeierabend in der Küche, auf dem Herde theils, oder auf der Aniich', dem Hackstock und so weiter. Die Biehmagd hatte in einem mächtigcn Kessel aus Heuabfällen und ßiu schen in Trankl" über dem Feuer für die kranke Kuh und verwendete für die Zubereitung dieser Reconvalescentenkost alle Sorgfalt. - JDlti, erzählt sie den zuhorchenden Knechten, mei', wenn's grad seh'n könnt's, wie einen die arme, kranke Blaß anschaut im Stall drent. Zum derbarmen ist's, gradaus zum derbarmen. Und i laß mir'S nit nehmen, angehext ist dem armen Vieh die Krankheit worden. Seitdem i in's Trankl allnxgs an Eßlöffel voll St. Jgnaziwasser einithu, da sollt's seh'n, wie die Krankheit im Bauch von der Blaß umafahrt, wie a Maus in der FaU'.Ganz hinten auf dem alten Stamm, platz des Herdes, auf der Hühnersteige, hockten, aus ihren Pfeifen schmauchend, der Sizt und der Hartl. Einer der Knechte, der Schellenkranz - Hans, war in der Stadt gewesen und hatte von dort einen Sack voll Neuigkeiten in's Hochthal mitgebracht, und die beiden Burschen brannten schon förmlich auf den Bericht. Ja, mei' Liebe sagte Hartl zur Magd, mit'n St. Jgnaziwasser das ist so eine Sach'. Selb' hilft lei, wenn man beim Zurichten von dem Trankl kein Wort reden thut, nit ein Sterbenswort." Etwas ungläubig schaute die Magd allerdings auf den Burschen, aber sie getraute sich doch kein Wort mehr zu sagen. Zufrieden mit diesem Erfolg, wendete sich Hartl nun an den Schellenkranz - Hans. Alsdann red', Mensch, was machen die Leut' in der Welt draußt?" Der Hans bog sich erst weit vor, langte ein brennendes Scheit unter dem Kessel heraus und begann sein Pfeifchen anzukenten. Dann setzte er sich auf dem Hackstock zurecht und sagte: Ja, 's Neuigste werd frei sein, 's Deutsche werd abg'schafft im Land." Dann entstand eine lange Pause. Gedankenvoll stierten die Leute in die Gluth und man hätte meinen mögen, die Nachricht des Hans habe gar keine Wirkung, wenn nicht der Sixt Plötze lich herausgefahren wäre: Jetzt soll mi' der Teufel kloansweis holen, alle Stund' a Stuck meinetwegen, wenn i Di versteh' thu'. Hans." Abermals eine lange Pause. Auch mit dem Ausspruche des Sixt beschäftigten sich die Leute, denn nach einer längeren Zeit bemerkte Hartl: Halt nit Zeit nehmen that sich der Teufel mit 'n Stuckweisholen, weil er Di früher oder später docht also ganzer btkummt." Halt Dem Kaukast'n." ärgerte sich Sizt. Aber jetzt sag' Hans, was ist's denn mit 'n Deutsch' abschaff'n?Ja, die Sach' ist halt a so berichtete nun der Hans: In der Stadt huck i beim Bräuer und trink' mein Bier, die Halbe zu zehn Kreuzer. Und nachher thut ma halt seine Ohrwaschlen auf, daß ma was hört und vernimmt. Und da ist so a Mensch g'nxs'n und der hat den Leuten erzählt, in Böhmisch'n drein wölln sie 's Deutsche abschaffen. Die Böhmen haben a zureigne Sprach' und a so schön dunk' sie ihnen, daß sie den Leutnen nimmer erlauben deutsch zu red'n. Und ganz b'sunders auf oan Gattung Leut' haben sie 's abg'sechn. Warum, sell hab' i nit außerbracht. Kurios genug ist 's. Auf die Anstreicher und Maler haben sie a b'sundere Tück'n in Prag. Denen verbiat'n sie, auf der Straß'n Farben zu trag'n. Und mit der Sach' muß es sei Richtigkeit haben, denn er hat's aus ar Zeitung auserg'lis'n. Drunter und drüber geht's im Böhmischen, drunter und biiiSer; Die Kinder soll'n böhmisch tauft werd'n und a neue Gattung Knödl haben sie auskopft, a Zweschben (Pflaume) ist mitten drinn statt'n Speck. In die Höll' kimmst, glattweg in die H'öll', wenn D' nit böhmisch kannst, weil lei mehr de Sprach' in Beichtstuhl gelt'n soll, und a Student soll derhungert sein, tief in Böhmischen drin. In kuan Wirthshaus hat er was ansriemen könnt auf deutsch und nix geben haben sie ihm. Ueberall werd's Deutsche abg'schafft. Bei uns im Landl. hat er g'sagt. der Herr, g'nau so geh's mit'n Walschn, wie drent im Böhmisch'n de Sprach', dieweil . weiter breitet sie sich aus und hast mi nit gsechn. werd' oam's Deutschreden da a verbot'.- ' Kalt krabelt mir's Lbern Buckl auffi. wenn i mi b'sinn', in die Knödl a Zweschb. Na. na. Leut, sell därf net sein, daß solche unhoamliche Sacken aufkemen," sagte Hart. .Und der Walsche," berichtete der Schellenkranz - Hans, der Walsche ist glei a bei der Sach dabei, hat uns der Herr aufklärt. Mit'n türkenen Plentn (Polenta) sein's sowie so Nlmmer zufried'n und so breitn sie sich auf der .deutsch' Seit' arad so , aus, wie die 'Böhmen im Böhmerland und hast mi nit gsechn ist die Stadt draußen walsch." ' Saggera fluchte nun Hartl dazwischen hinein, Sazgera. sell därf nit sein! Stf"-" nit zugeben. L," MnöM a -Hab
O mei, o nur, jammerte hinten aus der Ecke die alte Einlegerin. O mei. o mei, 's Landl soll wieder walsch werdn, wie anno Neun. Daß Gott derbarm, die heiligen Ablaß walsch, die Predig walsch und der liebe Vaterunser a. I sag's alleweil, der Antechrist kummt, der Antechrist." Gott verzeich Dir die Sünd." warf der Sixt erschrocken ein. , Der Walsche soll lei kemen und soll amal rügglen bei inserer guat'n deutsch' Sprach'! Mit'n kluan Finger soll er insere Knödl antupfn." Oder 's Gselchte soll er abschaffn, der Walsche," grollte nun Hartl. Knödl, Kapf'n, Nockn und schwarzer Plent. dös sein insere vier Eleme :te. Dös kost mi' an Lacher, wenn ma' mir sagt, der Walsche will bei ins herinnen a so auftret'n, wie der Böhmische im Böhmerland," höhnte Sixt. Da machte der Schellenkranz-Hanö ein ganz bedenkliches Gesicht. Geh' a mal aussi in an Suntag af Saltaus sagte er. Zelm sein die Vrunnenschachtgraber. Mach' sie auf. Deine Ohrwaschlen und los', ob D' a deutsches Wort vernimmst Da wurde es auf einmal still wie in der Kirche. Man hörte das Krachen der Fichtenäste unter dem Kessel und das Brodeln des Tränkels in demselben, daö Ticken der Uh?. aus der Stube und das Rauschen des Brun-
nenö. Hunderttausend Teusl!" begann der Hartl wieder zu fluchen. Jesus, Maria und Joseph," jammerte die alte Einlegerin, und alle vierzehn Nothhelfer steht's in Hartl bei! Na weiter a so schiach fluach'n!" Schau. Sixt, in Sunntig geh' mir aussi auf Saltaus, mitanand, wenn d' a Schneid hast." O' mei, o' mei." jammerte die Einlegerin, was wollt's denn auf Saltaus. in Gott's Namen." Da pflanzte sich derHartl mitten auf dem Herde hoch auf. Das Feuer warf seinen rothen Schein über die mächtige Figur und das markige Gesicht, in welchem die Augen nur so funkelten. Was mir wölln auf Saltaus?" sagte er. Mit'n Walschn thuan mir rafs'n und in Deutschn wieder einsetz'n. Sell wölln mir! Und ös Mander, wenn's a Schneid habt," sagte er zu den Uebrigen gewendet, kummt's mit. In Sunntig nacbn Seg'n geht's an!" Freili gehn's mit. Alle gehn's mit." schrie nun Sixt. A Zweschb in an Knödl! Pfui Teufl, so a Sach' lassn mir nit aufkemen." Der Schildhof Saltaus, ein ehemaliges Herrschaftshaus, ist eine beliebte Einkehrwirthschaft, auf dem halben Wege zwischen Meran und St. Leonhard gelegen. An Sonntagen ist die Herrenstube meist dicht gefüllt mit Ausflüglern aus der Stadt, während das breite Vorhaus und die braun getäfelte Bauernstube dicht besetzt ist von Arbeitern der Passeirerstraße oder auch des Brennenschachtes, welchen die Stadt unweit des HauseS anlegen läßt. Diese Arbeiter sind durchwegS Wälschtiroler und man hört in dieser Gesellschaft thatsächlich kein deutsches Wort. Das weibliche Element ist sehr schwach vertreten. Einige sonnenderbrannte Mädchen aus Südtirol und vielleicht auch ein oder das andere Dirndl aus dem Thale, nicht von bestem Rufe. In einer Ecke hockt ein Harmonikaspieler, der ohne Pause immer fortspielt. Nach dem Takte dieser Weisen, sie oft auch mit Gesang begleitend, tanzen die Burschen, entweder mit einander oder auch mit einem der Mädchen, wenn Einer die nöthige Schneid' und Stärke vor den Anderen hat, um diesen Vorzug behaupten zu können. Streit und Zank mögen vorkommen, sind aber zumeist schnell geschlichtet, denn der Wirth gehört zu jener Klasse von den Thalbewöhnern, die nicht viel Umstände machen, wenn es gilt, eine Tanzstube zu säubern. Kellnerin!" ruft er vorkommendenfalles, mach' die Thür auf, i, der Hans und der Sepp möcht' aussischmeiß'!" Als sich am Sonntag wieder daS Vorhaus und die Bauernstube mit Arbeitern füllte, die Kellnerinnen mit den Weinflaschen hin- und herliefen und der Ziehorgelspieler mit seinen Weisen begann, da schaute der Wirth ganz verwundert auf eine Gruppe einheimischer Leute, welche von der kleinen Kirche her gerade auf das Wirthshaus zukam. Da waren der Sixt und der Hartl, dann der Schellenkranz-HanS. der lange Sepp, der Großknecht des Kuglerbauern, dann der lachende Much ebenfalls auf dem genannten Hofe Knecht. Der hatte seinen Namen. weil er immer lachte. Als ihm einst der Bader einen Zahn riß, da lachte der Much nach dieser Operation hell auf. Der hiedurch beleidigte Bader fragte, was es denn da zum Lachen geky, da antwortete der Much: Ha, ha. ha. da soll oaner nit lach'n! Ha, ha, ha, statt'n krank' Zahn links hast mir an g'sunden rechts derwuschn!" Dieser Gesellschaft auS dem Hofe hatten sich noch zwei Holzknechte angeschlossen, welche meinten: Die ganze Woch'n im Wald sein, da möcht der Mensch halt a sein Kurzweil haben an am Sunntig." Der Wirth grüßte die Ankömmlinge, nicht ohne seiner Verwunderung über den seltenen Besuch Ausdruck zu geben. Bei Dir hoaßt's jetzern beim walsch' Wirth," meinte anzüglich der Hartl. Die beiden Holzknechte, schweigsam, wie schon diese Leute sind, zogen ihre Joppen aus und hängten sie an die Hirschgeweihe an der Wand und der Schellenkranz - Hans holte sich auS der Kückie einen Stubl mit besonders I dicken Füßen. Der lachende Much inte: .Ha. va. ba! Bin ntualtxia:
wie viel Locher i heut' in mein' Schadel bekumm'." Wäbrend die Kellnerin die Leute
mit Wein versorgte, schritt der Sixt bedächtig durch VoryauS und luve und zählte die Leute ab. Dreißig sein," murmelte er. und insere sein sechs, trifft auf Oan fünf. G'rad' z'recht." Der Wirth rochLunte, daß da etwas nicht in Ordnung sei. Still schmunzelte er vor sich hin und stieg m den Keller hinunter. Er gedachte sich in die Geschichte nicht einzumengen. Erstens wollte er es mit den Thalleuten nicht verderben und zweitens war es höchste Zeit, daß die Wälschen" einmal eme Verwarnung bekämen. Sie wurden immer kecker in dem einsamen Wirthshause und die Stadtleute fingen schon an sich ferne zu halten. Sixt und Hartl hatten es sich . mit ihrer Begleitung recht bequem gemacht an einem Tisch in der Ecke, als zwei Touristen hereinkamen, sich eine Weile umsahen im Raum und dann mit einem Mit Erlaubniß" am selben Tische Platz nahmen. Nachdem sie sich Wein bestellt hatten, setzten sie ein jedenfalls schon .früher geführtes Gesprach fort. Nein," sagte der Eine, was man so in sich hineinbringen kann, wenn es sich um eine Lieblingsspeise handelt, daö ist unglaublich. In Pilsen, wo ich auf einen Sitz dreißig Zwetschkenknödl gegessen." De? Hartl horchte hoch auf und der Sixt versetzte de Holzknechten einen Fußtritt, um sie aufmerksam zu machen. - Zwetschkenknödel," sagte der zweite Tourist, darüber steht nix auf. Wenn sie so frisch herausgebacken sind" weiter kam er nicht mit seiner Rede. Mit seinen langen Armen griff der Hartl hinüber über den Tisch und packte den erschrockenen Menschen mit festem Griff, trug ihn frei schwebend bis zur Thüre und warf ihn auf die Gasse. Hinter ihm folgte der Sixt mit dem zweiten. ' Das war das .Signal. - Ohne ein Wort zu äußern, packten die zweiHolzknechte jeder einen Wälschen und trugen sie vor die Thüre. Dann begann auch der Großknecht seine Arbeit, der Schellenkranz - Hans sprang mitten in die Tanzstube hinein, und hell auslachend raufte sich der Much mit einem riesigen Steinarbeiter herum; ein Glück, daß ihm einer der Holzknechte zu Hilfe kam. Die Wälschen waren erst starr vor .Staunen, und dachten fast nicht an eine Gegenwehr. Der erste Versuch einer solchen mißlang auch gründlich, denn die Passeirer hatten Stuhlbeine abgeknickt und das ist eine gefürchtet? Waffe. AuS allen Fenstern sprang hinaus, was nicht hmaus geworfen wurde und in einem Zeitraum von einer Viertelstunde war der Platz gesäubert. Die zwei Touristen flüchteten auf der Straße der Stadt zu. was sie nur laufen konnten und bald folgten ihnen die Wälschen. Sie hatten einen Angriff auf das HauS versucht, wurden aber bei einem Ausfall der Passeirer gründlich zurückgeschlagen. Am Vrunnentrog stand der Michel und lachte aus vollem HalS: Ha, ha, ha, zwei Löcher hab i im Kopf und an Stich im Wadl! Ha ha ba!" Der Sixt suchte nach seiner Pfeife in der ganzen Stube herum und bemerkte erst nach längerer Zeit, daß er sie zwischen den Zähnen gehabt hatte während der ganzen Raufcrei. D':e zwei Holzknechte h:ck!en schon wieder ruhig hinter dem Tische und tranken. Der Großknecht band sich den zerrissenen ledernen Hosenträger mit einem Spagat zusammen und der Schellenkränz - Hans beruhigte die Frauenzimmer in der KMe. Der Hartl aber stand m'tt:n in der Stue. stöpsle f ilrn Pfeife und sagte: Na solche grausliche Sach'n. Knod! mit Zweschben. sell laß'n mir nachher nit aufkemen im Land bei ins herinnen. A Speckkn'ödl ist a gute Gottesgab. Sell ist die richtige Kost fir a deutsches Gmüath!" ?er ZNagnet. nmoreSke von Alfred af Hedcnstjerna Vor zehn Jahren ging Franz Hallin nach Amerika. Am Abend vor seiner Abreise hatten so an zehn junge Leute auS dem Gesellschaftskreise, in dem er seine Jugend verlebt hatte,, ein Abschiedsessen zu einer Mark fünfzig Pfennig für die Person, einschließlich Vier, veranstaltet. Cigarren und Cognac wurden extra gekauft. Und eine doppelte Anzahl Freunde" stand am folgenden Tage vor der Coupeethür und rief: Adieu. Franz! Viel Glück!So schied er also in einer gemüthlichen und anständigen Weise von der Heimath. Im letzten Sommer kehrte er wieder heim. Heil, sauber, ohne Ungeziefer und sogar ziemlich elegant, aber still und schüchtern tt seinem Benehmen, daö ihn freilich gut kleidete, obgleich man zugleich daraus entnehmen konnte, daß er die Million, die er in Amerika holen wollte, wohl nicht mitgebracht hatte; ja, er hatte sicher nicht einmal den Anfang dazu, so tausend Dollars oder dergleichen in seinem dünnen Reisekoffer und noch dünnerem Portemonnaie. ES war mitten imSommer und eine furchtbare Hitze? aber Franz verspürte überall um sich her eine gewisse Kühle. Sprach er mit einem Jugendfreund von den Beschwerden deS AuSwandererlebenö und daß die Concurrenz in Amerika fast ebenso groß sei wie in ihrem Heimathstädtchen, so knöpfte sein Freund, trotz der dierundzwanzig Grad Neaumur, seinen Rock zu und schwieg und drückte an seine Brusttasche. als wollte n sagen: versuche
nicht, mich ünzupumpen, metn Jungchen!" Kam er zu einem Geschäftsmann am Orte und begann, ihn an die lebhafte Freundschaft zu erinnern, die sie beide einst verbunden hatte, und an ihre lustigen Kneipabende, dann legte der Kaufherr sein Gesicht in viele Falten und beklagte, daß er in letzter Zeit große Verluste gehabt, zwei arme Vruderkinder auf den Hals bekommen habe, für eine Schwester den Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt bezahlen müsse, soviel Geld durch Ausborgen verloren, zufälligerweise auch nicht einen Tropfen Wein' oder Bier im Hause habe und daß. seine Frau sich zur Zeit in einem Badeort befinde sonst hätte er ihn von Herzen gern zum Abendessen ingeladen. .. . Und setzte sich Franz bei einem Besuch auf die Veranda und versuchte mit der Tochter des Hauses ein Gespräch einzuleiten, dann erinnerte sich diese sogleich, daß sie einen - Brief an eine ferne Freundin schreiben müsse, oder ihre Mutter kam und schickte sie Erbsen aushülsen, oder sie sollte mit Bekannten auf dem See rudern. Kurz rings um unsern lieben Franz herrschte, trotz der Sommerhitze - eine solche Kühle, daß Franz immer düsterer gestimmt wurde. - . An einem Samstag Abend ging er zum Grabe seiner Eltern auf denKirchHof hinaus, setzte sich, dort hin, blickte zu den Sternen hinauf und feufzte. Der Empfang daheim gefällt Dir wohl nicht, was?7 ertönte eine Stimme hinter seinem Rücken. Es war Karl Holm, sein stets fideler, schon etwas verbummelter, alter Schulkamerad,, der allesMögliche schon gewesen war, ohne auf . einen grünen Zweig zu kommen, r . Nein, natürlich gefällt er mir nicht!" sagte Franz. . . Würde es Dir besser gefallen, wenn Du jeden Abend eingeladen wärst, Dir rechts und links Schmeicheleien gesagt würden, und die jungen Mädchen Dir nachliefen, als wenn sie ganz verrückt auf Dich wären?- fragte Karl. Wahrscheinlich!- erwiderte Franz und gähnte und dachte, wenn der Schwätzer doch zum Teufel gehen möchte. Ich möchte Dir einen Vorschlag machen: willst Du nur zu mir halten, oft in meiner Gesellschaft sein, mich als Deinen besten Freund behandeln und mich in ein paar Monaten mit Dir mitfahren lassen, wenn Du nach Amerika zurückkehrst? Dann sollst Du es in der Zeit, die Du noch hier bist, so schön und behaglich haben, wie Du willst." sagte Karl. Ach. Du bist ein Narr, ich habe kaum für mich Reisegeld!- erwiderte Franz ärgerlich. Ich bezahle die Reise und theile mein Geld mit Dir!-. . -... Dem Geld? Wieviel ist das?" Int Augenblick zwanzig Pfennig. Willst Du?" Franz war der Mensch zuwider, er sah so unsauber aus. Daher zuckte er die Achseln und ging nach Hause. Als Franz am Sonntag Morgen erwachte, saß der Vahnstationsvorsteher des Ortes an seinem Bett, erkundigte sich, wie er geschlafen habe.klopfte freundlich auf die Bettdecke und fragte, ob er Lust hätte zu einer Segelvartie mit Frühstück an Bord. Dann kam ein großes Bouquet Herr, licher Rosen und einer Karte, auf der geschrieben stand: Von Emma Hegel mit bestem Glückwunsch ihrem Jugendfreund' zum Namenstag.Franz hatte ganz vergessen, daß heute der 18. Juli war. Bevor Franz sich noch recht hatte anziehen können, kam eine Mittagseinladung vom Kaufmann Krause. Als er auf die Straße hinunterkam, stand Karl da in sauber gebürsteten Kleidern, faßte ihn unter den Arm und sagte: Komm ein Stückchen tyamxtn. bis daö Boot kommt! Daö wird eine schöne Segelpartie werden. Und dann das gute Mittagessen hernach!- ' Wie? Bist Du denn auch geladen? Versteht sich, aber nur um Deinetwillen. Fränzchen!" Franz war ein bescheidener Mensch; aber es konnte ihm doch nicht entgehen, daß er bei der Segelpartie die HauptPerson war. Alle älteren Herren sag ten, sie seien seine Pathen gewesen und hätten immer angenommen, daß er einmal ein tüchtiger Mensch werden würde, und die jungen Leute erklärten, sie würden sich glücklich schätzen, ihn Freund nennen zu können, und der Stationsvorsteher bat ihn. zu bestimmen, wohin sie segeln sollten, und bot ihm beim Frühstück von allem zuerst an. Auch Karl, den sonst Niemand beachtete. wure wie ein lieber Freund behandelt, den man kaum gehofft hatte im Leben wiederzusehen. Als sie.an's Land kamen, standen die älteren Damen des Städtchens mit ihren Töchtern an der Landungsbrücke, warfen ihm Blicke zu und fragten, wie eö Herrn Franz ginge, und die Mütter erkundiaten ficfi. ob ibre lieben Töchter Oerhüte Ein Frühes Grab Wie oft hören wir daß ein frübcS .Grab durch eine vcrnachläßigte Erkältung herbei geführt wurde. 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ihn nicht Franz nennen dürsten, da er sie doch als kleine Mädchen auf seinen Knieen geschaukelt hätte. Beim Mittag ging es ebenso zu. Es wurden auf Franz drei Reden geHalten. und alle Mütter mit heirathsfähigen Töchtern drückten verstohlen seine Hände und flüsterten mit Thränen in den Augen: Willkommen daheim! Wir danken Ihnen, daß Sie in fremdem Lande der Vaterstadt treu geblieben sind! MLqe der schöne Drang Ihres Herzens bald sein Ziel finden!" Karl Holm, der keinen Heller besah und bisher keinen Pfennig Credit gehabt hatte, kam ein paar Tage später in funkelnagelneuem, feinem Anzug daherstolzirt. Hast Du eine Erbschaft gemacht?fragte Franz. Nein, aber es wäre unrecht, den Leuten einen Korb zu geben, wenn sie kommen und einen flehentlich darum bitten, daß man bei ihnen etwas auf Rechnung nehmen möchte erwiderte Karl. Franz konnte an keinem Laden vorbeigehn, ohne daß der Chef alles fortwarf, was er vorhatte, ihn in das Privatzimmer hineinzog und nach Wein oder Bier klingelte. Die Blicke der Mädchen waren wie Raketenkisten, und blieb er nun zufällig vor einer Veranda stehen, so fragten Mutter und Tochter, ob sie ihn nicht auf seinem Spaziergang begleiten dürften. Aber schon an der nächsten Ecke entschuldigte sich die Mutter mit einer wichtigen Wirthschaftsangelegenheit. die sie vergessen hätte, und eilte nach Hause. Was, zum Teufel, fehlt nur den Menschen?" fragte Franz seinen Jugendfreund Karl. Halt' nur den Mund!" erwiderte Karl. Franzens Herz erwärmte sich. Er begann einigen der hübschesten jungen Mädchen denHof zu machen und dachte schon daran, sich mit einer von ihnen zu verloben. Lust schienen sie ja alle dazu zu haben. ' Der Häuseragent des Orts bot ihm drei Rittergüter an. Rings um Franz herrschte plöhlich eine Atmosphäre von Essen. Wein, Zärtlichkeit, Achtung und Liebe, so daß kaum einem jungen, hübschen Officier im Damenkreise etwas Aehnliches widerfahren wäre. Eines schönen Tages bat Karl seinen Freund Franz. er möchte ihn nach Hamburg begleiten, und als sie dorthin gekommen waren, bat er ihn, ihm auf ein Auswandererschiff zu folgen, um dort von einem alten Bekannten Abschied zu nehmen. Als sie sich aber an Bord befanden, führte Karl seinen Jugendfreund in eine Kajüte erster Klasse und lud ihn ein, mit ihm ein Glas Wein zu trinken.
So! ' Und nun fahren wir' nach New Jork hinüber!" sagte Karl zu Franz. Franz fuhr auf und fluchte. Das wäre eine Lüge! Er wollte wieder nach Hause zu den hübschen Mädchen und ihren gastfreien Eltern. Solche Men schen gäbe es sonst nirgends! Freilich hätte es ja einige Zeit gedauert, bis sie aufthauten; aber dann waren sie auch um so herzlicher geworden, und Da lachte Karl so laut, daß er sich d:e Selten halten mußte. Und auf einmal stieg eine ganze Fluth von Gedanken in Franzens Hirn auf und wogte darin hin und her. Schließlich sagte Franz: Sag' einmal, Karl, aber ganz offen und ehrlich, wie hängt diese ganze Geschichte elgentlich zusammen? Ja, siehst Du, Franz. an demselben Samstag Abend, als ich Dir vorschlug, mit mir einen Pakt einzugehen, ging ich in's Wirthshaus und bestellte mir für meme zwanzig Pfenma einen Schnitt Pilsener und vertraute auf Ehrenwort und unter dem Gelübde der Verschwiegenheit dem Kaufmann Krause an, daß Du draußen ein sehr fstn2 fflrtnrtn Aifrnrntfi itvtti, tfcittb; aji ttiivkii v4kiumm1.11 hattest, so an zweihunderttausend Dol larö, aber daß Du ganz verschwiegen und still, wie ein armer Mann, heim gekommen wärst, um ohne die Beeinslussung. die Dein Geld ausüben könnte, die Ergebenheit Deiner alten Freunde zu genießen und Dir unter den Mädchen Deiner Vaterstadt eine Frau zu Wahlen. Aber, mein Gott, wo bekamst Du Kredit und das ReiseLeld her?Ich sagte, ich hätte bei Dir Anstelluna als Reisebegleiter mit hundertfünfzig Dollars monatlich Gehalt erhalten, wäre aber zu stolz. Dich um einen Vorschuß zu bitten! Franz wurde sehr nachdenklich, als er das vernahm, und sah so elegisch aus, wie an dem Samstag Abend auf dem Grab seiner Eltern. Die Menschen sind doch Gesindel, Karl!" sagte er. Ach, Franz, was können sie dafür, daß das Gold der Magnet deS Menschenherzens geworden ist?" Hm. Na. prosit Karl!" Prost, Franz! Nun, Adieu, Europa, daS Schiff geht ab!" lnoermund. . - Karl: Siehst Du, uns hat der Storch doch icyon wleoer einen neuen Bruder gebracht, und Euch nicht." Lilly lTochter einer Wittwe): So? Bn uns war ein so großer Storch, der hat uns einen ganz neuen Papa gebracht." vergebliches Spiel. Tnofcrl: Meine Herren, was spielcn Sie denn da?" Spieler: Wir? spielen eine Gans aus!" Schnoferl: Kann man da mit thun?" Spieler: Ei freilich, sehr angenehm!" Nachdem das nöthige Geld beisammen, fragt Schnoferl die Andern, wann denn das Ganserl gegessen werden soll. --Ja," entgegnen diese, heut' haben wir das Ganserl bloö au5geselt gegessen haben wir's sch-n r?r echt SIßttL"
ES ist gcwlsz, dal
Unreines !2&liit im Frühlinge, elches da gan,e Lyftem ver. ,kftet, durch einen außer Ordnung gerathen, n Magen, Unverdauttchkelt und erstopfu entsteht . . ' Dr. August önig'ck Hamburger Tropfen ist dle wirksamste Fröhlins,.Medkiin, welche a2e solche Unordnungen kurtrt, da vlut ttln fgt und da galtst System In einen esunde Luftand bring. ...
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