Indiana Tribüne, Volume 21, Number 223, Indianapolis, Marion County, 1 May 1898 — Page 6
EMamcmgl! lN-K. ! Auf den historischen Gefilden von ickamauga, auf denen vor 35 Iahxtn 100,000 Streiter in dreitägigem, blutigem Ringen um die Siegespalme stritten, herrscht abermals kriegerische? Getümmel. Freilich stehen nicht die Vlauen und Grauen einander als feinde gegenüber wie in dem BruderZampfe. vielmehr ist das in einen Nationalpar! umgewandelte Schlachtfeld ls Concentrationsplatz für die zum Kampfe gegen die Spanier bestimmten regulären Truppen ausersehen worden. Jiir diesen Zweck ließe sich in der That keine geeignetere Localität finden, sowohl im Hinblick auf die strategische La?e. welche ausgedehnte Uebungen aller Truppengattungen ermöglicht und die prompte Entsendung von Streitkrästen nach jedem bedrohten Punkte m der Küste gestattet, als in Anbetracht der historischen Reminiscenzen, Welche nicht ungeeignet sind, zur Vollkringung vonHeldenthaten anzufeuern, wie sie die blutigen Tage vom 19. und 20. September 1863 dort gesehen. Der Nationalpark von Chickamauga umfaßt ein Areal von ungefähr 15 Quavratmcilen, während die zu demselben führenden Wege eine Länge von 36 Meilen haben. Auf zwei Seiten wird r von Eisenbahnen flankirt, die den ldenkbar schnellsten Transport von Truppen nach allen südlichen Häfen ermöglichen. Die Bundes-Hauptstadt Washington ist nur 620 Meilen tnU
1 . irr -. tm r ' jr-Ai- N ........ .N:-iTrt rilffii bi Ooun v ".- : j ' Ai V-tl K t?Ya m' itiKf z TAMwlV Uebersichtskarte. sernt. Fort Monroe 650, Wilmington, N. C., 560, Charleston 425. Savanah 420, Tampa 800. Pensacola 400, Mobile 425 und New Orleans 500 Meilen. Von prächtigen Wegen in al5en Richtungen durchschnitten, eignet sich der hochgelegene Park, der mit Wasser reichlich versehen ist, ganz vorFüglich als Lagerplatz für große Truppenkörper, die dort leicht verproviantirt und mit denen auf dem ausgedehnten Cerrain praktische Gefechtsübungen, vorgenommen werden können. Bis jetzt haben die folgenden Truppentheile Ordre zum Abmarsch nach dem Concentrationslager erhalten: das 24. Infanterie - Regiment (Neger) aus Fort Douglaß. Utah; das 25. Infanterie Regiment (Neger) auf. dem Marsche nach Key West; das 3. Jnsanterie-Re-iment aus Fort Snelling. Mnrn.; das 5. Infanterie-Regiment aus Fort iSheridan, Jll.; das 6. JnfanterieRegiment aus Fort Thomas, Slt).; das 7. Jnfanterie-Regiment aus Fort LoSan, dol; das 9. Jnfanterie-Reoiment von Madison Barracks. N. ; das 0.0. Jnfanterie-Regiment aus Fort L?ene, Okla.; das 11. Jnfanterie-Regi-Tn:nt von Jefferson Barracks, Mo. ; das 12. -Jnfanterie-Regiment aus ftort Niobara, Neb.; das 13. Jnfan-Terie-Regiment aus Fort Porter, N. das 17. Jnfanterie-Regiment aus Nrlumbus, ).; das 1. InfanterieRegiment aus Fort Blffc und San Llntonio. Texas; das 19. InfanterieNoziment aus Fort Wayne, Ind.; das 20. Jnfanterie-Regiment aus Fort Leavenworth, Kan.; das 21. Jnfan-terie-Regiment von Plattsburg Barxacks. N. Y.; das 22. Jnfanterie-Regi-nient aus Fort Cook, Neb.; das 23. Jnfanterie-Regiment aus Fo"t Clark, Texas; das I.Cavallerie-Regiment aus frort Riley, Kan.; das 3. CavallerieRegiment von Jefferson Barracks, f-i if iK ' T'Z&jOt Hauptquartier. Mo.; das 5. Cavallerie-Regiment xixl fror! Sam Houston, Texas, und das 9. Eavallerie-Regiment (Neger) aus frort Rcbinson, Neb. Die Bestimmung vieseZ Parks als Concentrationsplatz für diese nach dem Süden dirigirten Truppen geschah auf Empfehlung des Vrigadier-Generals Graham. Comnandeu: des Departements des Süfcen. denn kein besseres Terrain ls Feldlager konnte in der Nähe von Augusta,, dem Hauptquartier der Südarmee, gefunden werden; ist es von Dieser Stadt doch nur 60 Meilen entfernt und letztere mit einer zweistündiHen Eisenbahnfahrt bequem u erreichen. Das stattliche Gebäude, in welchem die Park-Commission ihren Sitz hat, wird jedenfalls als Hauptquartier für lden commandirenden General dienen, während die Truppen in Zelten untergebracht werden; dazu ist mehr als genügender Raum vorhanden. Seitdem das Schlachtfeld in den Besitz der Bundes - Regierung übergegangen und in einen Nationalpark umgewandelt ist. hat dieselbe alle Zufahrten zu demselben wie die Wege in demselben neubauen lassen, so daß die Berbindunallen Ansprüchen genügen. In dem Parke selbst sind auf allen denkwürdigen Plätzen von den Veteranen der dort in Action gewesenen Truppen stattliche Denkmäler errichtet worden. 2ie Bundes - Regierung hat ferner feen Platz auf Misjionary Ridge, wo
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der Conföderirten General Vragg sein Hauptquartier hatte, nebst einem Areal von 3 Acres in ihren Besitz gebracht, ebenso wie einen Ausläufer d?s gen Chattanooga zu gelegenen Höhenzuges. Auf diesen Plänen erheben sich Observationsthürme, von denen man einen vorzüglichen Ausblick'auf die HU storischen Gefilde hat.
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Monumente. Reicher an glorreichen Kriegserinnerungen als der Nationalpart von Chickamauga sind wohl wenige alte Schlachtfelder und auch aas diesem Grunde empfiehlt sich seine Auswahl als Lagerplatz für die am Vorabend einer Schlacht stehenden Armee. An den Ufern des Flusses marschirte der Conföderirten - General Bragg mit seinen eigenen Truppen und General Longstreet's tapferen Virginiern heran, um den Unionsgeneral Rosecrans zurllckzutreiben. Auf der anderen Seite des Höhcnzuges leistete der Unionsgeneral Thomas mit der Ausdauer eines Bären dem stürmischen Anprall der Conföderirten zähen Widerstand, während sein Oberbefehlshaber bereits nach Washington die Meldung gesandt hatte, daß seine ganze Armee geschlagen war. Im November 1863 setzte sich Bragg abermals dort fest und zwar auf Missionary Ridge sowie Lookout Mountain in einer festen Position, die er für unbezwinglich hielt und die von dem unsterblichen Grant angegriffen wurde. Dort stürmten die Union truppen unter Hooker, der von Grant gegen die Conföderirten geschickt war; sie nahmen die Höhen und trieben die Feinde in Tod und Verderben. Welch' ruhmvolle Erinnerungen muß in der Brust jedes Soldaten der Anblick jener Stellen wecken, wo General Thomas durch das Centrum des Feindes auf Missionary Ridge brach, als derselbe seine Kräfte sammelte, um die in'Z Wanken gerathenen Legionen Sherman's zu vernichten, und wie durch Thomas die drohende Niederlage in 5 k ff40Ul h f - Bloody Fond." einen Sieg verwandelt wurde! Wenn in der Brust unseres Heeres heute derselbe Heldenmuth lebt, wie er in jenen blutigen Kämpfen von den Blauen wie von den Grauen an den Tag. gelegt wurde, dann kann es keinem Zweifel unterliegen, daß im Kampfe mit jedem Feinde der Sieg unserer Fahne zu Theil werden wird. DerPantoffelheldaufdem Rade. !&fr&: uk-f ä1 - S 'iJ 3 Er: Jn unser'm Brautstand war's noch schön da hatte Jedes sein eigenes Rad! Seit wir aber verheirathet sind, hat meine Frau ein Tandem angeschafft, und da geht's an jedem GastHaus wie neun Teufel vorüber!" Su si. : T j Du hast ja großartig einkauft am Schweinemarkt gleich vier Stück!Ja weißt D'. die soll'n a' Ueberraschung sein für mei' Weiberl, die morgen ihr'nNamenstag hat: sie zeig'n so schön mit den Schweifern ihr'n Nama!" Kindermund. Ach, Hänschen, Du könntest ein so guter Junge sein, wenn Du wolltest!" , ich möchte schon, Mamz aber weißt Du, es kommt mir halt immer was dazw!schen!" Seltsamer Sport. A.: Ich habe ein großes Vermögen geerbt, aber trotzdem stelle ich meineWeckuhr immer auf sechs." B.: Das ist wohl Gewohnheit?" A.: Nein, das nicht, aber ich wache dann auf und freue mich, daß ich nicht aufzustehen und zu arbeiten brauche."
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Im Sachscnwakde. 'Einsam und träumerisch liegt der Sachsenwald da. In dem knorrigen Astwerk uralter Eich:n rauscht es und wogt es, die schweigsamen Buchen und zarten, weißstämmigen Birken flüstern sich geheimnißvoll zu, und in der düsteren Majestät des dunkeln Tannengehölzes regt und bewegt sich das vielgestaltige Leben des Waldes; aber nur . selten begegnet man einem Wanderer auf den vielverschlungenen, schmalen Pfaden des Sachsenwaldes. Vielleicht ist es ein Glück. ' daß die Hamburger, von oenen der Sachsenwald kaum drei Meilen entfernt ist, eigentlich nur an weiten Wasserlandschaften Gefallen finden, und daß die Bewohner Mitteldeutschlands mehr die Gebirgswälder bevorzugen; denn gerade dadurch hat sich der SachsenWald in seinen von dem Eisenbahnnetz unberührten Partien seinen eigen-
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Fürst Bismarck. thllmlichen, jungfräulich herben Charakter bewahrt. Und jeder, der ihn zur holden Frühlingszeit besucht oder ihn aufsucht, wenn die Hrbststürme unwillig an den Niesenstämmen rütteln und schütteln, wird einen hohen, reinen Genuß haben. Einen Ausflug nach Friedrichsruh und dem Sachsenwald wird man wohl stets am besten von Hamburg aus unternehmen und zunächst die kurze Strecke bis Reinbek mit der Eisenbahn fahren. Wer Freude an einem kleinen, uralten Städtchen mit mancherlei historischen Reminiscenzen hat, der verlasse den Zug schon einige Minuten vorher in Bergedorf. Vor Jahrhunderten eine ansehnliche Stadt, mit der Hamburg manche grimme Fehde auszufechten hatte, verschwindet es jetzt fast völlig neben dem ungeheuren Häusermeer der nachbarlichen Hansestadt. Und in dem alten Schlosse, aus dem einst die verwegensten Raubritter zu kecken, rechtlosen Thaten auszogen. Sophienbad. tagt jetzt das Amtsgericht, um Recht und Gesetz zu schützen gegen jeden Missethäter. Auch das alte, feste Schloß in Reinbek, dem eigentlichen Beginn des Sachsenwaldes, hat seinen ursprünglichen Beruf gewechselt. Wohl fanden auch früher Fremde dort gastliche Aufnähme, aber jetzt ist dies sein Selbstzweck; denn aus dem Schlosse mit seinen Hunderten von Zimmern, seinem herrlichen Park und dem großen Teiche ist ein vornehmes Hotel gew-zrben. Ueberhaupt ist Reinbek mit seinen dielen zierlichen Einzelhäuschen mchr und mehr ein richtiger Villenvorort für die Hamburger geworden, die hier, fern 'vom Getöse der Großstadt und doch nur wenige Minuten von ihr cnt fernt, die Sommermonate verleben. Wem es in den kleinen Häuschen zu einsam werden sollte, der sindxt ein mit großstädtischem Luxus und Ccmfort ausgestattetes Heim im Sophienbad", dessen gewaltiger Park ein ?bgegrenzter Zfjtxt des Sachseawaldes ist. Während der gerade Weg von Rcinbek nach Friedrichsruh chara'icristiOberförsters. scherweise mit der Bismarckstraße beginnt, führt der schöne Touristenfußweg immer an dem Ufer der Ville entlang, in vielen Windungen und mit manchen Umwegen. Die Bille ich nur ein kleines Flüßchen, das in gewöhnlichen Zeiten sanft und friedlich zwischen den leicht welligen Ufern dchin zieht; wenn aber die Frühlingsstürme durch das Land brausen, dann kann das kleine Flüßchen recht ungemüthlich werden, und wenn es auch nicht mächtige Felsblöcke mit sich fortreißt, so erhält es doch gcnz .den Ausdruck eines reißenden G.'bircsbaches. Je weiter sich der Weg an der Bille hinzieht, um so mehr treten die Wälder bis dicht an das Ufer heran, und in der Nähe von Aumühle selbst, wohin noch bis vor kürzer Zeit Fürst Bismarck seine Spaziergänge mit Vorliebe ausdehnte, ist ein reizend idyllisch gelegenes Dörfchen mit kleinen, gemüthlichen Wirthshäusern und großen, schattigen Gärten. Der idyllische Gesammteindruck wird leider ein we-. nig durch die Mühle selbst beeinträchtigt, deren plumper Backsteinbau seitsam mit dem zierlichen Villenstil der anderen Häuser contrastirt. Von Aumühle führt in einer lnappen Viertelstunde der Weg, immer durch den dichtesten Wald, nach Fried
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richsruh. Kurz vor dem Stosse selbst liegt ein wenig versteckt die freundlich Oberförsterei, über deren Portal schon der mächtige Hirschkopf die Bestimmung des Hauses verrath. Vom Schlosse selbst, das dicht an der Eisenbahnstraße neben dem Bahnhof liegt, ist nicht viel zu sehen, da der
& IV.. f ." Hirschgruppe. Fürst eine lange, über m.'.r::?hohe Mauer rings herum hat ziehen lassen. Bis vor wenigen Jahrzehnten war das Schloß, das in frühester Zeit sä:on einmal Jagdschloß eines Lippschen Fürsten war, ein beliebtes Sommerrestaurant, das Ziel vieler Hamburger Sonntagstouristen. Den besten Blick auf's -ü' bat man von der kleinen Anhöhe j:-scits des Fahrdamms, auf der die stolze Hirschgruppe steht, die dem Zvürjt.m zu seinem achtzigsten Geburtstage, geschenkt wurde. Je weiter ma.: hin:er dem Schlosse in den Wald cindnrgt. um so schöner und romantischer wird er. Kaum vermag die Sonne durch das dichte Gezweig der Buchen und Eichen zu dringen, oder sie malt zltternde Lichter auf die zarten B'?!enstämme; dann wieder weitet sich der Wald: eine einzelne riesige Eiche rc gt kühn und trotzig empor und tat tiitch ihr eigenes mächtiges Wachsthum ringsum alles andere Wachsthum verhindert. Und wenn man M einbrechender Dämmerung durch das geheimnißvolle Dunkel des Waldes schreitet, so denkt man g:rn all der wunderlichen Sagen von verlkbien Gräfinnen, treuen Knappen, kühnen Räubern, all der Märchen, die, von Mund zu Mund überliefert, -.in dcm Sachsenwald hasten. Tie Ausstellung m Omaha. Als ein hübsches Bauwerk wird sich der Haupteingang- zum Platze der Trans-Mississippi und Internationalen Ausstellung in Omaha Präsentiren. Ein massiver Bogen, zu beiden Seiten von niederen Bauten flankirt. wird der Haupteingang (Aicli of States" genannt, weil sich an demselben das in Farben ausgeführte Wappen der Union und die gleichfalls colorirten Wappen der Staaten befinden) durch seine Dimensionen schon von Weitem sichtbar sein. Der Bogen ist 50 Fuß lang. 25 Fuß tief und bis zum Abschluß des Parapet- 68 Fuß hoch; die innere Weite beträgt 20, die innere Höhe 35 Fuß. Während das Wappen des Landes sowie jene der Tran5 D e r Haupteingang. Mississippi Staaten am äußeren Fries des Bogens angebracht werden, wird der Fries an der Innenseite des Bogens die Wappen der übrigen Staaten der Union, gleichfalls in Farbenschmuck, enthalten. Das Wappen der Wer. Staaten wird von künstlerisch in Bildhauerarbeit ausgeführten Schildträgern gehalten, deren jeder überdies eine Fahne in den nationalen Farben tragt. Der Bogen wird aus Stein erbaut werden und nach Schluß der Ausfiellung den Eingang zum sogenannten Kountze Park, welcher auf der Stelle des Ausstellungsplatzes errichtet wird, bilden. Die Kosten der Herstellung der Arch of States" werden sich auf Z10.000 belaufen. Brief einer pommerschen Köchin. Weil ich Deinen Geschmack .kenne, schicke ich Dir eine pommerscheGänsebrust und hoffe. Dich bald an die meine drücken zu können!" Dr kleine Mediciner. Vater: Pfui Teufel was hast Du denn mit der Pfeife gemacht?" Der kleine Fritz: Du sagtest doch, sie wäre verstopft, und da hab' ich eine Schweizerpille hineingethan !" Weiblicher Scharfsinn. Dame: ... Dein Urtheil. liebeFreundin, ist für mich maßgebend. Welcher von den beiden Hüten kleidet mich bes-ser?-Freundin: Natürlich der rosafarbene! Der steht Dir wundervoll zu Gesichte!" Dame (eine Stunde später zum Mädchen): Tragen Sie den rosafarbenen Hut zur Modistin zurück und sagen Sie, daß ich den perlgrauen behalte!"
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Ilp crvlguNgcdcclt! Ueberall im meerumschlungenen Schleswig - Holstein ist der 24. März festlich begangen worden, an dem vor einem halben Jahrhundert unter Glockengeläut auf dem Kieler Rathhaus die provisorische Negierung zusammentrat, womit der Befreiungskämpf der auf ewig ungetheilten" Herzogthümer seinen Anfang nahm. Auch in Altona ist dieser Gedenktag unter großer Theilnahme der Bürgerschaft gefeiert worden, nicht ohne den Thaten der Väter ein dauerndes Denkmal zu errichten. Dasselbe besteht aus einem von einer noch jungen Doppeleiche überrasteten Denkstein mit einer ehernen Tafel, die am obern Rande und auf der linken Seite reiches Eichenlaubornament zeigt. Zwei ideale Frauengestalten, die die beiden Her-
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Das Denkmal. zogthümer verkörpern, stehen Hand in Hand; kräftig hat die Rechte des jugendlichen Weibes im Vordergrund den Schwertknauf gefaßt, während die Kampfgefährtin den mit den Wappen Schleswigs und Holsteins gezierten Schild mit dem linken Arm zur Abwehr erhebt. Die eben aufgehende Sonne sendet ihre Strahlen in das erwachende Land, in dem nun die Pflugschar zur Rast gezwungen ist. Die Inschrift kündet: Zum Gedächtniß der Erhebung Schleswig - Holsteins." Links und rechts von der Tafel sind die Jahreszahlen 1848 und 1898 mit wuchtig geführtemMcißel in den Stein gegraben. Ein Genügsamer. Herr Meier, ich bedaure, Ihre Frau nicht werden zu können." Ach, Fräulein Lieschen wollen Sie dann wenigstens an meinem mitgebrachten Bouquet riechen?" Daö sagt genug. Weshalb blickst Du denn fortwährend das Bild Deiner Schwiegermutter an?" Die kommt morgen auf Besuch und da will ich mich auf Ertragen ihres Anblicks trainiren." Ehrlich. Bankier (zu einem auf seine Villa reflectirenden Käufer, während - der Besichtigung): . . Das Gewächshaus allein kostet 10.000 Mark ... 6000 Mark beschwör' ich!" -Im Zweifel. ?m Oeconomierath (dem der Bürger-, meiste? bei einem Feste zugetrunken): Jetzt weiß ich nicht, hat er zu mir gesagt: Pros't oder Protz?!" Modern. Also Du hast Dich mit dem Vormunde der jungen Dame über alle in Betracht kommenden Punkte geeinigt da steht der Verlobung wohl nichts im Wege?" Es handelt sich blos noch um ein zufälliges Bekanntwerden mit dem Fräulein."
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Ve! der Schmiere.
,U Schauspieler: Was soll ich denn heute in dem Ritterstück anziehen, Herr Director? Sie haben mir ja noch gar keine Eostüme hingehängt!" Director: Was spiel'n Se denn?" Schauspieler: Im 1. Act den Sendboten." Director: Der Sendbote trägt 'ne Kutte!" Schauspieler: Und im 2. Act? . . . Da spiele ich den Kaiser!" Director: Nu säh'n Se mal an! Ja. Ja! Der is ja doch wol uf d'r Rese?! Da werd 'r doch uf d'r stob'gen Chaussee nicht scin'n besten Purpur tragen! Da zieh'n Se efach de Kutte an un' setz'n e Barett us! aber nadierlich so recht majcstät'sch!" Schauspieler: Im 3. Act spiele ich einen Rathsherrn!" Director: Der Rathsherr werd bei mir immer in der Kutte gespielt höchstens noch e Handtuch um n Leib! Schauspieler: Und im letzten Act spiele ich den Mönch!" Director: Da zieh'n Se nadierlich de Kutte an. mei Lämmchen!" Ein praktischer Wirth. Zechpreller (frech): Geld habe ich Nicht! . . . Schmeißen Sie mich 'raus oder rufen Sie die Polizei!" Wirth: I bewahre, das gibt's nicht! Für eine Mark haben Sie verzehrt ... so. dafür klopfen Sie mir jetzt diese sechs Teppiche aus. oder !" B e i m F e n st e r l n. Sepp (auf der Leiter vor dem Kammerfenster seiner Geliebten stehend): Cenzl. jetzt begreif' i', was a Himmelsleiter ist!" Höchstwahrscheinli ch. Junge Frau (vom Tanze zurückkehrend): Denke Dir. der Herr Lieutenant sagte, ich habe 'was Engelhaftes an mir." Alter Commercienrath: Damit kann er natürlich nur mich gemeint haben."
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Frühltngörunen. Von E. v. Seybold. Hast du im alten Götterwalde Durch den noch leis die Sagen wehn, Die uns gesungen mancher Skalde. Die Runenzeichen nicht gesehn? Die Runen nicht aus all' den Zweig:, Auf jeder knospe, jedem Blatt. Auf jedem Stamm, den sich zu eigen. Der junge Lenz erkoren hat? Die er geritzt in jede Rinde Mit seinem goldnen Zauberstab, Die er als Frllhlingsangebinde Dem Hain im Thalwärtsziehen gab? Kannst du des Stiftes dunkle Chiffern, Der Wipfelkroncn rauschend Wehn, Die Staldenzcichen nicht entziffern. Des Lenzes Räthsel nicht verstehn? Sahst du sein golden Siegel prangen Auf meinem sel'gen Haupte nicht. Als jüngst ich durch den Wald gegangen. Geschmiegt dir an die Seite dicht? Als mir in's Auge du gesehen. Hast nicht gelesen du. mein Lieb, Die Runen, die beim Thalwärtsgehen Der Lenz in meine Seele schrieb?
Klatsch. Wie wenig maßgebend für die Bcurtheilung unseres Nächsten das ist. was Einer vom Anderen sagt, da falsche Auffassung. Gedankenlosigkeit und leider auch Böswilligkeit gar oft die Thatsachen und Erlebnisse als nicht der . Wirklichkeit entsprechend darstellen, weiß eigentlich Jeder, und dennoch ist durch den Klatsch, das man sagt", durch das, was Einer von Anderen erzählt, schon mancher Frieden zerstört, manche Freundschaft, manches Glück untergraben worden. In jedem Klatsch, sofern er nicht aus absichtlich erfundenen Lügen besteht, ist etwas Wahres, ein Atom vielleicht nur, aber: Ein Körnchen Wahrheit gibt der Lüge Kraft." Die Sucht, Neues zu hören und weiter zu erzählen, plaudern und zuhören zu können, ohne sich geistig dabei anzustrengen, veranlaßt jeden Weitererzählenden, aus seiner Phantasie heraus die Thatsachen zu verändern, etwas hinzuzufügen oder wegzulassen, oft halb un. bewußt, oft nur, um seine Erzählung und sich selbst interessant zu machen. Er vergißt aber, daß jeder Klatsch ein großes Unrecht ist, sowohl gegen den, von dem, als geg:n den, zu dem geklatscht wird, an jenem durch Entstellung, Uebertreibung. Herabsetzung seiner Person, seiner Erlebnisse, Fähigkeiten oder Eigenschaften, an diesem dadurch, daß das Bild des Anderen getrübt, vielleicht der guten Meinung über ihn Abbruch gethan wird. Oft genug hört man: Ich gebe nichts auf Klatsch," und doch es muß schon eine sehr innige, erprobte Freundschaft sein, die sich dadurch nicht beeinflussen läßt! Das Gerede der bösen Zungen läßt doch einen Stachel zurück. Wir fangen daraufhin an, zu beobachten; zufällig stimmt irgend eine Kleinigkeit mit dem Gehörten überein, Mißtrauen. Verstimmungen und MißVerständnisse sind die Folgen. Nur eine ehrliche Aussprache kann da helfen; aber da diese den Klatschenden bloßstellt, entsteht dann wieder nach dieser Richtung böser Unfrieden und oft noch weit Schlimmeres. Andererseits wieder wird derKlatsch bisweilen begründet durch: Ich erzähle Dir dies und das, damit Du weißt, woran Du mit Diesem oder Jenem bist." Es mag sein, daß zuweilen solch' eine Warnung aus gutem Herzen , kommt, meist aber will der Warnend nur aufhetzen, sich wichtig machen, nicht selten, aber auch absichtlich schaden. Es ist besser, zu gut, als zu schlecht vom Nächsten zu denken. Wenn sich statistisch feststellen ließe, ob mehr Unheil dadurch gestiftet wurde, daß man allzu viel vertraute, oder daß man sich in Urtheil und Handlungen von Klat schereien beeinflussen ließ, so würde sich wohl ergeben, daß das Letztere mehr böse Folgen gehabt, als das Erstere. Man sagt, wohl nicht mit Unrecht, dem weiblichen Geschlechte nach, daß es mehr Neigung zum Klatschen hab:, als das männliche. Der Mangel an geistiger Beschäftigung oder oft der Mangel jeder, den ganzen Menschen aussüllenden und befriedigenden Beschäftigung überhaupt, und nicht zum Wenig sten das Erbtheil unserer Mutter Eva, die böse Neugier, begünstigen nur allzu sehr, den Klatsch. Pflicht jedes einzlnen Menschen ist es, diese böswillige Neugier zu bekämpfen, sich nicht zu sehr darum zu kümmern, was der Nächste denkt, sagt oder thut; denn tver den Klctsch nicht sucht, dem tragen böse Zungen auch nicht so viel zu. Erzählt aber doch Jemand etwas Nachtheiliges über den Nächsten, so mögen wir dazu schweigen, wenn wir nichts Besseres wissen, um gegen dieVerleumdung auftreten zu können. Sprich von Allen, Von Lebenden und Todten stets das Beste, So, wie Du wünschest, daß von Deinen Schwächen. Man immer mög' mit milder Schonung sprechen." Verschiedene Auffassung. Graf: ... Und da wagen Sie es, mich in solcher Weise zu mahnen, mich, dessen Ahnen schon den ersten Kreuzzug mitgemacht und an der Eroberung von Jerusalem theilgenommen haben?" Aaronsohn: Nu, was ist da mehr? Meine Ahnen sind auch dort gewesen!" FrommerWunsch. Frau: Moritzleben. Du machst doch so e Geficht!" Mann: Ich wünscht', ich könnt' Gesichter machen. Hätt' ich Dir schon länast t anderes nemnl
