Indiana Tribüne, Volume 21, Number 223, Indianapolis, Marion County, 1 May 1898 — Page 3
Der Uodte von $b ovvov - Is scm&. Roman von Harry cfccft. (2.'FortskJUN2.) Mit wachsendemUnmuth hatte HanZ v. Rheden die Auseinandersetzungen, Vorschläge und Drohungen des Iranzosen angehört. Ihm kam der Mann beinahe geistesgestört vor in seinem Bemühen, ihm eine Absicht unterzu schieben, die er thatsächlich nicht gehegt hatte. Dann aber war er innerlich ganz zufrieden darüber, bei dieser Gelegenheit -den wahren Charakter des Mannes, den er bisher für einen Harmlosen Genußmenschen gehalten, kennen zu lernen. Hans war es. als wäre ewe Maske vom Antlitz dieses Menschen herabgeglitten, und als könne er jetzt deutlich in den Zügen dieses sonst so glatten, lächelnden Gesichtes die schlecht verborgene Habsucht, den gewissenlosen Egoismus und noch manche andere und noch bedenklichere Leidenschaft und Charakteranlage lesen. Befremdet, und von diesem sonderbaren Benehmen abgestoßen, trat cr einige Schritte zurück und sagte in kaltem, förmlichem Ton: Ich weiß nicht, mein Herr, mit welchem Recht Sie mir irgend etwas zu erlauben oder zu untersagen hätten. Obwohl ich Ihre Reden nur zum Theil verstanden habe, muß ich diese Ausdrucksweise doch auf das entschiedenste zurückweisen. Im übrigen beunruhigen Sie sich ganz unnöthiz. Ich denke gar nicht daran, irgendwelche geschäftlichen In ieressen auf der Insel zu verfolgen, Gold graben oder graben lassen zu wollen. Mir genügt das, was ich besitze, und ich überlasse gern derartige abenteuerliche Czjxrimente denen, die auf solche Glück:Zzufälle angewiesen sind." Gerfaut biß sicb auf die Lippen. Wie hochmüthig diese: Deutsche, der sonst stets freundlich und entgegenkommend gewesen war, sich zeigen konnte! Im übrigen glaubte er kein Wort von dem, was Rheden ihm gesagt. Sicherlich wollte dieser ihn nur täuschen und von seinen Forderungen abbringen, um sich allein den reichen Gewinn anzueignen. Nun, so leicht sollte dieses deutsche Herrchen Andr6 Gerfaut nicht hinter's Licht führen. Im Augenblick aber hielt der Franzose es für gerathen, die Maske nicht fallen zu lassen und das frühere gute Einvernehmen zwischen ihm und Baron Rheden nicht zu stören. Mit einigen verbindlichen Worten .entschuldigte er sich bei Hans und meinte, er habe ja nur einen geschäftl?chen Vorschlag gemacht, den sein junger Freund annehmen oder abweis könne. Da das letztere geschehen, so betrachte er die Angelegenheit als erledigt. Sollte er im Eifer Ausdrücke gewählt haben, welche Hans verletzt' hätten, so bitte er um Entschuldigung. Rheden, dem ja auch daran gelegen war, seine Beziehungen zu Gerfaut, solange er mit ihm auf dem Polarstern" zusammen war, nicht unerquicklich zu gestalten, nahm diese Entschuldigung an und zeigte sich versöhnlich. . Sie beschlossen jetzt, , eine kleine Strecke in's Land hineinzugehen, um wenigstens von einem erhöhten Punkte aus die Insel, so gut es ging, zu überschauen. Eine sanft ansteigende Anhöhe, die mit einem nach Westen überhängenden Felsen gekrönt war, schien die beste Gelegenheit dafür zu bieten. Sie schätzten den Weg bis da hinauf etwa auf eine Viertelstunde, und da de: Fels völlig frei lag, mithin vom Strande aus genau beobachtet werden konnte, so hielten sie auch jede Gefahr für ausgeschlossen. Der Steuermann, unter dessen Leihing die Matrosen einige Fässer mit Trinkwasser aus einer sich in's Meer verlierenden Quelle füllten, erhielt den Auftrag, ihren Aufstieg im Auge zu behalten und augenblicklich mit seinen Leuten ihnen nachzukommen, sobald er einen Schuß fallen hörte. Dann untersuchten sie noch einmal ihre Gewehre, deren jedes sechs Schuß hne Unterbrechung abzugeben im Stande war, lockerten die Revolver in ihren Lederhüllen und machten sich auf den Weg. Sie verhielten sich verabredetermaden schweigsam, beobachteten mit gespanntester Aufmerksamkeit die Felsen, die bald rechts, bald links ihnen entzegentraten, und lauschten auf das scheinbar unauffälligste Geräusch. Gerfaut bückte sich von Zeit zu Zeit, um einen Stein oder eine Handvoll Erde aufzuheben und in die Tasche, die er an der linken Seite trug, zu bergen, wahrscheinlich, um sie für eine spätere Prüfung aufzubewahren. Rheden schenkte seinem Treiben wenig Beachtung und verdoppelte seine Wachsamkeit, da er seinen Begleiter mit anderen Dingen beschäftigt sah. Sie hatten übrigens, was so häufig geschieht, die Höhe des Berges unt:rschätzt, denn sie waren bereits fast dreiviertel Stunden gegangen, ohne den Gipfel zu erreichen. Jetzt traten die Felsen so nahe zusammen, daß das Licht nur spärlich in den Engpaß hineinfiel und sie in 'beständigem Halbdunkel vorwärts dringen mußten ein unheimlicher Weg. .Ich rathe zur Umkehr," flüsterte T Gerfaut. Rheden überlegte einen Augenblick. I r3ch sehe es dort hinten wieder heller schimmern. In einigen Minuten werl den wir freien Ausblick haben komI inen S:?!" I Mit vorgehaltenen Gewehren, den Finger zum Abdrücken bereit an der
Waffe, glng es vorwärts. Rheden behielt recht. Nach wenigen Minuten hatten sie den unheimlichen Engpaß hinter sich und gelangten auf ein vom Sonnenlicht grell beleuchtetes Velände. Da sehen Sie," rief Rhedk
nach Westen zeigend, da ist das Meer der Strand." Gewiß." b:stät!zte Gerfaut, es,ist die Nordküste der Insel, während wir an der Westseite landeten. Von hier aus hätten wir, wie Sie sich überzeugen können, den Aufstieg bequemer gehabt." Der Deutsche halte schon dus las vor den Augen und schaute hinab. Plötzlich stieß cr einen Ruf des Erstaunens aus. .Tort unten befindet sich eine menschliche Wohnstätte, Gerfaut," stieß er in maßloser Ueberraschung hervor, eine Hütte ein Blockhaus!" Kaum hatte sich der Franzose von der Wahrheit dieser Entdeckung überzeugt, als die beiden Männer den Hügel hinabeilten. Bald standen sie vor der Thür der einsamen, höchst primitiven Behausung. -Das Blockhaus war aus Brettern, offenbar in großer Schnelligkeit, zusammengeschlagen, es besaß keine Fenster, sondern empfing sein Licht von oben durch die Löcher in der Decke. An den Seitenwänden waren jedoch zahlreiche Schießscharten angebracht. Auf dem Dach ragte ein Stock in die Hohj, an welchem früher eine Nothflagge geweht haben mochte, doch jetzt hatte sie ein Sturm fortgerissen, und der weiße Fetzen. lag in einiger Entfernung, fast nicht mehr als Leinwand erkennbar, am Ufer. Doch noch einen anderen Fund, welcher sie in noch höherem Grade interessirte, machten die beiden Reisenden, und als sie diesen erblickten, riefen sie wie aus einem Munde in einem Ton, der Schreck und Staunen vereinigte : Also doch eö ist wahr!" Ja. es war kein Märchen, was die wenigen, welche diese Insel bisher betraten und sie lebend wieder verlassen hatten, von ihren geheimnißvollen Bewohnern erzählt hatten, von jenen Bestien, die sich in diesem versteckten Erdenwinkel zu unumschränkten Besitzern, welche keinen anderen neben sich duldeten, aufgeworfen hatte vor den bestürzten Männern lag der augenfällige Beweis. Um die Hütte herum gewahrten sie die bei der während des größten Theils des Jahres herrschenden Kälte gut erhaltenen Ueberreste einiger Eisbären. Die Größe der Ungethüme, welche sicherlich nach ihrem Verenden von ihren eigenen Kameraden zerrissen worden waren, mußte eine ganz außerordentliche gewesen sein. .Nun, Gerfaut." wandte sich Rheden ein. wenig ironisch an seinen Begleiter, haben Sie, noch Lust, Gold zu suchen?" Gewiß. Sie sehen, daß diese Thiere nicht unüberwindlich sind. Sie wurden sicherlich von einem Menschen erlegt." Aber was hinterher aus diesem Menschen, ich darf wohl sagen diesem Unglücklichen, geworden ist, das ist eine andere Frage." Auf welche uns dieses Haus Antwort geben wird." Sie haben recht, Gerfaut. Leider bin ich auf eine sehr traurige Antwort gefaßt. Doch lassen Sie uns eintreten. Die Thür ist nur angelehnt, und Höflichkeitsformen dürften beim Besuch dieser Blockhütte kaum gefordert werden. Ich stoße die Thür auf, während Sie Jhc Gewehr auf eine meiner Schultern legen und sich schußbereit halten. Sind Sie bereit? Nun denn, in Gottes Namen!"
2. C a p i t e l. Die Thür slog auf, und mit derhaltenem Athem lauschten die Männer, ob sich im Inneren des Hauses irgend ein Geräusch vernehmen lassen würde. Doch alles Hieb still der öde,' unwirthliche Raum, in den sie blickten, schien ausgestorben zu sein. Meine Vermuthung bestätigt sich," sagte Rheden, auch der Mensch ist in diesem Kampfe unterlegen. In diesem Hause herrscht die Stille des Todes." Damit trat er ein, und Gerfaut folgte ihm auf dem Fuße. Sie hatten noch nicht fünf Schritt: vorwärts gethan, als der Deutsche sie hen blieb, den Arm seines Begleiters ergriff und mit zitternder Hand auf einen leblosen Körper wies, der, von einer rohgezimmerten Bank halb verdeckt, in der Mitte des Raumes lag. Der Bewohner dieses Hauses," flüsterte er, .eine Leiche!" Und von tiefer innerer Bewegung ergriffen, entblößte er sein Haupt, und Gerfaut folgte seinem Beispiel. So standen die beiden Männer einige Augenblicke, von der Majestät des Todes und dem Eindruck der obwaltenden eigenthümlichen Umstände, unter denen sie ihr hier begegneten, überwältigt. Lassen Sie uns den todten Mann emporheben und auf die Bank legen," sagte der Franzose, und seine Aufforderung wurde unterBeodachtung größter Sorgfalt ausgeführt. Jetzt betrachteten sie den Dahingeschiedenen in eingehendster Weise. Die Wahrnehmungen, welche sie dabei machten, waren folgende: Der Todte war ein Mann von UNgewöhnlicher Größe, breit und kräftig gebaut. Vor wie langer Zeit der Tod eingetreten war. ließ sich natürlich nicht mit Bestimmtheit feststellen; die Gesichtszüge waren noch mühelos erkennbar. Sie verriethen Jugend, Schönheit und Leiden. Das blonde Haupthaar, das in Locken auf die Stirn fiel, wallte bis auf die Schultern herab, ein ungepflegter Bart beschattete die geöffneten blassen Lippen, hinter denen tadellose Zähne zum Vorschein kamen. Die Augen waren geschlossen. Die Kleidung des Mannes glich derjenigen, welche Goldgräber im Wesien der Vereinigten Staaten zu tragen Pflegen ein rothes Hemd, darüber ein dunkles Jackett, anliegende Hosen, die in hohen Stiefeln steckten. Das wollene Hemd war über der Brust geöffnet und gewährte den Blick auf die Todeswund, die sich in der Herzhegend befand.
Dieser Mann hat Selbstmord begangen," brach Gerfaut das feierliche Schweigen und bückte sich, um einen Revolver aufzuheben, der unter :cr Bank lag; die Kammern sind leer, ti hätte' ihm also keine Kugel mehr zac Verfügung gestanden, wenn er mit dieser einen, die er jetzt im Herzen trägt, seine Absicht nicht erreicht hätte. Was mag die Ursache seiner verzweifelten That gewesen sein? ' Sollten Sie sich das nicht selbst sagen können?" erwiderte Rheden ; der Unglückliche sah, daß es für ihn keine Rettung mehr gab. Er war von den Bestien eingeschlossen, es gab kein Entrinnen für ihn; seine Nothflaggc. die er auf dem Dach des Hauses besestigt, wurde nicht entdeckt; er konnte nicht die Insel, wahrscheinlich das Haus nicht einmal verlassen da verzweifelte er und gab sich selbst den Tod, um nicht lebend ein Opfer seiner, Belagerer zu werden. Ist das nicht klar?" Möglich, sogar wahrscheinlich. Seine Munition, mit welcher er sich ferner hätte vertheidigen können, scheint
erschöpft gewesen zu sein. Doch gleichviel mir ist nur unbegreiflich, daß dieser Mann allein hier war; sollte er keine Gefährten auf die Insel mitgebracht haben?" Daran ist nicht zu zweifeln. Ohne Hilfe anderer hätte er schwerlich das Haus errichten können." Nun wohl, wo sind denn diese anderen?" Rheden zuckte die Achseln. Diese Frage hätte uns nur e i n Mund beantworten können, und der ist, wie Sie sehen, stumm." Sollten sich gar keine Gegenstand? hier befinden, die uns darüber einigen Aufschluß geben könnten? Lassen Sie uns suchen!" Gerfaut machte sich n die Arbeit, während Rheden nach wie vor das Geficht des Todten betrachtete, als woll? er es Zug für Zug im Gedächtniß behalten. Hier auf dem Tisch ine silberne Taschenuhr; sie ist natürlich längst stehen geblieben die Zeiger weisen fünf Minuten vor Sieben. Früh oder Abends?" Ein Räthsel, das der Ewigkeit angehört," lächelte Rheden wehmüthig. Eine kleine Flasche, welche Tinte, die längst eingetrocknet ist, enthielt, daneben eine Feder sie ist benutzt. Es muß also rraend etwas Schriftliches .vorhanden sein." cn . c . jf . rn vermögen ic ?rgeno weicye Papiere zu entdecken?" Der Franzose ließ die Blicke über den Raum binschweifen. Vorläufig nichts," sagte er; dann trat er in eine Ecke und untersuchte eine Kiste, die dort stand. . Einiges Kochgeschirr, leere Eonservenbüchsen, ein Sack mit wenigem Mehl, ein anderer mit Reis Handwerkszeug. Nägel, ein kleiner transportabler Kochherd ach, und hier. in der anderen Ecke Hacke, Schaufel und Sieb, die Attribute des Goldgräbers eine Zeitung " Eine Zeitung? Welche?" Der San Francisco Mornina Herald"." Von welchem Tage?" Vom 7. Februar 1874. Lassen Sie mich sehen, ob das Blatt irgend einen auf diese Expedition bezüglichen Artikel enthält. Nein, ich vermag nichts zu finden. Ich lege das Blatt auf den Tisch zur Uhr. Jetzt wären nur noch die Taschen des Todten selbst zu untersuchen. Wollen Sie das übernehmen, Baron?" Rheden beugte sich über den steifgefrorenen Körper und durchsuchte d:e Taschen, die sich in den Kleidern des Unglücklichen befanden. Ein Taschenmesser, ein kleiner Eompaß, ein Feuerzeug kamen zunächst zum Vorschein, dann eine seidene Börse, welche mit Perlen bestickt war. Die Farbe der Seide war verblichen, sie mochte ehedem ein lebhaftes Grün gewesen sein, und die Perlen, ehemals golden, waren schon ein wenig schwarz geworden und an einigen Stellen ausgefallen. Die Stickerei bildet drei Buchstaben," rief Rheden, den gerade dieser Fund interessirte; es sind die Jnitialen eines Namens. Ach, jetzt kann ich sie entziffern; es sind ein gryßes E, ein kleines v und ein großes F also E. v. F. Das bedeutet, daß der Besitzer dieser Börse vorausgesetzt, daß sie ursprünglich sein Eigenthum war entweder dem Adel angehörte und E. v. F. hieß, oder aber daß sein Vorname beispielsweise Emil lautete und er die Börse als Geschenk von einer Dame erhielt, welche F., also vielleicht Friederike oder Franziska, hieß." Gerfaut lächelte. Sie wählen da ohne Zögern deutsche Namen," sagte er; es liegt aber nicht der geringste Anhaltspunkt vor, den Todten für einen Deutschen zu halten." Und doch neige ich mich der Ansicht hin," cntgegnete Rheden mit einiger Wärme, daß wir es hier mit einem meiner Landsleute zu thun haben, und diese kleine seidene Börse ist es. welche mich in dieser Auffassung bestärkt. Derartige Handarbeiten werden fast nur in Deutschland angefertigt und zu Geschenken benutzt; ganz besonders solche Börsen habe ich fast ausschließlich nur noch in meinem Vaterlande angetroffen." Ja, sie sind sonst außer der Mode," bestätigte der Pariser etwas spöttisch ; doch lassen Sie uns sehen, ob dieBörse einen Inhalt besitzt." Rheden schüttelte einige Münzen auf den Tisch. Es waren durchweg Geldstücke der Vereinigten Staaten und repräsentirten einen Gesammtwerth von fünf Dollars und dreiundsiebziz Cents. Auch diese kleine Hinterlassenschaft des Todten wurde, nachdem die Münzen wieder in die Börse zurückgelegt worden waren, neben Uhr und Zeitunasblatt deponirt. Und nun bliebe unö nur noch die traurige Pflicht," nahm Rheden daS Qort, .diese Hehewnißvollen Todten
zu bestatten und ein stilles Gebet an seinem Grabe zu Verrichten." Dann lassen Sie es uns hier an Ort und Stelle thun," rief der Franzose. Ein Spaten ist zur Hand, und eine Guft ist vor dem Hauie schnell eufgeworfen." Ich bin dagegen, daß wir die Vestattung so kurzer Hand abmachn:, und glaube, cs ist unsere Pflicht, den Steuermann und seine Leute von unserer Entdeckung in Kenntniß zu setzen, ihnen den L-eichnam zu zeigen und vor ihren Augen ihn der Erde zu ülergeben." Ah bah. welche Umstände, welche Förmlichkeiten! Ich bin überzeugt, daß in der ganzen Welt kcin Hahn nach diesem Abenteurer kräht, der hier sein Ende gefunden hat. Es genügt, daß wir wissen, wo er in der Erde ruht." Aber Rheden erklärte mit aller Bestimmtheit, daß er die Schiffsmannfchaft benachrichtigen werde, und da Gerfaut einer neuen Uneinigkeit ausweichen wollte, so machte er den Vorschlag, die Seeleute durch einen Schuß herbeizurufen. Er wollte schon seine Büchse durch eine der Schießscharten abfeuern, als ihn der Deutsche daran verhinderte. Keine Uebcrcilung. Gerfaut. Diesei Schuß könnte uns theuer zu stehen kommen, da sein Echo uns die Bestien auf den Hals hetzen könnte. Es bleibt nichts anderes übrig: einer von uns beiden muß sich auf den W',z machen und die Leute herbeibolen." Aber darüber kann gut ei?e Stund? vergehen," entgegnete Gerfsi:i ärg:?lich, und in dieser unheimlichen Einsamkeit zurückbleiben " Das übernehme ich natürlich," unterbrach ihn der Deutsche; wenn Sie nur so liebenswürdig sein wollen, sich augenblicklich auf den Weg zu machen und so schnell als möglich mit den anderen zurückzukehren. Ich bleibe bei dem Todten." Ein wahnsinniger Gedanke. Wie leicht kann Ihnen ein Unglück zustoßen ! Ich fürchte nichts, als daß Sie Zeit verlieren." . Unerhörter Eigensinn," brummte der Franzose, indem seine dunklen Brauen sich unmuthig zusammenzogen. Und das alles für einen Fremden, der " Hallo, Gerfaut, einen Augenblick Sie haben da soeben mit Ihrem Fuß einen dunklen Gegenstand zu: Seite gestoßen richtig, da ist er, eine Brieftasche!" Der Franzose, der schon halb zur Thür hinaus war, kehrte von Neugicr erfüllt um. Eine Brieftasche?" rief er, Rhedens Fund mit funkelnden Augen betrachtend. Sie wird zweifellos AlifZeichnungen enthüllen, die über die Persönlichkeit des Fremden Aufschluß geben vielleicht aber noch Wichtigeres und Nützlicheres." Und Nützlicheres? Das wäre?" Wieder erglänzten die Augen des Franzosen in jenem Ficberschein, der seine innersten Gedanken verrieth. Ich bin sicher, daß diese Tasche Notizen enthält über die Goldfelder der Insel. Jeder Prospector" und jeder Miner führt eine Art Tagebuch, dem er seine Entdeckungen anvertraut, worin er die Merkzeichen beschreibt, die er für des Vorhandensein des Goldes gefunden. Durch solche Notizen, die er von einem Sterbenden empfing der einem Lebenden gewaltsam entriß, hat schon mancher den rechten Weg zu seiner Mine gefunden und fein Glück gemacht." Nun. so lassen Die uns sehen, Sie Unverbesserlicher," rief Hans und öffnet die Brieftasche. Eine Anzahl Papiere, lose Bogen, welche mit Tintenschrift bedeckt waren, fielen ihm entgegen. Sehen Sie, daß ich recht hatte," jubelte Gerfaut und riß mit vor Erregung zitternder Hand und in wenig höflicher Art die Papiere an sich, um sie mit seinen unsteten Blicken förmlich zu verschlingen. Aber im nächsten Avgenblick stieß er einen wilden Fluch aus, und die Papiere auf den Tisch schleudernd, rief er wüthend: Verwünscht! Es ist Deutsch!" Ja, es waren deutsche Buchstaben, deutsche Worte, die Gedanken, die Empfindungen, die letzten Wünsche eines Deutschen, welche hier niedergeschrieben waren, und in demselben Äugenblick, in welchem Hans v. Rheden diese Gewißheit besaß, betrachtete er sich als Freund des Todten, als seinen Anwalt und den Vollstrecker seines letzten Willens. Mit einer energischen Handbewegung brachte er die Papiere wieder an sich und barg sie auf's neue in der Brieftasche, dann bedeutete er dem Franzosen, daß er als Landsmann deö Verstorbenen zuerst und allein seinen letzten Willen durchlesen und später ihm darüber Mittheilung machen werde. Das soll heißen." stieß Gerfaut hervor, Sie werden mir erzählen, was Sie für gut halten, und mir verschweigen, was ich Ihrem Ermessen nach besser nicht erfahren soll." Ich werde Ihnen alles erzählen. was nicht dem Interesse des Verstorbenen oder, genauer gesprochen, dem Interesse diesem nahestehender Personen zuwiderläuft. Und nun machen Sie sich auf den Weg. oder ich gehe selbst." Gerfaut riß sein Gewehr an sich, zog die Mütze tiefer in die Stirn und verlieb ohne Gruß die Blockhütte. Als Rheden sich allein wußte, entfaltete er die Ledertasche von neuem, legte die Papiere neben sich und öffnete ein Fach, welches er vorher wohl bmerkt, aber absichtlich in Gegenwart des Franzosen nicht beachtet hatte. Zwei Gegenstände kamen hier zum Vorschein: eine röthlich-blonde Locke, von zwei seidenen Fädchen sorgsam umschlungen, und die Photoaraphie
. einer jungen Dame. Ueberrascht von
ihrer seltenen Schönheit, vermochte Hans kaum ferne Blicke davon abzuwenden. Er glaubte sich nicht erinnern zu können, jemals vorher in se:nem Leben ein lieblicheres, reizvolleres Frauenbild gesehen zu hbcn. Ein süßer schwellender Mund, große gluthvolle und doch träumerisch dareinschauende Augen, ein sanft gerundetes Kinn, eine hohe, freie Stirn, in welche sich die feinen Löckchen des üppigen dunklen Haares hineinstahlen. Der junge Mann genoß voll Entzücken diesen Anblick und vergaß für einige Minuten, daß er das Eigenthum eines Todten bewunderte. War sie, welche das Bild zeigte, sein Weib gewesen? Hatte sie dem Manre zu eigen gehört, der jetzt starr und stumm im einsamen Haus auf der unerforschten Insel lag, ein Opfer der eigenen Hand? Und von diesem blühenden Leben, von einem solchen Weibe hatte jener Mann sich losgerissen ? Was mochte ihn dazu veranlaßt haben? Und von wessen Haupt war die weiche röthlich-blonde Locke geschnitten, d'.? sie der auf dem Bilde Dargestellten schon um der Farbe willen nicht angehören konnte? Wer vermochte auf all' diese Fragen jetzt noch Antwort zu geben wer? Wer?" rief Hans, als er an diesem Punkt seines Gedankenganges angekommen war, mit lauter Stimme, wer sonst als diese Papiere, das letzte Vermächtniß des stummen Mannes. Nur sie kennen diese Räthsel " Er schreckte zusammen und erröthet'. Unwillig auf sich selbst, gestand er sich ein, daß er sich soeben auf einem Ge--danken betroffen habe, der in der Nähe dieser Leiche ein Unrecht war. Was kümmerte ihn die Lebende er hatte es mit einem Todten zu thun! Hastig ergriff er die losen, offenbar zu verschiedenen Zeiten geschriebenen Papiere und las. was in den losen Blättern an Schmerz und Enttäuschung, Leiden'und Hoffen. Reue, Todesfurcht. Sehnsucht und Verzweiflung niedergeschrieben war. 3. C a p i t e l. 23. April 1874. Dalton und Hopkins, meine beiden Kameraden, mit denen ich am 21. dieses Monats diese entsetzliche Insel betrat, um mit ihnen vereint Gold zu suchen, sind nicht mehr. Ich vermuthe es wenigstens, da sie seit fünf Tagen nicht aus dem Inneren der Insel zurückgekehrt sind. Leider besteht kein Zweifel, daß sie den Eisbären zum Opfer gefallen sind. Auch ich, der ich diese Zeilen in einer Art von fangenschaft niederschreibe, verhehle mir nicht, daß dasselbe furchtbare Schicksal meiner harrt. Fast beständig umkreisen die Bestien das Haus, und ich darf nicht wagen, die Thür zu öffnen und in's Freie hinauszutreten. Noch bin ich in ausreichender Weise mit Vorräthen und Trinkwasser versorgt, aber was wird geschehen, wenn dies nicht mehr der Fall ist? O Gott, mein Gott, welche unglückselige Idee war es, hier das Glück zu suchen! Warum sind wir nicht in Alaska geblieben, wo wir am Copper-River doch schließlich erfolgreich gewesen wären ! W-rde ich diese Stätte des Schreckens lebend verlassen? Ich darf nur auf einen Zufall nein, auf eine Fügung Gottes rechnen, wenn etwa ein vorübersegelndes Schiff mein auf dem Dache befestigtes Nothsignal erblickt. Das Fahrzeug, welches uns hierhergebracht, war der Schooner Mary Dunn", der in diesen Brelten auf den Fischfang auszieht. Er will uns Ende Mai oder mit Beginn des Juni abholen. Er wird vermuthlich nicht einmal mehr unsere Leichen finden. Mich fchreckt der Tod nicht, doch dieser Tod und dann der Gedanke an Beate uno das Kind. Das Kind das Kind! Nein, nicht diese Gedanken, nicht diese, damit ich nicht wahnsinnig werde!"
7. Mai 1874. Die Nacht war über alle Besckreibuna fürchterlich. Meine Hände zittern, kaum vermag ich noch die Feder zu suyren. in kein Mensch mehr, der diese Zeilen niederschreibt, sondern ein Schatten ein Gewesener. Ja, mir ist, als wäre ich schon dahingeschieden und begraben. Doch lebendig begraben! Ich befinde mich in einer Gruft, der ich nicht mehr entrinnen werde. Bier Tage hatten die Bestien sich gänzlich zurückgezogen, sie schienen mich vergessen zu haben, doch heute Nacht kamen sie wieder, und es war, als hätten sie sich verabredet, den Kampf zum Austrag zu bringen. Heulend, brüllend stürmten sie gegen das Haus an. Gott sei Dank, die Wände hielten aus. Ich feuerte unavlässig unter sie und habe sicherlich manche zu Tode verwundet, doch nur einige blieben auf dem Platze.- die meisten schleppten sich davon. Ach, wäre ich nur einen Tag lang vor den Angriffen dieser teuflischen Thiere sicher ich schlüge das Haus zusammen, -zimmerte mir ein Floß aus den Brettern der Wände und flüchtete auf'sMeer hinaus. Doch das ist nur ein Gedanke, ein trügerischer Wunsch, der sich nicht erfüllen kann. Ich darf mein Haus nicht verlassen, sonst bin ich dem entsetzlichen Schicksal verfallen, welches Dalton und Hopkins ereilt hat. Jetzt darf ich ja nicht mehr daran zweifeln, da schon so lange Zeit seit ihrem Verschwinden . vergangen ist. Arme Burschen! Auch sie haben Weib und Kind. Doch ihre Frauen, in Amerika geboren und ausgewachsen, sind ganz anders befähigt, den Kampf mit dem Leben aufzunehmen. Meine arme, unglückliche Beate ist fremd in diesem Lande, ihre weichen feinen Hände haben niemals harte Arbeit verrichtet; wie soll sie den Unterhalt für sich und das Kind erringen? Mangel, Noth. Hunger werden sie treffen. Hartherzige Menschen werden sie auf die Straße stoßen. Und sie ist so schön, so schön! Ich bl'cke auf ihr Bild, und ein Schauder ersaßt mich, fccr.: 13 phe, wie liebreizend sie it. , .
Wenn Z ihr wenialiens aelänae. mit I
dem Kinde nach Deutschland hinüber. zukommen. Wie feindselig mein Vater ihr auch gegemiberteht, er wird der Schutzlosen, welche sich als meine Frau ausweisen kann, nicht jede Hilse versagen, schon des Kindes 5aen. Als meine Frau sich ausweise.? Wird sie dazu wirklich lm Stande sein? Der Trauschein ist nicht in ihm Hand, ich habe ihn ja bei mir. Um xtn nicht zu verlieren, löste ich das Leder an der unteren Seite meiner Brieftasche, steckte den Schein dahinter und :.ahte die Decke wieder an. Aber sie wird den Reverend, der uns vor fünf Jahren in New Jork traute, ausfindig machen können, und der Geistliche giebt ihr dann eine Copie des Traudocuments. Tausend Fragen stürmen auf mich ein. Ich vermag keine mehr zu beantWorten, wenigstens heute nicht. Ich kann der Müdigkeit nicht mehr wehren, obwohl ich weiß, daß ein Schlaf mir das Leben kosten mag. Ich muß idj muß ruhen. Morgen morgen " Hier endete das zweite Blatt. Han3 legte es tiefbewegt beiseite und untersuchte die Lcdertasche, um festzustell:n, ob der erwähnte Trauschein sich an der bezeichneten Stelle darin befände, ö? konnte ihn durch das Leder hindurch fühlen. Nachdem er dann noch einen flüchtigen Blick auf das Porträt der Frau des Unglücklichen gewörfen, griff er nach der Fortsetzung dieses traurU gen Tagebuches. Den 8. Mai 1874. Es geht zu Ende. Dalton und Hopkins nahmen, als sie ihren Streifzug antraten, erntn großen Theil der Munition mit sich, und ich habe seitdem den Rest fast gänzlich aufgebraucht. Auch das Trinkwasser, schwindet erschreckend schnell. Ich fühle heute, da ich fast acht Stunden in' einem todesähnlichcn Schlummer gelegen, meine Nerven beruhigter und meine Kräfte aeboben. Auch meine Angreifer haben sich zurück. gezogen. Ich will diese Ruhepause benutzen, und obwohl ich nickt weiß, ob diese Blätter jemals einem Menschen in die Hände gelangen, einen kurzen Abriß meines Lebens geben, meiner Ehe und meines Elends, das mich verfolgte, seit mein Fuß die amerikanische Küste betreten. Es wäre doch möglich, daß die Blicke eines Sterblichen auf diese Zeilen fallen Gottes Wege sind dun kel und unerforschlich. Möge jener Auserwählte, welcher Nation, Religion und Gesellschaftsklasse er auch angchöre, im Namen der Barmherzigkeit und Menschenliebe diese Blätter so schnell, als es sich thun läßt, unter Darstellung der Umstände, wie er in den Besitz dieser Dokumente gekommen übersenden an den Reichsgrafen Hermann Adolf v. Fels in Berlin oder, falls dieser bereits verstorben seiir sollte, an den Justizrath Friedrich Gallus in Berlin. Wer dies in ehrenhafter und selbstloser Weise thut, der erfüllt die letzten Wünsche eines Sterbenden, eines ohne Schuld zum Tode Berurtheilten, un) des Allmächtigen reichster Segen wird ihm dafür zu Theil werden! Es gilt, die Rechte eines schutzlosen Weibes zu wahren, ein unmündiges Kind, eine vaterlose Waise, zu fördern und zu schützen und ihm einen nach göttlichem und menschlichen Gesetzen ihm zutommenden Besitz sichern zu helfen! Nur das roheste Gemüth, nur ein verhörtetes, verknöchertes Herz könnte sich einer solchen heiligen Mission entziehen, und nur ein Schurke würde sie mißbrauchen! Ich heiße Eldor d. Fels und bin der einzige Sohn, der dem Reichsgrafen Hermann Adolf in einer ziemlich spät geschlossenen Ehe geboren wurde. Meine Mutter starb, als ich noch ganz klein war, und mein Vater befand sich beständig auf Reisen. Ich wurde von bezahlten Lehrern erzogen, eine bezahlte Repräsentantin deö Haushalls sorgte für mein körperliches Wohl, und bezahlte Diener umgaben mich und warben durch Schmeicheleien und mit Unterwürfigkeit um meine Gunst die Gunst eines Knaben! Unter solchen Umständen, da meiner Kindheit der erwärmende und befruchtende Sonnenschein der Liebe mangelte, und da man mir zu früh die Augen darüber öffnete, daß ich in absehbarer Zeit mein Vater zählte fünfzig Jahre, als ich mein zehntes erreichte der Erbe eines wahrhaft fürstlichen Vermögens sein werde, hätte ich leicht ein bis in's Mark verdorbener Mensch werden können; daß ich davor bewahrt blieb, verdanke ich nächst Gott einem Manne, den mir der Zufall zum Lehrer gab. Dieser vortreffliche Mensch damals ein armer Student der Rechts-. Wissenschaft, ist heute der allgemein geachtete, wegen seiner juristischen Fähigkeiten und Kenntnisse in Berlin hochgeschätzte Justizrath Friedrich Gallus. Er lehrte mich die Erkenntniß deö Guten, und Bösen, des wahrhaft Werthvollen und der von glänzendem Gewände umgebenen Nichtigkeit; durch ihn lernte ich begreifen, daß jeder Mensch, gleichviel, ob auf der Höhe deö Lebens oder im Dunkel der Armuth geboren, die Pflicht habe, durch schaffende Arbeit die Güter der Menschheit zu vermehren, daß aber auch jedem die ser Arbeitenden das Recht zustehe, seinen redlichen Antheil vom Genuß deZ gemeinsam Erworbenen zu verlangen. (Fortsetzung folgt.) Abweisung. Lieutenant: '. . . Ich bitte um die Hand Ihrer Tochter!" Bankier: Herr Lieutenant, ich kenne Ihre Verhältnisse sehr genau. Um Ihre Schulden zu bezahlen, üßte ich Ihnen schon Feben zwei einer Töchter!" ErbrachterBetoeis. Polizeicommissar: Sie haben siJ hier im Meldezettel au von Ihrem Nanne r; richtlich ges::d:n ein:tra-:n;sti".t das?" O-r5-::ad:ne: V..-'.... Efcia.CK: l.:t t:mL-r.t p;.j CT T , s - . . .i . -
Jur die Küche. Kummelsuvve. Man schnei
det Schwarzbrot in kleine Stücks gießt Wasser darauf und thut einen Theeloffel voll gereinigten Kümmel hinzu. Nun läßt man die Suppe, ganz verkochen, treibt sie durch und giebt dann ein Stück Butter und Salz daran. . Vor dem Anrichten zieht man die Suppe, welche gut seimig sem muß, mit ein bis zwei Eidotter ab. Gefüllter Spinat. Große Spinatblätter werden von den Stielen befreit, gewaschen, in eine Schüssel gelegt, 'mit kochendem Wasser gebrüht und eine Viertelstunde zugedeckt stehen gelassen. Dann breitet man sie auf einem Brett aus, bestreicht sie mit einer gut zubereiteten Kalbfleischfülle, rollt jedes Blatt zusammen, umbindet es mit Faden und legt sie alle nebeneinander in eine mit Butter bestrichene Kasserolle. Nach und nach gießt man etwas gute Fleischbrühe daran und läßt die Röllchen zugedeckt unter häufigem Begießen weich dämpfen. Eine feine Vuttersauce paßt gut dazu. Schwarzwurzeln mit Käsekroutons. Man thue sie, wie die schwarze Schale abgeschabt ist, immer gleich in Wasser mit Essig, damit sie weiß bleiben, schneide sie in passende Stückchen und die dickeren Wurzeln einmal durch und lasse dann ein wenig Mehl in Wasser ausgehen, gieße so viel Wasser daran, daß cs eine dünne Sauce giebt, gebe, wenn sie kocht, die Schwarzwurzeln mit etwas Salz hinein, koche sie weich und füge eben vor dem Anrichten etwas süßen Rahm oder emenEidotter. auch wohl ein wenigEfsig hinzu und umlege sie mit Käsekroutons, zu denen man Weißbrot recht zierlich schneidet oder rund ausstößt. Dann taucht man eine Seite in warme Butter, bestreut sie dick mit geriebenem Käse, legt sie auf ein Backblech und rostet sie in dem Ofen goldgelb. H a m m e l st e a k s. Man schneidet von einem Stück Hammelrücken' das Fleisch der Länge nach ab, häutet es rein und lasse nur eine drei Messerrücken breite Fettlage darauf., theile sie quer durch die Fleischfaser in fingerdicke Scheiben und klopfe sie, tauche sie dann in geschmolzene Butter, bestreue sie mit Salz und weißem Pfeffer und darnach mit geriebenem Weißbrot und brate sie acht Minuten lang auf dem Roste, vier Minuten lang auf jeder Seite, wozu man den Rost über das Herdloch legt und für gutes, frisches, jedoch ja nicht flammendes Feuer sorgen muß. Romrntener Kartoffeln. Zuthaten sind Heringe, Bratenreste, Schinken, faure Sahne und Eier. Die noch warmen Kartoffeln werden in Scheiben, Heringe und Fleisch in Würfel oder Streifchen geschnitten. Sodann giebt man alles in eine dick mit Butter ausgestrichene Pastetenform oder Kasserolle, und zwar schichtweise. Darüber gießt man die mit einigen Eiern verquirlte und mit Salz- und Pfeffer gewürzte Sahne und bäckt das Ganze im heißenOfen auf einem- Dreifuß drei Viertel bis eine Stunde. Man kann auch nur Hering und Schinken verwenden und diesen mit etwas gehackter Zwiebel in Butterschwitzen., Auch die Eier können wegbleiben. Pflückhecht mit Sauerkohl. Recht fchöner, ftingeschnittmtt Sauerkohl wird, falls er stark falzig ist, abgewaschen mit dem nöthigen Wasser und reichlicher ungesalzene? Butter weich gedämpft.. Unterdessen kocht man- einen großen Hecht mit Salz und Gewürzen gar, worauf man ihn aus der Brühe nimmt und auf eine Schüssel' legt. Von der Brühe setzt man einen Theil aufs Feuer, rührt etwas Mehl mit reichlich bemessener fetter süßer Sahne daran und gießt die Sauce über den ganz kurz eingekochtenSauerkohl, worauf das Ganze noch gut durchkochen, aber vor etwaigem Anbrennen durch Schütteln bewahrt werden muß. Von dem Hecht lost man alles Fleisch vom Gerippe, zerpflückt es in kleine Brocken, die man sorgfaltig ausgrätet, und mischt dieselben unter den Kohl, worauf man anrichtet. Dm Kopf des Hechtes stellt man aufrecht in die Mitte der Schüssel auf den Kohl und giebt ihm ein Stränßchen krauser, grüner Petersilie in's Maul. DenRand der Schüssel kann man mit in Butter gebratenen Fischklößchen belegen. BeefsteaksfürKranke und Reconvalescenten bereitet man, indem man frisches Ochsenfleisch schabt und jede Haut und Faser entfernt. Von dem geschabten Fleisch forme man runde Eoteletts, falze sie leicht und brate sie rasch in guter Butter. Sie sind sehn saftig und. nahrhaft, und da sie fast gar keine Mühe betreffs des Beißens brauchen, auch für alte Leute zu empfehlen. Als Leckerbissen für Gesunde brate man feingeschnittene Zwiebeln mit. GebrannteCreme. Ein Pint süßer Rahm wird mit einer halben kleingeschnittenen Schote Vanille langsam zum Kochen gebracht, dann durchgeseiht und mit zehn Eidottern und einem Viertel Pfund Zucker über elindem Feuer zu einer dicklichen Creme abgerührt, die man in eine Schüssel ausschüttet. Hierauf schmilzt man zwei Unzen Zucker unter fortwährendem Umrühren, bis sich derselbe rothbraun färbt, gießt diesen Carmel in langen Fäden über die Creme, ver mischt sie rasch damit, bestreut die Creme obenauf dick mit Zucker, tropfelt einen Löffel Arrak darüber und glasirt den Zucker mit einer glühenden Schaufel. Hovfenkermchen als Salat. Nachdem die Sprossen geputzt j und gewaschen sind, siedet man sie in' Salzwasser weich und läßt sie auf tu r.tzx Sieb sodann aUropfen. Sie wer. t:n r.zZ) leistn ir.it Essia. Oel.Salz itr.b v;; er.::::: " Citronensaft .1 1.. C,. ,j kr.i auch gencmni ' ' ' - ? - ' t:'I s'!-'? v k-""
