Indiana Tribüne, Volume 21, Number 223, Indianapolis, Marion County, 1 May 1898 — Page 10

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J8ab kommt der Lenz mit seiner Pracht. Wo Fink und Amsel flöten , Und wo zum Spaß der Kuckuck macht Für Mädel den Propheten." Wer weiß! Seit Jahren sicherlich Nein Lenz mehr war zu schauen. Er wird vielleicht nie wieder sich Zu uns herausgetrauen!" Warum denn aber hätt' er gar Auf unser Land verzichtet?" Er wurde von der Dichterschaar Zu schrecklich angedichtet." neu Auf falscher Zährte. Pon Jean Rancourt. Herr und Frau Davricourt beendeten ihr Frühstück, das etwas ungemüthlich verlaufen war. Wie zum Hohn stahlen sich heitere Sonnenstrahlen in's Zimmer, durchleuchteten die Gläser und streuten zierliche Regenbögen auf das Tischtuch; die Wände des Eßzimmers waren mit buntem Stoff bekleidet; geschnitzte Holzrahmen, stilvolle Möbel. Silber, Kristall, Delfter Vasen mit Blüthen angefüllt, alles verrieth Reichthum und Glück. Und doch saßen sich die jungen Gatten seit Beginn der Mahlzeit kalt und steif gegenüber. Sie fühlten sich beide sehr unglücklich, schon hingen Thränen an den Wimpern der Frau. Der Mann schien zornig erregt, seine Augen fun kelten vor mühsam unterdrückterWuth; er nagte an den Lippen und ließ von Zeit zu Zeit ein paar vorwurfsvolle Worte fallen. Schließlich vermochte er nicht mehr länger an sich zu halten: Ja! Ja, meine Liebe, ich habe gefunden, daß der große Herr Herr der Name thut ja nichts zur Sache! der gestern neben Dir saß. dieGren zen der erlaubten Liebenswürdigkeit überschritt. Seine Art, wie er den Damen im Gespräch näherrückte und sie fizirte. hat mir durchauS.mißfallen um so mehr also, wenn es sich um meine eigene Frau handelt! Ich sah beständig auf Dich, in der Hoffnung. Du werdest verstehen Du werdest kommen Schutz zu suchen an meiner Seite. Doch dieWorte Deines Nachbarn schienen einen ganz besonderen Reiz für Dich zu haben. Du hattest nur für ihn Ohren sogar nach dem Essen Jedermann hat eS bemerkt." Oh, Georg!" unterbrach ihn Frau Davricourt mit thränenerstickter Stimme, Du gehst zu weit! ' Ich beschwöre Dich, hör auf. mir grundlose Vorwürfe zu machen? Du weißt, wie ich Dich anbete, daß ich nur für Dich lebe! Aber nein. nein, nichts nichts ist im Stande, Deine schreckliche Eifer, sucht zu mäßigen, nichts vermag Dich zu überzeugen. So mit mir zu sprechen. weil ich gegen einen Menschen, den ich vielleicht in meinem ganzen Leben nie mehr sehen werde, einfach höflich war! Ach! ach! ist das Dein Vertrauen in mich?" Bei den letzten Worten, die durch Schluchzen unterbrochen wurden, verließ Alice Davricourt rasch das Zimmer. Georg Davricourt stand blaß mit gerunzelten Brauen vor demTisch. Ein Zittern kam plötzlich über ihn, zum ersten Mal hatte seine Frau geweint, seine Frau, die er doch über Alles in der Welt liebte! Diese Frau, nach deren Besitz und Zärtlichkeit er so lange gestrebt hatte! Während ihrer ersten Ehe mit MarccX Perrier, einem guten Freund Davricourts, hatte Alice unbewußt dem Letzteren, der, nun das Glück genoß, sie Sem zu nennen, eine heftige Leiden schaft eingeflößt: die Liebe und Treue, welcke. sie ihrem ersten Gatten stets bezeugte, waren Davricourt aufgefallen. bei näherer Bekanntschaft hatte sich sein Wohlgefallen in Liebe verwandelt. Er kannte seine Pflicht als Freund, nie-mals-zu Lebzeiten von Perrier hatte er dessen Frau seine Zärtlichkeit fund Ver. ehrung verrathen, er beschränkte sogar seine Besuche bei dem jungen Paare, mit schwerem Herzen. Doppelt unbefriedigend erschien ihm sein Junggesellenleoen, wenn er den Frieden der Glücklichen gesehen, ein Glück, das bald ein Ende finden sollte; Marcel, Perrier starb plötzlich an den Folgen eines Sturzes. Die Verzweiflung der Zungen Frau kannte keine Grenzen.' nichts vermochte sie in. ihrem v Schmerz zu trösten. Nichtsdestoweniger war sie noch zu jung, um nicht zu denken oder wenigstens, um nicht Andere denken zu lassen,. sie könne sich wieder verheirathen. Und die gemeinschaftlichen Freunde gaben ihr nach 18monatlicher Trauer zu verstehen, eö sei nur natürlich, wenn sie den Rest ihres LebenS dem ergebensten Freunde ihres Gatten widme. Die Vergangenheit stieg vor Davricourt'S Auge auf. unmerklich nahm fein Gesicht einen, anderen Ausdruck an. Jetzt lächelte eS zärtlich: wirklich, seine Frau hatte Recht, wie hatte er nur daö reizende Wesen, daö stets auZschließlich seiner gedachte, beargwöhnen können? Und seine Schuld war'S.

van. ite tn diesem Augenblick Thränen vergoß. Rasch wandte er sich zur Thür: er wollte sie aufsuchen, um Verzeihung bitten. Liebe Worte schwebten auf seinen Lippen; doch plötzlich war es mit Liebe und Reue vorbei erstarrt blieb er auf der Schwelle stehen. Alice befand sich mit fiebrig glänzenden Augen vor ihrem Spiegel; sie war zum Ausgehen gerüstet und warf einen letztenBlick auf ihre Erscheinung. Ein enger, schwarzseidener Rock umspannte knapp ihre Hüften, ihr feines Gesichtchen, das jetzt einen etwas bitte, ren Ausdruck zeigte, beschattete ein entzückendes Hütchen. Wo gehst Du hin, Alice?" frug Geora mit zitternder Stimme. Alice's Lippen blieben erst fest zusammengepreßt, dann sagte sie verle. gen: . Ich ich gehe ich gehe ich habe etwas aus dem Bon MarchS nöthig!" Ein schlimmer Gedanke durchzuckte Georg, die verlegenen Worte der junacn Frau, ihr Erröthen erweckten einen schrecklichen Argwöhn in seinem Herzen. Er verließ das Haus zur gewohnten Stunde, um in siin Geschäft zu gehen, doch war er erst auf der Treppe, als es ihm schon vollständig klar wurde, daß seine Selbstbeherrschung zu Ende gehe. Er mußte sich auf der Straße verbergen und daö Erscheinen seiner Frau abwarten, er konnte nicht mehr Herr werden über die schlimmen Gedanken. Einige Minuten verstrichen, dann gewahrte er die junge Frau. Einen Augenblick hatte sie gefürchtet, ihr Gatte wolle sie begleiten, nun schritt sie beruhigt leichten Schrittes dahin. Wo geht sie hin? Was hat sie vor?" Er kämpfte heftig mit sich, athemlos folgte er feiner Frau und sah mit großer Erleichterung, wie sie in die Auberstraße einbog. Ach. jetzt verstehe ich. sie will am Louvre vorbei." Eine neue Täuschung erwartete ihn: auf dem Opernplatz lenkte Alice ihre Schritte nach dem Boulevard des Capucines und schritt schnell weiter. Jetzt hatte sie den Crödit Lyonnais erreicht. Ihr Mann blieb einige. Sekünden erstaunt stehen. An einem so besuchten öffentlichen Orte gab sich seine Frau ein Stelldichein? Als er das Innere deö Gebäudes betrat, hatte Alice bereits von einem Angestellten der Bank einen Schlüssel mit einem Papierchen eingehändigt bekommen. sie hatte also hier etwaö aufbewahrt, von dem er nichts wußte. Was verbarg sie? Er wartete, bis sie die eiserne Treppe zu den unteren Räumen betrat, dann ging er rasch nach und sagte halblaut zu dem Manne an der Thür: Ich bin mit der Dame gekommen." Aus einer Ecke betrachtete. seine Frau; jetzt, wo er der Wahrheit so nah auf der Spur war, fühlte er sich vollkommen ruhig. . Bald setzte Alice sich mit einem kleinen Kistchcn an einem der langen Tische. an welchem die Rentner ihre Coupons zu schneiden Pflegen, doch waö Alice'S Packet enthielt, waren keine Werthpapiere. Mit gerührtem Lächeln zog die junge Frau zwei Briefbllndel heraus, ein dickes, mit blauem Band, und ein dün nes rosa verschnürt. Zuerst knüpfte sie das blaue Band auf und begann zu lesen. Das Parier war g!lb vor Altcr, an manchen Stellen auseinander gerissen, wo es gefoltet gewesen, Zweifellos hatte sie den Inhalt schon oft gelesen und wieder gelesen. Alice lächelte durch Thränen, sie schien nicht sonderlich bewegt. Georg hatte sich neben ihr hingesetzt, aber sie sah. und hörte nicht, waö um sie herum vorging. Ihre Gedanken waren weit weg!-Er wartete, mit grenzenloser Wuth im Herzen. Traurig band sie daS erste Briefpacket zusammen. Jetzt trug ihr Gesicht einen ironischen, bitterenAusdruck, wie sie das zweite aufknüpfte.das neueren Datums zu sein schien. Bei dieser Lectllre schüttelte sie betrübt daS Köpfchen, er vernahm leises Seufzen. Schließlich wollte sie alles wieder zusammenpacken, da legte Georg rasch die Hand auf die Briefe. ' Was ist das, Alice?" Die junge Frau fuhr überrascht zurück, doch fand sie sofort ihre Haltung wieder. Oh. beruhige' Dich, mein Georg! Oh. sieh nicht so böse auZ! Ich will Dir alles erklären! Ich beschwöre Dich, errege keine Aufmerksamkeit!" Versuch nicht, mich' zu täuschen! Die Briefe! Ich will sie sehen!" Hier, armer Mann, nimm hin, betrachte sie alle!" Er hatte nicht auf ihre Erlaubniß gewartet. Nervös riß er die'Bänder'auseinander. um zu seiner Bestürzung, di; Handschrift seines Freundes. Marcel Perrier zu erkennen, daö andere enthielt seine eigenen Briefe.' Was soll das heißen. Alice?" Oh. daö ist sehr einfach! Du darfst mir nicht böse sein ich nehme Dir die Eifersucht nicht übel, aber jedes Mal. wenn Du mir eine so häßliche Scene gemacht hast, und ich bin am Verzweifeln brauche ich nur hierher zu kommen zu meinen Schätzen im sern Schätzen, alle Briefe von meinem ersten Mann und den Briefen, die Du mir als Bräutigam schriebst Du versprachst mir ein solches Glück, ein Leben, so süß! Ich lese und lese! Das ist alles, armeö Närrchen, mein geliebter Georg, denn iüj liebe Dich wirklich, ich habe ja kemen anderen Wunsch als den. Dich glücklich zu machen! Nur geht das nicht immer so gut ich muß mich recht anstrengen, Dich trotz Deiner Eifersucht zu lieben. Dann erhole .ich wich hier an mei-

nem Gluck. Ich wollte Marcels Briefe

nlcht zu Hause lassen, es hatte Deme Elfersucht erregt! Und wenn ich metnem Glück eine Stunde gewidmet habe, kann ich Dich eine ganze Woche glücklich machen! Aber, wenn Du wolltest, oh wenn Du wolltest sei nicht mehr eifersüchtig!" Georg sah sich um. So lang der Tisch war. bemerkte er nichts alsScheeren und darüber gebückte Gestalten oder Köpfe. Rasch gab er seiner Frau einen Kuß. Verzeihst Du mir?" Ja wenn Du nlcht mehr " Wir nehmen das Kästchen mit. Und wenn mich meme. Krankheit, wie, der packt, brauchst Du mir's nur zu zeigen. Aber ich schwöre Dir " Geh, schwör' lieber nichts meint, rMce mit NebenSwllrdign Nachstcht. Man soll nichts verschwören!" Die Comtesse. Humoreske ton Adolf Thiele. , Mit behenden Schritten eilte Ferdi. nand Mopp ler die. breite Treppe empor, die zum 2. Range des Berliner Thea ters" führte. Nachdem er .sich' aus sei nen nummerirten Platz niedergelassen, legte er seinen steifen Sonntagshut sorgfaltig unter seinen Klappsitz und blickte dann mit Spannung auf die Bühne. Es wär ein klassisches Stück, das sich da unten abspielte, und diese sah Moppler am liebsten. Auch sonst that er etwas für Bildung; er befaß Schäller'S und Körner'S Werke und las fleißig darin. Heute sah er nun die ihm aus dem Buche wohlbekannten Räuber" dort ünten agiren. Der alte Freiherr saß in der Lehnstuhlscene in der linken Ecke der Bühne und Moppler, der heute ebenfalls der- Linken" angehörte, konnte ihn nicht recht sehen. Er erhob sich daher bei einem recht schauerlichen Fluche des Alten und bog sich gespännt vor. Als der Fluch verhallt war, setzte sich der tragisch erschütterte junge Mann wieder zurück, bedachte . jedoch nicht, daß inzwischen sein Klappsitz in die Höhe gegangen war. Er fuhr daher beinahe bis zur Erde hinab, dabei seinen steifen Hut ein wenig eindrückend. Das plötzliche Verschwinden eines Menschen hat stets etwas . Schauerliches an sich, es war daher nicht 'zu verwundern, daß. von weiblicher Stimme dicht hinterMoppler's Sitz ein erschrecktes Ach Gott!" ertönte. . . - . Mit aller Kraft . seiner Kniee hemmte der hockend Moppler. seinen Sturz, zog seinen Sitz wieder herab und blickte hochroth und. starr auf die Bühne, dabei aber blos" an sein Malheur denkend. Daß sein Nachbar, ein borstenyaan l es Individuum, von Zeit zu Zeit in rächzende Lachanfälle, verfiel, beäna

stigte den Auferstandenen nicht wenia. Im Zwischenacte wagte er eS, sich nach der gefühlvollen Seele hinter sich umzublicken. Welch' angenehmes Erstaunen! Das war ja das hübsche blonde. Mädchen, das er schon eimge .Male im Theater gesehen hatte. Und er ermannte sich zu den Worten: Verzeihen Sie, mein Fräulein, daß ich Ihnen vorhin durch mein Ungeschick einen kleinen Schrecken bereitete!" Das blonde . Mädchen schlug die Augen nieder und erwiderte: O bitte! Sie haben sich doch nicht weh gethan?" Ferdinand, einen neuen , Krääanfall seines borstenhaangen Nachbarö ignorirend, versicherte, daß er unbe schädigt geblieben sei und begann mit einer lhm in späteren Stunden unbe areiflichen Gewandtheit ' über daS Theater zu sprechen. . Andächtig hörte daö junge Mädchen, welches einen recht hübscben Anstand bewies, ihm zu, und gern hätte er sich ihr nach Beendigung deö Stückes angeschlössen. Aber in seiner Kunstbegeisterung war ihm leider ein Bein eingeschlafen, und ehe er sich erheben könnte, war die Holde im allgemeinen Gewirr verschwunden. Mit bangem Herzen kletterte, er am nächsten Sonntag zum zweiten Rana hinauf. Was erhofft, fand Erfüllung: das Blondkopfchen hatte sich wieder eingefunden. Diesmal wußte eS der lieoekühne Ferdinand so einzurichten, daß er sich ihr beim Verlassen deS TheaterS auf der Treppe anschließen konnte. Seine Unterhaltung war etwas schüchtern; die Kleine, die in ihrem Hütchen gar hübsch und fein aussah, ermunterte ihn auch nicht gerade zum Weiterreden und verabschiedete sich am Leipzigerplatz freundlich, aber entschieden von ihrem Eavalier.. Nun trafen sie sich öfters, ja zuledt jeden Sonntag, und jedesmal verabredeten sie, welches Theater sie Aber acht Tagen besuchen wollten. Wer sie sei, hielt sie ihm 'verborgen, nur eins erfuhr er: daß sie Adelheid heiße, sonst blieb sie ihm unnahbar, , Aber einmal sie hatten, gerade daö' hingebende Kathchen von . Heilbronn" auf der Bühne gesehen. schien eS ihm, als ob sie 'zutraulicher wäre, und Ferdinand, der heute, drei Tage nach dem Ersten" deö Monat, mit tausend Masten in den Ocean deS Lebens segelte, lud sie zu einem kleinen Abendessen ein. Sie nahm an, und bald saßen sie in einem Restaurant sür sich an tinem Tischchen allein. Mit Grazie aß und trank Adelheid, jede Bewegung jedtö Wort war nett und chic, .Und dabei sah' daö Mädchen tn ihrem einfache Kleide so elegant auö! ... . Dem auten Ferdinand enigwgnicbiö von alledem, und endlich flüstert er U ,u: ., .;! ! ! J?U sind nicht daö. .kaz'Sit M

mir. scheinen wollen. Sie stehen hoch

über mir Die Fremde lächelte geheimnißdoll und nickte ein klein wenrg. Heute war Adelheid entaeaenkom mender als je. Ferdinand durfte sie sogar bis an die Ecke der Regentenstraße begleiten, den:: hier wohnte sie; nachdem sie rhm noch d Nummer des Hau seö 25 genannt, verabschiedete sie sich. Einige Tage nach diesem denkwürdi aen Abend wär Ferdinand allein a Laden, alS ein Dragonerofficier eintrat. Derselbe suchte einige hübsche Sachen auZ, schrieb eine Adresse, die einen hocharistokratischen Namen trug, und ging. Als Ferdinand nun die Adresse naher ansah, fuhr er zusammen, denn sie lautete: An Comtesse Adelheid von Merksmerkö - Merksheim, Regentenstraße 25." Der Vorname ist derselbe," stammelte Ferdinand. Alles stimmt; o, o, sie ist eine Comtesse, sie hat mit mir nur ihren Scherz , getrieben!" Doch endlich faßte er sich. Rache! Räche!" knirschte er. ,Ja, selbst will ich ihr entgegentreten, in's Gesicht will ich' ihr den Vorwurf schleudern, daß sie. mich Arglosen getäuscht! Du Schlange sollst eö büßen!" Er vereinigte die Geschenke des Ossiciers zu einem Packet und schritt in gewältigem Grimme der Regentenstraße zu. Die Eleganz und Pracht des HäuseS. das er betrat, stimmte seine Gefühle al, lerdingö. etwaö erab. Und, als ihm nun ein Diener öffnete, da stotterte er sogar etwaö, als er sagte: Ich muß dieses .Packet der Comtesse persönlich übergeben." , Die gnädige Comtesse ist auöegangen," erwiderte.der Lakai, sie wird jedoch bald zurückkehren. Bitte, treten Sieein!7 Ferdinand betrat das mit vornehmem Geschmack ausgestattete Borgemach'.' Ehe, er sich jedoch weiter umsehen konnte, hörte er, wie der Diener draußen sagte: Jawohl, Fräulein Lieschen!" Zugleich trat, den Abstäuber in der Hand, eine Zofe aus dem Vorsaale ein. ' Bitte, nehmen Sie Platz!" sagte sie. Die Comtesse wird nicht lange auöblei " Da blieb ihr jedoch daS Wort im Munde stecken, und auch Ferdinand starrte sie plötzlich an, als sahe er ein Gesvenst.' Ja, sind Sie. denn," stammelte er, nicht die Comtesse Adelheid?" Seine Flamme auö dem Theater, denn diese war eö, wurde zuerst recht verlegen; sie erröthete und schlug die Augen nieder. Sann aber gewann sie ihr ihm wohlbekanntes Wesen wieder; freundlich sah sie ihn an und sprach in bescheidenem Tone: Sie werden mir gewiß recht böse sein; ich heiße gar nicht Adelheid, ich heiße Lieschen, aber der Name Adel, heid gefiel mir so gut." Hurrah, so sind Sie also nicht die Comtesse!" rief Ferdinand, dem es jetzt ganz einerlei war, wo er sich befand. Nun brauche ich mit ihr gar nicht zu reden, bitte, geben Sie ihr nur das Packet! Und, Fräulein Lieschen, ich darf doch hoffen, Sie 'am nächsten Sonntag wieder im Berliner Theater" zu sehen, nicht?" Lieschen blickte ihn treuherzig an und sagte: Wenn Sie es wünscken, Herr Moppler. recht gern Na und ob!" sagte Ferdinand. Jetzt sind die Beiden ein alückliches Paar. Aber für daö Höhere" schwär. men Sie noch immer. Hnmottsnsty. " - RührendeWünsche. Ael. teres Mädchen: ... Ich möchte halt gar zu gern verheirathet sein!" Freundin: Ach, wenn ich nur wenigstens Wittwe wäre!" Untrüglicher Beweis. Mutter: Du hast trotz Deiner Heiser keit wieder gesungen?" Tochter: Ganz gewiß nicht Mama!" Mutter: Leugne nicht ... die Herren sckwiken!" ttletner Jrrrhum. Ma dame (zum neuen Dienstmädchen): .. . . Und dann, Bertha, bringe auch einen MatjeS . Hering mit!" Bertha (nach kurzer Zeit wiederkommend): Madam', ich hab' den Vornamen von dem Hering vergessen!" U m s ch r e i b u n g. . . . Sehen Sie, Fräulein Bertha. die Comtesse Mitterstein hätt' ich auch heirathen sollen aber ihre ganze Familie war gegen dies Verbindung!" Nun, und das Mädchen?" Die gehört doch auch zur Familie!" Offenherzig. Hausarzt: jSie müssen sich mehr Bewegung machen, mein Fräulein. Das Tanzen wäre kür Sie eine gesunde Bewegung." Aelteres Fräulein: Gewiß. Herr Doctor! aber gerade beim Tanz bleibe ich leider immer sitzen!" Schad! Hausfrau (zum Colporteur, der das 10. Heft eines Romans abliefern will): Das Heft kann ich Jhnm nicht abnehmen Herr Meier ist gestern, gestorben!" Colporteur: Ach. wie schade! Jetzt wird der Roman oerade so spannend!" : ... - t" Jedermann sagt so. . , Cakcaretl. ,Cendtz. Cethartic' die vundervoNste medizinische , Entdeckung de) Zeitalttts.r angtJeh und erfrischtsd i Oeschmack, pUÜ sarist und sicher auf Yitrenx Leber und Gittert de, da Hkszev Ctf hä , reinigend, entfernt Srkästsrz, kerirt Kcfök), stieber anhsltende Oe?2?pfLNZ' und Underdsulichkeit.' tt&Un und dersuüen Cit eine C2$hl dsy G. C G. lizti; löi Zl.zzV 10 Ged:; . T-ftund

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