Indiana Tribüne, Volume 21, Number 209, Indianapolis, Marion County, 17 April 1898 — Page 9

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udiaua Tribüne. ellcME. Ziersichert. Humoreske von Karl Paull. Endlich, war e mir gelungen eine feste Stellung zu finden, ich war als Reisender für Privatkundschaft in ei'Ner Geschützrohrgießerei engagirt worden und konnte nunmehr daran denken, den Engel meiner Tage, den Traum meiner stillen Nächte, meine geliebte Eugenie, geborene Mahlmüller, als Gattin in mein trauliches Heim zu führen. Freilich war mein Gehalt sehr klein, nur 180 Mark pro Monat, aber ich hatte Provision, sogar sehr hohe Provision, sechzig Procent an jedem durch mich abgeschlossenen Geschäft. Ja, an Kanonen wird noch Geld derdient, fchade, daß sie kein Eonsumariikel sind na. aber da und dort braucht mancher doch eine! Wenig gefiel es mir, daß ich so selten die 5Zundschaft besuchen durfte, sondern die größte Hälfte meinerZeit dazu verwenden mußte, mit im Comptoir thätig zu sein. Allerdings übertrug man mir keine allzuanstrengenden Arbeiten, und ich brauchtenichts zu thun, alsStaubwischen. Wasserholen und Briefe copiren. Wahrscheinlich hatte man auf meine Fähigkeiten Rücksicht genommen. Meine Eugenie, die Tochter einer dreimal verwittweten Dame, aus deren mittelster Ehe sie stammte, nahm, zu meiner Verwunderung, die' freudige Botschaft ziemlich kühl auf. Nac einer bald sechsjährigen Brautzeit müßte sie sich doch eigentlich freuen, ihre füßesten Hoffnungen erfüllt zu sehen aber nein, sie sagte blos so aber nicht vor Weinachten, . sonst komm ich um mein Geschenk" nun vielleicht war es jungfräuliche Scheu, die sie abhielt, mir ihre Freude zu derrathen. Ganz andcrö die Mutter, eine goldne Frau, von tiefster Einsicht und scharfem Verstände, die sicher das vierte Mal geheirathet , haben würde, wenn die Männer sie nicht in merkwürdige? Verblendung verschmäht hätten. So begnügte sie sich damit, Versicherungsgeschäfte zu machen. Eugenie war in einem Geschäfte angestellt. Außerdem nährten sich beide Damen von einem Zimmerherrn. Sie, meine Schwiegermutter, freute sich aufrichtig, als sie erfuhr, daß ich Eugenie jetzt heirathen könne und fing nach ihrer Art an, die praktischen Seiten der Sache in Erwägung zu ziehen. Auf die Provision gab sie nichts, das wäre ja gern schön, wenn man etwas verdiente, aoer rechnen könne man nur mit dem,, waö man sicher hätte. Sie haben 180 Mark monatlich, das macht im Jahre 2160 Mark und wollen heirathen. Gut, das können Sie auch, wenn sie sich bescheiden einrichten. Sie wollen meine Tochter heirathen, gut,, gut, aber wo'.ist'die. Sicherheit?" Verlassen Sie sich darauf, daß. es mein fester Wille ist!" antwortete ich. Davon ist nicht die Rede!" antwortete sie. ich gebe Ihnen meine Tochter, . - " pi r ller icy verlange lyre urunsr qtx gestellt. Sie können sterben!" Nein", rief ich lebhaft, seien Sie versichert, daß ich .das niemals -thun werde, wenigstens nicht so lange ich ver, heirathet bin." Ach. jetzt verstehe ich!" rief sie, Sie wollen, die Zukunft meiner Tochter durch eine Lebensversicherungspolice sicherstellen." . Welch eine Frau!" dachte ich, ihr scharfer Verstand hat sofort begriffen, was ich gar nicht gemeint hatte. Das war meine Absicht!" beeilte ich mich daher zu versichern. 'Gut, gut!" sagte sie. die Höhe der Summe dürfte mit 10.000 Mark nicht gar zu niedrig sein'. Ich hosfe, Sie versichern sich bei dem Jnitut. dessen Interessen ich vertrete." Natürlich.. natürlich!" Dann können wir die Sache gleich in Ordnung bringen, ich werde sofort den Antrag stellen. Sie holte Va- . vier, füllte es aus und ließ mich unter,'schreibeir. Sehen Sie!" sagte die würdige Dame, nachdem ich die Unterschrift vollzogen, ist das nicht eine schöne 'Einrichtung? Denken Sie. das Glück, i wenn Sie schon nach einigen Monaten 'sterben und Ihre Frau bekommt das i, schone blanke Geld ausbezahlt." Ich sah Eugenie an, sie lächelte mir zu und sagte versoamt: . Aber, Mama, so etwas muß man 'rncht verschreien." ' Wir schieden im besten Einverneh men. meine Braut recht freundlich. i Am nächsten Tage, ich aß nämlich I bel den Damen zu Mutag für fünf wnddreißig Pfennige ohne Bier, bei Pränumerando - Zahlung, machte meine .Schwiegermutter ein . sehr ernstes Gesicht. Wissen Sie, lieber Sohn," sagte sie nach einer Weile, ich habe mir die ganze Angelegenheit nochmals reiflich überlegt. Die Lebensversicherung ist ja ganz hübsch, aber was machen wir, twenn Sie nicht sterben?" Da ich das auch nicht wußte, gab ich keine Antwort. . Ja, da liegt's!" fuhr sie fort, Sie können neunzig Jahre alt werden, sind dann Nlcht mehr :m Stande zu arbeijten! Wovon leben Sie? Wovon meine Tochter? Sie müssen in eine .Rentenversicherung geyen! -Ich sah das ein und. sagte: .Ja!" ' Hoffentlich ' bemerkte ' 'meine Schwiegermutter, wählen Sie die Renten - Versicherung, die ich'vertrete!" Mit diesen Worten legte. sie mir einen schon beschriebenen Zettel hin und ließ mich unterzeichnen. . . . .Ist das nicht prachtig?" sagte sie

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b'aH durch diesen Fed-.rstrich sichern Sie sich nach dem vollendeten fünfund-

fünfzigsten Lebens ahre eme monatllche Rente von 100 Mark. So sind Sie doch vor Noth geschützt. Natürlich müssen Sie die Prämien pünktlich zahlen." Wenigstens die erste." schaltete Eugenie ein, sonst verliert Mama ihre Provision!" Aber da kam sie schon an! Schweiq. thörichtes Kind!" rief die Mutter, wer spricht von Provision, wenn es sich um Dnn Leoensgluck yandelt! Wuchere ich mit meinem Kinde?" O, sie ist eme herrliche Frau, nie denkt sie an sich, nur unser Lebensglück hat sie im Auge! Ich küßte ihr gerührt die Hand, und wir schieden im besten Einvernehmen, meine Braut war sehr freundlich. Am nächsten Tage machte meine Schwiegermutter ein recht ernstes Gesicht. Ja, lieber Sohn," antwortete sie auf meine Frage, ich habe ernstlich nachgedacht mit der Lebens- und Rentenversicherung ist ja viel, aber nicht alles geschehen. Was machen wir. wenn Sie verunglücken und Invalide werden?" Ich wußte darauf nichts zu antWorten. Sie merkte es wahrscheinlich daran, daß ich schwieg und rief deshalb: Ja, sehen Sie, wenn ich nicht an Alles denke! ' Sie müssen sich gegen Unfall versichern! Die Bedingungen sind glanzende, wenn Sie, wie ich Hof fe, sich bei meiner Versicherung einkaufen. Hier 20 Mark per Tag, 20,000 Mark imTodesfalle und 40,000 Mark, wenn Sie Invalide werden so, Sie brauchen nur zu unterschreiben. Ist eö nicht ein Glück, daß es solche Institute gibt?" fuhr sie. während ich unter, schrieb, fort. Jetzt können Sie sich von jedem Gefährt überfahren lassen, von den höchsten Thürmen herunterstürzen, bei Kesselexplosionen in die Luft fliegen, von Erdrutschen zermalmt werden, ohne daß Ihnen nur daö Geringste passiren kann!" Ich sah dankbar zu ihr auf. O, wenn ich diese Frau nicht gehabt hätte! Wir trennten uns im besten Einvernehmen, meine Braut war höchst freundlich. Am nächsten Tage machte meine Schwiegermutter ein recht ernstes Gesicht. Wissen Sie." fragte sie, nachdem ich sie begrüßt hatte, die bis jetzt abgeschlossenen Versicherungen schützen zwar gegen alles Mögliche, aber volle Sicherheit gewähren sie doch nicht. Nicht jeder hat das Glück, zu verunglücken! Sie können Ihre Rente nur ein Jahr beziehen, die 20.000 Mark der Lebensversicherung können gestohlen oder von ihrer Frau ausgegeben werden. Was wird dann aus meinem armen unglücklichen Kinde!" (Hier brach sie in Thränen aus. O. sie hat ein goldenes Herz.) Sie. müs sen meine Tochter in eine Wittwenkasse einkaufen." In der That," erwiderte ich, das scheint, mir dringend nöthig." ' , Hoffentlich," bemerkte die Schwiegermutter, wählen Sie die Pensionskasse. die ich vertrete, in diesem Falle brauchen Sie nur ' diesen Antrag zu unterschreiben." Ich unterschrieb. Nun," sagte meine Schwiegermutter, können Sie thun und lassen, was Ihnen beliebt, sterben, verunglücken, leben, wie Sie wollen. Sie werden mich stets bei dem, was Sie auch thun werden, auf Ihrer Seite finden, Sie sind ein ganzer Ehrenmann!" O, diese Frau kennt jede Faser mek nes. Herzens! Wir schieden im besten Einvernehmen. meine Braut war außerordentlich liebenswürdig. . Als ich das nächste Mal meinen Besuch machte, schien das Gesicht meiner Schwiegermutter etwas ernster zu seirj. Ich hatte vergessen, lieber Sohn, Sie nach einer wichtigen Thatsache zp fragen." kub sie nach der Begrüßung an. Sie sind doch in einer Kranken kasse?" Ich verneinte verlegen. Aber doch Mitglied' eines Begräbnißvereins." Ich verneinte noch verlegener. Meine Schwiegermutter schüttelte mißbilligend den Kopf. Nun. und wollen Sie mir sagen was geschehen soll, wenn Sie krank werden?" fragte sie milde , und ernst zugleich. Sie sind sehr leichtsinnig, diese Kassen sind, sehr billig und außerördentlich coulant,.für einm Beitrag von drei Mark, pro Monat können Sie die schönste Lungenentzündung, Herzbeutelwassersucht und Gehirnerweichung haben! Ist daS noch nichts?" Ja," hauchte ich hingerissen. Und der Begräbnißverein. Ist es nicht viel besser, sich bei Lebzeiten sozusagen ratenweise begraben lassen, als noch Kosten und Sorge der armen Frau zu überlassen. Zum Glück bin ich die Vertreterin zwei derartiger In stitute hier unterschreiben Sie diese Anträge und Sie sind der Sorge einfür allemal überhoben!" Ich unterzeichnete, und wir schieden im besten Einvernehmen,, meine Braut war ganz besonders liebenswürdig. ; ' Am nächsten. Tage machte meine Schwiegermutter 'ein sehr ernstes Ge sicht und schickte, sofort nach meinem Eintreten, meine Braut aus dem Zimmer. Mein lieber Sohn," sprach sie. als Eugenia dieTHLr hinter sich geschlossen hatte ich habe über sebr ernste Dinge mit Ihnen zu reden, bitte, setzm Sie sich zu mir!" Ich ließ mich an ihrer Seite nieder. Sie wollen heirathen," . fuhr sie fort, einen Hausstand, eine Familie gründen, über diese Familie wollte ich mit Ihnen reden." - 'jit.i: I l erioieeie tcoyJsi.

Meine Schwiegermutter schien eö

nicht zu bemerken, denn sie fuhr ohne Pause fort: Ich hosse bestimmt, daß Ihnen ver Segen des Himmels nicht vorenthalten wird denn Kinder sind Segen sind Freude sind Glück sind Al les! Aber eben deswegen sollen wir auch nicht undankbar gegen sie sein, sie nicht dem blinden Zufall überlassen für sie sorgen! Nehmen wir an, der Himmel schenkt Ihnen einen Sohn!" Aber. Mama!" ' Gut, so lange er, in Ihrem Hause bleibt, geht alles glatt, aber wächst heran er besucht die Schule, er soll sein Jahr abdienen! Was . dann? Oder wollen Sie Ihren Sohn, das Kind meiner Tochter, meinen Enkel als gemeinen Soldat zwei Jahre Kasernendienst thun lassen ihn der Mißachtung aller seiner Mitschüler aussetzen? Pfui, ich möchte eine folche Gesinnung nicht von Ihnen erleben, besonders, wenn so leicht geholfen wer den kann wie hier. Ich. ich selbst bin Vertreterin einer Versicherungs - Gesellschaft, in welcher Sie gegen eine verhältnißmäßig sehr niedrige Prämie Ihrem Sohne ein Kapital sichern kon nen, das ihn bei vollendetem zwanzigsten Lebensjahr ausgezahlt wird und spiziell als Zuschuß während der einjährigen Dienstzeit Verwendung sindet.. Ich spreche die Hoffnung aus. daß Sie nicht'zu einer anderen Gesellfchaft gehen werden als zu der, welche tch vertrete und bitte Sie. diesen Antrag zu unterzeichnen,, welcher so verhängnißvoll für die Zukunft Jhreö Sohnes ist!" : Ich unterzeichnete schweigend, später kam Eugenie wieder herein, .und wjr .schieden im, besten Einvernehmen, meine Braut war sehr lieb zu mir. .Am nächsten Tage . machte .meine Schwiegermutter ein recht ernstes Gesicht und schickte abermals, bei meinem Eintritt meine Braut auö dem Zimmer. Mein lieber. Schwiegersohn," sagte sie, klagen Sie. mich, der Gewissenlosigkeit an, ich habe es verdient,.ich wär einseitig und kurzsichtig, ich dachte .'nur an das Eine, nicht an das 'Andere. DenkenSie, was.es fürFolgen nach sich ziehen könnte, wenn Ihnen der Himmel anstatt eines Sohnes eine Tochter bescheerte!" Nun," bemerkte ich, liebe Mama, ich, würde auch die Tochter freudig empfangen." . W!e, unglücklicher junger Mann!" rief meineSchwieZermütter in der hochsten Ertäse. und damit soll eZ genug sein? So vernachlässigen Sie Ihre hei ligsten Pflichten! So wollen Sie' das arme Kind verkommen lassen,' nur well es ein Mädchen ist!? Für . Ihren Sohn. ja. für den sorgen Sie. aber über das Schicksal ihrer Tochter grinsen Sie. kalt, hmwea. Oder wollen Sie vielleicht das Mädchen einjährig dienen lassen, Sie Rabenvater! Nein, nein!" rief ich entsetzt. Sie hörte gar nicht darauf, sondern fuhr fort: Oder soll das arme Wesen ihr ganzes Leben glanzlos vertrauern, um unbeweint als alte Jungfer einst die, vom Ausschauen nach emem Manne trübe gewordenen Augen zu schließen? Das Kind meiner Tochter, mein Enkelkind! Und zu einer solchen Handlung wären Sie fähig! Pfui! Ich -möchte eine folche Gesinnungsart nicht bei Ihnen entdecken, fönst, mein Herr so hoch ich Sie schätze, hätte ich nichts, nichts mehr für Sie als Verachtung und nur noch einWort: Hinaus aus meinem Hause, auf der Stelle hinaus!" Sie stand hochaufgerichtet, die Hand ausgestreckt, ein herrliches Weib. O, diese Frau hatte alle Vorzüge. Aber, liebe Mama." sagte ich. Ich wußte es ja." unterbrach sie mich ihrer , Gewohnheit gemäß, ich wußte es und habe alle Vorbereitungen getroffen. Durch. dieUnterschrift sichern Sie Ihrer Tochter ein Heirathsgut von 10.000 Mark. ' Wenn das Mädchen dann keinen Mann bekommt, ist sie selbst daran schuld, wir haben das Unsrige gethan. Daß ich selbst Vertreterm der, Gesellschaft , bin. bestimmt Sie. hoffentlich noch fester, diese und keine ankere, zu wählen!" Nachdem 'ich unterschrieben, kam Eugenie , wieder herein, und, wir schieden im besten Einvernehmen. Meine Braut war 'rührend freundlich. Am' nächsten Tage machte meine Schwiegermutter ein sehr ernstes Gesicht. Mein lieber Schwiegersohn", sagte sie zu mir, die Hauptfragen sind munmehr erledigt, und Sie werden jejt daran denken, sich eine Wohnung , einzurichten. ?ch mache darauf aufmerksam daß der Besitz Pflichten auferlegt, und daß eö von Ihnen sehr unvorsichtig wäre, Ihr Eigenthum, der Gefahr des, Verderbens preiszugeben. Wie oft hat schon Feuer in einer' Stunde der nichte:, ' was Mßige Hände in Jabrzehnten erworben. Die Policengebühr ist. eine' so, Gesinge, daß . tl sich kaum lohnt, davon zu; reden,, nur noch die Hoffnung mochte. ich: aüssprechen, datz sie die Versicherung wählen 'die ich vertrete." . -- Sie legte mir. eins . der .. bekannten Papierevor, welches ich gerührt ob ih rer Fürsorglichkeit unterschrieb. . Während, ich noch damit, beschäftigt war, fuhr sie fort:' ' Aber nicht nur Feuer ist es, was unS das mühsam Eiwöröene raubt und verschlingt, auch' böse Menschen stehlen und entwenden uns unser Eigenthum aber eine Gesellschaft, die ich vertrete, versichert gegen Einbruchsdiebstahl, Sie werden zu keiner an deren gehen, wie ich Hofs;, und diesen bereits ausgefüllten Antrag unterzeich'nen. Ich unterzeichnete dankerfüllt, 'Sie war noch nicht still. Hr," fuhr sie fort, ist ein Antrag em; eine GlaZ-' und Porcellanversicherung. die ich vertrete ich nehme

zu Ihrer Ehre an, datz Ste'kelne an-' dere wählen werden .der Vortheil ist nur klein, aber warum sollen Sie ihn von der Hand weisen; meine Tochter zerschlägt im Jahre mindestens für dreißig Mark Geschirr, die Policengebühr beträgt zwölf Mark, sind immerhin jedes Jahr achtzehn Mark rein ver. dient, das macht in zehn Jahren 180 Mark." Ich unterfchrieb und sah sie dankbar an. Wie hoch hat doch die Natur manchen Menschen mit Weisheit begnadet! Alles, was Sie wollen, liebe" Lassen Sie mich ausreden," unterbrach sie mich ihrer Gewohnheit gemäß, ich habe noch weiter an Sie gedacht. Da meine Tochter unbedingt eine Wohnung mit Balcon haben muß. ein Balcon ohne Blumen aber ein Unding ist so habe ich. um Sie vor jedem Verlust der Blumen, bei der Versicherung gegen Hagelschlag, die ich vertrete ich hoffe, Sir werden keiner anderen den Vorzug geben angemeldet; der Betrag ist so verschwindend klein, daß. wenn Ihnen nur einmal in drei Jahren die Blumen verhageln, der Schaden reichlich gedeckt ist." Ich konnte nicht umhin, die Vorsicht zu bewundern, obgleich ich sie etwas übertrieben fand, dennoch unterschrieb ich den Antrag.' und' wir schieden- im besten Einvernehmen. Meine Braut war zärtlicher als je. .Nach einigen Tagen erhielt ich von den verschiedenen Versicherungs - Gesellschaften die Policen mit der . Anweiluna. die . erste Rate an meine

Schwiegermutter zu 'zahlen. Ich machte folgende Aufstellung, und sandte ganz geschäftsmäßig das Geld perPost an sie ein: Lebensversicherung pro Jahr 404 Mk. Unfallversicherung . . 303 Rentenversicherung.. 318 Wittwencasse 330 Militärzeit (Sohn)... 180 Heirathsgut (Tochter) 180 Krankencasse ..... 36 Begräbnißverein .... 17 Feuerversicherung . . . 18 Versicherung gegen Einbruch 30 Glas- und PorzellanVersicherung ...... 12 Versicherung gegen Hagelschlag .... . 6 Zusammen pro Jahr 1836 Mk. Macht im Monat 153 Mark. . Da ich eben .mein Gehalt erhoben, konnte ich daö Geld sofort schicken. Am nächsten Tage machte meme Schwiegermutter ein sehr ernstes 3t sicht. Mein lieber Schwiegersohn", n terbrach sie mich ihrer Gewohnheit ge mäß, als ich etwas sagen wollte, iöh habe mehrere sehr ernste Worte, mit Ihnen zu reden. Sie.. haben zwar die Zukunft meiner Tochter sichergestellt, aber wo bleibt die Gegenwart? Die Gegenwart?" echote ich. Ja, die Gegenwart!" wiederholte sie. Sie haben 180 Mark Gehalt und zahlen davon 153 Mark Versicherung? Prämien, da bleiben 27 Mark. Wollen Sie davon eme Familie ernähren?" Und daran dachte sie ich wäre nie daraufgekommen! Welch' eme Frau Welch' eine Frau! Ich stand noch m Bewunderung versunken, als sie fort fuhr: ES thut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, daß unter diesen Umständen von emer Heirath keme Rede sem kann, und daß ich Sie ersuche, Ihre Besuche in meinem Hause einzustellen, bis Sie m der Lage sem werden, mer ner Tochter neben der sorgenfreien Zu kunft auch eine sorgenfreie Gegenwart zu bieten. Adieu, mein Herr!" ' So schieden wir meine Braut sah mich gar nicht an. Was mach' ich denn nun? Zahle ich die Prämien weiter, kann ich . meine Braut Nicht heirathen; zahle ich sie nicht weiter, bekomme ich sie nicht. Wenn ich nur wüßte, welcher Privatmann recht viel Kanonen braucht. Oder giebt es wohl eme Versicherung gegen Ver sicherungen? Eigne A u f f a s s u n a. Da sieht in der Zeitung: Der Mini. n.- i cn ... ir ist noni yar mieoer neue Schatzanweisungen ausgegeben." Müssen's die italienischen Mädchen , gut haben !" Kindermund. Besuch (auf ein Bild zeigend, das den kleinen Paul darstellt, als er noch Röcke trual: Wer ist denn dies? Paul: Das bin ich, als ich noch ein Mädchen war." Fatal. A.: Wenn Du wieder heirathen willst, warum wendest Du Dich nicht an das Heirathsbüreau Amoria?" B.: Ach, da bin ich noch 9 . oie.evuyren sur meme erste Frau schuldig!" Treffe nde Bezeich. n u n g. Frau: Denke Dir, unser, Max. ist heute' früh- wieder vollständig betrunken nach Hause gekommen, ist daS nicht eine Schande?" Mann: Ja, 'ne Affenschande.? 9tm .i Glück Im Hanse. , HZuslicher Fn'ede und Glück werden immer bewahrt werden rycnn.die Els tem die nöthige Vorsicht hci Erfüllung, oder Hals und ; Lungen Leiden ; der Kleinen anwenden. Kmder smd immer geneigt eincErkölruttq leichtzu nehmen Dr. Bull'sustcnSyrup iedoch kurirt .sie rasch und sicher. .. ch gebrauchte Dr. Bull' 6 Husten Syrup 'fur meinen -acht Jahre, alten Sohn. Er hatte die. Bräune und ich versuchte viele Mittel fand jedoch daß Dr. Bull'6 Husten Syrup das beste von allen war." Fran -A. Gcib, 317 Demott Str., West Ho, boken, N.' I.. Dr. Bull'S Husten Syrup kostet nur 25 Ecnrö und er ist besser und billiger als mit aUe ie , anderen Mirturen welchetderHändler anpresst. 'Kauft nur Dr.'Vull's Husten'Qi?rüp dt?n er ist imLter nlrk uud.

Theater und Llevolutio;

Auch an den weltbedeütendenVret lern ainaen die Berliner Mörztage 1848 nicht spurlos vorüber. Die Pa riser Februar-Revolution und die Flucht Louis Philipp's hatten die mab' gebenden Kreise in Berlin noch nicht sonderlich aufgeregt. Noch Ml Tage später erlieg der General-Jntendant der könialichen Schauspiele, . Herr von Küstner. ein heater-Verördnung, daß in der Gegcnuart gekrönter Häupter aus der Bühne stets der Hut adgenom men werden miii;c. lr hatte, nämlich von Friedrich W.ihelm IV. einen Verweis erhalten, der in der Ausführung des 'Trauerspiels von. Karl PZerder ssolumbus" mißfällig bemerkt hatte, daß einige Chonstcn in Gegenwärt des Königs von Span'cn.dcn Hut auf dem Kopse behalten hatt n. . Äb.'r in den königlichen Schzusplelem hatten - die Ereignisse in Paris, auch schon ein (5cho geweckt. In der Borftellung des Dcn Carlos" nahm Wauer als Graf Lcrma vor König Philipp trotzdem den Hut nicht ab und sazte Herrn' von. Küstner auf seine Mahnung er habe unter Jffland und dem Grasen Brübl nie den Hut.äbgenommen und brauche dies auch nicht ur der Rolle des Obersten der königlichen Leibwache Im Anfang März wurde der Besuch der königlichen Theater täglich schwächer. Am' 15. Mürz hörte man m Schauspielhause von der Brüderftraße her Schüfe fallen, und alsbald verließ die Hälfte der An wesenden das Theater. Am 17. März traf von dem .Polizei Präsldiumder Befehl ein, sämmtliche Waffen der königlichen Theater' förtzu schaffen: Abends mußte VorfichtSMber ln dem Ballet Paul und' Virgnne" daS - Schießen ünterbleidcn', Am 19. März las man' 'anden Thüren'- des Schauspielhauses die' Kr?d-Jn'Wift: Hente'wnd nicht' gespielt;" am 20. März riß' man die Theaterzettel' ad, und am 21. Märi'gab.män'.ini Schauspielhäüse Nathan-de'r Weile," im Ö pcrn'hau s e s ührte .man M'özart'S' Sie quiem" zum .Besten' der' Verwundeten und der Wittwen und' 'SSfojfeh der; im Kampfe Gefallenen, auf. Von den Theaterzetteln verschwanden fortan die Titel Madame' und Mademoiselle, an ibre Stelle traten Frau--und Fräulein. In der Vorstellung deZ,'Nathan" trugen am Abend des 21. Märzälle Künftier schwarz'roth'goldene' Bänder und Kokarden., Als Die Herzogin", vor! I. L.Klein elnftudirt wurde, erschien der Verfasser, ein geborener'Ungar,' mit Schlepvsäbe'' und schwarz-röth-goldener Schärpe' aü' der ' Probe. Aber das .Theater zoc nicht ' mehr. Tik (5 mn'aDmen ' deckten nur selten die Tageökosten,' ' sonntags konnte man nur in einem Hause spielen. Bei dem'Herrn von Küpner' erschien eine studentische Deputation, welche die Ab setzung von Dorf, und Stadt" vom 'Repertoir verlangte; Birch'Pfeiffer'schc Stücke sollten nicht mehr gegeben wer den. Der General-Jntendant aal nach; er selbst äußerte gelegentlich, el freue sich der Befreiung der Fesseln, welche ihm die Rücksicht auf die Befehle des Königs und die Wünsche der Prm zen bisher auferlegt, habe. 'Selbst die Kritiker wurden politlsch; . so. schrieb Prof. Anton Gubitz m einer Besprechung von Zwengsahn s Tiphonia die am 27. Mai zum ersten Male auf' geführt wurde, in der. Vossischen Zei tung:" Dieses Stück ist. in seiner Auf. .gäbe ein zeitgemäßes; eS beweis daß Absolutismus und Willkür dem Unter ange geweiht sind durch die VolkSkraft m Anerkennung allgemein menschlichen Rechtes." . An .biMaen' mgesandts gegen die ,königlichen,Theater , fehlte es ebenfalls nicht. Alle, geehrten Da men,". lautete eins, werden aufgefor de'rt. Nachtmüden , für; die, Mitglieder deS "Corpa de ballet' ' iu: häkeln. Im Parterre, sah V man. Besucher mit Schlapphüten aus dem Kopse und sa veln.an der Seite; wiederholt wurde Herr von Küstner. vor die Rampe gesor dert,.um sich, zu rechtfertigen, was. er jedoch kläglicher Weife nicht that. Vor allem aber blieb der Besuch der Theater em äußerst schwacher. Selbst, m D0 rings Wiederauftreten nach . achtwöchen .tlichir Abwesenheit, hatte ' das Schaü spielbäüs. nur '15 Thäler ' Einnahme, am . 10. Mai sogar nur. 14' Thaler. ' Selbst, berühmte Gäste Zogen, nicht; man : hätte, am. liebsten die Tyeater, geschlossen. aber man roagte. es nicht. Do hat auch j m.i'...L ,t x. -l'.r! 1.1m r rr'' oas berliner &coaupmgaud leine mu innerungen an 1848, wenn anch gerade lerne angenehmen. Als der JnI.ustriedi rec t o r. Bl.'rneux m Carleror gegen 11 Uhr Abends mö einer Vers amm - lung nach Hause zurückkehrte, wurde e: unterwegs von ecys isaunem verfolgt, die iön beschimpften und bedrohten. Bierneux .zog seinen Revolver und forderte -die Bande uszuruckzu- - bleiben., sonst würde er feuern. ' ; Öüf diese Worte hin sMrzten zroei.deGauNer auf. ihn los Nnd brachten ihm .mit einem Schlaaeisen und einem. Dolche schwere Wunden der. ..Mer -ze.rwunde batte noch die Kraft, inen der tfttgrei ; fer festzuhalten und. ihm eine, ftuzel !n den. Kops, zis jctaen. Vierneüz'.Wun den sind nichi.leöenSgefährlrch. Um 'die Op'er, die vom föckfisckm Staat . für den niÄ-mebr lohnenden 'relberger Hslbervergbau ' 1 -- 2 i 1 -l ' . 1 i u rZrt : . eeorlM roeroen, zu oernngerrl, j&ui abermals ' 3Ö0 Arbester entlassen und r. Betrieb ..enMten'dMchränkt werden. - - 3)tV Belegschaft bet Silbergruben jß; damit tsrn;60ö0Wttnt, mtjfc box. ''rintgtn 'Jatzren zählle, üf 200 rminbert. ' ' : . Er a n n t. Äch,"rneine 'Gnädige die' Därmn. altern 'viel ftü her :als dle MSnnerl Auch nirnmt.ihr Gedächtniß sehr früh ab! .ÄaZ müßte denn roch bliesen ronkn!" 'Gögleichl .TSchon eine dreißiLiahri Dame erwnert sich 's;''ni7.n. viialtsuiltl". -.

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