Indiana Tribüne, Volume 21, Number 209, Indianapolis, Marion County, 17 April 1898 — Page 10

IIIIIIW t HIIIHII

IMtHHMlllMMltfH LAX

w&m$mm

5 rNk.

KURIEREN VERSTOPFUNG

s v

PR IS'.iz'.ZS' DIL SCHACHTEL Die Office von Dr, H. PINK und Dr.COLE, befindet sich in No. 34 Ost Ohio Straße Telephon No. 927 wie biöhn. Dr. Lotus Burckhardt, No. 1134 Süd Meridian Strahe s p r e ch st u d e n : MorgenZ und 7 iend. Willoughby Block, 224 Nord Meridian Strafte. prechfiund,: 4 Nachmittag. Zcl.280. Dr. I. Gühler, 120 Sst Wci5nrty Str. Sprechstunden : 8 bis 9 Uhr Vorm. ; 2 MS 3 . 5? Nachm. z 8 biS 9 Nhr bendS Telephon 1446. V,r!b'tudsn : Snnntag nrn Vontttaal. U. 0. J2YEKT8, Deutscher Zahn - Arzt. Ro. 8z Nord Pennsylvania Str. a B wird aas WunlÄ angewandt. WALTER FRANZ, Zahn-Arzt, No. 90K Ost Market Straße. Cosfin lock. Zimmn 43. Osfi,Stundn: di,12m., Hll3 9lm., TIU9 btndl. Sonntag, 11 Uhr Lm. III Uhr itwagacKPTOtygs aa Alle Teutschen ttinken Seebach's Thee. (Deutsche Schweizer Kräuter.) r ficfvitiat Mrivve. tiintgt Cfn, Mge. ttflatltl di 8ftr, stärkt di, Nie?'. JifBrlrrt Stuhlgang z kisondir tfraue z mpsthle. Postsrei 50c. guten .'langt. B. Seebach. Peru, Jll. . biiM.- x lo In 4? Stund r wkrbt onmlBt Mri unuau fit una uraaitf ui CntIsS?('ti ftobl ohne Undkqu,lich?eikR. Prell fMTT ti (Yi .n T.,.;(LHi llUrfi P. O. o? S031, e toiL ,'üks : : blitzblank zu haben in Küsze und HauS, erfüllt zede gute Hausfrau mit gerechtem Stolz. DaS beßeMittel, al?e Wlf tallwaarcn in kürzester Zeit und für die längste Dauer blitzblank und glänzend wie einen Spiegel zu machen, ist die TJ. Z. Metal Pölish Pasto, die von dir altbekannten u. bewahrten Firma George TV. Hojsman, 295 Ost Washington Strafet, in Indianapolis hergestellt wird. Für Gastwirthe ist das altbewährte Putz mittet The Barkeepers's Friend, von derselben Firma hergestellt, zum Putzen der Bar Fixtures :c. einfach unentbehrlich und wer eS einmal gebraucht hat. wird eS stets witt er holen. Keeper'S Friend das Unentbehrliche, ist überall in Apotheken zu haben. Harzer und Andreasberger Canarim-Tän ger, Weibchen zur Zucht, slngtnd EpottvSgtl, Papagtiin und ander Srtn Sgkl. forsic ÄiPflt, quaria, Jtschglabk, ldftsche. Spotwogelfutter, ischfutter, Vsgelsaam, und all! I zum Logelgeschäft äehort, in besler Auawahl und zu hilltgftea Preist, emxsichlt C. F. Klepper, 433 Maffachusttt vkvu, uvtsch Vermont ab Uigaa Sttab. Coke. Coke. Än Vilumpsn u.zsrlsinsrt. llittl ne 61 i?,k in n Ofstc, der Ind'polis ta Co. No. 58 Süd Pennsylvania Str. Sein, ' V Abstracto, of Tiltej, Ecke Market und Pennsylvania Str Thk L&mcxxe, Catte 229, ei txeftt hoch. kelZen 1760, Ändisnavoli Unterfrüöt die W 'HI-WM 'WA tetrtedenlvo Ni rSasSideZe. flo. 133, 140 und 142 Virgnna kd,m,

5

A

ThsoSSV

57 L.Oomervitto,NanaTk7.

'-3

I R BONL-BONS Hl IN ALLEN APOTHEKEN V Dazu die Derren Vfficiere! Militärische Humoreske von Freiherrn v. Schlicht. Am Morgen ist Felddienstübung. Um fünf Uhr marschirte der markirte Feind ab: drei rotheFlaggen. Ein älterer Sergeant hatte über diese bewaffN5ie Macht den Oberbefehl. Er rückte mit den drei Männekens nach dem Th?il deS deutschen Vaterlandes, den sein Hauptmann ihm auf der Garnisonka7e bezeichnet hatte, steckte die drei Flaggen in die Erde, ließ die Leute mit dem geladenen und gesicherten Gewehr sich daneben legen, legte sich dann selbst auf den Bauch und wartete der Dinge und der Feinde, die da kommen sollten. Und sie kamen. Geführt von einem blutjungen Officier nahte die Spitze: Der Lieutenant selbst geht auf der Straße, neben sich die beiden Entfernungsschätzer, rechts und links des Weges gehen die SeitenPatrouillen. Der Lieutenant befindet sich in gewaltiger Aufregung: jeden Augenblick bleibt er stehen, hält daö Fernglas vor die Augen und betrachtet forschend das Gelände. Da fällt ein Schuß. Hinlegen!- ruft der Officier und Alles wirft sich, wo es gerade stand, zu Boden der Herr Lieutenant an der Spitze. Der Helm fällt ihm vom Kopfe und die rothen Aermelaufschläge, für deren Erneuerung'er hinterher vier Mark bei seinem Schneider bezahlen muß. werken über und über mit Schmutz bespritzt. Er achtet dessen nicht, er denkt nur eins: ich weiß nicht, wo der Feind ftht, und gleich kommt der Herr Hauptmann. Er ist ein so junger Officier. daß er selbst in Gedanken seinnn Vorgesetzten die Anrede Herr" gibt. Der lst bereits vor ihm. Auf schnaubendem Rosse erscheint der Häuptling: Herr Lieutenant, Herr Lieutenant, warum bekomme ich keine Meldung?" Wenn der Äoraesedte mit einem Untergebenen spricht, hat der Letztere still zu stehen; so springt der junge Officier auf die Beine, setzt sich den Helm wieder aus den Kops und nimmt die Hacken zusammen. Der Hauptmann fällt vom Pferde nein, doch nicht, aber es sah fast so aus. Herr Lieutenant. Sie befinden sich im feindlichen Feuer! Wie können Sie da wohl aufstehen? Bitte, legen Sie sich sofort wieder hin!" Und alle Viere von sich streckend, ieat der Herr Lieutenant einen Auaen. blick später wieder auf dem Bauche. o, und nun melden Sie. Herr Lieutenant." Meldung von der Spitze es ist geschossen worden." Wie ist es möglich, daß ein Mann, So viel Weisheit sprechen kann? Das habe ich gehört. Herr Lieutenant, aber von wo sind Sie beschossen worden?" -Vom Feinde, Herr Hauptmann." Da der Hauptmanit seinen Lieute nant nicht schlagen kann, gibt er seinem Pferde einen Schlag mit der Gerte: glücklich ist der Mensch zu preisen, der ein Wesen hat, an dem er seine schlechte Laune auslassen kann. Gewiß, Herr Lieutenant. daß der Feind Sie beschossen bat. ist auch meine Ueberzeugung.- Aber wo steht der Gegner? Welche Entfernung? Welches Visir? Welcher Haltepunkt? Welche Feuerart? Mein Gott, so viele Fragen gibt eS ja gar nicht auf der Welt, denkt der Lieutenant; wenn ich daö Alles wüßte, wäre ich ja klug genug, um Hauptmann zu sn, korlausig aber sind wir noch nicht so weit. Wieder nimmt er das FernalaS zur Hand und äugt damit in das Gelande. Er sieht nichts, er sieht absolut aar nichts. Sehen Sie denn immer noch nichts. Herr Lieutenant?" Nem, Herr cauptmann." Unbegreiflich, ganz unbegreiflich." Der Hauptmann, der so kurzsschtia ist, daß er aus zehn Meter einen FederHalter nicht von einem Kriegsschiffe unterscheiden kann, sieht natürlich erst recht mchtö aber er weiß, wo die Flaggen stehen, und da ist 3 keine Kunst, dann etwas Zlu sehen, wenn man nichts sieht. Da fällt der zweite Schuß. Ein tüchtiger Gefreiter, der Korporal zu werden verdiente, hat eben Pul verdampf gesehen und schreit jetzt mit der aanen Kraft seiner Lunae: Herr Lieutenant, gerade aus eine rothe Flagge Entfernung sechshun dert Meter." Der Herr Lieutenant nimmt sich vor, den Gefreiten nachher auf dem Heim wege durch eine Wald-, Feld-, Flur und Wiesen Cigarre (daö ganze Tau send kost' ja nur 'nen Thaler, 'nen Thaler) zu belohnen, und schickt sich eben an, den dosen Feind mit Platzpa tronen zu beschießen. Er öffnet den Mund, holt einmal tief Athem und commandirt dann: Gerade aus feindliche Schützen Visir 600 Schützenfeuer!" Aber der Häuptling ist mit diesem Commando ganz und aar nicht einver,

rA

ri

t

sj

Uanben; die Angabe, wo der Feind steht, muß viel, viel genauer sein. rm r l.. al . n

lüsa gciBi geraoe aus? iji gar nichts, geben Sie ganz genau den Punkt an. Herr Lieutenant, ganz genau. Der junge Officier bebt fein behelmtes Haupt, um einen Punkt ausfindw zu machen, der sich in der Nähe der then Flagge besonders abhebt, aber er bekommt sofort eins auf den ChapeauHut, nicht vom Gegner, sondern von seinem Vorgesetzten. Herr Lieutenant, Herr Lieutenant, nehmen Sie Ihren Kopf weg." Das lst nun allerdings leichter gethan, als wenn der Hauptmann zu ihm gesagt hatte, er solle den Kopf abnehmen, aber mit einiger Schwierigkeit ist es immerhin verbunden, denn wenn er den Kops fortnimmt, sieht er nichts, und sieht er nichts, so soll er etwas sehen. Ja, wer kann zuweilen die Aufgaben lösen, die von den Vorgesetzten gestellt werben! Unterdeß hielt der Herr Premier mit dem Rest der Compagnie in einer Entfernung von etwa hundertfünfzig Metern. Als der erste Schuß fiel, sind die hundert Bleisoldaten in Deckung gegangen in marsch, marsch sind sie von der Chaussee in dem Chausseegra- . T l . , U ccn oeri.cyivunoen; oorr rmeen sie nun, um vom Feinde nicht gesehen zu werden. Aber sie knieen nicht nur, nein, sie warten auch, bis der Augenblick für sie gekommen ist, um in's Gefecht einzugreifen. Da können sie aber noch lange warten. Der Herr Premier lehnt mit derschränkten Armen an einem Baume und meditlrt. Er denkt: Waö soll ich hier?" Ganz klar ist ihm die Sache nicht: nach seiner Meinung hatte er ebenso gut zu Hause bleiben können, nein, sogar viel besser. Er ist anderthalb Stunden marschirt, um an diesen Fleck Erde zu gelangen, eine halbe Stunde wartet er nun schon und wird wenigstens noch eine halbe Stunde warten. Und was dann, wenn er genug gewartet hat? Eben commandirt er: Schwärmen!" und eröffnet dann das Feuer. Die Leute legen sich dann auf den Bauch, verfeuern ihre Patronen und marschiren dann wieder nach Hause. Nach ferneren neunzig Minuten hat man dann den Kasernenhof wieder erreicht, man macht vor dem Hauptmann noch einen sehr schönen Parademarsch mit durchgedrückten Knieen und nach auswärts genommenen Fußspitzen und wird dann mit einem: Ich danke sehr, meine Herren!" entlassen. ' Und das ist der Tragödie letzter. aber nicht schlechtester Theil. Konnte das Stuck nicht eigentlich damit anfangen: könnte der Hauptmann nicht des Morgens, wenn seine Officiere kommen, wenigstens nicht zu den älteren sagen: Ick danke Ihnen sehr. meine Herren, ich bedarf heute Ihrer Unterstützung nicht?" Könnte er nicht schon am Tage vorher bei der Befehlsausgäbe zu seinem Feldwebel sagen: iw t c n y. oei oer morgigen eiooiennuoung braucht nur der jüngste der Herren Osficiere anzutreten? Konnte er das nicht? Gewiß, aber dann würde er ja gegen ein Wort verstoßen, daö. obgleich eö nicht in Büchern steht, geflügelt" ist. das schone Wort: Dazu die Herren Omaere. Diese vier Worte enthalten die ganze LebenS- und Leidensgeschichte des Officiers. Wer es nicht glaubt, laßt es bleiben. der Herr Premier aber ist meiner Ansicht. In seinem Antlik steht geschrieben: Warum bin ich hier?" Antwort: Weil im Parolebuch zu lesen war: Dazu die Herren Officiere." Das ist so schon bequem sur d Her ren Hauptleute, da brauchen sie gar nicht erst nachzudenken, wer von den Compagnie - Officieren den Dienst abhalten soll. Nachdenken ist nicht Jedermanns Sache ach was, Feldwebel. schreiben Sie: Dazu die Herren Officiere, . lind für den Hauptmann ist es seyr angenehm, wenn er bei einer Felddienstllbung seine Officiere bei sich hat; dem ?econde gegenuver rann er roayrend der Uebung mit seinen Kenntnissen renommiren, mit dem Herrn Premier kann er sich auf dem Hin- und Rückwege auf das Angenehmste unterhalten. Diese Deutung, die der Herr Premier dem Worte dazu" gibt, läßt ihn unwillkürlich lächeln nun weiß er, wozu" er auf der Welt ist als lebendeö UnterhaltungSblatt. Dann überfällt ihn plötzlich die Wutb. daß er nur.'um seinem Hauptmann Geschichten zu erzählen, hierher , t ürr yai Mir mnausuiusen munen. An weiterem Nachdenken und Grübeln verhindert ihn der Häuptling, der mit den Leuten der Spitze und vem jungen Seconde, der einem skalpirten Indianer nicht unähnlich steht, zurua kommt. .Wir wollen die Uebung hier abbre chen," redete er seinen Premier an, ich habe mich mit der Spitze so lange beschäftiaen müssen, daß ich nun keine Zeit mehr habe um elf Uhr muß ich auf dem Kasernenhose sein. Wir wol len abrücken." .Ganzes Bataillon kehrt! DaS Gewehr über ohne Tritt marsch!' Man wandert den heimathlichen Kochtopfen entgegen. Neben dem Herrn Premier reitet der Hauptmann, die Langeweile plagt ihn, und nachdem er semem Herzm Lust ge macht hat, daß er an seinem Seconde so wenig Unterstützung hat, sagt er: Nun wollen wir aber des Dienstes genug sein lassen. WaS gibt es Neues?" . , . Der Herr Premier lacht laut auf seine Vermuthungen erfüllen sich auf daö Glänzendste. Na. denn man heraus mit der

Sprache, wenn Sie etwas so Amüsan. tes wissen."

Den wahren Grund semer Heiterkeit kann der Lieutenant natürlich nicht angeben, so erzählt er denn eine ganz neue" Geschichte, die er gestern Abend zum ersten Male im Casino gehört haben w:ll, die in Wirklichkeit aber so alt ist, daß schon Ramses der Große über dieselbe nicht mehr zu lachen im Stande war. Wenn Sie nichts Besseres wissen." unterbricht ihn der Herr Hauptmann, so ist das gerade nicht viel." Der Herr Premier erzahlt eme Geschichte, die noch älter ist. Schaudernd gibt der Hauptmann seinem Roß die Sporen und eilt von bannen. Schmunzelnd sieht der Premier ihm nach: So, das hat hoffentlich geholfen nun wird er mich wohl das nächste Mal zu Hause lassen." Bei diesem bedanken wird er so glücklich, daß er in der Hoffnung, es wäre das letzte Mal für lange Zeit, bei dem Parademarsch auf dem KasernenHofe die Beine wie verrückt schmeißt". Das aber ist sein Unglück: denn der Hauptmann, der wirklich daran gedacht hatte, seinen Lieutenant in Zukunft etwas zu schonen, ändert bei.dem Wirbei, ben die Premier LieutenantSBeine in der Luft ausführen, wieder seme Ansicht und sagte sich: wer noch so jung und geschmeidig ist, bedarf keiner Erholung. Armer Premier. Du gedachtest es gut zu machen, nun aber hast Du es zu gut" gemacht, und das lst häufig viel r jt . . cyiiinmer, als wenn man etwas chlecht macht. Am nächsten Morgen ist CompagnieExercieren; mit Schrecken liest der Herr Premier: Dazu die Herren Officiere". er denkt daran, einen Selbstmord zu begehen und seine Leiche dann zur Sicherheit nochmals zu vergiften, aber mit Rücksicht daraus, daß er daheim Weib und Kind hat, die ohne sein Gehalt ver der ben, wie der brave, in Rußland gefangene Grenadier singt, gibt er diesen doppelt selbstmörderischen Gedanken auf. Gegen die Worte dazu die Herren Officiere" gibt es kein Mittel. Ich kannte emen Hauptmann, der litt an einer entsetzlichen Krankheit, richtiger wäre es allerdings, zu sagen. der hatte eine Krankheit, unter der seine Untergebenen, in Sonderheit seine Officiere arg leiden mußten. Diese Krankheit war die Beschästigungs - Theorie. Das lst noch schlimmer als die Pestilenzia, die schlimmer sein soll, als Migräne. Der Hauptmann war allen Ernstes der Ueberzeugung, daß er verpflichtet sei. seine Lieutenants den ganzen Tag zu beschäftigen. Die Leute in der Kaserne sind yx im mer beschäftigt, irgend etwaS haben sie immer zu thun: des Morgens werden zuerst die Betten gemacht, dann die Stuben gereinigt und darauf beginnt das Ezerciren. Ist dies fertig, werden Gewehre geputzt, Appells abgehalten. Mittag gegessen, die Eßnäpfe gewaschen, die Stuben wieder rn Ordnung gebracht, zum Dienst wieder angetreten und nach dem Dienst wird dann wieder geputzt, Fllckstunde abgehalten, kurz, die Leute haben immer etwas zu thun, damit sie auf keine dumme Gedanken kommen, d. h. WaS man beim Militär dumme Gedanken nennt. Zu dem sogenannten kleinen Dienst. als da ist: Stuben reinigen, Gewehre putzen, essen und Sachen in Stand setzen, werden immer nur Unterosnciere zur Aufsicht commandirt der Hauptmann, von dem ich erzählte, schickte auch zu diesem Dienst stets seine Officiere. nicht abwechselnd bald den einen, bald den anderen, sondern jeden 55ag Alle. Die Lieutenants kamen aar nicht aus der Kaserne heraus. Morgens um fünf Uhr. im Sommer um vier mußten sie das Aufstehen der Mannschaften revidiren und Abends um neun Uhr, im Sommer um zehn mußten sie sich davon überzeugen, ob die Kindlern auch Alle im Bette lägen und oft kam es auch noch vor, daß sie Nachts revidiren mußten, ob nicht der eine oder der andere Schläfer verweht und durchgebrannt sei. Schön ist so etwas ja gerade nicht, aber wenn der Hauptmann bei jedem Dienst, den er für die Leute ansetzt, hinV ' i rK!.!... zusugl: oazu oie zerren jiiukic, so ist da nichts zu wollen, beschweren kann man sich nicht darüber, thut man es dennoch, so bekommt man Unrecht und der Hauptmann setzt, damit man in Zukunft nicht wieder auf solche dumme Gedanken kommt, womöglich noch mehr Dienst an. In solchem Falle ist es gut. Man macht sich daraus nichts, Man heuchelt einen Löwenmuth. Und macht ein' froh Gesicht Das thaten die armen Lieutenants dann auch, da ihnen nichts Anderes übrig blieb, aber sie segneten den Tag. an dem sie zu einer anderen Compagnie versetzt wurden. Da geschah es, daß an einem schönen ersten October, dem üblichen Termin der Officiersversetzungen, zu der gesürchtetsten aller Compagnien ein ganz junger Officier kam. der sowohl wegen seiner Jugend als auch wegen seine Bannn Wesens den Beinamen das Kind" erhalten hatte. Wie singt doch Schiller? ,Waö oft der Verstand der Verstand;. gen mcht steht. Das sieht oft in Einfalt ein kindlich Gemüth. Dem Kinde sollte eS vorbehalten bleiben. Wunder wirken. ES wac nach einer Felddienstübung. der Hauptmann ritt hinter der Compagnie, an der Tete marschirten die Officiere, ebenso der Feldwebel. Man uirterbielt fick über Dies und DaS. bis. tfii Kind vlödlicd. aam den

Ton und die Stimme seines Häüptmannes nachahmend, sagte: . Ach, Feldwebel, schreiben Sie doch einmal den Dienst für morgen auf. Heute Nacht von 3 bis 5 Uhr Schnarchen der Rekruten und alten Mann-

schaften: dazu die Herren Officiere. Um 6 Uhr Aufstehen. Waschen, mit besonderer Berücksichtigung der linken Füße: dazu die Herren Officiere. Um 5 Uhr 30 Min. Kafseetrinken: dazu die Herren Officiere sie dürfen aber nicht mittrinken, damit den Leuten das ihnen zustehende Quantum nicht geschmälert wird. Um 5 Uhr 45 Min. Reinigen der Eßnäpfe, aus denen der Soldat in Ermangelung von Tassen bekanntlich Kaffee trinkt: dazu die Herren Officiere. Um 5 Uhr 50 Min. Abtrocknen der Eßnäpfe: dazu die Herren Officiere." So ging das weiter; sehr geistreich und sehr witzig waren diese Bemerkuntn ja nun gerade nicht, aber sie waren ehr frech, und so dauerte es denn auch nicht lange, bis der Hauptmann, den man ganz weit hinten, zum Mindesten I - . i , . in oer uriei oermuiyeie, mit einem: Donnerwetter. Herr Lieutenant, wie können Sie sich unterstehen, in solcher Weise den königlichen Dienst in's Lacherliche n ziehen?" herankam, denn die sogernten Witze deS Kindes waren mit schallender Heiterkeit von Seiten der Untergebenen aufgenommen worden. Herr Lieutenant, ich verbitte mir solche Scherze." Da legte das Kind seine Hand an den Helm, das heißt für den. der die Zeichensprache versteht. Zu Befehl". und sagte dann halblaut, aber doch so deutlich, daß der Hauptmann eö verstehen konnte: Ja, ja, mir wird verboten, in harmlosen Worten den Dienst lacerlich zu machen; wer verbietet aber dem Hauptmann, den königlichen Dienst durch die Art und Weise, wie er ihn abhalten läßt, lächerlich zu machen? Neulich Nachmittags sollte ich in meinem Zuge Appell mit reinen Hemden abhalten, und wissen Sie, wie viele reine Hemden da waren? Eins die übrigen waren alle noch in der Wäsche. Ein Hemd dazu die Herren Officiere - (Jod save ine Queen. Schallendes Gelächter folgte diesen Worten; der Häuptlina that daö Klügste, waö er thun konnte er hörte nichts, er studirte sehr eifrig in der Generalstabskarte, die er aus der Satteltasche genommen hatte. Die wenigsten Vorgesetzten können es vertragen, wenn ihre Untergebenen ihnen grob kommen, wie dies bei Liebesmählern und anderen Gelegenheiten, wenn man aus irgend einem Grunde nicht mehr Herr seiner Sinne ist, ja zuweilen trotz der jedem Soldaten inne wohnenden Disciplin und Subordination vorkommt. Dann bekommen sie eö mit der Angst und geben unter tausend Fällen neunhundertneunundneunzig Mal klein bei. Dies that auch der diensteifrige Hauptmann waö das Kind ihm gesagt hatte, überlegte er sich rn stiller Stunde und gedachte des Wortes: . Kindes Mund thut Wahrheit kund!" Er besserte sich, wenn auch nicht viel, so doch ein klein wenig, dennoch wurde noch oft über die Worte dazu die Herren Officiere" geflucht. Nur einmal nicht, das war, als der Hauptmann seinen Abschied eingereicht hatte und dem Scheidenden zu Ehren ein Liebesmahl im Casino stattfand: dazu die Herren Officiere". Da kamen sie gerne, nun hatten sie vor ihm Ruhe. In Ehrfurcht gestorben. Gräsin Colloredo, aus Polen gebürtig und ursprünglich Potocki heißend. durch Schönheit und Geist eine hervorragende Rolle in den siebziger Jahren an aller Höfen Europas spielend, zog. schon gealtert und in ihren äußeren Reizen bereits sehr verkürzt, noch immer durch ihre lebhafte UnterhaltungSgabe und ihre guten Einfalle ihre Bekannten an. Als sie damals nach Deutschland kam, um die berühmten Pferderennen kennen zu lernen, auch Baden-Baden besuchte, trat ein Herr in bürgerlicher Kleidung an ihren Wagen, reichte ihr die Hand .und redete sie vertraulich an. Sie beachtete ihn wenig, weil die wettlaufenden Thiere ihre be sondere Beachtung in Anspruch nahmen. Als er jedoch sich nicht weiter daran kehrte und fortfuhr, gegen sie hinzusprechen, fragte ihn die Gräfin endlich ein wenig wegwerfend: Wer sind Sie, mein Hin:?" Und als der so Gefragt die Antwort schuldig blieb und immer weiter plauderte, frug sie noch einmal und mit nicht zu verkennender Geringschätz' ung: Aber wer sind Sie, mein Herr?" Prinz von Wales der in Rom so glücklich war, Sie kennen zu lernen". sagte darauf kurz sich empfehlend der Herr. Der alten Dame siel der Schreck, den englischen Thronfolger so respekt widrig behandelt zu haben, so nieder schmetternd in die Glieder, daß sie ohnmächtig zurücksiel, nach Hause gefahren wurde und am andern Tage eine Leiche war. Ist dieser Tod nicht eine Illustration der unterthänigen Briefunterschrift: .In Ehrfurcht ersterbend" ?" VeiLittleCypreß, Marshall County, Ky., wurde vom Sturm-: ein Nußbaum entwurzelt und als man den .Stamm entfernen wollte, fand man einen eisernen Tops, der mit fal schen Dollarstücken gefüllt war. Lnkant terrible. A.: Aber. Herr Mehlhuber, Sie sprechen ja gar nichts!" Der kleine Mehlhuber: Papa darf ja nichts sprechen!" A.: Warum denn nicht?" Der kleine Mehlhuber : Mama hat es ihm verboten, weil er nichts wie Dummheiten sagt!" . . . . ....... .

A ,

i iit. r;' Wh ?'Mkytii & iiii fr ' ' - Ä-b.-,

IFMSiV

mrnmmm.-

frenzel irofhers, R. 1 West Washington Straße, (Merchant National Bank.)

Sin europäisches Departement. Wechsel, Creditbriese und Poftanweisungen auf alle Städte Europa. Schifföfcheine nach und von Europa. Anund Verkauf ausländischen Geldes.

?ks ' Vives" prima Apparat für P UV

teile:;

ALBERT

(Nachsolger von rüll & Schmidt.) Fabrikant aller Sorten

WWÄ1S.Wc

Feine Chocoladen eine Specialist. Händler in geschälten und ungeschälten Nüssen.

Bäcker, Groceriften, Sonntagkschulen, Vereine und Logen werden gebeten, mir ihre Kundschaft zukommen zu lassen. Zlo. 108 Lüd Psnnsylvni.Ltrnks, gegenüber der GaS-Offiee, Majestic Building.

Wir haben die größte Auswahl von

Stahl-cheerven und Koch-Oefen, Schnell ltochsnds (Zns- und Gnsolin-Sefsn. Royal und North Star Befrigerators. :: Die größte Auswahl in Jndiana. Kaufen Sie einheimisches Fabrikat, fabrizirt von der Home Stove Company Vko 117 11 Oüb Merkbkan S:r.

Die Veße

mit fcingim, imporlirtkm Haana Fillkr." 3TnJHIX3' TSU2LUJCD12m9 Fabrikant.

Das beste Bier ....... Das gesündeste Bier Ä das beliebteste Bier ttUt cSILmjümTtoäL

HOHE

Versucht unser Malz-Vztrakt und Yale-Oeleet gleichfalls für den Familiengebrauch bestens zu empfehlen. rXT Columbia," Malz, Extrakt" und Pale Select werden in unserem Vs'Ü!z2.OsxkZkok2ZJ.'k aus glaschen gezogen und prompt in allen Theilen der Staot abgeliefert.

ÄOWE Vw

Telephon 1050.

Sentsüe

Feuer-Versicherungsgesellschaft von TTTTTgTl-nr-TvrafTrw Hauptosfi: J75 Oüb Delavare (Ztr., Indianapolis, Ind. Die älteste verstcherungS-Sesellschaft mit 44jährigem ehrenhasten estande. Solid! Giötvl Oiltta ! CapitalGlOOftOO. Aktiva: $303,781.59 Ottsiint arH erzen C&Q&hfcn uvb CiuraGSaha !

Theodore Stein t&flbi. Lorons Ochinidt, CdrtUr. Oswald Seiden ticker, CcXUtet.

5lÄ5- Vk'W

U F 7v , i' wv'Ai " '1 - r-:v ' -'

ä: Camera $5.00 Amateur Photographie.

ilayer & Go..

0 & 31 West Washington Straße.

KRULL

10c Cigarre der

BEEWIIG CO.

Cornp.

Theodor Reyer. C4arr August Döppero, r Cjejiol unb CtaatMIgtnx.