Indiana Tribüne, Volume 21, Number 202, Indianapolis, Marion County, 10 April 1898 — Page 4

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Av.dZsnQ ÄriSünc. (y ri'iei:: Xstgliilj iina 2owv. T,ie tLzliche .TrtbQne ' fastet such :r ' il3'-i i (Jenti per Woche, te QonntagS.Tr ;-e": Tet? per Ooie. Seid usau'en 15 Se, -m 55 dtnt per Xftmt. Per Poft utzerhi!b v ?tdt plgefti rab!iln? V Xt Jar. x Vfft99 IQ Süd VlabsMS 5:rsZZ. Indianapolis, Ind., 10 April 1898 Giii!to mi QX kommen doch merkwürdige Dinge vor. 3n Ner.sselaer, in dem gottgesegneten County Zasper unsere? Staateö lud ein Mann am Neujahrktage eine Anzahl Freunde zu sich ein und bewirthete sie mit Champagner. Davon vernahmen einige Mitglieder der Grand Jury und da daö' Gesetz daS Weggeben" von Wein am NeujahrS tage verbietet, erhob die Grand Jury Anklage gegen ihn und der Richter verurthellte ihn auch. Nun wird ssllerdingS gemeldet, daß der Mann auS verschiedenen Gründen dort viele Feinde habe, unter denen sich auch der TtaatSanwalt besindet, allein daS ändert an der Thatsache nichts, daß er verurtheilt wurde, weil er am NeujahrStage innerhalb seiner vier Wände einige Freunde mit Champzgner regalirte. Wenn man daS liest, so fühlt man unwillkürlich nach seinem. Kopfe, um zu sehen, ob derselbe sich noch an seiner alten Stelle befindet, so daß man noch zu denken vermag. Ich glaube, daß daS Obergericht diese Entscheidung umstoßen wird, aber überzeugt bin ich keineswegs davon. Und selbst wenn auch, die Thatsache ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen, daß sich in Amerika ein Richter fand, der einen Mann auS den angegebenen Gründen verurtheilte. Zu solchen Ungeheuerlichkeiten können vom Fanatismus eingegebene Gesetze führen. Ich bemühe mich vergeblich, auf dem ganzen Erdenrunde noch ein Land zu -siaden, in dem so etwS möglich ist. Der Ill lst an sich nicht bedeutend genug, als daß die übrige Welt davon vernähme, sonst würde Amerika in der ganzen ziv'l:firten Welt gründlich ausgelacht werden. . DaS muß wirklich eine recht nette Versammlung gewesen sein, die der Commercial Club in vergangener Woche hatte, um den Plttö'schen Plan zur Herstellung einer Telephonsnlage in Erwägung zu ziehen. Von den vielen Hundert Mitgliedern deS Cludö waren rämlich bloß etwa sechzig da und daS waren größtentheilS Macher der Telephongesellschaften, welche sich um eine Korzesfion'zbewerben. Herr LewiS Walker trat sogar als Anwal: der New Telephongesellschaft auf und beschuldigte Herrn PottS. daß er in Interesse der Central Union Comp handle, und durch sein Austreten derhindern wolle, daß eine andere Gesellschaft eine Koncession bekomme. Ein sehr niedlicher Vorwurf, den, ich aber für höchst ungerecht halte, denn ich bin überzeugt, Herr PottS meint es ehrl ch Nichtsdestoweniger wurde Herrn Potts' Plan abgemurkst. Allerdings nur im Commeicial Club. Der Commercial Club kann aber Herrn Potts natürlich nicht verhindern, seinen Plan sonstwie veiter zu verfolgen. Für den Commercial Club ist abe? die Sache immerhin eine kleine Blamage, denn politische DrahtzieherMethoden sollten da nicht vorkommen. Man kann allerdings sagen, daß eö nur deshalb möglich war, weil die Mitglieder nicht anwesend waren, aber eine Organisation, die derart öffentliche Angelegenheiten in die Hände nehmen will, wie der Commercial Club, sollte auch im Stande sein, bei derartigen Vorkommnissen ihre ganze Mitgliedschaft auszubieten. Ich möchte Herrn PottS Erfolg wünschen. Zwar steht sein Plan noch sehr weit hinter dem einzig richtigen Plane zurück, nämlich der Uibernahme bet Betriebs durch die Stadt selbst, aber dazu ist ji gegenwärtig nicht die geringste Aussicht. Dazu gehören eben doch kiel entschiedenere und politisch selbständigere Leute als diejenigen, in deren Händen stäötische Verwaltung und städtische Gesitzzebung liegt. Der Potlösche Plan ist dem ähnlich, rnch welchem die Consumers GaS TruZ (So. organifirt ist. ES fällt mir nicht ein zu behaupten, daß daS ein idealer Plan ist, aber er ist doch immerhin der Ausbeutung deS Publikums durch eine der gewöhnlichen Aktiengesellschaften vorzuziehen. Co mag man gegen die CoasumerS GaS Trust Co. sagen, waS an wolle, man wird doch immerhin zugeben müssen, daß der Organisation derselben man eS zu verdanken hat, daß wir nicht eineruSbeuterischen Aktieagesellschast daS Doppelte und

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Dreifache dessen ?u zahlen haben, WaS

wir jetzt für daS GaS bezahlen. Und bei einer Telephonanlage ist nickt möglich, waS bei einer NaturgaSanlage möglich ist. Man kann nicht auf die Unsicherheit und Ungewißheit spekuliren. Den elektrischen Strom kann man erzeugen, daö Naturgas aber nicht und man weiß nicht, wie lange eS anhält. Man kann nicht eine Furcht erzeugen, daß der elektrische Strom bald versagt und dadurch die Inhaber von Aktien veranlassen, ihre Aktien billig loszuschlagen. Darum meine ich, der Pottssche Plan sollte, wenn irgend möglich, zur Ausführung gelangen. Der Plauderer. FrübiabrS-Katarrb. Eine K rankheit, die in den ersten Frühjahrs -Mo-naten vorherrscht.ES gibt eine Krankheit, die der La Grippe etwaS ähnlich ist. Dieselbe sängt mit einer gewöhnlichen Crkällung an, öte oft Influenza genannt wird, die aber in Wirklichkeit FrühjahrS - Katarrh ist. Der v. erschlaffende . MW Einfluß Mfc.u F'ühja s' ' ,.. deS ahröweti ' terS zusammen mit der Veränderlichkeit der Temperatur, sind die hauptsächlichsten Ursachen davon. Die Krankheit kommt plötzlich. Man mag gar nicht im Freien gewesen sein. Dieselbe nimmt ihren Anfang oft in der Nacht während man schläft und wandert man sich dann, wo man sich erkältet hat. Wässeriger Ausfluß auS der Nzse, im Gesicht, als ob die Augenlider geschwollen seien, Kopsweh, mebr oder weniger Husten, schmerzende Knochen und allgemeine Erschlaffung Beim Erscheinen deS ersten SymptcmS sollte eine Behandlung mit Peru. na begonnen werden Pe-ru-na ist daS einzige Heilmittel, welches dieser Krankheit prompt Einhalt thut. Herr A. L. Rae?ville. Delaware, Ky., schreibt: 'Pe-ru-na half mir mebr als alle andern Medieinen, die für chronische Erkältungen empfohlen werden. Ich spreche auS eigener Erfabrung, wenn ich sage, daß eS eineS der besten Heilmittel ist, die eS gibt " Jedermann sollte ein Exemplar von Dr. Hartmanö neuestem Buch über chronischen Katarrh haben. Frei dersch'ckt von The Pe-ru-na Drug Manufacturing Company. ColumbuS, Ohio. ii Das ZNarincselkel. Gtne bancrischc Geschichte von Arthur Achleitner (München). Sirt:ls Empfenzeder, Hartlbauer am Wallberg bei Tegernsee hat ordnungsgemäß dem Gottesdienst angewoknt am Tag des Herrn, hernach dic obligate Halbstunde auf dem Marktplatze zu Tegernsee mit den übrigen Kirchgängern abgestanden und schließlich im Bräustübl des herzoglichen Schlosses die sonntägliche Brodsuppe mit Bratwürsteln verzehrt, sowie etliche snügc Tegernsee'er Bier daraufgegossei;. Gegen Mittag ward durch den Schnee der mühsame Heimweg angetreten, der sich um so schwieriger ' gestaltete, als Siztus Empfenzeder, vulgo Hartl. Gedanken im Kopf mit. zutragen hatte, Gedanken, die ihm wider Erkürten und Brauch der Rein, hardtbauer von Enterrottach im Bräustübl aufgeladen hat. Jetzt am trüben Nachmittag sitzt Hart! nachdenklich in der Stube und blickt in die verschneite Landschaft hinaus. Auf demTisch liegt das kleine Localblatt $cr Seegeist", die neueste Sonntagsnummer, die ihm der Reinhardt nach der eindringlichen Besprechung zur Bekräftigung des Gesagten zum Abschied mitgegeben hat. Sakra! Sind das aber Geschich-ten!-stöhnt Sixtus unter der ungewohnten Gedankenlast und fährt mit der schwieligen Hand über das buschige graue Haar. Solche Neuerungen sind doch schon ganz aus der Weis'! Wohl kjat Sixtus neulich auf dem Viehmarkt zu Holzkirchen dergleichen reden hören, daß die Preußen einen Haufen neue Schiffe brauchen, aber allgemein war man nach abgeschloss?nem Handel der Meinung, daß solche Sachen bayerische Bergbauern so gut wie Nichts angingen. Anno 70 war es ja etwas Anderes. auch Sixtus hat seinen Mann gestillt im Leibregiment und mitgeholfen beim Dreinhauen auf die Rothhosen. Jetzt aber soll gar den Chinesen das Fell gegerbt werden, weit hinten in Asien, wo es keine kurzen Lederhosen giebt, und wohin man zuFuß gar nicht hinkommen kann. Und der Reinhardt hat im Bräustübl gesagt, daß die Bayern nicht gut zurückstehen könnten bei der neuen Geschichte, weil selbst der dickköpfigste Vergbauer so zu sagen auch zum deutschen Reich gehöre und was dreinzureden habe. Sind das Sachen! Und der Reinhardt kann und muß es wissen, denn sein Vetter ist Portier bei einem Minister oder dergleichen in München, und der Vetter kriegt immer zuerst die chinesischen Briefe in die Hand, bevor das Geschreibsel m's obere Stockwerk kommt. Weil der Siztus von Anno 70 das eiserne Kreuz hat, leuchtet ihm schon ein, daß er sozusagen auch zum deutschen .Reich gehört, und das mit dem Dreinredendürfen wär' gleichfalls in der Ordnung und sehr schön, wenn 'man nicht mit zahlen müßte. DerReinhardt hat gesagt, mit den paar Tegernsee'er Schinakcln sei den. Preußen nicht aeholfen, die brauchen , großmächtige

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Dinge mit Kanonen und weiß Gott wie diel Pferde. Na. das ist ja richtig: wenn man 'gleich etliche Monate auf dem Wasser fahren muß, geht's mit Schinakcln nicht, die sind 31: ncring, aber auch noch Roß. gleich ewzge hundert oder tausend Rösser. auf einem Schiff mitnehmen, das ist wieder so eine verflixte preußische Neuerung, bei der man sich nicht auskennt. Und ganz besonders kräftige Pferde wollen 's haden in Berlin für die Chinesen. Ist das nicht lachhaft dumm?! Wenn die Preußen diese Chinesen verhauen wollen, dann braucht man ihnen doch keine Roß' zu schenken, und wenn dieCHZnesen Pferde wollen, sollen sie welche kaufen und tüchtig dafür zahlen. rSt Preußen sind doch sonst allweil so viel gescheidt und vorn daran! .Und jetzt wollen s' mit d:n Rössern solcheDummheiten machen! Wenn man nur auf Deutsch mit den obersten Preußen, die was dreinzureden haben, sprechen könnte! Dem Siztus wär' nicht bang, denGroßkopfeten in Berlin klarzulegen, daß die Geschichte mit den Schiffen ganz in der Ordnung ist, r.ur die Pferd: sollen's daheim lassen. Auch über die verlangte Unterstützung für neue Schiffe ließe sich reden, und selbst ein Bergbauer wird sich nicht lumpen lassen und nach seinen Kräften beisteuern, weil man nun einmal sozusagen zum Deutschen Reich gehört und den großen Bund Anno 70 mit Blut besiegelt hat. Aber was zu viel ist. bleibt zu viel.! Die Kühe und Schweine hergeben, bloß daß die Preußen nach China sahren und dreinhauen können, das ist ein bissel zu viel verlangt. Auf etliche Thaler wär's dem Sixtus nicht angekommen; doch die Ställe ausleeren, das ist zu grob. Aber so sind sie schon die Preußen, Nichts oder Alles wollen sie! Und gleich so kostspieligeSchiffe! Wenn der Reinhardt nur einigermaßen Recht hat. schluckt so ein Schiff sämmtliches Vieh aus den Bezirken von Tölz, Tegernsee und Schliersee bis auf dieHühner und Enten. Und dabei weiß man noch gar nicht, was denn eigentlich die Preußen selber zum Schiffbauen hergeben und wie viel solche Schisse gebaut werden sollen. Nichts weiß man. gar Nichts, nicht einmal der Bootbauer unten in Tegernsee ist verständigt worden. und der ist doch Fachmann. Eine heillose Geschichte das! Und gewissermaßen gefährlich von wegen der bayerischen Reputation. Thut man nicht mit, dann heißt es, wir seien bayerische Dickschädel und Nothnippel und schlechte Deutsche; giebt man was, so mischt sich womöglich das Rentamt drein und besteuert einen höher, .weil man überflüssiges Geld für preußische Schiffe und Pferde hat. Den ganzen Viehstand kann aber ein Bergbauer unmöglich hergeben, so er nicht ruinkt werden will. Das muß man den Wasserpreußen sagen und klar machen. Aber wie? Dran ist zweifellos was an der Geschichte, und der Reinhardt hat gesagt, daß an den. Reichstag, wo auch der Pauli von Tölz drinnen sitzt, wenn er Zeit hat, schon wegen der neuen großen Schiffe geschrieben worden ist. Also wird's nimmer lang dauern, und dann heißt es zahlen. Blecht man aber früher, fre.villig, so hat dieGabe mehr Ansehen und kommt nobler raus, und der Sixtus hat eine noble Ader, wenn er auch bloß der Hartlbauer in der Einschicht am Wallberg ist. Sakra, dös Denken macht Kopfweh!" stöhnt Sixtus und glaubt es jetzt, daß die Stadtherren allweil so einen benommenen Kopf haben. Sixtus überzählt den Werth seines Viehstandes, sechs Kühe, zwei Roß, nem, es geht nicht, auch nicht annähernd kann er die. Forderung erfüllen, und das jeden Tag zum Ferkeln stehende Scbwein hergeben, davon kann keine Äede sein. Nach dem Seegeistl greifend, beginnt Sixtus das Blättchen zu lesen. Richtig schreiben die ganz so. wie der Reinhardt gesagt hat; einstweilen sind die Preußen mit einigenSchiffen nach China gefahren und dem Kai ser sein eigener Bruder hat mit müs sen. Hm! Das ist eigentlich schön vom Kaiser, der geht scharf in's Zeug und läßt sich nicht lumpen! Und gut hat er

gesprochen, der Kalser, zeder Bauer versteht ihn. bloß das mit der gepanzerten Faust, hm. das ist ein Bissel zu viel, es thut'S ein fester Schlagring am Hei nen Finger auch, nur g't treffen muß man den feindlichen Schädel, und der Heinrich wird nicht viel selber zum Raufen kommen. Schade darum; wenn man früher gewußt hatt', daß der Bruder Prinz nach China muß hätt' man ihm einen solidenSchlagring mitgeben können für alle Fälle, denn man kann nie wissen, wo so ein chinesisches Zopfmandl auftaucht, gewöhnlich von hinten. Also fort hat er müssen, der Heinrich! Sind doch verflixt schneidige Kameraden, diese Preußen! Ganz wie der Kronprinz damals! Rein schad', daß der ein Preuß war Anno 66, sonst Wär's anders acgangen. Na, lieb und aut ist er 'blieben bis an sein Ende, Gott hab' ihn selig, den Friede!! Mit einem Sckr-i unterbricht SixCln Wahres Sprüchport. Nichts ist so erfolgreich wie Erfolg." Ttcse Behauptung ist nie bcs. ser bewiesen als wie durch den Erfola von Dr. Bull's 5)ustcn Syrup. Dicst wunderbare Mcdizm kurirt jeden Fall von Erkaltuna, Husten und Bräune in der kürzesten Zeit und immer mit Erfolg. FrauU. W. Richards, 2214 C Cumberland Str., Pbiladclpbia, Pa., schreibt: ch habe Tr. Bull's Husten Syrur) seit 0 Jabrcn im Gebrauch und fand ihn ein sichcrcs Mittel gegen Bräune. Ich brauclte ihn in den schlimmsten Fallen und xatht aUcn Müttern dasselbe zu thun." Dr.Vull'S Hustm Syrup kostet nur 23 Cents. Versucht kein anderes Mittel sondern bleibt bei dem alten und bewährten Dr Bull'S Husten Cprup und ihr werdet rnr entäuscht sein.

tus die Lectiire und seinen kritischen ' Monolog. Starr hängen seine Augen an einem seltsamen Wort im Blättchen. da steht es deutlich, ganz wie der ; Reinhardt gesagt hat. von wegen der Kühe und Säue! Aber wie die das ' dumm geschrieben haben: Ki ao tsau! Kreüz sakra! Also richtig Küh' au' d' Sau!. stöhnt Sixtus. Diese Sakramentspreußen sind doch sakrisch grob im Verlangen! Aber alles kriegen sie nicht, auf keinen Fall ; sie werden es schon billiger geben, wsnn sie sehen, daß das ganze Vieh nicht zu haben ist. Etwas geb' ich, aber Alles kann ich n!cht geben! Sie sollen halt auch nach der Decke sich strecken, unser Einer muß auch grad' so machen. In die Stube springt Empfenzeder's Jüngster, der etwa siebenjährige Lenz, und meldet freudestrahlend, daß die Sau fünf Ferkel geworfen habe. . Sixtus hört die Botschaft und mur- ' melt: Allweil schlechter werden die Zeiten! Gar keineOrdnung mehr! Bisher hat's immer sieben Junge gegeben und jekt, wo die Preußen Geld brau-

chen, sind's bloß fünf! Es geht beim besten Willen'nicht andersr Darauf wird die Gesellschaft im Stall besichtigt. Am Abend bespricht Sixtus dann die politisch nationale Angelegenheit am Familientisch mit seinem Weibe, wobei die Buben nicht wissen, was sie mehr aufreißen sollen, die Augen oder den Mund, vor Staunen über Vaters Gescheidtheit. Am nächsten Sonntag traf die übliche Feuerwache während des vormittägigen Gottesdienstes den Sixtus selber, der daher im GeHost verblieb, während alle übrigen, Insassen nach Tegernsee wanderten trotz Sturm und Schneegestöber. Sepp, der älteste der Hartlbuben, brachte die neue Nummer des Seegeist- mit, so daß der Vater ausgiebige Beschäftigung für den Nachmittag hatte. Andächtig las Sixtus unter TageSneuigkeiten" einen Auszug aus einer Rede Wißmann's zu Kaisers Geburtstag, in dem es hieß: Unser jetztger Fürst und geliebter Kaiser hat das vaterländische Kleinod nicht nur bewahrt, sondern auch gemehrt. Ich erinnere an China, wo wir Erwerbungen gemacht haben. Das sind nicht weite Länderstrecken, aber es ist ein Punkt, von dem aus wir die Concurrenz mit allen europäischen Mächten aufnehmen können: und dieser Erfolg ist mit gerivgen Opfern errungen. Ich glaube auch, daß die nächsten Jahrzehnte beweisen werden, daß diese Errungenschaft mehr Früchte tragen wird, als Tausende von Quadratkilometern in unseren anderen Colonien. Es ist eine Colonie. die unseren Landsleuten eine neue Heimath bietet, ein unvergleichliches Gebiet.- Sinnend blickte Sixtus auf diese Zeilen, und dann huschte ein Lächeln über seine bartlosen Lippen. Zwei Wochen vergingen in der stillen Bergeinsamkeit. Dann am Samstag machte Sixtus schon zu Mittag Feierabend und verbrachte den Nachmittag mit mühsamen Schreibgeschäften. Nach stundenlangem Bemühen gelang es dem Bergbauern, das nächstehende Schriftstück fertig zu bringen: Löbliches Reichsmarine - Ambt! Wasmaßen Ihr Preußen jetzt a Geld brauchts für die neuen Schiff, laßt sich a bayerischer Bergbauer au net lumpen. aber mit Küh' und Sau is nix. that einen veruiniren. Auch könnts net schaden, wenns Enkere Schreiber anhalten thätets, weißt her amiral von wegen die, Küh' und Sau. Was Oes schreibts Kiaotsau is a Schlamperei. Aber i laß mi ne! lumpen, anbei folgt zwar net die alte Sau, aber a Fackl als freiwilliger Beitrag sür'n Kaiser seine neuchen Schif. er kannö versteift?rn wen er mag, und 's Geld auf's Schif verwenden. Bein nechsten Wurf kriagst wider a Fackl, weil i au für die Marien! bin sozusagen Deitscher un was drein zu reden hab wenn i mag Mit achtung und Grus mit Ehrfurcht an Herrn Kaiser " Sixtus Empfenzeder Hartlbauer am Wallberg bei Tegernsee. I Hof 's Fackel kimmt guat an in Preusen. Wenn 's caput geht, waars koa Wunder, der Weg is weit bis preisen, womit obiger.Lieber Holzhacken als solchen Brief schreiben, sagte sich Sixtus. Dann ward das Ferkel, natürlich das kräftigste. ausgehoben, in einen Weidenkorb verpackt, der geschlossene Brief da. rangebunden mit der Adresse: An das Reichsmarieneambt in Werlm. die Post wird's schon finden.Seppel mußte das quieksende Ferkel im Korb den Berg hinunter und zur Post in Tegernsee tragen. Aber hier gab's eine heillose Ueberraschung: der Expeditor verweigerte dieAnnahme des zu umfangreichen Poststückes. Was? Net annehmen? Die. bayerische Post nimmt nix an für's Reich?! Jetzt steigt's mir alle auf den Buckel!' schrie zornerfüllt -.' der Hartlbauer, packte den Korb und verkaufte das der .Marine zugedachte Ferkel beim Wirth zum .Steinmetz.- Der Elös wanderte durch die Kehlen des Vaters und Sohneöund seither will der Sixt von all' den Marinedingen .Nichts mehr wissen. Man darf auch nicht fo mit einem eigensinnigen Bergbauern umspringen. Und das Marineferkel ist bis auf den letzten Pfennig vertrunken worden. Unnöthige Mahnung. Nun .Karlchen, wohin willst Du denn so früh?-' Zum Kaufmann, ich soll etwas holen!- So, das ist. hübsch von Dir! Verlier' - nur nicht ' da? Geld!- O nein wir pumpen!- - Schwerzumachen. Im provisator: Ich bin der Jmprovisa tor Freiberg; darf ich Ihnen eine Probe meiner Kunst geben?- Lieuteant: Na. dann imviovisiren Sie 'mal für uns 'n Austernfrllh stück mit l Sekt!-- 1

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