Indiana Tribüne, Volume 21, Number 197, Indianapolis, Marion County, 5 April 1898 — Page 1
o 1 )0 0s sO, Av fC W tt KV'fWS r 'II I I 1 I lAil I I I N lUVo y iy w v w O O V Office : No. 18 Süd Alabama Straße Telephon 1171. Indianapolis. Jndiana Dienstag, den 5. April (898 Jahrgang 1. NrUll7
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roiliers. Lditorielles. Die Entscheidung deS franzöftschen EassationöhofeS in dem ZolaProzeß ,st einfach eine politische Entscheidung A!S solche ist sie, wie jede polit:sche Entscheidung, speziell ln einer Republik, ein Zeichen richterlicher Korruption. DaS Urtheil ist kasfirt worden, aber der Fall wurde nicht zu nochmaliger Verhandlung zurückgeschickt. Logik liegt in dieser Entscheidung info fern, als der Grund für die Kassation darin liegt, daß nicht die richtige Person alS Kläger auftrat. Und in der That, wenn der in einem Falle vorhandene Kläger kern Recht zu? Klage hat, ist in dem Falle nichts weiter zu verhandeln. Indeß kommt unS die Sache doch sonderbar vor. Wir sind zwar mit dem französischen Kriminalrecht nicht bekannt, aber eS däucht unS doch, daß der Kläger in diesem Falle der Staat war. ES war kein Eiv l- sondern ein Eriminalprozeß. Deshalb wurde die klägerische Seite auch von dem Staats anwalt vertreten. Allein eS ist offenbar klar, daß eö darauf abgesehen war, den Fall auS dem Wege zu räumen. Man schämte sich Zola zu bestrafen und wollte auch keine nochmalige Berhandlung und so mußte daS Mittel gefunden werden. Beides zu vermeiden. Der KassationShof entschied räch dem Willen der Regierung auf Grund der StaatSraison und nicht nach dem Geiste deS GesktzeS. Daß er die Form des lthieren beobachtet hat, vermuthen wir. What next ? Eö würden wohl ve, schwindend wenig KriegSschwärmer gefunden werden, wenn eö hieße : Die Kosten deS Krieges werden nicht durch eine Anleihe gedeckt, für die daö Volk später schwitzen und frohnden muß, sondern durch eine Knegösteuer, die im Vor aus direkt von allen Bürgern deS LandeS nach Maßgabe ihreS Vermögen? erhoben wird. Schon der PatriotiSmuS, für den derKriegSschwärmer direkt zahlen müßte, würde eine heilsame Dämpfung und Abkühlung erfahren. Und wein dazu noch die weitere logische Forderung käme : Ein jeder wehrfähige Amerikaner im Alter von 20 biS 26 Jahren wird ohne Ausnahme zur Fahne eingezogen und soweit alS nöthig in'S Treffen gestellt sobald der Krieg erklärt ist, weder LoSkauf noch Stellvertretung ist erlaubt, so wurde daS Kriegösieber der KriegSspekulanten wir sagen : Spekulanten ganz sicher aus Null sinken. Denn die Kriegsspekulanten, wie sie gebacken find, huldigen alle ohne Ausnahme der bekannten Variation auf den patriotischen AuSspruch der Römer: Süß ist'S für das Vaterland zu sterben" aber süßer iK'S für daS Vaterland zu leben, und die. Andern sowohl dafür zahlen wie bluten zu lassen. (Elevel. W. und A.) , ES ist kein Patriotismus, sondern ein großes Unrecht, daß der Con greß den Präsidenten zum Kriege drängt. ES dürfte nicht schwer fallen, solche Konzessionen von Spanien zu erlangen, welche Euba praktisch, wenn auch nicht theoretisch unabhängig rnacken. Wir sind überzeugt, daß Svanien. wenn nöthig, alle seine Rechte aufgeben wird, ausgenommen die ab-
strakte Oberhoheit. Eö ist aber in
solchem Falle alö ziemlich sicher anzunehmen, daß die Abschüttelung der Souveränität nur eine Frage verhältnißmäßig kurzer Zeit wäre. Alleö aber kann die spanische Regierung nicht aufgeben, weil sie dann von einer Revolution bedroht wird und die Dynaftie aus dem Spiele steht. Die Revolution und die Vertreibung der Dynastie sind wohl auch im Falle eineö unglücklichen Krieges möglich, aber darauf muß eö eben die spanische Regierung ankommen lassen. Der Krieg ist unter allen Umständen ein grausames blutigeö Handwerk und man muß den Präsidenten dafür loben, wenn er kein Mittel unversucht läßt, ihn zu vermeiden. ,, DaS werklhätige Volk, daS vom Kriege etwas GuteS erwartet, ist gründlich auf dem Holzwege. ES kann ur bluten, solange der Krieg währt. Eö kann nur schwitzen, schuften und frohnden solange die Kriegsschuld nicht getilgt ist und die Zinsen darauf nicht gezahlt find. Die Prosite deS Krieges stocken jene sonderbaren Patrioten ein, für die der moderne VolkSwitz die BeZeichnung Prozentpatrioten" erdacht hat. Und wundern kann man sich nur darüber, daß unser Volk nach den Lehren, die der Bürgerkrieg in dieser Hinficht erlhei'.t hat. diese einfachen Thatfachen und Wahrheiten immer noch nicht so kapirt zu haben scheint, daß eS in der jetzigen Krisis die richtige Nutzanwendung daraus zieht. (Elevel W u. A.) 1)r(is)tnidjlcri. Inland. Wetterbericht. Kühleö. schönes WetteS heute Nacht und Mittwoch. Höchste Temperatur innerhalb der letzten 24 Stunden 48 Grad, niedrigöe 20 Grad. Also doch! Washington, D. C. 5. April. 12 Uhr Mittags. Die Regierung hat heute Mittag mehrere Schiffe nach Hadana geschickt, um Generalkonsul Lee und die in Havana ansässigen Amerikaner ach den Ver. Staaten zurückzubringen. DaS Unglück von Shawneet o w n. Mt. Vernon, Ind. 4. April. Der Dampfer Isabella", welcher gestern Nacht zur Hilfe der Nothleidenden von Shawneetown von hier abgesandt wurde, kam heute zurück um Lebenömittel für die Unglücklichen zu holen. Der Stadtmarschall 2. B. Holeman, welcher auf dem Schiffe zurückkehrte, erklärt, daß man sich keinen Begriff von der entsetzlichen Verwüstung, von den Leiden und der Noth, die dort herrscht, machen können. Er sagt: Im Riverside Hotel waren in doriger Nacht mindestens 600 Männer, Frauen und Kinder zusammengedrängt ; ihre Kinder waren naß und eö gab nichts, womit man ein Feuer hätte anmachen können. Weinende Frauen suchten nach ihren vermißten Angehöeigen und ist eö noch nicht möglich die Zahl der Todten abzuschätzen. Sheriff Galloway verlor seine ganze Familie ; er selbst rettete sich durch Srkletterung eineö Baumeö, von welchem er später gerettet wurde. Der Damm brach oberhalb der Stadt und daö Wasser drang mit furchtbarer Gewalt in daö Städtchen und riß alle einstöckigen Gebäude und diele andere Häuser fort. Eö bedeckte eine Fläche 'von einer Quadratmeile und war innerhalb einer Stunde von IS biö 20 Fuß tief. Die Leute die in den dritten Stockwerken der ftehengebliebenen Häuser eingeschlossen sind, brauchen Nahrungömittel und Heizmaterial. Die Todtenlifte wird furchtbar' anwachsen. weianähereJmformation auö dem Negerviertel, daö am meisten litt, eingetroffen sein wird. Die Fluth brach ohne ein Zeichen der Warnung herein und die hölzernen Häuöchen sielen in den brausenden Fluthen um, so daß denBevohnern kein Mittel zu ihrer Rettung blieb. Hunderte von Menschen, die weiter vom Flusse entfernt wohnten, suchten Sicherheit auf Dächern und in den oberen Stockwerken oder flüchteten auf die Hügel im Oepen. Cl ist och
kein ernsthafter Versuch gemacht wor
den, nach Leichen zu suchen; die Ausmerksamkeit der Rettungsmannschaften, welche von auSwärtS herbeigeeilt find, ist fast ausschließlich auf die Ve'rsorgung der Obdachlosen gerichtet. DaS HilfSwerk ist bereits gut organifirt. Gouverneur Tanner sandte heute Zelte, Decken und Nahrungsmittel, die prompt vertheilt werden. Diejenigen, die mit dem Leben davon kamen, verloren alleö waö sie besaßen und ihre Wohnungen liegen in Trümmern. In der Nähe deS Centrums der Stadt wurde der Andrang der WasserMassen durch Steinhäuser wenige Minuten aufgehalten, aber zwei Drittel der Häuser der ganzen Stadt wurden von ihren Grundmauern gerissen und sortgeschwemmt. Der Schrecken der Situation wurde dadurch vergrößert, daß ein großeö Hauö, welches mit anderen den Fluß hinabtrieb, in Brand gerieth. Durch. Zusammenstöße mit anderen schwimmenden Gebäuden geriethen auch diese in Brand und die Unglücklichen, die sich aus den Dächern befanden, waren gezwungen, sich -auf Holzstücken der Gnade der schäumenden Fluthen anzuvertrauen, um einem noch surch'bareren Tode zu entgehen. - . 3n der Loeust Straße wurden 200 Wohnhäuser fortgerissen. In einem Schulhause waren heute Morgen 76 Neger, die nicht genügend gekleidet waren. ES wurde sür dieselben gesvrgt. Die L. & N. Eisenbahn schenkte Z500. Im Riverside Hotel befinden sich j,tzt Ls'O hilflose zPersonen. Am Dienstag Morgen werden drei Boote von Shawneetown nach EvanSville abfahren und 400 der obdachlosen Mcnschen nach dort bringen. Mayor Garney von Shawneetown ersuchte den Gouvernör Tanner telegraphisch um 100 Zelte und 100 Särge. Die Zelte trafen heute Abend ein, konnten aber nicht über daö Stauwasser auö dem Wabash Flusse von Sypreß Iurction herübergebracht werden. Die Stimmung in Havana. Havana, 4. April. Unter den diesigen Spaniern herrscht großer Sntdusiaömuö und Tausende derselben lassen sich in die Bataillone der Freiwilligen einreihen. Die Spanier sagen, sie ziehen vor, anstatt mit einer kleinen, mit einer großen Nation zu kämpfen, weil sie lieber alö Helden sterben, denn alö Feiglinge leben möchten. Sie fügen hinzu, daß Spanien in groben Conflikten immer die besondere Gunst der Vorsehung sür sich hatte und sie haben Vertrauen, daß die Vorsehung Spanien bei der Gerechtigkeit seiner Sache nicht verlassen wird. Trotz dieseö scheinbaren tapsernAustretenö haben doch schon viele Depofitoren ihr Geld auö der Bank von Spanien zurück gezogen. Allem Anscheine nach walten in Havana normale Verhältnisse vor und in Geschäftskreisen bricht die Anficht immer mehr Bahn, daß der Frieden erhalten bleiben wird. Nachrichten, die heute von MatanzaS eintrafen, sagen, daß dort hundert Kanonen von Havana eingetroffen find, um in den Festungswerken aufgestellt zu werden. Gleich nach Tonnenuntergang wurde von der Gaffel deS Wracks deS Maine" die zerfetzte amerikanische Flagge heruntergezogen und an Bord deS Fern" gebracht. Die Schlepper Underwriter" und Merritt" und die Barken Chief" und Shark" segelten heute nach amerikanischen Gewässern ab, so daß daö Wrack deö einst so stolzen Panzerschiffs Maine" jetzt einsam und verlassen im Hasen von Havana zurückbleibt. - Ausland. EuropäischeVermittlungöversuche. Berlin. 6. April. Die Berlier Post" sagt : Die Versuche einer gemeinschastlichen europäischen Intervention zwischen Spanien und den Ver. Staaten schlugen fehl. Kaiser Wilhelm lehnte eö ab, sich in die Angelegenheit zn mischen. Eö ist zweifelhaft, ob die Ver. Staaten einwilligen werden sich einen .fetten Bissen auö den Händen reißen zu lassen. Paris, 6. Npril. Eö vird halboffiziell gemeldet, daß die Mächte ernsthafte Qnftrengnngen fortsetzen, um eien Lrund zu finden, ans welchen hin
sie ihre Vermittlung zwischen den Ver.
Staaten und Spanien offeriren können. P ari ö, 6. April. Eine halbosfizielle Mittheilung deöavouirt die Meldung, daß Iuleö Combon, der sranzösische Botschafter bei den Ver. Staaten. der amerikanischen Regierung angedeutet habe, Frankreich werde sich nicht einmischen, eö sei denn, eö werde von Amerika darum gebeten. Diese Deöavouirnng ist wichtig in Anbetracht deö Gerüchtes, daß die europäischen Regierungen Notenaustauschen. R o m, 6. April. In vatikanischen Kreisen wird heute erklärt, daß der Papst sich nicht formell erbot, zwischen Spanien und den Ver. Staaten zu verMitteln, weil er von den beiden Regierungen nicht dazu aufgefordert wurde . ES ist aber wahr, daß der Papst in Madrid seinen ernsthaften Wunsch, einen Conflict zu vermeiden, auSsprechen ließ. Rom, 6. April. Der Vatikan weigert sich, den Te;t der Mittheilungen, die zwischen dem Papste und Madrid ausgetauscht wurden, zu veröffentlichen ; die Behauptung aber, daß Sr. Heiligkeit Spanien aufgefordert habe, eine Einstellung der Feindseligkeiten auf Cuba zu arranginn, wird bestätigt. Zur Situation. Madrid, 6. April. Daö spanische Cabinet hat beschlossen, daß die Torpedoflotte, bis weiterer. Befehl erfolgt, bei den Cop Verdilchen Inseln bleiben soll. Derselben wird sich ein Geschwader anschließen, daS auS dem Panzerkreuzer Kaiser Karl der Fünfte" (9236 Tonnen), dem Kreuzer Alfonso der Dreizehnte" (5000 Tonnen) und dem Kreuzer Christobal Colon" (6840 Tonnen) bestehen wird Die Regierung hat ferner beschlossen. daß die Panzerkreuzer ViScaya" und AlmiranteOqendo" (je 7000 Tonnen) nach Havana zurückkehren sollen. Sie werden diese Ordre erhalten, sobald sie in Porto Rico in Sicht kommen. Eine National-Subskription, deren Ergebniß zur Verstärkung der spanischen Flotte verwandt werden soll, wird durch ein königliche? Dekret organifirt werden ; das Dekret wird aber nicht vor der Kriegserklärung erlassen werden. DaS Kabinet, daö gestern Abend um 9 Uhr zur Berathung zusammentrat, war biö Mitternacht in Sitzung. Nach Schluß derselben wurde bekannt gegeben, daß keine Nachrichten ossiziellen Charakters aus Washington eingetroffen wären, eS wurde aber nicht verhehlt, daß die Minister die Lage für sehr bedenklich hielten. Der Kriegsminister General-Lieute-nant Corvea hat dem Cabinet einen Plan für die Organisation der militarischen Streitkräfte deS Königreichs vorgelegt und der Minister deS Innern Ruiz Capdebon hat in einem Interview erklärt, daß alle Anzeichen auf Krieg deuteten. DaS Kabinet hat die Vorschläge sür Bewaffnung von Kauffahrteischiffen alö Kreuzer geprüft, aber beschlossen, erst weitere Entwickelangen abzuwarten, ehe eö über diese!ben schlüssig wird. In der KabinetSsitzung wurde zum Schluß ein Telegramm deö spanischen Gesandten in Washington, Polo Y Barnabe, verlesen, in welchem dieser die Ansicht auöspricht, daß der Congreß über deö Präsidenten McKinley Empfehlungen hinauögehen wird. Er vi ll seinen Kopf daran setzen. S hang Hai, 6. April. Eöistbesannt gegeben, daß eine Person von allerhöchstem Rang eine Denkschrift von außerordentlich heftigem Wortlaut an den Kaiser eingereicht hat, in velcher daö ganze Tsung-Li-öamen (chinefischeö Departement sör auswärtige Angelegenheiten) der Bestechung durch Rußland beschuldigt wird. In derselben wird behauptet, daß Rußland die Summe von 10,000,000 Taelö an Beftechungögeldern während seiner jüngsten Unterhandlungen betreffs der Oceupation von PortArthur, Ta-Lien-Wan etc. ausgegeben habe; Li Hung Tschang soll hiervon allein 1,600.000 Taelö bekommen haben. Der genannte Würdenträger verlangt eine eingehende Untersuchung und fordert, daß Li Hung Tschang enthauptet werden soll, falls die Beschuldigungen sich beWahrheiten, andernfalls will er selbst seinen Kvps daran geben.
Die Chinesen beklagen sich bitter,
daß sie keinen einzigen Kriegshafen für die fünf Kriegsschiffe besitzen, welche jetzt sür sie gebaut werden und welche diesen Sommer in den chinesischen Gewässern erwartet werden. ES sei denn, daß Wei-Hai-Wei, welche von den Japanesen besetzt gehalten wird, frei gegeben wird waS ziemlich unwahr scheinlich ist so haben die Chinesen absolut keinen Hafen, in welchem die neuen Schiffe untergebracht werden könnten. Allerlei. Der auf einer Spritztour durch die Vereinigten Staaten befindliche Prinz Albert von Flandern hat in New Fork ein Pröbchen amerikanischer Freiheit zu kosten bekommen. Als er mit seinem Gefolge im CentralBahnhof ankam, um nach Hartford, Conn., zu reisen, hatte er noch zehn Minuten lang zu warten, ehe der Zug abging. Diese Zeit benutzte der Prinz, um sich im Bahnhof umzuschauen, und dabei kam er auch, behaglich eine Cigarre rauchend, in das Wartezimmer für Damen. Hier darf nicht geraucht werden," sagte ein hinzu tretender Bediente?, den Prinzen leicht beim Aermel fassend. All right." meinte der Prinz gelassen und warf seinen Glimmstengel fort. Mit ungewöhnlicher Eile wird zur Zeit der Getreide-Ezport betrieben, und man ist geneigt, dieses den drohenden Kriegswolken, die überAmerika hängen, zuzuschreiben. Der größte Theil des Getreides geht nach Deutschland. In der letzten Wocke wurden in Baltimore ca. 3.000.000 Bushel Mais allein für den Export verkauft, und ebenfalls eine nicht geringe Quantität Weizen und andere Getreidefruchte. .Außer den Dampfern der regelmäßigen Baltimorer Linien wie der Norddeutsche Lloyd", die HamburgAmerika - Linie", die Johnson-Linie" u. s. w., sind in den letzten Tagen 19 Tramp" - Dampfer für die GetreideAusfuhr von. Baltimore gechartert worden, so daß d!e Zahl der Charters fetzt 25 beträgt. Die Eigenthümer dieser Dampfer sind aufgefordert worden, ihre Fahrzeuge so schnell, wie möglich, nach Baltimore zu bringen. In San Francisco waren kürzlich 250,000 Gallonen Wein zu 8 Cents per Gallone verkauft worden. Es wurde dies als ein Symptom hoffnungsloser Uebcrproduction bezeichnet. Dies stellt jedoch Herr Wetmore, der Vorsitzende des calisornischenWeinverbandes. entschieden in. Abrede. In jenem Falle, sagt er, habe es sich nur um eine gerichtliche Zwangsversteigerung gehandelt. Der Jahres - Confum von Californier - Wein beziffere sich auf 22.000.000Gallonen, während von der 1896er Lese nur noch 9.000. 000 Gallonen vorräthig seien. Ein Preissturz für die 1897'er Lese sei nicht zu erwarten. Zum Beweise für seine Behauptungen, daß jener Verkauf zu acht Cents die Gallone eine Ausnahme war, führt Wetmore noch an. daß der Agent eines jetzt im Hafen liegenden Hamburger Schiffes für eine Ladung Wein 11 bis 12z Cents die Gallone zahle, nicht eingerechnet die Faßkosten. Schließlich klagt der californische Winzer über den wenig veredelten Geschmack der amerikanischen Bacchusverehrer, die durch ihre Nachfrage nach recht billigen Weinen der Panscherei Vorschub leisten. Eine Gesellschaft von japanischen Ingenieuren besuchte kürzlich die Bonininseln, die in der Nähe von F'ormosa liegen. Zu ihrem Erstaunen fanden sie auf diesen kleinen Eilanden eine Colonie ' von Fremden oor. Franzosen. Engländer, Spanier, Italiener, Skandinavier und Amerikaner. die dort auf fruchtbarem Boden unter einem schönen Himmer frei von Steuern gewissermaßen in friedlicher Anarchie 'lebten. Nur einzelne, deren Hlturg eme bessere Erziehung . verrie!h. genossen ein höheres Ansehen unter ihnen, sonst qab es keine Obrigkeit. So stellten die Inseln ein Paradies dar für Jeden, der der überfeinerten Kultur entrinnen wollte. Gewiß befanden sich dort -Leute, die den Fernsprecher hassen, denen Depeschen ein Greuel sind, besonders Glückwünsche und Beileids - Bezeugungen, die keinen Radler sehen können, ohne den Wunsch.ihn zuohrfeigen.der.en daö elckirische LichtAuaenschmerzen verursacht, die am liebsten nur mit Fellen belletdet spazieren gehen möchten. Aber leider ist dies Paradies schon jetzt verloren. denn die japanischen Ingenieure haben "beschlossen, die Inseln monatlich einmal von einer Dampfschifffahrts - Gesellschaft anlaufen zu lassen und so werden die armen Flüchtlinge doch wider ihren Willen mit der .Civilisation" beglückt werden. Wenn ihr ein guteö Mittel haben wollt Euer Blut zu reinigen, die Nerven zu stärken und die Conftitutton zu kräftigen, gebraucht Hood'ö Sarsaparilla. Gebraucht nun Hood'ö. Hood'öPillen heilen Brechreiz, Kopfschmerzen auö den Nagen und UnVerdaulichkeit.
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