Indiana Tribüne, Volume 21, Number 195, Indianapolis, Marion County, 3 April 1898 — Page 9

Zttdwna Tribüne.

ezia yuin. Con P Fleischmann, Männchen", sagte meine Zunge Frau, meinen Hals umschlingend, .wir sind heute gerade drei Wochen verheirathet möchtest Du mir denn nicht den großen Gefallen thun würdest Du mir nicht das Opfer bringen r Mir kam dies Einleitung twas bedenklich vor. Bildeten die weichen melodischen Töne, in denen sie erklang, das Präludium einer ungeahnten Geldausgabe?" Männchen", fuhr sie fort, thu' mirs zu Liebe wenn's Dir auch schwer wird " Aker Kind", wandte ich nunmehr in b:ller Vesorgniß ein, wenn ich's nun vielleicht garnicht erschwingen kann wie dann?Jetzt lachte sie. Aber so geh doch! Wer spricht denn von so was? Ich will ja doch nur, daß Du den Hund abschaffen sollst. Deinen garstigen Hund! Ach bitte, bitte! Und so bald als möglich ich kann ihn garnicht mehr sehen! - Also das war's! Nun freilich,' das hätte ich bereits ahnen können. . . Aber wie sollte ich das übers Herz bringen? Mein armes gutes Hündchen! . . . Auf der Straße habe ich ihn einst gefunden, diesen Gegenstand meiner Junggesellenzärtlichkeit ; . spät Abends lag er dort im Dunkeln frierend in einer Ecke, mit leisem Heulen um Hilfe und Freundschaft werbend. Komm mit", sagte ich .und nahm ihn zu mir, wo er, nochbevor ich Licht gemacht, merkwürdig schnell unterm Bett verschwand, um sich früh erst nach dringender Aufforderung zogernd zur genauen Besichtigung vorzustellen. Und. es ist ja richtig, für diese Zu rückhaltung schien er seine Gründe zu haben. Der Kopf war der eines Mopses, aber mit langen Lappohren geziert, und unter der gespaltenen, Nase ragten zwei Zähne vor. Auch' der dicke Rumpf war mopsartig, wasa ihn aber nicht verhinderte, auf dachsartigen Beinen zu wackeln und in einen großen buschigen Schweif zu endigen. Aber gerade weil diesesRassenpotpourri den armen Kerl augenschemlich Herrenlos gemacht, bewog es mich, ihn zu behalten, ihn, mir das durch heiße Liebe zu danken! Und wegen seiner unermüdlichen drolligen Bemühungen in dieser Hinsicht gab ich ihm den zartlichen Namen Puss'l-. Natürlich meldete ich ihn bei der Polizei als Fundsache; gerichtliches Aufgebot war nicht nöthig; denn, so hieß es lachend, dem sieht man wohl hinreichend an, daß ihn sein Herr zum Teufel gejagt hat! Ein Jahr später war ich verlobt. O, welch köstliche Zeit, als ich so immer zum Besuch meiner Braut von Berlin nach Hannover hinüberfuhr!. . . Puss'l durfte selbstredend niemals mit sein Anblick hätte abschreckend wirken' können ich verschwieg sein Dasein liebei bis zur Hochzeit ganz. . . Ja, es waren schon damals schöne glückliche Tage! An der Seite der Geliebten versank mir jedesmal das ganze bishcrige Junggesellcnlebek mit allem, was drum und dran hing, in graue nebelhafte Vergangenheit; nur unbe wußte Eindrücke daraus mochten dann in meiner Seele noch schlummern; und so konnte mirs passiren, daß ich einmal meine Braut Puss'l nannte. O-, frohlockte sie, wie nennst Du mich? Pussl? Ach, das Wort hab' ich noch nicht gehört, aber es ist so lieb, so drollig , von jetzt ab mußt Du immer, immer, Puff'l zu mir sagen, hörst Du?Und so geschah es. Aber mir 'fiel'S schwer aufs Herz ; ich ahnte Schlimrnes. Und leider, leider, als ich nach Hause kam, scheiterten alle. Versuche, den Hund umzunamsen, an dessen Eigensinn. Am Hochzeitstage zum .'Glück waren wir bereits zehn Stunden verheirathet erfolgte die Katastrophe. Zum ersten Male betrat mein herziges Frauchen unsere Wohnung, ich' dachte wieder an Alles, nur nicht an den Hund sie wollte schnell in einem der Hinterzimmer Hut und Schleier ablegen, als plötzlich ihr Hilferufen ' und zugleich ein wüthendes Bellen Puff'ls ertönte; der lag nämlich dort und schien über meine Verheiratung zu grollen. Offenbar vertrat er die .Ansicht, daß man zum Heirathen auch der Genehmigung seines Hundesbe? darf. ' Puss'l! Puss'l!- rief ich , ihm laut zu und eilte meiner Frau zu Hilfe. ' Ach Gott,- schrie diese, ruf' doch nicht mich! Ruf' doch den Hund!" Aber, Schatz, ich rufe ihn ja fortwährend!" .- Ach so o o o!- Sie sank auf einen Stuhl, nachdem ich sie voniPuss'l befreit, und sah mich wie entgeistert an dann ein herzbrechendes Schluchzen. Also den Namen Deines Hundes haft Du mir gegeben ? Mit diefern häßlichen Geschöpf vergleichst Du mich? O, Du Abscheulicher! . . . Also nur meines bischen . Geldes wegen ach, ich arme, arme unglückliche Frau!" Nicht ohne heiße Mühe machte ich sie durch eine umfassende Aufklärung wieder gut. Aber eine unheimliche heimliche Geg. nerschaft zwischen ihr und dem'Hunde blieb bestehen und heute war sie zum AuZbruch gelangt.

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Ich bitte Dich, Manne-, wiederholte meine Frau unermüdlich, schaff den Hund ab, ach schaff ihn ab, den aräß lich en Hund!- Und dabei wußte sie auf das Wort gräßlicheinen so gräßlichen Nachdruck zu legen, sie hauchte so sehr all ihre Gefühle, ja, ihre ganze Seele in dieses Wort, daß es mir ordentlich eiskalt am Rücken herunterlief und ich plötzlich meine Pflicht als guter Gatte begriff. . . Ja, aber wie sollte ich ihn nun eigentlich abschaffen-? Verkaufen? Wir mußten lachen den nahm niemand geschenkt! Oder . das arme Vieh jetzt wieder auf die Straße 'jagen oder es dem Abdecker übergeben? Nein, das wollte sie selber nicht. Vielleicht nimmt ihn ein Schaubudenbesitzer", sagte ich und annoncirte. Aber die paar Leute, die sich meldeten, zogen entweder unwillig wieder ab oder verlangten noch ihre Versäum-niß!-Jch war rathlos, und mein armeö Frauchen wurde mir über der Sache schon fast nervös. In diesenTagen sagte uns Dr. juris Groß, ein alter Freund von mir, nackdem er lange im Ausland gewesen, seinen Besuch an. DaS war mir recht lieb. Herzchen-, erklärte ich meiner Frau, das wird vielleicht unser Retter in der Noth! Der muß Auskunst wissen, denn er ist großer Hundekenner und Hundefreund. Ihn werden wir um Rath fragen das heißt, wenn er uns zu Worte kommen läßt; sein Hauptsport ist nämlich der, unsäglich viel zu reden und Rechtsfälle zu erzäh-len!-Aber, wie geahnt, wir kamen nicht zu Worte, als mein Freund Tags darauf erschien. Denn ein Umstand entfesselte im Nu, als er eintrat und den Hund bemerkte, die Ströme seiner Beredtsamkeit: er und Puss'l waren Bekannte wenn auch leider nicht gute! Auf ein Loos zu einer Hundeauöstellung vor iz Jahren, um die Zeit, wo Puss'l mein wurde, hatte er ihn, wie er spöttelnd betonte, gewonnen-. Aber weil er ihn geprügelt, war er ihm zu seiner Freude schon nach acht Tagen wieder fortgelaufen. Ich hatte knapp so viel Zeit ihm jetzt zu erzählen, wie ich zu Puss'l gekommen alles weitere ertrank wieder im Strudel seines Redeslusses. Ha ha ha, wirklich einzig! Köst-lichl-lachte er mit einem kleinen' Anflug von Bosheit. Ja, ich muß Dir gestehen, ich war froh, als ich ihn! wieder los war! Ich wundere mich! nur, daß Du na, die Geschmäckef sind eben zum Glück verschieden; ha, ha, ich gratulire Dir zu dem Kerl! Und soviel sage .ich Dir: Du kannst zufrieden sem, daß Deine Frau Gemahlin nichts gegen ihn einzuwenden hat: daS' thut sie sicherlich nur Dir zu Liebe, denn in solchen Dingen der Aesthetik sind die Damen sonst UebrigenS, . weißt Du fuhr er unermüdlich , fortt ohne uns eine Entgegnung zu. ermöglichen, das ist ein ganz interessanter Rechtsfall jawohl na, und iäVrairn ihn Dir ja auch ruhig erklären, denn zum Glück bist Du ja auf den Hund versessen: nach dem Gesetz ist er nämlich eigentlich auch jetzt noch mein Eizenthum ja, gewiß indessen, ha ha ha.sei ganz unbesorgt,- ich mache ihn Dir nicht streitig - Meine Frau und ich wechselten eilen überraschten Blick.' O. :Herr Doctor-, fiel sie rasch ein unddabei blitzten ihre braunen Augen nur so, ,ch ja, bitte bitte, erklären. Sie uns den Rechtsfall o. ick interessire mich nämlich so unbändig für Rechts-fälle!-Mit größtem Vergnügen, gnädige ftniu!- erwiderte der Doctor geschmeichelt und verbeugte sich. Sehe Sie, '.ch habe ja den Hund . nicht fortgejagt, sondern er ist mir davongelaufen, und wenn mir das auch ganz lieb wär, so hob doch die bloße Handlung des Hundes mein Eigenthumsrecht ' noch nicht auf, und ein Fundaufgebot hat Ihr lieber Gatte nicht veranlaßt. Er ist 'also nach Civilrecht nur sogenannter redlicher Besitzer",, ich aber, als der. wahre. Eigenthümer, .könnte ihm den Hund wieder abfordern, aber das soll mir im Träum nicht einfallen!Ich hatte währenddem Puss'l still nach dem Nebenzimmer .abgewinkt. Dort legte ich ihm den Maulkorb an und wickelte ihn in ein großes PackpaPier. Dann trat ich wieder ein - der Doctor wollte eben 'ausbrechen '-' und legte ihm das Packet in die flrme: Dein Eigenthum, lieber. Doctot!!- ' 'Der prallte zurück. "Teufel noch mal. Junge waö machst Du denn da ich sagte Dir doch - i Er ist Dein Eigenthum.! lieber Freund-, beharrte ich, und da ich Dein Eigenthum sebstredend nicht besitzen will ich muß daS entschieden ablehnen -7-, so wirst Du, woht,icht umhin können,. den. Hund - - 1 " ' Ja, nun - dann schenke fch ihr. Dir hiermit!" . ; " , Und ich nehme daS Geschenk nicht an-,. erklärte., ich ..unter der stürmischen Heiterkeit meiner Frau, denn wisse, , lieber Doctor!, wir siny. recht, recht froh, 'ihn wieder . loS zy wer den!-. . . WaS blieb ihm übrig? Erst versuchte er, noch in. paar Einwände, dann stimmte er, so gut's ihm aelang, in unser Lächert ein und empfahl sich mit seinem zappelnden,' knurrenden Packet. . . :" - Dieser Tage aber schrieb er unL Hon Hamburg auS, " daß Istuss'l an eine alte reiche Miß glänzend verkauft habe. ' -v". Ein ' unbekanntes Jaifergreb. Historische Skizze. - , Während die Grabstätten alln.andsxen Kaiser und Köniae des tärnitä

deutschen Reiches bekannt und zum weitaus größten Theile auch erhalten sind, ist die Frage : wo ruht Friedrich I. Barbarossa, bis auf den heutigen Tag eine offene geblieben; Alles, was die sorgfältigste Geschichtsforschung da rüber feststellen konnte, ist Folgendes : Friedrich I fand wie bekannt seinen Tod während des dritten KreuzzugeS int Flusse Saleph, am 10. Juni 1190, Die Einen erzählen, er sei beim Baden ertrunken, die Andern, daß er den Tod gefunden, während er auf dem Pferde durch den Fluß sprengte, da ihm der Uebergang über die Brücke zu lange dauerte, doch scheint die erste Nachricht die richtige zu sein, denn die Chronik des Otto von Freising theilt den Wortlaut eines Briefes mit, den ein Augenzeuge des Unglücks an einen hohen Kirchenfürsten damals schrieb, in diesem Briefe heißt eS wörtlich: An "einem Sonntage tags vor dem Feste des heilte gen Barnabas durchschritt der Herr Kaiser zur Abkürzung deS Weges ein reißendes Wasser in den Thälern dcs Gebirges und erreichte wohlbehalten das andere Ufer. Als er hier gespeist hatte, gedachte er nach den unzähligen Mühen, welche er schon einen Monat lang erduldet hatte, in demselben Flusse zu badm und durch schwimmen sich zu er frischen. Hierbei erkrank er nach Gottes Rathschluß. Ein deweinenswertheS unerwartetes Unglück. Wir trugen seine irdischen Ueberreste mit unS hinweg nach der weitberühmten Stadt Tursoth, von da zogen wir 'weiter gen Antiochia". Unter unsäglichen Mühsalen war daZ Kreuzheer Ende Juni in Antiochia mit der Leiche Friedrichs angelangt und hier wurde das von den Gebeinen gelöste Fleisch, ebenso Herz und Gehirn, unter großer Feierlichkeit in einem Marmorsarkophage in der Kirche St. Petri, vor dem Altare deS Heiligen beigesetzt. Die Gebeine wurden weiter mitgeführt, um später in Jerusalem bestattet zu werden ; da dies jedoch nicht ausführbar erschien, wurden dieselben in einer kostbaren Lade in der Kathedrale von TyruZ beigesetzt. Nach Wiederaufrichtung deS Deut schen Reiches, im Jahre 1674, wurde Professor Dr. Sepp mit einigen ande ren Gelehrten von der Reichsregierung nach Tyrus gesandt, um die Gebeine Barbarossas aufzusuchen und nach Deutschland zu überführen. Trotz eifrigster Nachgrabungen und For schungen blieb der Ersolg aus, man hat nur im linken Seitenschiff der Käthe drale einen Mauerkasten gefunden, der für einen Sarkophag zu klein, aber groß genug war, das zusammengelegte Gebein einzuschließen und der mit Eingang und Schlußdeckel auch ganz als Grab behandelt war. Wohl nicht von Alter sind Kopf und Gebein in Staub zerfallen, wahrscheinlich aber bei der Stadtzerftörung durch Sultan Melek el Aschraff 1291 mit zu Grunde gegangen. Oder aber, sollten die Gebein: schon früher nach Deutschlandüberführt sein? Eine einzige Nachricht spricht für diese Annahme, die Sepp in seinem Werke Meerfahrt nach Tyrus mittheilt ; er sagt : .Die Chronik des Klosters Lautenberg bei Halle, als deren Verfasser ein Mönch Konrad angenommen wird, bietet die merkwürdige Notiz, Barbarossas Gebeine seien nach Speyer zurück gebracht und dort in's Grab gelegt worden. (.... ossa vero Spiram reportata et tumulata sunt.) Nun befinden sich genug-Kaisergräber im Dome der Salier, ob aber daS deS großen Hohenstaufen darunter sei, ist neu, .und doch ist der Chronist sonst überall gut unterrichtet. Er allein bietet z. B. die Nachricht, daß Friedrich I. mit Heinrich dem Löwen zu Partenkirchen die verhängnißvolle Zusammenkunft gehabt, die dem trotz! gen Welsen den Verlust der bayerischen Lande eintrug. Ter Chronist ist selbst, ständig genug und reportata scheint nicht zur vorläufigen Beisetzung zu Pas sen, sondern euthält eine ganz neue Nachricht über die Rückbringung der Gedeine nach dem Kaiserdome am Rheine." Der Dom zu Speyer, eine der Herrllchsten romanischen Kirchen DeutschlandS, wurde von Konrad II. 1630 begönnen und unter Heinrich IV., der noch die St. Afrakapelle hinzufügte, vollendet. In dem neubegründeten Dom wollte sich Konrad die Grablirche seines HauseS errichten, würdig dem Glanz seines KaiserthumS, und so wurde Alles aufgeboten, waS die Kunst jener Zeit vermochte, um ein Werk zu schaffen, welches die Zeitgenossen als ein Wunder an Größe und Schönheit preisen. Wenn auch öftere FeuerSbrünste den Dom im Lauf der Jahrhunderte' heim suchten, am bedeutendsten, scheint der Brand von 1540 gewesen zu sein, so waren diese Schäden doch von : keiner eingreifenden Bedeutung, die . ärgste Zerstörung geschah durch die Franzosen, durch die Mordbrenner des allerchristlich sten Königs, am 31. Mai 1689; die Feuersbrunft zerstörte die drei westlichen Thürme und den Bau selbst bis auf die Umfassungsmauern. Selbst die Kai sergräber blieben nicht verschont, die Grüfte Albrechts I. und der Beatrix, der zweiten Gemahlin Friedrichs I., wurden erbrochen und . beraubt. : Doch scheint die gefundene Beute den Erwar tungen nicht entsprochen zu haben, die Ausdeckung der sehr tiefen Grüber zu mühsam gewesen zu sein, denn die Plünderer standen von weiteren Auf grabungen ab und die anderen Gräber sind ' bis heute unberührt geblieben. Leider wurden aber jene Marmorsarko phage,'die damals die Ruhestätte der Kaiser deckten, auf denen sie mit Krone und Schwert abgebildet lasten, zertrümmert, bi3 aus ben Rudolfs vonHabSbürg, der. sich später im Schütte deS JohanniterhofeS wiederfand und jetzt in der Krypta des DomeS aufgestellt ist. örst in den Jahren 177282 war der Dom wieder aufgebaut, aber schon 1794 abermals vonlien Franzosen verwüstet und, in '. ein .Heumagazin, verwandelt. Nach seiner abermaligen Herstellung durch König Marimilia'n I. von Ban-

ern, konnte er am 19. Mai' 1822 wieder geweiht und dem Gottesdienst übergeben werden. Im Jahr 1858 wurden' auch die westlichen Thürme und die Vorhalle unter dem kunstsinnigen König Ludwig I. wieder hergestellt und das Jnneie durch Schraudolph mit großartigen Fresken aus der Kaiscrgeschichte ce schmückt. Acht Kaiser haben in dem hohen Tom von Speyer ihre Ruhestätte gefunden, Konrad II. Heinrich III., IV., und V.. Philipp von Schwaben. Rudolf von Habsburg, Adolf von Nassau und Albrecht I., ebenso die Kaiserin Beatrix und dcrcn Tochter Agnes. Die Kaisergräber liegen auf dem sogenannten .Königschor", der. zwölf Fuß über das Schiff der Kirche erhaden, sich hart vor der Vierung qucr durch das Langhaus zieht. Es sind zwei Reihen senkrechter Gräber von großer Tiefe, mit schweren Steinen gefüttert, ohne Gewölbe, von einer einzigen Deckplatte geschlossen. Im Jahre 1739 ließ Kaiser Karl VI. nachforschen, welchen Umfang die Zerstörumg der Gräder durch die Franzosen genommen habe. Durch Zufall trafen die Arbeiter gleich zuerst auf das Grab (No. 11), welches in wüstem Durcheinander die Gebeine Albrechts I. enthielt, die an dem gespaltenen Schädel leicht erkannt wurden, und deutliche Spuren der Zer störung und Beraubung erkennen ließ, ebenso daS der Beatrix. Nebenan zur Rechten traf man auf einen nur gering beschädigten Sarg, in diesem lag Adolf zu Nassau, dessen Grab von den Fran zosen nicht erbrochen worden war. ' Nun wurde noch auf der rechten Seite des Königchors nachgegraben und auch dort stieß man wieder auf ein ganz unbeschädigtes Grab, welches einen wohl erhaltenen bleiernen Sarg umschloß; in ihm ruht Philipp von Schwaben. Aus Befehl des Kardinals Schönborn mußte das Weitergraben unterbleiben. Die gefundenen Gebeine Albrechts wurden in eine Kiste gethan und an ihrer Stelle wieder bestattet. König Ludwig I. nahm den Gedanken einer gründli chen Eröffnung der Kaisergräber wieder auf, mußte jedoch davon abstehen, da die Kirche ihre Erlaubniß dazu ver sagte. WaS damals unterbrochen wurde, ließe sich aber heute wohl ohne große Schwierigkeit wieder aufnehmen, sobald Kaiser und Reich im Einverständniß mit der bayerischen Regierung dafür eintreten, denn nur eine genaue Durch suchung der Gräber könnte die Gewiß heit geben, ob Barbarossas Gebeine hier ruhen oder nicht. Jedenfalls aber würde die Oeffnung und wissenschaftliche Durchforschung der Gräber unschätzba ren kulturgeschichtlichen Gewinn brin gen. ' Seine Wutter. , Bon H. Trotha. Doctor Walther Claußen bewohnte ein elegantes, gemüthliches Junggesellenheim in der Thiergartenstraße. Vor wenigen Jahren noch hatte er seine Tage in einem Mansardenstübchen verpacht und sich sein täglich Brot mühsam genug mit Stundengeben der dienen müssen. Das war mit einem Schlage anders geworden. Er hatte geschriftstellert. . Erst . schüchtern und zaghaft, dann mit mehr Muth. Mit dem Schwinden der materiellen Sorgen wuchs seine Schopfungskraft. Nun konnte sein Geist sich frei und leicht entfalten und sich emporschwingen zu den höchsten Gipfeln des Könnens. Und nicht lange, da war aus dem unkannten Dr. Phil, ein berühmter und beliebter Schriftsteller geworden, dessen Werke zum Tagesgespräch gehörten. Sein. Erfolg qls Bühnendichter brachte ihm goldene Schätze und Ehren und Anerkennung von allen Seiten. Die Pforten der reichen und vornehmen Welt öffneten sich gastlich vor dem Manne mit dem berühmten Namen; wohin er kam. wurde er gefeiert und verwöhnt, die Tage seiner früheren kümmerlichen Existenz lagen bald hinter ihm wie in endlosen, nebelhaften Fernen. Er saß recht müde und abgespannt am Schreibtisch, es war auch wieder einmal ein anstrengender' Tag heute gewesm. Vormittags Probe seines neusten Dramas, dann Besuche über Besuche, darauf eine angreifende Besprechung mit dem, Regisseur, ein anregendes kleines Diner im Kreise befreundete? Journalisten, und so war der Abend herangekommen, er wußte kaum wie. Noch eine halbe Stunde, dann kam der Wagen, der ihn in eine glänzende Abendgesellschaft bringen sollte, deren vielumworbener Mittelpunkt er wieder sein würde. Auch sie würde er treffen, seine Mieze, die schöne einzige Tochter eineshochangesehenenGroßindustriellen. Sie hatte ihm ihr Jawort gegeben, a stern Abend auf dem Hausball bei th ren Verwandten. Sonntag wollte er um ihre Hand anhalten. Heute früh hatte sie ihm geschrieben; zog das duftende Briefchen noch einmal bervor Cto Unfehlbares Mittel. DaS Feld der Wirksamkeit deS berühmten Dr. Bull'S Husten Syrup wird immer fortbestehen, denn wenn eine Mutter einmal dieses unfehlbare Mittel gegen Husten,Erkältung,Brüune oder Keuchhusten gebraucht hat, so wird sie nie eine andere Medizin versuchen. "Ich gebrauchte Dr. Bull'S Husten Syrup seit 15 Jahren in der Familie gegen 5)usten, Erkältung und HalS-Leiden und fand ihn ein ausgezeichnetes Mittel." Frau D.T.Clarke, 163CongreßEtr.,Clevcland,O. 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und überflog lächelnd den 'kurzen Inhalt: Mehr geliebter Walther! Nur ein paar kurze Zeilen zum Gruß, die Dir sagen sollen, daß ich den Abend kaum erwarten kann. Ich bin so namenlos glücklich, mir ist, als sei alles nur ein Traum, viel zu schön für diese Welt! Wie freue ich mich auf die Stunde, da ich Dir wieder in die Augen schauen kann, mein heimliche! Schatz! Deine glückselige Mieze." Seine Lipren berührten zärtlich die feinen Schriftzüge, dann steckte er das Vriefchen wieder zu sich. Der Diener kam mit der Abendpost; nur ein Privatbrief war darunter, ein billiges, dünnes Couvert, dem ein aufdringlicher Veilchengeruch entströmte. Zwanzig Pfennige Zuschlagporto hatte Friedrich bezahlt. Also wieder einmal! Der Doctor öffnete den Brief. Eine Photographie fiel ihm entgegen, das Bild seiner alten Mutter. Die vergrämten Züge, die sehnsücht:g bittenden Augen redeten eine stumme Sprache. Aber der Sohn verstand sie nicht, oder er wollte sie nicht verstehen. Es wgren wieder einmal mehrere dünne Bogen, an den Rändern paßgerecht beschnitten, eng mit verblaßter Tinte beschrieben; in den Kniffen haftete ein feiner gelber Staub von Beilchenpulver. Daß sie solche Albernheiten nicht lassen konnte! Die ungelenke Schrift war nicht so ganz leicht zu entziffern und häufig verwischt. Natürlich hatte sie wieder geweint in ihrer kleinbürgerlichen Rührseligkeit! Lieber Einziger! Heute schicke ich Dir mein Bild, mein alter Jung. Die Veilchen, die ich in der Hand hab, sind von dem Veilchen topf an meinem Fensterplatz. Und für zehn Pfennig von dem feinen . Pulver hab ich auch gekauft. Es ist ja auch für meinenWalther. Ich hab den Brief zweiTage darin liegen lassen, und noch ein bischen hineingeschüttet, das kannst Du zwischen . Deine Taschentücher thun. Veilchen sind doch noch immer Deine Lieblingsblumen, mein alter Jung? Bist Du schon in der neuen Woh nung in der Thiergartenstraße? Ist das eigentlich keine nette Gegend? Un ser Pastor Paulsen wunderte sich so, als ich ihm sagte. Du zögtest dahin. Du wirst ja wohl ganz berühmt, mein Jung? Sieh, Dein alt Mutting hat doch recht gehabt! Schick mir doch auch mal ein Buch von Dir. Oder versteh ich's nicht? Ich dank Dir auch noch vielmals

für all das schöne Geld, daö Du mir neulich geschickt hast, mein guter Sohn. Ich hab es gut brauchen können, denn ich bin viel krank gewesen in letzterZeit. Pastor Paulsen wollte durchaus, daß ich einen Doctor nehmen sollte, der hat für Apothekerrechnungen gesorgt. Nun geht es mlr wieder besser, es war w:e ver der alte Husten und die Stiche in der Brust. - Wann kann Deine alte Mutter nun mal zu Dir kommen, mein lieber Sohn? Zwei Jahr hab ich Dich nun nicht mehr gesehen, und meine Sehn sucht ist so groß. Du hast wohl keine Zeit, mich ein bischen zu besuchen. Du mußt wohl immer in Berlin bleiben ? Aber wenn es mal geht, dann schreib mir, dann komm ich gleich, ich kann ja auf dem Sofa schlafen und meine Kissen mitbringen. Unsere alte Minna hat sich neulich ganz plötzlich verheirathet. Was sagst Du bloß dazu? Nun bin ich ganz allein, denn ich mag mir keine Neue anlernen. Ich kann daö bischen aus arbeit auch ganz gut allein thun, für die grobe Arbeit kommt die Köhlern leden Morgen eine Stunde. Bringst Du mir nun auch bald eine junge Tochter, mein lieber Jung? Wie lieb wollt ich sie haben! Ich hab auch schon ein Geschenk für sie. Die Granatbrosche mit der Goldfassung, die Dem Vater selig mir als Bräutigam geschenkt hat. Goldschmied Schulz hat sie wieder hergerichtet, und sie ist fast wie neu. Was soll ich alte Frau auch noch mit Schmucksachen? Laß Dir nur nichts abgehen, mein Sohn, aber spar auch in der Zeit, dann hast Du in der Notb". . . Hr Doctor, der Wagen ist vorgefahren." ' Gleich, Friedrich, meinenPelz heute Abend!Er zerriß den noch nicht ganz gelesenen Brief und warf die Papierstückchen in das glimmende Kaminfeuer. Das Bild verschloß er im Schreibtisch, ohne einen Blick darauf zu werfen. Er fühlte innerlich keine Gemeinschaft mehr mit der einfachen alten Cantorswittwe, die doch seine Mutter war. Beim Hinausgehen fiel sein Blick auf die - letzte helle Flamme, die von dem Brief aufloderte, der gleich darauf als glühende Asche, in sich zusammensank. - Etwas wie Reue überkam den Doctor plötzlich, daß er den Brief nicht zu Ende gelesen hatte, aber im nächsten Augenblick schon war die kleine Schwäche überwunden. Nur keine Sentimentalitaien! .Solche Schriftstücke durfte . man nicht aufbewahren. Wer wußte, in wessen Hände der Zufall sie einmal spielen konnte? - Im Grunde seines Herzens wohnte noch ein warmes Gefühl .für die alte Frau, aber er war ihr und ihremKreise entwachsen, in , neue Verhältnisse hineingehoben, die sich nicht vereinigen lie ßen mit den alten, beim besten Willen nicht! Sein . ganzes Wesen litt unter diesem Awiesvalt: das war ibm wohl (gortsetzunz auf der Rückseite.)

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