Indiana Tribüne, Volume 21, Number 195, Indianapolis, Marion County, 3 April 1898 — Page 3

Achs UMm.

(Bin fröhlicher Roman von Wilhelm Hcgclcr. (9. Fortl?öun2.) De? Brief aber lautete: Sehr geehrtes, liebes Fräulein! Erfreut, endlich einmal einige Zeilen eui der eigenen Hand meines Mündels zu erhalten, will ich Ihnen umgehend antworten, was ich über Ihren Plan, Gouvernante zu werden, denke. Ich denke, Sie sollten sich die Sache doch noch mal recht überlegen. Ich frage Tnich, warum werden gerade Sie Gouvernante. wo es doch der Gouvernanten schon so viele auf der Welt gibt? Sollten Sie mit Ihrem Vermögen, das nach der Abrechnung vom 1. Januar immerhin auf anderthalb Millionen Mark angewachsen ist, sich nicht eine angenehmere und vielleicht auch nützlichere Lebensstellung schaffen können, als die, fremde Kinder zu unterrichten? Da ich mir nicht denken kann, daß Ihre Fräulein Tante, die. ich will sagen, sonderbare Methoden eingeschla gen hat, Sie über Ihre Verhältnisse falsch zu orientiren, so kann ich Ihre Worte, womit Sie Ihre Armuth hervorheben, nur dahin interpretiren, daß Sie einV:rmögen von anderthalb Millionen für ein standesgemäßes Leben nicht ausreichend halten. Es gibt ja gewiß noch viel reichere Leute, aber eine neunzehnjährige, unverheirathete Danie das kann ich Ihnen als Jurist und Vater von drei Töchtern versichern dürfte doch mit 33.000 bis 40.000 Mark Jahreseinkommen ein recht angenehmes, sorgenfreies Leben führen können. Jedenfalls hat sie nicht nöthig, und dürfte es kaum von Werth sein, ihr Einkommen durch Gouveranten - Salair zu erhöhen. In der Annahme, daß Sie vielleicht einige nothwendige Anschaffungen zu machen haben, lege ich Ihnen einen Check über 5000 (Fünftausend) Mark, zahlbar in der Filiale des Crödit . Lyonnais. March6 12, bei. Bitte, schreiben Sie mir recht .unbefangen, ob Sie noch immer auf Ihrem Plan bestehen zu müssen glauben oder einstweilen davon absehen wollen. Meine Töchter würden sich freuen, Sie kennen zu lernen. Meine Frau empfiehlt sich Ihnen unbekannterweise. Mit der Äitte, über meine Hilfe und Rathschläge jederzeit vertrauensvoll verfügen zu wollen, bin ich Ihr ergebener Wilhelm Schlosser, Rechtsanwalt und Notar." Nelly saß noch immer auf ihrem Stuhl, und ihre Augen wanderten durch's Zimmer wie durch einen leeren Raum. Sie hatte das furchtbare Gefühl eines Menschen, dem plötzlich der Boden seines ganzen bisherigen Lebens unter den Füßen weggezogen ist, und djr nun zwischen Himmel und Erde schwebt. Endlich faßte sie sich und nahm den Brief auf. Während sie ihn noch einmal durchlas, war ihr Gesicht von solchen Falten verzogen und zeigte einen so finsteren Ernst, daß sie um Jahre älter und gereifter aussah. Dann schob sie den Hut wieder zurecht, schlich die Treppe hinunter und eilte, ohne daß ihr Jemand begegnet wäre, aus dem Hotel. Sie setzte sich auf die elektrische Bahn und fuhr zum Markt, wo das Bankhaus lag. Als sie ankam, sollte schon geschlossen werden, aber sie ließ sich durch einen Diener zum Director selbst führen. Dieser prüfte ihren Schein und bat sie, einen Augenblick Geduld haben zu wollen. Nach einer , Weile kam er zurück, indem er sich höflichst entschuldigte, daß er ihr ziemlich . viel Gold geben müsse, da die größeren Werthscheine bereits verschlossen seien. Er händigte ihr einen Berg Louisdore und eine Handvoll Noten ein, zählte alles vor ihr hin. während Nelly sich vergebens bemühte, mitzuzählen. Sie zog darauf mit bitterem Ernst ihr Rindslederportemonnaie hervor, füllte es bis zum Platzen, steckte die Scheine, die nicht hineingingen, in ihre Tasche und empfahl sich. Es war ein drückender Frühlingsabend. Auf den schmalen Trottoirs fluthete eine dichte Menschenmenge. Nelly bog in eine Seitengasse, die zum Quai hinführte, und ging am See entlang weiter. Hier war es dunkel und ganz einsam. Von der Wasserseite wehte ein lauer 1 Föhn und trieb die Wellen gegen die hohe Stemauer, daß ihre letzten Spritzer wie gierige Schlangenköpfe sich darüber emporreckten. Manchmal erreichte ein schwacher Strahl das junge Mädchen und benetzte ihre Schuhe. In ihrem Kopf wogte ein Gedankenchaos, ohne daß ihr etwas klar in's BeUußtsein trat. Nur manchmal fiel ihr ein, daß sie sich doch eigentlich ganz unsinnig freuen müsse. Aber in. demselben Äugenblick fühlte sie dann so siechen'oe Schmerzen im Kopf und in der Brust, daß sie sich wieder dem unklaren Halbbewußtsein hingab. In. der Dunkelheit prallte sie vor einem Menschen zurück, der sie achtlos fast gestoßen hätte. Es war KalderHot. Im Augenblick erkannten Beide sich und starrten sich wortlos an. Dann gingen sie nach entgegengesetzten Richtungen auseinander. AberNelly merkte, wie der Officier sich gleich darauf umdrehte, und durch das Klatschen der spitzen Wellen, die aus der schwarzen Tiese nach ihr züngelten, vernahm sie seine näherkommenden Schritte. Zugleich hörte sie das Hämmern ihres Herzens, das in wilder Angst schlug. Jetzt war er neben ihr, wollte sie ansprechen da schrie das junge Mädchen, wie ein verfolgtes gehetztes Thier, das sich in seiner Angst gegen den Ja selbst wendet:

Sie haben tt nur auf mein Geld abgesehen. Es ist ja nicht wahr, daß Sie mich lieben. Sie Lügner!" Dann ging sie weiter, während ihr die Thränm hervorbrachen. Er war verschwunden, sie hörte nichts lnehr von seinen Schritten. Ihr Herz ließ N'lch. gleich einer überhitzten Maschine zu stampfen. In der leeren Stelle, die von der riesigen Wasserfläche herkam, zischten nur die Wellen empor mit silbernen Schaumkronen, die gleich darauf in das dunkle Bett zurücksanken. Als Nelly eine Stunde später in's Hotel zurückkam, war die Table d'hote bereits vorüber. Jean kam ihr entgegen, um zu melden, daß die Tante sie bereits überall gesucht habe. Augenblicklich sei sie im Zimmer des Fräulein Taube. Dort sah es an diesem Abend nicht ganz so unwohnlich aus wie sonst. Wenigstens stand eine Theemaschine auf dem kahlen Hoteltisch, deren bläuliche Flamme wacker und ruhelos cmporschlug. Die beiden alten Jungfern fernen jede in einer Sofaecke. Fräulein El?mentine hatte den Täfchen Thee, die sie getrunken, jedesmal einen Schluck Arrak beigemischt, um ihn bekömmlicher . zu machen, und der Sprit war ihr in die Nase gestiegen, deren lebbaftes Glühen man beinahe für den Widerschein eines lustigen' Kaminfeuers nehmen konnte. Die beiden hatten sich so recht in eine empörte Stimmung hineingeredet. Alle fünf Minuten blickte eine von ihnen nach der Uhr. Halb neun. Und Ihre Nichte ist noch immer nicht da." Tante Jda wackelte mit dem Kopfe und rollte die Augen. Zehn Minuten vor dreiviertel neun. Aengstigen Sie sich nicht, liebe Freundin?" Jedesmal wenn draußen ein Schritt klang, fuhren sie zusammen und richteten die Augen auf die Thür. Aber wenn dann der Schritt vorüberhallte, empfanden sie eine stille Genugthuung, daß es noch später wurde. Denn heute Abend sollte etwas wie ein Strafgericht Gottes über Nelly abgehalten werden. Vor ihnen lag daö Anklagematerial, nämlich erstens ein schmutziges Gebiß, das Fräulein Taube, die immer etwas auf der Erde fand, unter Epheu entdeckt hatte, zweitens aber ein geradezu niederschmetterndes Beweisstück: ein Brief von dem Nector Striem aus Leipzig. Ernste Erwägungen waren zwischen den Freundinnen gepflogen worden. Fräulein Taube hatte sogar nahe ge legt, ob nicht eine Erziehungsanstalt wie das Rauhe Haus" der passendste Ort für ein derartig der Demoralisation anheimgefallenes Geschöpf wäre. Endlich trat das Opfer ein. Die beiden im Sofa starrten Nelly an.ohne ihren Gruß zu erwidern. Wo kommst Du her?" f-.agte die Tante mit erhobener Stimme. Ich hatte Besorgungen." Die beiden Richter wechselten tm Porte Blicke. Wie kannst Du als junges Mädchen Dich unterstehen. Nachts allein auf der Straße herumzulaufen?" Nelly machte eine ungeduldige Bewegung. Ich habe wirklich über wichtigere Dinge mit Dir zu sprechen." Ich auch!" sagte die Tante und warf ihrer Freundin einen Blick zu. Vor Allem gestehe, ob Du uns über die Herkunft des Menschen, den Du uns zuführtest, nicht getäuscht hast?" Was willst Du denn jetzt mit ihm? Wirklich Tante. Aber diese hatte schon mit einem Griff, als wenn sie Jemand erdrosseln wollte, den Brief ergriffen. Du bist ertappt. Lies! Hier steht's." Nelly zog die Stirn in Falten und las: . Was aber den besagten Menschen angeht, von dem Sie. liebe Freundin, mir schrieben, er habe sich unter der Vorspiegelung, daß er mein Neffe sei, bei Ihnen eingeführt, vermuthlich um einen argen Schwindel zu verüben, da es in den großen Gasthäufern 'der Kurorte, wo viele reiche Leute sich ein.finden, an solchen zweifelhaften Subjekten nie ermangelt, wie fchon der gefeierte Staatsmann, Gelehrte und Redner Cicero in seinem Tusculanae disputationes berichtet, daß. als er sich in seinem Tusculanum befand, eines Tages, und zwar wie ich anzunehmen mich für berechtigt halte, am 23. März des Jahres 46 v. Chr.. eine katilinarische Existenz sich bei ihm unter dem Mant:l eines Neffen d:5 hochangesehenen Senators Rabirius einzuführen versucht habe, während er doch wohl wußte, daß der Betreffende in der Schlacht von Mutina ein klägliches Ende gefunden habe, woraus hervorgebt, liebe Freundin, daß auch die berühmten Gelehrten d?s Alterthums von solchen dunkeln Persönlichkeiten belästtgt wurden, so kann ich Ihnen aus dem Grunde, weil ich überhaupt keinen Verwandten des erwähnten Namens, sondern nur einen einzigenNeffen habe, der auf seiner Sternwarte dem Dunste des Zeitlichen entfliehend sein Augenmerk auf die ewigen Sterne richtet und sich niemals mit ,seichter Romanschriftsiellerei beschäftigt, sondern sich vorgenommen hat, sein sechzigstes Lebensjähr abzuwarten, ehe er die erstaunlichen Ergebnisse seiner Berechnungen über die Ausstrahlungen des Aldebaran der gesammten wissenschaftlichen Welt mitzutheilen versuchen wird, auf's feierlichste versichern, daß der erwähnte Menfch mein Neffe nicht ist. Nelly holte . ganz erschöpft Athem und sagte: Uff! Das war 'ne Arbeit. Aber Du hast recht, liebe Tante. Herr Wilde hat mit Herrn Striem nicht daö rnwdeste zu thun."

Da ging Fraulein Frische mit hoch erhobener Hand, wenn auch etwas unsicher, auf ihre Nichte zu. Du hast gelogen! Zur Strafe. . . Aber Nelly schob die Hand beiseite und sagte beinahe heiter: Laß doch die Scherze. Tante. Wie gesagt, ich habe ein Wort mit Dir zu sprechen. Es wäre mir angenehm, wenn wir das unter vier Augen thäten." Sie verlangen wohl, daß ich mein eigenes Zimmer verlasse?" fragteFräulein Taube erbost. Durchaus nicht!" erwiderte Nelly. Und in einem plötzlichen Anfall von Zorn fuhr sie gegen ihre Tante an: Ich erlaube mir die Frage, warum Du mir feit Monaten etwas vorgelogen hast?" Wie?" kreischte die Tante. Gebrauch dies Wort noch einmal! Nun hören Sie's, liebe Freundin, wir haben es mit einem Geschöpf zu thun. Mit einem Geschöpf!" Willst Du wissen, was diesem Geschöpf heute passirt ist? Man hat ihm drei Anträge gemacht. An einem Tag! Euch ist das noch nie passirt, nicht wahr? Und Tante, um's Haar hätte ich einen angenommen. Dann wäre ich die Frau eines Mannes geworden, der es nur auf mein Geld abgesehen hat." Auf Dein Geld???" Ja, ganz allein auf mein Geld. Das ganze Hotel, alle Gäste, alle haben's gewußt daß ich kein armes Mädchen bin, sondern reich Millionärin!" Das ist gelogen!" Tante Jda hatte beide Hände erhoben, als wenn sie mit beiden zugleich schwören wollte. Alles Lüge! Glaub's nicht. Ach, du mein Himmel, es ist wahrhaftig alles gelogen. Ist es wirklich und wahrhaftig Lüge?" schrie Nelly. . Fräulein Taube nickte heftig, während Tante Frische hilfesuchend an ihren Augen hing. Alles hat man gelogen. Alles!" Jawohl!" sagte Clementine mit feierlichem Rabenirächzen. Alles hat man gelogen. Es ist hier ein schändliches Lügennest. Die Welt ist ja fo grundschlecht!" So. . . ." meinte Nelly. vor Aufregung am ganzen Leibe zitternd. Zugleich zog sie ihr Portemonnaie heraus und schleuderte den Haufen Louisdore auf den Tisch. Einen unmittelbarer in die Augen springenden Beweis für ihren Reichthum hätte wohl Niemand geben können. Das ganze Zimmer schien plötzlich auszuflammen von dem Glanz dieses rothen, schimmernden Goldes. In sprachlosem Erstaunen starrten die beiden Alten das Gefunkel an. Wo ist dasGold her?" fragte die Tante zitternd. Von meinem Vormund aus Leivzig.' Und von heute an kann ich mir kommen lassen, fo viel ich will. Fünfzigtausend Mark im Jahr." Da klappte Tante Jda wie ein geplatzt Luftballon zusammen. Das letzte Fünkchen Verstand schien in ihrem breiten Gelicht erloschen. Sie saß in ihrem Sessel, und ihr gelber Kopf bewegte sich langsam in einem zitterigen Kreis. Fräulein Taube aber faßte sich schnell. Ist es doch heraus, das schreckliche Geheimniß! Der gute Engel dort (und sie zeigte auf Tante Jda) that alles, um Sie davor zu bewahren. . . . Folgen Sie mir! Folgen Sie mir! Man kann nicht glücklich werden, so lange das nicht von einem genommen ist. Werden Sie Barmherzige Schwesier!" Da mußte ich schön dumm sein antwortete Nelly. Dann begann sie mit gleichgültiger Miene das Geld wieder einzustreichen, ohne sich um die beiden zu kümmern. Aber da ihre Tante diesmal wirklich um allen Verstand gekommen zu sein schien, blieb ihr nichts andres .übrig, als sie in ihr Zimmer zu begleiten. Dort ließ sich das alte Wesen schwerfällig ausziehen und feufzte nur manchmal tief auf. Es war nach Mitternacht, als Nelly in ihr Zimmer huschte. Sie blieb noch lange angezogen und in Gedanken , wach. Sonst aber schlief alles im Hotel. Die langen Gänge lagen in dunklem Schweigen. Nur die Stiefelpaare standen vor den Zimmern und hielten melancholische Thürwacht, während ihre Nummern in den Betten lagen und ausruhten von ihrer Langeweile, von Genüssen, Enttäuschungen und neue Langeweile, neue Genüsse und statt der Enttäuschungen neueHosfnung träumten. Aber aus einem Zimmer stahl sich Lichtschein. Ein Mann schlich vorsichtig mit einer Blendlaterne voran, ob der Weg auch frei sei? Dann trugen zwei Männer eine schwarz verhangene Bahre in den Lift und fuhren langsam mit ihrer Fracht hinunter. Kein Mensch erfuhr, daß es diese Nacht eine Leiche im Hotel gegeben. So etwas erfährt man nie. Man schafft sie heimlich fort, überzieht die Decken frisch, und morgen fchläft schon eine neue Nummer in dem Bett, die nichts davon weiß, daß vor ihr der bleiche Tod ein Freiquartier hier hatte. Der Todte, den man forttrug, war Lieutenant von Kalderhot. Vor vier Stunden war er nach Haus gekommen. Die Worte, die ihm das junge Mädchen zugerufen, noch im Ohr, wie von Peitschenhieben getrieben. Ohne sich zu besinnen, holte e? die Pistole hervor. Als er lud. packte ihn das wilde Weh,' jetzt fortgehen zu müssen, gesund, kraftvoll und jung. Der heiße Wunsch quoll in ihm auf nach einem bekannten Gesicht, nach einem gütigen Wort zum Abschied. . .'. Aber da drückte er schon los, zwei Kugeln hintereinander in die Schläfe. Weil Alles bei der Table

d'hote faß, hatte nur ein Piccolo den Knall gehört. Gerade als Nelly eine halbe Stunde später ausgekleidet im Äett lag und nun zum ersten Male eine leise Freude über das Glück ihres Reichthums emPfand, waren die Männer mit dem Leichenwagen bei der Morgue angelangt. Und der junge Officier, der am Morgen noch so muthig und siegesgewiß die Spielerhand nach den Millionen ausgestreckt hatte, ruhte die Nacht schon in vier ärmlichen Brettern, mit leichenstarrem Gesicht, in das der Tod all seine Qualen gegraben.

XIII. Nelly that in dieser Nacht kaum ein Auge zu. Sie sah immer dieselben Bilder, hörte immer dieselben Reden, gab immer die gleichen Antworten. Endlich blitzten . die ersten Sonnenstrahlen ins Zimmer, da athmete sie tief auf, fprang aus dem Bett und tauchte ihr Gesicht ins frische Wasser. Dann legte sie sich erquickt nieder. Das Heer der Nachtgeister und schwarzen Vorstellungen war im Frühlicht zerrönnen. Zum ersten Male kam ihr die Erinnerung an Peter, und bei dem Gedanken, was der wohl zu ihrem Reichthum sagen würde, mußte sie unwillkürlich lächeln. Dann schlief sie traumlos, bis ihr Zimmer ganz von der Sonne durchfluthet war. Als sie aufstand, lag in ihren Gliedern eine Mattigkeit wie nach überstanden Krankheit. Aber sie fühlte sich wenigstens nicht mehr fo maßlos elend, sie konnte sogar an ihre Millionen denken, ohne daß es gleich in ihrem Hirn anfing zu brodeln wi: in einem Hexenkessel. . Lässig ging sie hinunter. Dem Kellner, der sie mit einer tiefen Verbeugung begrüßte, sagte sie herablassend, er möchte ihr das Frühstück in den Garten hinaustragen. Dort setzte sie sich in einen bequemen Korbstuhl, und während sie naschhaft ihre Chokolade trank, dachte sie. daß ihr doch gestern eine wunderhübsche Ueberraschung in den Schooß gefallen sei. Sie fühlte ihr wohlgespicktes Portemonnaie in der Tasche. Wo jetzt unzähligeGoldstücke sich aneinander preßten, hatten vor vierunzwanzig Stunden noch ein paar Sousstücke ein erbärmliches Dascin geführt. Ein russisches Ehepaar ging an ihr vorüber. Die Dame nickte liebenswürdig vertraulich, der Herr zog seinen Hut. Nelly dankte, ohne sich groß zu wundern. Während sie in angenehmem Behagen sich ein neues Hornchen strich, fiel ihr ein, daß sie gestern zum ersten Mal in ihrem Leben hungrig zu Bett gegangen war .... Aber jetzt war sie vor dem Hungertod so ziemlich gesichert, und ihr Vormund hatte wirklich recht, ihr Einkommen durch Gouvernantensakär zu erhöhen, hatte wenig Zweck. Die Pflicht. 40.000 Mark jedes Jahr auszugeben, verursachte ihr einigen Schwindel. Doch es tröstete sie, daß es genug arme Leute gab, denen sie Gutes thun konnte. Vor allen Dingen mußte sie die fünftausend Mark unterbringen. Sie fand sich wirklich noch recht wenig ans Geldausgeben gewöhnt, da ihr selbst dies Sümmchen Kopfschmerzen verursachte. Nummer Eins! Kleider kaufen. Dieser Gedanke gab ihr plötzlich Muth. Rasch fuhr sie zum vierten Stock und klingelte nach Babette. Nun, Babette." sagte sie huldvollzu dem eintretenden Mädchen. Sie haben doch recht gehabt. Jean hat sich wirklich bewährt." Ach mein! Der Mensch hört ja durch vier Wände durch. Aber ich gratulire auch schön." Hören Sie mal. Babette! Ich will Ihnen einen Vorschlag machen. Hätten Sie wohl Lust, wieder Kammerzofe zu werden?" Schon! . . . Bei einer jungen Dame schon. Aber bei keiner alten." Bei mir?" O Fiulein, bei Ihnen gleich. Sie wären eine Herrschaft ganz nach meinem Geschmack . . . Aber es geht nicht. Vor Schluß der Saison kann ich aus dem Dienst nicht fort." . Das wird sich schon arrangiren lassen. Ich werde mal mit Jean sprechen." Babette strahlte vor Vergnügen. Da aber auf dem Flur die Glocke wieder tönte, rannte sie hinaus. Nelly ließ den Direktor kommen. Dann setzte sie sich an den Tisch, griff zu Feder und Tinte, ohne genau zu wissen, wem sie eigentlich schreiben solle? Aber ein dunkles Gefühl sagte ihr, daß es einen guten Eindruck machte, wenn sie den Generalgewaltigen beim Schreiben empfinge. Es klopfte, und Jean trat würdevoll, doch nicht ohneRespekt ein. Selbstverständlich war er so ahnungslos wie ein neugeborenes Kind. Gnädiges Fräulein befehlen?" Nelly drehte sich auf ihrem Stuhl um. Ich mochte ein anderes Zimmer haben, Jean. Dieses (dabei musterte sie unmuthig ihre engen vier Wände) ist doch ttwas einfach." Sehr wohl ... Dürften es vielleicht zwei Zimmer im ersten Stock sein? Einen sehr schönen Salon nebst Schlafkabine!, No. 3 und 4 könnte ich Ihnen anbieten." Gut. Also 3 und 4. Nachher kann der Hausknecht meine Sachen heruntertragen. Dann noch eins. Ich hatte schon lange vor. eine Zofe zu engagiren. Babette gefällt mir sehr gut. Kann sie eintreten? Ich meine u . . ." Gnädiges Fräulein meinen wegen des Contracts. Ich verstehe vollständig . . . . vollständig. (Ernste GewissenSzweifel prägten sich in dem würdlgen Gesicht des Direktors aus.) Contract ist Contract. Wenn alle unsere Mädchen so ohne Weiteres ihre Stellunq aufgeben wollten . . frey was! Eine heißt doch nicht

ille. Und bei Babette ist eZ ganz et-kvc-.S Anderes, da ich sie engagiren w:ll!" (Dies ich" sagte Nelly mit ziemlichem Nachdruck.) Ganz wohl. (Jecm hatte seinen Seelenkampf glücklich ausgesochten.) ilid wenn wir eine mäßige Entschädigungssumme ..." Selbstverständlich. Umsonst will ich Babette nicht haben. Arrangiren Sie die Sache nur." Ich werde eingehend mit dem Proprietär sprechen." Babette muß sich aber gleich freimachen, ich habe sie sehr nöthig." Jean verbeugte sich. Als er draußen war, stieß er einen leisen Pfiff aus: Sehr noble Nummer!" Nach einer Viertelstunde erschien Babette, und Herrin und Zofe machten sich auf den Weg. Einstweilen war die Zofe noch bedeutend feiner angezogen als ihre junge Gebieterin. Nelly trippelte ungeduldig voran. Immer mehr überkam sie das Gefühl, welch wichtige Schritte sie jetzt thue. In ihrem eitlen Sinn nahm der Weg zu den Modemagazinen leider eine ungeheure Bedeutung an. Ihr Herz begann stürmisch zu schlagen, wie es den gläubigen Wallfahrern fchlagen mag, wenn sie ins gelobte Land einziehen. Zuerst strebte sie nach einem Hutaeschäft. Eine förmliche Angst erfüllte sie, ob der Hut, der für sie der Hut aller Hüte war, der im Wachen und Träumen vor ihren Augen gegaukelt hatte, ein Hut mit ganz hellen, fast weißen Rosenknospen, die wundervoll zu ihrem Haar stehen mußten, ob dieser Hut wohl noch da war? Sie langte an. Wirklich er war noch da! Mit liebkosenden Blicken- blieb sie vor dem Laden stehen. O, du wundervoller, reizender Hut, gleich werde ich dich aufsetzen. Wahrhaftig, gleich werde ich in den Laden gehen, ihn' herausnehmen, ihn bezahlen und ihn aufsetzen." Wie finden Sie diefen Strohhut?" fragte sie mit gemachter Gleichgültigkeit ihre Zofe. Ein netter Hut. Ein recht geschmackvoller Hut." (Welch ein Ausdruck nett" für einen solchen Hut!) Ein Pariser Hut ist es aber nicht. Die Pariser machen andere Hüte." Das thut nichts," erwiderte Nelly. Ich werde diesen Hut kaufen." (Und wenn er zwanzig Francs kostet!" fügte sie in Gedanken bei.) Dürfte ich gnädigem Fräulein einen Rath geben? Wollen wir nicht lieber erst ein Kostüm aussuchen, damit hernach der Hut dazu paßt?" Wahrhaftig ja! Das war eine Idee, die man anhören mußte. Beinah ärgerlich blickte die Herrin ihre klugeZofe an. und nur mühsam rissen sich ihre verliebten Blicke los. Die beiden wanderten nun zu einem Magazin für Damenkleider. Aber dort begann eine ziemliche Verwirrung. Nelly wurde in ein kleines Spiegelkabinet geführt und mußte anprobiren. In einer halben Stunde hatte sich vor ihr ein Berg von Kleidern angethürmt. Die Verkäuferin, die heute ihr erstes Geschäft machen wollte, setzte ihre ganze Beredsamkeit ein. Sie schwatzte und schwatzte in einem fort. Und jedesmal, wenn Nelly sich mehr durch Blicke als durch Worte mit ihrer Zofe berieth, fagte sie resignirt: Ich kann auch noch etwas Anderes vorlegen." Mit Hilfe zweier Mädchen schleppte sie dann neue Stoffe an, Stosse, deren Namen Nelly noch nie gehört: Percal, Pique. Cretonne. Zephyr. Endlich war diese so weit, daß sie nur noch zwischen zwei Kleidern schwankte. Das eine war hellblaues Batist von der durchsichtigen Farbe des Wassers, mit dunkelblauenSeidenbändern besetzt. Sehr reizend. Und Nelly hatte sich in das helle Blau förmlich verliebt. Das andere war eine Robe Soleil". das Neueste vomNeuen, die Königin des Tages", wie die Werkäuferin, die ganz in Eckstase war,, versicherte. Aber dies Kleid schien Nelly zu auf-, fallend. So wählte sie das bfcnn Doch im nächsten Augenblicke bereute sie schon ihren Mangel an Kühnheit. Die Robe mußte noch etwas gekürzt und in der Taille verengert werden und sollte Punkt zwölf Uhr im Hotel sein. Von hier aus gingen die beiden m ein Geschäft für Damenschuhe. Vr da zum Corsettladen. dann zum Par-fümerie-, dann zum Wäfchgeschäft. Hier sorgte Nelly hinreichend, daß ihr nie wieder ein Mißgeschick passiren konnte wie damals beim Lawn-Tm-nis. Dann kamen noch, andere Läden. Gegen Mittag fuhren sie ms Hovl zurück. Das blaue Kleid war angekommen. Aber fogleich kam Nelly wieder der Wunsch, wäre es doch lieber das andere! i Nun hieß es Toilette machen. Die alten Schuhe flogen unters Bett. Mit einem Schwung erst der eine, dann der andre. Wie sie so hinflogen, dachte das junge Mädchen nicht, daß sie mit diesen Kinderschuhen auch ihre ganze Kindheit fortschleuderte und alles das, was ihr das Leben bis jetzt verschont, und was sie selbst für andere reizend gemacht hatte, ihre Harmlosigkeit und ihren fröhlichen Muth. Nach einer halben Stunde war von der Kirchhaseler Nelly nur das noch übrig, was Gott der Herr geschaffen hatte. Als sie glücklich aufathmete, froh, mit dem An- und Auskleiden fertig zu sein, sagte Babette vorwurfsvoll: Fräulein, Sie sind ja noch gar 'nicht srisirt.Heut morgen doch." Heut morgen heißt nichts. Von nun ab erlaubin Fraulein mir, daß ich Sie drei Mal täglich frisire. Wofür bin ich denn sonst Ihre Zofe?" Und ohne Widerspruch zu dulden, machte sie sich über ihre Herrin . mit

Kanrm und Jrennscheere her. Dann erst var Nelly vollendet. Im Spiegel erkannte sie sich kaum wieder und hätte sich beinahe ausgelacht. Babette faltete, die Hände: Nein, sind Sie fchön, gnädiges Fräulein! Sind Sie schön!" Nelly drehte ihren Kopf über die Schulter und besah sich vorn und hinten. Glauben Sie nicht, Babette, die Robe Soleil" wäre hübscher gewesen?" Nicht hübscher, Fräulein. Aber eleganter wäre sie gewesen." Und die Eleganz steht mir vielleicht besser. Schade, daß ich sie nicht gewählt habe." Ja, schade ist es," sagte die Zofe, indem sie bedächtig ihren Kopf wiegte. Es ist wirklich ärgerlich." Da kam Babette auf einen Einfall. Vielleicht könnten Fräulein die Robe Sol-il" jetzt noch nehmen." Nelly drehte sich auf dem Absah um. Welch ein erlösender Gedanke! Ihr war ein Stein von der Seele gcfallen. Da es noch nicht Essenszeit war, lief sie auf einen Augenblick zu ihrer Tante. Aber verblüfft blieb sie in der ossenenThür stehen; eingeschnürt in die Nachthaube lag das enorme fleischig? Gesicht wie eine Citrone da. DiaUe Dame hatte nämlich über Nacht einen, heftigen Anfall von Gelbsucht bekommen. Außer dem Zufammenbruch ihrer Hoffnungen und Pläne hatte Tante Jda noch einen fürchterlichen Aerger erlebt. Rene Bosch war fo frei gewesen. Nellys Porträt mit einer Rech nung von zweitausend Francs zir schicken. Sie hatt? natürlich beides, umgehend zurückgeschickt, aber vor ei ner Stunde war ein schäbig gekleideterHerr erschienen ein Advokat, und hatte im Schwyzerdütschs das. ganze Zim mer vollschwadronirt:. Mi mochre nüt viel Experimente mit dene- Fremde In der Schwyz, da heißt zohle oder nur. wird ge büßt!" Alles Protestiren half nichts. Der Herr wurde nur noch gröber. Und da' das alte Fräulein um keinen Preis die. zweitausend Francs opfern wollte, hatte ihre aufgeregte Phantasie sich fchon mit Gerichtssaal, Zeugenverhör und Eiden angefüllt. Nelly holte vor Allem den Arzt, welche? erklärte, in einigen Tagen würdeder Anfall sich bessern. Dann tröstete sie herzlich die Tante und versprach, sich an Jean zu wenden. Dieser hörte sie wohlwollend an und meinte, fünfhundert Francs wären für den Maler mehr als genug. Als Nelly daran dachte, daß sie Lieutenant von Kalderhot bei Tisch wiedersehen würde, pochte ihr dasHerz. Doch erschien ex nicht. Was ihre beiden anderen Verehrer anging, so ließ Schmitz mit tragischer Geste die ersten Gänge vorübergehen und schleuderte hin und wieder einen Blick mit einer Welt voll Schmerzen auf sein Gegenüber. Schließlich ermannte er sich und verzehrte drei Schnitten Roastbeef. Rene hatte offenbar die ganze Geschichte vergessen. Er war sehr heiter und unterhielt sich mit seiner Nachbarin zur Rechten, einer ältlichen Bankierstochter, deren Prosil ihn an die hinreißenden Profile Boticelli's erinnerte. Seine Nachbarin zur Linken schien er nicht zu bemerken. Nach dem Essen fuhr Nelly mit Vabette gleich wieder in die Stadt, um die Robe Soleil" zu kaufen. In dem Geschäft erregte ihr Wieder kommen einigen Verdacht. Denn erstens war das Kleid von heute Morgen noch nicht bezahlt, zweitens aber hatte der Verkäuferin Nelly's Unterzeug sehr wenig gefallen. Während diese nun unruhig aus und abtrippelte, in die schlimmsten Befürchtungen sich verlierend, das Kleid könnte vielleicht" schon verkauft sein, te-lephonirte-der Kassirer heimlich nach dem Hoter, wer die Fremde sei? Jean telephomrte-zurück: Millionärin. Immer kaufen lassen. Hafte für Alles:."' Diese wenigen Worte genügten,, um das ganze Geschäft bis zum dritten Stock hinauf zu alarmiren. Ein Brandhätte nicht mehr Tumult vrrursachm können Der Chef selbst kam ans seinein Heiligthmn und jagte die Laven--fräulein in der größten Aufregung, durcheinander. Er überschüttete Nelly mit einer Fluth von Worten und' begrub sie zugleich ohne daß sie es merk-te-, unter einem Haufen von Meidern. Er lobte zwar ihren Geschmack,,, erkaubte sich aber zu bemerken, daß Robr SoleiT noch lange nicht das Feinste sei, fragte ob die Dame Amerikanerin sei, war im ersten Augenblick enttäuscht zu hören, sie sn Deutsche, hielt einen langen Vortrug über seine Kunst, versicherte, er habe einen Künstler (damit meinte er einen Zuschneider) in seinem Atelier, der ein Schüler von Worths fei, wollte ihr den ins Hotel schicken, damit er ihr eine Auswahl Kostüme tailor made anmesse, ließ dabei immer neue Stoffe anschwimmen, holte die ältesten Ladenhüter und die neuesten Errungenschaften hervor, breitete alle Schätze der Welt an Tüchern vor ihr auf, erklärte, der Gipfel der Gipfel fei englische Mode in Paris oder in Montreux, das war eins, gemacht, redete so lange, obgleich er vor Heiserkeit nur noch krächzen konnte, bis Nelly des letzten Restes von Verstand bar. sich zehn Kleider bestellt hatte, wollte ihr absolut noch ein Reitkleid aufschwatzen, hielt erst inne, als das junge Mädchen in einem Anfall von Besinnung die Flucht ergriff, empfahl sich mit einem tiefen Bückling, wankte dann inS Comptoir und sank halb vhnmachtig auf seinen Stuhl, wo ihn ftine Gattin, die Freudenthränen vergoß, umarmte .... Ein solches Geschäft wie heute, hatte das Haus Pi-quet-Brun (1868 gegrund!) noch nicht gemacht. i i. (Fortsetzung folgt.)

Für die Auche. Erbsensuppe mit Reis. Für fünf bis sechs Personen ein Pfund Erbsen. Diese kocht man nach vorherigem Einweichen in Wasser weich, treibt sie durch und verdünnt den Brei mit gute? Fleischbrühe. Unterdessen hat man ein Viertel Pfund Reis mit einem Stückchen Butter in Salzwasser aufgequellt und gibt ihn zu der Suppe. Zusammen läßt man Alles nochmals gut aufkochen und würzt nach Geschmack. E i e r st i ch (Suppeneinlage). Auf vier bis fünf Teller Suppe recynet man vier ganze Eier und drei Dotter. Diese quirlt man mit iz Pint kräftiger, kalter Fleischbrühe, etwas Salz. Muskat tüchtig, durch und füllt die Masse in eine flache, gebutterte Blechform Diese stellt man in heißes Wasser, nicht kochendes, bis die Eier völlig erstarrt sind. Nun stürzt man den Eierstich auf ein Ärett und schneidet kleine Würfelchen daraus, die man in ganz klare Bouillonsuppe thut. Bratwurst, eingepackt. Man macht einen Teig aus zwei Unzen leichtgerührter Butter drei Eidottern und einigen Löffeln Mehl. Diesen Teig rollt man zu einem langen Kuchen aus, etwa stark messerrückendick. Nun lcgt man zwei, eztia. große Bratwürste aneinander und schlägt sie in den Teig. Diese lange Rolle legt man kranzförmig in eine mit heißer Butter bereitstehende Pfanne und bäckt sie langsam eine halbe Stunde.. Angerichtet wird diese Speise, auf, einer runden Schüssel und in die: Mitte gießt man eine gute Sardellen- oder Kapernsauce. Lo ck er e Beefstea kis. EinPfunv gchacktes. Rinderklops fleisch lege auf ein Brett, thue einen Eßlöffel, geriebenes Weißbrot und ein Viertel Pint dicke, saure Sahne darauf und menge dieses mit dem Wiegemesser tüchtig.hineinbis die. Masse, durchweg, zart, rasa, damit durchsetzt ist. Nun forme 8 Beefsteaks, klopfe sie breit, salze sie auf jeder, pftffere.sie auf einer Seite, stelle die. BratPfanne auf Kohlengluth,.lege ein Viertel Pfund gute Butter darauf und schneide eine große Zwiebel in Scheiben hinein. Ist diese Butter dunkelbraun, wendet man die Beefsteaks in 1 2.Minuten Zeit mehrmals darin um, nimmt sie heraus und kocht den Satz der Pfanne mit einer halben Tasse heißen Wassers los. Diese Sauce bedeckt die Beefsteaks. Das äußerst kräftige, schmackhafte Fleischgericht wird, genau so bereitet, jeder Hausfrau willkommen sein. HechtimMantel. EinHecht von 5 Pfund wird am Tage vor dem Gebrauch Abends geschuppt, ausgenommen, gewaschen, getrocknet, mit Pfeffer und Salz eingerieben, mit dem Saft einiger Citronen beträufelt, mit einem Pint Weißwein Übergossen und bleibt zugedeckt, unter wiederholtem Umwenden, stehen. Zur.Zeit.der VerWendung gießt man die Marinade ab und rührt die Hälfte derselben mit 3 Unzen Butter, 2 Unzen Mehl, beides, gut geknetet, mit vier. Eidottern ver-. bunden, auf dem Feuer, zu einer dicken Sauce, der man zuletzt einen Theelöffel Fleisch-Extract zusetzt. Hiermit bestreicht man den Fisch, bestreut ihn mit geriebenem Weißbrod und reichlichem Parmesankäse und backt ihn unter fleißigem Begießen im. Ofen.. Schinkentloße. schmecken besonders zu Sauerkraut vorzüglich und gestatten sehr gut die Verwerthung von Schinkenresten. Ein halbes. Pfund gekochten mageren Schinken,, sowie ein viertel Pfund Speck schneidet man sa klein als möglich in Würfel, thut 3 bis. 6.. Eier, 6 aufgeweichte Semmeln, 3 Löffel Mehl. Pfeffer,. Salz und etwas. Petersilie hinzu und mischt, dies alles zu einem steifen Kloßteig. Diesen läßt man einige Stunden stehen, formt dann. Klöße daraus., wendet, sie in Mehl, und kocht sie inSalzwasser weich. Karotten in Sahne. Wenn die: Karotten gesäubert, sind,, wobei .sie aber ganz bleiben müssen, wirft man sie in. fpringend kochendes. Salzwasser, worin man e jedoch höchstens! zwei Minuten läßt, alsdann, gießt man sie ab,, läßt sie abtröpfeln, gibt sie mit einer Tasse Bouillon, einem Stück Butter, einem kleinen Löffel. Zucker und etwas. Salz in ein Kajserol. und kocht sie darin gar, worauf man sie vom. Feuer zieht. Kurz vor dem Anrichten macht man eine kleine gelbe Mehlschwitze, die man ein wenig salzt und süßt und mit einer Tasse süßer Sahne klar rührt. In diese Sauce hinein gibt man die fertigen Rüberr,. ohne ihre Brühe läßt sie einige Minuten 'darin heiß werden, ohne daß sie kochen, weil fönst die Sahne, gerinnt Wenn die Rübchen die richtige Weiche haben und gut abgeschmeckt sind, ist dies ein köstliches Gericht. Jta.lrenrfche Torre. 12 Eidotier, ein halbes Pfund feingestoßene Mairdcln und drei Viertel Pfund gestoßene? Zucker werden 1 Stunde lang nach ner Seit: hin gerührt, bü sie einen festen Schaum bilden, den man zuletzt mit dem Schnee derEiweiße vermischt; man schüttet die Masse in eine gebutterte Form, läßt sie eine Stunde backm und zerschneidet die Torte nach dem Erkalten in 3 dünne Platten, zwischen die man Kirsch-, Himbeer- oder Aprikosen - Marmelade füllt. Die Oberfläche bestreicht man mit einem Guß oder einer Glasur von 6 schaumig geschlagenen Eiweißen, mit Citronenzucker, Vanillenzucker oder Orangenzucker vermischt, streut Zucker darüber und l5ßt sie im Ofen überbacken. . ApfelspeZfe. Ein Pfund geschälte Aepfel zerkocht man mit etwaZ Wasser zu Mus. schlägt dasselbe durch, thut ein Pfund Zucker ein Quart Was ser und 1$ Unze rothe Gelatine hinzu 'und bringt die Masse zum Kochen. Nachdem sie in einer Gla!schale erkaltet ist, giebt man eineVanillensauce da neben. Diese Speise schmeckt wie Fruchteis, ist leichter und billig tyz zu.pe.llen als dieses. .