Indiana Tribüne, Volume 21, Number 188, Indianapolis, Marion County, 27 March 1898 — Page 2

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Hardmenprcdkgt Itx Frau Geheimen Kanzlei.LekretSr 5an tixpe Sxecht.

Sa,al1 um drei Uhr Morgens kommst Du erst nach Hause!? Du wirst Dich jetzt -wohl alle Nächte herumtrnben? .Was? Du .hättest Dich nicht herLmactrieben. sondern in Deiner Stammkneipe. mit Collegen Karten ge spieltr kannst -Du einer Andern weiß machen. Uebr:aens,muk das eine sau bere Wirthschaft sein, in der bis zum frühen Morgen gespielt und gezecht wird. Du solltest Dich schämen, alZ Gaii und Vater Tag und Nacht in solchen liederlichen Kneipen zu .liegen! Das könnte einmal vorkommen.daß etwas langer ausbleibst?" J&tnn ich Dich früher gekannt und geglaubt hätte. Du könntest es einmal so treiben, dann . wurde ich Dich.. sicher nicht geheirathet., haben. Und auch darauf nimmst Du .keine Rücksicht, daß :ch die ganze Nacht wachen muß, um Dar zu offnen! Du sagst, das hätte ich nicht nöthig, ich könnte -die Thüre offen lassen und ruma schlafen? ff, sieh 'mal an. so achtest Du mich. Deine keusche Ehegattin? Zwanzig Jahre bin ich Dir treu gewesen und nun ist es Dir aanz aleichaültia. ob mich uic beste Einbrecher überfällt? Das hätte ich früher wissen sollen., als Du vor mir auf den Knieen Zagst, und mir heilige Eide schwurest! Du hättest vor mir nie gekniet?" Das ist eine Beleidigung, die ich Dir nie zugetraut hätte! Wenn mir die Kinder nicht leid thäten, würde ich schon morgen zu meiner Mutter zu ückkehren! Du denkst allerdings an die armen; Wurmer nicht, die jeden Abend ohne Gutenachtgruß und Kuß von D:r schlafen gehen müssen! Was? Aurora sei kein Wurm mehr? Sie könne bei ihren neunzehn Jahren jeden Tag' heirathen?" lim so schlimmer für sie. daß sie keinen Baker hat, der .sie bewacht und beschützt! Amanda muß sich auch zwei Schneidezähne einsetzen lassen. Du kümmelst Dich freilich nicht -Darum!" Wie? Amanda brauch keine Schneidezähne? Sie könne ihr Brod mit dem Messer schneiden? Auch sei Geld genug in ihrer Sparkasse vorhanden?" Du bist ein Rabenvaker! Das fehlte übrigens noch, den armen Würmern die paar Sparpfennige wegzunehmen. Wenn ich nicht für sie sorgte, müßten sie längst schon nackt und bloß herum kaufen. Uebrigeni wollte .ich schon längst mit Dir über unsere nächste Sommerwohnung sprechen." Du seiest müde und wollest schlafen gehen, auch schneit es ja noch?" Nein, ich lasse Dich jetzt nicht schlafen! Ich muß schon jetzt daran denken und Alles ordnen. Zwei Sommer fchon habe ich das staubige Berlin nicht verlassen, meine Gesundheit ist erschüttert und auch die armen Würmer fehen schon ganz blaß aus. Calculators unter uns gehen stets auf Sommerwohnung." Wieviel ich dazu gebrauchen würfce?" Nun, ich bin ja schon mit Friedrichsroda zufrieden. Aber die Kinder sind sämmtlich abgerissen und brauchen neue Kleider und Schuhe, ich habe mir seit Jahren Nichts mehr angeschafft 500 Mark muß ich mindestens zur Ausstattung haben." Woher Du so viel Geld nehmen solltest?" Andere Männer müssen viel mehr .3cld sür ihre Familien ausgeben. Ich spare mir schon am Munde ab, was ich kann. Spätestens Ende April muß ich das Geld haben. Du wirst es Doch bid dahin anschaffen können?" Das könntest Du noch nicht wissen?" Nein, ich muß Das ganz bestimmt wissen! Hörst Du, ganz bestimmt! Du antwortest mir nicht mehr? Das ist schändlich von Dir!" Laute schnarchende Töne überzeugien Frau Specht, daß ihr Eheherr den Schlaf 'des Gerechten schlief, auch sie entschlummerte bald darauf sanft. I, Lande der Titulaturen. Rieke (die sich vermiethen will): Na ja, ich möchte schon bei Ihnen, jnäd'je rau, aber blos, wenn ick mir derbessern kann. Redakteurs - Gattin: Wo haben Sie denn bisher gedient? Rieke:' Zuerst be! 'ner Rechnungsräthin. denn bei 'n Jeheimen Sanit'ätsrath, denn bei Kommerzienraths und zuletzt bei 'n Würklichen Staatsanwaltschaftsrath. Wat is denn Ihr Gemahl for eener? Redakteurs Gattin: Mein Mann ist ist Wirklicher Geheimer Ober-Chef-Redaktions-Rath. Rieke: Topp! (im Abgehen): Det is aber 'n hohes Dhier! Parodie. . Rosen müssen bei dem Wein sein. Soll er baß behagen; Doch wo süße Rosen finden In den Wintertagen? Da sind rothe Nasen dienlich. Glühend schmucke, feine; Blicken die in's Glas, so schimmern Rosen auf dem Weine. Neuez Wort. 1. Höfling: Abscheulich! Da bat man den neugeadelten Schweinezuchter auch auf die Liste der Eingeladenen geschrieben!" 2. Höfling: Der Mimst? hat es befohlen." 1. Höfling: Man kann aber doch nicht neben einem Schweine züchter sitzen!" 2. Höfling: Dann heißen Sie ihn Großgrunzbesitzer!" 1 Die m t i st c n Menschen werden umso verbissener, je weniger sie zu fnxttn haben.

Weine neue Woynung. Humoreske von M. Roda-Roda.

Im Allgemeinen mag's ja wahr sein, daß das Reisen bildet; aber eine Reise von Süd-Ullgarn nach Wien bildet ici besten Falle doch nur eine sehr unangenehme Episode. Na, Gott sei Dank, ich hatte sie hinter mir und war glücklich da in meiner neuen Garnison. Nur eine Plage stand mir noch oevor: Das Wobnunasucken. 5ck be schloß, mir's in dieser Hinsicht möalichst bequem zu machen, und schwor tausend Eide: das erste, halbwegs entsprechende Quartier sofort zu belegen. Denn, todtmüde von der Reise, gedachte ich Nachmittags den berühmten langen Schlaf zu thun", einen Schlaf, gegen den Wallensteins analoger Versuch die reine Stümperei werden sollte. Zwei ser schen meblerte Zimern im ersten Stock sosssort zu vermuten an eine anstendiae Hern" las ich an dem Thore IX. Mariannengasse No. 12 i v i rr. VY llt uno oaazle lCvanaelium acaiian XVII., Vers 4): Hier ist gut sein, hier laßt uns Zelte bauen. Sofffort" das war mein Fall, m W' rft . em annanoiger Herr zu txr.f vuoe ich mir auch ein; als ich hinaufkam in den ersten Stock . fand ich die zwei Innern ser schen meblert und 'ich blieb. Das sollt' lch am Kreuze bereuen: Hausfrau!" sagte ich, als ich mit meinem Reisegepäck eingezogen war .was sollen diese Koffer vier?' izs standen zwei da, die ich vorher nicht bemerkt hatte. Ab. anä' Herr " meinte sie und wischte sich mit der Schürze das Mehl aus dem Gesichte, cmä' Herr he fc . Nun was denn? Jetzt woaß i net. sein So a Hauptmann oder a Oberlieutenant " ..Lieutenant!" Ja. alsdann anä' Herr Lieute nant, wissen S', dös san die Kupfern von dem Herrn, der wos do bis heunt früh g'wohnt hat, do wern noch beunt abg'holt!" .Wenn man mies) nur mcqi trn Schlafe stören wird." O na! Hier ,s a sehr a rumae Wohnung," sagte sie, felsenfest überzeugend und aina. ' Ich entkleidete mich und und und für das, was lch jetzt that, wüßte ich für kein Herzogthum einen hochdeutschen Ausdruck: I' hon mi' holt hing'haut!" Noch ein Blick aus die Uhr sie zeigte die neunte Morgenstunde und fchon schlief ich. Suß. traumlos. weltentrückt. Ich spürte es ordentlich, wie die Müdigkeit langsam, langsam aus den Beinen in den Maaen kribbelte und sich dort festsetzte. Ach, es war göttlich! Weiß Gott, wie lange es dauert! Plötzlich pochte man an die Thür. Ich hörte es ganz gut, schlief aber weiter. Dann pochte man lauter, cy schlief. Endlich fehr, fehr laut. Herein!" Ein Dienstmann trat ein. Gu'n Tag, gnä' Herr!" Was wollen Sie zum Teufel?" Ich komme von wegen dem Gepäck von Herrn Doctor." Was von Doctor Bantalowltz?" fragte ich. (Ich dachte nämlich, ich wäre in Werschetz in Süd-Ungarn.) Der wohnt nicht hier! Oben im zweiten Stock!" ' 'mpfehl' mich, gnä' Herr!" Hol' Sie der " Und schon schlief ich. Er war gegangen und kam rasch wieder. Beföhlen, gnä' Herr?" Hm?" Sö Haben was a'fogt, gnä' Herr!" .Ich?" Ja vorhin, wie ich weg'gangen bin." Der Teufel soll Sie Holm, hab' ich gesagt!" schrie ich. No no, Sö brauchen Jhna gar net so aufzuregen," brummte er im Fortgehen. Man pochte schon wieder. Herein!" brüllte ich wüthend. Es war abermals der Dienstmann. Was wollen Sie denn schon wieder?" Gnä' Herr, sein S' not bos, aber oben die Frau hat mir g'sagt, der Herr Docter, der was mi' um sein Gepäck g'schickt hat, der hätt' hier g'wohnt." Ja ja richtig entschuldigen Sie. ich war verschlafen. Die, zwei Koffer, die dort stehen " antwortete ich und drehte mich auf die andere Seite. Er rumorte mächtig. 'mpfehle mich, gnä' Herr!" 'mpfchlemich!" Dann ward es still. Herein! Was gibt's denn. Himmelbombenelement?" 'n andern Kupfer hol' i'," saate der Dienstmann breit lächelnd. Kreuzbombenfizcrucineser !" 'mpfehle mich, gnä' Herr!" 'mpfehle mich!" Ich schlief doch wieder ein und träumte diesmal. Ich fah eine Früb lingsparade, die ich verpatzte, weil ich falsch Direction hielt. Eben wollte mir 'der Herr Generalmajor eine ausgewählt große Nase spenden, als 'es pochte. Jawohl, es pochte! ' Herein!" ' , Küß' d' Hand, Herr Doctor!" rief Jemand und ich fuhr herum. Ein Schusterjunge stand grinsend an meinem Bette. Herr Doctor, hier is d' Rechnung; der Herr Doctor laßt der Frau Mästerin schön d' Hand küssen oder na! d' Frau Masterin loßt 'n Herrn Doctor schon d' Hand küssen und loßt sich schönstenZ empfehlen, sie is a b!ßl unwohl und " .Gib mir Ruh',- Junge, ich bin kein Doctor." Er aber fuhr unbeirrt fort:

Sie iS a bißl unwohl und braucht a Gold, Sö sollen Ihr d' Rechnung bezahlen. Na, Gott sei's 'trommelt und 'pfiffen, es is draußen," schloß er erleichtert. Aber Junge, sieh' mich nur einmal an ich bin ja gar nicht der Doctor, ich bin ja wer ganz anders." Dos wer'n Sö mir verzählen!" höhnte er selbstbewußt. Aber schau nur einmal genau her," bat ich ihn. Er blieb ungerührt und fing seine Litanei von vorne an: Küß d' Hand, Herr Doctor, hier is d' Rechnung, der Herr Doctor loßt der Frau Mas" Urplötzlich kam die Erleuchtung über ihn und er rief: Aber

hören S'. So fan a aar not der Doc tor! Warum haben S' denn dös nöt glei' g'sagt?" Dummer Kerl, ich sagte Dir's ja vorhin! Jetzt aber marsch! Pack Dich!' . Wo ls denn aber nachher der Doc tor, dem was d' Frau Masterin schön d' Hand küssen loßt und loßt sich em pfehlen und loßt sagm " Ich weiß nicht, pack Dich!" Sö sollen's aber wissen!" Ich weiß es n i ch t ! Und wenn Du jetzt nicht yleich gehst, so nehme ich meine Reitpeitsche und haue sie Dir so oft um die Ohren bis Ich fchlief em: er blieb noch einen Augenblick stehen und trollte sich dann. .Mit dem Menschen is ka a'scheldtes Wort z' tcVn, sagte er zum Abschied. Herr Lieutenant, Herr Lieutenant weckte mich meine Hausfrau, die unhör bar hereingeschlüpft war wollen S' net zum Mittaaessen aebn?" Nein, schlafen will ich sehen Sie denn nicht? fuhr ich sie an. Oh schlafen können S' scho, dos is a sehr a ruhige Wohnung!" meinte sie und verschwand. Seufzend verließ ich mein Lager und drehte den Schlüssel um. Dann zurück in Morpheus Arme. Hier ist es nicht wie in Werschetz, hier muß sich der Mensch einsperren," sagte ich zu mir selber. Poch poch! Herein!" Poch poch! Herein!" Da rufst Du mir gut herein," lachte Einer draußen, die Thür ist aber zu." Also heraus!- brüllte ich. Na, na, Spund, bist Du verrückt geworden?" Hier wohnt kein Spund, schauen Sie, daß Sie weiterkommen!" So?" erwiderte der Mann draußen. dann wohnt ein grober Flegel hier." Miserabler Lump! rief ich und sprang auf zur Thür wer bist Du denn eigentlich?" Ich stand einem Studenten mit schwarz - grün - goldenem Couleurband gegenüber. Wo ist em miserabler Lump? Wenn mein College, den ich hier suchte, auch nicht mehr da wohnt, können Sie sich doch anständig benehmen! Hier meine Karte! Wer sind Sie?" Ich bin Lieutenant Wolf des 43. Divisions - Artillerie - Regiments und stehe Ihnen zur Verfügung." Mit diesen Worten überreichte lch ihm auch meine Karte. Jurist Lammlein, sagte er. Der Wolf freut sich!" knirschte ich und.complimentirte ihn davon. Na, an den langen Schlaf werde ich denken! ' Ich sperrte die Thür zu und beschloß, mich von nun an einfach zu verleugnen. Das könnte ich brauchen, gleich ein paar Duelle auf dem Halse zu haben, ehe ich noch in Wien warm geworden! Mit diesem Gedanken legte ich mich wieder schlafen. Es pochte. Poche nur bis zum jüngsten Tage," spottete ich im Stillen, ich bin für Niemand mehr zu haben! Herr! nes man draußen dringender. Ich lachte und freute mich meiner List. Im Namen des Gesetzes offnen Sie!" Da mußte ich wohl. Ein Amtsdiener trat ein, fetzte fchweigenb feine Brille auf und las: K. und K. Bezirksgericht Alsergründ." Zahlungsbefehl!" Wider den Schtud. medd. Alphons Köhler puncto 37 sl. 17 kr., sage siebenunddreißig Gulden " Entschuldigen Sie, unterbrach ich ihn, ich bin nicht der Herr Alphons Köhler und werde natürlich auch nicht zahlen." Dann werden wir eben pfänden," lächelte er süß und rieb sicb die Hände. Aber ich bm ia aar mcht der AlPhons Köhler " Ja, ia, die Herren Studenten! Mit denen ist's ein Kreuz! Die wissen immer eine Ausrede!" Aber Pardon ich bin ja sehen Sie denn nicht meine Uniform? Ich bin der Lieutenant Wolf des dreiundvierzigsten Dlvi Ja." schmunzelte er, verstehe, der Herr Köhler sind auch Reservelieutenant. Gepfändet wird einmal, da nutzt kein Weinen." Zum Glück erinnerte ich mich meiner Marschroute und .zeigte sie ihm. ' Er schüttelte den Kopf und sagte wieder: Alles gut und schon, gepfändet wird aber doch!" Abend war es geworden, ehe ich ihn überzeugt hatte, den Dickkopf, daß ich doch der Lieutenant Wolf sei. Ich geleitete ihn, während er mir versicherte. er hätte mich wirklich gern gepfändet, in den dunklen Corndor, als eine weib liche Gestalt in mem Zimmer stürzte und. die Fäuste in die Hüften stemmcnd. begann: Also da bist Du noch immer. Du falsch Wicht? Na. ich dachte Du wärst schon auf und davon! Du woll, test mir also durchekn. Alpbons! Du

wolltest mich verlassen. Dich ganz von

mn lossaaen! Mein Fräulein " Ich genirte mich ein wenig war ich doch im tiefsten Neglig6. Bloß einen Mantel hatte ich, .dem Amtsdiener zum Gefallen, umgeworfen. Sie ließ sich aber weder durch meinen Toilettezustand, noch durch meine Einwürfe abhalten, weiter zu skandauren: Ja, so seid Ihr Männer! Armen Mädchen den Kopf verdrehen und dann sie wischte die Augen sie sitzen lassen. O, hätte ich nur meiner Mutter gefolgt aber wie sollte ich ahnen, daß Du auch solch mi, Schlange bist, solch ein ehrloser Mensch " Verzeihen Sie Ja, verzeihen Sie," jammerte sie, jetzt redest Du mir von Verzeihen, Du Schuft Das einzige Mittel, den heulenden Derwisch loszuwerden, schien mir, eine Lampe anzuzünden. Denn auf meine Worte reagirte sie überhaupt nicht. Da kam ich aber gut an. Was nicht genug daran, daß Du mich in einem derartigen Auszuge em pfängst, willst Du auch noch Licht ma chen Dich an meinem Unglück zu wei den? Du bist ein Krokodil, ein nichts nutziges Geschöpf, ein niederträchtiger Charakter, em unartl Fräulein!" rief ich endlich mit Aufgebot aller Stimmmittel, Sie thun mir sehr leid, aber ich kann nichts dafür, daß ich nicht der bin, den Sie suchen." Betroffen hielt sie inne, stammelte eine Entschuldigung und greinte etwas von diesem Menschen", während ich mich bemühte, sie zu beruhigen. Als ich ösfnete, um sie hinauszulassen, sah ich einen ganzen Auflauf von Dienstmädchen vor der Thür, die theilnahmsvoll gehorcht hatten. Nein, hier bleibe ich nicht länger! Morgen mit dem Frühesten suche ich eine andere Wohnung! Zehn Stunden in Wien und schon so viel erlebt. Ich dehnte und streckte mich, suchte nacb den Zündhölzchen und war fest entschlossen, fort in's Hotel zu gehen. So fing ich denn an, mich anzukleiden ?a, zum Teufel, wo sind denn meine Koffer? Da waren sie ja! Groß und aufdringlich stand Herrn Stud. jur. Köhlers Gepäck hier meines hatte der brave Dienstmann offenbar fortgeschleppt. Das Toilettenecessaire hatte er zum Glück hier gelassen. Ich wusch mich, schlüpfte in meine Reiseadjustirung und ging, im Herzen die bange Frage erwägend, wie ich mich morgen en parade" bei meinem neuen Regiment? würde melden können, wenn mir der gute Alphons Köhler nicht rechtzeitig meine Sachen zuschickte. Im dunklen Corridor wisperten zwei Küchenfeen: Siehst Du, dös is der neuche Lieutenant! Kaum is er eingezogen, haben f ihm schon gepfändet!" Auch das noch! Ein andermal hätte mich das fürchterlich erregt. Heute war alle Wuth, deren ich fähig bin, verraucht. Ich war vollkommen apathisch geworden in diesen zehn Stunden. Als ich soupirt hatle und wieder halbwegs Mensch geworden war, sagte ich mir Folgendes: Weiß Gott, was dieser Köhler für ein Geschöpf ist! Am Ende läßt er, ohne dir deine Montur zu senden, sein Gepäck auch abholen, du mußt also diese Nacht unbedingt noch in deiner neuen Patentwohnung schlafen und Köhler's Gepäck bewachen. Geschehen kann ja nichts mehr. Fremde Leute werden dich wohl bei Nacht nicht stören, sämmtliche Manichäer Herrn Köhlers schlafen gleich dir also Muth, blonder Knabe." Hausfrau," sagte ich, zu Hause angekommen, ich werde mein Zimmer nicht absperren. Haben Sie die Güte, mich um 7 Uhr Morgens zu wecken. Gute Nacht." Gute Nacht, Herr Lieutenant." Wie ich mich in's Bett lege, habe ich ungefähr das Gefühl, das man mit dem Worte enkiu seal" verbindet. Endlich allein !" juble ick. Endlich wirst du schlafen, armer Wanderer. Verlöscht ist das Licht, tiefe Stille im Hause, dessen wohl verwahrte Pforte der Cerberus - Hausmeister hütet! Freundlich lächelt der Mond herein und wünscht mir: Gute Nacht, Herr Lieutenant!" Gute Nacht, lieber Mond!" Ein unendliches Wonnegefühl durch strömt mich. .Endlich allein mit mir!" . Und es kommt doch immer anders. als man's denkt. Ich hörte ein fürchterliches Gepolter mitten in der guten Nacht" und ein fchwarzer Mann torkelte herein. Er gröhlte mit heiserer Stimme Tarara-boom-dii" und schlug den Takt dazu mit dem Stocke gegen Thür und Tisch. Kein Zweifel er war's! Er. der gute Stud. med. Alphons Köhler, der sich bekneipt in seine alte Wohnung verirrt hatte! Jetzt wurde er meiner ansichtig und schüttelte sich vor Lachen. Servus da liegt ja Jemand in meinem Bett! Ich bin's nicht folglich ist es Jemand anders!" Ich merkte es gleich: hier mußte ich mal ausnahmsweise den Klüaeren machen. Er war so fchwer gelähmt, daß ich ganz vergebens parlamentirt hätte. Mag er hier bleiben, ich gehe in's Hotel schlafen. Er stimmt indeß den schwarzen Walfisch" an und ist eben beim Baktrerschnaps, als er' meine Uniform bemerkt. Servus das ist ja der Herr Pedell! Ah. Herr Pedell!" ruft er und versucht, sich zu verbeugen, es ist mir eine ganz specielle Wollust, Sie in alucks in glucks in meinen Apariementz (sie!) begru grüßen zu können!" Ich bin fertig und will verschwinden, aber er hängt .sich an mich und kommt nm!! Aawohl. der UnalückZ.

mensch kommt mit! Auf dem Wege r.? i jc i l

äty110 ilirme icy, wir rouroen eive der Länge nach hinfallen versichert er mich seiner unwandelbaren Gnade, Liebe und Ehrfurcht da kommt ein Wagen vorüber, ich lasse ihn stehen, Iprmge aus uno fayre. .Hotel Jmperial, Fiaker! Jawohl. Herr Baron!" Mit schier Lbermenscklicker Anstrengung. begünstigt durch eine Reihe der seltsamsten Zufälle und Fügungen, geiangle icy um. neun Uhr Morgens m den Besitz meiner Paradesorten und lonnle beim Negimente meine Einrückuna melden. Awei aerade anwesende Herren bat ich dann, ' meine Zeugen in der Affaire Lämmlein zu sein. Sie machten ihre Saä so exact. oay wir schon um ein Uhr Mittags nach der Heumarktkaserne fabren kannten. Die beiderseitigen Secundanten hatten diesen Ort zur Austragung des Ehrenhandels gewählt. Auf dem Wege oamn erzaylte ich den zwei Kameraden mein Abenteuer von gestern. Statt mitzufühlen, lachten sie wie besessen. Die Wohnung muß ich sehen," lachte Hauptmann Korprziwny. der eine meiner Zeugen. Herr Hauvtmann. Du alaubtt dock am Ende nicht, daß ich noch einmal . r rm ' vieie woynung betrete?" Es kam zum Schlagen. Im dritten Gang verletzte ich Herrn Lämmlein am Arm und er brachte mir eineTerz hinein". Ich gratulire." meinte Koprziwny. -Danke gehorsamst, Herr Hauptmann!" Der Oberarzt schüttelte, als er gebadert" hatte, den Kopf und sprach: Du fährst jetzt sofort nach Haus uno ruyrir lcy Mir vlerzeyn Tage nicht aus dem Bette." Aber ich muß ja eine andere Wohnung " .Nichts da! Da bleibst Du, wo Du bist und damit Punktum!" Ob's wohl so weiter geht in der gemüthlichen" Bude? Fechvogeps ZZrautsayrt. Humoreske von A. Goedecke. Bum, bum, bum, ging es an der Thür und Herr Pechvogel fuhr in die Hohe, als sei eine Kanone vor seinem Bette abgeschossen. Ehe er recht zur Besinnung kam, ging es wieder los und die kreischende Stimme seiner alten Haushälterin Eulalia rief: Herr Pechvogel, es ist 8 Uhr, Sie müssen aufstehen!" Müssen aufstehen? Richtig, heute wollte er sich befreien von diesem Drachen, der ihm nun schon 20 Jahre fein Haus zur Hölle gemacht hatte, und nur den einen allerdings großen Vorzug besaß, ausgezeichnet kochen zu können. . , Gestern aber war es ihm denn doch zu viel geworden. War es doch der ledte Taa des alten abres n?w,s,n und hatte sie ihm seine Sylvesterstim- .. r je r ! cm i Ion sruy ucorgens oaourcy aenommen. dak sie atmtmi hnih für folch' einen alten Mann, er war gerad' Vierzig geworden, schicke sich eine Herumschlemmerei am Sylvester nicht mehr, ein solider Mensche gehöre in's Haus und nicht in die Kneipe. Da hatte er sich fest vorgenommen, daß es diesmal das letzte-Mal sei. daß er Svlvesternackt nickt zu ftaufr sei. näckstes tahr woll er lmfhinnt an i j 7 " ' 0 Hause feiern und zwar in Gemeinschaft r v i y . in ' 1 icmci xyiau vieueicyr Und sonderbar als Abends in der Stammkneipe Scherzes halber Bl gegossen" wurde, hatte sich für Herrn Pechvogel aus der glühenden Masse ein Ring geformt, wie er nicht besser gedacht werden konnte. Wo wollen Sie denn hin, Herr Vechvoael? dock etwa nickt auf die Brautschau, Sie sehen ja aus wie ein zwanzigzahriger Junglmg, memte Eulalia beim frühstück, welckes sie wieder ungemein prächtig, seiner etwas katermaßigen Stimmung angepaßt, zugerichtet hatte. .Und wenn dem so wäre?", meinte Herr Pechvogel mit einem Seitenblick auf sie. .Dann würde ick lbnen viel Glück wünschen, was bei Ihnen recht angebracht ist, m Hinblick daraus, daß &t möglicherweise dann bald verhungern. Der Hieb saß. Denn Kochen? Ob seine Zukünftige es wohl verstand wie Eulalia? Er glaubte es mcht. Schon wurde er wankend, aber er Katte telearavbisck seinen Besuch aemeldet bei der Ausgewählten und der Ring, ja wenn der nicht wäre Also los zur Bahn. T(n X. anaekommen. erwartete ihn Fräulein Lilli Qovfenstanae schon am Bahnhofe, sich ungemein freuend, einen fo werthen Gast zu empfangen. Sttr Neckvoael bekam keinen aelinden Schrecken beim Anblick Fräulein Lilli's. Nck der Besckreibuna seines Xer Freundes, der ihm die Partie vermit- , t . ? -. tLTA r ii a zelt nanc, war ne erne looivnivt Dame Anfanas Dreißiger und nun diese Sovfenstanae schon ein bischen hart vom Winde mitgenommen. J i ? VI V er yane iinmrr gcun, "ö dZ, Namen oesedten Alters die besten Hausfrauen würden und Fräulein -, r je t.1 5!s ffot lül loar cgon rill uiun i an also eine ein bischen viel gute Hausfrau. Unter den freundlichsten v:riunoiminnm nack seinen Verbältnissen, bei deren ausführlichen Klarlegungen feinerseits, ihre Mienen immer süßer wurden, strebten sie ihrer Wohnung zu'. w . As tt Vll ne III iqilttl juuijnuunuym ietm anaekommen. woselbst einige Katers, Pardon Katzen ihn mürrisch b des Eindrinaens in ihr AllerheiligsteS ansahen, nannte sie ihn schon r SV m. mm consequent: Mem uever yriinan. Mutbia aemackt. erinnerte Herr Pechvogel Fräulein Lilli endlich an seinen knurrenden kaaen. ver ,qon

eine vierstündige Eisenbahnsahrt erduldet habe; er müsse sich wohl endlich nach einer naheliegenden Restauration begeben. Nein, mein lieber Christian, ich habe schon daran gedacht und werde mir erlauben, Ihnen eine kleine Erfrischung darzubieten." Sehr dankbar!" murmelte der liebe Christian." Er hatte schon ein Aroma unter der Nase gehabt, welches ihn sehr lebhaft an dasjenige erinnerte, welches er verschiedene Male gerochen hatte, wenn er an der Hoswohnung seines Hauses vorbeiging, wo die Frau Morgens das Mittagsessen auf den Herd stellte und dann einige Stunden klatschen ging, und wovon dann Mittags Eulalia jedesmal sagte: Sie hat wieder den Topf mitgekocht. Richtig, jetzt kam ein unbestimmtes Etwas, war es ein Hase oder war es einer der Kater, so zusammengeschmort und gebraten, daß man nur eine formlose fchwarze Masse mit vier, wohl die Beine vorstellen sollenden Knochen erkennen konnte. Gnädiges Fräulein, ich weiß nicht, mir wird, Sie gestatten wohl ein paar Schritte vor die Thüre, ich, ich meine Luft, ich sterbe." Seinen Hut, Stock und Ueberzieher ergreifen und zur Thür hinaus, das hatte Herr Pechvogel fertig gebracht. Ohne recht zu wissen, was nun werden sollte, steuerte er dem Bahnhofe zu, er hatte vollkommen genug von der Kochkunst Fräulein Lilli Hopfenstange's. Als er glücklich in seinem Coup6 saß, dachte er noch einmal über die Ereignisse des heutigen Tages nach. Wenn die folgenden Tage, Wochen und Monate noch mehr solchens Peches m ihrem Schooße hatten, na dann danke. Schon wieder zurück. Herr PechVogel?" empfing ihn Eulalia, das ist ja gut, da können wir ja gleich über den Zeitpunkt meines Abzuges sprechen." Beinahe fiel Herr Pechvogel auf den Rücken, Sie wollen fort, Eulalia? Warum denn?" Na, wenn Sie verheirathet sind, brauchen Sie mich doch nicht mehr." Ja, ich will ja gar nicht heirathen." Wozu sind Sie denn fortgewesen? Ich denke. Sie wollten sich verloben." Aber mein Essen Eulalia? ich habe mich schon lange an Sie gewöhnt, ihr Kochen Ja, das gefällt Ihnen, Herr PechVogel, aber ich will nicht immer in der Angst leben, das Haus verlassen zu müssen, wenn es Ihnen in den Kopf kommt, zu heirathen." Liebe Eulalia!" Solche Vertraulichkeiten verbitte ich mir, ich bin nicht Ihre Frau!" Herrn Pechvogels Magen machte einen gewaltigen Sprung. Ihre Frau" Aber Sie können es werden, liebe Eulalia", platzte er heraus. Ein triumphirendes Lächeln huschte über Eulalias Züge, dann sprach sie, nein, Herr Pechvogel, nun bleibe ich keine Stunde .mehr in Ihrem Hause, solche Scherze sich mir gegenüber zu erlauben, nein, es ist haarsträubend." Liebe Eulalia, ich habe Hunger und nur Sie können denselben stillen," mit diesen Worten nahm er all' seinen Muth zusammen, nahm die sichSiräubende in den Arm und drückte ihr einen herzhaften Kuß auf die noch immer vollen Lippen. Bei einer saftigen Rehkeule wurde die Verlobung gefeiert. So endete Herr Pechvogels Brautfahrt, und er hat den muthigen Entfchluß niemals bereut, denn auch wenn er sich einmal in der Stammkneipe verspätet hatte, so war doch' Eulalia glücklich, daß er überhaupt heimkehrte. Der richtige AuSdrnk. Einem hervorragenden französischen

Tragöden, dessen Mimik unübertrefflich ist, wurde kürzlich von einem seiner zahlreichen Verehrer so viel Schmeichelhaftes über fem geradezu phänomenales Mienenspiel gesagt, daß er sich bewogen fühlte, dem Kunstenthusiasten etwas von seinen Studien zu erzählen. Vielen Dank für Ihre gute Meinung", sagte er gnädig, doch mögen Sie es wissen, mem Herr, ich studire immer die Natur. In meinem Auftreten werden Sie stets die Natur sich widerspiegeln sehen." Nun, da bin ich doch neugierig zu erfahren, bei welcher Gelegenheit Sie sich jenen Ausdruck grenzenlosen Erstaunens zu eigen 'machten, mit dem Sie im zweiten Akt thatsächlich überwältigend wirken." Hm, den zu finden, das ist ! mir allerdings nicht so leicht geworden. Doch hören Sie. Ich suchte schon ! lange nach einem solchen Ausdruck, da fiel mir etwas ein. das vielleicht zum Jiele führen konnte. Ich ging zu einem Freunde und bat ihn. mir 100 Francs zu leihen. Er weigerte sich. X r W . je. )ies gao Mir iiouu iwu) iciucu Grund zum Staunen. Ich versuchte mein Glück bei mehreren anderen Bekannten.' Ueberall vergeblich. Endlich kam ich zu einem ehemaligen Collegen, der sich jetzt zur Ruhe gesetzt hat, und dieser war Willens, mir den Gefallen zu thun. Und als er mir die Note aushändigte, studirte ich in einem Spiegel meinen Gesichtsausdruck. Ich sah da freilich Erstaunen, doch es war noch nicht das, was ich wünschte. In das Staunen mischte sich vielmehr der Ausdruck des Verdachtes, daß die Note eine falsche sein könnte. Ich fing nun an zu verzweifeln." Wirklich?" fragte der Andere m athemloser Erwartung. Da schoß mir ziuletzt ein rettender Gedanke durch den Kopf. Ich faßte den Entschluß zu einer ganz ungeheuer!!chen That. Am nächsten Morgen begab ich mich zu dem ehemaligen Collegen und händigte ihm die hundert Francs wieder ein. In seiner namenloS erstaunten Miene sah ich endlich den Ausdruck, den ich su!:." '

Attcr AbcrgrauZc. Treten Sie nur Ihre Reise an keinem Freitag an, das ist ein Unglückstag " solche oder ähnliche Redensarten hört man gar oft, und zwar nicht etwa nur bei den Ungebildeten, sondern auch in den gebildeten Kreisen; und nicht nur über den Freitag und seine Unglücksdzutung. sondern über jeden einzelnen Wochentag sind die verschiedensten. abergläubischen Ansichten verbreitet. Der Volksglaube liebt es, fast allen Dingen symbolische Deutung zu geben, und so knüpfen sich denn auch von Alters her gute und böse Auslegungen an die Wochentage, deren Entstehung meist in die graue Vorzeit zurückreicht. Nur der Freitag scheint in

ezug aus zmt Teurung eine Wandlung durchgemacht zu haben, denn bei den alten Deutschen galt er als ein Tag des Glückes, welcher der Göttin der Liebe und der schönen Jahreszeit Freyja" auch seinen Namen verdankt. Freyja (Frigg) war die Spenderin alles Segens, ganz besonders in der Ehe, und galten am Freitage geschlossene Ehen und am Freitag geborene Kinder als ganz besonders vom Glück begünstigt. Dem entgegen sieht eine andere viel verbreitete Ansicht, daß Freitagskinder jung sterben, und Freitagsehen kinderlos bleiben, es dürfte wohl diese unglückliche Deutung des Freitags mit der Kreuzigung Christi zusammen hängen, wofür auch die Redensart spricht: Wer am Freitag ein Haus kauft (einen Handel abschließt etc.), lädt sich ein Kreuz auf." Der alte Spruch Freitagswetter Sonn, tagswetter", der zwar oft ephemär ist, zeigt hingegen deutlich ie ZusammengeHörigkeit mit dem Glückssonniag. Der Samstag oder Sonnabend, der Sonne geweiht, soll stets Sonnenschein" bringen, und wären es auch nur wenige Minuten, damit die heilige Maria ihr Linnen trocknen kann". Nach alten Ueberlieferungen giebt es alljährlich nur drei Samstage, an denen die Sonne nicht scheint. Dieser lieblich - christlichen Anschauung g g:nüber steht die altheidnische, welche den Sonnabend d. h. mehr die Zeit nach Sonnenuntergang mit düsteren Deutungen belegte, denn es durste kein Land bebaut werden, die Kunkeln mußten zur Nacht leer gesponnen sein, und Frau Holle hielt strenge Wacht über häuslichen Fleiß. Aber die freundlichen Anschauungen über den Samstag herrschen doch vor. Der Sonntag gilt allgemein und überall als Glückstag, wofür die Worte sprechen: Sonntagskinder Sonntagslaune Sonntagswett:r." Sonntagsheirathen sollen den reichsten Kin-. dersegen bringen, wohlthätige Werke. amSonntag gelobt, den größten Werth haben, und Sonntagsandacht wie Weihrauch zum Himmel empor steigen Sonntagsarbeit dagegen bringt Schaden", Sonntagsernte wird von Ungeziefer gefressen", Sonntagshcu verdirbt". Der Montag, zu dem Monde in Beziehung stehend, wird veränderlich wie auch dieser gedeutet, und in Frankreich heißt es. jeder Mensch habe im Leben vier Unglücksmontage zu erleiden. An einem Montage solle man keine wichtigen Geschäfte beainnen. keine Vertrage abschließen, kein Verlöbniß. keine Ehe eingehen: dagegen sollen Beschäftigungen in Wald und Flur, wie säen, pflanzen, pflügen, ernten. Bäume fällen, ackern etc.. überhaupt alles, was auf die Fruchtbarkeit der Fluren Bezug hat, mit Vorzug am Montag gethan werden. Der. Dienstag zählt wieder zu den Glückstagen.an welchem man mit Vorliebe Ehepakten und Kaufverträge abschließt, Lotterieloose wählt, in einen neuen Dienst tritt etc. Lustbarkeiten. die auf einen Dienstag geplant sind, sollen stets von bestem, fröhlichstem Erfolg sein; Dienstag geschlossene Ehen die wenigsten Frauenthränen sehen, und Dienstagskinder mit großer Leichtigkeit lernen, Knaben demKriegsoder Geiichtscimst besonders (old sein, was wohl wieder auf ältere Anschauungen zurückgreift, da bei den alten Deutschen dem Zio oder Tyr. dem Kriegs- und Gerichtsgott, der Dienstag geheiligt war. ,Der Mittwoch gilt als der Tag des Schwankens zwischen gut und böse, der Tag der Mitte zwischen freundlicher und trüber Deutung. Wer am Mittwoch erkrankt, foll unter acht Tagen nicht gesunden, und wer am Mittwoch Geld gewinnt, soll es wieder verlieren. .Mittwochsarbeit Mittelarbeit" heißt es sprichwortartig in manchen Gegenden, und Mittwoch Unglück nur halbes Unglück", tröstet wieder ein anderer Spruch. Mittwochsehen sollen flatterhaft, und Mittwochskinder unbeständig sein, und Mittwochssaal in die Halme schießen. Donnerstag, von Donar, dem Donnergott (Thor) herrührend, gilt als Tag besonderen Schutzes der Ehe und wie Donar Schützer des Ackerbaues. Förderer aller Cultur. Gott des Gewitters war. so schreibt man dem Donnerstag auch heute noch in jener Beziehung besondere Macht zu. Daß man den Donnerstagskindern große K'örperstärke nachsagt, mag auch auf die Mythologie zurückzuführen sein, da man Thor den Bekämpfer aller Unholde, besonders der. Riesen, nannte. So wechselt Ernst und Freud, Glück und Leid in bunter Folge bei den Deutungen der Wochentage, die ein treues Bild der Lebensanschauungen des Volkes geben, deren Einfluß aber aus alter, sagenhafter Zeit noch hinübergreift in unser aufgeklärtes -Jahr-hundert. PrompteWirkung. Mutter: Der Assessor hat wohl große Au--gen gemacht, wie Du ihm von der reic,ry. Erbtante erzählt hau v Todter: .3. xo sae Dir. im selben Auaen--UM li2 er auf dz Knin."