Indiana Tribüne, Volume 21, Number 174, Indianapolis, Marion County, 13 March 1898 — Page 2

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SrülKkicheLieve. ! ' Von Zt. Theodor Kirrer. Du hast 5 gefthen, da stiller, nachtwandelnder Mond! Txin sanftes Licht umfloß die kleine Hütte auf felsigem Waldesbange und ergoß sich über Berg und Thal, daß die Landschaft ringsum in mattsilbern slinmerndcm Scheine dämmerte. Da sahst du, wie dn Bmsche vor der Hütte schöchtern die Hanfe des jungen MadchenZ faßten

Flüsternd that er ein Frage an sie. Sie aber senkte ra holder Berwn rung den Kopf und w sie wortlos em Präger stand, da faßte sie duser in seine Arme, druckte sie an. föne Jönrn und lüftie fce. Er küßte ihr hat Mund, füfrte ihr Augen und Stirne und sie lag stumm, glückverloren, vor 'Seligkeit wehrlos m semen Armen. Die Sterne 16m am Himmel alt tzerten heller cÄf, süßer duftete' der Wald unter dem Hauche yernurch slu -sternden Winkes und Nachhallen j belten in den 'Büschen. Plötzlich efor fuhr daZ Mädchen auf, rang fich aus den Ttt chaltenden Armen los und flüchtete :in die Hütte Das hast "du gesehen, $a stiller, nachtschleichender Geselle nnid als im Osten die Morgenrothe das 'goldene Thor dem jungen Tag öffnete, -da hast du es ihr ausgeplaudert. D jungfrauliche Aurora aber rothete ob dezner Geschichte, daß Himmel mnd Erde darob ra rosigem Lichte erstrahlte.: schämig blickte sie zur Erde unda sah sie das Madchen reisefertig, ihr ärmliches Bündel m der Hand vor dem Burschen stehen. Wie?" beginnt dieser, Du Du willst gehen?" Schweigend läßt sie $cn Kopf sinken. So chne Abschied willstDü'fort unter die Menschen, -hie Dich so erbärmlich behandeln? -Weißt Du denn nicht mehr! ?" O, ich weiß", versetzt das Mädchen leise, ich weiß, daß ich überall bei Seite geschoben, gestoßen und getreten worden, daß Du mich im Walde elend und hungernd gesunden " Nicht das" will Pe unterbrechen. O, 7a und daß -mich Deine Mutter gütigst ausgenommen, gepflegt und Du " Und ich Dich liebe! und hat mir gestern nicht Dein Mund, nicht Dein pochendes Herz gestanden ?" Ja, ja!" entgegnet sie traurig Zächelnd. Doch muß ich fort; laß mich in Frieden ziehen lebewohl!" Und sie reicht ihm fcie Hand zum Abschied. Er hält ihre Rechte 'fest und blickt irüb in das Land hinaus. Tief imten im Thale liegt zwischen wogenden Kornfeldern ein Dörslein. Die Morgenglocken klingen lockend zum Waldessaume herüber. Schwalben kreisen um den alten Krrchthurm und das goldene Kreuz darauf glänzt wie ein Stern aus dem tiefblauen Himmel. Von fern her grüßen blauende Berge und darüber steht, duftig zart auf das Firmament hingehängt die erbleichende Scheibe des Mondes. Doch der Bursche sieht nichts fcon all dem. Aber warum?" wendet tx sich wieder zu dem schönen Kinde, warum willst Du mich verlassen?" Da schlägt sie ihre sanften, ihränenschimmernden KmderauFen zu ihm auf: Weil ich Dich liebe", sagte sie leise, so sehr von Herzen liebe!" Und darum!" ruft er in bitterer Verwunderung. Darum!" versetzt sie mit bebender Stimme. Du wärest elend unter den Menschen, wie ich es gewesen und sein werde, bliebe ich bei Dir. Du wurdest, in Deiner Liebe glücklich, unglücklich im Leben sein!" Unglücklich mit Dir?" wiederholte er zweifelnd. Seltsames Wesen." Doch plötzlich tritt er näher an Sie heran. Doch sage" ruft er, als wir Dich um Deinen Namen frugen. da flehtest Du uns an, nicht die Frage zu thun " Weil ich allen Unheil bringe, bei denen ich weile, und auch ihr mich vertrieben hättet wie überall alle so ihr gewußt, wer ich bin!" Seltsames Wesen! Doch sprich' W, wer bist Du? Sprich!" Sanft befreit das Mädchen ihre Hand von seinem Griffe. Lebe wohl und Gott segne Dich ! Ich bin die Bescheidenheit!" und sie wendet sich zum Gehen. . . Das hast du gesehen, da aber erloschest du im siegenden Glänze der Sonne. Und es war ein leuchiender, herrlicher Sommermorgen. Der rücksichtsvolle Sohn. Sohn: Heute hat mich der Lehrer gefragt, ob Du mir bei der französischen Aufgabe geholfen kättest?" Vater: Hast Du es eingestanden?" Sohn: I bewahre ich werd' Dich doch nicht blamiren!" Bitte. Hänschen (zum Pantoffelhelden): Ach, Papa, nimm mich doch einmal mit in den zoologischen Garten; ich möchte gern einmal ein richtiges Rhinoceros sehen!" Na na ! Junge Frau: Liebe Freundin, können Sie mir nicht ein neues Kochbuch empfehlen? Aus meinem jetzigen schmeckt meinemManne partout nichts!" . . , Vom Exercierplatz. Lieutenant (einen Rekruten mit großen Ohren erblickend): Feuerwerker Haschke. wie heißt der Mann da mit den Schalltrichtern?" Es gibt Geistesblitze, die den einzelnen erleuchten, die Menge aber verheeren, wenn sie bei ihr zün-den.

AieSchrüssersonate. Von Mar Hirschf5ld. ßcherzando con deslderio.

Sie saften aus dem Balkon und aih meten die würzige Frühlingslust ein. Jahr waren sie verheirathet, und sie hatten sich während dieser Zeit recht glücklich gefühlt. Jetzt allerdings ic.1. f f r i acqic icq 'Oiz sJiuaji jiaj einem Dritten im Bunde, einem kleinen Weltbürczer, scho fühlbar, am meisten bei der jungen Fcau. Sie hatte es sich so sehr gewünscht. Ein Junge sollte es sein, Arno sollte er heißen und ganz 'dem .eliebten Zltten gleichen. Seine Sehnsucht Mir anderer Art. Ein Jiuage wäre ihm ja auch recht gewesen, aber nock mebr er stand es sieb selbst kaum ein die unbeschränkte er r:: . v . .srjc."rr. rei Äcijuijumjmirci vzie jauäiucu vji Hentlich brauchte er ihn garnicht, da er w - .y. . yy . t l 5 wxü nur auc sonnano IN ole .Stammkneipe aina und einem freiwil iligen Gelübde gemäß stets vor zehn Uhr heimkehrte. Aber doch. er wollte wenigstens das Bewußtsein ha ben .... k Nun, lkurz und gut, sie saßen auf 'dem Balkon, und ieder dachte an das. was er zur Zeit c& heißesten wünschte. 125 Ware sur Dich eine so schone Abwechslung, Heinrich, wenn Du ihn yattest , unterbrach die junge Frau das Stillschweigen. Die beiden Gatten waren gewohnt, ihre Gedanken aus den leisesten Andeutungen zu errathen, daher sagte sie einfach ihn . Das ist wahr", erwiderte Seinrick erfreut, ich dachte es mir auch so schön. wenn ich ,yn immer mit nnr herumnagen wurde. Ach nein. Du würdest ihn fallen aalten. Aber Laura. Du haltst mich imrner für so ungeschickt. Ich könnte ihn ia in ein Etui leaen " Wie komisch ! Eine Matratz:, meinst xju " Nenn' es, wie Du willst, Laura, aoer ta? mutz lhn ya.ben, ohne ihn ist man gar kein Mann, - Das ist wahr. Heinrich." .Und was Deine Anast betrifft, da ich ihn verlieren könnte, nun, im Ichllmmsten Falle kaufe ich einen neuen." Laura fuhr erschreckt empor. Was sagst Du? Einen neuen kaufen? Wir haben doch keinen SclavenHandel. Unerbört! Einen neuen Sohn will er sich kaufen." Nicht doch, einen neuen Hausschlüssel." Ach. davon sprachst Du. o den Hausschlüssel soll Du haben." Heinrich umarmte sein Weibchen zärtlich. Aridante con dolore. Wieder safcen sie auf dem Balkon. Es war ein lauer Sommerabend. Heinrich schaute von Zeit zu Zeit übe: die 'Brüstung nach einem elektrischen Licht, 'das aus der Ferne hinüberstrahlte. Dieses Licht gehörte der Pschorrbrauerei an. Heinrich." saate Laura in webmllthigem Tone, ich weiß, woran Du denkst." Unmöglich!" erwiderte er überrascht. Eine Weile war sie still und seufzte nur. Dann begann sie wieder: Heinrich, kennst Du die Geschichte von Polykrates? " Poly... aha! über seinem Haupte hing ein Schwert, und außerdem hatte er einen Freund, für den er bürgen wellte ..." Nttrt.&uuich. daö verweckselst 5m Polykrates warf das Liebste, was er hatte, in's Meer, um nicht den Neid der Götter zu erregen. Willst Du nicht auch " Nein, icy gebe ihn nicht her," rief Heinrich und seine Finger krumpften sich um den Hausschlüssel, den er in der Tasche hielt. Diesmal hatten sse fich verstanden. Laura stöhnte leise, und Heinrich erinnerte sich plöklich. dafc er mit einem Geschäftsfreunde ein Rendezvous vervoreoe: yaoe. lir eilte davon. Es war. Nicht Sonnabend. Allcgretto. O Du elender Mensch, ' die ganze Nacht durchbummelt, sollte man es glauben! Sieben Uhr Morgens haben wir jetzt, es ist heller Tag, und va kommt er an, taumelnd wankend m Aber, lie a be Laura, i i ich versichere Dich, ich bin noch ga ganz nüchtern ..." St'.ll, kein Wort weiter! Augenblicklich giebst Du den Hausschlüssel her. Meine Geduld hat ihre Grenzen. Hörst Du nicht, den Hausschlüssel will ich babtn." Äb:r Lie Lie a Liebchen, Du siehst doch, da da daß ich ihn überall suche, ich finde ihn nicht Laina stürzte auf ihn zu und visltirt seine Taschen. Nnn, wirklich, er hat ihn nicht, er hat ihn verbummelt oder versteckt oDu " Anna, das Dienstmädchen tritt ein. Hier. Madame, der Hausschlüssel!" Wo lag er?" Unten vor der Thüre im Rinnsteint. Finale con moto. Er saß finster brütend da. Sie hatte ihm richtig den Hausschlüssel entzogen. - Schon vier Wochen lang entbehrte er ihn. Sie trat zu ihm, verlegen lächelnd: Wekßt Du Heinrich, nun kriegst Du ihn doch." Er sah sie erstaunt an, er wollte ihren Worten nicht trauen. Ist es Dein Ernst. Laura?" Ganz gewiß, Du kriegst ihn." Q Du mein liebes Weib! Jetzt kann ich es Dir ja sagen, eö war mir nur um die Ehre zu thun sonst hätte ich ihn garnicht haben wollen." .0 pfui, Heinrich, das ist recht

schlecht von Dir. Nur um t Ehre 1 Es ist doch schließlich mehr Freude, alö Ehre." Freuen thu' ich mich natürlich. Deinctwegen. Ich hätte nicht geglaubt, daß Du im Stande wärest " Aber, Heinrich." . Ich werde ihn nun aber zu würdigen wissen." Na. wer weiß! Wenn er Dir zuviel schreit " Wie? Was? Der Hausschlüssel sollte schreien ?" .Der Hausschlüssel? Wer spricht denn vom Hausschlüssel? Wie kann tm Mann, der im Begriffe ist, Vater zu werden " Mit einem Ausrufe höchster Freude springt er auf und umarmt sie. Vater? Ich Vater? Q Laura jetzt will ich n mehr an den Hausschlüssel denken." Und ich gebe ihn Dir morgen." Sie gab ihn aber nicht. Und da? war auch nicht nöthig, denn Heinrich hatte jetzt vollauf mit den Vorbereitungen zur würdigen Erziehung seines SohneS zu thun. Saröencharaktcristik. Won P. Doulberck. . Alle Dinge um uns her sind in das Gewand der Farben gekleidet, die verschiedenartig wie sie sind, auch die ver-

schiedensten Empfindungen und Stim mungen m uns erwecken. Die Künstler der Farbe, die Maler, wissen dies wohl und verstehen mit dem Inhalt ihrer Paletten .auf ihren Gemälden Stimmung zu machen . Es ist lohnend, sich ein wenig in die Eharaktensnk der Farben zu vertie fen, den Eindruck, den wir unbewußt empfinden, in klare Worte zu fassen. Das zarte Blau hat etwas Geheim nißvolles. Märchenhaftes. Die blaue Blume winkt lm deutschen Märchen Walde und weckt die Sehnsucht der Jugend, wie d dustige, blaue Ferne, welche Berg und Thal mit verschönern dem, verlockendem Schleier umwebt. Auch das weite Meer, m sanftes Blau getaucht, weckt d Sehnsucht, des Be fchauers nach fernen, unbekannten Landern. Smmg wie das Vergißmeinnicht, und elegisch wie dessen Deutung, ist es diese Farbe, welche das poetische und schwärmerische Gemüth bevorzugt. Rosa ist, wie die Blume, deren Namen es trägt, die Farbe der Liebe, und die Empfindung, welche sein Anblick erregt, deckt sich am besten mit dem Begriff lyrisch". Warm, jugendlich und heiter, kleidet es mit seinem schönen Licht die Lebens- und Liebeslust. Es ist die Farbe der Jugend und Schönheit und der Gesundheit. Der junge Morgen kleidet sich in rosige Töne, und die erröthenden Wangen desMädchens erzählen von dem beginnenden Erwachen ihres Herzens. . Roth ist die Farbe der gewaltigen, tief eingreifenden Gefühle und Handlungen, die Farbe der Leidenschaft. Roth ist das Blut, roth ist die Pracht der königlichen Purpurs, der heißen Gluth, der verzehrenden Scham: roth ist eine dramatische Farbe, deren erregende Wirkung selbst Thiere empfinden. Sein Anblick macht Puter und Stiere zornig; das berüchtigte rothe Tuch spielt leider noch immer seine traurige Rolle in den spanischen Stiergefechten. Die Theater dekorirt man wirkungsvoll mit vollem Roth, denn es regt die Nerven auf und bereitet schon bei geschlossenem Vorhang auf eine kommende Handlung vor. Gelb, golden, m dir Farbe der Pracht und Herrlichkeit. Golden ist die Sonne, deren allmächtiger Strahl das Leben erweckt, und golden funkelt das Geld, welches, von Hand zu Hand gehend, Nahrung und Kleidung erwirbt. Dunkelgelb ist eine nahrhafte, gesättigte Farbe. Dunkelgelb, ins Braune, Rothe, Weiße und Grüne spielend, sind fast alle unsere Nahrungsmittel, vornehmlich Brot, Kartoffeln. Kuchen, Pilze, allerlei Früchte und Gemüse, Bier und Thee. Genußmittel, welche in ungekochtem Zustand genossen werden können, kleiden sich in lachendere. poetischere Farben, wie Salat und Radieschen, und vor allem die Beeren und Früchte. Doch läßt sich über das weite Gebiet der Küchenprodukte ebensowenia eine feste Farbenregel aufstellen, wie man die verschiedenen Dinge selber m einem Topfe kochen kann. Braun ist die Farbe der lieben Prosa, so recht eine Gebrauchssarbe, welche geduldig eine ganze Menge Schmutz beherbergt, ohne doch selber daran zu Grunde zu gehen. Deshalb sind unsere Fußböden in Braun gekleidet, deshalb weisen die Gegenstande des täglichen Gebrauchs, die Tische, Stühle und Schränke um uns her das geduldige, tolerante Braun auf. Brau ist so recht das Kleid der Arbeit. , Grau, theurer Freund, ist alle Theorie" sagt Goethe in seinem Faust; angekränkelt ist es von des Gedankens Blässe. Ein Bild der Unklarheit, der Dämmerung und des Nebels, entbehrt es aller leuchtenden Strahlen. Grau, eil! Bild der Unthatlgkeit und abwartenden Neutralitat. ist em angemessener Hintergrund für thatenlustige und thatkräftigere Farben, die sich am glänzendsten und freudigsten von seiner Bescheidenheit abheben. Doch Grün (ist) des Lebens ew'ger Baum" fährt Meister Goethe in dem oben begonnenen Citat fort, in welchem er Grau und Grün gewissermaßen als Antipoden gegenüberstellt. Die treibende, schaffende, sich ewig erneuernde Natur kleidet sich in lachendes Grün, dunkler der Wald, wenn über dfe erste, weiche Jugend seiner Blätter Sturm. Regen und Hitze dahingeaangen sind. Erst wenn der Herbst seine .Gaben dem Menschen in den Schooß

gelegt hat, stimmt die Natur Missermaßen ein Jubellied an, indem das ernste Grün in leuchtendes Gab und prächtiges Roth verwandelt, um ihren wohlverdienten Abend zu feiern. Umgeben von dem Grün der Wälder und Matten, gedeihen Mensch und Thier am besten. Grün beruhigt die Nerven; es tröstet gewissermaßen die in den Mauern der Städle nach Ruhe, Kühlung und Einsamkeit Schmachtenden. Grün ?st die Farbe der erfüllten Hoffnung und der Zufriedenheit. Lila ist die Farbe der Sanftmuth. Stimmungsvoll wie das Blau, theilt es ein wenig dessen Hinneigung zum Elegischen, um sich in bescheidener Zurückhaltung mit seinen rothen Bestandtheilen weichen, lyrischen Gefühlen hinzugeben. Gedämpft, ' freundlich und wehmüthig, erwirbt es ohne laute Leidenschaft stille Zuneigung, wie die

holde Fliederbluthe, welche die FriedHofe mit ihrem unvergleichlichen Duft erfüllt. Weiß endlich, welches in sich alle Farben vereinigt, die der Regenbogen hat. ist so recht die Farbe geistiger und leiblicher Vornehmheit und Unschuld. Sein blendendes Kleid wird durch die geringste, unreine Berührung schmutzig. Rühre, mich nicht an", so scheint es ängstlich zu mahnen. Die Braut, welche dem Bräutigam fleckenlos in die Arme gelegt werden foll, sie wird m zartes Weiß, gekleidet, und ist auch der Schleier, zum Zeichen, daß Sittsamkelt und Unschuld sie bis dahin von allem Unreinen schieden. Von duftigem Weiß ist die Blüthe, welche dereinst die kostliche Frucht hervorbringen soll; deshalb ist seine Reinheit zugleich verheißungsvoll und Freude erweckend, Freude und Erwartung ausdrückend. Weiß ist eine festliche Farbe. Schwarz!- ist schwarz eine Farbe ? Dumpf und gierig scheint es alles Licht, alle Freude, alle Farben verschlungen zu haben. Schwarz bedeutet ewiges Schweigen, Nacht, Nichts. Schwarz ist die Finsterniß des Grabes, der Tod, der furchtbare Ernst des Lebens. Schwarz sehen, schwarz malen, ist Unglück ahnen und prophezeien. Wer seine Farbe, seine Individualität nicht bekennen will auf dem Jahrmarkt des Lebens, der nimmt die fchwarze Maske vor und bekleidet sich mit dem nichts bedeutenden Domino. Wer schwarz trägt, will nicht auffallen, begiebt sich in den Schutz des Unbeachtetseins, des Schattens. Aus diesem Streben heraus erklän sich auch wohl die heutige Vorliebe für das Schwarz in der Kleidung. Die Abgeschlossenheit. welche die" jetzige Geselligkeit im Gegensatz zu den gemischteren, harmloseren und bunteren Vergnügungen vergangener Jahrhunderte charakterisirt, drückt sich ebenfalls in derVevorzugung des schwarzenFestgewandes aus. Ohne starkes Selbstbewußtsein und eine eigene Geschmacksrichtung verschwinden bescheidene, diskrete, unscheinbare, aber auch hochmllthige Leute unter seinem deckenden Mantel. Schwarz drückt zugleich den Mangel an Lebensfreudigkeit aus, die unsere harte, unfreudige Zeit nicht in uns auskommen läßt. Wenn wir so vollberechtigt von einer Charakteristik der Farben sprechen können, läßt sich, an der Hand eingehender Beobachtungen, von der Kleidung der Frau, von der Einrichtung der Wohnung wobei allerdings auch die Laune der Allbeherrscherin Mode in Betracht zu ziehen ist , von den mit Vorliebe getragenen und angewendeten Farben recht wohl ein Rückschluß ziehen auf Charakter und Sinnesart der Trägerin und Bewohnerin, auf die Dissonanzen oder die Harmonie ihrer Seele. ' Der erste ufz. Von E. HeUm-ch. Ein sprödes Mägdlein wollte nie Den schmucken Liebsten küssen. Umsonst blieb Bitte. Red' und Rath, Was er versuchte, was er that, Hat's bleiben lassen müssen. Da kam er einst, die Augen naß, Und sprach: Nun geht's an's Meiden. Muß jäh auf eine Reise fort. So gib mir noch em Mschiedswort, Und inen Kuß zum Scheiden!" Ach, daß der Liebste scheiden müßt'. Sie wollt' es fast nicht glauben. Vor herbem Schmerze und Verdruß Gab sie ihm schluchzend einen Kuß Und ließ sich einen rauben. Doch Tags d'rauf war er wieder da Und sprach: Ich reis' erst morgen Beim allerfrüh'sten Sonnenstrahl. Kuß mich zum Abschied noch einmal!" Sie that's voll Gram und Sorgen. Dock als er 's dritte Mal versckob. Die Reise in die Ferne Da merkte sie ja wohl den Trug, Schwieg aber mäuschenstille klug: Jetzt küßte sie schon gerne! Tthxt Auftassuna. Freundin: .Nun. Loni. wie aebt es Dir denn bei Deiner neuen Herrschast?" Loni: Die Behandlung ist aut: aber sonst ist meine Serrsckaft sehr knauserig. Den Winter soll sie soWM A A t. m f jm. iui wu uucu auuiiuycu, ivuiujcin lich um Holz zu sparen." Verlosende Aussicht. Sie annoncirten dock ein fein moblirtes Zimmer mit schönster Aussicht? ffem movurt ijt's ja; aber Aussicht finde ick keine!" .Na. feben Sie sick mal das Haus dort drüben an: das gehört dem mehrfachen Millionär Reickenberaer. und der Mann bat drei hübsch heranwachsende Töchter!" Unsere eigenen Fehler mißfallen uns meist erst, wenn wir sie an anderen sehen. An mancken M sck-n findet man nur deshalb nichts, weil man Nicyls mmer lynen sucht.

Der Schwager. Humoreske von Cisenberger Endlich war sie feine Frau, das hübsche, eigensinnige Evchen. Wie lange hatte er sick auf diese Zeit gefreut, nachdem er oft genug das Hangen und Bangen in schwebender Pein während des Brautstandes ersahren mußte. Denn Evchen hatte ihr Köpfchen für sich, Trotzen und Schmollen verstand sie aus dem ff. Dafür war

ste auch das einzige und verzogene Kmd einer Excellenz, hatte kein sonderliches vermögen, war aber gewohnt, um so größere Ansprüche zu machen. Und doch hatte der bescheidene Amtsrichte? Benno von Kühnen ihre Zuneigung errungen, vielleicht gerade wegen der Ausdauer, mit der er ihre Launen ertrug. Nun waren die Beiden ein Paar und es ging auf die Hochzeitsreise. Nicht nach dem sonnigen Italien, nem, nach dem sachsischen Erzgebirge. Frei lich, es hatte lange gedauert, bis er Evchens Zustimmung zu diesem Plane erlangte. Aber das Erzgebirge war Benno's Heimath und hoch oben in der Kreisstadt lebten seine alten Eltern, die wegen ihrer Gebrechlichkeit der Trau ung nicht hatten beiwohnen können. Denen galt die Reise. Benno war glücklich. Wie schmiegte sich sein Evchen an ihn, als sie so selbander hineinfuhren in den fchönen Frühlingstag! Sie fühlte gewiß, daß sie eines Schutzes bedürfe in der weiten Welt, wenn Papa und Mama, Gesellsckaftsdame und Tante nicht als Gluckhennen bei ihr waren. O, wenn es doch immer so bliebe! dachte Benno und zog sein zartes Frauchen an sich, denn die Beiden waren allein im Coup6, das hatte er sürsorglich bewirkt. Es war ihm elgent lich sonderbar zu Muthe, daß sein Evchen mit einem Male so ganz wunschlos geworden war, so ganz einer Meinung mit ihm. Sie koste und lachte und freute sich. Sie gab sich so anmuthig und natürlich, wie es Benno noch gar nicht an ihr bemerkt hatte. Freilich, so ein süßes, trauliches Alleinsein war ihnen auch noch nie beschieden gewesen. Papa Excellenz hatte doch recht gehabt: In der Ehe verwandelt sich das Weib in wunderbarer Weise. Ein tüchtiger Ehemann wird seines Weibes Meister, wenn er auch vorher der Sklave des Brautstandes war. Daran dachte Benno und jubelte. Er hätte die ganze Welt umarmen mögen. So nahe schon der Heimath mit seinem Glück! Denn eben hatte der Schaffner abgerufen: Schwarenberg! Hier hörte die Eisenbahnfahrt auf. Man war am Fuße des Erzgebirges angelangt und die Postfahrt über das Gebirge nach der Kreisstadt Annenheim sollte beginnen. Evchen fühlte sich plötzlich wieder UNter Menschen. Und unter Menschen muß man zeigen, daß man die Tochter einer Excellenz ist. Es wurde darum die hochmüthigste Miene aufgesteckt, die ihr zu Gebote stand, und verächtlich schaute die junge Frau auf den Plebs, auf die Gebirgler, die in ihren Trachten ebenfalls den Eisenbahnwagen entstiegen und hin und wieder einen frohen Juchzer hören ließen. Benno mußte sich um das Reisegepäck kümmern und so stand Evchen etliche Minuten allein. Sie sah, wie Benno auf den bei seinem Gefährt stehenden Postillon zuging, ihm kräftig die Hand schüttelte und hörte ihn sagen: Ich grüß' Euch, Schwaaer! Auch noch auf dem Posten? Lange nicht gesehen! Wie geht's?" Der Postillon lüftete seinen Hut, verzog sein breites Gesicht zu einem Grußen und erwiderte Verschiedenes im Dialect, was aber Evchen nicht verstehen konnte. Sie war puterroth vor Aerger geworden, trippelte hin und her. schüttelte den Kopf und als sie gar merkte, datz der Postillon nach ihr hinsah, da war es vorbei mit ihrer Beherrschung. Benno!- rief sie ärgerlich. Der hatte unterdeß schon die nöthil en Aufträge wegen des Gepäcks gegen und war :m Nu an ihrer lelte. Was befiehlt mein Schatzchen? Ich mußte nur das Gepäck besorgen und habe dem Schwager etliche freundliche Worte gesagt. Ich bin oft mit ihm auf dieser Tour gefahren und der treue Mensch freut sich herzlich, daß " Genug, genug," unterbrach ihn Evchen ich mag nichts mehr hören! Führe mich hier weg. sonst werde ich noch ohnmächtig über so viel Ehre!" Benno war starr vor Berwunderung; aber er kannte sein Kindchen. Da hieß es sofort nachgeben, sonst war eö um die Freuden der Reise gethan. Er führte sie nach dem Postwagen. Gott sei Dank!" sagte er, da gibt's Platz genua!" Es saß nur ein dicker Herr, dem Aussehen nach ein Metzger, in der einen Ecke. Am anderen Ende ließen sich die Beiden nieder. Kurz darauf begann die Fahrt. Evchen fprach lein Wort. Sie stöhnte nur ab und zu auf. Benno gab sich alle Mühe, die Ursache dieser Stimmungsänderung bei feiner Frau zu erforschen. Vergeb lich. Doch rang sich ein: Ach, Mama! Ach. Mama!" über ihre Lippen. Aha, dachte Benno. das Heimweh beginnt! So früh schon? Erversuchte sie nun zu trösten, er wollte ihr die Gegend zeigen, nannte sie mit tausend Kosenamen. Alles half nichts. Sie drückte ihr Köpfchen in die Wagenecke und war nicht dazu zu bewegen, ihn auch nur anzuschauen. Schon war die nächste Station in Sicht. Der mitreisende Dicke beugte sich zum Fenster hinaus und rief: Schwager, in Raschau kneipen wir eins!Evchen horchte auf und fing plötzlich an zu weinen: . Ich will nach Hause zu Mama und Papa. Bring' mich nach Hause!" Nun wußte sich Benno keinen Rath mehr. Der Dicke war auch aufmerksam

geworden und lächelte vielsagend. Was thun? Kind." wagte er einzuwenden, Kind, Du bist krank! Bald sind wir bei meinen Eltern, die pflegen Dich! O Evchen, fage es mir, wo es Dir fehlt, mein Herzblättchen vielleicht unterbrechen wir die Reise und befragen hier einen Arzt" Er mochte vorbringen, was er wollte, sie weinte nur um so heftiger. Und schließlich stieß sie mit den Füßchen auf: Nach Hause will ich! Bring' mich nach Hause! Sofort!" befahl sie. Schon hielt der Wagen. Sie trocknete ihre Thränen, verschmähte seine Hilfe beim Aussteigen und that, als

wenn nichts geschehen wäre, nur ihn beachtete sie mcht. Schwager!" rief er dem Postillon zu, der auf dem Bocke saß, Schwager, ich muß die Reise unterbrechen. Meldet es meinen Eltern, wir könnten erst mit der nächsten Post kommen, müßten hier etwas ausruhen, da meine Frau leicht unwohl geworden sei. Behüt' Euch ott!" Der Postillon versprach, sofort nach Ankunft den Eltern Venno's die Störung schonend mitzutheilen, wünschte der gnadigen Frau gute Besserung, luf tete den Hut: Behüt's Gott!" und schon rollte der Postwagen dahin. Benno wollte nun seine Frau bewegen, mit in das Gasthaus zu kommen. Ein Zimmer sei gewiß aufzutreiben und wenn sie ausgeruht sei, dann wäre wohl auch Alles wieder gut. Aber davon wollte Evchen durchaus mchts wissen. Eine Droschke! Sofort!" befahl sie. dann nach Schwarenberg zurück und Mit dem nächsten Zuge zu meinen El tern!" Es blieb Benno nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Der Wirth stellte ein Gefährt und im Galopp ging es dem Bahnstädtchen zu. Evchen fprach kein Wort mehr und Benno hatte Zeit, auch seinen Gedanken freien Laus zu lassen. Das geht a gut an, dachte er. Ja, ia, Papa Excellenz hatte doch recht. In der Ehe verwandelt sich das Weib in wunderbarer Weise! Vrrr! Die Frau wird ihres Mannes Meisterm und die gern getragenen Sklavenkettchen des Brautstandes verwandeln sich in klirrende Ketten, die schwer ab zuschütteln sind. Nun, Papa und Mama Excellenz, wurden ihm helfen, das wußte er, denn Evchen war nun nicht mehr das verzogene Töchterlein, sie war seine Frau, die Frau des wohlbestellten Amtsrichters Benno von Kühnen. Daran ließ sich nicht mehr rütteln. Gewiß bäumte sich die jungfräuliche Seele seines Evchens auf gegen die Herrschaft des Mannes. Es war sicher dle Reaction aus den Tau mel der letzten vierundzwanzig Stun den. Aufregung nichts als Aufre gung! Der ersten Erschlaffung im Bahnwagen war das Erwachen gefolgt und nun probirte die Frau zum ersten Male die Herrschaft ihres Willens, sie schwang den Pantoffel. In eigenthümlicher Weise zwar, aber ganz würdia der Launen, die sein Evchen. ihm bereits als Braut zu kosten gegeben und die er als gereifter Mann belächelt und entschuldigt hatte, wie ein Erwachsener die Launen eines Kindes entschuldigt. Sein Evchen war ja erst achtzehn Jahre alt, da ließ sich gewiß in Güte und Liebe noch manches am Charakter ändein! So spann sich Gedanke an Gedanke, ohne daß Benno eine rechte Erklärung für das Verhalten seiner jungen Frau fand. Aber schon war Schwarenberg in Sicht. Der nächste Zug ging auch bereits nach einer halben Stunde ab, durch ein Telegramm wurden Evchens Eltern von der Rückkunft verständigt, denn erst nach Mitternacht konnte die Ankunft in der Residenz erfolgen. Kein Wort fiel zwischen den Beiden. Es gab nicht Hunger und Durst, keine Ermüdung. Eine lange Fahrt. Doch endlich fuhr der Eilzug in die Bahnhofshalle der Residenz ein. Papa und Mama Excellenz, die Gesell schaftsdame, drei Tanten und zwei Dienstboten erwarteten die Ruakehren den. Die Wartenden jubelten, als sie das Paar unversehrt dem Bahnwagen entsteigen sahen, denn man hatte in großer Angst um Evchens Befinden geschwebt. Aber Minder. Kinder!" schnarrte Papa Excellenz, was soll das heien!" Benno grüßte Alle. Evchen warf ihr Kopfchen stolz in den Nacken. Erst nach Hause," commandirie sie, dann werde ich sprechen. Ich bin schmählich betrogen schmählich!" Ihre Stimme klang gepreßt. Donnerwetter, Herr Schwiegersöhn!" näselte Excellenz was soll das heißen?" Ich bin sprachlos, Herr Schwiegerpapa! Der Teufel soll das Räthsel lösen! Ich kann es nicht!" Benno war nun, ärgerlich geworden, das war ihm doch zu stark; aber eine Auseinandersetzung auf der Straße mußte er vermeiden. Und als man zu Hause angekommen war, nahm Papa Excellenz sofort seine Tochter vor. Aber Evchen, nun ohne Umschweife heraus! Was gibt's, was spielst Du da für Possen?" Ich muß bitten, Papa," erwiderte Evchen trotzig weinend, keine Possen! Ernst purer Ernst! Ich arme Verrathene! Hat Benno nicht zu Euch gesagt, er habe nur die eine Schwester, die Freifrau von Bestehorn? Ja! Nun fragt ihn selbst, wie kommt er denn noch zu einem Schwagr?" Schwager? Aber wieso?" riefen Papa und Mama zugleich. Ja, Schwager!" fuhr Evchen fort. Denkt Euch, sogar einen Postillon hat er zum Schwager: Und dieser Postillon hat wieder einen Schwager, so einen dicken Metzger oder so etwas! Das ist himmelschreiend! Himmelschreiend!" Benno lachte aus vollem Halse wie

erlöst und wollte etwas erwidern; aber Evchen ließ ihm keine Zeit mi Ant

iWort. Du lachst auch noch? Das ist un verzeihlich, ich lassemich scheiden! Einen Postillon zum Schwager! Ewen Postillon!" Sie schluchzte laut auf. Aber die Mama und die Tanten und vor Allem Papa Excellenz, sie hatten die Situation sofort begriffen und lachten, lachten aus vollem Herzen. Aber Evchen, Evchen, was machst Du für Streiche! Siehst Du, Deine Laune hat Dir da einen bösen Streich gespielt. Du unerfahrenes Kind! Gleich bitte Deinen Mann um Verzeihung und sei froh, wenn er Dich noch haben will. Dich unverständiges Kind," polterte lachend Papa Excellenz. Auch Ihr, auch Ihr!" jammerte Evchen. Na, Kind," fuhr Papa Excellenz fort, weißt Du noch nicht, daß man den Postillon Schwager nennt in althergebrachter Sitte? Du staunst? Nun, Du Hast's gewiß noch nie gehört; aber ein klein wenig Vertrauen zu Deinem Manne hätte das unselige MißVerständniß sofort aufgeklärt, ihm und Dir Aerger, uns und seinen Eltern Sorge erspart und Du wärst nicht um Deine schöne Hochzeitsreise gekommen!" Benno aber umarmte sein Evchen. Evchen, Evchen, übermorgen reisen tntr rrnrfi tnrnts unK rvtnrt rvrtritfcf V tW 'VVy fc V VM4fc W V4 j auch Du den Schwager Postillon, das soll Deine Strafe sein!" Evchen machte erst große Augen, dann aber mußte auch sie lachen, und lachend . wechselte das Paar Kuß um Kuß trotz Gegenwart von Papa und Mama Excellenz, der Gesellschaftsdame und drei Tanten. Die Musik der Natur. Von G. Rothe. Wer Blume., gerne hat, liebt gewöhnlich auch Musik. Die Harmonie der Tone, antwortet sie nicht der. Harmonie der Farben? Und ebenso möchte ich den Duft" als Dritte einreihen. Ist Dir beim Hören einer Melodie nicht schon einmal die Erinnerung an irgend eine bestimmte Blume erstanden? Ich meine in der Art, daß Dich gleichsam der Duft derselben umschwebt und Dich wundersam berauscht in Erinnerung eines geliebten Wesens? Unwillkürlich vergleichst Du diese Blumen mit dem Namen, den Zügen, dem Charakter der geliebten Person, und vertiefst Dich beim Klang der Melodienfülle in alte, liebe Bilder. Weber" z. V. versetzt Dich inmitten eines Waldweges zwischen Marienblümchen und Veilchen. Du betrittst mit demselben wonnigen Gefühl, wie einst Seite an Seite mit der Geliebten, den schmalen Fußsteig, hörst das Plätschern des Baches zu Euren Füßen, siehst den thaufeuchten Zweig das feine Köpfchen mit den blonden Flechten streifen.Haydn" läßt Dich durch sonnendeglänzte Fluren wandeln, und blaue Kornblumen nicken Dir zu. wie der erwärmende Gruß eines lieben, treuen Auges. Eine Melodie Schuberts" zaubert Dir einen farbenprächtigen Sonnenuntergang vor Augen, einen Spaziergang durch blühende Haide. Schumann" gleicht der linden Sommernacht; im Silberschein des Mondes ruht der träumende See, Du siehst das vom leisen Nachtwind gestreifteSchilf des Ufers, die stille Wasserrose. Mozart" umfluthet Dich mit Rosenduft im sonnendurchleuchteten Park an einem thaufrischen Morgen, während Beethoven" eine erhabene Gebirgslandschaft, wundersame Gletscher, blühende Bergeshöhen, purpurne Tiefen, entzückende Thäler vor Deine trunkenen Sinne führt. Aus dem Rauschen und Wogen des Meeres, das die Allmacht Gottes kündet. tönen Dir Handels" machtvolle, Orgelklänge. Bach" läßt Dich an einen krystallklaren, tiefen Bergsee denken. Mit süßen, betäubenden Düften von Heliotrop. Jasmin. Narzissen und Flieder überströmt Dich Chopins" sinnberauschende Tonfülle, und Rubinstein" versetzt Dich in die märchenhafte Pracht eines Serailgartens, über dessen hohe Mauern die vergoldeten Kuppeln der prächtigen Moscheen im Sonnenschein funkeln. Pensen" .mahnt Dich an die zarte, keusche Lilie; sie schmückte Deine junge Scbwester auf ihrem letzten Lager, als Gott sie heimrief zu seinen Engeln in ihrer Jugend, Unschuld und men Schönheit. So könnte ich noch manches Bild vor die Seele führen zum Vergleich inneren 5Zusammenbanas zwischen muht. Natur, Duft und Farbe. Es ist ja fast unmöglich, draußen in derNatur allein zwischen Blumen und Äaumen zu wandern ohne Sehnsucht nach Gesang, Musik nach Tönen. Alles in der Natur einiat sich zu einer Harmonie Mo lieblichen Accorden für diejenigen, welche derselben rn Andacht lauschen. In der Musik iieat ein zaubervoller Reiz; sie offenbart uns die idealisirte. oebeimnikvolle Schönheit der Natur. Laßt uns in Andacht lauschen! Ter Anfanf. Ein Ehepaar, das sich auf der Straße aeprüyelt hat, erscheint in Begleitung eines Freundes auf der Polizeiwache. und der Polizeilieutenant wendet sich an den Freund mit der Frage: Sie haben dem Anfang des Streites beigewohnt?" Gewiß. Bor zwei Jahren'" WaS. vor zwei Jahren?" Na ja, ich war doch auk 4 j"" . v 14.. nrt t am oer yocozcii oer eiven. 5TS man Bas. fifitr Heilt man immer and:r-, als tf man

haben will.