Indiana Tribüne, Volume 21, Number 167, Indianapolis, Marion County, 6 March 1898 — Page 6

Magische Mmzen. ' Der Glaube an Amulette und TaliSmane, die gegen Krankheit und Wunden. gegenZauberei und Bedrängnifi schützen sollten, ist in den ersten ."Culturspuren der Menschheit nachTVeisbar. Die arischen Urbewohner t?es Zweistrom - Landes schützten sich durch Nephrite, die maglsche Zeichen eingegraben trugen, die Grabstätten Egyptens bergen ganze Sammlungen Don Amuletten, der Pfahlbauer und Der feillgebildte Grieche verschmähten 3 nicht, die geheimmßvollen Kräfte Iür sich auszunutzen, welche sie in seltamem Wurzelwerk, im Wolfszahn, ri allerhand Gestein und Metall derMorgen wähnten. Fast selbstverständlich erscheint es daher, daß auch gewisse Münzsorten zeitweilig in den Ruf geLangten, infolge ihres Ursprungs oder wegen ihrer Substanz oder durch das Gepräge geheimnißvolle Wirkungen ausüben zu können. Unter den neue-

Davidsthaler. (Vorderseite.) ??n Geprägen sind es besonders die Eeorgsthaler," welche während eines merkwürdig langen Zeitraumes ihren Nuf bewahrten, den Reitersmann zu schüfen gegen die Folgen deö Sturzes und ihn fest zu machen gegen Hieb, Stich und Kugel. Das Bild des heiligen Georg, des Lindwurmbezwingers, ziert mancherlei Münzen: päpstliche, mantuanische, mansfeldische, lüt4ichsche. burgfriedbergsch, fuggersche, -russische und ungarische als Talisznanthaler gelten aber nur gewisse Arttn von Mansselder Thalern und von thalerförmigen, in Kremnitz geprägten Medaillen. Das Mansfelder Grafenhaus spalZete sich nach dem Tode Günthers II. (1474) in die Vorder-Ort- und die Hinter-Ort-Linie. Letztere stb 1666, die Vorder - Ort - Linie 1780 aus. Äls Besitzer reicher Silbergruben gaitn die Mansfelder Grafen dauernd Zahlreiche Gepräge aus; der erste und seltenste gemeinschaftliche Thaler trägt iie Jahreszahl 1621: Vorderseite. Das alte gevierte gräfliche Wappen mit gekröntem Helm, zu dessen Seiten 1521. und die Umschrift: MONE(ta): AK(gentea): Davidsthaler.) (Rückseite.) COM(iturn): DO(rninorum): DE: MANSFEL(d): Rückseite. St. Georg auf rechtsschreitendem Turnierpferd mit zum Streich erhobenem Schwerte, zu Füßen der getödtete Lindwurm. Auf dem 'Saume der Satteldecke: OU: 2'I50(Q0dis): und die Umschrift: SAXCTUS: GE0RGIUS: PA(tro nus): COM(itum): DO(mmorum: D(e): MAN(sfeld): Dieser Thaler soll anfangs als Amuletthaler getragen und erst dann 'durch den Spruchthaler ersetzt worden sein, als er seiner großen Seltenheit tvegen gar nicht mehr aufzutreiben war. Indessen sind die Angaben hierüber unbestimmt und widersprechend, während es feststeht, daß im dreißigzährigen Kriege mehrmals höhere Qfficiere, wie z. B. der sächsische Oberst von Liebenau, ferner ein kaiserlicher General im Treffen bei Kochers;erg, dadurch vom Tode bewahrt wur'den, daß die feindliche Kugel einen Mansfelder Thaler des Grafen David iraf, welcher auf der Rückseite den Spruch: Bei Gott 'ist Rath und Georgsthaler.) ' (Vorderseite.) That,- trug. Die Sache wurde rasch bekannt, und bald kam es dahin, daß zur Ausrüstung des Officiers ein Jörgenthaler gehörte. Die Qualitäten des echten und wah?en Talismanthalers wurden von den Autoren an dem Ende des 17. JahrHunderts wie folgt fizirt: 1. Er muß vom Grafen David (16021628) der Hinter-Ort-Linie herrühren; 2. Der heilige Georg soll nach links reiten, die Lanzensplitter müssen auf der Erde liegen; der Spruch soll nicht in der Umschrift, sondern im Felde stehen. 3. Er muß von ungerader Jahres

jthl, am besten aus dem Jahre 1609 oder 1611 sein. Die Thaler, welche den Spruch im Felde führen, kennt man fortlaufend aus den Jahren 1606 bis 1615; in d Umschrift tritt der Spruch schon 1603 und noch 1624 auf; hinsichtlich der Schreibweise und der Anordnung sind 11 Varianten bekannt. Der auf unseren Abbildungen dargestellte Davids (Talisman)thaler hat folgende Prägung: Vorderseite. DAVID: CO(mes): E(t): DO(minus): I(n): HANS F(eld): NOB(ilis): D: I(n) HEL(drungen): ET: SCHKA PL(au): Rückseite. BEI G0T IST RATH VND THAT. Das gräfliche Wappen mit der Jahreszahl 1609 und G(rafschaft) M(ansfeld). Gegen Ende des 17. Jahrhunderts tauchen neben den Davidsthalern in Kremnitz hergestellte Prägungen auf, von folgendem, in den Abbildungen 3 und 4 veranschaulichtem Typus: Vorderseite. Der Ritter Georg, den Drachen durchbohrend, und die Umschrift: ST. GEORGIUS . EQVI TÜM . PATRONUS. Rückseite. Christus im Schiffe schlafend, in der Ferne die gekrönte Jungfrau, und die Umschrift: IX TEMPEST ATE SECUIilTAS. Diese Gepräge werden als Concurrenten der Mansfelder Thaler zuerst erwähnt von E. G. Rinckius in Lu cubratio de veteris nurnisöiatis, Francof. 1701". sie bürgerten sich allmählich ein, wohl infolge der Bemiihungen der aus der Prägung Nutzen Ziehenden. Es sind keine osficiellen Münzen, sondern Medaillen, die auf Bestellung der niederungarischen Bergstädte, welche das Recht hatten, von ihrer Ausbeute Schaumünzen herstel-

Georgsthaler. (Rückseite.) len zu lassen, im Gewicht eines ganzen, halben und doppelten Thalers, sowie in Gold als einfacher und Doppeldukaten in der königlichen Münze zu Kremnitz geprägt wurden. Es gibt aus dem vorigen Jahrkundert eine ganze Reihe von Stempelverschiedenheilen, von denen die ältesten sehr selten und theuer sind. Und nun der Rath für die vielen, welche einen echten Georgsthaler besitzen möchten. Man kaufe einen Mansfelder Davidsthaler ungeraden Jahres, denn er hat die Kraft gezeigt", dem Kremnitzer hat man sie angedichtet; jener läßt sich außerdem echt für mäßigen Preis erwerben und ist noch nicht so wie tyx Kremnitzer Thakr Gegenstand moderner Massenfabrikation geworden. (Der Mansfelder Thaler kostet in Deutschland heute 1525 Mark, der Kremnitzer 50100 Mark.) Die Erinnerung an die Seorgsthaler ist besonders lebendig geblieben, doch gab es noch mancherlei Münzen, denen der Volksglaube wunderthätige Eigenschaften zuschrieb. Bronzemünzen mit dem Bilde der Kaiserin Helene galten im Alterthume als Mittel Gepräge Franz' H. ' (Vorderseite.) gegen die Schwindsucht; die Beneiktspfennige des Klosters Metten in Bayern waren im 17. Jahrhundert weithin begehrt als Schutz gegen den bösen Blick und gegen allerhand Zauberei; die sogenannten Freitagsgrö-. schel. die Herzog Georg Rudolph, zuerst am Eharfreitag 1622, vor dem Breslauer Thore in Liegnitz an die Armen vertheilen ließ, heilten, am Halse getragen, das Fieber etc. Eine eigene hochinteressante Gruppe bilden die aus alchymistischem Metall hergestellten Münzen und Medaillen und die Talismane." Astrologie und der Glaube an Metallderedelung beherrschten die Wissenschaft bis in's 18. Jahrhundert; ein unsere Sinnen nicht unmittelbar faßbares Agens sollte die Verfeinerung bewirken. Durchaus logische Schlüsse hatten zu dieser Annahme geführt und wir stehen der Wiederaufnahme der alten Ideen vielleicht näher, als man meint. Die Alchymisten hatten den Metallen und anderen wichtigen Stoffen die Zeichen von Himmelskörpern beigelegt, mit gleichen und ähnlichen Zeichen wurden menschliche Tugenden und Leidenschaften belegt, phantastische Erinnerungen an besonders begnadete Personen kamen hinzu, und so entstand eine mystische Zeichen- und Bildersprache, die zuerst dem Austausch der Forscher, dann dem Betrüge diente. Die Talismane waren meist gegossene, mit alchymistischen und astrologischen Charakteren bedeckte Münzstücke, welche ganz bestimmte Wirkungen hervorbringen sollten; anfangs in gutem Glauben hergestellt, wurden sie

Auf dem Wccrcsgrund.

Ein unerwartetes Ende hat die Demonstration, welche mit der Entsendung des Schlachtschiffes Maine", Capt. Sigsbee. nach dem Hafen von Havanna beabsichtigt war, gefunden: das stolze Schiff ist einer Explosion, deren Ursachen noch nicht festgestellt sind, zum Opfer gefallen und liegt jetzt als Wrack auf dem Meeresgrund; 260 Mann haben bei der furchtbaren Katastrophe ihr Leben verloren. Die Maine" war ein Schlachtschiff zweiter Klasse von 6348 Tonnen Deplacement. Ihre Hauptarmirung bestand aus vier zehnzölligen Geschützen, je zwei in zwei Thürmen, und sechs D i e M sechsz'ölligen Geschützen, von denen zwei am Bug, zwei am Stern und zwei in der Mitte des Schiffes angebracht waren. Bis zur Wasserlinie und an den Barbetten, welche die Thürme stützten, war es mit einem zwölfzölligen Panzer bekleidet, während die Thürme selbst durch einen zehnzölligen Panzer geschützt waren. Die Maschinen und die Kessel des Schiffes hatten ein stählernes Schutzdeck von zwei bis vier Zoll Dicke. Außer den schon erwähnten Geschützen hatte das Schiff noch acht Siebenpfünder und vier kleinere Geschütze, ferner sieben Torpedos und zwei dreißig Fuß lange Torpedoboote später zur sinnlosenJahrmarktöwaare. Die alchymistischen Stüöe sind (angeblich) aus Gold oder Silber hergestellt, welches durch geheime Kunst erzeugt wurde. Man kennt eine ganze Zahl davon. In unserer 5. und 6. Abbildung sind Gepräge aus alchymistiGepräge Franz' H. (Rückseite.)' schem Silber Franz' II. (1603 bis 1619) von Sachsen-Lauenburg dargestellt. Bei einigen, wie bei gewissen Erfurter und schwedischen Prägungen hat sich die frühere Annahme als Legende erwiesen, bei anderen, wie bei großen Goldstücken Kaiser Rudolph's II.. ist scheinbar der juridische Beweis der alchymistischen Erzeugung des Metalles erbracht. In manchen Fällen wurde der Betrug noch in der Zeit aufgedeckt. Bekannt sind z. B. die Kronemannsthaler. Sie wurden 1679 in Baireuth aus Silber geschlagen, welches WUH. Baro de Kronemann" für den Markgrafen erzeugt hatte. Kronemann wurde 1685 aufgehängt. Eine wissenschaftliche und vollständige Zusammenstellung der Talismane und alchymistischen Münzen gibt es Nicht. Schloß Burg. Wo der Eschbach, der so vielenHammerwerken des nach ihm benannten Thals die Triebkraft seines Elementes spendet, in die hier scharf nach NordWesten umbiegende Wupper fließt, liegt zur Hälfte im Thal und zur Hälfte auf einem waldreichen Höhenzuge das Städtchen Burg, und auf dem breiten, steil abfallenden Bergrücken hoch oben lagert sich in malerischster Weise das aus Schutt und Ruinen zu neuem Glanz erstandene Schloß Burg, die Stammburg der alten Grafen und Herzöge von Berg. Vor zehn Jahren waren hier nur die kläglichen Ruinenreste des gewaltigen Burgwerkes zu sehen, dessen Ursprung auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Als Graf Adolf der Erste seinen Sitz Altenberg demCistercienserorden überließ, verlegte er seine Residenz nach Burg (1133 bis 1160), das. mehrfach verändert und erweitert, auch noch ein Lieblingsaufenthalt der bergischen Grafen und Herzöge blieb, als sie um 1300 in dem neuerstandenen Düsseldorf ihren dauernden Wohnort genommen hatten. Das Andenken bedeutsaSchloß Burg.' mer geschichtlicherEreignisse und manche Sage haften an dieser bergischen Landesburg. Hier saß 1288 nach der Schlacht bei Worringen der gefangene Erzbischof Siegfried von Westerburg in ritterlicher Haft. Im Dreißigjährigen Kriege wurde Schloß Burg, welches hessischeBesatzung hotte, durch den kaiserlichen Obersten Sparr mit Kanonen undBrandkugeln zur Uebergabe gezwungen und dann 1648 bei dem

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von je sieben Tonnen Deplacement. Die Maine" wurde in der Brooklyner Ravy-Iard erbaut, nur die Maschinerie kam aus Privatwerken, nämlich von den Quintard Jron Works". Ihr Bau wurde vom Congreß durch ein am 3. August 1886 erlassenes Gesetz angeordnet, welches bestimmte, daß das Schiff nicht mehr als $2,500,000 kosten solle. Die Grenze wurde ziemlich genau eingehalten; nach offiziellen Angaben soll der Kostenpunkt des Schiffes $2,484,503 betragen haben. T. D. Wilson, der Chief Constructor", d. i. der Haupt-Schiffs-Jnge-nieur des Marine-Departements, ent-

a i n e warf die Pläne. Am 18. November wurde das Schiff, eines der schönsten und besten der Flotte der Ver. Staaten, vom Stapel gelassen. Die Maine" hatte eine Länge von 318 Fuß, ihre größte Breite betrug 57 Fuß und ihr Tiefgang 21 Fuß. Ihr Deplacement betrug, wie schon oben bemerkt, 6648 Tonnen. Sie konnte genug Kohlen an Bord nehmen, um 7000 Knoten m 10 Stunden-zurücklegen zu können. Sie hatte eine Doppelschraube. Ihre indicirte Pferdekraft war 900. Außer den Officieren und 40 Marinesoldaten bestand die Bemannung der Maine" aus 340 Matrosen. Abzug der kaiserlichen Truppen zerstört. Nach der Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserthums hat der pietätvolle Sinn und werkthätige Eifer des bergischen Volksstammes in freiwilliger Arbeit die Wiederherstellung des alten großartigen Bauwerkes in Angriff genommen. Es bildete sich unter dem Vorsitz von Julius Schumacher in Wermelskirchen ein besonderer Verein zur Erhaltung der Schloß ruine. Unter der Leitung des BauMeisters G. A. Fischer in Barmen ist innerhalb dieser letzten verflossenen zehn Jahre ein Theil des Schlosses nach dem andern wieder erstanden. Nur der auf unserer Ansicht so stark hervorragende Wartthurm ist noch im Bau begriffen. Die Kosten des Gesammtbaues belaufen sich auf etwa 400.000 Mark. Viel ist auch bereits für die künstlerische Ausschmückung im Innern gethan worden und mehr wird noch gethan werden. . , HöchsteGemüthlichkeit. Gläubiger: . . . Wissen Sie auch, daß ich jetzt schon fast ein ganzes Jahr tagtäglich zu Ihnen komme?!" Studiosus: Hast' recht, alter Junge wir könnten eigentlich Du zu einander sagen!" Wann kann ich den Herrn Chef sprechen?" Ja. das ist sehr schwer! Vor zwölf kommt er selten in's Bureau und nach zwölf geht er gleich!" W i l l st du deinen Nebenmenschen kennen lernen, merk' auf, was er lächerlich findet. Wenn du überschätzt wirst, bemerken es gleich sehr viele, verkennt man dich, bemerkt es kaum einer. DiedankbarenGläubig e r. Was war denn das diesen Morgen für eine schöne Musik in der Nachbarschaft?" Ach, da hat ein Lieutenant die reiche Banquierstochttt geheirathet, und da haben ihm seine Gläubiger ein Ständchen gebracht!" Moderne Heirathsanzeige. Durch den Tod meiner Frau hat sich ein Sitz auf meinem Tandem erledigt. Bewerberinnen hierauf wollen ihre Adresse unter All Heil" an die Ezp. d. Blattes senden. Beim Ohrenarzt. Frau: Mein Mann ist seit einiger. Zeit so schwerhörig. Herr Doctor " Arzt: Woran merken Sie das?" Frau: Wohl zwanzigmal sagte ich ihm,- ich brauche ein neues Kleid, er hört aber nichts.

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Schwer zu treffen. MM IltSP Ä f$

FranceS Willard. Im Alter von 59 Jahren ist in New York Frl. Francis E. Willard, eine ver beredtesten u. eifrigsten Vertreterinnen der Prohibitionsbestrebungen, aus dem Leben geschieden. Frances Elizabeth Willard wurde in 1839 in Churchville bei Rochester, N. A. geboren. Ihre Eltern verzogen später nach Ohio und dann nach Wisconsin. Sie war längere Zeit als Lehrerin in Privatanstalten thätig, und bei Gründung der National Woman's Christian Temperance Union" in 1879 wurde sie zur correspondirenden Sekretärin erwählt, und seit jenem Jahre widmete sie sich vollständig der verlorenen Sache. Sie

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Frances E. Willard hatte es sich zur Aufgabe gemacht, in jede? Stadt der Union von mehr als 10.000 Einwohnern zu sprechen. Im Jahre 1883 hatte sie dieses Ziel erreicht. In 1379 wurde Frl. Willard zur Präsidentin der National Woman's Christian Temperance Union" erwählt. In 1883 gründete sie mit einigen verwandten Seelen die World's Woman's Christian Temperance Union". Viel Erfolg hat Frl. Willard mit ihren Bemühungen nie gehabt. Tcr Gesandte Spaniens. Als Nachfolger Dupuy de Lome's ist Senor de Bernabe zum Vertreter Spaniens bei unserer Bundes - Regierung ernannt worden. Der neue Gesandte, der bei den gespannten Beziebungen zwischen den Ver. Staaten und Spanien eine schwierige Ausgabe zu lösen hat, steht im Alter von 45 Iahren und ist ein Sohn des spanischen Admirals Jos6 Polo de Bernabe. der im Jahre 1872 als Gesandter in Washington accreditirt war. Auch damals wüthete auf Cuba ein blutiger Aufstand und die aus den kriegerischen Ereignissen sich ergebenden Verwirkelungen erschwerten seine Stellung in hohem Grade. Der neue Gesandte tritt also unter ähnlichen Schwierigfeiten wie sein Vater sein wichtiges SenorPolodeVernabe. Amt an. Senor Polo de Bernabe ist Lbriacns kein Neuling in Washington. Er trat im Jahre 1873 ' dort als Attach6 seines Vaters in den diplomatischen Dienst und verblieb dort bis zum Jahre 1881. Dann wurde er in das Auswärtige Amt zu Madrid versetzt und später vertrat er Spanien als Gesandter in Egypten sowie in Brasilien; zuletzt war er Chef der Handelsabtheilung des Auswärtigen Amtes in Madrid. Vor Gericht! Zeuge Adler was sind Sie?" Ich halt' mich vor dem S!andesamt auf und spreche den Herren Bräutigams Muth zu." Unter Freundinnen. Der arme Junge! ich muß seinen Antrag ablehnen. Wenn ich nur wüßte, wie ich thft den Schmerz etwas erleichtern könnte." Bist Du dumm! Latz ihm doch einfach sagen. Du habest nicht so viel Vermögen, als er sich einbilde." Praktisch. Gattin: Soeben habe ich etwas entsetzliches gehört! Herrn Lehmanns Tochter will mit ihrem Bräutigam durchgehen, da ntüssen wir sofort 'zu ihrem Vater . und ihn warnen." Gatte: Was fällt Dir ein! Bleib um Gotteswillen hier, denn wenn er sie entführt, brauchen wir doch ke'm Hochzeitsgeschenk zu machen!"

Besondere rStandpunkt.

ÄW!M

Susi (der im Regen ein hübscher Herr seinen Schirm angeboten): Da schimpfe mir noch einer auf das schlechte Wetter!" Fatal. Professor der Mnemotechnik: Hm unangenehme Geschichte! Hat dcr einer meiner Schüler, nachdem er bereits zwei Gedächtnißkurse genommen, das Zahlen vergessen; ... und was das Schlimmste ist ich kann mich abso lut nicht erinnern, wie er heißt ! Der Pantoffelheld. Wer hat Ihnen denn erlaubt, hier zu fischen?" Wer?! Dumme Frage! Meine Frau natürlich!" Durch dieBlume. Frau: Wie, mit diesem zerrissenen Rock bist Du aufs Bureau gegangen... was wird Dein College gedacht haben?" Mann: Ach. ... der ist auch verheirathet!" Schneidig. Wie graziös Gnädigste sind!... An Ihrer Wiege haben sich Grazie?, jewiß jedrängelt!" Praktische Mode. Erlauben S', Fräul'n, daß i' n.xl a' Federl 'rauszupf' zum Pfeif'n. putz'n!" - Eine gesuchte Person, lichkeit. Fremder: Warum stehen denn die Advocaten da alle auf der Straße?" Gefängnißaufseher: Ja, wissen Sie, heute wird der berüchtigte Schlosserede entlassen und da wollen die Herren ihre Empfehlungskarte abaeben!". . , . , .. ,

Oaekfischkierrlichfelt.

l NeueS Studkntenl,ed. O junge Backfischherrlichkci.. Wohin bist Du entschwunden Mit langem Zopf und kurzem Kleid, 'Klavier- und Schäferstnnden! Vergebens fpäh' ich rings herum: Dich raubte das Gymnasium. . O jerum, jerum, jerum, 0 quae rnutatio rcrum! Die Notenmapp' bedeckt der Staub, Der Strickstrumpf sank in Trümmer; Die Nadel ward des Rosteö Raub, Verblichen ist der Schimmer; Die Kaffeekränzchenklatscherei Ist, ach! für alle Zeit vorbei! O jerum, jerum, jerum, 0 qume rnutatio rerura! Wo sind sie, die von Schwartz. Carlen Nicht wankten und nicht wichen. Die Marlitt fanden wunderschön Und Werner ihr verglichen? Sie lesen jetzt 's ist Mode so ' Sallusi, Ovid und Cicero. O jerum, jerum, jerum, 0 quae rnutatio rerurn! Die schreibt mit heißem Angesicht Jetzt Compositionen; Die and're stückt Homers Gedicht ' Und schwärmt für Myrmidonen; Die fällt gar durch in der Geschicht', Und die versteht die Logik nicht. O jernm. jerum, jerum. O quae rnutatio rerura! Allein das echte Mädchenhirn Wird nimmermehr behalten, Was unter schwachbehaarter Stirn, Ausspintisirt die Alten. Und wenn auch eine Griechisch kann Wird sie doch von der Pferdebahn Verkehrt den Absprung halten. O jernm, jerum, jernm, 0 quae rnutatio rerurn! Drum, reicht ihr einer seine Hand Zum Bund der ew'gen Treue. Vergißt sie bald den ganzen Tand, Wird wieder Weib aufs Neue. Stoßt an und hebt die Gläser koch: Die alten Jungfrau'n leben noch! O jerum, jerum. jerum, 0 quae rnutatio rerura! Das Daumenma. In Zukunft wird keine Schneiderin es mehr nöthig haben, sich der Mühe des Maßnehmens zu unterziehen, sobald die Kundin, für die sie ein Kleid fertigen soll, vollkommen proportionirt gebaut ist. In diesem Falle ist es nämlich nur nöthig, das Daumenmaß der betreffenden Dame anzumerken und geschiehl dies, indem man ein Centimetermaß um die Wurzel des bc sagten Gliedes legt und die Zahl, c'-t gewöhnlich zwischen sieben und acht variiren wird, genau feststellt. Nun kann die Kundin ruhig ihres Weges gehen, die geschickte Klelderkünstlerin bQTauZatfohi. drtfc Gobfrethrtfn niHFit eine schwache Seite von ihr ist wird ein perfect sitzendes Meisterwerk zu Stande bringen. Das Maß für eine normale, nicht überschlanke Frauenfigur läßt sich nämlich genau nach dem Umfang 'des untersten Daumengelenks berechnen. Mißt dieses z. B. 7 Centimeter, dann hat das Handgelenk ein:n Umfang von 14 Centimeter, also das Doppelte. Das Maß des Halses b:trägt wiederum noch einmal so viel, wie das des Handgelenks, also 23 Centimeter. Diese Zahl doppelt genommen ist nun das genaue Maß für die Taille jeder ebenmäßig gebauten Frau, die kein Gewicht darauf legt, eine Wespentaille zu besitzen. Vorausgesetzt, daß die betreffende Schöne üppig ist, ohne corpulent zu sein, dann stimmt die 'doppelt gerechnete Taillenweite, also 112 Centimeter, wieder für Brust- und Hüftenumfang. Für eine etwas schlankere Flgur wird von. den 112 Centimetern einmal das Maß des Handgelenks (14 Centimeter) abgerechnet bleiben also 98 Centimeter. Auch Aermel- und Rocklänge kann auf ähnliche Weise festgestellt werden. Die Erfinderin dieser gar nicht so üblen Idee ist eine tonangebende Pariser Schauspielerin, die unlängst bei einem feinen Damenschneider erschien und ihm mit der Versicherung, daß sie eine vollkommen ebenmäßige Figur besitze, den Daumen ihrer elegant bchandschuhten Rechten hinstreckte. .Hier, Monsieur, messen Sie!" rief die Schöne mit Pathos. Sieben Centimeter, nicht wahr?" Nun merken Sie sich: Zweimal um meinen Daumen ist einmal um mein Handgelenk, zweimal um mein Handgelenk ist einmal um meinen Hals, zweimal um meinen Hals ist einmal um meine Taille und zweimal um meine Taille ist einmal um Brust und Hüften. Wenn Sie sich danach richten, sitzt das Costüm coniine il saus ' Gedankensplitter. Bei wahrhaft klugen Leuten Man selten Hochmuth findet,,. Denn Stolz und Eigendünkel Sind meistens unbegründet. 5 . Jugend Hat keine Tugend; Doch die allergrößten Sünder Sind die Alten, nicht die Kinder. - Gar mancher ist das Leben satt. Der nichts von ihm genossen hat. Nichts wüster, als ein Diamant Von' reinstem Wasser an schmutziger Hand! Du rühmst dich, daß in dieser Welt Es gänzlich dir an Feinden fehlt? Hast Freunde du? Ja? Dann. gemach! Sieh' erst 'mal unter diesen nach! Die Wahrheit kriecbt, die Ver. leumdung hat Flügell ' -