Indiana Tribüne, Volume 21, Number 160, Indianapolis, Marion County, 27 February 1898 — Page 3

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VMM. (5m fröhlicher Roman von WWllN Hegklcr. (4. Fortsetzung.) Ä?nte Jdas altes Herz schlug nzch rnacmiger. Die drüben vertiefte sich in dieselben Äerlooungs-, (seourts- und Todesan zeigen, die auch ihre Seelenspeise waren. ES litt sie nicht mehr auf ibrem Platz. Sie stand auf und begrüßte die ejerm. Im Hochgefühl einer echt Wollenen nannte sie gleich ihren Namen. Da ließ die andere ihre ctaijen äugen funkeln und sagte mit nutz Stimme, als wenn sie eine Gräte ver schluckte: Jch heiße Clementine Taube." Fräulein Taube aus Leipzig?Die andere nickte. Waren Sie nicht Lehrerin?" 3a, in früheren Jahren widmet; ich mich der Erziehung höherer Töcht:r." Tann kennen Sie wohl auch Herrn Rektor Strim?" Er war mein langjähriger Borgesetzter. Ein würdiger Mann . . . einer, der wenigen." Tante Jda nickte. Sie war ganz glücklich über diese neue Bekanntschaft. Nachdem sie sich beide gestanden hatten, daß sie Verehrer des alten Rektor Strim (der im Kindermund der blaue . Strim" hieß) seien, entdeckten sie noch eine große Anzahl anderer Berührungspunkte. Ganz Leipzig schien plötzlich nach Montreux versetzt. Und als die beiden Damen sich verabschiedeten, hat ten sie beide das Bewußtsein, daß sie für einander wie geschaffen seien. In der kurzen Zeit hatten sie fo viel gleiche Sympathien bei sich gefunden, wie nur zwei alte Jungfern bei sich finden kön nen. Diese Freundschaft wurde jeden Tag enger. Und es dauerte nicht lange, so schüttete Fräulein Felsche ihr volles Herz aus. Sie erzählte die ganze Gefchichte, die ihr so viel Kopfzerbrechen machte, von der aus der Art geschlagenen Schwester, von deren Mann, dem Rittergutsnutznießer, und von dem Kind, das erblich so schwer belastet war. ... Fräulein Taube hörte stillschweigend zu. Nur manchmal seufzte sie tief auf. Als Tante Jda geendet, holte sie , ihr Taschentuch hervor und blies durch die sonnenbeglänzte Morgenluft den kläglichsten Trauermarsch. Sie können sich nun denken." schloß dieante, welch eine schwere Verantworkung auf mir liegt. Ich muß über das Kind wachen, damit es einst seines Glückes sich würdig zeigt." Vor allem müssenSie es hüten, daß es keinen Selbstmord begeht!" antwort:te Fräulein Taube mit Grabesstimme, indem sie über ihre Brillengläser'wegsah wie ein alter Magister. Um Gotteswillen, was?" fragte Tante. Die andere schütt'.lte trübselig den -Kopf. Welch ein Unglück! Welch ein Unglück! Wissen Sie nicht, daß in Millionärssamilien der Hang zum Selbstmord grassirt?" OHerr Jesus!" Jst in Ihrer Familie nie ein solcher Fall vorgekommen?" Fräulein Felsche hatte angstvoll die Hand auf den Busen gepreßt und sagte nach einigem Sinnen: Ein Onkel von mir hat sich vor fünfzig Jabren erhängt." Sehen Sie! Sehen Sie!!" Aber er war überhaupt ein derkommener Mensch, der schon in der Jugend sein Vermögen durchgebracht hatte. Und er legte Hand an sich, als er zum dritten Mal Bankerott machte," ,O.'das thut nichts," versetzte Fräulein Taube. Der Hang liegt gewiß in Ihrer Familie. Das Geld übt ja eine verbängnißvolle Macht aus. Ueberuiuth, Schwelgerei, alle Todsünden hat es im Gefolge ... Ich danke Gott, daß ich eine arme Lehrerin bin." Ich habe ja auch nur die paar Th'alerchen. mit denen ich auskomme," sagte Tante Jda, um keine Mißve:ständnisse hervorzurufen. Aber trotzdem kenne ich reiche Leute,, die nicht schwelgen, und die auch nicht Selbstmord begehen. Das Kind ist ja in so bescheidenen Verhältnissen aufgewachJen. Und es weiß ja auch nichts von sei- ' nem Vermögen." Selbstverständlich darf es nichts Wissen. Die Unkenntniß ist noch sein einziges Glück. Ach, der arme Engel. der an einem Abgrund wandelt und sich nichts träumen läßt." Was soll denn aber werden?" Am besten wird das Kind barmherzige'Schwester." Durch diesen Vorschlag wurde Tante Jda ganz verblüfft. Das ging doch etwas zu weit. Denn wenn ihre Nichte ledig blieb und keine Binder bekam, was machte man da mit all dem schönen Geld? Deshalb meinte sie unterwürfig zu ihrer Freundin: Das beste mag es ja sein. Aber das zweitbeste wäre wohl, wenn das Kind einen braven Mann bekäme. Und dafür bin ich ... Ich habe auch schon darüber nachgedacht," fuhr sie fort. Ein Officier oder ein Landwirth dürfte es um keinen Preis sein.Ein Jurist ginge schon eher. Am besten wäre ein guter Mann, nicht m'h? zu jung, der feinen Beruf aufgibt und sich ganz dem Glück feiner Familie widmet. Wenn er nur etwas sparsam ist, kann er ganz gut mit den Zinsen auskommen und noch zurücklegen." Fräulein Clementwe versprach sich von diesen Plänen nur einen düsteren Mißerfolg. Und wenn sie an den fol genden Tagen mitNelly zusammenkam, klopfte sie ihr traurig auf die Schultern und sagte: Armes Kind! Armes Kind! Ihnen steht ein schwere Zukunft bevor.-

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' Nelly wurde bei diesem ' Jammer

ganz unheimlich zu Muth .... Doch eines schönes Morgens schien ihr das Gluck zu lächeln. Sie saß im warten ganz allem für sich, als Lleu tenant von Kalderhot. der einzige, der hin und wieder ein freundliches Wort mit ihr sprach, sie zu einer Partie xiatvn Tennis aufforderte. Erfreut nahm sie an, obgleich sie das Spiel nur vom Zusehen kannte. Sie wurde Frau Rose vorgestellt, die ln einem reizenden Sportcostum von weißem Flanell schon erwartungsvoll mit ihren hohen gelben 5)aaenstieselchen aus dem Rasen trippelte. Ich habe doch den Vorzug, auf Jhrer Seite zu sein?" fragte der Officier. Die schone Frau nickte huldvoll, und Rne Basch übernahm stillschweigend Nelly. Das Netz wurde strasfgespannt. Die Herren einigten sich schnell über einige strittige Regeln. Frau Rose schlug an. Aber da sie nichts verstand, schlug sie daneben, und der Ball fiel zu ihren Fuß? nieder. Den zweiten schlug sie hinter sich über ihren Kopf, daß er in einem Magnoliengebüsch verschwand. Es war für Nelly ein Trost, daß ihre Gegnerin auch nichts vom Spiel verstand. Doch ob diese schlecht spielte oder sie selbst, machte einen gewaltigen Unterschied. Denn als sie werfen sollte und den Ball kerzengerade in die Luft schlug, brummte .ihr Partner unhöflich: Mit Ihnen scheint's auch nicht bett her." Um überhaupt zu beginnen, schlug Kalderhot. Er spielte mittelmäßig. Wahrend Röne Basch meisterhaft das Racket führte. Nelly blieb ruhig an i rem Platz und ließ den Maler die Balle zurückgeben. Frau Rose aber flatterte eilig hin und her, schlug, wo sie nur konnte, traf bald die Luft, bald den Rasen, bald einen Körpertheil ihres Partners, aber niemals den Ball. Das erste Set war für sie und Kaiderhot bald verloren. Nelly mußte wieder anschlagen. Jetzt kommt's drauf an!" dachte sie. Entweder bist du auf ewig druntcc durch, oder du machst die erste Blamage wieder gut." Ein wenig blaß vor Erregung wiegte sie das Racket auf und ab, dann holte sie zum Schlage aus, so feierlich, als sei das leichte Holz ein Henkerbeil, mit dem sie ihr Meisterstück als Scharfrichier machen müßte. In elegantem Schwung flog derVall über das Netz und trudelte auf dem Rasen weiter zu Füßen der Frau Rose, die sich steif darnach bückte. Bravo! nes der Lieutenant bändeklatschend. Nelly aber begann nun die Technik des Spiels zu erfassen, für das ibr graziöser Körper mit der sicheren Hand und den flinken Beinen wie geschaffen war. Einige Zuschauer hatten die Gartenbänke ringsum eingenommen. Und es war wirklich ein fröhlicher Anblick, dieie vier sich tummelnden Menschen auf dem mit rothen Tulpenbeeten geschmückten Rasen. Eme niedrige Mauer grenzte den Garten ab. Dahinter strahlte die blaue Seefläche, die gleich eine? großen durchsichtigen Glasglocke den Himmel überwölbte. Wie verschwindend kleine Böte mit weiß blendenden Segeln kreisten Schaaren von Möven in diesem hohen Luftmeer, und oft, wenn ein Ball allzukühn sich verstieg, stürzten sie mit hellem Kreischen ihm nach, in fröhlicher Spiellust durch den Sonnenglanz sich tummelnd. Gleich fröhliche Lust hatte Nelly erfaßt. Ihre Augen leuchteten, ihr Gesicht war leicht geröthet. herausfordernd kräuselten sich die Locken um ihreStirn. Wie sie so dahinflog, hätte sie jeder gewlß reizend gesunden, wenn nur nicht diese fürchterliche schwarze Kutte geWesen wäre, die alle Grazie ihrer schlanken Glieder verbarg. Doch sie hatte das ganz vergessen. In kühnen Sätzen sprang sie über das grüne Gras, als wäre sie auf der KirchYaseler Wiese, und ihrem Gegner jubelte sie zu. wie einem alten Kameraden. Laufen! Laufen! Sie sind zu langsam!" schrie sie, während ihr Ball wie ein. Pfiff über das Netz sauste und der Lieutenant lief, als tönte hinter ihm die Stimme seines commandirenden Generals. Immer heftiger wurde der Kamps. Immer rascher folgten die Siege für Nelly und den Maler. Frau Rose fing bedenklich an zu pusten. Sie fächelte sich Luft mit ihrem Taschentuch zu. und ihre zarten Finger preßten sich manchmal um die Taille, als wäre es ihr dort zu eng. Das junge Mädchen lief in einer Pause theilnahmsvoll zu ihr hin und sagte: Nicht wahr, Sie schwitzen auch gehörig?" ' Aber mit unnachahmlicher Bornehmheit zog die schöne Frau ihre Brauen in die Höhe und sagte: Nein, durchaus nicht." .Nicht?" fragte Nelly ganz der. dlüfft. Arbeiter schwitzen," antwortete Frau Rose voll Hoheit. Damen fühlen sich warm." Bestürzt ging die Zurechtgewiesene zurück. Im Eifer des Spiels aber vergaß sie bald ihren Verdruß. Man tauschte nun die Plätze, indem der Maler auf Frau Roses Seite trat. Doch Nelly führte so wunderhübsche Schläge, daß der Sieg trotzdem auf ihrer Seite blieb. Sie und der Maler spielten fast ganz allein. Madame Rose langweilte sich, und der Officier blickte sie bewundernd an. Renö Basch warf Nelly den Ball hin, die ihn zurückgab. Noch einmal flog er zu ihr hinüber, und sie gab ihn wieder zurück, und nun, als fei er von den beiden Racketö angezogen, flog er her und hin, hin und her. Bald in hohem Boeen. bald wagerecht, den Netzrand strei

fend. Die Zuschauer klatschten erfreut

Beifall und begannen zu zahlen. Die beiden Spieler näherten sich im mer mehr, während der Ball in immer kürzeren und schnelleren Bogen hin und her tanzte. Sie waren zetzt ganz dicht d?lm Netz, daß sie einander fast die Hände reichen konnten. Nelly. die nichts Böses ahnt.', warf den Ball jedesmal so. daß ihr Gegner ihn fanqen konnte. Aber dieser that plötzlich einen scharfen Schlag von der Seite. Einen Augen blick stutzte Nelly. Dann sprang sie dem Ball nach. Hatte sie ihn fallen lassen. 10 wäre er weit über den Kreidestrich geflogen, der die Grenze bildete. Aber sie, ganz im Eifer des Spiels, machte einen Sprung, einen echten Kirchhaseler Bocksprung, glitt aus und ein Mißgeschick passirte ihr, wie's einer jungen Dame nicht schlimmer Passiren kann. So lang sie war. fiel sie zu Boden. Ihr Kleid flog hoch in die Luft, und ein Stück ihres Beinkleides blickte darunter hervor. Aber ein Beinkleid, schlotternd wie eine Pumphose, tief bis über die Knie gehend, aus dem allerhäßlichsten, allergröbsten Wollstoff, wie ihn nur Landmädchen tragen. Wäre es Battist oder wenigstes Leinen gewefen, kein Mensch hätte sich darüber empört. Aber diese altmodische G'öckelhos aus ordinärer Wolle, mit einer rotben Kante als Verzierung, lag vor den Augen dieser an alle Raffinements des Luxus gewöhnten Leute da, wie ein enthülltes Verbrechen an gutem Geschnack, an der Erziebung, an allem, roa Anstand und Sittr ,var. Sie war vor Schreck wie betäubt. Sie glaubte ringsum ein Kichern zu hören und wäre am liebsten meusetodt liegen geblieben. Doch der Lieutenant sprang hinzu und half ihr nach einer Bank. Unter den Zuschauern war ein allgemeiner Aufruhr. Nur die Engländerinnen blickten mit undurchdringlichen Gesichtern steif in die Lust, als hätten sie nichts gesehen. Nelly stand auf und wankte davon. Als sie aus dem Gesichtskreis der Leute entschwunden war, flog sie trotz ihres geschundenen Knies die Treppe hinauf. Doch hinter ihr her flog ebenso schnell die Geschichte ihres Unfalls. Im Nu wußte das ganze Hotel davon. In sechs Sprachen wurde ihre Schmach unter den Gästen verbreitet, indem jede Nation die Begebenheit etwas anders färbte. Auch das Personal erfuhr davon. Jean, der aus dem Fenster des Speisesaals dem Spiel zugesehen hatte, erzählte sie dem Portier. Dieser dem Kellner. Von dem kam es auf den Llftlungen. Der fuhr eiligst damit zu dem Stubenmädchen hinauf und rief durch feine Erzählung eine förmliche Revolution hervor. Sie behaupteten, so etwas Ordinäres noch nie gehört zu haben, und indem sie die Hand aufs Herz legten, schworen sie, dergleichen könnte ihnen nie passiren, dazu seien sie viel zu gebildet. Nelly aber saß n ihrer Kammer und empfand einen unaussprechlichen Jammer über ihre Unaussprechlichen. VII. Durcheinander aeflogene Papierbogen, mit denen man sechs Oefen hätt: heizen können. Tlntenspntzer, zerbrochene Eierschalen, eine halbvolle Theetasse. Reste des Abendessens auf kurz und quer stehenden Möbeln, ein unausgeschlagenes Bett, in dem jemand gelegen, über allem ine Puderwolke von Cigarrenasche, kurz ein so wüstes Chaos wie kaum vor Erschaffung der Welt das war die Genfer Wohnung Peter Wildes. Der lunae Mann selbst entsprach seiner Umgebung. Nur mit Hemd u. Hose bekleidet, ging er aus und ab, das abgespannte übernächtige Gesicht, dessen Äugen in einem ungestillten Berlan gen brannten, dessen Haar die fiebernde Hand oft durcheinandergewirrt hatte, von der grellen Morgensonne überfluthet. Er hatte die Nacht gearbeitet, war aber sehr unzufrieden. Jetzt bockte er sich in die Badewanne und richtete, als wäre noch nicht Schmutzer genug tm Zimmer, eine große Sintsluth an. Was das Innere von Peter Wilde anging, so läßt es sich nicht mit einem Wort Geschreiben. Wenn man ihn selbst gefragt hatte. was für ein Mensch er wäre, so hätte er geantwortet: Verstandesmensch. Kalt, nüchtern, Egoist, ziemlich viel Willenskraft und gar keine Vorurtheile, einige Spuren trummeryaster Grundsätze. Statt der letzteren besitze ich einige Ideale, doch sind sie fo konfus und dehnbar, daß sie mich kaum belästigen. Sie sind so bunt und durcheinander gewürfelt, wie die Fahnen bei einem Schützenzug. Für jede Handlungsweise könnte ich die passende Flagge eines Ideals aufhissen. Im übrigen sind Ehrgeiz und Sehnsucht nach Reichthum die Triebfedern meines Thuns . . . Unter ihrer Wirkung fpielt mein Leben sich ob wie eine Uhr." Wenn man ifcn weiter gefragt hätte, od das der ganz? Mensch wäre, so würde er etwas gezögert und. verlegen hinzugefügt haben: Es ist der ganze" Mensch, wenn er so wäre, wie er sein sollte. Aber leider hat diese famos funktionirende Maschine, dieses glatt laufende Uhrwerk nocheine Feder zu viel. Für gewöhnlich ruht sie. Aber wenn diese verfluchte Feder mal an zu schnurren fängt, ist es mit aller RegelMäßigkeit vorbei. Dann fangen die Zeiger unmotivirt zu galoppiren an, oder sie bleiben stehen, oder der eine geht nach rückwärts, der andere vorwärts." Wie nennen Sie denn diese Feder?" Lieber Herr, das kann ich Ihnen selbst nicht sagen. Wenn die Wissenschast nicht bewiesen hätte, daß eS keine Seele gibt, so würde ich mir erlauben, diese Feder meine Seele zu nennen. So nenne ich sie, das Ding, wel ches eö nicht gibt und welches mir entsetzlich zu schaffen macht." .Dieses Ding, welches es eigentlich

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nicht gkbk,, diese incomnsensorabke Große, t mt Quelle aller Sprüngen meines Lebens. Sie bewirkt, deß ich oft das Gegentheil thue von dem, was ich Will. Daß ich aussähe, wo es bcsfer wäre, gelassen zu lächeln. Daß meine Hand sieb öffnet, wo sie fest geschlössen bleiben sollte. Daß ich Hohnlächle, wo. feierlicher Ernst mir Ehr: brächte. In Summa ist es ein unpraktlsches thörichtes Ding. Beneldenswerth sind die Menschen, die echten strammen zum Glück und zu Erfolgen bestimmten Söhne dieser praktischen Zeit, die an einem solchen Uebersluß nicht leiden . . Unterdeß hatte Peter Wilde sich gebadet, angezogen, rasirt, gekämmt, überhaupt neu aufgetakelt und glich so kaum noch dem Peter von vorhin. Er sah sehr elegant aus. Nachdem er die zerstreuten Manuskripte zusammengerafft, überließ er den Rest dem Dienstmädchen. Dann holte er noch inen Brief hervor, der seit Wochen zwischen Wäscherechnungen lag. Es war Nellys Einladung nach Montreux zu kommen. Während er den Bri? in der Hand hielt, gönnte er sich einige Minuten leichter Träumerei. Hin und wieder dachte er ganz gern an die alte Zeit zurück, obgleich er es nicht oft that. Das weitläufige Haus, die Stunden beim Pastor Beerenbusch, in dessen Zimmer es nach kaltem Pfeifendampf roch, die gemüthlichen Mahlzeiten, namentlich die Abends, wobei jeder einen Haufen Butterbröde bekam (nie hatte er bessens Brot gegessen!), die Spiele mit der kleinen Elly oder Nelly oder wie sie hieß: Das waren Erinnerungen, die, etwas verblaßt, etwas vermodert, ihn doch immer erfreuten. wenn irgend ein Anlaß sie wach rief. Die kleine Elly oder Nelly oder so hatte er mal geküßt. Das wußte er noch. Und die Erinnerung dieses Kusses kam ihm immer dann, wenn er zum erstenmal ein anderes Mädchen küßte. Bei jeder ersten Berührung eines fremden Mundes durchlief ihn der Gedanke, daß er dies Gefühl schon einmal genosen. Doch damals war es unendlich viel einer, unendlich viel süßer, derSchauer war viel tiefer gewesen. Aber er wußte sehr wohl, daß die Süßigkeit dieses Kusses nicht an dem Mädchen lag, nicht an dem Gefäß, aus dem er getrunken, fondern an ihm selbst, weil er damals zum ersten Mal gekostet. Und deshalb bewahrte er diesem ersten Kuß eine so pietätvolle Erinnerung: es war die Pietät vor seinem eignen unberührten, frischen, urwaldlichen Zustand, der nie wiederkehren konnte. Das Mädchen aber hatte er im Lauf der Jahre längst vergessen. Und der Gedanke, sie wiederzusehen, verursachte ihm keine Erregung und gab ihm keine Illusionen. Immerhin konnte er sich die petite fille mal ansetzen. Er würde einen amüsanten Tag verleben, gut diniren Morgen ging's dann wieder an die Arbeit. Mit dem Gedanken setzte er sich aufs Schiff. Der schönste Dampfer des Genfer Sees Mont Blanc" tauchte aus den Morgennebeln und fuhr mitVolldampf, umflattert von kreischenden 'JKooen, der Landungsbrücke zu. Plötzlich stoppte er und ließ sich seitwärts vertreiben. Nelly spähte sehnsüchtig nach Passaaieren. Seit zwei Wochen war das ihr Zeitvertreib: auf Peter zu warten, da kein Mensch sich um sie bekümmerte. Aber der Erwartete kam nicht. Weder er selbst, noch ein Brief von ihm. Die Menschen zerstreuten sich. Das Schiff fuhr weiter. Enttauscht und yossnungsmude setzte sie sich auf eine Bank. Da trat ein fremder Herr auf sie zu und sagte mit einer Stimme, die ihr Herz still stehen hieß: .Ich will doch wetten, daß SieFraulein von Wacht sind." Ihre Hand lag ln der seinen. Mit großen Augen, die ihn kaum fassen konnten, betrachtete sie ihn, ohne ein Wort zu erwidern. Doch er bemerkte hiervon Nichts uns fuhr halb lächelnd fort: Es ist huoscy, daß S:e noch an mich dach! haben. Ich glaubte, Sie hatten mich längst vergessen." Haben Sie mich denn vergessen?" fragte sie erschrocken. Jo! Ich nicht. Aber junge Da men vergessen doch so leicht." Daraus betrachteten sie sich einen Augenblick. Er war enttauscht von ihrem Aussehen. So spitz, so mager, so bescheiden! Vielleicht war sie ziemlich hübsch. Aber wie kann man überhaupt in einem solchen Kleide hübsch sein? Hol' der Kuckuck den dummen Streich!" dachte er. Ich wollte, ich wäre sie glücklich los und könnte mich anderswo amüsiren." Das junge Madchen aber war ganz bestürzt, daß aus dem wilden struppigen Jungen mit zu knappen Aermeln und zu drallen Hosen ein so kühler. wellsicherer und sremderMensch geworden war. Eine Fluth von Gedanken durchbrauste ihren Kopf. Nun war er da! . Sie hatte immer gedacht, wenn er käme, würde sie sich an ihn klammern, ihn jubelnd begrüßen und ihm ihr ganzes Herz ausschutten... Statt dessen sprachen sie die gleichgültigsten Dinge. Er fragte nach allem möglichen. Warum sie hierhergekommen, mit wem, od sie da und dort schon gewesen, ob man im Hotel gut dlnire? . X Sie antwortete wie im Traum. Dann kamen sie auf die Vergangenheit. und da wurde sie lebhafter. Sie erzählte in einem fort, und er lächelte dazu. Es war ein undeutliches Lacheln. das wie eine Politur über seinen ausgearbeiteten Zügen lag, -nicht freundlich und nicht lp'öttitch, ein La-

chesn kühler Hüfllchkeit. daZ zu sagen

schien: Sehr angenehm, Ihre Be kanntschaft zu erneuern . . . Ve! die fem ewigen Lächeln fing ihr Herz vor Zorn beinahe zu kochen an. Als sie schließlich stockte, fragte er: Sie waren bis jetzt immer in Kirch Hasel?" Sieht man mir das nicht an?" Er sagte weder ja noch nein, sondern iacyeile nneoer. Waren Sie die letzten Jahre in Berlin?" Jawohl.- , Sie haben sich sehr verändert. Das glaub' ich .. . Und die Vergangenheit, von der Sie erzählten, liegt Gott weiß, wie weit hinter mir. Ich muß meiner Erinnerung eine Brille aufsetzen, wenn ich sie noch entdecken will." So haben Sie dieseZeit vergessen ?- Ich habe kaum mehr daran gedacht," versetzte er einfach. Nelly schwieg, und in ihre? Seele fiel ein wunderschönes Luftschloß in lauter Trümmer zusammen. Aber er schob fröhlich den Hut in den Nacken, ur) indem er seinen kräftigen Körper reck .:, fuhr er fort: Wenn ich mal ein alter Mann bin, dann werde ich wohl an die Kinderzeit zurückdenken. Jetzt aber seh' ich nur vorwärts. Jetzt heißt's im Gedränz einen Platz erobern, weiter lommm, arbeiten, Geld verdienen." Plötzlich dann von seinem Gedanken abspringend, lehnte er sich in. lässigem Behagen zurück und sagte: Was für ein wunderbarer Morgen!" Sie hörte nicht auf ihn, in Nachdenken versunken. Sie sah nichts wie er mit entzückten Augen auf eine Segelbarke wies, die über den azurblau See so sacht hinschwelte, daß ihr Spiegelbild mit fast ungebrochenen Linien in's tiefe Wasser hineinwuchs. Nach einer Weile aber fragte sie ihn, und es war eine Frage, die schon oft. ihr eignes Innere aufgeregt hatten Halten Sie die Armuth für ein Unglück?" Verdutzt blickte er sie an und erwi--derte schnell: Teufel noch ein , sie ist ein, großes Unglück. Wenigstens für unsereins. Für arme Leute mag Reichthum ein Unglück sein, denn sie verderben sich daran den Magen. Aber wie kommen Sie auf diese Frage?" Ich hab: schon manchmal darüber nachgedacht." Man sieht Ihnen an, daß Sie keine Armuth kennen, sonst würden Sie nicht lange nachzudenken brauchen." Ich kenne Armuth sehr gut." antwortcte sie verletzt. Und ich bin der Ueberzeugung, daft sie kein Unglück ist. Uebrigens wissen Sie doch gar nicht, ob ich selbst nicht auch arm bin." Wenn Sie es wären, wohnten Sie nicht im Hotel Millefleurs, sondern ständen da unten, wo die Weiber waschen. Und dann frügen Sie auch nicht so . . . naiv. Glauben Sie mir. es ist etwas sehr Miserables um die Armuth." Aber dann wären ja die meisten Menschen unglücklich." Die meisten nicht. Die meisten sind daran gewöhnt. Die sind auch an Schmutz gewöhnt und fühlen sich sehr wohl darin. Aber für uns ist Schmutz trotzdem etwas sehr Häßliches." Also könnten Sie sich kein Glück ohne Reichthum denken?" Er lächelte über den Ernst,, womit Sie diese Frage that. Nein. Für. mich wirklich nicht. Ich habe nun mal eine Vorliebe für. alles Schöne auf der Welt und hasse wie die Pest das Häßliche. Aber der. Weg zu allen schönen Dingen ist mit Goldstücken gepflastert. Haben Sin das nicht auch bemerkt?" ' Sie schüttelte trotzig den Kapf und sagte : So diel Werth, wie Sie. glauben, hat das Geld, Gott sei Dank., doch nicht." )," meinte er lächelnd, den Werth des Geldes lernt man erst kennen. wenn man keins hat. Was Sie. da reden, ist lauter schöne Theorie Solche Fragen löst man nicht im Hotel. Millefleurs." Sie biß sich auf die Lippen. Sie wollte immer etwas sagen, was sie nicht herausbrachte. Sie wollte chm entgegnen. dak nirgendwo ein Mensch seine 'Armuth schlimmer empfindet, als da, wo ihn der Reichthum andrc umgibt. Wir verstehen einander doch, nicht," sagte sie. Er lächelte höflich und Versetzte: Ich würde unglücklich sein, wenn meine bescheidenen Fähigkeiten nicht ausreichten, um Sie zu verstehen. Ich will mir alle Muhe geben. Bitte iagen Sie mir Ihre Meinung Man muß doch glücklich sein konnen, auch ohne Geld. Denn das Glück liegt in ganz andern Dmgen, z. B. wenn Sie nun mal eine arme Frau heirathen sollten ..." Kaum hatte sie das gesagt, als sie brennend roth wurde. Und gern hätte sie die Dummheit zurückgenommen. Aber er, ohne ihre Vcrwirrung zu bemerken, sagte mit abwehrenderHand: Haben Sie keine Furcht! Ich werde das nie thun. Ich müßte außer Rand und Band und aller Vernunft baar sein, wenn ich es thäte. Denn ich halte es sük das Unglück des Unglücks . . . Aber kommen Sie, wir wollen etwas bummeln, damit wir von diesem absonderlichen und furchtbaren Thema abkommen." Nelly ging mechanisch mit. Obne daß sie wußte warum, fühlte sie sich sehr traurig Als die beiden einige Schritte zurückgelegt hatten, hörten ste aus der Ferne heisereTroLlpetenklange, und eine Stimme rief: Nelly! Nelly!'' Das alte Jungsernpaar hatte namlich weiter oben im Garten, gesessen, unter grünen Myrthen, und sich üb

die zwei Millionen sammt derenSchsktenseiten untersten. Lichtseiten hatten sie keine entdeckt. Jean hatte währenddem nicht weit entfernt gestanden, und dieser Philvsoph mit einem Servirtuch unterm Arm, der in so viele Töpfe, so diele Taschen, so viele Seelen geguckt hatte, wie keiner im ganzen Hotel, machte plötzlich ein Gesicht, dümmer als der dümmste Piccolo. Zuerst hatte er nach rechts gelauscht, wo auf einer verschwiegenen Bank Frau Rose und Lieutenant von Kalderhot saßen. Mit einem Male aUx klang ein seltsamer Laut in fein: Ohr. Er fuhr in die Höhe und dachte: Wer spricht da von Millionen? Als er No. 97 und 83 bemerkte, dachte er: Diese Proleten sollten ein solches Wort überhaupt nicht in den Mund nehmen! Aber sein Aerger verwandelte sich in bodenloses Erstaunen. Er dachte, ?r hätte sich verhört und stocherte mit snnem Zeigefinger den Schalltrichter mal ordentlich durch. Aber was er vernahm, blieb immer dasselbe. Zwei Millionen? Ach, die schwere Zukunft. Sehr viel preußische Coafols. Auch Italiener? Um Gotteswillen, keine Italiener! Ueber fllnfzigtausend MarL Zinsen. O der Jammer, das arme Kind zwei Äki! lionen! Wenn ich sie hätte! Mir schaudert ; " Das Haar gesträubt, dieOhren ganz steif nach vorwärts gerichtet, fo stand der Oberkellner, da. Erst als Fräulein Felsche mit ihrer. fettigenStimme Nelly rief, ging er traumwandelnd fort. Einem Servlrkellner stieß er das halbe Frühstück vom Brett. In seinem Leben war ihm, das noch nicht vassirt. Aber er achtete nicht, darauf. Er goß einen Kirschwasser, hinunter, um wieder zur Besinnung zu kommen. Und während er sich schüttelte, brummte er: Gott Strambach. ich glaub' das nicht! Das glaub' ich nicht!" Als Nelly die Stimme gehört hatte, fuhr sie zusammen:. Ich muß Sie. meiner Tante vorßellen." Nur zu!" meinte Peter. Aber sie wurde immer verlegener, und während sie zögernd mit ihm den Kiesweg hinaufschritt, fuhr sie fort: Hören Sie, Herr Wilde,, ich habe meiner Tante gesagt, Sie wären der Neffe vom Rector Strim in Leipzig. Bitte, bitte, widersprechen Sie mlr nicht, sonst giebt's ein Unglück." Er schüttelt entsetzt den Kopf. Neffe vom Rector Strim? Woö ist denn das für. ein Rector?" Er ist an einer höheren Töchterschule," sagte Nelly hastig. Die Tante hat noch Stunde bei ihm gehabt. Sie schwärmt, glaub' ich, für ihn . . . Aber lassen Sie mich nur machen. Das beste ist, wenn Sie recht bescheiden sind." Und wirklich, Peter war die Bescheidenheit selbst. Er war sogar ganz eingeschüchtert aus lauter Entsetzen über Tante Jda. So fett und gelb hatte er sie sich doch nicht vorgestellt. Und dabei war sie noch eine Venus im Vergleich mit der andern. Nelly stellte vor. Etwas leiser fügte sie hinzu: Liebe Tante, dieser Herr ist der Neffe vom Rector Strim." So...?" sagte Fräulein Felsche mit süßem Lächeln. Dann seien Sie mir willkommen." Und sie bat ihn, an ihrer Seite Platz u nehmen. Sie sind also schon Schriftsteller?" Schon lange, gnädiges Fräulein," versetzte Peter, dem es zwischen den beiden Jungfern fehr übel wurde.

Er hat. so. wunderschone Bucher geschrieben, Tantchen," fabelte Nelly. Erzählungen für?s reifere Alter. Qnkel Beerenbusch war ganz begeistert davon. Sonntag. Nachmittags hat , er uns manchmal daraus vorgelesen." Es war.mir.kergönnt," sagte Frau lein Taube, Ihrem Herrn Onkel recht nahe zu stehen. Er gehört zu den wenigen Männern, die man achten kann."' Jawohl," sagte Peter. Er hat. mir von seinem Neffen... von Ihnen, zählt. Sie studirten .doch früher Astronomie?" Peter, besann sich eine Weile, dann nickte er: AÜerdmgs. Doch das Studium, war mir zu. himmlisch. Die Erde lag mir näher." Ihr Her? Onkel ist das. Muster. eines Mannes," sagte Tante Jda. Von seinem Gehalt, das durchaus. nicht, groß, ist, hat er sichrem schönes Vermögen erspart. So so. das freut mich zu Hörens meinte der angebliche Neffe.. Du beiden alten Damen vertieften sich nun in ein Gespräch über die Vor. züge des alten Herrn,. während Peter ftiU. und bescheiden zuhörte. Hin unk wieder wischte er sich mit. dem Taschentuch über bis bleiche Süai und machte überhaupt einen sehr- ergebenen Em-. druck. Schließlich aber gelang es mi jungen Pärchen loSzukanunen, und kaum, waren sie außer Härroeite, da blieb Pe ter stehen, und das. Merkwürdige. Mäd. chen plötzlich mit ganz neuen. Augezr. betrachtend, sagte.: .Ja, alle Wetr! Ich bin, doch terat und versteht mich auf's. Schfc dein. Aber fo uQerhört wi Sie! Alle Hochachtung!" WaS folUs ich denn wachen V et ttiderte NeTh lächelnd. Ohns diese fromme L,Äge wäre uns. Tante. ds der Seite zewichen.Mei Bücher hab Sie vaturlich nicht gekfen?" Dch antwortete sie zögernd. Ich hab mich heimlich darüber hergemacht Onkel Veerenbusch hielt sie nämlich eingeschlossen." Peter lachte. Und wie er sie so an schaute, fand er. in diesem kleinen Persörchen stecke dock mehr Witz und ZI Hand, als ix geglaubt hatte. (Fortsetzung folgt.)

Jür die Kuchc.

Wkene? Hirnslippe. Em ! Kalbshirn wird in Salzwasser gar aekocht und durch ein Sieb getrieben. Nun verrührt man es mit einigen Eigelben, etwas geriebener Zwiebel, fein gehackter Petersilie, Muskat, Salz, Pfeffer und drei in Milch erweichten, fest ausgedrückten. Semmeln. Zuletzt mengt man den Schnee der Eier darunter. Nun bestreicht man. eine Form mit B?tter, giebt die Masse hinein und kocht dseselbe eine Stunde im Wasserbade. Ist die Masse fertig, so stürzt man dieselbe und schneidet hübsche Stückchen daraus, legt diese in eine kräftige, klare Fleischbrühe und aiebt die Schüssel, zugedeckt zu Tisch. Sellerrecream - Suppe. 5 Sellerieknollen, 1 Pint gute Fleischbrühe, 3 Pints Wasser, ein halbes Pint Nahm. Den Sellerie in Würfel schneiden, in dem Wasser weich kochen und durch ein Sieb treiben. Die Fleischbrühe dazu geben und eine halbe Stunde langsam kochen lassen. Der Rahm wird erhitzt,, dann verrüHrt man 1 Eßlöffel Butter, mit 1 Eßlöffel Mehl, giebt das hinzu,, kocht es 5 Minuten und schüttet es zu dem Sellerie; man bringt dann Alles bis ziun. Siedepunkt. kochen darf es nicht mehr. Hecht, mi Rosinensauce auf Hamburger Art. Der ausgcnommene,. geschuppte unv gewaschene Fisch wird je. nach seiner. Größe entweder ganz oder, in Stücke zertheilt in: gutem Weinessig mit. ein. wenig Wasser (auf ein Quart Essig ein halbes Quart. Wasser), gar gekocht.. Sodann wird er aus. der .Brühe genommen, auf eine. Schüssel gelegt und über einem Topf mit. heißem Wasser warm ehalten. Nun macht man eine hellbraune Mehlschwitze von 3 Unzen But. ter und zwei. Löffeln Mehl,, fügt 1 Unze gewaschencc Korinthen, 1$ Unze große Rosinen,. 1 Unze feingehackte süße Mandeln und etwas gestoßene Muskatblüthe nebst einem Pint Weißwein hinzu, ,läßt dies alles unter fortwährendem Umrühren verkochen,, bindet die Sauce mit dem Saft einer Eitrone. vier. Eidottern und ein wenig Zucker und gießt sie über den Hecht. Entcnragout.. Man schneidet eine sauber geputzte Ente, in nicht zu kleine Stücke und schmort dieselbe auf folgende Weife: In reichlich Butter werden die Entenstückchen mit Wurzelwerk, Salz, Pfeffer und etwas Mehl braun geschmort, mit Wasser aufgefüllt und langsam fertig gemacht. Zuletzt giebt man etwas Paprika,. Eitronensaft und ein Glas Rothwein, daran und treibt die Sauce durch. GansmitKasta.nienfülle. Zu einer nicht ausgebeinten' GanS nimmt man 2 Pfund Kastanien, schält dieselben und siedet sie. so, lange im Wasser, bis das gelbe Häutchen sich leicht wegziehen läßt. Dann werden die Kastanien mit einem halben Wfsel Jus, Salz. Pfeffer, etwas Zucker und einem Stückchen Butter: weich gedämpft, mit der feingehackten Leber, ein Eßlöffel feingeschnittener Zwiebel und noch einmal so viel Petersilii vermengt und in die Gans gefüllt. Gerolltes Roastbeef.. Am besten eignet sich das Stück der. langen Rippen, etwa 5 bis 6 Pfund dazu. Diese Rippen löst man vorsichtig heraus. klopft den Braten tüchtig,. bestreut ihn von allen Seiten mit Pfeffer und Salz und rollt ihn fest auf,. sp,. daß die dicke Haut nach außen kommt.. Ist er fest . mehrmals uut . Bindfaden: umschnürt, so. brät: man das Fleisch bei starker Hitze unterr öfterem: Begießen schön'braun. Natürlich gießt man nach . und-. nach kochendes Waffer bei. bis der Braten gar ist, was. etwa in dreiÄjcrtelstundcn.der Fall sein wird. Während, des Bratens darfjMan nicht ia das Fleisch hineinstechen.. W.ien er Schnitzel nrrt R e. m mi l ai ti. Bon eine? Kalbs schale werden- dreifitrgerbreite unb fingerlange. Stückchen- geschnitten;. Öwas ge-klopft,-, gesalzen und beliebig geformt; dann werdrrr siec mit Salz, und etwas weißem Pfefferc bestreutem weißem Mehl, umgekehrt: und in Butter schön hellgelb.! gebraten, worauf' man sie mit etwas Kalbsjus ablöschtt und einmal verdunsten läßt. Nun werden sse in schöner Ordnung angerichtet und mit einer Nemouladesauce zu- Tische ge geben:. P.u tdd. iiw g von. Fleischre st ewunksiri scherte b er. Elnen- recht-, ausgiebigen unb wohlschme Senden Butterbrotbeleg kann man sich auf' falgende Weise öÄig herstellen. Reste von; gekochtem oder gebratenem Fleische? werden mii etwas fettem Schinken: oder geräuchertem Speci fein gewiegt ebenso ein? große Zwiebel unv & Stück Sardclk auf ein halbes Pfmid obigen Fleisches. Ein gleiches Quandnn frische? Schweins oder Kalbsleber wird aus Haut und Sehnerr geschabt, ebensoviel durchwuchsenes Schweinefleisch fern gehackt. Zj Unzen altbackene Semmel weich! man in Waffer ein, drückt: sie nach dem Aufquellen scharf auS und schneidet sie mit de Wiegemesser fein. 150 Gran getrscknete Morcheln werdeit gebrüht, .bgewaschen und in ganz Äeine Wür selchen gescheiten. Dies, alles ver mischt man recht sorgsam: mit zwei oder drei gan-zm Eiem, nem Eßlöffel voll CHampignonsoice. gestoßenM Pfeffer dem etwa feienden Salze. In ein mit Schweinzfett dick aiNgestricherm Puddingfiirm läßt man dann e Masse 1 Stunde kochen. Erkaltet wird sie in. Scheiben geichnitten fctt Wurst. Käsesuppe. In 1j Quart schwach gesalzene Fleischbrühe, die man zum Sieden gebracht hat, r.ührt man ein Viertel Pfund geriebenen Schweb zerkäse und ebensoviel geriebenes, in Butter gerosieteö Weißbrot, läßt dii Brühe einigemal damit auskochen, bindet sie mit drei Eidottern und würzt ci in wenig ceritbener Muskatnuß.