Indiana Tribüne, Volume 21, Number 153, Indianapolis, Marion County, 20 February 1898 — Page 7
Acr Komet. Von Adolf Heilborn. Vorm Karnevalsfest kam nach Huueburg das Gerücht, die Welt werde untergehen. Der Doctor Zacharias Piper in Kolmar wars, der diese Trauerpost zuerst verbreitete. Zacharias Piper hatte berechnet, daß am Faswachtsdienstag ein Komet vom Himmel herabkommen würde, der inen 35 Mill. Meilen langen Schweif siedentn Wassers hätte ud über die Erd dahinfegen würde, also daß hoch aus den Gipfeln der Bergriesen der Scknee schmelzen, die Bäxrnc verdorre un gar die Menschen verbrennen toiir der. Freilich schrieb spätrr der berühznte Papinot in Paris, es Nürde allerdings in Komet kommen; ber sein Schweif Bestände aus leichten Dämpfen, daß Niemand davon belästigt würde. Es solle jedweder irur ruhig an sein Tagewerk gehen; tx stehe für alles ein. Diese VersicheruvZ beruhigte denn auch die erschreckten Gemüth wieder. Nun roohnt nkglücklichmveise zu Hüneburg in der Drn - Topfgasse" eine alte Spinnsrsu Namens Maria Finck, eis kleine Person mit weißen Haaren rnt'd voll Runzek, und Leute in mißlich Larze pflegten sie um Rath anzugehen. Sie bewohnt iin niederes Zimmer, dessen Decke nni gemalten Eiern, ?othen nmd blauen Schleifen, vergoldeten Nüssen und luusend anderen seltsamen Dingen vcrziert ist. Sie selbst trägt uralte Falbelkleider unÄ ißt ran Spritzkuchen was ihr m Lande besonderes Ansehen verleiht. Mirira Finck also erklärte sich, anstatt 'die Mittheilung des ehrenwerthen Herrn Papinot zu bestätigen, für Zacharias Piper, wobei sie sprach: Gehet in Euch und betet, bereuet Cure Sünden und thut der Kirche Guies; denn das Ende ist'nahe, das End? ist mche!" Ganz hinten hing to ihrem Zimmer ein Mo der Hölle, zu der die Menschen aus rohem besäetem Wege hinabsiieyen. Keine? ahnte, wohin dieseStratze fühlte; 'wnzcnd, die einen die Flaffche, die andern einen Schinken oder eine Schnur 'leckerer Würstchen in derHund, marschitten sie dahin, indeß ihnen ein Fiedler mit bänderzescmücktem Hute ausspielte, um ihnen die Mühen "der Reise zu versüßen. Manch umarmtat auch Ihre Gefährtinnen, und alle diese 'Unseligen näherten sich sorglos dem 'flammenden Rachen, in den die ersten bereits kopfüber hineinpurzrkten. Man stelle sich nur einmal die Gedanken 'eines jeden vernünftigen Wesens beim Betrachten dieses Bildes vor! Schließlich isi'Keiner so tugendfast, 'daß er nicht ein nettes Päckchen Sünden -ans dem Gewissen habe, und Niemand kann sich wohl schmeicheln, er werde ehrst alsbald zur Rechten des H:rrn Platz nehmen dürfen. Da -muß man 'doch schon ziemlich annraßend sein, wenn -man Pch einzubilden erZühnt. die Sache werde sich schon von selber machen; es wäre das jedenfalls ein Zeichen höchst verdammenswer'then Hochmuthes. So 'buchten denn die meisten dei sich: , Wir wollen den Karneval diesmal nicht mitmachen, sondern Fastnacht lieber -mir Bußübungen zubringen." Niemals hatte Ich etwas AehnNches erlebt. Drr Platz - Commandant und Hauptmann, wie die Unterossiciere drr 3. Compagnie des in Hllnebug in Garnison siegenden Regimentes befanden sich m wahrer Verzweiflung. All die Vorbrreiwngm für das Fest der große Saal des Rathhauses war mit rothem Zeug und Waffentrophäen decorirt worden, für die Musik eine Estrad? errichtet, Bier, Kirschwasser, feine Liaueure und andere Erfrischnngen besorgt worden und das alles sollte -umsonst sein, weil die jungen Damen der Stadt vom Tanzen nichts mehr hören wollten! Ich orn weiß Gott nicht boshast." meinte der Sergeant Duchene, aber wenn rch den Zacharias Piper in die Finger bekäme, der sollte mich kennen lernen." Bei aTledem waren doch am alleruntrostNchstm Daniel Spitz, der Magistratssekretär. Hieronymus Bertha. der Sohn des Postmeisters, derSteuereinnehme? Dujardin und ich. Acht Tage vorher warm nrr nach Straßbürg gefahrm, um uns Anzüge zu be.sorgen. Onkel Tobias hatte mir sogar 50 Mark aus seiner Tasche gegeden; ich sollte nicht zu knausern brauchen. Ich hatte mir bei Madame Dardenai unter den kleinen Arkaden ein Pierrotkostum ausgesucht. Das ist so eine Ars Hemde mit breiten Falten und langen Aermeln, mit faustgroßen, z'.vieblförmgen Knöpfen besetzt, die einem vom Kinn bis zum'Knue herabbaumeln. Auf den Kopf setzt man dazu eine schwarze Kappe, pudert sich das Gesicht mit Mehl, und das macht sich ganz prachtvoll, vorausgesetzt, daß man eine spitzige Nase, hohle Backen und Schlitzaugen hat. Dujardin hatte seiner Wohlbeleibtbeit wegen einen Türken genommen, über und über .mit Stickerei' besetzt. Spitz einen Polichinell, mit unzähli gen rothen, grünen und gelben Lappen benäht, vorn und hinten einen Buckel, einen riesigen Dreimaster auf dem Kopf; was Schöneres kann man sich gar nicht vorstellen. Bertha endlich wollte einen Wilden mit Papageienfedern machen Wir waren schon im Voraus sicher, daß alle Mädels sich an unsern Arm hängen würden. Und wenn man sich nun solche Ausgaben gemacht hat, und das soll dann alles wegen einer verrückten Alten oder eines Zacharias Piper zum Teusel geben, könnte man da nicht auf das ganze Menschengeschlecht einen Haß werfen?! Doch was ist der zu machen? Die Menschen sind immer, dieselben geblieben, und die Verdrehten werden stets oben auf sein. . Fastnacht kmmt heran. Der Him
mel hängt voller Schnee. Man schaut nach rechts und links, nach oben und unten: kein Komet zu sehen. Die jungen Damen waren schier aus dem Häuschen, die jungen Herren liefen zu ihren Basen und Tanten, ihren Pa then und sonstigen Bekannten. Ihr seht doch, die alte Finck ist verdreht; all das Gewäsch vom Kometen ist purer Unsinn. Kommen denn Kometen im Winter? Wählen sie nicht vielmehr immer die Zeit der Weinlese? Macht Euch fertig, fix, fix. fix. Roch ist's Zeit!" Die Unteroffiriere unterhandelten ihrerseits in den Küchen mit den Küchenfeen, beschworen sie und überhäuf ten sie mit Vorwürfen. Einig bekamen wieder Muth. Ohne Unterlaß besahen sich die alten Männer und Frauen den großen RathHaussaal? die Sonne aus Seitengewehren und die Trikolore - Decorationen zwischen den Fenstern erregten allgemeine Bewunderung. Plötzlich ein völliger Umschwung. Man erinnert sich, daß es ja Fastnacht ist. und die jungen Mädchen beeilen sich, ihre Fahnen aus dem Kleiderschrank zu nehmen und die Stiefeletten zu wichsen. Um zehn Uhr war der Rathhaussaal druckend voll, wir hatten die Schlacht gewonnen. Auch nicht ein junges Mädchen aus Hüneburg fehlte beim Appell. Die Clarinetten und Trompeten schmetterten, die große Trommel dröhnte und man walzte wie besessen. Die junge Wett befand sich in einem wahren Freudentaumel, und die alten Großmütter auf den Bänken längs der Wände lachten aus vollem Herzen, Am Büffet herrschte em fürchterliches Gedränge, es waren gar nicht genuq Ersrischungen Heranzuschaffen, und Vater Zimmer, dem die Lieferung hierfür durch Zuschlag übertragen, kann sich -rühmen, in jener Nacht seinen Kohl seit gemach! zu haben. Das ganze Treppengeländer entlang Tah man diejenigen taumeln, die sich zu sehr erfrischt hatten. Draußen schneite es noch rmmn. Onkel Tobias hatte mir den Hausschlüssel -mitgegeben, damit ich nach Hause käme, wann mir's beliebte. Bis zwei Uhr versäumte ich keinen Walzer; aber dann hatte ich genug. Die Erfrischung rumorte mir bedenklich imLeibe. So ging ich denn. Auf der Straße ward nnr besser, -und ich begann zu überlegen, ob ich wieder hinauf oder zu Bette gehen sollte. Ich hätte gern rloch getanzt; aber ich war schon zu müde. Schließlich entschied ich mich für's Nachhausegehen und wanderte, den Ellenbogen immer rm den Wänden, nach der Sylvesterstraße, indeß ich halblaut vor mir hin räsonnirte. So schreite ich wohl zehn Minuten in der Finsterniß dahin und will ge--rade beim Brunnen um die Ecke biegen, da gucke ich zufällig hoch und sehe hinser den Bäumen des Walles einen gluthrothen Mond, der sich durch die Lust bewegte. Er war noch Tausende von Meilen entfernt, aber er flog so schnell, daß er in einer Viertelstunde über unsern Köpfen sein mußte. Dieser Anblick machte mich vollends krank; ich fühlte, wie mir das Haar zu Berge stand und dachte: Das ist der Komet! Zacharias Piper hat doch recht gehabt." Und ohne zu wissen, was ich thue, renne ich plötzlich nach dem Rathhaus zurück, klettere die Treppe hinauf, wobei ich die mir Begegnenden umlaufe, und schreie mit schrecklicher Stimme: Der Komet! Der Komet!" Man n?ar gerade im schönsten Tan?.en. Die Pauke donnerte, die Tänzer stampften mit den Füßen, und die junzen Mädchen waren roth wie Klatschinohn. Aber als man diesen Schreckensrns: Der Komet!" vernahm, da ward es plötzlich mäuschenstill; alles wandte sich um und erbleichte, bekam hohle Barken und spitzige Nasm. Der Sergeant Duchene stürzte nach der Thür, hielt mich fest und legte mir die Hand auf den Mund: Bist Du denn verrückt? Willst Du wohl's Maul halten?" Aber ich riß mich los und wiederholte unablässig mit verzweifelter Stimme: Der Komet! Der Komet!" Und schon hörte man auf der Treppe das Trippeln der Füße, die Männer drängten hinaus, und die Frauen schrieen kurz, ein furchtbarer Tumult. Einige alte Weiber, die die Fastnacht verfuhrt hatte, erhoben die Hände zum Himmel und jammerten. Im Handumdrehen war der .Saal leer. Duchene ließ von mir ab, und ich lehnte mich ganz erschöpft aus ei nem Fenster und betrachtete die Leute, die auf die Straße stürzten. Dann lief auch ich hinaus, vor Verzweiflung fast vn Sinnen. Beim Vorbeikommen sah ich am Büffet die Marketenderin Katherine Tröpfchen mit dem Corpora! Blume sitzen und den Rest einer.Punschbowle trinken. SBenn's denn sein muß. denn man or'ntlich!" lachte sie mir zu. Unten auf der Treppe saß ein ganzer Schwärm auf den Stufen und beichtete einander: Ich hab: gewuchert." sagte der eine, und ich im Spiel betrogen," der andere. Alle sprachen zugleich und alle Augenblick hielten sie inne, um gemeinsam zu schreien: Herr, erbarme Dich unser!" Ich erkannte unter ihnen den alten Bäcker Fevre und Mutter Bauwitz. Wie Verdammte schlugen sie sich die Brust. Aber mir war daS alles ganz gleichgiltig; hatte ich doch genug auf eigene Rettung gesündigt. Bald hatte ich diejenigen eingeholt, die zum Brunnen gelaufen. Da mußte man nun erst das Jammern hören! Alle erkannten den Kometen, und ich fand, daß er sich schon um's Doppelte vergrößert hatte. Er sprühte Blitze und das Dunkel der. Nacht ließ ihn roth wie Blut erscheinen. AlleS schrie fortwährend' in klagll che Tone: .Es geht zu Ende, es geht
zu Ende; lieber Gott, wir sind verloren!" Da fielen mir plötzlich alle meine Sünden ein und ich entsetzte mich vor mir selber. Es überlief mich eiskalt, als ich daran dachte, w:r sollten alle ttrbrannt werden, und als ich den alten Bettler Balthasar auf seinen Krücken neben mir bemerkte, umarmte ich ihn mit den Worten: Balthasar, wenn Du erst im Schooße Abrahams bist, nicht wahr, Du wirst Mitleid mit mir haben?" Und schluchzend gab er mir zur Antwort: Ich bin ja ein weit größerer Sünder, Herr Christian; seit dreißig Iahren betrog ich die Gemeinde aus Liebe zur Faulheit; ich bin ja gar nicht lahm, wie man glaubt!" Und ich, Balthasar,- rief ich. ich bin der größte Lump, der in Hüneburg herumläuft." Wir lagen uns in den Armen und weinten. So werden die Menschen am Tage des jüngsten Gerichts sein: der König wird mit dem Stiefelputzer, der Bürger mit dem barfüßigen Bettler einträchtig wandeln. Sie werden sich einand:r nicht schämen und sich Brüder nennen, und der Glattrasirte wird sich nicht scheuen, den Strubbelbart zu küssn; denn daL Feuer reinigt alles, und die Furcht, verbrannt zu werden, macht weichherzig. Wir lagen hier nun schon eine Viertelstunde auf den Knieen, da kommt der Sergeant Duchene ganz athemlos herbei. Er war erst zum Zeughaus gelaufen, aber weil dort nichts zu sehen war. kam er durch die Kapuzinerstraße zurück.' Weshalb plärrt Ihr denn so?" rief er. Da bemerkte er den Kometen. Himmeldonnerwetter, was ist denn das?!" Das Ende der Welt." sprach Balthasar feierlich. Das Ende der Welt?" Ja. der Komet!" Da fing er wie ein Heide an zu fluchen und fchrie: Wenn nur der Platz - Commandant hier wäre, daß man die Parole wüßte!" Dann zog er plötzlich seinen Säbel, schlich sich an die Mauer und rief: Vorwärts; 's geht auch so; jetzt heißt's zuerst recognosciren!" Alles bewunderte seinen Muth, und ich selbst schloß mich, durch seineKühnheit fortgerissen, ihm an. Wir marschirten langsam, ganz langsam, mit weit aufgerissenen Augen den Kometen betrachtend, der sich zusehends vergrößerte und jede Sekunde Tausende von Meilen zurücklegte. So kamen wir bis an die Ecke des alten Kapuzinerklosters, da schien der Komet plötzlich emporzusteigen. Je mehr wir uns näherten, um so höher stieg er, und wir sahen uns gezwungen, den Kopf derart zu erheben, daß Duchene schließlich, den Hals weit zurückgebeugt, senkrecht in die Luft starrte. Ich. zwanzig Schritt hinter ihm, betrachtete den Kometen von der Seite und fragte mich eben, ob es rathsam sei, noch weiter vorzudringen, als der Sergeant plötzlich stehen blieb. Verdammt." sagte er leise, 's ist die Laterne!" Die Laterne?!" rief ich. ist's möglich?!" Und ich betrachtete sie ganz verblüfft. Es war in der That die alte Laterne des Kapuzinerklosters. Sie wird nicht mehr angesteckt, weil die Kapuziner seit 1493 nicht mehr im Lande sind und in Hüneburq alles mit den Hühnern zu .Bette geht. Aber der Nachtwächter Burrhus hatte in der Voraussicht, daß heute Nacht des Guten wohl zu viel gethan würde, den menschenfreundlichen Gedanken gehabt, ein Licht hineinzustellen, damit die Leute nicht in den Rinnstein fielen, der rings um's Kloster lauft. Alsdann war er schlafen gegangen zur Seite seines biederen Ehegesponses. Wir unterschieden ganz deutlich die Arme der Laterne. Wenn der Wind ein bischen hineinblies, so flackerte die Kerze, was der Laterne das Aussehen eines wandernden Kometen verlieh. Als ich das sah. wollte ich schreien, um die anderen zu benachrichtigen; doch der Sergeant rief mir zu: . Willst Du wohl still sein! Wenn man wüßte, daß wir eine Laterne angegriffen, wären wir ewig blamirt. Achtung!" k Er machte die verrostete Kette los und die Laterne fiel mit qroßem Gepolter zu Boden. Dann entfernten wir uns eilends. Die anderen warteten noch lange; aber als der Komet erloschen war, faßten sie sich schließlich wieder ein Herz und gingen zu Bett. Am , nächsten Tage verbreitete sich das Gerücht, der Komet sei auf Bitten der Maria Finck erloschen. So aeht's im lieben, kleinen Städtchen Hüneburg. m Verzeihlicher Irrthum. Radfahrerin (in Pumphosen): H?r Kommerzienrath! Erlauben Sie, daß ich, wenn auch unbekannt, dcn langgehegten Wunsch ausspreche, Sie recht bald meinen Schwiegervater nennen zu dürfen. Kommerzienrath: Danke ! Sehr schmeichelhaft! Nur bitte ich. sich vor Allem zu erklären, ob Sie meine Sohn oder meine Tochter heirathen wollen? Auch ein Jubilar. Student: Heut' bleibe ich Ihnen zum fünfundzwanzigsten Male die Miethe schuldig, da könnten sie eigentlich eine Ermäßigung eintreten lassen!" I m R e st a u r a n t. Gast: Da schauen's, ein Haar in der Butter. Kellner: Verflucht! Schon wieder so a dumm's Kuhhaar, was M au in rie Butter giebt, damit de net merkcn, daß eö Margarin j
ZUisz Zlvettcs Nache. Humoreske von I. Fligl. 1. Miß Yvette Jusserand war ein gefeiertes Mitglied des New - Yorker Fee . Theaters, dessen Direction sich der Künstlerin für jedes Auftreten mit dem geringen Sümmchen von tausend Dollars erkenntlich zeigte. Es ist mehr als selbstverständlich, daß. die vergötterte Miß die Gesangskunst ebenso wenig inne hat!, wie z. B. der brasilianische Silberfasan; Amerika hat sich aber über die abgenützte Schablone, welche von den Sängerinnen sogar auch Stimm - Mittel verlangt, längst hinweggesetzt. Miß Jusserand feierte'in den Pantomimen ihre glorreichsten Triumphe; bei diesen hatte sie nämlich Gelegenheit, ihr schönes, Tizian-rothes Haar offen über ihre alabastergleichen Schultern wallen zu lassen. Ein Localdichter besang, ihre herrlichen Haarflechten und sagte, dieselben hätten ihre Farbe von dem Blute der Liebesopfer der Miß erhalten. Dieses Gleichniß schmeichelte der eitlen Künstlerin überaus und sie lud den Dichter. Mr. Jefferson, balp nach dem Erscheinen des hübschen Gedichtes zu sich in ihr präch. tiges Hotel. Die Diva empfing den Besucher mit ausgesuchter Höflichkeit. Es freut mich, daß Sie meiner Einladung fo rasch folgten", fprach die Künstlerin, dem Gast neben sich auf der Ottomane einen Platz anweisend. In erster Reihe muß ich mich bei Ihnen für das reizende Gedicht bedanken, mit welchem Sie mir eine fehr angenehme Ueberraschung bereiteten. Ich hoffe, in Ihrer Person endlich jenes mächtige Dichtertalent entdeckt zu haben, nach welchem ich schon lange fahnde." Aber, Miß . . . Betreiben Sie das Dichten schon feit längerer Zeit?" Ich machte schon Gedichte, als ich noch das Alphabet nicht kannte ..." Und darben trotzdem in einem Käfig des zehnten Stockwerkes? Nun denn, ich will Ihnen auf leichte Weise zu einem großen Vermögen verhelfen. Sie sollen das undankbare Gebiet der lyrischen Dichtung verlassen. Von heute ab werden Sie blos Theaterstücke schreiben . . . Mr. Jefferson erhob sich beleidigt von dem weichen Stuhle. Miß, Sie behaupten, ich sei ein begabt Schriftsteller, und setzen von mir dennoch voraus, daß, ich mitf der Bühnenlitteratur zuwenden werde . . ." Sie haben mich mißverstanden. Heutzutage schreiben die begabten Dichter weder in Europa, noch in Amerika Theaterstücke. Diese werden nunmehr blos von umsichtigen Menschen geliefert, die über entsprechende Verbindungen verfügen. Verbindungen dazu, damit die Theaterdirection das Stück zur Aufführung acceptire, damit die Dar steller ihm kein Fiasko bereiten, damit das Stück von dem Premiören besuchenden Publikum wohlwollend aufgenommen und damit es von den Kritikern nicht todtgeschrieben werden. Jhnen, Verehrtester, fehlen eben all' diese Verbindungen. Nun denn, ich will sie Ihnen verschaffen!" Wie Miß, Sie wollten . . Wir werden jenen einfältigen, altmodischen Gebrauch, laut welchem das Stück von einem einzigen Menschen geschrieben wird, der das ganze Risiko trägt, einfach verwerfen. Wir werden die Bühnenlitteratur auf neue Grundfesten legen, und zwar aus das System der Actienaesellschaft." .Aber, Miß .. . Zu so einem Stück habe ich auch sogar schon eine ausgezeichnete Idee gefaßt. In diesem Stücke habe ich eine Glanzrolle. Ich und meine Haare. Die Details wollen wir gemeinsam ersinnen. Ich theile dasselbe dann einigen meiner reichbegüterten Vertrauten mit und diese müssen uns die ersten Actien notiren ..." Die Diva erhob sich und schritt i ihrem Empfangssalon nervös auf und ab, indem sie dem staunenden Poeten ihr Project folgendermaßen erklärte: . Wenn am Vormerkbogen der neuen litterarischen Actiengesellschast die Namen einiger Nabobs erscheinen werden, was meinen Sie, wie dann die Idee auch bei den übrigen Geldbaroncn Anklang finden wird? Erfährt dann erst die Welt, worum es sich handelt ! Won einem Theaterstücke, zu dessenLanzirung eine riesenhafte Menge von In-' teressenten sich geeinigt hat !! In das Directorium werden blos berühmte Schriftsteller gewählt. Diese werden von der Generalversammlung zur Lieferung des Theaterstückes aufgefordert und haben bis zu dem festgesetzten Termin die Vorlag des Directoriums d. h. das fertige Stück der Generalversammlung vorzulegen. Jeder Actionär hat dann das Recht, eventuelle Abänderungen, Kürzungen oder Einlagen vorzuschlagen. Was glauben Sie. wie viel geheime Dramendichter es inNordAmerika giebt? Diese werden alle als Actionäre in unsere Gesellschaft treten, b: sie werden die günstige Gelegenheit erhäschen, ihre eigenen Stücke aufführen lassen zu können oder zum mindesten ihren Antheil an einem gemeinsam zu .sczreibcnden Stücke zu haben.
Wie diese verkapptenPoeten dann solche Stucke lobpreisen werden! Wie sie ihre Verwandten und Bekannten, besonders aber ihre Feinde und Neider ins Theater locken werden! Mit unserem ersten Stücke machen wir ine Tournee durch ganz Europa und Amerika! Triumphe, Ruhm, Bestürmen der Theaterkassen allenthalben! Und r i$ Verlauf eines Aabres buablt i's.llscbast ibren srorjloaenden Actionären eine hübsche Dividende . . ." Der Poet hörte die Worte der Künstlerin kaum mehr. Vor seinen geistigen Augen erschien auf den goldgesäumten Wolken seiner Zukunftsträume daS imposante Theater der Actiengesellschaft, in welchem jede PremiSre mit unerhörtem .Aeifalle sufamommm
werden soll .... Er dankte' der Diva auf den Knieen dafür, daß sie sich gerade ihn zur Durchführung ihrer epochemachenden Idee auserkoren hatte. Keine Sentimentalitäten, junger Freund!" ermähnte ihn die Miß. Und nun schreiten wir zum geschäftlichen Theil der Sache . . . Verfertigen wir das Sujet des Stückes ..." Bei sich aber dachte sie: Dieser Bursche gefällt mir ungemein. Vorerst will ich ihn zu einem rei chen und gefeierten Mann machen, dann wird er geheirathet . . .2. Alsbald erschien auf der Stirnseite eines der prächtigsten Hotels der Fünf, ten Avenue folgende RecIameAnnonce: The First American Patent Dramatist Company Limited. Zur selben Zeit bezog die Actiengesellschaft der Damenschriststeller ein glänzendes Apartement des ersten StockWerkes, an welchem von dem Tage ab reges Leben herrschte, da das Project der Miß Jusserand und des Mr. Jefferson glänzend reüssirte. Die zahlreichen Verehrer der Miß, darunter secbs Eisenbahnkönige und drei europäische Thronprätendenten, notirten die ersten Actien mit wahrhaft chevalereskerFreigiebigkeit, und die Concurrenz der geHeimen Dramendichter füllte die cir--kulirenden Bögen in kürzester Zeit. - In der constitutionirenden Sitzung Waren die Actionäre vollzählig erschienen. Mr. Jefferson hatte den Präsidentensitz eingenommen. Er wurde von allen Seiten mit stürmischen Hört! Hört!" Rusen empfangen. Verehrte Damen und, Herren!" sprach der Dichter, ich bin so frei, das Programm der Actiengesellsthaft Jhrem erprobtenKunstverständmsse anzuempfehlen. Wir glauben, auf der Höhe unserer Aufgabe zu stehen, wenn wir Ihnen ein durchwegs modernes Sujet in Vorschlag bringen. (So ist's!) Unsere Heldin ist eine junge Dame, in welcher die Frauenemancipation, der Geist der Neuzeit eine würdige Vertreterin finden foll. (Die weiblichen Actionäre lassen den Redner hochleben.) Die Dame steht einer Advocaturkanzlei vor, welche sie mit einem spitzfindig ersonnenen Heirathsvermittelungs - Bureau noch einträglicher zu gestalten wünscht. Zu diesem Behufe hat sie sich bereits einen jungen Gentleman als Helden auserwählt, der über eine Mitgift von zehn Millionen Dollars derfügt. Das böse Schicksal legt ihr aber große Hindernisse in den Weg. (Lebhafte Bewegung und Hört!" - Rufe.) Das Herz des zehnfachen Millionärs gehört nämlich nicht der vornehmen Advocatin, sondern einer armen Blumenverkäuferin. (Heftige Zwischenrufe: Und das nennen Sie ein modernes Sujet?!) WertheGeneralversammlung! Erlauben Sie mir doch gütigst, daß ich das Skizziren meines Märchens zu Ende führe. Sie. können ja dann Ihr Recht des Abänderns geltend machen. Wie hilft sich nun unsere Heldin? Sie nimm! ihre Zuflucht zur modernsten Wissenschaft: zur Hypnose. . Sie hypnotisirt den Gegenstand ihrer Liebe, worauf dieser für sie in glühende Liebe entbrennt. (Bravo! Stürmische Beifallsbezeugungen.) Leider erreicht sie aber dadurch ihr Ziel nocb immer nicht, denn die Eltern weigern sich, zu dem Bündnisse ihre Einwilligung zu geben, besonders aber will es nicbt gelingen, die Mama des zukünftigen Gatten pi hypnotisiren, da dieselbe überaus starke Nerven besitzt und sich daher nicht zum Medium eignet. (Heiterkeit und Applaus.) Die Heldin entschließt sich daher, ihren Helden zu entführen. In später Nachtstunde dringt sie in das Schlafzimmer des Geliebten, führt ihn zu ihrem bereitstehenden Wagen und das Pärchen entflieht. AnderenTags senden sie dann an die Schwiegereltern folgendes schadenfrohe Telegramm: Bankier L. Philadelphia. Ihre Hartnäckigkeit hat mich zum Aeußersten getrieben. Ihr Sohn ist unrettbar compromittirt. Geben Sie uns Ihre Einwilligung, die Familienehre fordert es. Hierfür bin ich geneigt, Ihnen, im Falle sofortiger Ausbezahlung der Mitgift anstatt des gebräuchlichen zweiprozentigen Kassa Sconto's vier Prozente zu genehmigen. Drahtanwort bezahlt Was bleibt den Eltern unter sothanen Umständen anderes Lbig, als den Flüchtlingen telegraphisch ihre Einwilligung und ihren Segen zu ertheilen? Der Vorhang fällt." Das Project Mr. Jefferson's wurde durch Majoritätsbeschluß - angenommen, und man betraute das Directorium, im Laufe von drei Wochen eine neue Meldung zu erstatten, d. h.-das fertige Stück zu überreichen. Die Minorität verließ die Versammlunq demonstrativ und klagte das PrüfungsComite, dessen Mitglieder sich verständnißinnig schmunzelnd die Hände drückten, offen des Betruges an. . & Nach Verlauf eines Monats vkündeten an sämmtlichen Annoncen-Säu-len New Fort's riefengroße Anschlagezettel die sensationelle Neuigkeit der modernen Bühnenlitteratur: Mtfe Harrtet, die Entführerin ihres Bräutigams!! oder Die Hypnose in der Liebe!! Schauspiel in 3 Auszügen von der 1. amerikanischen Bühnenschiftsteller - Actiengesellschast. Die journalistische Lärm Trommel wurde von Barnum dem Jungeren gerührt, der seinen berühmten Ahnen hierdurch vollkommen verdunkelte. , . Die Wirkung blieb nicht auö: für die ersten hundert Vorstellungen wurden binnen einiger Tage sämmtliche Plätze vergriffen. Die Actionare spazirten vor dem Theater glückselig auf und ab, und Mr. Jefferson wollte sich auf demWaliallasauare ein Valais bauen lassen. .
Selbstverständlich oblag auch Miß Fvette ihren Vorbereitungen und zwar mit fieberhafter Hast. Drei Damen schneide: verübten Selbstmordversuche, da ste für die Künstlerin keine ihr zusagenden Costüme zu erfinden vermochten. Die Miß wollte die Zuschauer besonders in der Hypnotisirscene des zweiten Actes hinreißen, in welchem sie in einer märchenhaft - duftigen Tracht zu erscheinen gedachte, das offen herab-
wallende Haar mn Bnllantsternen beaet. S:e erfand ein ganz neues Par'llm, welches im Zuschauerraum zertäubt werden sollte. Dieser Duft war von betäubender Wirkung, durch welches man auch das Publikum zu hypnotisiren gedachte .... Bei der Generalprobe deutete sie bloß an, welchen Teufelsspuk sie am Abende der ersten Aufführung zu verüben gesonnen war, sie entzückte aber die Hyänen der New Forker Kritik fchon damals derart, daß diese das zerstreute Spiel der Diva gar nicht bemerkten. Miß Fvette heftete nämlich ihre Blicke unausgesetzt auf eine Loge des verfinsterten Zuschauerraumes, in deren Hintergrunde Mr. Jefferson mit der Tochter des reichsten Eiscnbahnkönigs, einem Mitgliede des Directoriums. eifrig plauderte . . . Die junge Dame schien die Aufmerksamkeit des Autors derart in Anspruch zu nehmen, daß für ihn das, was auf der Bühne geschah, ganz und gar verloren ging. ' Namenloser Zorn bemächtigte sich der Künstlerin. Darum hatte sie also dem hungernden Poeten ihre Millionen in sich bergende Idee mitgetheilt? Hoch und theuer hatte ihr der Taugenichts versprochen, sie an dem Tage ihres Triumphes zu ehelichen! . . .Sie versuchte e aber noch einmal, ihn zu bekehren, und sagte ihm nach derGeneralprobe: Begleiten Sie mich in meine Wohnung, lieber Freund! Ich möchte das Diner heute in Ihrer Gesellschaft einnehmen . . Bedaure . . stotterte Mr. Jesferson. Ich habe bereits Mr. BruceWhyte zugesagt . . 5 5 5 Der heißersehnte Abend kam heran. Die Anzahl der vor dem New Forker Feetheater inspectionirenden Polizisten wurde verdoppelt. Das Theater war von den Vornehmen Amerikas dicht besetzt. Auf den Stehplätzen des dritten Ranges selbst drängten sich hohe Würdenträger. In dem überfüllten Haufe herrschte eine feierliche Ruhe, welche der Stille vor dem Sturme, dem Beifallssturme, glich. Die ersten Scenen ließen das Audi., torium ziemlich kalt, man hoffte aber, daß sich die Stimmung bei Miß Avette's Erscheinen ändern werde. Und die göttliche Künstlerin erschien; im Nu überflogen ihre Augen den Zuschauerraum und erblickten Mr. Jefferfon abermals in der ProsceniumsLoge mit der Tochter des Millionärs. Und wieder lauschte er der Vorstellung nicht . . . Von diesem Augenblicke an war das Schicksal des Stückes besiegelt, d. h. Miß Jusserand ließ ihre Rolle gänzlich fallen. Im zweite Acte verursachte sie eine colossale Ueberraschung nein, tiefe Entrüstung rief sie dadurch hervor, daß sie anstatt in dem verführerischen, traumhaften Feen Costüme in einer nonnenhaft grauen Tracht erschien. Von ihren prachtvollen Schultern und dem blendend weißen Nacken ließ sie auch nicht das kleinste Streifchen erblicken. Das Publikum knirscht: über die peinliche Enttäuschung mit den Zähnen. Dem Zähneknirschen aber folgte alsbald .das Zischen, und als Min Yvette trotzdem weiter spielte, da brach der Sturm vollends aus. Mr. Jefferson erwachte aus seiner idyllischen Stimmung mit Entsetzen. Er fah ein, daß sich Miß Fvette an ihm furchtbar gerächt hatte, und daß nun Alles verloren sei. Papa Bruce-Whyte benahm sich ihm gegenüber aber plötzlich auffallend kalt und Miß Ellen kehrte ihm ebenfalls den Rücken, gleich als wollte sie fagen: ' Ja. Freundchen, wennDein Drama durchfällt, dann ist es zwischen uns aus!" ... An dem Morgen des dem schnöden Fiasko folgenden Tages verlangten die Gläubiger gegen das erste amerikanische Bühnenschriftsteller - Consotorium die Eoncurs - Ausschreibung. Mr. Jefserson wurde von den Actionären beinahe gelyncht und der arme Gelegenheitsdichter sah sich genöthigt, zur lyrischen Dichtung, von welcher er erst vor kurzem mit den zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden Aussichten geschieden, wiederzurückzukehren. Der Vorflyrann. Aus dem Russischen von Th. H. Lange. Vor etwa fünfzig Jahren hatte der Graf Ustinow, der in seiner Jugend ein Spieler, Trunkenbold und ausschweifender Mensch gewesen war, die Herrschaft Ostrom übernommen. Alles zitterte vor ihm, feine Frau, feme Kinder, die Dienerschaft, am allermeisten aber seine Bauern, die er bei dem kleinsten Vergehen bis auf das Blut pitschen ließ. Er hielt sich eine Schaar Kosacken, welche feine Lcibgarde bildeten und alle seme Befehle auf das Strengste ausführten. Bauern, welche widerspänstig waren, wurden zu Tode geprügelt. Seine Frau und Kinder starben vor ihm. Man raunte sich auch in die Ohren, er habe sogar den Tod seiner Frau selbst verschuldet. Eines Tages starb Ustinow plötzlich. Ein Schlaganfall hatte das Ende deS brutalen Mannes herbeigeführt. Als die Schloßglocke seinen Tod verkündete, tanzten alle feine Bauern vor Freude. Älles eilte natürlich nun auf's Schloß, wo der Verstorbene in dem Saale auf einer Bahre lag. Ringsherum brannten Kerzen, der Pope las die vorgeschriebenen Gebete und entfernte sich dann. Nur der
Küster blieb an der Bahre und beteteweiter. Die Verwandten des V storbenen waren noch nicht eingetroffen. Die Freude der Bauern kannte keine Grenzen, als sie sich wirklich, überzeugten, daß ihr entsetzliche? PerNiger nicht mehr lebte. Sie achteten nickt des betenden Küsters, sondern faßten sich an den Händen und um tanzten die Bahre. Die ermahnenden und strafenden Worte des Küsters va hallten erfolglos gegenüber der lar-- ' menden und tobenden Schaar. Die Kosacken waren nicht sichtbar. Als nun gar einige der Bauern den Todten mit den gemeinsten Schimpfworten überschütteten und an dem Bart und den Kopshaaren zu ziehen begannen kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Ein junger Bauer hatte im Schlosse ein Fäßchen Branntwein gefunden und machte den Vorschlag, den Branntwein dem Todten einzuflößen. Al5 man noch darüber berathschlagte, hatten ein paar besonders wüthende Bauern vom Kopfe der Leiche schon Bart und Haupthaar abgerissen. Der junge Bauer goß mit Gewalt den- Branntwein aus einer Flasche zwischen dw Zähne des Todten und schrie: Hrnid' jetzt trinke auf die Gesundheit Deiner Bauern!Plötzlich entfiel dem Vamrn die Flasche, und er taumelte leichenblaß, zurück. Auch die Menge verstummtemit einem Schlage, keiner der Tobenden rührte sick. wie versteinert bliet Jeder auf semem Platze sich,?:. Grabesstille war eingetreten. x)t Augendes Todten hatten sich geöffnet, der wie mit teuflischen Blicken seine Umgebung ansah und jeden Einzelnen mit. seinen Augen förmlich zu durchbohrenschien. Diese Blicke ließen das Blut: in den Adern der Bauem erstarren Graf Ustinow erhob sich langsam und sprach mit dumpfer Stimme, die oi rect aus dem Grabe zu kommen schien: Hierher. Michael, Du hast mich arn Schnurrbart gezogen, morgen werden Dich meine Kosacken am Galgen hin--aufziehen. Hierher, Iwan, Du hast mir die Kopfhaare ausgerissen. Dir wirst ebenfalls an den Galgen gehängt. Du. Alexander, der Du mir den Branntwein eingegossen hast, wirst in einen Sack genäht und im Teiche er--säuft werden Die Kosacken erschienen inzwischen und nun wurden alle Bauern gebun-' den und dann durchgepeitscht. Die: Hauptmissethätcr blieben gefesselt.. Dann befahl er einem Diener, ihm: einen Rubel zu geben, und er warf dasGeldstück dem erstarrten Küster mit den Worten zu: Scheer Dich fort. Solltest Du es wagen, noch einmaU hier zu beten, ohne daß ich es selber: Dir befohlen habe, so lasse ich Dich ebenso durchpeitschen wie diese Hunde-, hier' Der Küster entfernte sich schleu--. nigst. Der Mthsels Lösung war nichtschwierig. Der Graf hatte im Starrkrampfe volles Bewußtsein, er horte: jedes Wort, er wußte ganz genau. xoa& um ihn vorging. Infolge der furchte baren Wuth, die ihn ergriff, als er sich von feinen eigenen Leuten mißhandeln lassen mußte vielleicht belebte ihn auch der Branntwein wich der: Starrkrampf. Ustinow hielt Wort. Zwei Tagr später baumelten die Missethäter an. einem Galgen, der schnell errichtet wor-. den war. Nun übte Ustinow ein. förmliches Schreckens - Regiment aus. Einige Bauern faßten aber fchließlich. doch Muth, wandten sich an dcn Zaren. und eines Tages erschien eine Gerichtscommisston im Dorfe. Der Vor sitzende dieser Commission überbrachte? einen Verhaftungsbefehl. Als dieCommission sich dem Schlosse näherte, forderte Ustinow seine Kosacken auf den Beamten in keiner Weise Wider--stand zu leisten. Er selbst entfernte sich, und begab sich in die inneren Räume. die er hinter sich verschloß. Als schließlich dieGendarmerie die schweren Thuren nach unsäglicher Mühe ausgesprengt hatte, lag Ustinow starr und steif am Boden. Er hatte ein schnell, wirkendes Gift getrunken. Ustinow's Bauern aber wollten am seinen Tod nicht glauben. Sie be-. haupteten, er sei mit dem Teufel, irn.' Bunde und werde nie sterben. Dah Schloß Ustinow's hieß fortan da Geisterschloß", und in der Geister stunde wollten die Bauern wiederholv ihren früheren Peiniger mit brennendem Pechkranz um den Kopf umher-' wandeln gesehen haben. Das Einfachste. mmtm Vater hat mir und meinen zwei Brudern testamentarisch ein dreistockiz?5 Haus hinterlassen, und nun wissen wir: nicht, wie wir uns darüber einigen oUlen." Sehr einfach, beziehen Sie doch,' Jeder eine Etage." Mildernder Umstand Richter: .Sie haben fchon wieder mal ein Fahrrad gestohlen!" Ringes lag ter: Ja. ich bin halt noch 'n bissel ungeschickt. Herr Richter. Das erst war bereits nach vier Wochen hin!" Kasernenyosblüthen. Unteroffizier (zu einem ungeschickten Rekruten): Was sind Sie, Müller?" Soldat: Photograph!" Untere offizier: Na. da gebrauchen Sie Ihre Sckädel wohl gleich als DunkelkauiM raer?" Passende Aerwend u n g. Studiosus A.: Da schau 'mal her! Hab' für einen Artikel, den ich gegen die Trunksucht schrieb, sün. zig Mark Honorar bekommen." Shr di'osus B.: Weißt Du was? DaS Geld versaufen wir." . Da liegt der Hase irn Pfeffer. Dame: Da, schauen Sie her, Herr Doktor, und machen Sie mir ein Compliment! Den Hafen habe ich gefchossen! Was?! Verstehe ich zu treffen?" Doktor: Wunderbar, meine Gnädige! Meine Anerkennung über Ihr sicheres Schießen: Verstehen Si auch, ihn zuzubereiten?"
