Indiana Tribüne, Volume 21, Number 153, Indianapolis, Marion County, 20 February 1898 — Page 3

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MM. fröhlicher Noman von Wilhelm Hcgclcr. (3. 5?ortseKuna.) Nach zwei Tagen reiste Nelly mit lyrer Tante ad. Der Pastor hatte mit dem jungen Mädchen noch eine kurze Unterredung. Er gab ihr die besten Wünsche für die Zukunft mit. Nach einigen Zögern sagte tx dann noch, er hoffe, sie würde mit der Tante, ihrer neuen Beschützerin, gut auskommen, outc sie mit lyr aber über eine wichtige Lebensfrage uneins sein, so möge sie sich an den Vormund wenden. d,r ihr rechtlicher Beschützer und Berather T. c:: v oy , iJ in. iiu ut um tyau gao er lyr oe en Adresse mit. ' Xti Abschied siel dem jungen Mädchen schwerer, als sie gedacht. Denn ein unklares Gefühl sagte ihr, daß sie sobald nicht wiederkehren würde. Am Borabend ging sie noch einmal durch den weiten Garten auf die Landstraße und zur Saale hinunte" In diesem kleinen Umkreis hatte sich bis jetzt ihr Leben abgespielt. Und am glücklichsten war die Jugendzeit gewesen, als sie an heiteren Sommertagen mit ihrem Gefährten Peter die geheimnißvollen Spiele getrieben hatte voll Einfalt und Phantasie. Heut an diesem schwermütigen Winterabend waren all die fröhlichen Stätten im Schnee begraben. Der Grafensteiner Apfelbaum war von den weißen Lasten fast verdeckt. Die sonst so glitzernde, grundhelle Saale wälzte guraelnd ihre schwarzen Fluthen. und wo früher Bachstelzen auf weißen 51 selsteinen getrippelt waren, hockten nun unheimliche Raben. Hüben und drüben die Ufer aber, die geblümten Wiesen, die wogenden Kornfelder lkqen alle in einförmiges Weiß gehüllt, und alle Buntheit der Farben hatte die Winterlieh Blässe verlöscht. Traurig blickte das junge Mädchen umher. Auch in ihrem Herzen hatten die Jahre des einförmig einsamen Lebens über die fröhliche, bunte Jugendzeit graue Schleier gedeckt. Aber darunter lebten doch immer noch die Erinnerungen . . . Und als dann die Sonne im ter den schweren Wolkenmassen hervorbrach, mit einem Male die ganze Landschaft in ahnungsvolle Gluten tauchend, da kehrte auch der leuchtende Muth wieder in Nellys leichtbeweglibes Herz zurück. Dortbin, wo die Sonne schien, mit heiterem Glanz, ging jetzt auch ihre Fahrt. Dort würde Frühling sein! Dort würde sie den alten Freund wiederfinden und die neue Fröhlichkeit! V. . Dort, wo im Südosten der Genfersee eine schmale Ausbuchtung bildet, und die stolzen Alpenriesen mit neunzackigen Eiskronen näher zusammentreten zu einer Schutzmauer gegen den Nordwind, liegt zwischen dem blauen Wasserspiegel und den steilen Weinbergen jenes blühende Fleckchen Erde, das man Montreux nennt. Eigentlich ist es nur eine einzige lange, schmale Straße, deren eine Seite prächtige Palastbauten der Hotels und deren andere nicht minder prächtige Läden einfassen. Diese Straße gleicht einem Stück des elegantesten Paris. Von den Damen, die hier promeniren. darf man getrost annehmen, daß sie dreimal täglich ihre Toilette wechseln. Von den Herren, deren Gesichter den Stempel echtester Langeweile tragen, kann man nicht gewiß behaupten, daß sie sämmtlich viel ausgeben. In dieser schmalen Straße rauscht die Seide, klimpert das Gold und gäbnt , die Leere des Daseins. Die glänzenden Schaufenster sind mit tausenderlei Sachen gefüllt, die ebenso entbehrlich als theuer sind. . Kurzum es ist eine Welt des Reichthums, des Luxus und des schönen Scheines. Vor' der prächtigen Eingangsthür seines Hotels Millesleurs- stand Jean und liefe, sich die junge Februarsonne auf seinen kahlen Kopf scheinen. Er war der Oberkellner von Millefleurs". nahm aber eigentlich die Stellung des führenden Directors ein und horte es auch gern, wenn man ihn so nannte. Wenn man ihn so sah mit seinem ausdruckslosen, milden Gesicht, dem bartlosen, eingefallenen Mund, den halbgeschlossenen Augenlidern, so machte er den Eindruck eines Schlafenden. Aber in seinen Ohren, die wie enorme Schalltrichter vom Kopfe abstanden, fing sich jeder Ton des vielstimmig rumorenden Nachmittagsgetriebes. Mit dem linken Ohr vernahm er ganz genau, was hinter ihm der Listjunge und der Piccolo im Treppenhaus miteinander flüsterten. Der Liftjunge sollte der Josephine, dem Zimmermädel im vierten Stock, einen Liebesbrief vom Piccolo aushändigen, und dieser sollte ihm zum Lohn dafür eine Pastete stibitzen. Sein anderes Ohr aber wandte er einem englischen Ehepaar zu, das aus dem Trottoir gegenüber vom Hotel stand. Der Herr hatte sein Reisehandbuch herausgezogen und las gerade daraus vor: Millefleurs, Haus ersten Ranges, cosmopolitisch Gesellschaft, Zimmer von 4 Frs. an, Pension 9 15 Frs." Hi;:h price sagte er Iafcrns zu seiner Gattin, und die beiden wanderten im Gedränge weiter. Kaum hatten diese den Rücken gekehrt, da drehte auch Jean sich um, sprang auf die nichtsahnenden Jungen los, -packte den kleinen grünen beim Halskra' en winzigen schwarzen bei dei .'chößen und schlug ibre Köpfe z. r n, daß sie wie zwet ZinZen droh " . Ich will euch b'lfen, Pasteten ihr Polissons!- schrie er. Das , ird man euch versohlen. euch F In diesen . blick trat ein derspateter Gast .. . n Speisesaal, und die drei standet plötzlich da. als sei

nichts geschehen. Der grüne Junge hielt diensteifrig die fiand am Liftseil.

der Plccolo schlich sich mit emer Serviette unterm Arm davon, und ?kean hatte wieder die müde ausdruckslose Miene eines Menschen angenommen, der nichts sieht, nichts hört und von nicyls wein. Dann trat er auf die Freitreppe, um von neuem das Weltgetriebe in seinen großen Schalltrichtern aufzufangen. Der Hotelomnibus rasselte gerade heran. Obendrauf die großen Koffer machten keinen schlechten Eindruck und ließen auf ganz respektable Nummern schließen. Als ber die Insassen ausstiegen, war Jean ziemlich enttäuscht. Deutsche alte Dame mit Bedienung." Doch sein Signalement stimmte nicht ganz. Die beiden Reisenden waren Nelly von Wacht und Fräulein Felsche. Tante Jda stieg zunächst aus und radebrechte: Je dtfsire une charabre avec deiix lits. Mais non trop chre." Zimmer mit zwei Betten haben wir leider nicht mehr. Wenn Madame ein Zimmer für sich wünschten, der Zofe könnte ich . . Das Kind ist meine Nichte," unterbrach die Tante ihn, während Nelly vor Zorn erblaßte. .7 vous demande pardon, madornoisolle", sagte Jean, der. wenn er zu Deutschen höflich war. stets Französisch sprach. Ich wollte sagen. daß ich Ihnen und der iungen Dame zwei hübsche Zimmer im vierten Stock geben könnte." Sind sie auch nicht zu theuer? Wir sind nämlich keineLurusreisenden, son. dern meine Nichte ist nur zu ihrer Erholung hier." Es sind die billigsten, die wir haben." Ach. dann ist es gut." seufzte die alte Dame von Herzen erleichtert. ' 96. 97!" schrie Jean dem Lift ungen zu. und .die beiden traten nun eine Himmelfahrt bis unter das schräge Dach des Hotels an. Schöne Bagage!" brummte der Herr Director. Die Junae eht aus, als hätte sie keinen Sous im Portemonnaie. Und damit batte er nicht so unrecht. Denn Nellys Vermögen bestand aus baren zwei Groschen, die sie noch von Hause her besaß. Auf der Reise hatte die sparsame Tante ihr keinen Pfennig in die Hand gegeben. Nelly von Wacht hatte also die Kluft übersprungen, die Kirchhasel von der Welt trennte. Aber die Welt schaute ganz anders aus, als sie geträumt. Die lange ZZahrt über München und den Bodensee hatten die beiden nach Tantes Ansicht in Gesellschaft von lauter Taschendieben, Falschmünzern und anderem Gaunerpack zurückgelegt. Das Hotel, in dem sie abstiegen, war Fräulein Felfche von einer Freundin, die vor zwanzig Jahren darin gewohnt, empfohlen worden. Aber Millefleurs, vor zwanzig wahren ein bescheidenes Boardinghouse, das mit seiner Bewohnerschaft von bemhrten und lunqen Damen halb einem Altweiberspittel, halb einem Backfischpensionat glich, war inzwischen zu einem fashionablen Luxushotel umgebaut worden, in dem alle möglichen exotischen Gäste sieb vereinten und französischer mit englischem Chic wetteiferte. Als nach einer halben Stunde der Gong dröhnte und die Gäste zur Table d'hote rief, überlegte Nelly, welches Kleid sie anziehen sollte. Die Auswahl war nicht so schwer. Denn außer dem Lodenkleid zur Reise besaß sie nur noch das schwarzwollene Staatskleid. Dies Kleid war ein Meisterwerk der Kirchhasler Schneiderin gewesen. Und wenn sie Sonntags damit zur Kirche ging, so hatten alle Bauernweiber sie mit Bewunderung betrachtet. UeberHaupt war sie die seine Dame gewesen in Kirchhasel. Aber zehn Meilen hinter Kirchhasel schaute alles anders aus. Das hatte Nelly bitter gemerkt. Als sie die erste Nacht in einem Hotel logirt hatten, brachte ihnen am nächsten Morgen der Hausknecht ihr Gepäck zum Zug und stellte sich damit vor einem Coupö dritter Classe auf. Und als ihm die Tant dann voll bescheidener Würde erklärte, sie führen zweiter, da machte er ein dummes Gesicht und betrachtete Nelly mit ganz wunderlichen Blicken. Während der Fahrt fing diese sich selbst auch mit argwöhnischen Augen zu mustern an, und je weiter sie kamen, von Station zu Station, je mehr fremde Toiletten sie erblickte, desto abscheulicher fand sie ihre eigne. Wahrhastig, es war kein Stück mehr gut daran, weder der Hut mit dem Gänseflügel, noch das plumpe Lodenkleid, noch die Stiefel, die für den Fall eines Schmutzwetters zu Hause tüchtig geschmiert waren. Nun war Nelly durchaus keines jener überzähligen Geschöpfe, die noch dankbar sind, wenn man sie in die Ecke stößt, und die dort ihr lebelang nicht viel anderes thun als Strümpfe stricken. In ihrem Kopf schäumten die. Lebenslust der Mutter und der Stolz des Vaters, außerdem aber hatte sie noch ein bißchen Verstand mehr mitbekommen als ihre beiden Eltern zusammen. Dazu war sie sehr hübsch. Keine junonische Schönheit, daß sie auch in Lumpen durch ihren königlichen Wucks Bewunderung erregt hätte. Aber an ihrem kleinen Körper war alles wie bei einem Elfenbeinfiaürchen aufs zierlichste gefügt und ausgearbeitet. Ihr Gesicht mit dem rothblonden ftaar. den lebhaften blauen Augen, über die. wie mit japanischem Pinsel die cocettesten Brauen geschwungen waren, mit der wunderbar zarten Haut, deren Perlmutterglanz auch nicht die leiseste Unreinheit verdarb, war voll Lebhaftigkeit und Pikanterie. Aber dieses vornehme und zierliche Bild paßte nur in einen reichen Rah men. Und all die Luxusläden in Montreu? mit den hinreißenden Toiletten, den bizarren Pariser Modellhüten, die

den Gipfel deö Chic - darstellen, den winzigen Stiefelchen von Handschuhleder. mit der zarten Battistwäsche. d:: für Prinzessinnen auf der Erbse gemacht zu sein scheint, mit den umherae-

streuten Edelsteinen und Diamanten dieser ganze aufgehäufte Schak an Schmuck hatte keine würdigere Tragerin finden können als dies kleine Mädchen vom Lande, das im Jugendpran gen seiner achtzehn Jabre selbst das rei.zendste Kunstwerk der Natur war. Anstatt all dieser schönen Dinge aber lag vor Nelly jenes Wollkleid ausgebreitet, von dessen Stoff der Fabrikant behauptet hatte, er könne strapazirt werden, soviel er wolle, ohne zu zerreißen, eigne sich deshalb auch für Knabenanzüge. Daß Gott erbarm!- dachte Nelly bei sich. Wenn das Leben wirklich ein Jammerthal ist, wie Tante Jda immer sagte, könnte man ja kein passenderes Pilgergewand anlegen. Aber ich habe eine andere Meinung vom Leben." Seufzend schlüpfte sie hinein. Dann zog sie Schuhe an. Die frisch geschmierten gingen heut Abend unmöglich. Außerdem hatte sie noch ein zweites Paar. Auch recht derb und doppelsohlig. daß man mit ihnen getrost jedePfütze durch, waten konnte. Diese waren nicht geschmiert, knarrten dafür aber ganz fürchterlich. So gerüstet wartete Nelly ziemlich schweren Herzens auf ihre Tante, die sich mit Aufbietung aller Kräfte noch in ihr Schwarzseidenes Zwängte. Unterdessen versammelten sich die Gäste schon im Speisesaal. Jean stand wie der Oberregisseur eines tagtäglich sich gleich abrollenden Schauspiels an der Spitze seiner befrackten Schaar und inspizirte die Bühne. Dann traten die Schauspieler auf. Erste Nummern und Nummern niederen Ranges. Die Herren spielten meist die Rolle mitgenommener Lebemänner, die Damen verblühter Schönheiten in pomphaften Toiletten. Doch waren auch wirklich schöne Frauen darunter. An Glanz übertraf alle Frau Rose, eine üppige Modedame, leicht geschminkt, das prachtvolle schwarze Haar durch CKianons noch bereichert. Täglich brannte sie ein neu.s Feuerwerk von Seide, Sammet und Spitzen ab. Die Herren waren alle vernarrt in sie. Von ihrem Mann, den sein Beruf in Berlin zurückhielt, munkelte man. er habe Verbindung mit den höchsten Krisen. Dock etwas Näheres wußte Niemand. Tihi Nackbar und auaenblicklicker Kurmacher war Lieutenans von Kalderhot. em iunaer Omner aus emer kleinen preußischen Garnison. Er war nach Montreux gekommen, weil seine schwindsüchtige Mutter, die m emer billigen Pension zweiten Ranges hinsiechte, ihn telegraphisch an ihr Krankenbett hatte rufen lassen. Doch als er ankam, war sie schon gestorben. Er beaub sie auf dem traurig schönen FriedHof von Clarens. und als er zwei Tage später abreisen wollte, lernte er zufällig Frau Rose kennen. Sie sah ihn an, und er war besiegt so besiegt, daß er ihretwegen alles opferte, seine Ueberlegung und selbst sein Gewissen. Ihre großstädtische Vornehmheit hatte ihn noch mehr geblendet als ihre Schönheit, und statt nach Hause zu reisen, verlängerte er seinen Urlaub, machte Schulden und seufzte erfolglos aber hoffnungsvoll zu den Füßen der stolzen Frau. Nach diesem Paar kamen andere herein. Sehr viele Franzosen, Russen. wenig Engländer. Dann tauchte auch die kurzhaarige Armenierin auf. deren Namen niemand behalten konnte. Nach jeder Mahlzeit trank sie Aether, versank in einen tiefen Schlaf und konnte dann von ihrer Begleiterin nur mühsam in den Lelesaal gebracht werden. Wegen des betäubenden Geruches wollte niemand neben ihr sitzen, und eine Zeitlang war der Stuhl zu ihrerIiechten frei geblieben. Nun saß ein herkulischer Mann darauf, der sich aus dem bißchen Geruch wahrhaftig nichts machte, eine ziemlich dunkle Persönlichkeit, die den Platz daneben eingenommen, hatte sich auch von ihm wegsetzen lassen, puisqu'il ni:mxe coinme im cochon," wie sie sagte. Er aß wirklich sehr unanständig, und man mußte täglich den Umkreis seines Tellers mit einer neuen Serviette bedecken. Doch war er, wie Jean versicherte, eine solide Nummer. Arm in Arm mit seinem Freund, dem dicken Referendar Schmitz, der sich in Montreux von seinen Schulden und einem Magenleiden, zugezogen durch einige Hektoliter Bier zu viel, erholen wollte, trat der Maler Ren6 Basch in den Saal. Dieser Ungar war einer der Matadore der Gesellschaft. .n der ganzen Welt herumgekommen, schien er an den Höfen, in Sportskreisen, in der Finanzwelt überall gleich bekannt. Und er rühmte sich seiner Verbindungen mit der Unverschämtheit eines Weinreisenden. Es gab nichts auf der Welt, das sein blaßgelbes Geßcht hätte aus der Fassung bringen können. Er bewahrte immer die unerschütterliche Ruhe, die ihm von seiner einstmaligen Stellung als Zahlkellner in Fleisch und Blut übergegangen war. Als Ren6 Bach neben seinem Platz zwei neue Gedecke sah. fragte er den Director wer angekommen sei? , Zwei Damen." Taugen sie was?" Jan zuckte die Achsel. Hübsch, jung, alt, reich, wie sind sie denn?Das müssen Sie selben sehen antwortete der Director. Ren6 Basch pflegte die Gäste des Hotels zu porträtieren. Das heißt, er redete ihnen sehr viel Schönes über ihre Gesichter vor. bat sie um' einige Sitzungen und that so, als male er sie nur aus künstlerischem Interesse. Hinterher chtz schickte er ihnen das Bild mit der gepfefferten Rechnung. Gespannt wartete er nun auf die neuen Gäste, doch einstweilen kamen diese richt.

Unterdeß hatte sich schon fast die ganze Gesellschaft versammelt. Neben wacklichen Herren saßen noch einige Damen in pompösen Toiletten, mit Gesichtern, die wie ausgefahrene Land-

Itraßen von tiefen Furchen durchzogen waren, übermäßig mit Puder bestreut und mit Schmuck behängen. Jean gab das Glockenzeichen. Die befrackten Jünglinge schlürften auf ihren Filzsohlen durch den Saal und reichten die Suppe. Die Teller leerten sich. Das Gespräch kam noch nicht recht in Gang. Man blickte gelangweilt um sich, musterte sich gegenseitig, durchflog das Menü, inspizirte die von gestern zurückgestellte Flasche Wein, ob ein Kellner auch nichts berausgetrunken, äugelte nach den üppigen Stuckfiguren, die in halberhabener Arbeit von der Decke herabschwebten und ihre vollbusigen Leiber in den blitzenden Lichtern der venetianischen Lustres badeten. Der Herr Präsident fuhr sich schon in den Zähnen herum und putzte den Zahnstocher am Tischtuch ab. Ein Engländer gähnte und steckte damit zuerst seine Familie, dann die ganze Gesellschaft an da öffnete sich die Thür, und ein merkwürdig knackender Ton. ein Ton, als wenn einGardekürassier inReiterstiefeln, aber auf den Zehen, in den Saal träte, wurde gehört. Alles blickte nach der Tbür hin. In würdiger Gelassenheit trat Tante Jda in den Saal. Ihre Unruhe verbarg sie unter einem Lächeln, das wie die fettigen Stirnlöckchen auf ihrem Gesicht festgeklebt zu sein schien. Hinter ihr kam Nelly. Geblendet von dem hellen Licht, von den schreienden Toiletten, hatte sie die Augen niedergeschlagen. In diesem Augenblick war sie die Schüchternheit selbst. Ihr ängstliches Gesicht, ihr zierliches Figürchen, das sich unter dem schwarzen Kleid förmlich verkroch, schien zu sagen: Schauen Sie mich nur nicht an!" . . . Ihre Stiefel aber machten knack, knack, als wenn sie über lauter Knallerbsen spazierte und wie auf Eommando drehte sich alles nach ihr um. Für diese Gesellschaft, die an alle Tollheiten des Luxus, an alle Extravaganzen der Mode gewöhnt war. hatte die Dürftigkeit der kleinen Landpommeranze etwas überwältigend Komisches. Nelly fühlte, o!c sie von den Lorqnons durchbohrt wurde, wie man. lächelte, flüsterte, die Augen aufriß und sich anstieß. Es war ein förmliches Spießruthenlaufen durch den langen Saal. Ihr Nachbar Rene Basch warf dem Direktor wüthende Blicke zu und drehte martialisch seinen h la Kaiser Wilhelm gebrannten Schnurrbart. Sein Freund, der Referendar Schmitz, blinzelte ihn aus seinen kleinen Augen listig an, als wenn tt sagen wollte: Em schöner Hereinfallt Als die beiden Zuspätgekommenen ihre Suppe verzehrt hatten, trat Jean hinter sie und reichte Tante Jda die Weinkarte. Diese aber sagte: Merd! Danke sehr! Wir trinken Wasser." Apolllnarls, Eau gazeuse, Viktoria, Syphon?" leierte Jean. Dem alten Fräulein aber war dies Alles noch nicht recht, sondern sie verlangte: Einfaches Brunnenwasser." Brunnenwasser?" fragte Jean und richtete vor Erstaunen seineObren steif. Brunnenwasser ... das führen wir nicht, Madame. Da müßte ich erst sechs stunden weit m die Berge schicken. Oder Wasserleitungswasser," versetzte die Tante kleinlaut. So! .... So! ... Wasser lei. tungs Wasser! Hier Madame.Damit langte er über den Tisch und stellte vor den Damen eine Karaffe hin. Im Weitergehen aber brummte er: Miserable Bande!" Die Gäste, die seine großartigen Bewegungen gesehen hatten, lächelten und dachten im Stillen dasselbe. Nelly aber schämte sich in tiefster Seele. Ohne Vergnügen aß sie die sieben Gänge des Menüs ab. Sie war froh, als man endlich die Tafel aufhob. Nach Tisch machten die Beiden noch eine kleine Promenade am See entlang. Aber weder das im Abendblau schimmernde Wasser, auf dem Möven sich mit hellem Geschrei tummelten, noch der heitere Himmel, der im letzten Glanz der verlöschenden Sonne all seine Farbenpracht spielen' ließ, noch die im ersten Vorfrühling knospenden Ufer konnten sie fröhlich stimmen, denn dieser ganz fröhliche Glanz ringsum hob ihre eigeneEulenhaftigkeit nur noch greller hervor. Traurig tthrte sie mit ihrer Tante in's Hotel zurück und verschwand im Zimmer No. 96, das so eng wie No. 0 war. Sie zog sich aus, um sich schlafen zu legen. Aber als sie das Kleid abgestreift hatte, stützte sie den Kopf in die Hand und dachte nach. Sie dachte an die Leute, mit denen sie zu Tisch gesessen, an die Blicke, mit denen man sie gemustert, an alles, was sie auszestanden hatte dann machte sie einen langen Strich unter die ganze Gesellschaft und sagte bei sich: Arme Leut sind mir lieber!" Sie betrachtete ihre zierliche Gestalt, die in dem rothen Flanellröckchen noch zierlicher aussah. Weiß Gott, ich muß wohl blind sein, aber ich kann mich nicht so häßlich finden,- dachte sie und ließ ihr Haar in langen Ringeln auf die Schulter fallen, um es zur Nacht durchzukämmen. Da fiel ihr Blick auf das -schwarze Kleid, und es kam formlich ein heiliger Zorn über sie. Dies ekelhafte Kleid ist Schuld daran, daß mich die Leute auslachen. Mit solchem Stoff kann eine. Viehmagd sich schön machen, aber nicht ich. Meine Mutter wrd auch wohl nicht solche Kleider getragen haben. Ick zeige mich nicht noch einmal damit im Speisesaal. Mag es kosten, was es will, und je theurer, desto besser, ich werde der Tante ein neues abtrotzen." Dann blickte sie durch's Schlüsselloch und bemerkte, wie Tante 3da im j

Bett liegend ein großes Vuck umblätterte. Auf dem Nachttischchen stand ein Wasserglas, in dem etwas Undeukliches schwamm. Davor lag mit geöffnetem Deckel eine Schnupftabaksdose. Das war sozusagen der Nevolver der furchtsamen Dame. Den mit zerstoßenem Pfeffer gewürzten Tabak wollte sie dem Einbrecher, der über kurz oder lang mal kommen würde, in die Augen streuen. Aha." sagte Nelly bei sich, Tante wacht also noch und studirt die Bibel.

Hoffentlich hat sie Jesaias 61 ausgeschlagen, wo geschrieben steht: Ich will ihr Schmuck für Asche, und Freudenöl für Traurigkeit, und schöne Kleider für lhren betrübten Geist geben." Ohne anzuklopfen, schlüpfte sie leffe ins Zimmer. Entsetzt fuhr die alte Dame in die Höhe und griff schon nach der Tabaksdose, doch als sie ihre Nichte bemerkte, schlug sie hastig die Bibel zu.. r 1 . p y . r n V I aus oer gqegneoen nano: vionioouco. Ihr Kopf wackelte unter der weißen Nachthaube hin und her; ohne ein Wort zu sagen, starrte sie das junge Mädchen an. Nelly schlug verschämt die Augen nieder und erklärte ihr Begehren. Sie sprach recht einschmeichelnd, mischte manchmal liebes Tantchen" unter ihre Rede und wartete gespannt darauf, daß die alte Dame sie unterbräche. Aber diese sprach kein Wort. Nur die Hände sireckte sie weit aus, :! wenn sie sagen wollte: HmauS. hinaus mit Dir, Verführerin!" dazu flog ihr Kopf nach allen Seiten wie eine Wetterfahne, mit der die Winde spielen. Keine Antwort kam. Melly war ganz verwundert. Sie wallte schon sagen: Liebe Tante, laß Dir doch nicht den Verstand stille sieben, halt lieter den Kopf still, das wäre gescheidw." Da fiel ihr Blick auf das Wasser glas, das hinter der Tabaksdose stand. Was schwamm denn da drin? Wie sah denn das auZ Das waren ja Tantes Zähnel Und mit einem- Male begrM Nelly, warum dieser Mund, der sonst immer vorweisen Reden überfloß, jetzt. plötzlich stumm war,. Tante hatt falsche Zähne! Ei ne furch tbaie Slaven freu de ergriff sie. Sie hätte: am liebsten aufspringen,, durch alle.' Gänge und alle Zimmer rasen und dazu sirnzen mögen? Meine Tante hat' falsche Zähne! Meine Tante hat-falsche Zähne!" Aber die alte Jungfer hatte' ndi entsetzter Angst, als wäre sie beim gräßlichsten Verbrechen ertapvt worden, den Blick stier- auf das übermüthige Mäd-chen-gebannt. Ihr Mund' lallte nur ein kaum verständliches Hi" naus! Hi naus!"' Da sprang Nellh' auf., drückte geschwind einen Kuß. auf die Nachthaube und lief davon. Doch als sie sich tief unter-die- Bettdecke verkrochen hatte, platzte sie h.'raus. Sie lachte, bis ihr Thränen in d!e Augen traten Tante da hatte falsche Zähne! Das erschien ihr so komisch, daß sie darüber das schwarze Kleid, die Montreuxer Table d'hote und überHaupt allen Aerger vergaß und mit dem, fröhlichsten Lächeln, einschlief. n. Der Frühling stieg über die südlichen Berge und schmückte mit seinen schönsten Blumen, die Ufer des blauen Sees. Vom. klaren Hnrnnel schien die Sonne, sie leuchtete tief in dir dunkeln Herzenfammern der Menschen, daß selbst in den verstaubtesten Winkeln etwas Fröhlichkeit -glänzte. Aber Nelly war nicht fröhlich. Ihr Gemüth schwankte zwischen Zorn und Traurigkeit. Wenn sie zornig war tnpHelte sie mit kurzen geschwinden Reiterschritten dieser Gang war ein Erbtheil ihres Vaters im Garten oder in No. 96 aus und ab, ballte ihre klemen xsäuste und schmiedete Rachepläne gegen ihre Beleidiger. Gegen die Hotelgäste, die sie als Luft betrachteten, geen die Kellner, die an ihr Unverschämtheit vervollkommneten. und am allermeisten gegen ihre Tante. Ihre Gedanken über Fräulein Felsche Waren gewiß nicht sehr liebenswürdio. aber sie waren natürlich. Eine unglücklichere Erzieherin konnte es nicht geben. Wenn das junge Mädchen lachte oder fröhlich war, dann kam diese gleich mit ihrer moralischen Gießkanne und überbrauste sie mit einem Essigaufguß von guten Lehren. Demuth, Bescheidenheit, Sparsamkeit, Sparsamkeit an allen Ecken, in allen Formen, bei jeder Gelegenheit, das war für die alte Jungfer der Inbegriff des Lebens. Wenn am Schluß die Tante fragte: Hast du dir auch alles zu Herzen genommen?" so antwortete Nelly: Ja!" Innerlich aber dachte sie: Ich habe mir zu Herzen genommen, das gerade Gegentheil zu thun von allem, was dieser Geizkragen mir sagt." Ihr leichte? Blut sträubte si$ dagegen, jeden Pfennig secbsmal berumzudrehen und ihn schließlich wieder ins Portemonnaie zu stecken. Sie hielt es für sehr unanständig, eine halbe Stunde lang mit dem Droschkenkutscher zu feilschen, ihm am Ende der Fahrt als Trinkgeld einen Kupfersous in die Hand zu drücken und sich dann eiligst zu empfehlen. Sie ging nicht gern an Krüppeln und Bettlern vorbei, weil ihre Tante in Leipzig Mitglied des Vereins gegen Armuth und Bettelei- war. Alles in allem war sie nicht sehr erbaut von ihrer Tante, und ihre Liebe zu der alten Dame glich einem tauben Nußkern, der, auf einen Felsen gepflanzt, mit Essicz begossen wird, woraus sich dann freilich nicht viel Gedeihliches entwickeln kann. Wenn Nelly so auf und ab trippelte, tauchten oft seltsame Vorstellungen in ihr auf. Sie bildete sich ein. kiß ein reicher Onkel aus Amerika ihr sein Vermögen vermachte, oder daß sie plötzlich daö

roße LooS gewönne. Und dann vmn

Geld hatte dann sollte es ihr )urch die F?er fliegen, heidi! Sie war gewiß nicht übermäßig zur Verschwendung beaklaat. Aber das ewige Predigen der Sparsamkeit UTÄ der ihr susgezwungene Geiz bildeten den Hang dazu am besten aus. Wie ein Hungriger sich nach nichts mehr sehnt, ls sich mal gründlich satt zu essen, womilich sich der; Magen zu verderben, so wurde es mit der Zeit ihre liebste Vorstellung, in einen großen Geldbeutel hineinzülangen und die Thaler umherzustreuen wie Häcksel und Spreu. Reichthum schien ihr als der Jnbegriff des Glückes, und glänzendes Auf. treten die Erfüllung aller Sehnsucht. In ihrem Mädchenkopf stapelten Kleider und Hte, die sie für kommende Fälle ausgesucht, und der ganze weibliche Eitelkeitsmarkt sich an wie in dem schönsten Montreuxer Modemagazin. Wenn sie sich aber eine Zeitlang in solchen Vorstellungen getummelt hatte, kam sie schließlich doch zur Vernunft und sagte: Was hilft das alles! Ich bin arm und muß. mich darein finden. Früher war ich auch arm und glücklich dabei, und viele Hunderte sind es ebenso wie. ich. Mein Unglück ist, daß ich hier in' diesem Hotel bin wohin ich nicht gehöre, und daß ich mir von meiner Tante alles gefallen- lassen muß. DaZ Gescheidteste wäre;, ich, finge mein Leben auf eigene Faust an" Sie machte sich mit dem Gedanken vertraut, Gouvernanre zu werden, und da sie' in der Ti'ilrnne de Genfcve Gesuche nach solchen fand, nahm sie sich Vor.. dahin zu schreiben. Sir schwankten unvernunftige und vernünftige Gedankiirin dem Kopf des achtzehnjährigen Madalens. Die thörichten Einfälle kämm seh? leicht herangeflogen. Die vernünftigen Vorsätze aber mußte sie erst mühsam zusammenbrauen, und wenn sie sie auch glücklich fertigbrachte, so wurde es doch eine recht bittere Medizin:. Denn immerhin war Nelly ein Kind' ihre? Eltern und mehr zu heiterem Lebensgenuß geschaffen als zu Entsagung und harter Arbeit. Nichts ist ein besserer"Nahrboden für den Bacillus Liebe allein trauriges Herz. Ohne es zu merken, hatte Nelly schon die schönste. Reincultur gezogen. Denn das Ende allerr Kampfe und Pläne war der. Wunsch:: wenn er doch nur käme! Stundenlange konnte sie von ihm träumen. Unter ihr planschten die bläulichen Wellen. In der.Ferne-erhob sich das schattendunkle Massivides Dent du Midi, dessen weiße. Eisnadeln im hellsten Sonnenglanz-, blitzten. Und am Ufer, als Abschluß hinter den Villen und Palästen, lag in. trotziger Schönheit mit Mauern, so dick wie man nur in isarauen Äleiten sie' baute, das Schloß Ehillondie berühmte Pilgersiä'tte aller Fremden. Nellys Blicke aber. schwoften nach der anderen Seite hin, weit. über den Seespiegel. Dort, wo er-in-userlosem Bogen mit dem Blau: des. Himmels fast verschwamm, am Kelchrand dieses großen Füllhorns mußte Genf liegen . . . Und dort wohnte er, den sie so sehnsüchtig herbeiwünschte:. Sie dachte an das Versprechen, das. er ihr einst gegeben: Wenn das Leben dir mal weh thut, dann ruf' nur mich! Ich helfe dir.Ein heißes Verlang? überfiel sie, ganz weit hinauszuschauen und in die blaueMorgenluft. deu senlen unbekann ten Stadt zu den Hilferuf zu senden: Peter komm!. Ich sehne mich nach dir!" Aber er!' E'rr hatte sie: gewiß vergessen. Sie hatte ihm nock auf der Reise geschrieben-,, daß ste mit ihrer Tante nach Montreux ginge Doch jetzt war keine Antwort, gekommen. Er mußte sie ganz und, gar dergessen haben. Trotzig- und voll bitterem Weh schaute sie.'hinab.All.die Schönheit zu ihren Füßen, die. Pracht der MenschenHände und. der Nawr. wünschte sie zum Teufel. Das ganze Montreux sammt dem Hotel. Millefleurs und all seinen Gästen, konnte ihr gestohlen bleiben. Das' Eine aber möchte ich, dachte sie und schlug mit ihrer kleinen Faust auf die Fensterbank. Jetzt möcht ich mit dem Peter unterm Apfelbaum liegen, und er müßj mir eine Geschichte erzählen! Während dieser Zeit machte Tante Jdcr. eine sehr erfrruliche Bekanntschaft. Abends pflegte sie sich mit Nclly in-, den Salon zu setzen, um das LeipzigerTageblatt zu lesen. Der kleine Raum, war vollgepfropft wie eine Schiffska?jüte. Viele Engländerinnen saßen um--her. die ihre Knie oder zwei Millimeter Tischkante als Unterlage zu endloseir Briefen benutzten. So verschämt als möglich faltete wrs alte Fräulein ihr enormes Blatt auseinander und wollte sich gerade in: die Familienanzegen vertiefen, als sie sah, wie drüben auch eine Dame ihre Zxitung aufhißte. Doch' ehe diese zu, lcn begann, zog sie ihr Taschentuch hervor, um sich zu schnauben. Es gab einen mächtigen Ton, wie von einer derstimmten Trompete. Der ganze verschlafene Salon fuhr auf und blickte auf die Muffkantm, die mit schiefem Kopf wie ein rechtes Häufchen Unglück dasaß. Tante Jda aber fühlte ihr Herz schlagen, und ihr Kopf fing lebhast an zu wackeln, denn die Zeitung dieser an deren war auch da? Leipziger Tageblatt! . Sie stieß ihre Pichte an und sagte leise: - Betrachte doch mal diese sampaih schtDame!" .Ja. sapperlot", dachte Nelly. toa ist denn das für 'ne alte Thranlamve!" (Fortsetzung folgt.) Verliebt. Hast gesehen, wie verliebt er mich angesehen Hat?- Hat daö nicht Deinen Brillanten $ttti?"

Für die Kiichc. Glühwein. In einem Pink Tüasser kocht man sehr langsam eine halbe Stunde 125 Gran ganzen Zimmrt, die Schale eine Citrone und acht Gewllr5v.llen. Hierauf gießt marr zwei. Flächen guten Rothwein hinzu, süßt das. Ganze mit einem Pfund Stückzuckee und deckt den Glühwein fest zu. Nun' stellt man de Topf in siedende5 Wals nur so lange, bis die Mischung, zu Kochen kommen will, und seiht dieselbe dann durch. Servirt in der Terrine, und wohl zugedeckt bringt man ihir zu Tisch. Noula.dHNl von Kartoff e l n. Nachdem-man ein Viertel Pfund Butter mit drei Eidottern und einem ganzen Ei schaumig gerührt hat. mischt man langsam ein halbes Pfund Tags zuvor gekochte, geschälte und geriebene, recht mehlige Kartoffeln. 2 Unzen Mehl. twa Salz und gestokzene Muskotblüthe.hinzu..Auf einem mit Mehl bestreuten Brett: formt man mit der Hand kleine'gltichmäßigc Rollen, kocht die.se.ia .leichter.BrLhe aus leisch-Ex-trakt einige. Minuten, läßt sie gut abtropfen.. legt :ste. auf eine Schüssel, bestreut 'sie dick mit geiiebenem Parmesankäse, Äbergteß'tPenit braune?.Butter und giebt sie zmn'Fleisch. Spinat.' Derrgut verlesen?-Spi-nat wird'in Sälzwasser weich gekocht, auf ein Sieb gethan,znit kaltem. Wasser überspielt und- gutt ausgedrückt um darauf gewiegt zu? werden. .Indeß röstet man Mehl in Butter, lichtblaun, verkocht dies mit Heller Kraftbrühe zu sehr dicker Sauce, aiebt 2.'LöM Madeira, 2 Löffel dicke süße Sahne, etwas Cayenne und etwas gewieqten 'Schnittlauch an die Sauce uud.erhitzt hiermit kurz vor dem Anrichten ' den'. Spinat durch und durch. Zuletzt 'giebt 'mcm ein Stück frische Butter darunter imdaichtet ihn erhaben, mittgerösteten-- Brodstreifen besteckt und mtt Setzeiern? garnirt. an. Der so bereitete Spinat' verliert völlig seinen weichlichenGeschmack. R eis spei se. Elhalbcs Pfund Karolinareis legt man LSlunden in kaltes, mehrmals, eruruertes. Wasser, quirlt ihn, kocht ihn zweimal ab. thut

ihn auf ein Sieb und überspült ihn gut Mit kaltem Wasser. Dann füllt man ihn in eine weißkochende Kasserole, übergießt ihn mit.einemhalben Pint Wein, ebensoviel Wasser,. giebt 4 5 Unzen Zucker, Citronenschale und Ei tronensaft sowie eine Prise Salz dazu und quirlt ihn langsam dick aus. Er wird in eine Schüssel 'zum Abkühlen gethan und indeß vorr einem halben Pint Wein. 3 Eigelb.qanzes Ei. Citronensaft. drei Blerter'Pfund Zucker, einer Viertel Unze Maismehls ein Chaudeau geschlagen, welches mit einer halben Unze aufgelöster Gelatine dermischt, m Eis gestellt und, wenn es kalt geworden ist, mit.' dem steisen Schnee von 3 Eiweiß vermengt wird. Auch ausgekernte: Apfelsinenschnben hat man in der Zeit stark gezuckert. Ist Reis und Weinschaum kalt, spült man eine glatte passende Form mit Wasser leicht aus. füllt sie.' abwechselnd' mit Reis und Apfelsinenscheiben und Weinschäum, wobei Reis die erste und letzte Schicht bilden muß',, steW sie in Eis und stürzt die Speise vor dem Anrichten. Man servirt sie ohne Sauce. Gebackene Kaloszrunge. Eine Kalbszunge, .Suppengemllse, drei Viertel Quart gesalzenes Wasser. 9 Gran Meisch - Ertraktjl Ei, .75 Gran Mehl, 2 Theelöffel geriebene Semmel. 2 Unzen Butter,,2. Sardellen-iWd 1 Theelöffel Kapern.-. Die Zunge wird überbrüht, gereinigt und in dem gesalzenen Wasser, in welchem dasi FleischExtrakt aufgelöst wurde, unter-Hinzu, fügen des.Suppengemüses gargekocht. Nachdem sie enthäutet schneidet man die Zunge dttlLänae nach durch, wendet sie in dem zerschlagenen Ei' und in der -geriebenen Semmel um; brät sie in der vorher aut- aebriiünttn Butter von allerk Seiten braun undt leot-sie auf eine erwärmte SchüM. Die- eingedickte Brühe wirdzu' der-. Butter-gegossen, 2 Minuten durchgekocht,, dann- mit einer Messerspitze Mehl, sämig gemacht und die'se Sauce über- mes ungr gegossen, welche nun mit' Kapern,. Sardellen oder auch mit Wasser gekochtem Blumenkohl garnirt wird. Kart o-f'fte-l'n- H.fc saurem R'cr h m. Man- schaft gut' gewaschene, rohe Kartoffeln- und schneidet dieselben in Scheibchen, brüht sie und läßt sie auf elttem Sieb' abtropfen. Nun legt man sie- schichtweise irr eine gebutterte Form und übergießt sie mit folaendem: eiw Pint saurer Rahm (Sahne) wird gut'gequiM und alsdann mit emev halben Tasse gerevenem Parmesankäse vermengt. Diese Flüssigkeit

muß die Kartoffeln- knapp bedecken und kommt, die Form fest verdeckt, in einen heißen Ofen. D Speise ist fertig, wenn der Rahm erngezogen ist und die Kartoffeln weich, aber noch feucht sind. LeÄer Qirff schottische Ma n i e rfc. Scheiben von Leber (Kalbs-, Rinds-, Schöps- oder Schweinsleber) werden entsehnt, in etwas Mehl und wenig Semmellrumm gewälzt un'n dann nur Zwiebelscheiben in steigender Butte? gebraten. Sind sie gar, ss nimmt man sie heraus auf inen wärmten Teller, bratet ganz schnell Scheiben tan sogenannter Schinkenwurst odeT Schinken (in 2 4 Mirnt ten) darin gar und richtet dann Leberund Schmkenscheiben kreuzförmig m,. indem man die kräftig schmeckende, mit ganz wenig Wasser losZekochte Sacein die Mitte der flachen, runden Schüs selgitt. ' F?ikadellen. Fleischäber. reste werden mit Zwiebeln oder mit Petersilie recht fein gehackt, dann eiyige Eier, Salz, Netten und MuZkat, et. was abgeriebenes in Butter gelb ge-. achtes Weißbesd nebst Braten- oder Fleischbrühe damit verarbeitet und längliche Klöße daraus geformt, di? man in den feingest.)ßenen Krusten umdreht; man brät sie in Buttcr ld.