Indiana Tribüne, Volume 21, Number 148, Indianapolis, Marion County, 15 February 1898 — Page 3

m m im mm

LAXIR BON-BONS

vrn n0 min OM iTTh

VOC7CC7

ix i J i x. v i r r . s

O

KURIEREN VERSTOPFUNG

?7

10. 15. 10 ri DIEL SCHACHTEL ! Dr. I. Bühler, 120 Sst PleCnrty Str. Sprechstunden : 8 itt 9 Uhr Dorrn. ; 2 MS 3 hr Nachm.; 8 bis 9 Uhr Abends. Telephon 1446. Bxrechftde ; Sontia nux Vormittag?. C. C. EYEHT8, Deutscher Zahn - Arzt. " No. 3z Nord Pennsylvania Str. a ft wird auf Wunsch angewandt. WALTE K FRANZ, Zahn-Arzt, ? o. 90X Ost Market Straße. Cofsia lock. Zimmer 43. Ofsic.tuda: 9bi(12Sn., I ,!,.. TBU dv. Sota, oa 10 Uhr . Ha Uhr Coke. Coke. 3n Zlumpsn u. zsLklsinsrt. tlifett Nau,n.Eie i?mk, la da vfftc ttt iiurpoIiR Ua8 Co. No. 58 Süd Pennsylvania Str. W. (ßicvhc, Deutscher Buchbinder. 408 Süd East, Ecke McCarty Str. Vp Stuir. Her, Crl H'.ngsa?:!. 7 Eid kttadama kratze V'MM flft.3 ian üt mi ftsmtn. AiUtlph Frey, sOld rraedorn Itight.) Xotary Pablic, Translator, Correspondont etc No. 196 EUzabeth BtreU Take Blake St. Car. ÜERJIAXN LINKE, 15 Skb Alabama Str. Deutscher Messerschmied, Rafirmesier, Scheeren und alle Arten Schneidemstrumente fabrizirt und geschliffen. Webster's :Int emational IMctioiiary InTaJ nable In th Home. School, nd OM. A thorough revUlon es th Unabrldjad. th purpoae cl which ha beta not dispbr nor th provision ol matcrül for boastful and howy advertisenent. but th due, judicious, acholarly, taorough periectng of work wbich Im all th tage of t growib aaa obtaiaed ia aa equal degrea th LiYor and coaidenc ol tcbolara and of th general public. Tb Oim Qraat Standard tWI X Aiaaomy. SJTJ writ Ho. D. J. Brvwvtv lvnsmrs ""p:: nmmrtmMf I UC1 iliQ PL3i( immncM!.' 6 .w t , DXIIO' 6. t C. MEP.RIAM CO., Pubüshen, Eruxanxu, a " BO YEARS' ? TC C t Ml bAfbtiicnwa i I a . I nADk nini a. 4 Dciom rrrf Copyrights Ac SAiTtet afllnf iiatcb and slatarlptloa raaf iakly Mrtii oor plnkjM fr wbtar aa ivauloa i probtbirpsimUblA CommuntfUm iMi Ur onadatUi. lianslbook on PaUaM ftft frt. üldut traaey for icanofpattcta. VaWnM taka tbrorah Mana V. raira ayioi mMm, wtthoat bar. U ab Scientific Jltnerican. A aaaoJy ntrat4 wkly. Za Mlidti of ur aetrttiA lournai. Trma, i m jr ; fon mcntbJ, L S14 bjail nawidaaJara. tlililll &Co ",8redwty-!IevYqrk ' mJ fl, TTaabiactaa. V. ' k M aa toviii RlPATS TABIHES rs intended for chüdren, hdict tn4 all ho prefer medtdne disjvlscd cor scetjonery. Thcy rruy now blud (pet p b Tin Bwcs, cvtntywö ia a böxprice. tBrenty41vc etnts er $ v boxw Jby knedoIlan Anr drursiü v!H ret thcni j r V U yw inaist, and thcy cuy alwari fco btIcedbtrcrnlitothe pnee to' t : x ir.2 utonns Chemicsl v; Coinpcnyrv 1 . raio- j: j(n t rf 7. - XV . j'ük'it Ce4 ywir Ban for Soarrcsfr I Um Wrks of liaz FUU. r JLtLLlJJPJLU W ÜtO tt:Cs:-tTiti4ni:i3tscetir Tb beautlfai Art Prcdactlon of tb entmrr. A aoall es 01 ca arvTai aa fatherttf tnt U braa4 am af Eotta fUt a .mi ,( rntiJaa a alccÜoa ot th tnost toaiiuful of tfcir roems of Eojren Field- Handotatlr illustraicd by tbirty-iTe 01 tbe woria rrcatesx artisi t a, the'r contributlo to tat JJon arst Fund. Bat for tb acblc eatribatlea tb trMt artlca tat cU a ar ' tr.d fertraa. l'OfMll ftt book glorra. Of SCSt prti 1 on rtetipt of li.ta. Th love cf erlog to ihc Ua ot Laoretta. tnabtisbed tytbeCoa. ntttr inrmti fund to build tb ifonntacnt f J . . T il a f H . w f t v. . -x- 1 rN. I3U u carc iur iu i ms ta j l c"i2t Uaaaaeat 5?iüLs l uz lt

VWJßtt

-titi

iSi

V'-s1sr4 l UM . '

vtT1 i , 1 V1KÄ -Tr

WiSJr (SW

V

A ,

iit M IN ALLEM APOTHEKEN m Fremde Wellen. Roman vcn Reinhold Ort mann. (Fortjehung.) . Für. Hermann Wolfhardt freilich waren trotzdem, ohne daß er selber dessen so recht inne wurde die Zeiten de gemeinsamen SpeisenS bald die angenehmsten und mit einer gevissen geheimen Ungeduld erwarteten Stunden deö Tages. Seine Cßluft war nur gering und von der einzigen Flasche leichten Reinweink. die Herr Meöurney mit unveränderlicher RegelMäßigkeit Tag für Tag bestellte, genoß er . ebenso wie sein schweigsamer Leqleiter ftetS nur ein einziges SlaS. Wenn ihm trotzdem das Glockenzeichen, weichet btn Beginn der tadle d'hote ankündigte, jedesmal ein besonderes Vergnügen bereitete, so mußte diese Ursache dafür wohl in etwas Anderem zu suchen sein als in den kulinarischen Genüssen, aus die er sich gefaßt machen durfte. Er selber freilich legte sich die Frage nach diesen Ursachen kaum je mals ernstlich vor, und wenn es doch einmal der Fall gewesen wäre, würde er wahrscheinlich Bedenken getragen haben, sich einzugestehen, daß es die Persönlichkeit seines holden Gegenüber sei. die einen gewissen geheimnißvollen Reiz auf ihn auszuüben begann. Vermied er es doch sogar geflissentlich, zu ihr hinüberzusehen, wenn er sich nicht vollkommen sicher glaubte, daß sie nichts davon bemerken könne, und stand er doch zuweilen nach beendeter Mahlzeit von seinem Platze auf. ohne dem Blick ihrer schönen blauen Augen nur ein einziges Mal begegnet zu sein. Nur dem Klänge ihrer Worte lauschte er jedesmal, so oft sie zu ihrem Vater sprach, mit einer gespannten Aufmerksamkeit, die höchst indiscret gewesen wäre, wenn sich die Comtesse nicht eines fremden und ihm völlig unverständlichen JdiomS bedient hatte. und der Wohllaut ihres volltönenden und doch musikalisch weichen Organs hatte ihn längst , zu der Ueberzeugung gebracht, daß keine Sprache der Welt sich an gesangveicher Schönheit mit der ungarischen dergleichen könne. . Fiel es dem sonst so zugeknöpften Herrn McBurney zuweilen ein, gerade in dem Augenblick, da Comtesi: Gabriele sprach, das Wort an seinen Tischnachbar zu richten, so konnte er ganz sicher sein, eine zerstreute, wenn nicht gav eine unmuthig klingendeAntwort zu erhalten, und erst der große, ernsthafte Blick, mit welchem der Engländer ihn wohl in solchen Fällen ansah. brachte den jungen Mann zu der Erkenntniß, daß er sich recht thöricht benommen, habe. Daß es im Grunde nichts Anderes als die weiche sympathische Stimme der Grafentochter war, was solchen Reiz auf ihn ausübte, schien auch zur Genüge aus der Thatsache hervorzugehen, daß er jeder zufälligen Begegnung mit ihr außerhalb der Mahlzeiten auswich, so Nzeit es der enge Raum des Schiffes eben gestattete. Vermochte er ihre hohe, schlanke Gestalt, die in dem schlichten, nahezu faltenlosen englischen Reisekleide wahrhaft königlich aussah, auf dem Promenadendeck zu erspähen, so hielt er sich gewiß beharr lich an dem entgegengesetzten Ende desselben auf, und wenn ev doch einmal, ohne es zu ahnen, in ihre unmittelbare Nähe aeratben war. aesckab es. daß er bei ihrem unerwarteten Anblick zusammenfuhr wie Jemand, der auf emem Unrecht ertappt zu werden furch tet. Ein starkes Verlangen nach Einsam keit hatte überhaupt seit dem ersten Tage dieser Reise mehr und mehrVesitz von ihm genommen. Während der Vorbereitungen, die unter Herrn Mc Burnevs sachkundlaem Belstanoe m fliegender Eile hatten getwffen wer den müssen, damit der Abgang deö Schiffes nicht versäumt werde, hatte Wolfhardt kaum Zeit gehabt, über die Bedeutung seines raschen Entschlusses nachzudenken oder sich mit semen tru ben Erinnerungen an die Erlebnisse von Neustadt zu beschäftigen. Eine hochgradige nervöse Abspannung tvar aus die mit. mannigfachen Entbeh runaen und Strapazen verbundenen Aufregungen jener letzten Tage ae folgt; . wie in einem halben Traume hatte er Alles über sich ergehen lassen und erst draußen auf hoh:r See, als er sein Leben mit einem Male in die gleichmäßig ruhigen Bahnen einer langen Schisssreise gelenkt suhlte, ka men ihm die Erinnerungen wie die Ge danken an die Zukunft, alles Andere verdrängend, in lhrer ganzen herzbe klemmenden Schwere zurück. We' hatte er anders als mit einem Gefühl tiefster Beschämung und Bit ierkeit jener Verirrung gedenken, können, die ihn, wie 'er, meinte, die 'Herrlichsten Güter seiner Jugend gekoste batte! Daß statt der warmen Begeisterung für. alles Schone ÄNd Erhabene, von der ir sein Herz erfüllt gewesen, jetzt eine trüMeliae. Leere in ihm war. eine du'mvfe Theilnahmlosigkeit selbst ge gen die berauschendsten Wunder der Natur, empfand er mit Schrecken Tag für Tag aus'ö Neue. Aber zermal mender als diese Erkenntniß lastete au ihm ein Gefühl des Grolls gegen sich selbst, tin nagendes Bewußtsein eige ner Schwäche und eigenen Unwerthes dZ nuttn Lecensmuty völlig zu tergraben drohte und ihm die. Zukunft

nur nocn m oem rroittosen tcyle eine? einzigen grauen Regentages zeigte. Er meinte zuweilen, wenn er über seinen eiaenen Gemüthszustand grü-

belte. daß dies der Schmerz verrathe- ' ner Liebe sei und daß er langsam werde verbluten müssen an der Wunde, die in seiner Seele zurückgeblieben war, als er sich von jener ungiuajeligen Liebe rücksichtslos und gewaltsam los gerissen aber es wollte im Grunde wenig zu diesem Glauben stimmen, daß Adas verführerisches Bild nur selten mit voller Deutlichkeit in seinem Gedächtniß auftauchte, und daß die Erinneruna an den Schimpf, den der Referendar von Plessow ihm unge- . 1 . , r .. straft hatte aniyun ourien, oici grausamer in seinem Herzen wühlte als die lebhafteste Vorstellung von Adas treuosem Verrath. Er konnte sich ausmalen, wie sie jetzt vielleicht ihr Köpfchen an die Brust deö 5errn von Vlessow legte und wie sie ihm ihre rosigen Lippen bot, ohne daz sich dabei etwas Anderes in ihm regte als Verachtung gegen sie und als biterer Unwille über seme eigene thörichte Verblendung. Nichts von brennender Eifersucht Mlschte sich em und Nichts von heißem Sehnen, obgleich er doch m Begriffe war, Lander und Meere zwischen sich und sie zu legen unlobwohl er sie aller menschlichen Voraussicht nach nie mehr wiedersehen sollte. Bildeten doch auch all' diese Erinne rungen trotz des schmerzlichen Stachels. mit dem sie sich immer wieder in sein Inneres bohrten, noch nicht die ganze Summe seiner Leiden. Zu der Scham über den verhängnißvollen ersten IrrKum aesellte sich allgemach die Reue über den zweiten, der wie er sich etzt hundertmal wiederholte so eicht zu vern'tiden gewesen wäre und dessen Folgen er nun willenlos über ich ergehen lassen mutzte, ohne, wie m enem anderen Fall:, durch energischen Entschluß ein Ende machen zu können. Vergebens fragte er sich jetzt, wenn er über der Brüstung am Schiffsrande ehnte und mit stumpfer Gleichgang' eit dem Spiele der Wellen zusah, wodurch er denn eigentlich bestimmt worden sei, die Einladung und die Geschenke eines Unbekannten anzunehmen,' von dem er nie zuvor gehört hatte und dessen verwandtschaftliche Beziehungen zu ihm vorläufig noch in ein geheimnißvolles Dunkel gehüllt waren. . Nicht daß er das Gestade des fremden Erdtheils als ein Bettlei betreten würde, war es. was ihn demüthigte und beklemmte; denn ev war ja jung und rüstig genug, um sich im Nothfälle allein durch die Kraft seiner Arme vor dem Verhungern zu schützen. Aber die Vorstellung, daß er mit dem. Augenblicke seiner Einschiffuna aufgehört hatte, ein freier Mann zu fein, daß er sich durch die Annahme eines Darlehens. für dessen Rückzahlung es nicht die geringste Aussicht für ihn gab, zum Sklaven emes Menschen gemacht hatte, dessen Person er so wenig kannte wie seme Absichten, das dunlte ihn immer unerträglicher, je weiter diese rastlose. unermüdlich stampfende und rasselnde Maschine ihn dem Ziele seiner Fahrt entgegentrug. Und es aab Niemanden, bei dem er hätte Trost und Ermuthigung suchen Niemanden, dem er einen Einblick in die traurige Zerrissenheit semes Innern hätte gewähren können! Von seinem grauköpfigen Begleiter trennte ihn eme unsichtbare Schranke, zu deren Ueberwindung ihm auch die äußerste Selbstverleugnung schwerlich verholsen haben würde. In dem Benehmen, welches Herr McBurney ihm gegenüber beobachtete, fehlte es wedn an Achtung noch an höflicher Rucksichtnahme, und selbst in den ersten Tagen, als der alte Herr empfindlich unter der Seekrankheit zu leiden hatte, zeigte er im Verkehr mit semem Gefährten nichts von Mißstimmung oder übler Laune. Aber seine Höflichkeit wa? immer von derselben eisigen Art. seine Unterhaltung immer von derselben Zurückhaltung und derselben bedachtsamen Abwägung jedes einzelnen Wortes, die er in der Stunde ihrer ersten Begegnung an den Tag. gelegt hatte. Es hätte sicherlich nichts Nützloseres gegeben, als einen Versuch, diesen in seinev tadellosen Eorrectheit so unnahbaren Menschen, der mehr durch ein verborgenes Räderwerk als durch Organe von Fleisch und Blut bewegt zu werden schien, jemals zu einem vertraulichen Memungsaus täusch zu bestimmen. : Es war gewiß, daß Herr McBurney seinem Chef den ihm anvertrauten Verwandten pünktlich und richtig abliefern würde, wie er ohne Zweifel auch einen wichtigen Brief abgeliefert hätte, den man seiner Obhut übergeben, aber so wenig er m Versuchung gelommen wäre, einen beimlichen Einblick in diesen nicbt für ihn bestimmten Brief zu nehmen, so wenig konnte er sich veranlaßt sehen, nähere Beziehungen ,u einem Manne zu suchen, der ihn nichts weiter anging, als daß er für ihn die gewissenhaste Erfüllung eineS aesckäftlicken Auftrages repräsentirte. So blieb Hermann Wolfhardt mit seinen Kümmernissen und Sorgen ganz auf sich selbst angewiesen, und da er zu Keinem hätte von dem reden tonnen, waö ihn ausschließlich beschäftiäte und was in seiner gegenwärtigen GemüthSstimniung von allen irdischen Stfnaf n allein Bedeutung für ihn hatte. so zog er sich scheu auch vor jedem andnen aleickailtiaen Gespräche zurück. M stumme Bewunderung für die llomtesse Gabriele Satory. die ihm im mer wie von dem aeheimnißvollen Lichtglanz eines höheren Wesens umflössen schien, bildete den einzigen Sonnenblick in dem trübseligen Emer lei seiner sckwermüthiaen Zurückgezo genheit. Aber eS war eine Bewunde runa. über deren Ursprung und Natu er selber niemals weiter nachdachte und von der überdies sicherlich Niemand so wenig bemerkte als diejenige, der st gezollt wurde. Achte Capitel. Statt der winterlich rauhen Stürme, welche die Passaniere der .Werra aul den hochgehenden Fluthen der Nordsee in die Kabinen scheuet hatten, umspielten den Dampfer l-gst die lwd:n Lüfte bs Gül; ein .tiksukr

inh n-urnr - -

1 .r

dem tiefblauen Meere wieder und bis weit in die lauen, sternenhellen Nächte hinein athmete Alles den balsamischen Odem des Oceans droben auf dem zum Theil von leichten Zeltdächern überspannten Verdeck. Um die Abendzeit eines Tages, den

onnig, heiß und windstill gewesen war wie schon so viele seiner Vorgänger, ging Hermann Wolfhardt zufällig an der offen stehenden Schiebethür des Salons vorüber und sah. daß sich augenblicklich Niemand in dem mit fast übertriebener Eleganz ausgestatteten Raume befand. Wahrscheinlich hatte emer der Carntenpassagiere vorher musicirt; denn das Klavier war geöffnet und einige Notenhefte lagen daneben auf einem Stuhle verstreut. Emem plötzlichen Verlangen folgend, das ihm bisher niemals gekommen war, trat Wolfhardt vollends ein und ging an das Instrument. Er hatte als Knabe einigen Musikunterricht genossen und Pater hier und da Gelegenheit gehabt, seine musikalischen Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Trotzdem würde es ihm niemals ' in den Sinn gekommen sein, sich vor Anderen zu produciren. und nur die Gewißheit, daß jetzt alles Lebendige sich oben auf Deck befinde, konnte ihn bestimmen, gleichsam versuchsweise laUlg in die Tasten zu greifen. Aber die Klänge, die er da dem Instrumente entlockte, thaten ihm eigenthümlich wohl. eS war etwas Tröstendes und Besänftigendes in ihnen, wie in dem zärtlichen Klänge einer lieben menschuchen Stimme und em paar Mmuten später hatte sich Wolshardt ganz in sein kunstloses Spiel vertieft, dem er sich kaum je zuvor so rückhaltlos uno mit ganzer Seele hingegeben. Als sein Blick über daö Notenheft streifte, daS aufgeschlagen vor ihm stand, hielt er plötzlich inne. WaS er da laS, war eines jener kleinm, schwermüthigen. todessehnsuchtigen Lieder, die den Namen FranoiS Chopins auf die Nachwelt gebracht haben würden, auch wenn er außer ihnen nichts mehr geschrieben hätte. Fast unwillkürlich schlug er die Tacte des kurzen Vorspiels an und begann zu singen: JC f.& l Ji l jf. ton mi ft.ft.n jivuy iy uf Uiuy wi mit iiyttt In dem Kinderkleidchen - Ev kannte das Liedchen sehr wohl. und er hatte es nie ohne Ergriffenheit hören oder singen können; heute aber riß ihn die tiefe Traurigkeit dieser sehnsüchtigen Klage um eine verlorene Geliebte mächtiger denn je zuvor mit sich fort, und es war ihm, als könne die schlichte, schwermüthige Welse nur aus einer Stimmung heraus geboren sein, wie es seine eigene in diesen Augenblicken war. Mußte in die Ferne wandern Und Du unterdessen Hast im Arme eines Andern Ring und mich vergessen." All' sein brennendes Web und all' den bitteren Groll, die er so lange im tiefsten Herzen verschlossen gehalten, strömte er jetzt in den Tönen dieses LledeS aus. Der Gesang erleichterte ihn. wie eS ihn erleichtert haben würde, wenn er .seinen Schmerz in eine treue Freundesbrust hätte ausschütten können, und er dachte längst nicht mehr an die Umgebung, in der er sich befand, als er voll inniger Bewegung die gramvollen Schlußworte des LiedeS sang: Muß an Dich und an das Nlnglem Ach, noch immer denken " kiang es welch und schwermuthlg durch den Salon; dann ließ er die Hände von den Tasten gleiten und blickte in Gedanken verloren, still vor sich hin. Ein paar Meuten verstrichen, ohne daß sich etwas in seiner Nähe geregt hatte; plötzlich aber fuhr er jäh aus seinen selbstvergessenen Träumen empor, denn hart neben ihm sagte eme sonore Männerstimme in etwas fremdartig acceniuirtem Deutsch: igortsegung folgt.) . Oestemim-Ilnaanl. Wien. Die Gattin des TheaterBaumeisters Ferdinand Fellner ist an den Folgen emer Operation gestorben. . Die Teppichniederlage von Heitzel und Goldstein im Hotel Metropole ist von einem verheerenden Brande heimgesucht worden. Der 70jährige pensionirte Maschinenführer Wenzel Stengl und seine 67jährige Gattin Marie wurden in ihrer Wohnung. Ottakring. Fröbelgasse No. 36. in ihren Betten todt aufgefunden. Es lag eine Kohlenorydgas - Vergiftung vor. Der 2Zjähr!ge Comptoirist Hugo Weinwurm ist, nachdem er bei der Postsparkasse aufGmnd eines gefälschten Checks den Betrag von 2340 Gul--den entlobt hat. flüchtig geworden. Wemwurm war bei dem Buchdrucker besitze? Schweitzer, Landstraße, Obere Weikgärberstratze No. 11, angestellt. Er wurde in Budapest verhaftet. Der Schulknabe Joseph Pückner. Sohn eines Tischlergehilfen, stürzte sich aus Fürcht vor häuslicher Strafe, von der Brigittabrücke in den Donaucanal. Der Feuerwehrmann August Habenicht hat. Selbstmord begangen. .. Brunn. In einer, hiesigen Kade ärjstalt hat der aus ; Wien dienstlich hierher beorderte Controleur der Kai sei Ferdinands - Nordbahn Herr Eu gen Laurev seinem Leben durch einen Rivolverschuß ein Ende bereitet. Als Motiv der That wird Geistesverwir rung angenommen. In der Kirche zu Dimttry EwSkaja bei Kaluga wurde der Kirchendiener Lawrenti Kalinin erTnördet und die Kirchenkasse geraubt. Der Bauer Majakin, welcher in. der Nahe der Kirche wohnt und der That verdachtig ist, wurde verhastet. Jedermann sagt so. CatcaretS Canky Cathaktic. die wundervollste, medizinische Entdeckung deß Zeitalters, angenehm und erfrischend im Oefchmack, wirkt sanft und sicher ans Nieren, Leber und Singt vei de, daß ganze Lystem reinigend, entsernt Erkältung, kurirt opfrseh. sZie Ire, enltenik OerSepsunz und Un

r??d22l!k:it. Sausen und r?rsu:n U: c'.r: CC:.?.:! t:n C. C. G. l:zU 10, 25, ) Z3 C;::. Cr.r-s ' ; j.-.r-.-, - , 'w - - j V ..t - .f.-

Achnttvallkn. von Rich. v. Strele in Salzburg. Da kamen einige , wärmere Tage. Von den Vordächern der Portalauslagen tropfte es unablässig herunter, daß die Bürgersteige fast ungangbar wur-

den. In sonnigeren Lagen schmolz die . festgefahrene Schneedecke der Straßen! und Schlitten kamen nur mit genauer Noth über die Stadtbrucke herüber. welche schon gevaumeZeit ihr schmutzigschwarzes Holzstockelpflaster wies. Die Thorbogen, auf deren Fahrweg mitleidige Leute der Bauernschlitten wegen früher einmal Schnee werfen ließen, waren durch jenen Schneeschlamm unpassirbar gemacht, der selbst dem Hannibal und seinen Tapseren nach Livius' Meldung unheilvoll geworden. Unsere sonst so reinliche Stadt schien sich im Frühlingsahnen zu einer neuen Lutetla zu quallharen; aber es schien nur so. Der Wind, der eine Zeit lang aus Süden geblasen, blies wieder aus Nordwest, die Quecksilbersäule des Barometers fiel, der Himmel zog wieder semen grauen Soldatenmantel an und als ich heute Morgen auszog, meinen kleinen Spaziergang vor der Sitzllbung in der Kanzlei zu machen, da fielen die Flocken erst sachte, dann immer dickt und dichter und als ich endlich mit dem Schlage Neun über den mit frischem Dunenzeug aus Frau Holle's Federbett belegten Eolleaienhof schritt und auf dem Wege zu meinem Amtszimmer den offenen Corndov der theologischen Facultät passirte. hätte mir bald ein tüchtiger Schneeball, der von einem christlich - socialen" Theologen nach einem .coniervatlven aescyieuoert wurde und sein Ziel verfehlte, den Hut von meinem altliberalen Kopfe gefegt. Ein hübsches Genrebildchen, dieser schwarz - weiße Krieg, werth, von einem Maler als Vorwurf benützt zu werden, ein Grützner einmal ohne die obligaten Bier- und Weinkannen, aber vielleicht, um fo origineller. Mir fielen einige Berse Schimper s em: Ja. wir haben manches Iahn Lustig ausgehalten. Ob wir weisestes Latein Oder Schnee nur ballten. Die Alumnen des fürsterzbischoflichen Priesterhauses erholen sich Don den Beschwerden lateinischer Vorträge über das und jenes in der Galerie des alten Univevsitätsgebäudes. Auf den breiten Gesimsen liegt frischer, gleißender Schnee, der zum Ballen geradzu herausfordert. Was Wunder, daß die Hände der jungen Cleriker, meist frischer, lustiger Burschen aus dem Zlllerthal, dem Unterinnthal und aus den salzburgischen Gebirgsgauen, nach dem weißen Geflocke greifen, das sich wie ein himmlisches Pallium um die Schultern der Erde gelegt; eme lustige Plänkelei beginnt, die Ballen fliegen hinüber und herüber, streifen hier Einen, treffen dort einen Anderen; hei. wie flattern die Scapuliere und Flügel" in der flockengeschwängerten Luft, hei, wie heiter klingt oft fast diabolisches Lachen, wenn ein recht gut geschleuderter Ballen in ein noch asketisch mageres Antlitz n prophetisches Doppelkinn modellirt und dergleichen. Welche Erinnerung an die eigene. schöne, fröhliche Jugendzeit, namentlich an die großen Schneeballenschlachten, die wir Convictisten im Kloster Fiecht uns lieferten, oder wir Schüler derschledener Anstalten mit dem Jnnsbrucker Prllgelbaum, auf den nun langst verschwundenen Schanzen des alten Salzburg. . Dr. H. Ploß hat in seinen anthropologischen Studien über das Kmd m Brauch und Sitte der Völker so viel deö Interessanten über das spielende Kind aller Länder berichtet, aber der Schneeballen gedenkt er mit keinem Worte, obwohl dieses urwüchsigste aller Kindervergnügungen ganz besonders verdient hätte, erwähnt zu werden. Auch Ernst Ludwig Rochholz schweigt in seinem trefflichen Buche Alemannisches Kmderlied und Kmverspiel" von jber Schneeballenfreude. So will denn ich ein wenig plaudern davon und erzählen, was ich über diese Winterlustbarkeit in meinem Herzen und in meinen Notizbüchern aufgezeichnet. Nora begrüßt in leidenschaftlich froher Weise in Ibsen's nach der Heldin benanntem Stücke die vom Spaziergange heimkehrenden Kinder, die im bunten Durcheinander der Mutter all' das Frohe erzählen, was sie draußen in der frischen Luft erlebt. Wie, mit Schneeballen habt Ihr Euch geworfen? Ah, da hätt' ich -dabei sein mögen!" Als . ich zu. Weihnachten meine liebe Mutter und meine gute Schwester besuchte, da wanderte ich auch einmal mit meiner kleinen Nichte über den Rennplatz der Kettenbrücke zu. Es war ein frischer Schnee gefallen und der wollte ausgenützt sein. Ich warf einen winzigen Ballen auf die uns voraneilende Johanna, dann wieder einen, bald sehlend, bald treffend. Aber sie blieb mir nichts schuldig und eine Freude bemächtigte sich des kleinen Binggels, wenn sie den Onkel getroffen war das ein Jauchzen und Lachen und dann beim Nachhausekommen ein Sprudeln und Berichten an die vergötterte Großmama! Wie, mit Schneeballen habt Ihr Euch geworfen? Ah, da hätt' ich dabei sein sollen!" meinte dann Groß mama, ganz wie Nora und ganz so freudig, wie diese. Eine besondere Freude 'muß Hoffmann von Fallerslebcn am Schmeballenwerfen gehabt haben; er erwähnt es öfters in seinen Tagebüchern; so schreibt er 1806: und bei eintretendem Thauwetter schneebällten wir uns, machten SchnccfeflUi'ccN c'::r :rtU;t ten große Schneemänner arf wcasame-.' Straßen"; dann wieder 181314 au-. Halmstadt: Die Durchmärsche und Rüstungen dauerten fort, sonst erfuhren wir wenig vom Kriege außer dem, welchen wjr selbst führten: wir hatten uns Schneeschanzen gebaut und lieferten Schneeballschlachten auf dem Schulhofe, aus den Straßen und im Freien.- . In späteren Jahren brachte er diese. lpp?n Ta!uufeichitUnen vn e.incrn? iiCTtn; xt.z.zzxz 0

"7 v - f ?m

r:nr..;n d-Z cr,-::::-ir.:s.

Seht wie das' Schneefeld' drüben unö . winkt! ,. . Seht wie es flimmert, seht wie eö blinkt! Nicht länger bedacht! Fort, fort in die Schlacht!' ' Ballet den Schnee geschwind wie ' de?

' Wind! . j ??ort auf den Vlan. wo's Kämvfen beginnt! Schnee ist das Gewehr, Schnee Degen und Speer. Näher dem Feinde, näher gerückt! . Flink Euch gedreht und flinker gebückt! List leite das Spiel! Muth führet zum Ziel! Wer erinnert sich nicht der Worte Spiegelberg's in den Raubern": Komm, laß Dir ein Stückchen au? meinen Bubenjahren ' erzählen! Da hatt' ich neben meinem. Haus einen Graben, der, wie wenig, seine acht Schuh breit war, wo wirBuben uns um die Wette bemühten, ; hinüberzuspringen. Aber das war umsonst. Pflumpf! lagst' Du und ward ein Gelächter über Dir und wurdest mit Schneeballen geschmissen üben und über." In. seinen Erinnerungen gedenkt Felix Dahn ebenfalls jugendlicher Schneeballengesechte,' die' im Münchner Hosgarten ausgekochten, wurden: Das einzige' Erträgliche an dem', ganzen Schulwesen schien mir der halbstündige Weg zu und von der Schule;' zumal im Hof- und englischen Garten, wo 'man Schneeballen, Kastanien und ach! auch Steine auf seine Herzensfreunde zu werfen weitesten'Raum hätte; sogar die anmuthigen und gar nicht stolzen Töchter des Herzogs Max, die jetzige 'Kaiserin von Oesterreich, die Königin von Neapel tapferen gaetanischen Angedenkens und die Gräfin Trani geriethen zum Entsetzen der Gouvernante und des Lakais einmal in eine solche Schneeballenschlacht. ohne ein paar Zufallswürfe übel zu nehmen: ste lachten vielmehr. Und mir flog gleich darauf ein Schneeball an den Kopf, den keine? meiner Freunde geworfen haben konnte: er fühlte sich ganz Prinzessenhaft an." : Ein Hauptgaudium der lieben Buben aber war es seit alter Zeit, ihre Schneeballen auf harmlose Wanderer, auf Schlittenfahrende zu richten. Da mußte schon gar oft die heilige. Hermandad warnend und drohend eingreifen. In Augsburg mußte die Behörde zu den schärfsten Maßregeln greifen; schon vom Jahre 1647 finden sich derartige Erlässe vor. Im Winter, an Sonn- und Feiertagen, so Schlittenbahn warv mußten' vier Schrannenknechte um 3 Uhr Nachmittags Obacht geben auf die bösen Buben und die unerfahrene Jugend, welche die ehrlichen Leute mit Schneeballen warfen. Das Bauamt mußte die Knechte eigens dafür bezahlen. Unsere Genremaler lieben es besonders, recht heimtückische Schneeballwürfe mit dem Pinsel zu verewigen. In alter, böser Zeit hatten auch die an den Prangen Gestellten von der schneeballenwerfenden Jugend viel zu leiden. Daß man Manchen, um ihn zu verhöhnen, mit Schneeballen be warf, zeigt ein von Uhland verzeichnetes Volkslied: ' Es ist ein schnee gefallen und es ist doch nit zeit. ' man wirft mit den pallen, der weg ist mir verschneit. ; Das Lied wurde im Dreißigjährigen Kriege in ein schönes Büßerlied" vom Cardinal Clesel umgeformt. . . Auch in der Sage treffen wir z. B. im Harz schneeballenwersende Gespenster und Geister an. In Grässe's Sagenbuch des preußisHn Staates ' erzählt der Präceptor Steller aus Halle, er habe in Wittenbevg einst in der Christnacht bei Mondschein in einem nahe bei der Stadt gelegenen Gebüsche Geister zu citiren begonnen. Plötzlich sei eine wunderliche Gestalt in einem bunten, zerlappten Kleide mit schwarzen Strümpfen, rothen Stiefeln und gelben Absätzen an denselben erschienen. Steller hob dem Kerl den einen Fuß auf und betrachtete die Stiefel mit den Absätzen genau. - In dem Augenblicke entstand ein gewaltiger Sturm. Alle (?) flohen und wuvdm bis an's Thor mit tausend Schneeballen unaufhörlich verfolgt." Ob der schwarz-roth-gol-dene Geist , und seine Genossen nicht Wittenberger Studenten waren? Eine sehr: pikante . Schneeballengeschichte vermeldet die Königin von Navarra in ihrem Heptamon. Es ist die 48. Erzählung von einem TapetenMacher des verstorbenen Herzogs von Orleans; der Tartenmacher hatte eine ehrbare und vermögliche Frau geheirathet, war aber mehr als ZN diese m seine schöne Kammerzofe verliebt, die er auch bald durch eine feine List eroberte, was der Leser w den Oontes de la Reine de Navarre geschildert findet. Auch wie sich die Beiden mit Schneeballen und Anderem vergnügten, dabei aber von emer Nachbarin beobachtet wurden, wie der Mann dann seine Frau überredet, mit ihm in den Garten zu gehen, mit ihr dort schneeballt und ande Spiele, spielt und der zum Klatschen kommenden Nachbarin die Freude verdirbt, all' däö mag in der citirten Quelle aufgesucht werden, es ist dort schöner beschrieben, als ich eö kann und darf. Die Schneeballen, oder besser Verireter derselben, sind sogar in den Tanzsaal eingedrungen und proclamiren bei gewissen - Cotillönfiguren die Beliebtheit des altm Kinderspiels. -, . ; Die, Koche nannten eine Speise Schneeballen und. machen dadurch ein deutsches Spnchwort -zu Schanden, das wie bei Abraham a Sanctg Clara lesen: Beständig wie ein Schneebällen in der Bratvfann?. An Wirkliche und nicht gebackene je. 1. in - i. e . . ' xyneroaue in oen svlgenoen cuu navischen Belegstellen zu denken. So wenn Falstass rn den Lustigen Wei kern von Windsor- ausruft: Komm v... titi j trrk ... vtl uuu ciiva c?cii gu -ÜCUl i Tysewass lHUtlen. renn mem ' Oau5 ist so kalt. lZ Utt' ich Sän. balle M.n vers,t, t.Svrn r.- -- r-t , x.;r,,a fcl Uklv,,.! t' - , ü cv. r-' r rrrv r. l.-. k-mi t-- -.

Verlangt Courage, daß sein Vater ihn, den königlichen Dienere mit Ihr anrede, oder daß sie Bruderschaft machen. Der Alte geht auf Letzteres ein und Courage holt einen Schneebällen, den ihm sein Vater auf Bruderschaft zuessen solle, da er den Schlüssel zum Wemkeller nicht finden könne. Sobald Potage seinen TheZl hinuntergewürgt und Courage an die Reihe kommen soll, erklärt dieser der Schlüssel sei nun da, er wolle die Bruderschaft lieber in Wein trinken. Im schwäbischen Ran-

üriidingen mähten am Zsascklnasdlenstag zwei bis drei Burschen mit vollständigem Habergeschirr im Schnee das Dorf herab. Nach einiger Zeit und angestrengter Arbeit setzten sie sich in den Schnee: zum allgemeinen Geläckter brachte man ihnen Schneeballen als Speise. Von der Zubereitung der Schneebällen als Speise für Geizhälse, wie mehrere 'derbe niederdeutsche Sprichwörter beschreiben, sei aus Gründen der Wohlanständigkeit geichwiegen. : Aber verschiedener anderer Svrickwörter sei gedacht. Ein Schneeball, im Schnee weiter gewälzt, wächst und Wächst; der Schneeball, der von der Höhe des schneebedeckten Berges rollt. wird zur Lawine. Aehnlich geht es mit der Lüge: A2itur ut nivia crlo bu. raendacia. die Lugen seynd .s.:, ' - .v. A ' aiciuj cuict cyneeoauen, lemeyr ite gewalzt, jemehr wächset sie. Wie mit der Luge lm Allgemeinen, ist es mit der üblen Nachrede im Besonderen: Wilst uvle nachreden wohren, thues bey Zeiten, denn sie seynd wie die Schnceballen, je länger man sie berumb welket. je größer sie werden." Wilhelm Müller reimte: Der Schneeball und das böse Wort, Sie wachsen, wie sie rollen fort: Eine Handvoll wirf zum Thor hinaus. Ein Berg wird's vor des Nachbars Haus. Geibel ähnlich: Und hat man kühn zu schleudern dich aelebrt. Lass' keinen Ball vom Berg zur Tiefe reisen! Wer sagt dir. ob er nicht auf schnee'gen G e sen Zur tödtlichen Lawine sich verkehrt. Em Sprichwort saat: Schneeballen fallen wohl ab. aber sie flecken dock. Auch sagt man von einem lüaenbaften Menschen: Der kann Ballen machen. Sonst finden wir die Schneeballen noch zu Vergleichen verwendet bei Jean Paul, wenn er sagt: Der Winter ist überhaupt die fruchtbarste Letternzeit; Schneeballen gefrieren zu Bücherballen. Die Eigenschaft des Schneeballens. im Rollen sich zu verarökern und endlich zur Lawine anzuschwellen, gab gewissen frommen Collecten den Namen Schneeballencollccten". Diese Sammlünacn wurden durch die Versenduna von Briefen in's Werk gesetzt, in welchen der Empfang unter Angabe des Zweckes der Sammlung und der Sammei stellen zu einer Gabe ausaefordert und zugleich bittet, den Brief zweimal abzuschreiben und sammt den Aöschnften an drei Personen semesBekanntenkrelses weiter zu senden. . Kommen die Empfänger der Briefe dieser Aufforderung nach, fo -gewinnt der Kreis, m jC . .r ' 1i . c r v weiojcm gciarnmni roiro, rajcy einen erheblichen Umfang und der Erfola ist meistens ein ganz vorzüglicher. Diesem Schneeballensport wurde namentlich in frommen . und aristokratischen Kreisen sehr gehuldigt. Bald aber be mächtigten sich auch Schwindler dieser bequemen Bettelform. So meldete eines fchonen Tages die .Salzburger Zeitung", daß das von Salzburger Frauen und Fräulein in neuerer. Zeit schwungvoll betriebene Spiel Schneeballen" zum Aufbau der abaebrannten katholischen Kirche in Hildesheim ein sehr verdrießliches Ende gefunden habe. Die Kirche m Hlldeshelm sei langst gebaut und ein Kaufmann und Kirchenvorstand May. an welchen die Beträge abzuliefern waren, ezlstlre gar nicht u. s. w. Dieser und andere ähnliche Fälle, sowie der Umstand, dak eine behördliche Ueberwachung der Sammlung und der Verwendung der Gelder auch in unverdächtigeren Fällen unmöglich ei, veranlaßte die österreichische und oie verschiedenen deutschen Regierungen. die Schneeballensammlungen als unzulässig zu erklären. i7 Manche r g la u b t Urtheil zu haben, weil ihm nichts gefällt! i Die Natur überlistet. Im Künstlerkreise eines Vari6t6Theaters unterhält man sich lebhaft über das erste Auftreten eines Thierstimmen ? Nachahmers. .Das ist noch gar nichts meint die Soubrette, ich hatte einen Freund, der das Schluchzen der Nachtigall so täuschend nachahmte, daß ein im Nebenhause wohnender Poet anfing, Gedichte zu machen." Kinderei," . erklärte der Komiker, mein College Spukerl in Vrünn ahmt "däs Krähen des Hahnes so großartig nach, daß trotz der späten Abendstunde jedesmal die Sonne aufging." i G rün dun gö plan. Studiosus Müller: Ich möchte nur wisseji, wie das die Ackerikaner anstellen, daß sie nur so eine Stadt nach der an .deren gründen!" Studiosus Süffel: Ganz einfach! Einer gründet sich ein .Äirthshaus und andere bauen Häuser drum herum!" It . Cto Wahres QprüSvort. ... '.Wid)t$ ijl .fo: erfolgreich xslt Sr'olg." Diese Behauptung ist nie beiet bewiesen als vie durch den Erfolg vonr. Bull'S Husten Syrup. .Dust v)iderbäre Medizin kurirt jeden Fall vön Erkältung, husten und Bräune in izt kürzesten Zeit und immer init Erstlz. Fraü C. W. Richards, 221 Q, Knlsnd Str., Philadelphia, ya, fcreSt: ,"3 habe Dr. Bull' e) Husten rp stit S Jahren im Gebrauch und ßnd ihn ein sicheres Mittel geaen Lräune. Ich brauchte ihn in den schlitn?: Fällen und' rathe allen ZTZütttdäslrlbe zuthun." Dr.Bull'S

rTr reist uur 2o tzentS. Ljf-t k?w anderes Nietet ptxn (:Dl:id5nclttnÜ7.) l5r51:Dr.

f ' 1 r - z C" 3 rr." ( mr , .. Va..y . l- r-" " C r v-. ,"a

!WöD-MWchr

von INDIANAPOLIS. keder'Handlungcn. Eide, Leather" & Beltinff Ca, 125 S. Meridian St Schuhe und Stiefel (Retail.) Sekaurotk & Ca, 18 O. Washington 8, pianss und 2Nusikalien. Carlin & Lennox, 31 Ost Market SL Gebendes Vieh. Merchants Union Stock Yarda. Barbcr A. & Co. M. Seils & Ca Tolin, Totten, Tibb3 & Ca Stockton. GlUespie & Ca Clark, Wysong & Ycris. kandwirthschafl. Geräthe u. IVagen Holten W. R Utg. Ca, 177 0. Wasa. Gale Mfff. Ca, 117 Vf. "Washington St. H. T. Conde Irnplernent Ca, 27 Cppltol Ave. Bau uno Leihvereine. German-American Bldg Ass'n, 100 N. Delaware t International Bldg & Loan Ass'n 23 Ost Market SL Indlana Mutual Bldg & Loan Ass'n Journal Gebacudc Zuckerrvaaren, (N)holesale.) Daggett & Ca, 18 West Georgla St Dreschmaschinen. Minneapolls Thrashing Machlne Ca, 117 W. Washington SL Riemen und Leder. Taylor & Smith, 137 S. Meridian St. Schnittwaaren. Murphy, Hibben & Ca, 97 S. Meridian Erwin, D. P. & Co., 106 S. Meridian Apotheken. Sloan Drug Ca, 22 W. Washington St Thierärzte. Greiner L. A, 138. East St. Feuerversicherung. McGIllard Agency Ca, 83 O. Marke; 3cc Crearn. Furnas R. W. 112 N. Pennsylvania St, ZUtlchercx. Indianapolis Creamcry, 52 Mass. Av. Trust Compagnien. Indlana Trust Ca &Sasety Yault The Marion Trust Ca, Monument Place Grundeigenthum und Versicherung. Spann lohn 8. & Ca. SA Ost Market Bauholz. Ooburn Henry, Georgia SU Weißblech. Tanner & SulllTan, 116 S. Meridian St Putzwaaren. Fahnley & McCrea, 140 S. Meridian St Bäckereien. The Parrott & Taggart Bakers soo Bryce's Bakery, 14 Ost South St Schuhe und Stiesel (Wholesale.) Ilendricks & Cooper, 85 S. Meridian St McKee E. S. & Son, 102 S. Meridian. hüte, Handschuhe etc. Hendrickson, Lefler & Co., 89 S. Merid. Eisen und Schmiedewaaren. Yan Camp Hardware & Iron Co., 73 S. Illinois St. Ilildeorand Hardware Ca, 52 S. Merid . Layman & Cary Ca, 63 S. Meridion St Francke' & Schindler, 35 S. Meridian. Clemens Yonnegut, 184 & 186 E. Wash. Eisen und Stahl. Nolliday W. J. & Ca, 59 S. Meridian. Farben, (Del und Glas. Burdsal & Ca, 34 S. Meridian St. Indianapolis Paint & Color Co., 40 Massachusetts Ave N)agen und Rutschen. Irvin, Bobbins & Co., 32 O. Georgia SV plumber Artikel. McElwalne, Elchards & Co., 62 W. Marylanrt Spiel und Aurzwaaren. Mayer Charles & Ca, 29 W. Wash t Extracte und Gewürze. The Grocers Mfg. Ca, 80 S. Pennsyl! Banken. Capital National 23 S. Meridian St Indlana National Bank. j Gummiwaaren (IDHoIesalc.) Indlana Bbber Ca, 127 3. Meridian. ; Blechwaaren (Ivhslesale.) Cdoney, Seiner & Ca, 17 H South St Bücher und Schreibmaterialien. Ind. Book & Statlonery Ca, ; ' 75 8. Meridian St I Tommission Merchants. Syerup Ca, 22 8. Delawars St. Ke&ch. J. L.t 62 S. Delaware St i Droguisten (Wholesale.) Indianapolis Drag Ca, 21 H Maryland Ward Bros., 72 L. Meridian St ; Groceries (Wholesale.) Schnull & Oa, 60 S. Meridian St Severin,Ostern:eyer & Ca, .. 51 S. Meridian St Kothe, Wells & Bauer, 123 S. Meridian O'Oonnor IL & Ca, 47 S. Meridian St Perry J. a b Oa, 23 W. Georgia St Geschirre und Sattel. Indianapolis llarness Ca, 10 McCrcx Nolliday & Wyon, V6 S. Pennsylvania. . Oefe und Heede. Korne Stove Oa, 79 S. Meridian St keens-VersicherungsGesellschaften The Indlana Life Ins. Ca, Meannent PlicsJ

iZt Catiti tV.::z Vt

CJl' t

i f