Indiana Tribüne, Volume 21, Number 146, Indianapolis, Marion County, 13 February 1898 — Page 3
M,)5 MMmn. Cm fröhlicher Noman von Wilhelm Hcgelcr. (2. Fortsetzung.) Lassen Sie man Ihr Gepäck Uegen, wo's liegt. Sie broochen geene Angst zu haben, daß da noch jemand neinsteigt. Mer sitzen sonst alle unter uns. Und von Uhlstädt kommt ooch niemand mehr . . . Wollen Sie gitigst Ihr Äillet vorzeigen?" D Dame holte aus ihr Tasche ein Rundreisebillet, das von Leipzig nach lirchhasel ging. So, so", meinte der Schaffner. Jßon Leebzig! Ene hibsche Stadt, aber fehr geraischvoll. Da wern Sie. unser Girchhoosel ganz anders finden. Was verschafft uns denn das Vergniechen? Wie meinen Sie?" fragte dieDame, die wegen der offenen Thür jämmerlich fror. Nu 'ch meene bloß, wegen der guten Luft wern Sie doch bei so ene Dem peratur nich nach Girchhoosel kommen. Das muß doch seine Grinde habn." Ich will Herrn Pastor Beerenbusch besuchen. Kennen Sie den viel.
leicht?" Na. und ob ich ihn genne! Das ist en ganz vorzieglicher Mensch. Erscht neilich hab 'ch ne Bredigt von en gehert. Wie war nur gleich's Dhema?" Während der Schaffner nachdachte, trat der Zugführer auf ibn zu und sagte: Hrn Sie, nu missen mer aber fort. Es ist Zeit zum Abführn. Was stehn Sie denn da vorn leeren Goupee?" Mer ham ne Fremde!" .Ene Fremde?" sagte der Zugfü rer ganz erstaunt. Na nu nee!" Dann trat er aufs Trittbrett und beschaute sich auch die geheimnißvolle Erscheinung. Aber der Stationsvorstehers in aU ist Berliner, der seiner Zeit bei- der Staatsbahn angestellt gewesen, bis er wie die alten Wagen aüsrangirt wurde, ärgerte sich über den verlängerten Aufenthalt. Er rief die beiden an: Nu jon'velt aber endlich mal los! Ihr wollt bier Wohl über Nacht blei&n?" .Der Zugführer pfiff. Der Schaffner schlug die Thür zu und brummte: "Nich mal reden darf mer! Dabei sieht doch im Reglement, daß wir heeflich zu'n Fremden sein solln. Da heert a alle Gemiethlichkeit auf!" Die Dame, die bei dieser Winterkalte sich der Saalbahn anvertraute, damit diese sie über die Kluft, dieKirchHasel von der Welt trennte, wegtrüge, war Fräulein Jda Felsche. Sie hatte sich ihrem geliebten Leipzig entrissen, der theuren Trägheit des gewohnten Lebens, den täglichen Kaffeekränzchen, und fuhr nun in dieser Winterkälte durch das thüringische Land an schneebedeckten Tannenhügeln vorbei, an weiten weißen Feldern, auf denen Raben krächzten, und deren Todtenstarre einem durch den Anblick allein das Herz erschauern ließ. Die Ursache dieses außergewöhnl!chen Schrittes, nebst allem, was vorangegangen war, wogte in dem Kopf der alten dicken Dame auf und ab und erregte dort soviel Gedanken, wie sie ihr Lebelang noch nicht gehabt, Fräulein Jda Felsche stammte aus Ux Leipziger Wolle". Ihre Eltern. Großeltern, Urgroßeltern hatten mit Wolle in colossales Vermögen gemacht. Sie hatten durch Generationen hindurch so lange Wolle gewebt. Wolle gefärbt, mit Wolle gehandelt, bis sie schließlich selbst ganz verfilzt waren gleich einem alten wollenen Strumpf. Diese Familieneigenthümlichknt hatte sich bei ihnen ebenso vererbt wie das Geld. Wenn Fräulein Felsches Mutter sich auch schon vom Geschäft zurückgezogen hatte, so war Jda selbst doch eine echt Wollene geblieben Sie saß auf ihrem Geldbeutel und hütete die Thälerchen ebenso ängstlich wie ihren guten Ruf, klagte stets über die Theuerniß der Zeiten, glaubte sich der Verschwendung schuldig zu machen, wenn sie mehr als die Hälfte ihrer Zinsen verbrauchte und hielt den sicheren Ruin für bevorstehend, wenn ein paar ihrer Papiere fielen oder einige Aktien keine Dividende abwarfen. Außerdem, daß sie Sparsamkeit im großen wie. im kleinen als Familieneigenthümlichkeit geerbt hatte, besaß sie noch den Geiz schwächlicher. unfähigerMenschen. der aus dem Bewußtsein entsprang, daß sie nur ihrem Geld alles verdankte, und daß sie mittellos, nothwendig zu Grunde gehen mußte. Die harten Thälerchen waren der Lebensquell der alten Jungfer, und sie war in steter Angst, daß dieser einmal versiegte. Tante Jda hatte nun eine (Schwester besessen, die gänzlich aus der Art qeschlagen war. Heiter und lebenslustig, oesaß diese Schwester eine gänzliche Verachtung der langweiligen, blauen Scheine, mit denen sie sich nur versöhnen konnte, wenn sie sie möglichst schnell für schöne Toiletten, fröhliche Gesellschaften und all solchen Tand ausgab. Im übrigen jedoch dachte sie, daß arme Leute viel amüsanter seien. Als sie achtzehn Jahre alt war, warf sie denn auch alle Wolltraditionen über den Haufen, indem sie sich mit einem Cavallierofsicier verlobte. Er war ungefähr der erste, ixn sie kennen lernte. Aber sie war so fest entschlossen, diesen zu heirathen und keinen andern, daß ihre Mutter , schließlich nachgeben mußte. Die wenigen Jahre der Ehe, die das' Schicksal den beiden zugedacht, waren eine förmliche Familientragödie oewesen zwischen der hartherzigen Schwiezermutter, die fest in ihrer Wolle und nf 'ren Geldsäcken saß, und dem junen Pärchen von Habenichts, das auf Un Zuschuß von Hause angewiesen
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war, da der Herr Gemahl nichts mitgebracht hatte, als Schulden. Zuerst zeigte die Schwiegermutter n je .' "ii lieg sieigeoiger, ais man yaiie erwarten sollen. Sie kaufte ihrer Tochter ein ra:n i v . m t i iumcigui in. oer naye, - von geizig. Aber der Mann konnte sich in die eiaen thümlichen Verhältnisse nicht finden. lir war ein hochfahrender, schroffer Herr, oer tur das Gcld. welches er be kam, wenig Dank wußte. Um das Gut hochzubringen, steckte er viel hmem, bis die Schwiegermutter den Beutel zu. knöpfte. Es kam zu großen AuseinauVersetzungen. Dann folgten' einige riese, dre hm und her flogen. Der Osficier gebrauchte Ausdrücke wie elende Krämerwirthschaft". Darauf antwortete mt alte Dame ihm mit den ausgesuchtesten Bosheiten. Auf der Adresse ntulirte sie ihn den Herrn Rn tergutsnutznießer". Die Folge davon war, daß der Schwiegersohn seine Schwiegermutter überhaupt nicht mehr grüßte. Er nannte nicht mehr ihren Namen, sondern hieß sie nur die Wollene" oder auch, weil sie am Terrassen ufer wohnte, das Terrassenufer". Und er hatte eine fo eigenthümliche Art das Wort auszusprechen, daß es klang, als wenn er ausspuckte. Die arme kleine Frau aber schwankte hin und her zwischen ihrem Mann und ihrer Mutter. Sie war die unglückliche dritte, die bei diesem Streit am meisten litt. Bald war die Mutter zornig und drohte sie zu enterben, bald tobte der Mann, er wolle sie in ihre Woll clique zurückschicken. An einem Unglückstag aber, als die Schwiegermutter ihre Tochter besuchen wollte, ließ der Mann diese rufen und verbot ihr, in Zukunft ihre Mutter zu empfangen. Dafür rächte sich Frau verw. Felsche, indem sie, ohne ihrem Schwiegersohn vorher Mittheilung zu machen, das Gut verkaufte. Dann setzte sie den beiden ein Zahrisgehalt aus und stellte ihnen anheim, in Leipzig zu leben. Die Frau konnte solch ein Dasein nicht länger ertragen. Sie starb kurz nach der Geburt des ersten Kindes. Ue. ber ihrem Grabe setzten die beiden Un versöhnlichen den Streit fort. Der frühere Gutsherr, der zu stolz war, um von seiner Feindin weiter. Unterstützung zu nehmen, trat eine Stelle in Ostpreußen als Verwalter an. Sein Kind ließ er von einem Vastor aufziehen. Er selbst lebte weiter als verbitterter und gebrochener Mann. Er vertrank seine Wuth in Cognac, und wenn er Abends Zeit hatte, verfaßte er die verrücktesten Testamente, um seine Schwiegermutter zu ärgern. Aber wer nichts hat, kann auch nicht viel vermachen. Das einzige, was er verfügte, war, daß seine Tochter niemals in das Haus am Terrassenufer kommen sollte. Dann starb er. Das Kind aber, daß er hinterlassen, war Nelly von Wacht. Sie wuchs in der Pastorenfamilie auf und wußte nichts von all dem Unheil, das aus der Wolle hervorgegangen war. Eines schönen Tages ging auch die alte Frau Felsche mit dem Tode ab. Und da sie ihre Wollstrümpfe voll von Renten, Staatspapieren, Actien und Banknoten nicht mitnehmen konnte, so erbte das Kind die Hälfte ihres Verm'ogens: rund eine Million Mark. Aber auch davon wußte Nelly nichts. Ihr Vormund war ein bekannter Leipziger Rechtsanwalt, der keine Zeit hatte, sich um sie zu bekümmern, so weit er es nicht in Geschäften mußte. Ihre einzige noch leoende Verwandte war Tante Jda. Diese aber war der Ansicht, in dem kleinen wilden Mädchen müßten nothwendigerweise die verschwenderischen Eigenschaften von Vater und Mutter stocken, und nur durch eine recht strenge und einfache Erziehung könne es auf den rechten Weg der Sparsamkeit gebracht werden. Bisher hatte sie Nelly nur flüchtig gesehen, und da sie sie in Kirchhasel gut aufgehoben glaubte, sich nicht viel um sie gekümmert. Aber nun trat durch den Brief des Pastors die Nothwendigkeit an sie heran, für des Kindes Gesundheit zu sorgen. Seitdem sie diesen Brief erhalten, hatte sie kaum noch geschlafen. Sie bildete sich ein, daß eine entsetzlich schwere Verantwortung auf sie gewälzt sei. Nun sollte sie plötzlich dies fremde Kind, das ihrem Herzen so fern stand, in dessen Adern ein so anderes Blut rollte als ihr eigenes und das ihrer Familie leichtsinniges, aufrührerisches Blut von Verschwendern! dies Kind sollte sie plötzlich in ihren Lebenskreis ziehen, der der enge kleinliche Kreis einer alten Jungfer war. Im Innersten .mißgönnte sie der Kleinen das viele schöne Geld, das so lange bei den Felsches . wohlgeborgen gelegen hatte. Zum wenigsten mußte man das Kind vollständig wieder zu den alten Familientcaditi'onen zurückführen. Aber das war ben die große Frage, an der die Tante sich vergebens den Kopf zerbrach: wie war die Tugend der Sparsamkeit in dem Mädchen am besten zu entwickeln? Sollte sie ihre Nicht von dem großen Vermögen in Kenntniß setzen? Das ging doch nicht! Das hieß doch den Hang zur Verschwendung gewaltsam hervorrusen in solch einem unerfahrenen, dummen Ding. . Aber immer könnte man es ihr auch nicht verschweigen. Und wenn sie mündig wurde, erfuhr sie's von selbst von Gerichtswegen! Ach, was würde dann geschehen? . . . Ob's denn kein Mittel gab. in besonderen, ausnahmsweisen Fällen Kinder erst mit dreißig Jahren mündig zu sprechen? Ueber all das hatte Fräulein Felsche lange vergeblich nachgegrübelt. Und schließlich tröstete sie sich damit, daß sie die ganze Sache mit dem Herrn Pastor Beerenbusch besprechen wollte. Denn zu dem Pastor hatte die alle Dame' ein ganz besonderes Vertrauen. Wenn nämlich Tante Jda auch eine von den armen, nur sich selbst und ihrem eignen Wohlergehen lebenden Naturen war, die von warmer religiöser
Empfindung so wenig wissen, wie ausgedörrter Wüstensand von befruchtendem Mairegen, wenn sie selbst auch kaum einmal im Jahr zur Kirche ging, da der Gottesdienst für sie immer zu früh anfing, die Kirchenstühle zu hart
waren, und sie die Klrchenluft lhrerGe sundheit nicht für zuträglich hielt, so war sie doch der Meinung, daß Klrch lichkeit und Religion etwas sehr Gutes und Nützliches sei für andere. Und well sie nicht wußte, daß der echte Glaube tief im Herzen wohnt und kem hohles Blendwerk ist, mit dem man sich die Rede ausputzen kann, so hatte sie sich ine Menge hochtrabender Reden und fromm klingender Citate ausae dacht, mit denen sie dem Pfarrer auf warten wollte. So hoffte sie den Herrn Pastor schon zu überzeugen, daß Sparsamkeit die erste und beste Tugend Nellys werden müsse. Und daß m Bezug auf diese vor nehme Eigenschaft das junge Mädchen kein besseres Vorbild finden konnte als sie, die Tante Jda, das mußte ihr auch der bitterste Feind lassen. IV. Während derZug langsam mit knarrenden Rädern und wackelnden Wagen in die Station Kirchhasel ernrumpelte, lehnte Fräulein Felsches volle Figur sick aus dem Fenster. Sie war in furchterlicher Angst, ihr Brief könne verloren gegangen sein, und sie müßte sich dann durch das Schneegestöber allein den Weg zum Pfarrhaus bahnen. Aber schon von weitem erkannte sie des Pfarrers Hünengestalt und Nelly. die mit Begeisterung das Taschentuch wehen ließ. Kaum hielt der Zug. da stürzte diese sich auch schon auf den Wa aen los und half der Tante aussteigen. Zuerst setzte es ein paar gerührte Küsse, dann einen kräftigen Händedruck des Pfarrers, darauf trabten die drei durch die fahle Dämmerung dem Pfarrhaus zu. Na, Tantchen!- sagte Nelly mit der munteren Zärtlichkeit junger Mädchen. Du hast gewiß gefroren. Aber wart nur, zu Hause giebt's einen heißen Thee." Der Pfarrer ging voran, indem er seinen Eisenstock in den knirschenden Schnee bohrte. Zu Haus angekommen, wurde Tante zuerst aus all den wärmenden Umhüllungen herausgeschält, mußte trockne Strümpfe anziehen und bekam einen Wärmstem unter ihre Füße. Dann aber wurde das Beste aufgetragen, was em aus der Welt verlorenes Pfarrhaus aufzutragen vermag. Zuerst aß die alte Jungfer mit recht autem Appetit, denn sie war vftt der Reife tüchtig ausgehungert. Als sie aber mit ansehen mußte, wie des Pfarrers Kinder stopften und stopften, als wollte jedes einen Schinken verzehren, da wurde ihr ganz schwach ums Herz. Was das für ein Geld kosten muß!" dachte sie. Ueberhaupt ist so etwas sehr unfein. Es wird kein Fresser geboren, sondern er macht sich erst dazu." Die Frau Pastorin aber schien sich nur zu freuen, daß ihre Schaar so wacker .schmauste. Denn heute aß man ohnehin festlicher als sonst, wegen der Anwesenheit eines lieben Gastes. Und da kam es auf einen verdorbenen Magen mehr oder weniger nicht an. Als sich dann schließlich doch der Etfer gestillt hatte, klingelt draußen der Schlitten des Doctor Junahans, den der Pastor hatte herüber bitten lassen, damit er wegen Nellys Reise mit Fräulein Felsche Rücksprache nähme. Der dlckeDoctor Junghans hatte seit zwanzig Jahren eigentlich nur Bauern zu kuriren gehabt. Bei Nellys Leiden hatte er denn auch zuerst seine altbewährten Medicamente in Anwendung gebracht: Ricinusöl und Blutegel. Da diese beiden Mittel aber nichts halfen, so faßte er einen großen Entschluß und verordnete seine erste Badereise. Meine Kuren für die Bauern und fürs Rindvieh schlagen bei dem kleinen Fräulein nicht an. Das beste wäre, wenn wir sie eine Zeitlang nach dem Süden schickten-, sagte e? zum Pfarrer. Und als dieser um nähere Angabe des Ortes bat, nannte er Montreux am Genfer See, da er dort selbst mal vor undenklichen Zeiten gewesen war. Das schien wirklich ein ausgezeichneter Vorschlag zu sein, denn Nelly wurde allein von derHofsnung auf diese Reise beinah wieder gesund. Ein schoneres Glück hätte ihr über Nacht gar nicht kommen können. Seitdem Peter in Genf war und von dort seinem alten Lehrer eine Postkarte mit Ansicht geschickt hatte,- schien ihr der Genfer See wie ein Stück des blauen Himmels selbst, der sich auf die Erde gesenkt hat, und dessen sonnige, blühende Ufer gleich einem lachenden Paradies den Menschen zur Lebensfreude einladen. Sie hatte sich so in dieFreude hineingelebt, daß sie vor einer Enttäuschung zitterte, denn alles hing von der Tante Jda ab. Ob diese bei ihrer Sparsamkeit, die auch im Pfarrhaus 'bekannt war, in eine solche Reise einwilligte? Und ob sie überhaupt so reich war. wie die Pfarrersleute munkelten? Denn namentlich Frau Beerenbusch hatte öfters die feste Ueberzeugung ausgesprochen, der fetten alten Jungfer ginge es gar nicht so schlecht, wie sie immer thäte, fondern sie säße ganz hübsch in, der Wolle. Aber das war nur eine Vermuthung. und vielleicht verhielt sich alles anders. . Ganz blaß vor Aufregung, von ihrem nervöfen Husten noch mehr gepeinigt als sonst, saß Nelly am Tisch und überlegte hin und her, was der Doctor mit ihrer Tante nebenan wohl verhan deln mochte? Dieser Husten aber war eigentlich ihr Glück. Denn er war daS letzte Argument für den Arzt. Als die Tante allerlei Einwände gegen die Reise machte, würde er schließlich grob und sagte: Hören Sie nicht? DaS ist ein ganz wohl ausgebildeter Bronchialkatarrh. Die Kleine muß fort. Lieder heute als morgen. Sie hat nicht solch eine Pferdenatur wieSie und ich. Dieö verdammt
I Sch?Z?er ist da? retne Gift für
sie." Fräulein Felf: toai der Roheit dieses Bauerndoctors aufs tiefste empört und dachte bei sich: ein Leipziger Arzt würde so nkcht zu sprechen wagen! Doch da der Leipzig? Arzt ein mit Arbeit überhäufter Professor, der feine ewig klagende Pati:ntin für einen Winter vom Hals haben wollte ihr selbst inen Ausenthalt in einem kli. malischen Kurort empfohlen hatte, so ließ sie sich schließlich überreden, für die Gesundheit ihrer Nichte dieö große Vpui zu bringen. Nach einer geraumen Zeit erschien der Arzt Mit der Tante wieder. Wie die Unterredung ausgefallen war, wurde nicht gesagt. Als aber der Doc. tor sich verabschiedete, lief Nelly hinter ihm her, und da verrieth er ,hr, daß die Tante elnaewilligt hatte. .Aber Schweiß hat's gekostet!" fügte r hinzu. Ich will lieber zehn BauernWeiber purgiren, entschuldigen Sie den despektlrllchen Ausdruck, Fraulem, als diese alte Jungfer noch einmal zu ei nem Entschluß bringen." Nachdem Nelly zu Bett geschickt war, setzten die drei Alten sich in desPfarrers Studirstube, und dort legte die Frau Pastorin der Tante ihre Abrechnung vor. Das Fräulein ging mit der unter thänigsten Liebenswürdigkeit, zugleich der auch mit der größten Genauigkeit Pöstchen für Pöstchen der in ein kleines Buch eingetragenen Ausgaben durch. Die Frau Pastorin wurde bei solchen Rechnereien immer etwas nervös. Denn das alte Fräulein wollte bei jedem Kleid wissen, erstens, wieviel der Stoff, zweitens, wieviel der Macherlohn, und drittens, wieviel die Zuthaten gekostet hatten. Nach langer Arbeit war man endlich so weit gekommen, die einzelnen Summen zusammenzuzählen. Dabei bekam die Frau Pastorin 27 Mark 93 Pf. heraus, bei Fräulein Felsche ergaben sich abr nur 27 Mark 23 Pf. m Die beiden Frauen, von denen die ine nicht so viel bezahlen, die andere sich nichts schenken lassen wollte, stritten hin und her. Der Pastor aber, dem die Sache nun zu bunt wurde, meinte, man könne die Pfennige in die Armenbüchse thun und die Summe auf 27 Mark abrunden . Das wollen wir thun," sagte Tante Jda, und dadurch unser Scherflein zur Linderung der Noth beitragen. Ich bin zwar schon in Leipzig Mitglied des Vereins gegen Armuth und Bettelei und das Leben wird immer theurer Ja, " fuhr sie fort, die Rechnung zusammenfaltend, daS Leben wird mit jedem Tag theurer. Wenn ich bedenke, daß ein junges Mädchen heutzutage in einem halben Jahr 28 Mark an Nebenausgaben verbraucht" . . . Aber, bitte sehr!" versetzte die Frau Pastorin. Es ist nur das Allernothwendigste, was Nelly bekommen hat. O Weib!" sagte der Pastor, .streite niemals gegen ine anerkannte Wahrheit. Das Leben wird mit jedem Tag theurer: darüber braucht man um. Wort zu verlieren . . . Doch nun wollen wir von heiteren Dingen reden." Daraufhin holte Tante Jda aus he sei Brust Athem und sagte: Ich mochte mich noch herzlich ber Ihnen und Ihrer lieben Frau, vor allem aber bei Ihnen, hochverehrter Herr Pastor, für die seelsorgerische UnterWeisung bedanken, di Sie dem Kinde angedeihen ließen Nun Nelly ist uns allen lieb und ans Herz gewachsen." Das freut Mich herzlich. Gott. wenn ich denke, was meine Nichte in einer anderen Umgebung geworden Ware. der den derhangnißvollen Anlagen, die sie hat! Diese unglückliche Flatterhaftigkeit von ihrer armen Mutter! Wie hat diese büßen müssen! Und Sie wissen doch" fuhr sie leiser fort ihr Vater war ein notorischer Verschwender." So?" meinte der Pfarrer. Er hat Unsummen durchaebracht. Aber Sie selbst haben davon an dem Kinde nichts bemerkt?" Zur Verschwendung hatte sie wirklich keine Gelegenheit," sagte der Pfarrer lachend. Wenn sie einmal ein paar Aepfel zu viel aß, so kann man ihr das nicht so hoch anrechnen." Nun Gott sei der Dank! ... Und das Kind ist rein, nickt wahr? Es zeigt keine verhängnlßvolleNeigung für irgend jemand?" Dafür bürgt Jnen hoffentlich unser Haus", versetzte die Pastorin entrüstet. Gott sei Dank! Ihm gebührt der Dank!" sagte die Tante, indem sie ihre Hände über dem gewölbten Busen des mit schwarzen Perlen bestickten Kludes zusammenfaltete. O, wenn Sie wüßten, wie sehr ich die Verantwortung fühle, diesem Kinde eine Mutter zu sem, das so schwer zu behandeln ist und einer so schweren Zukunft entgegengeht." Wenn sie aus der Schweiz zurückkommt, muß sie dann wirklich in die Kochschule?" fragte Beerenbusch. Nem. Dieses nicht." Und die alte Jungfer, die bis jetzt unbehilflich dagesessen hatte, platzte plötzlich aus wie eine Pfingstrose, indem r srt r y i c c r i - r - iyr vciicqi oen oummen iviz in echten Wollenen" entfaltete. Und mit der Ucherlegenheit sich brüstend, die sie diesen armen Leuten gegenüber zu besitzen glaubte, sagte sie. doch zugleich mit. einer gewiss en Unterwürfigkeit : Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen mitzutheilen, daß die Verhältnisse Nellys doch gänzlich widere sind. Sie hat von ihrer Großmutter, mütterlicherseits die von Seiten des Vaters sind lauter Habenichtse ein ziemlich bedeutendes Vermögen geerbt. Ich kann wohl sagen, rund . . . in Million. Tiefes Schweigen herrschte, als dieö letzte Wort ausgesprochen war, das in jedem Zusammenhang, am meisten aber in dem deS GelVs. einen gewissen maiestätischen Klang hat. Tiefes Schweigen herrschte, als in daZ durstig etnaerichtte. weltentlegene Studirzimmer 1
des Landgeistlichen dieser fremde pom Pose Gast eintrat: die Million.
Die kleine Frau Pastorin saß ganz blaß da, mit geschlossenen Augen,' wie von einem plötzlichen Blendlicht erschreckt. Der alte Herr aber war aufgefprungen, von Erstaunen überwältigt wie etn Jungimg. und mit emer ge wissen lustigen Hochachtung sagte er: Donner und Doria! Da sprachen Sie ein großes Wort gelassen auö." ' Tante Jda aber neigte liebreich und leutselig, geschmeichelt von dieser Huldigung ihr Haupt. Dann seufzte sie und fuhr tn ihrem gewohnlichen Jam mrton fort: Sie können sich nun denken, Herr Pastor, daß ich vor einer Aufgabe stehe. Ich habe des Kindes Zukunft zu leiten. Ich habe dafür zu sorgen, daß all die verschwenderischen Neigungen von dcn Eltern her bis aus den letzten Rest un terdrückt werden, damit dies schöne Geld mcht m unrechte Hände geraty. Der Pfarrer durchmaß mit großen schritten sem Zimmer. Eine Million!" brummte er Daß du die Nase im Gesicht behältst r Dann blickte er seine Frau an. die ganz verstört dasaß. Eine tiese Bitter keit war über sie gekommen. Sie dachte, wie sie gespart und gespart hatte an Nelly, damit das, was sie an ihre Pflegetochter wandte, nicht allzusehr die magere Pension überstieg. Und sie dachte an die Abrechnungen, an dies Kargen um den Pfennig, dies heim liche Bemängeln jeder Ausgabe, die nicht gerade das tägliche Brot betraf. Wie manchen Posten hatte sie nicht aufgeschrieben und dadurch ihre eigenen Kinder benachtheiligt und das alles um dies Kind, das eine Million besaß! .... Nicht wahr, Herr Pastor," begann die alte Jungfer von neuem, Sie theilen doch auch meine Ansicht! Man muß das Kind daraufhin erziehen, daß Sparsamkeit und Bescheidenheit seine schönste Tugend werde. Und ich denke, es ist besser, wenn man Nelly nichts von ihrem Vermögen sagt, sondern .sie in einfachen Verhältnissen weiter erzieht, damrt sie einst ein gerechter Haushalter des ihr anvertrauten Gutes wird, wie der Herr spricht."' Nun," antwortete der Pastor, Bescheidenheit und Sparsamkeit sind schöne Tugenden. Aber man kann sie auch fi weit treiben. Und bei so viel Geld scheinen sie mir. wenigstens in diesem Sinne, durchaus nicht angebracht." J.a . ..aber..." Und dann ... natürlich muß man der Kleinen ihr Glück mittheilen. Sie beschwert sich ohnehin viel zu sehr, das liebe Herz, mit dieser Kochschule. Fort damit!" Aber Herr Pastarl Verehrter Herr Pastorl Ein Glück? Ein solches zweifelhaftes Glück! Ach. ich habe es an mir selbst erfahren, daß man nur Sorge von dem Gelde hat. Das heißt, meine Verhältnisse waren ja immer sehr bescheiden. Aber wie können Sie nur so diel Werth legen auf Schätze, die Motten und Rost fressen?" Der Pfarrer, hatte, wie er es auf der Kanzel, wenn er erregt wurde, zu thun pflegte, ein Buch ergriffen und klopfte damit beim Sprechen leise auf den Tisch. Und indem er mit seinen hellen blitzenden Augen der alten Junqfer bis ms Innerste ihrer dumpfen Seele hineinleuchtete, sagte er: Auf die harten Thaler lege ich keinen Werth. Ich am. lerwenigsten. Aber auf all das Schöne und Edle, das einem dadurch zugänglich ist. Wir haben das Kind unserm Stand und unsein Verhälknissu: entsprechend crzogen. Aber nun, wo seine Zukunft eine andere ist müßte es, auch anders erzögen werden, meiner unmaßgeblichen Meinung nach. Xoblesse oblige! sagt man, und das heißt heutzutage: Reichthum verpflichtet! Das Kind ist über Tausende, Hundcrttausende erhaben, da müßte nun auch sein Gesichtskreis größer werdeu. Die schlummernden Gaben muß man wecken. Aber können wir das hier auf dem Dorfe? Kann das in der Kochschule geschehen? Ihr stehen alle höchsten Genüsse , der Welt offen, und sie muß fähig gemacht werden, sie zu fördern und andern davon mitzutheilen. Dann erst wird das Geld bei ihr Leben bekommen und wird nicht sein gleich jenen Schätzen, die Motten und Rost fressen." Q Herr Pastor," stammelte Tante Jda wie verzweifelt, solche Ansichten hätte ich bei Ihnen nicht erwartet." ' Wie vernichtet sank sie zurück und starrte ins Leere. Vor ihren Augen tauchte ein Geldsack auf. den eine fremde Hand zerschnitt, und die harten Thaler flogen umher wie eitel Spreu. Der alte Mann aber hatte sich in Eifer geredet. Wie ein echter Prediger hatte er über diesem eigenartigen Problem die Menschen vor ihm und ihre armseligen Zlvecke vergessen. Nun setzte er sich und fuhr in herzlichem Ton fort: Sehen Sie, mein liebes Frän5ern, damals, als' ich in Berlin war es sind schon viele Jahre her da- hätte ich mich gern den großen humanistischen Bestrebungen, dem sreien Studium, der Wissenschaft hingegeben und durch ein tieferes Verständniß der Kunst den ganzen Menschen veredelt. Mer für mich hieß es: Unter täglich Brot gib uns heute! Ich mußte verzichten. Mich nahm das stille, weltverlorene Dorf hier auf. ; Nun Gottlob, ich hoffe, daß ich nicht ganz verbauert, kein ganz roher Banause geworden bin. Aber wieviel mir verloren ging, wie arm ,ch war, und wie reich die Welt, die nh verließ, das habe ich damals tief und schmerzlich empfunden. Später hat mich das Leben und mein Beruf mit manchem reichen Gutsherrn zusammengeführt, der nur zu prassen verstand, weil ijm zu etwaL Feinerem der Sinn fehlte, mit mancher reichen Frau, die nichts konnte. als sich putzen, mit manchem reichen Seizhalö. der auf seinen Geldsacken saß, weil man ihm zu lehren vergessen
hatte, daß daS Geld nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zu höheren Zwecken lst. Und ich kann Ihnen sagen: Aermer als der, dem der Welt reicher Wundergarten verschlossen ist, weil er, wenn ich
so sagen darf, das Entree nicht zahlen kann, ist zener Mensch. der..mU den Mitteln ausgerüstet, sie nicht braucht. Der reiche Arme ist der noch viel Aermere. Aber er ist zugleich der schlimmste Taugenichts der menschlichen Gesellschast!" Q Gott, wie diese Worte Tank, JdaS Ohr berührten! Sie hatte niemals ähnliche Ansichten gehört undhätte auch nie geglaubt, daß man solche haben könne. Eine Weile wußte sie' überhaupt nichts zu antworten. Doch weil sie sich auch nicht so ergeben wollte, sagte sie mit weinerlicher Stimme: Aber die Hauptsache ist doch, daß wir uns als treue Christen beweisen und auf die Ewigkeit vorbereiten." Sollen wir deshalb' versauern?" versetzte unwillig der Pfarrer. Die beste Vorbereitung heißt, unser Erdenleben edel und schön gestalten ... Ich sage Ihnen, reich sein und den Reichthum würdig gebrauchen, das ist ein schweres großes Amt, nnd es bedarf dazu einer sorgfältigen Erziehung." Die alte Jungfer hatte wohl noch ein paar Bibelstellen anfuhren können, denn ans der Confirmatkonszeit her waren ihr noch verschiedene im' Gedachtniß geblieben, doch einstweilen war sie s? bestürzt, daß sie nichts mehr sagten Stumm saß sie da: nnd überlegte ,. r ..Y -c. r y in isqreaen, wie anoers mt ANstcyten dieses Pfarrers waren als ihre eigenen Vein,.. nein!" dachte' sfc. In geistNchen Dingen mochte eiw Pastor wohl bewandert sein, und wennnml ihr letz-tt-Stündchen schlug, würde sie gewiß einen kommen lassen. Abu von weltlichen Angelegenheiten, o, da. hatte er gar deinen Begriff!" Ich denke also, liebe.' Freundin, wir rufen unser. Kind herein und theilen ihm sein Schicksal, schonend mit." Nein,, bitt fuhr die: Tante auf. Ich muß Sie dringend ersuchen, mir das zu überlossen. Und ich bin derMei nung, das Kind darf nichts erfahren. Es könnte das. größtem Unheil daraus entstehen." Das grösste: Unheil wird entstehen, wenn Ihre. Nichte nichts, davon erfährt. Die Verantwortung-nehme ich auf mich. Bitte. Herr Pastor ich nehme Sie beim Wort. Sagen Sie ihr nichte." Natürlich nicht; wenn Sie es wünschen. Aber ich habe 'Sie gewarnt." Das arme Ding-,' meinte kopfschüttelnd die Frau' Pastorin.. Sie konnte so glücklich sein und macht Pch in einem fort Gedanken.? Doch da Fräulein'Felsche aufgeanden war, trennte man sich, und die Dame sagte noch zuletzt: Ich will mit dem lieben Gott zu Nathe gehen, was dermiringibt. Dies war auch immer der Trost meiner theuren Mutter." Als sie nun ausgestreckt in ihren Federn lag, ging-sie mit dem Gott zu Rathe, der auch ihrer Mutter Ein und Alles gewesen:. dem alten Wollstrumpf voll Geld. Sie war noch lange wach in ihrer Kammer und brütete darüber, daß bei der Million ihrer Nichte so viel Mannsfelder Actien waren, die keine Divideßde gegeben, und daß d?r Zinsfuß überhaupt, immer mehr sank. Und dann, was wurde schließlich aus dem Gelde? Nelly' erbte zwar nach ihrem Tode eine zweite Million.. Aber wenn sie sich mal verheirathete und dann vielleicht vier Kinder bekam, (meh? wurden es hoffentlich nicht!) so machte das auf iedes nur eine, halbe Mimora. Uno wenn das wieder in die Kindeskinder getheilt wurde,, wieviel mehr blieb dann, als. gerade noch, genüge, um nicht zu verhungemZ: Und da sollte man-, nicht sparen und mehren,, sondern das Geld, zu all dem Firlefanz vergeuden, von dem der Pastor sprach? So hatte es ihre Schwester gemacht, abuc wie. weit war diese gekommen! Und dannsielideraltenZungser noch etwas ein.. Wenn daK Kind) letzt don seinem Vtrmöaen erfuhr. .sw konnte es sich ihrerrLeitunFiehen..DeiL!ormund in Leipzig aber;, der. Justizrnth Schlosser, v " i. ir. ' r. i (tn:: i..f oeiummerie, ia) unn jcin ziuuii nui ; soweit, als es. vorr den Gesetzen nothig hatte. Er. würde? gewiß keinen Widerspruch erheben., wenn Nelly den ganzen Betrag ihrer Zinsen ausgab. vi t" r er ri . yVv XI. ft.iE iötl 0KlLiü0iUiaxn7inq ixi v, der alten Jungfer, zu. zittern an, und es wurden tSfa glühend heiß unter der Decke. Ueber deiHusend Mark hinaus werfen! DaS sollte, em junges achtzeyn--jahriaes Dinz tHun. Und wofür? Nach, der Meinung duses Pastors sollte, sifc wohl ein Museum gründen, Sängerr zu Tisch laden und hungrigen Künste lern Bilder attänfen. räu5nn fttlfch faltete ihre kurzen Fingw und sagte halblaut: Nfcnv nein! NÄKtZ saaen! Warten! So etwaö wird noch immer diel zu früh gesaoA Und dann hier-nur heraus. O fc. ft. . ' m r i not. was sind das )ix ÄNilllnen yier 'iiozx scklieklnS . . . was kann man auch von einem Landpaftor, der selbst nichts hat als seine paar Groschen Geyal n' s erwarten?" , Dann seufzte sie noch einmal recht tief auf und scklief mit dem Gedanken an ihren Geldsack ein. (Fortsetzung soiFr.) EinguterEhenann. Sie: .Nicht wahr, theurer Arthur, Du liebst mich doch aufrichtig, und ich bin Dein einziges Glück auf dieser Erde?" Er: Du sagst mir das so oft, Ge liebte, daß i&i schließlich selbst glaube!" Offen. Weshalb kamen Sie denn i4t zu unserem PickniZ?" .Wissen Sie. offen aeja&t, tl Men mir die nöthwn YiaÄcktl.
Zur die MHe. Kalbshirnsuppe. Ein frisches Hirn wird durchgetheilt.fünf Minuten in lochendes Wasser gelegt und dann von Haut und Adern befreit. In Salzwasser kocht man das Hirn acht Minuten, reibt es durch ein Sieb unv vermischt die Hirnmage mit 2 Tassen Taubenbouillon. Kleine weichgekochte Spargelkopfstücke legtman in die Suppe und rührt sie zuletzt mit einem verquirlten Eigelb ab. Französische Kartoffels P P e. Ein Quart geschälte und in Stücke geschnittene Kartoffeln werden mit einigen Mohrrüben- Sellerie-, Porree- und Petersilienwurzelscheiben, ein halbes Pfund magere Schinken und ein Viertel Pfund Butter auf gelindem Feuer so lange geschwitzt, bis sie sich hellgelb zu färben beginnen, mit einem Löffel Mehl vermischt, mit etwa 2 Quart Bouillon aufgefüllt, das nöthige Salz, eine Prise Pfeffer und etwas Muskatnuß dazu gegeben und langsam weich gekocht. Ist dies erreicht, so wird. sämmtliches Wurzelwerk durch ein Haarsieb gestrichen, noch einmal erhitzt, und mit Cmmepröseln und nicht: zu? fein geschnitteuku: blanchirten Kräutern (Petersilie. Selleriekraut, Kerbel, und. einigen Salatblättern) angerichtet.. Fleisch p a. st e t ch em.. Eur Pfd. Mehl wird, mit einem Ei,, nun Liqueurglaschen voll Rum unv einer Obertasse voll Wasser, wenig Salz und einem KaffeelöffellvollÄuttcr.'zivcinem weichen Teig ausgearbeitet, den man einige Male mik' dem Nudelholz- auftreibt und wieder zusammenschlagt, worauf man ihn unter öfterem- Aufrollen und Zusammenschlagen mir einem Pfund frischer Butter verarbeitet, indem man den Teig'mit' dem-Nudel-holz nur nach einer. Sette hin von sich wegrollt und ihn schließlich über Nacht in den Keller stellt. Am andern'Mrrgen wird der Blätterteig' zwei messnrückendick ausgerollt,' mit einem' Äusstecher oder Trinkglas werden' runde Plättchen ausgestochen,'.welche die Bö den bilden, und andere, welche alsDecke dienen. Ein Bleck wird mit etwas Butter bestrichen, die Plättchen werden darauf gelegt, auf die Mitte derselben ein Häufchen von nachstehender' Fane gelegt, der Rand des Teiges mit Wasser angestrichen, die -Deckelchen darüber gespannt und die Rundung mit den Fingern ringsherum eingekniffen. Mit einemFingerring vom-übriggebliebenen Teig ein Köpfchen abgestochen, das ganze Pastetchen mit Eigelb bestrichen und im Ofen schön gelb gebacken. Fülle : Rind-, Schweine- und Kalbfleisch je knapp 5 Unzen, oder sa viel man eben zu brauchen gedenkt, werden, nebst 3 3Z Unzen Speck, fein gehackt; dazu kömmen reichlich 3 Unzen in Milch geweichtes und dann gut ausgedrücktes Weißbrot, nebst feingehackter Citronenschale, . etwas Salz und Pfeffer und in Butter gedämpfte, fein gewiegte Petersilie und Lauchstengel. Zuletzt wird die Masse noch mit zwei bis drei Eiern vermischt und verwendet. S ch w e i n s r u cken w i e W i l d. Den Rücken eines' jungen, zarten Schweins legt man insaure Milch, im Winter acht Tage, im" Sommer fünf bis sechs. Nachdem man dann das Fleisch herausgenommen, klopft man es tüchtig und spickt es wie einen Ha sen. Nachdem der Rucken frohl gesalzen ist, setzt man ihtt mit Fett bei und bratet bei guter-Hitze-zwei 'Stunden das Fleisch, bis'es'oben schon braun wird. Nun giebt man ein Pint säuren Rahm daran, nimmt 'den Braten auf die Platte, entfettet' die Sauce- und rührt den Rest" mtt etwas' Mehl zusammen. Sollte - der- Rücken zu fett sein, so unterläßt "man das 'Spicken. Reissuppe.- Man- muß vom
besten Reis nehmen ihn zwei'Mal' abbrühen und dann-eine -Unze-davon in drei Viertel Quart guter Bouillon weich kochen, was in-etwa- Minuten erreicht est. Indeß' hat' mcnr nmge Vlumenköhlröschen- für- ffch iir Salz-wasser-tveich gekochtund Reste von Geflügel (aber ohne jegliche Haut unv von der Brust) feinstreifig-geschnitten. Der Blumenkohl wirditr-die -Suppe-gelegt, das Fleisch m den Teller-gethan und die heiße Suppe darüber gegossen. Ka-rtoffelk'loße'' aus rohen Kartoffeln. Zwölf rohe? geschälte Kartoffeln werden den Tkra vor dem Gebrauch gerieben; nachdem- Wasser darauf geoossen gießt man dasselbe mehrere Male ab und preßt sie so fest wie möglich durch ein reincS Tuch. In drei Viertel Quart heißer- MNch kocht man eine starke Obertasse Gnes zu einem Brei unddbrüht damit & Kartofftln ab. Von drei oder- vier Brötchen gibt man gerostete,, ttr Würfel geschnittene Sllicke dazu;. Salz. Muskatiraß und nracht alles' gut durcheinander; aus dieser Masse- formt man mit kaltem Wasser runde- 5Uoße, welche man eine halbe Stunde in kochendem Wasser mehr ziehen,, als kochen läßt. Englischer. Rssinenku &tn. Ein Viertel Pfund Sultanrosinen werden Tags., zuvor rein gelesen uns . gewaschen, 'damit sie gut trocken sind. Nun nvnmt man 7 Unzen Zucker sieben Eigelb und verrührt diese Masse cpb Nach und nach mengt man. ein halbes Pf. Kartoffelmehl darunttt und fugt 7 Unzen zerlassene, gute, frische Butter bei. Nun kommen die- Rosmm nebst 'der feingewiegt:n Wale e:ner Crtrvne und der Schnee der sieben Eier dazu. In eine lungliche Form ngefüllt, muß der Kzchen eine Stunde backe. Gebratene Zunee. . Die Zunge wird mit warmem Wasser ab p.espült, in fingerdicke Scheiben geschnitten, in geschlagenem Ei und ge ebenem Weißbrot zweimal umgewendet und in ungesalzenerButter auf beiden Seiten rasch gebraten. Man serviri die auf solche Weise gebraten Zunge zu den lewstm tft..
