Indiana Tribüne, Volume 21, Number 139, Indianapolis, Marion County, 6 February 1898 — Page 6
Aic schlaue Akmcrin.
Von Peter Rosegger. Jetzt möcht' ich schon wissen, ob dieser Jager denn nit zum derwischen ist!" sagte die schöne Heidel zu sich. Sie redete nämlich immer laut mit sich selber, wenn sie allein war, sonst toird es schon einmal zu langweilig, -wenn der Mensch nicht sein Diskurserl führen kann so unterwegs auf die Alm." Die Heidel hatte aufgepackt, sie tvax um und um voll Milchreinen, die in den Henkeln zusammengebunden über ihren Achseln hingen, so daß man j sie wundershalber mit einem Thonplutzer vergleichen konnte, der einen Wohlklingenden Ton gibt, wenn man mit dem eingebogenen Finger an ihm klöpfelt. Oder sie hätte zur Noth auch eine aufrechtstehende Schildkröte eine sehr große vorstellen können, bei der aber das Köpflein aus den Schalen frei hervorstand, was ein gro-' ßes Glück war. Gelb und roth steht nm's Himmelswillen ja doch nicht zulammen! Na. das wollen wir erst ein--mal sehen, ob dieses Haar, das so gelb ist, wie die reife Weizenähre imSchnitt. -und dieses Rundgesicht, das so roth ist. wie eine Mohnblume im Korn, nicht zusammenstimmt! Ganz kurios! 'Und wenn man noch die Kornblumen ihrer Augen dazu thut, so hat man das ganze Kornfeld beisammen und es fehlt nur der Schnitter. Das muß doch derlogen sein, daß dieser Jager nit zum derwischen ist!" sagte die Heidel zu sich und der Schreider muß schon närrisch in 'das Ding derliebt sein, daß die Beschreibung so gespreizt und confus ausfällt. GtiTfri sches Dirndl, das mit Milchreinen beladen auf die Alm geht Punktum, das ist deutlich genug. Der Jäger vorne, der zwischen junKiefern und Lärchen mit seinen nackten Knieen so gelenkig ansteigt, scheint wirklich nicht die Absicht zu haben. von einer .jungen Almenn sich derwischen zu lassen, auch wenn sie init den Thonschüsseln klappert. So wie sie Geselligkeit suchte, schien es ihm gerade einmal um Einsamkeit zu thun zu sein im grünen Wald. Endlich hatte sie ihn aber doch und als er auf ihren Anruf: Stod, Jager. stad. daß 'Dich der Wind nit draht!" stehen blieb rund zurückschaute, rief sie wie jauchzend aus: Uh Jesseles! Na. das hat sich jetzt einmal ausgezahlt, daß ich mir schier die Lungel abgelaufen bin!" Denn 'der Jäger war durchaus nicht so jung, als es nach seinem frischen, geschmeidigen Ansteigen zu vermuthen gewesen wäre; er hatte einen grauen Schnurrbart und das verwitterte Gesicht konnte durch die Schatten des breitkrämpigen Aelplerhutes nicht mehr mit Belang verdeckt werden. Der Jäger blickte diese angehende Weggenossin lächelnd an und fragte: Nun sag' doch einmal, was hat sich denn ausgezahlt?" Weil ich glaubt hab. es war ein Jüngerer!" rief sie hell aus. und setzte lachend, daß es nicht so schlimm gemeint sei, dazu: Ich bin die jungen Jäger genZohnt." So! Ich glaube Dir's gern." Wenn das Hirschel schon derschossen sein muß, so steht's alleweil nur den Jungen an. Die Alien sollen froh f:rn, daß sie selber leben." Sind nicht auch die Jungen froh, "daß sie leben?" Na. ich denk' wohl, daß sie froh Xmd," sagte das Dirndl. Daß sie Tialt mit dem eigenen Leben frei nit zufrieden sein mögen." Äha. ich verstehe Dich schon." sagte der Jäger. Sie wollen nebenbei auch noch Hirscheln schießen und sauIere Mädeln lieben." Der,.-.thei hat Er's!" Du scheinst es aus Erfahrung zu rvissen." sagte er und klopfte mit dem -eingebogenen Finger an einer der Milchreinen. Gelt, einen hellen Klang hat sh?" versetzte das Dirndl. Hat auch einen Zwanziger gekostet und wenn Er einmal in meine Hütten kommt, kann Er Milch draus löffeln. Die Jager thun's -eh' yern." Und bist wohl selbst in Besitz eines Zungen Jägers." Wer kunnt mir's verdenken!" Ich gewiß nicht." Wenn sie mir ihn nicht weggenomir.en kzätten!" . fc. Weqaenommen? Dir Deinen Jäcqer? Die Weibsleute?" Geh. die Weibsleut'! Vor denen -möcht' ich mich wohl derwehrt haben, denk' ich! Von den Weibsleuten laß ich mir keinen Jäger wegnehmen!" Von wem denn sonst?" Von Einem, der ein bissel stärker -ist. als unsereins!" Na, da wäre ich schon begierig, wer so etwas einem so feinen Mädel zu leid -thun könnte!" Das kann Er sich denken! Wer ivird's denn sein, der allen armen Dirndln ihre schönen kernfrischenBurschen wegnimmt! Der Kaiser halt!" Ach ja so. Beim Militär ist Dein Liebster! Na. ich gratulire Dir!" Ja und ich bedank' mich schön!" Soldat sein für Kaiser und Vaterland ist jedem Ebre!" Ja und's Derschossenwerden! He! Wenn ich einen Schatz hab, so will ich ihn heirathen und nit, daß ihn die Bosniaken derschießen!" Pah, jeder Soldat wird nicht txi schössen. Und schon mitten in der !Z5riedenszeit!" So möcht' ich doch wissen, zu was "bet Kaiser mitten in der Friedenszeit 'Soldaten braucht !" Das ist einmal so eingerichtet, liebes Kind. Leider. Niemand faim'3 andern. Ich bin auch Soldat Na. gute Nacht!" rief das Dirndl Zachend aus. Da muß Er schon schön lang dienen!" Länger jedenfalls, als Dem Drei Qriger."
Was hatt Er denn lauter angestellt, daß sie Ihm den Abschied nit wollen geben?" Es scheint, sie brauchen Mich immer noch," sagte der Jäger, der sich auf einen Baumstock niedergesetzt hatte und an den Antworten der Almerin sein Wohlgefallen hatte. Nachher wird Er halt so ein Oeberster sein," meinte sie, so ein Offizier, oder wie sie heißen, gelt?" Es mag schon sein, mein Kind." Und geht so im Jagern um?" Bisweilen." Gelt, geschossen muß sein. Weil just kein Feind ist, geht's auf's Wildpret." Nicht jeder Jäger geht des Schießens wegen umher. Es gibt auch andere Annehmlichkeiten dabei." Mein Jager sagt's auch. Alßer U bendiger, sagt er, schaut man die Hirschlein und Rehlein lieber an, als daß man sie gleich allemal niederpufft. Thät auch nit dürfen, ist nit dazu da, daß er schießt, es müßt ihm nur ein Wildschütz zu nah' kommen. Ist angestellt, daß er das Wild thut hegen und halten, bis die großen Jagden sind und der Kaiser selber kommt. Der Kaiser thut so viel gern jagen." So, kommt der Kaiser also mitunter selbst in diese Gegend?" fragte der fremde Jäger. Oh, oft!" rief das Dirndl aus. Schier alle Jahr einmal, sagen die Leut." So hast Du ihn wohl auch schon einmal gesehen?" Ich? Den Kaiser? Da müßt ich lügen, wenn ich sagen wollt', wie der ausschaut. Bin erst im vorigen Jahr vom Brigthal herüber. Dort kommt er nit. Mein Franzl sagt, ein recht gemeiner, freundlicher Herr. Und schießen! Wie der gut schießen kann!" So! Wirklich?" Freilich ist's keine Kunst, im Tag a Stuck a dreißigHochwild legen, wenn von der ganzen Gegend die Leut' da sind, die ihm's in'n Schuß treiben." Würde es der Kaiser nicht manchmal vorziehen, für sich zu pürschen, anstatt ein ganzes Heer von Jagern und Treibern aufzubieten?" Das wird er sich eh einrichten, wie er will. Und soll ihn der Herr Jager nur selber fragen, wenn er kommt zu den Jagden. Jessas, die heben ja schon in dieser Wochen an. Im vorigen Jahr ist der Franzl noch dabei geWesen, da hat's aemal ein gutesTrinkgeld gesetzt. Heut steht der arme Kerl beim Regiment und hat er geschrieben: nix thät ihm so leid, als daß er bei den kaiserlichen Jagden nit kann dabei sein. Wenn ich nur wen thät wissen, der sich für ihn möcht' verwenden." Wie heißt denn Dein Jäger?" Ich bitt. Franz Kaltenbacher! Beim siebenundzwanzigsten Jnfante-rie-Regiment. Wird sich's der Herr merken?" Hoffentlich!" Thät's nit doch sicherer sein, wenns der Herr wollt' aufschreiben? Hat Er ni? kein Papierl bei sich?" Der Jäger zog ein Notizbuch hervor und schrieb Namen und Regiment hinein. Das Dirndl klatschte in die Hände. Jetzt krieg ich meinen Jager wieder!" jauchzte sie. Versprechen kann ich nichts, mein Kind!" Ich weiß schon, Herr Jager. Er ist ja selber ein Offizier und leicht mit dem Kaiser auch noch bekannt. ' leicht gehört Er gar zur kaiserlichen Jagd. Es braucht nur ein Wörtl." Versprechen kann ich trotzdem nichts." Auf's Versprechen steh ich auch nicht an. wenn Er's nur thut halten, daß der Franzl heimkommt. Vergelt's Gott! Und nix für Uebel, daß ich so keck hab' dahergeredt, wir grobe Bauersleut' verstehns halt nit besser. Und jetzt wünsch ich guten Anblick und daß dem Herrn Jager kein altes Weib begegnet!" Es ist schon gut! Es ist schon gut!" Mit diesen Worten winkte der fremde Jäger ab und schlug seinenWeg seitlings ein durch die Lärchen. Das Dirndl kam mit den klappern-' den Reinen ganz glühend auf die Alm und vertraute es den Genossinnen an, was sie für eine Begegnung gehabt habe. Mit einem Jager von den kaiserlichen Jagden sei sie zusammengekommen, der aber ganz wer anderer ist. als ein Jager, ganz wer anderer! Mehr will sie nicht sagen! Sie hat ihn wohl erkannt, wer wird ihn nit kennen. wo ihn Jedes im Geldtascherl hat! Aber sie hat sich recht einfältig gestellt und so gethan, als that sie ihn nit kennen, wie es in den Kalendergeschichten vom Kaiser Josef zu lesen steht. Und sie hat ihm gleich vom Franzl erzählt und daß sie ihn gern daheim hätt, tausend Gotte5freuden gern daheim. Und er hat ihn in sein Büchel geschrieben. Glück muß man haben und schlau muß man sein! Wie es mit dem Glück und der Schlauheit ausgesehen hat? r Sie erwartete den Franzl schon in der ersten Woche mit Sicherheit. Es wirb ja gleich der Befehl ergangen sein: den Franz Kaltenbacher heimgehen lassen, sein Kaiser braucht ihn zum Jagern und sein Dirndl zum Gernhaben! Aber der Zxranzl kam in der zweiten Woche nicht, und er kam in der dritten nicht. Und er bis heute nicht gekommen. Schlau war das Dirndl freilich, aber der fremde Jager war auch kein heuriger Has.
Ein schwärmerischer Backfisch. Backfisch welchen ein Herr beim Tanz aufs Hühnerauge getreten): Endlich' fürs Tagebuch den ersten Schmerz!" Protest. Ich habe mit Bedauern gehört, Ihr Cassirer sei durchgegangen?" Wenn ä Cassirer von mir dorchgeht, fahrt er, und zwar erster Clag'.
Küstenöescstlgungm.
- Mehr und mehr bricht sich in unseren Regierungskreisen die Ansicht Bahn, daß unsere wenn auch moderne und verhältnißmäßig starke Kriegsflotte bei Weitem nicht im Stande sein wird, das viele tausend Meilen lange Küstengebiet der Union wirksam gegen einen feindlichen Angriff zu schützen, daß dieser Küstenschutz sich vielmehr allein nur durch starke Befestigung erreichen läßt. Seit etwa einem Jahrzehnt bewilligt der Eongreß alljährlich bedeutende Summen, um ein einheitliches System in der Küstenbefestigung durchzufüh ren, aber' es wird noch manche Million kosten, manches Jahr darüber verz:hen, ehe dies System zur Bollendunz gelangt. Selbstverständlich hat man zunächst mit der Befestigung der am meisten bedrohten Küstenstädle begönnen. Am weitesten ist zur Zeit die Küstenbefestigung vor New Iork gediehen, welche vorläufig mit der Errichtung von Panzerthürmen auf der Romer Shoals Bank zum Abschluß gelangen wird. Romer Shoals Bank liegt in der unteren Bai, östlich vom Swash Canal, in etwa 6 Fuß tiefem Wasser, ihr Flächeninhalt beträgt 35 Acres. Auf ihr sollen Panzerthürme nach dem System Gruson, gleich jener an der deutsch-französischen Grenze, Pan,' erthrm. erbau! werden, zu welchem Zweck die Bank soweit erhöht werden wird, daß sie beiHochwasser 6 Fuß aus dem Wajser ragt. Eine feste Concretmasse wird als Fundament dienen und die unterirdischen Räumlichkeiten umschließen, welche die zum Bewegen des Thurmes und des Geschützes benöthigten Maschinen enthalten. Jeder der Thürme erhält eine Ausrüstung von 2 16-zölli gen Hinterladergeschützen, dem schwersten Kaliber, das je in den Ver. Staaten verfertigt ward. Die Geschütze befinden sich noch 'im Anfangsstadium ihre Construction, und so läßt sich zur Zeit über sie und ihre Geschoß-Wir-kung nichts weiter sagen, als was Sachverständige davon erwarten. Die Länge der Geschütze beträgt etwa 43 Fuß. das zur Verwendung kommende Geschoß wiegt 1800 Pfund. diePulverladung für einen Schuß 760 Pfund. Aus einer Entfernung von 2000 Yards hofft man eine Durchschlagskraft durch 30 Zoll Eisen, unmittelbar vor der Mündung eine solche durch 37 Zoll Eisen zu erreichen. Die Hebekraft der Mündung wird 6500 Tonnen betragen, oder mit andern Worten: das Geschütz vermag beim Richten mit der Mündung ein Gewicht von 5500 Tonnen 10 Fuß hoch zu heben. Die Tragweite soll 12 Meilen betragen. Am 6. Juni 1896 ward den. Bethlchem Eisenwerken der Guß des ersten Geschützes übertragen. Der Guß einer Im Innern des Thurme ö. solchen Masse Nickelstahl, wie' sie da5 Geschütz erforderte war jedoch mit größeren Schwierigkeiten, als man ursprünglich erwartet hatte, verbunden, und erst kürzlich konnte das Geschütz zum Ausbohren nach dem Bundesarsenal zu Watervliet überführt werden. Falls keine unvorhergesehene Störung eintritt, hofft man in etwa 8 Monaten den ersten Probeschuß aus diesem Geschütze abfeuern zu können. Der Preis eines jeden der 10 in Aussicht genommenen Geschütze stellt sich auf $100,000, derjenige der zugehörigen Lafette auf $36,000. Die Thürme werden einschließlich des Fundaments und des bombensicheren Raumes je gegen 5100,000 kosten. , Es ist wohl kaum zu erwarten, daß jemals ein Schiff von solcher Panzerstärke construirt werden wird, um dem Geschoß aus diesen 16-zölligen Geschützen Widerstand leisten zu können. Erwartet man doch, daß ein solches Geschoß 20 hölzerne Schiffe auf einer Entfernung von 5 Meilen glatt durchschlägt. Sehr zu wünschen wäre es, wenn der Congreß gleichzeitig mit dem Fortschreiten der Küstenbefestigung auch eine entsprechende Vermehrung der Fußartillerie bewilligte, sonst möchte unsern Küstenbefestigungen einst dasselbe Loos zutheil werden wie unserer Flotte, nämlich, daß beim Ausbruch eines Krieges nicht genügend Mannschaften vorhanden sind, um die Geschütze bedienen zu können. W t r oft ein Auge zudrückt, dem gehen schließlich beide Augen auf. Aergerlich. Jenks: Wa rum- ist Deine Frau so ärgerlich?" Pennobenker: Weil sie sich geärgert hat. zuerst über unser Mädchen, dann über mich, weil ich mich nicht uch über da? Mädchen ärgere und nun ist sie ärgerlich über sich selbst, daß sie sich überhaupt geärgert hat
Die Deutschen in ßyina.
Auf den Lloyddampfern Darmstadt und Krefeld" sind aus Wilhelmshaven die zur Unterstützung des deutschen Kreuzergeschwaders bestimmten Landungstruppen nach China abgegangen. Der Dampfer Darmstakt" überführt das dem Befehl des Majors Kopka v. Lossow unterstellte MarineInfanterie - Bataillon, der Dampfer Krefeld- das Matrosen - ArtillerieDetachetnent unter dem Commando des Capitänlieutenants Grapow. Der Oberbefehl über die gesummten Streitkräfte am Lande ist dem Commandanten des Geschwaderflaggschiffs Kaiser", Capitän z.S. Stubenrauch, übertragen. Felix Stubenrauch ist erst vor Kurzem in China eingetroffen. Bor Antritt dieses Commandos war er ComMandant der Insel Helgoland. StuEapt. z. S. Stubenrauch. benrauch gehört der Marine seit 1857 an; er wurde 1871 Unterlieutenant z. S.. 1875 Lieutenant z. S., 1880 Capitänlieutenant. 1883 Corvettencapitän und 1894 Capitän z. S. Nach den üblichen Reisen in jungen Jahren war Stubenrauch 1886 Commandant des Kanonenbootes Cyklop", that dann Dienste als erster Offizier auf der Corvette Luise" und war 1888 zum HydrographischenAmt commandirt. Später führte er nacheinander die Corvette Luise", die Fregatte Gneisenau" und das Panzerschiff 1. Klasse Wörth", bis dann vor drei Jahren seine Einen nung zum Commandanten der Insel Helgoland erfolgte. Der zum Commandeur des Marine Infanterie - Bataillons ernannte Major Kopka v. Lossow ist von Geburt Ostpreuße und steht im 49. Lebensjähr. Er trat mit 19 Jahren als Fähnrich in das 4 Ostpreußische GrenadierRegiment No. 5 ein, wurde im OctoMajor Kopka v. Lossow. ber 1869 Secondelieutenant, 1876 Premierlieutenant, 1884 Hauptmann und 1893 Major. Während des Feldzuges gegen Frankreich nahm v. Lossow an der Belagerung von Metz, sowie an den Schlachten bei Colombey, Gravelotte.und St. Privat theil. Nach dem Feldzug that er als Premierlieutenant Dienst beim Infanterie - Lehrbataillon in Potsdam und als Jnspectionsoffizier an der Kriegsschule zu Metz. Nach seiner Ernennung zum Hauptmann wurde v. Lossow als Compagniechef zur Unteroffizier in Marienwerder, sowie später 'zum pommer'schen Jägerbataillon No. 2 commandirt. Als Stabsosficier führte er zunächst ein Bataillon der Liegnitzer Königs - Grenadiere (Grenadier - Regiment König Wilhelm I. (2. westpreuß. No. 7); im Februar 1894 kam er in gleicher Eigenschaft nach Gießen zum Infanterie - Regiment No. 116. Seit dem 20. Juni 1896 befehligte er das 2. Seebataillon, bis er zum Commandeur des nach China entsandten Marine-Jnfanteriebataillons ernannt wurde. Capt. - Lt. Grapow. 'Der Führer des Matrosen - Artillerie - Detachements Capitän - LieutZnant Grapow ist 1879 in die Marine eingetreten, wurde 1882 zum Unterlieütenant z. S., 1886 zum Lieutenant z. S. und 1893 zum CapitänLieutenant befördert. Als solcher war er erster Oficier des Kreuzers Möwe" und in den letzten beiden Jahren Compagnieführer bei der zweiten und dritten Matrosen - Artillerieabtheilung in Wilhelmshaven, dezw. Lehe. In der letzten Zeit that Grapow Dienst als Navigationsofficier an Bord des Panzerschiffes Wörth-. Zugabe. Ich sage Dir, mein Schwiegersohn ist ein Prachtmensch! Ich geb' ihm noch 40.000 Mark!" Wo denlst Du hin, Jacob? Eine halbe Million Mitgift und noch eztra 40,000 Mark?!" Ich will, er soll meine Tochter auch gern haben!"
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' Ailder aus Zapan. v Die ganz nach europäischem Musier vollzogene Militär Reorganisation in Japan hat sich im letzten Kriege gegen China als so heilsam und segensreich erwiesen, daß nun zweifellos auch auf andern Gebieten umfassende und tiefeinschneidende Umwälzungen eintreten werden, die die Lebensweise der Japaner, besonders ihre Sitten und Gebräuche, nach und nach völlig umgestalten und dem Vorbilde der abendländischen Kultur immer mehr anpassen dürften. Das ist eigentlich schade; denn unsern modernen Cultureinrichtungen und Gebräuchen haftetvielfach etwas Schablonenhaftes an. wie ja auch dem Grau in Grau unserer modernen Kleidung oft genug der Reiz der Abwechslung fehlt. Alles Fremdartige dagegen erscheint uns interessant und reizvoll, zumal bei einem Volke, das, wie das japanische, Jahrtausende hindurch einen ganz andern Weg gegangen ist. als wir ihn kennen, und das dennoch auf diesem seinem eigenen Wege eine erstaunlich hohe Culturstufe erreicht hat. Unter diesen Umständen dürften unsere Bilder aus dem japanischen Volksleben, wie es sich noch vor ganz kurzer Zeit dem fremden Besucher zeigte, für viele ein doppeltes Interesse haben. Mögen manche dieser Bilder, wie das des japanischen Arztes, der seine Pa
Beim Arzt. . ticntin durch eine Art von Besprechung zu kurieren sucht, auch recht naiv erscheinen und bei den rapidenFortschritten der Cultur in Japan nur höchst selten noch anzutreffen sein, so zeichnen sich doch alle durch eine wohlthuende Liebenswürdigkeit der Form aus, die ebenso sympathisch berührt, wie fast alles, was der fremde Besucher in Japan selbst zu sehen bekommt: die herrlichsten Landschaftsbilder, die geradezu gartenähnlich gepflegten Felder, die zierlichen, netten Gebäude, die ziemlich sauber gehaltenen Wohnungen, die gefällige, leichte Kleidung, bei den Vornehmen in wunderbarer FarbenPracht und mit den kunstvollsten und feinsten Stickereien versehen, und die stets höflichen und zuvorkommenden Beim Gebet. Menschen. Man sieht keine Bettler und keine Unzufriedenen, sondern immer nur liebenswürdige, freundliche Gesichter. Vielleicht ist es der alten japanischen Schintu - Religion zu verdanken, daß sich diese Liebenswürdigkeit im Charakter der Japaner ausgebildet hat. Der Schintu - Glaube ist nämlich nicht an einen strafenden Gott gerichtet, sondern gipfelt in der Verehrung einer liebreichen, gütigen Göttin Ten-slio-daiscliin", itt Schutzpatronin von Japan. Auch kluge Frauen haben mehrfach auf die Geschichte und Volksbildung in Japan großen Einfluß ausgeübt. Im dritten Jahrhundert z. B. führte die. Kaiserin - Regentin Okimagataraschihime persönlich Flotte und Armee nach Korea und machte dies Land schon damsls tributpflichtig. Und im achten Jahrhundert setzte Schoma, die Tochter des 45. Kaisers, durch, daß in Japan jede Familie wenigstens ein Exemplar des Buches Kokio", das Vorschriften über die Pflichten der Kinder gegen die Eltern enthielt, besitzen mußEine Vorlesung. te; eine 5hatsache aus der zugleich hervorgeht, daß die Volksbildung in Japan schon zu jener Zeit im allgemeinen ziemlich hoch gewesen ist. Die Universitäten, deren erste aus dem siebenten Jahrhundert datirt, wurden seit Anfang unseres Jahrhunderts in Japan ganz bedeutend erweitert, und es werden seitdem auch in besonderen Schulen populäre Vorträge gehalten, zu denen Jedermann Zutritt hat; eine Einrichtung also, die bei uns erst in den letzten Jahren unter dem Namen Volkshochschulkurse- eingeführt worden ist. Sein Gewissen hört auch der Taube. Die Treue des Hundes ist darum so rührend, weil er sie nicht durch Worte, sondern durch Thaten . ausdrückt. Beweis. Vater der Braut: Können Sie denn auch eine Frau ernähren?" Bewerber (Wirth): O ja, ich habe Ihnen hier gleich einmal die Speisekarte von heute mitgebracht!
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Die Thuner Satttlau Fast jede größere Stadt in dureutschen Eantonen der Schweiz hak ihre Jugendwehr, Cadettencorps genannt, und besonders stattlich nimnit s'ch dasjenige der Stadt Thun aus, das? gegenwärtig 162 Angehörige zählt. Der Thuner Knabe tritt schon mit dem zehnten Lebensjahr in das Corps ein und kann darin verbleiben, bis er die Schule verläßt. Das Officierscorps besteht aus einem Hauptmann, zwei Oberlieutenants drei Lieutenants, einem Feldwaibel und einem Fourier. Dazu kommen neun Wachtmeister und achtzehn Corporale. Die Uniform der Soldaten besteht aus einem blauen Rock mit silbernen Knöpfen und dun-
Gewehrschützen. keln Hosen mit weißen Streifen. Die Officiere sind ausgezeichnet durch Achselbänder und rothweiße Schärpe. Bei festlichen Anlässen tragen die Cadettcn weiße Gamaschen, und im Gala-An-zug erscheinen sie in weißen Hosen. Die Officiere haben als Waffe den Säbel, die Soldaten und Unteroffi ciere dasGewehr von 600 Meter Tragweite oder die Armbrust. Abgesehen von dem gewöhnlichen Exercieren sindet jede Woche eine größere Uebung statt, und alljährlich im October wird das Ausschießetfest" veranstaltet. Die Feier dauert eine halbe Woche lang, und den Glanzpunkt bildet der letzte Tag, an dem die ganze Stadt und vi:le Umwohner auf den Festplatz strömen. Die Cadetten strengen sich ganz desonders an, ihre Kunst' im Schießen beweisen, und hierbei wird der böse Landvogt Geßler noch einmal für seine Grausamkeit bestraft. Die Scheibe ist nämlich ein Abbild des Tyrannen, und Bogenschützen. wer sein Herz durchbohrt, hat in's Schwarze getroffen. Der Zeiger . ist als Tell verkleidet, während ein böser Teufel mit großem Horn durch feine Capriolen und Späße für derben Humor . sorgt. Stände mit Eßwaaren (darunter hauptsächlich UsschießetLeckerli) sorgen für die leiblichen. Bedürfnisse. Jeder gute Schuß wird mit lauten Hoch- und Hurrahrufen begrüßt. Ist das Schießen zu Ende, so werden die Sieger mit Geldpreisen bedacht, und es folgt der Umzug, aus dem wir einige Scenen im Bilde wievergeben. Den Schluß der Feier bildet ein Festmahl, dem sich ein großer Ball anschließt. Die Bürste als E he st if terin. Aus dem Leben. Vielen Menschen streut die ersten Blumen der Tod in's Grab. D a s B e st e. Schmierendircctor: Wodurch könnte ich Schiller's Geburtstag wohl am besten begehen?" Führen Sie an dejii Tage keines seiner Werke auf!" Militärisches Gleich n i fe. Ist's denn wahr, Herr Rittmeistcr? Man spricht von Ihrer be-'-vorstehenden Verlobung?" Allerdings mit der Wittwe des Commerzienraths Müllers Und Ihre Beziehungen zur Comtesse .. .?" Waren nur Manöver jetzt kitd's flriea.1"
EinDuellkinSeslöcle.
In der Apotheke. Ich bitt' für 10 Pfennig' Kamillen, thee aber recht wenig!" Ja warum denn?" Weil er für mich ist!" UnsereKinder. Aber, Hans, schon wieder bringst Du ein so schlechtes Zeugniß mit nach Hause! Du ärgerst mich noch zn Tode! ... Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich mit Dir anfangen soll!" Ach, Papa, man muß eben die Menschen nehmen, wie sie sind!" Abgewinkt. - Aber, Herr Wirth, in dem Bier ist ja eine Fliege ersoffen!" Ja mein, ich kann nit in jeden Krug ein Rettungsboot hängen!" Vorsichtig. Seit der Blitz die Kuh des Klein Häuslers Alois Feldhuber erschlagen, läßt er seiner jetzigen Kuh einen Blitz.ableiter aussetzen. Aus der guten alten Zeit. Hauptmann (der VorpostenCompagnie, die eben alarmirt wurde und abrücken muß): Du, Oberlieutenant, blnbscht mit zehn Mann beim Viersäßl sonscht wird' vom Feil KUö'sosft!-
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