Indiana Tribüne, Volume 21, Number 139, Indianapolis, Marion County, 6 February 1898 — Page 2

Hoggcnöurg. Vs Woldemar Urban. Es war ein wahrer Jammer mit

dem Mann, und zwax von früh an. Als er geboren wurde weinte er, wayrend alle Welt sich freute, daß wieder eine junge, zarte Menschenblüthe , der Freuden und Herrlichkeiten dieser Welt theilhaftig geworden, weinte er in einer j wahrhast menschensemduchen llppo-sitions-und Demonstrationslust. Wenn er bätte reden können, würde er vermuthlich schon damals mit seiner griesgrämlich - ärgerlichen, verächtlichen Stimme gesagt haben: Wozu? Weshalb dieses alberne Lachen und Sichfreuen? Kann ich nicht ein Mörder, ein Spitzbube oder em Hochstapler werden, kann ich nicht eine Pleite machen, bei der ich euch alle reinlege? Kann ich nicht ein Stammgast in Plötzensee werden? Aber dieses erste Greinen und Weittcn. dieses rebellische Zweifeln und Besserwissen war s?zusagen das Lcitmotiv für sein ganzes Leben. Der Widerspruchsgeist und alle ihm rn wandten kleinen Kobolde, wie Ironie, Spottsucht. Zanksucht und eine g?wisse Dickschädeligkeit gegen alle guten Lehren beherrschten ihn vonAnfcmg an Dazu kam noch ein kleines Mißgcschick, das ihn allerdings ohne sein verschulden traf, aber seiner innersn Verschrobenheit auch einen äußeren Stempel aufdrückte. Als er vier Wochen alt war. .warf ihn nämlich seine Schwester beim Schaukeln aus der Wiege und verbog ihm dabei die Nase. Das sah natürlich scheußlich aus, ja, schlimmer als das, es war lächerlich. Unwillkürlich lachte Jedermann, wenn er das Gesicht mit der schiefen Nase sah, und er dachte sich nun reden konnte er natürlich noch immer nicht habe ich nicht Recht? Das soll Menschenliebe sein? Was hat die dämliche Person einen verdrehten Roman zu lesen, während sie mich schaukelt und auf mich aufpassen soll? Kurz: ein Ungläubiger, ein Oppositionellcr, ein Nörgler vom reinsten Wasser! Man kann sich denken, daß seine Lehrer unter solchen Umständen einen äußerst schweren Stand hatten. In der Schule zeigte sich immer klarer und deutlicher, weß Geistes Kind der junge heranstrebende Menschensohn war. Statt in die wunderbaren Geheimnisse der Nächstenliebe, der Liebe zur Wahrheit und zur opferbereiten Tugend immer tiefer einzudringen, krittelte und grübelte er darüber nach, was wohl die Leute für einen Zweck haben könnten, ihm solche Geschichten zurecht zu reden. Besonders der Glaube daran, daß andere Menschen das thun, was man von ihm verlangte, daß er thun solle, erschien ihm als der directe Weg zum Verbrechen. Sein Mißtrauen gegen alles und gegen Alle herrschte auf der ganzen Linie, und er schien sein Heil einzig und allein in einer gewissen Fingerfertigkeit zu sehen, mit der er die Ziffern 1 bis 9 unter und neben einander setzte und in immer neuen Gruppirungen zu langenNeihcn und Nechnungen zusammenstellte. So kam es denn, wie es kommen mußte: er wurde Makler an der Berliner Effectenbörse und besaß in einem Alter von dreißig, in dem also andere :orrecte Staatsbürger schon Frau und Kind haben, Steuer bezahlen und. vor Glück nicht aus noch ein wissen nichts, nichts auf der ganzen GottesWelt als eine sichere jährliche Rente von dreißigtausend Mark. Lujo, warum heirathest Du nicht?" sagten nun die Leute zu ihm. Er hieß nämlich, was ich vergessen habe, zu erwähnen, Lujo Lehmann. Selbst diese 1)!amen empörten brn krittlerische'n' Menschen Lujo, meinte er, sei ein verrückter Name und passe durchaus nicht zu so einem prosaischen, nüchternen Namen wie Lehmann. Nun sagte er, wenn die Leute ihn so fragten, gewöhnlich gar nichts, im Inneren fragt: er sich aber sehr häufig und sehr ein dringlich: Was geht das den Menschen an. warum ich nicht Heirathe? Hat er eine heirathsfähigeTochter oder Schweper? Oder plagt ihn der Neid, weil er eine schlimme Schwiegermutter hat oder Nachts nicht schlafen kann, weil seine Kinder Zahnschmerzen haben? Oder ist er gar ein Heirathsvermittler und will mich anpumpen? Auf diese Weise vermehrte er seine Menschenkenntniß von Jahr zu Jahr, ja, man konnte sagen von Tag zu Tag sehr beträchtlich und lernte scha:f tn im Leben. Er kritisirte immer und sah sich Menschen und Dinge nicht aus seiner, sondern aus ihrer Natur heraus an. Afo? wie das nicht anders sein konnte, wurde er dadurch nur immer griesgrämlicher, ärgerlicher und verstimmter, und immer häufiger ertappte er sich selbst auf dem sehnsüchtigen Stoßseufzer: Wenn ich nur erst einmal Jemanden finden würde, den ich lieben könnte! Er hätte mal Jemand sehen mögen, der nicht egoistisch war. Aber er fand Keinen. Nicht einmal er selbst gefiel sich, denn er war um ein gut Theil egoistischer als viele Andere. Er hätte mal Jemand Mann oder Frau finden mögen, en er mit den (Grundsätzen hätte be(tfgrtsri können, wie man sie ihm in der schule vorgetragen hatte, ohne ausgebeutet, ohne für dumm gehalten zu werden. Es wäre ein Himmel auf Erden gewesen. Aber er fand Keinen, konnte Keinen finden, weil er selbst egoistisch war. Natürlich schlug auch seine Stund?. Auch er batte seinen Herzensroman. Er wohnte damals' in der Marienstraße. In dem Parterre des Hauses war ein Fleischerladen, und das Haus selbst geborte dem Vesiker dieses Ladens, dem Fleischermeister Kowalski. Dieser Ko. walsti hatte eine Tochter, die Lieschen bieß, ein hübsches, frisches .Ding von ' kaum neunzehn Jahren flink, flott, übermüthig, herzensgut, mit einem fo . sen Mundwerk, wie nur je eine Bertt-

nenn ein5 gehabt, was doch viel heißen will. Dieses Lieschen also rührte sein Herz. Wenn sie ihn mit ihren hellen, lustigen, ewig lachenden Augen ansah, wenn er ihre frischrothen Lippen, ihre dral?ii. festen Arme, die sie leichtsinnigerweise immer bloß trug,, betrachtete, vergaß er manchmal die Ziffern 1 bis 9 und dachte, es müsse in der Welt doch wohl noch eine andere Unterhaltung geben' als das ewige ich geb', ich nehm'" an der Börse. Kurzum, eines schönen Abends, im Mai, als die Bäume blühten, und die Linden dufteten, trat der lange Lehmann, so nannte man ihn wegen seiner Himmellangen, hageren, elsrippigen Gestalt, vor Lieschen hin und fragte: - Lieschen, würden Sie mich wohl heirathen wollen?" Vielleicht war das Mädchen verdutzt, überrascht, oder es kam ihr wohl gar nur auf einen tollen Scherz an. . Genug. sie antwortete mit ihrer ganzen Berliner Unverfrorenheit: Wut? Mit die Näs?!Aus war's! Von Stund' an sah er sie nicht mehr an. Sie hatte ihn verletzt, an die Tragik seines Lebens, an die finstere Gewalt seines Schicksals, an das erinnert, was ihn für immerdar von den Menschen trennte, an seine schiefe Nase.. Von da an siedelte er immer mehr und mehr ein. Die erste schüchterne Blüthe, die sein Herz trieb, war abgeschlagen, rauh und spöttisch vernichtet worden, so daß eine zweite nicht mehr kam. Er wechselte die Wohnung, Lieschen kam ihm aus den Augen, er tauchte unter in das Weltstadtgetriebe. Jahre vergingen er hörk und sah nichts mehr von Lieschen. ' Die Ziffern 1 bis 9 thronten in feiner Brust wie ein heidnisches Götzenbild, und ich nehm', ich geb'" war für Jahre seine ganze Unterhaltung. Dabei entwickelte er an der Börse einen unheimlichen Dusel denn anders läßt sich ein solcher Erfolg wohl schwerlich . bezeichnen , er war der reine König Midas der Börse. Was er kaufte, stieg. Das Schwein" d's Lehmann, wurde sprichwörtlich, sein Reichthum wuchs wie der Kürbis des Propheten. Aber er selbst wurde Immer mürrischer, immer griesgrämlicher, ärgerlicher und mißtrauischer, seine unleidliche und ungemüthliche Rechthaberei wurde zur fixen Idee. In dieser Zeit entstand auch bei ihm ein Sport, der zu seiner Charakteristik nicht unerwähnt bleiben darf. Dies:r bestand nämlich darin, daß er Jahr aus Jahr ein alles Mögliche that. Himmel und Hölle in Bewegung setzte, um die Einkommensteuer - Behörde um kleine Beträge zu betrügen. Das war in jenen düsteren Jahren seines Lebens seine einzige Freude. Hunderttausende von Mark, ' die er an der Börse gewann, freuten ihn nicht so wie zehn Mark oder zwanzig, um' die er die Steuerbehörde betrugen konnte. Aber solche Streiche waren doch nur der Ausfluß seines. Aergers, seiner eiyenen Einsamkeit und Langeweile, die ihn immer mehr und mehr wie in einen grauen Schleier, um nicht zu sagen ln ein Leichentuch einhüllten. Er langweilte sich Jahr aus Jahr ein in einer entsetzlichen, selbstmörderischen Weise. Wenn er eine Frau gehabt hätte odi Kinder oder auch nur Sorgen, so wäre er doch wenigstens ab und zu einmal von sich selbst abgezogen worden. Aber so, vom Herbst bis zum Sommer und vom Sommer bis wieder zum Sommer nur mit sich allein beschäftigt, das mußte ihn zuletzt verrückt machen oder unglücklich. Er betheiligte sich bei verschiedenen Industrie Gesellschaften mit langen Ziffern, ließ sich in den Aufsichtsrath wählen aus Lapgeweile auch das langweilte ihn. Es war eben nichts zu machen er war unglücklich.

Emes Nachmittags schlenderte er 'unter den Linden. ..Je, je, Herr Lehmann" hörte er Je mand rufen. Er drehte sich um. Sie sind's, Lieschen?! Wie geht's Ihnen. Fräulein Lieschen?" sagte er. Hat sich was mit das Fräulein, Herr Lehmann! Ick bin jetzt de Baumeestern Stettebohm." So, so, so! Sie sind 'verheirathet $, Natierlich. Schon seit vier Iahren." Was Sie nicht sagen! Kinder?" Dreie. Lauter Mächens. Sie müssen uns mal besuchen, Herr Lehmann!" Wo wohnen Sie denn, Frau Stet tebohm?" Sie nannte ihm eine Straße, weit draußen vor Berlin, wo selbst der Teufel seine Jungen nicht mehr suchte. Aber es geht Ihnen gut, Frau Stettebohm?" fragte er weiter. Nee. es jeht schlecht." - Wie?" Sie sagte nicht gleich etwas, sondern sah ihn erst einige Sekunden an, dann lachte sie, und blickte zu Boden. Er 'sah sie auch an. Sie war nicht mehr schlank. Sie war dick geworden. Der Mund war. nicht mehr so fein und frisch wie früher. Der Unterschied zwischen einem Mädchen und einer Frau machte sich geltend. Nur die Au gen waren noch dieselben freundlichhellen, flimmernden, liebenswürdigen Lichterchen wie früher. Na ja, wissen Se, Herr Lehmann, unter uns gesagt: Mein Mann ist ein Stiefel," sagte sie endlich mit niedergeschlagenen Augen. Wieso?" Na. sehr eenfach er verdient nischt. Und een bischen Jeld is doch ooch hübsch. Nicht?" Selbstverständlich." Na ja, sehen Se! Ich mache ja Ut nen großen Moor, aber een bischen MUß doch sin." Nun. Papa wird schon sorgen, wenn es mal hapert." I. da kennen Se den ollen Kowalski schlecht! JÄ habe noch drei Arüder. Berstanden? Da handelt es sich um's Beispiel. Außerdem hat sich

mein Mann mit Vattern veruneenigt. Er is eben een Stiefel. Er weeß nischt !

un kann nischt. , Und denn wird det eben so. . Na, kommen Se man mal, Herr Lehmann! Dann können wir uns det allens erzählen. Hier kann j man det doch mch so alles auseinander puddeln." Sie lachte wieder. Gut, Frau Stettebohm," sagte er, ich komme mal." Es war merkwürdigem welcher Weise dieses kurze und an sich höchst einfache Zusammentreffen seinen Geist beschäftigte. Ob das eine Folge seiner Langeweile war, die ihn fortwährend plagte, und die ihn jedes ungewöhnll-', chc Ereigniß lebhafter begrüßen ließ, oder ob sich vielleicht doch von der alten, längst vergessenen und begraben geglaubten Liebe noch etwas in ihm regte, ließ sich nickt sofort untersche! den. Vielleicht war es beides. Natürlich sah er mit seinem mißtrauischen, im Leben geschärften Blick sofort, wie es mit seiner Jugendgeliebten stand. Also, um das zu wissen, brauchte er sie nicht zu besuchen. Gleichwohl war cc dazu sofort entschlossen. Ein gewisser leichtsinniger, gewaltthätiger Ueb:rmuth kam über den doch schon alternden Herrn, eine Abenteuersucht, die wohl zunächst ihren Ausgangspunkt in einer halben Flasche Champagner hatte, die er nach dem Abendessen trank. An jenem Abend war er fest entschlossen, Lieschen zu besuchen, mochte daraus werden, was wollte. Wankelmuth, dein Name ist Mensch! Am nächsten Morgen war wieder Alles ganz anders. Ein merkwürdiges Gefühl der Unsicherheit war zunächst die Veranlassung, daß er seinen Besuch aufschob, und später gefiel er sich gar in moralischen Betrachtungen über die Schlechtigkeit von Welt und Menschen, über das Trügerische der gesellschaftlichen Zustände -und sonst noch was. Lieschen, sagte er sich, dieses süße, unschuldige, slcaenreine Geschöpf, dieftr Engel, diese himmlische Lichtgestalt er idealisirte natürlich in der Erinn?rung , was hatten Welt und Menschen aus ihr gemacht? Ueber seine eigene Betheiligung bei der. Angelegenheit grülelte er weniger ezact nach. Damals hatte er sich geärgert, weil Lieschen ganz und gar nicht egoistisch gewesen und seine vortheilhafte Position nicht in Betracht gezogen! Heute ärgerte er sich darüber, daß sie ego:stisch geworden ,und ihm zulächelte, weil sie von ihm H'.lfe erwarten dürfte. Der Aerger war nun einmal oie Grundstimmung seiner Seele. Diese Stimmung hielt bis zum Frühstück an, mußte aber einer ezcel lenten Hummermayonaise und einigen Glas Pominery weichen. Beim dritten Glase fragte er sich ganz erstaunt, ob er soeben eine hochwichtige Entdeckung gemacht habe, warum er denn eigen!lich Lieschen nicht besuchen solle. Kein Schatten von einem Grund war vorHanden. War ihr Mann da, gut, so würde er ihn gehörig ' anprotzen, ihm vielleicht einige Arbeiten, über die er zu verfügen hatte, übertragen und gute Rathschläge ertheilen, wie er sich helfen solle. War er nicht da nun. so war er eben nicht da. Einige Häuser von Lieschen's Wohnung Entfernt, stieg er aus der Droschke, die ihn dorthin gebracht, aus, um zu Fuß näher zu gehen. Er wollte sich das Milieu", in dem Lieschen lebte, näher besehen. Du lieber Gott, es war traurig. Leere Baustellen, mit. Plakaten, daß alles zu verkaufen sei, halbfertige Umbauten, ungepflasterte Fußsteige, aus denen da und dort Gras wuchs, Kehrichthaufen, besudelte Häuser, unordentlich und lüderlich gehaltene Wobnungen kurz, das Milieu der Trockenwohner. Plötzlich blieb er erstaunt stehen. Unter.einem Thorbogen stand ein kleines, etwa orelzahriaes Madchen, oas er auf der Stelle als das Kind Lieschens erkannte; eS war sozusagen eine neue Auflage, von ihr. Dieselben lustig flimmernden Fünkchen in den Augen, dieselben frischrothen, fein und zierlich geschnittenen Lippen, dasselbe munter-, schalkhasteGesicht, dieselbe zarte Weiße der Haut nur alles frischer, jugendlicher, zarter und rührender, man könnte fast sagen frommer als beiLieschen. Besonders der Ausdruck der Augen, dieser räthselhaften, großen, ruhigen Kinderaugen packte ihn. Vor diesen wunderbar freien, sorglos ruhigen,, vertrauensseligen Kinderaugen wurde ihni plötzlich ganz anders zu Muth. Der alte Junggeselle bekam plötzlich Respekt vor der Familie wie vor etwas Ehrwürdigem, etwas Unan tastbarem und Heiligem. Nur eine schäbige Gesinnung konnte sich, aus der Nothlage der Eltern, aus den Verwirrungen des menschlichen Geistes Nutzen ziehend, über solche Kinderaugen hinwegsetzen. Wenn auch der lange Lchmann ein vergrämter, skeptischer, gcmüthskranker Hagestolz geworden war, schäbige Gesinnung hatte er deshalb doch nicht. Wie geht's, Lieschen?" fragte er. Das Kind schaute ihn mit seinen großen Augen erstaunt an. Ick heeße jar nicht Lieschen, ick heeße Klara!" sagte es lachend. Dann schenkte er ihm ein Geldstück und kehrte wieder nach seinem Wagen zurück. Die Abenteuersucht war' ihm vergangen. , Die Jahre kamen und gingen. Der lange Lehmann fing sogar auf seine alten Tage noch einmal an, zu arbeiten er wußte selbst nicht recht, warum und für wenn. Aber seine Stelhing brachte das allmählig so mit sich. Bei seiner nüchtern - praktischen, sozusagen abgebrühten 'Art, Dinge und Menschen zu sehen, hatte er über die meisten Leute, die in ihren Hoffnungen allzu sanguinisch sind, zu jugend-lich-unerfahren, zu gläubig und dertrauensselig in die Welt treten, einen natürlichen Vortheil. Er wurde in Handelssachen und besonderen Börsentransaktwnen ine anerkannte Capaci-

iät, und es kam die Zeit, wo er haufiz von Berlin abwesend war, eben dieser Geschäfte wegen. Bald war er - in Wien, in Budapest, in Paris. London oder New York, sogar nach Transvaal an den Whitewatersrand führten ihn seine Geschäfte, und überall war er Derjenige, welcher mit seiner mißtrau! schen. scharfen, fast bissigen Art, die Leute zu beurtheilen, im Recht blieb. Ueberall war er der Smart Man", wie die'Amerikaner sagten, der helle Junge, wie die Berliner es nannten. Er hielt die eine Hälfte der Menschen für halbe Betrüger und Spitzbuben, die- andere Hälfte für ganze das war sein Geheimniß, die Erklärung seines beispiellosen Erfolges. Aber wo er auch immer sein mochte, Lieschen und ihre Kinder vergaß er nie und nimmer.' Wenn er von einer Reise nach Berlin zurückkehrte, nahm er einen Wagen und fuhr zu den Trockenbewohnern hinaus. Ungefähr nach Jahresfrist kam er zum zweiten Mal dahin, und wieder stand ein kleines Mädchen am Hausthor. Nun. Klara, wie geht's?" fragte er. Die Kleine schaute ihn verwundert an und sagte dann lachend: Aetsch, ick heeße ja gar nicht Klara,' ick heeße ja Marie!" Und als er etwa ein Jahr später wiederkam, fragte er: Nun, Marie, wie geht's?". Das Mädchen unter dem Hausthor aber antwortete: Aetsch, ick heeße jar nich Marie, ick heeße Suschen!" k Das machte ihm einen tollen Spaß. Er .hätte darauf schwören mögen, daß es immer dasselbe Mädchen wäre, das er am Hausthor traf, so vollständig glichen sie sich, wie die Aepfel auf demselben Stamm. Und nach dem Suschen. kamen Riekchen und Elschen und Sophie und Lottchen und Lene . Er kam immer wieder. Dadurch erwischte er seinen Spitznamen, denn die Berliner Trockenbewohner sind bei all ihrem Jammer und ibrer Dürftigkeit fidele Leute und gerissene Jungen, die um einen Spitznamen nie verlegen sind. So wurde der lange Lehmann durch sie zum neuen Toggenburg. Wenn sein Wagen er hatte längst seinen eigenen am Eingang der Straße hielt, so erschien da und dort am Fenster ein junger Frauenkopf, und wenn er vorüberging, so sagten die Leute: Wer ist denn das? Und Andere antworteten lachend und fast spöttisch: Toggenburg oder der Toggenburger. . Als er seinen sechzigsten Geburtstag feierte, bezog er seine neue Villa zu Eharlottenburg. Er war damals schon nicht mehr so recht taktfest. Ein bischen'Podagra. ein bischen Schwindel und Ohnmachtsanfälle, wenn er Morgens aufstand, ein bischen Schwerhörigkeit. Ziehen in den Beinen, Athemnoth, Magendrücken um nur ' das Wicktiaste zu erwähnen machten ihn allmälig zum Commerzienrath geeignet. welchen Titel er denn auch zu seinem sechzigsten Geburtstage erhielt. Man munkelte sogar von einem Orden dritter oder vierter Güte. An eben diesem Geburtstag kam Lieschen in seine neue Villa Zn Charlottenburg. um ihn zu besuchen. Er wäre vor Ueberraschung darüber beinahe auf den Rücken gefallen und schickte den Barbier, der ihn gerade einseifen wollte, fort. Er sollte war-, ten. und Lieschen sollte kommen. Natürlich kam sie auch. Sie war in Trauer, hatte verweinte Augen nnd graue Haare. Nun. Lieschen, wie geht's?" fragte er. Herr Commerzienrath werden vcrzeihen, ich wollte mir ergebenst erlauben .'. ." begann Lieschen hochdeutsch .eine offenbar vorher eingelernte Rede. LassenSie die Faxen. Lieschen, und sagen Sie, was es gibt!" unterbrach er

sie. Lieschen sah ihn verblüfft an. dann sing sie plötzlich an. zu weinen und schluchzte: Je. je. Herr Lehmann, Stettebohm ist todt!" Todt. Lieschen? Je nun. wir sie?ben alle, was ist da weiter?" Er war gewiß ein herzensgute? Mann, eine Seele von einem Menschen, Herr Lehmann. Sie wissen es. Aber er hatte kein Glück. Zeit seines Lebens bat er gesorgt und geschafft für seine Familie, hat sich denBissen vom Mund abgespart für uns, für seine Kinder und gearbeitet und gearbeitet, so lange er eine Hand rühren konnte, nun nun kann er's nicht mehr. Ach Gott, Herr Lehmann. was soll nun werden?" Auch Lehmann traten die Thränen in die Augen. Die ersten wieder seit langen, langen Jahren. Er wußte die Zeit nicht mehr, wann er geweint hatte. Aber als er die Frau in ihren Thränen schluchzen sah, weinte er auch. Schulden, Lieschen?" fragte er kurz. Sie sagte nichts. Sie nickte nur. Auch das wäre nicht nöthig gewesen, denn Lehmann wußte schon, wie es stand. Stettebohm hatte sich schon sei! Jabrzehnten wie ein Löwe gegen den Zusammenbruch gewehrt, wer weiß, was obne Lehmann aus ihnen geworden wäre? Und doch hatte ihn Lebmann beneidet all die Zeit her. Und wenn er zehnmal Commerzienrath ge worden wäre? und zehn Orden erhalten hätte, er würde den Mann doch benedet haben, um seiner Frau, um seiner Kinder willen. Was hatte er denn nun als alter Mann vom Leben? Was war das Resultat. 'der Gewinn seines Daseins? Einen Sack voll ffrankheiten. 's gut. Lieschen, 'ich werde die Sache in Ordnung bringen," sagte er ärgerlich. . Herr Lehmann!" schluchzte dieFrau überrascht auf und fante in der ersten Regung ihres DankgesühlS nach seiner Hand. Lassen Sie die Faxen, Lieschen!" brummte er verbissen, es ist ..... zu spät.... Es ist .... vorbei!" W er den siebenzigpen Geburtstag

feierte erhob" man ihn in den erblichen Adelstand. 'Das war ihm' denn doch zu bunt, und als er kurz darauf starb, wurde Frau Stettebohm ein: reiche Frau und ihre Töchter laut.'r flotte, frische Mädchen, gute Partien, die ihrem Onkel Lehmann in dankbarer Erinnerung das Grab bekränzten. Acr Senius. ?on E. ZimmermanJ'Hirschseld. Auf der Straße zu der großen glänzenden Stadt wandelte der Genius, eine lichte, hehre Frauengestalt dahin. Er betrat jetzt das Villenviertel. Äor einem stolzen Hause mit prächtigem Vorgarten hielt die Himmlische still. In dem Hause wohnte ein Tondichter mit stolzem Namen, und vor den trat sie. Ich bin der Genius." sagte die Gestalt, nimm' mich bei dir auf!" Wenn ich dich bei mir aufnehme," entgegnete der .Tonkünstler, was willst du mir dafür geben?" Ich tzbe dir wunderbareMelodieen, neue, reiche Ideen, ich gebe dir , das Sehnen nach dem Höchsten und Unvergänglichen Laß hören deine neuen Ideen und deine Melodieen!" . Der Genius griff zur Harfe und spielte;- der Tondichter legte sich beauem in seinen weichen Sessel zurück und lauschte. Das war sehr schön," sagte er, als die Frauengestalt geendet 'hatte, aber so etwas ist heute nicht Mode. Kannst du dagegen etwas, das Ruhm bringt und Gold, das noch mehr einbringt wie meine Kunst, so laß hören." Der Genius sprach von stolzem Ringen mit einer widerstrebenden -Welt; von dem steilen, steilen Weg zur Höhe, zu einer Höhe, auf der der auf ihr Angelangte wie eine Leuchtsäule durch die Zeiten und Völker strahlen würde; aber der Componist schüttelte kühl das Haupt: Das alles kann ich nicht brauchen; wenn du nichts Anderes kannst, dann geh!" Trüb neigte der Genius sein Haupt und ging. Er kam weiter zu einem Mann der Wissenschaft, der zwischen seinen Büchern und Retorten saß und die Gesetze des Werdens und Lebens studirte. Er predigte diesem von neuen gewaltigen Entdeckungen und Empfindungen, die die Welt bewegen und umgestalten würden, vom stolzen Kampf mit der blinden Schaar der Zunftgenossen, von gigantischen Kriegen gegen eine ganze Welt, und der Gelehrte saß dabei mit flammenden Augen und glühenden Wangen. Als der Genius aber geendet hatte, erhob er sich, hüstelte verlegen und sagte dann: Wunderbares Mädchen, deine Wissenschaft ist groß und schön; aber wenn du im Frieden leben willst, so bewahre sie tief, tief im Busen. Ich kann damit nichts zu thun haben, darum, so leid es mir thut, geh!" Weiter ging die Frauengestalt und ging. Sie kam in die eigentliche Stadt, kam an ragenden Thürmen und Kuppeln vorüber, und endlich stand sie vor einem stolzen Gebäude, dem Theater des Stadttheils. . Daneben wohnte in einem - hohen Hause in behaglich eingerichteter Wohnung ein junger Dramatiker, bei dem vorzusprechen sie sich entschloß: Nimm mich auf," sagte sie zu dem Manne, laß mich mit dir arbeiten! Einen Feuerbrand wollen wir schleudern in die Welt, ich will dich führen zu stolzer, einsamer Höhe, und wenn du dort stehst, dann sollst du vergessen Mühsale und Entbehrungen, Kummer und Thränen: Ueber dir die Sonne, die gewaltige, strahlende Sonne, so soll du dann sterben den Tod, den gro-ßenTod."

Lerrückt!" dachte der junge Dramatiker bei sich, und dann- erhob er sich und antwortete in bedauerndem Tone: Die Idee ist zweifellos groß und gewaltig; aber ich bin .in einiger Verleaenheit, wie ich sie jetzt zur Ausführung bringen soll. Ich habe andere Arbeiten da; Arbeiten, die nothwendig sind, weil sie - vor allen Dingen mir eine Position im Leben schaffen sollen. Wenn ich die erst habe, nun, dann wollen wir auch einmal über die Sache sprechen. Ich bin sonst durchaus nicht abgeneigt; aber jetzt ist's unmöglich, ganz unmöglich." Der Genius stand und sah den jungen Mann mit einem Blicke an. vor dem er beschämt die Augen niederschlug; dann aber wandte sich die Gestalt und ging. Nun mochte sie zu Niemand mehr gehen, und sie irrte planlos in der Stadt umher. Es wurde Abend, der Mond zog herauf, als sie sich müde auf ein'r Bank in einer Anläge niederließ. Da kam ein großer. bleicher Mensch des Weges mit eingefallenen Wangen, aber wunderbar glänzenden Augen. Als er ,den Genius sah. stutzte er; dann trat er auf die Gestalt zu und fragte: ' Wer bist du, holde Frau? Sah ich dich doch oft in meinen Träumen und Phantasien; war es dein Bild doch, das mich alle Mühe und Sorge vergessen ließ, das mich tröstete in meinem Kummer und mich anspornte zu neuem Eifer, wenn die Kraft in dem noch immer.vergeblichen Ringen erlahmen wollte. Sprich! Wer bist du?" Die Gestalt erhob sich. Ich bin der Genius ohne Obdach; ich habe einen Menschen gesucht, dem ich mich geben könnte und keinen gefunden." Meine Hütte ist klein," antwortete der blasse Mann, und in ihr wohnen 'Armuth. Hunger und Sorge; aber wenn du mit hingehen willst, so soll der beste Platz dir gehören." Der Genius erhob sich und ging mit dem blassen Poeten in. dessen Hütte.

Und dcrt theilte er hinfort mit der

bleichen Armuth, der verbitterten Sorge und dem starken Hunger den Raum mit dem blassen Mann.' Oft wollte der Poet verzweifeln, wenn Armuth. Sorge und Hunger an seiner Seele rissen und ihn quälten; dann aber trat die lichte Frauengestalt an ihn heran, küßte ihn auf die Stirne und vergessen war die Gegenwart jener Drei. Die Feder flog dann über das Papier und der Geniuö saß bei dem Blassen und läckielte ihn über die Schulter an und ein stolzes, stolzes Werk entstand Aber Niemand glaubte dem blassen Poeten; sein Weg war ein Leidensweg über spitziges Gestein und Dornen . . . er starb elend in der Gegenwart jener drei: Armuth. Sorge und Hung:r, die ihn in seinen letzten Augenblicken noch frech angrinsten und ihm da.b Sterben schwer machen wollten. Ab:r der Genius drückte ihn an seine Brust und hob ihn empor zur Sonne, zur Sonne .... Und siehe, als der Blasse gestoröc:? war. da erinnerten sich seiner die Menschen. Sie fingen an, sein Werk zu kaufen, lasen es wieder und wieder und erhobenes in den Himmel; ein Genie nannten sie ihn, wallfahrteten zu seinem Grabe und. bauten ihm ein Denkmal aus Marmor; und die Hütte, in der er gewohnt, wurde Nationaleigenthum und nur 'mit scheuer Ehrfurcht betrat man dieselbe. Aber auf dem Grabe des blassen Mannes saß trauernd die lichte Frauengestalt, und ihr in die Ferne gerichteter .Blick schien zu fragen: Warum, warum?" Ein Menschenfreund .Ein pensionirte: Oberschreiber steht auf der Brücke und angelt. Bald sammelt sich eine Schaar Neugieriger um ihn, und Alles ist gespannt, ob er bald etwas fangen wird, denn in dem Flusse wimmelt es von Fischen. Eine halbe Stunde vergeht, eine Stunde; die Menge der Zuschauer wächst, und noch immer hat der Fischer nichts gefangen. Nun werden Wetten gemacht, ob er in der nächsten Stunde etwas erwischen wird oder nicht. Das Interesse nimmt zu. der Verkehr auf der Brücke droht gestört zu werden will doch jeder Borllbergehende sehen, was es da gibt. Endlich erscheint ein Schutzmann. Nachdem er die Ursache des Auflaufs erfahren, dringt er nicht ohne Mühe zu dem angelnden Oberschreiber vor. Mein Herr, Ihre Fischkarte!" Habe keine!" Dann verfallen Sie in Strafe. Der Fischfang ist hier nur den Inhabern einer Fischkarte gestattet!" Ich fange auch gar keine Fische hier, bitte, überzeugen Sie sich, es ist weder Lockspeise noch Haken an meiner Angel! Ich fische blos zurUnterhaltung des Publikums! Nach dcm Commerö. Studiosus Schwammerl. der am Domplatz wohnt, geräth in später Nacht, stark bez:cht. an eine kleine Seitenthür desMünsters. durch welche man zur Thurmtreppe gelanat. In der Meinung, sich vor seiner Behausung zu befinden, versucht Schwammerl auszuschließen und der Unglllcksschlüssel paßt zufällig. Die Thüre öffnet sich. Schwammerl wankt hinein und steigt polternd und schnaufend die endlose Thurmtreppe empor. Unterm Glockenstuhl macht er Halt, legt sich auf den Boden und schläft ein. Beim Tagesgrauen erwachend, reibt sich Schwammerl die Augen schaut verblüfft umher und ruft dann entsetzt aus: Kreu, Donnerwetter, wie kommen denn diese colossalen Glocken in meine Bude ?" Die Dreizehnte. Von Jgnaz Pauer. Dreizehn, heißt's, ist eine Unglllckszaht, an dies rlcytlg. weiß ich nun genau, Denn die dreizehnte zu meiner Qual Blieb mir treu und wurde meine Frau! Zwölfmal liebte ich mit heißer Gluth, Zwölfmal brach ein Mädchen mir die Treu', . Doch dies Unglück raubt' mir nicht den Muth Und mein krankes Herz, es liebte neu! Widerspruch. Stotterer: Mein gnä - gna gnädiges Fr Fr Fräulein, ich ha ha be Ihnen ein Ges st ständniß zu m in machen. Ich lie lie lie liebe Sie!" Fräulein (erröthend): Das kommt so plötzlich!"Stets derselbe. Ihre Braut, Herr Lieutenant, soll ja vorzüglich schwimmen?" Lieutenant: Ja, aber seit Verlobung mit mir nur noch in einem Meer von Glück." Salon-Malice. Sagen Sie einmal, lieben sich der neu verheirathete Doktor . Maier und seine Frau?" Ja, sie lieben sich aber nicht einander!" Bedenklich. Sie: Warum siehst Du so niedergeschlagen aus. war Papa wüthend, als Du um mich anhieltest?" Er: O, nein, gar nicht! Im Gegentheil, es schien ihn höllisch zu amüsiren!" Vom Exercierplatze. Unterofficier: Einjähriger, sind Sie wirklich so dämlich, oder stellen Sie sich man so? Ick jloobe. Sie wollen mir blos zu 'ne saftige Kasernenhofblüthe reizen! Bedenkliche Empfehlung. Käufer: Ist der Hund auch anhänglich?- Verkäufer: Na. ich sage Ihnen, den hab' ich vier Mal derkauft und jedesmal ist er wieder zu mir zurückgekommen!-

Frachtzügc nach Klondikc. Allgemein ward die Befürchtung gehegt, daß, wenn nicht rechtzeitig Hülfe gesandt wird, noch vor Beginn des Frühlings eine Hungersnoth unter den Goldgräbern im Klondikegebiete ausbricht, und der Congreß sah sich in Folge dessen veranlaßt, die nöthigen Gelder für die Ausrüstung einer bort hin zu sendenden Hülfsexpedition zu bewilligen. Lange war der Kriegssekretär. der mit der Ausführung dieses Unternehmens beauftragt ward, darüber im Zweifel, wie er die nöthigen Lebensmittel an's Ziel schaffen sollte. Ein Versuch, mit Rennthieren den Proviant zu befördern, schlug fehl, da der nach Lappland gesandte Agent in der kurzen Zeit nicht die genügende Anzahl dieser Thiere aufzutreiben vermochte. So kam dem Kricgssekretär der folgende Plan, den ihm die Snow and Jce Transportation Co." unter--breitete, fehr willkommen. Die Gesellschast verpflichtete sich, 150 Tonnen Lebensmittel für den Preis von $500 per Tonne in 70 Tagen von Skaauay

nach Dawson Cüy zu transportiren und zwar vermittelst Schneelocomotiven. wie solche bereits seit Jahren in r , . .1 i 1 :! . yA ui ;s;rjri.i j Die Schneelocomotive. manchen Holzregionen unseres Lande! erfolgreich verwendet werden. Eine auf ein starkes, überdachte!. Schlittengestell gestellte Dampfmaschine treibt ein großes, scharfgezahntes Schaufelrad, welches in den Schnee fest eingreift und die Schneelocomotive sowie die angehängten, mit LebensMitteln beladenen Frachtschlitten vorwärts zieht. Die Gesellschaft hat 6 solcher LocoMotiven und 35 Frachtschlitten erbaut, und kürzlich bereits nach Skaguay verschiffen lassen, von wo aus.dieExpedition Mitte Februar aufbrechen wird. Die Reise geht über den Chilkoot Paß, über die Seeen nach dem Jukon. Am meisten Schwierigkeit wird die Ueberschreitung des Chilkootpasses bieten und man beabsichtigt, den Frachtzug mittelst starker Kabel bis zur Paßhöhe emporzuwinden. Der Frachtzug wird von 50 Bundessoldaten eskortirt werden. Sollte sich das Unternehmen als erfolgreich erweisen, so plant man, in dieser Weise einen regelmäßigen Winterfahrdienst einzurichten. Ein unzufriedener Niese. Ein unzufriedener Mensch scheint William Patterson, ein biederer Schindelschneider des Oertchens Niniveh, Pa., zu sein. Wegen seiner Größe er mißt nicht weniger als 7 Fuß '4 Zoll heißt er allgemein im Volksmunde Pat Bane der Kavallerieriese.Er diente während des Bürgerkrieges als Freiwilliger im 22. Pennsylvanischen Kavallerie - Regiment und zog sich, da ihn der Quartiermeister nicht mit genügend großen Uniformstücken zu versehen vermochte, Rheumatismus zu. Als Schmerzenspflaster bewilligte ihm Onkel Sam später eine monatliche P a t V a n e." Pension von 12 Dollars. Obwohl Pat äußerlich ein Bild blühender Gesundheit bietet, ist er jetzt' zur Ansicht gekommen, daß sein rheumatisches Leiden nicht genügend mit 12 Dollars bezahlt ist und hat deshalb dem Congreß eine Privatbitte unterbreiten lassen, in der er bescheiden um Erhöhung seiner Pension auf 30 Dollars nochsucht. Pat" sieht der Entscheidung um so mehr mit Spannung entgegen, da er auf Freiersfüßen geht und die von ihm umworbene Wittwe keinen Pensionär unter 30 Dollars ehelichen will. ' Diplomatisch. Mann: Ins Bad kann ich Dich nicht schicken, das schlage Dir nur aus dem Kopf!Frau (mürrisch): Meinetwegen, aber der Arzt hat gesagt, ich muß mich zerstreuen, andere Gesichter um mich haben ... dann lasse ich meine Mama kommen!" . - Darum. Chef: Schauen Sie nur unsern neuen Schreiber, der, hat eine enorme Fertigkeit auf der Schreibmaschine!" Prokurist: Das wundert mich gar nicht, er ist ein verkrachter Klaviervirtuose!" C1 Xs t 1 sm rt V T t tt n - s? uy ii v t u ii v u u Ein Bauer führte Getreide zum Vere ! lt. sTl V I tttlv fcrt! linin iuu tu uic ssiuui uuu unuyi nutu iv lossalen Rausch mit nach Hause. Bauerin: Aber Jörg, wo in aller Welt hast Du denn diesen fürchterlichen Rausch her?- Bauer (lallend): Getreide Kümmel!- i

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