Indiana Tribüne, Volume 21, Number 139, Indianapolis, Marion County, 6 February 1898 — Page 1

o 4 S A M v AtfA cfvr V0r rfr sVs .i v-vy m w Uly w o o w v Office : No. I Süd Sl iabama Straße. - Telephon 1171. Indianapolis. Zndiana , Sonntag, den 6. Februar 1898 Jahrgang 21. No I3S

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TT . &fttU Walte-, Eohn von Guftv und wllllU Td.'rseTdau Freitag Lrmittag S Uhr, im Allir r.i 3 Jahren und Monaten. Ti LeerdiZUKg siadel ..nnlaz achmittag ),2 Ubr, vom Trauerhause. SRj. 85S Hosbrook Straß, au statt, m, zu einladen Tte trauernden Hinterdliebenf. ' Oeorge Üerrmimii fl ?i-T. ; . -v ',. r f? t' if cichsnbeftatte?, Office : 26 Süd DelawareLr. Ställe : 120, 122, 124, 128. 128 Oft Plft, TeffttStm Qll. Oen Taa ud NaSt Mamnercliorlialle ! Sonntag, 6 Februar, Zweilr EaKvcistillung der MM ' Ms - hMA von Cincinnati, Direktio . . kouise Lchmid, unter den Ruspiziea del Indianapolis Männerahor, : - Nenaissnnce ! :-: Lustspiel in 3 Akten trn ff. von Schönthau und F. K. Ellfetd. (Hntritt 50c. Reservirte ttje 75c. bonnkMtiitS:?illet, find sät diile Vorstklung gilli, der ttnnen dieselden fiic it nächste Lorslellua, vtt, edet rodn , Sieinvirt cifct für die Können:, ob Inzeln Sitz könn bei Paul Xuub, .t Cjl Aahingl,a rt., on Äliillmsch an erlangt werde. SisdsfKCTra'hiirfj. VortragS-EykluS 1893. :-: 2. Bortrag ! :-: Herr David K. Goss, "The Rio and Fall of Heidelberg's Castle." SonntaaAb.-nd. den C. Febr '98. rr-nr a- irirrn epea Hose ! Montag, den 7. Februar, Großes Symphonie Konzert beiü s urenesisrs. Karl Tchnkld?r, Dirigent. S, listen: Sonzertmelster Qnab MeSibeney. B F Bi ll-r. Tknorift. JUfiitt f ifce $1 00, 75c und Vk, Pemiroke reai. Großer A Nttsken-Bttll ui Deutsch. Militärvereins in der Mozarthalle, am Montag, den 7. Februar 1898. Eintritt 25 Cents die Person. Zur Sufführun, kommt der Schwank: Dle Bremer slavlmu,l!anln. Social. Turnvr rein Dramatische Sektion! Tonntag. 27. Februar '8. Theater-Vorstellung im :: Grand Cpera Houss. :: . Zur Aufführung gelangt : Vas verlorene Paradies ! ia dri Akten von Ludwig Fulda. Preise der Plätze : Unterer Raum und erste Reihe im Baleon 50c. Balcon ööc. 4 Sitz fiT i Peir,k rcad, zu r,sr,ir,a. unreriluyz tit II . detrietttlvou Union Gtaf&aädQei. i o. 133. 140 und 142 Ixaxma tlUrnu U; Q. Qomerviils.Äa:ztr.

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ZlrchllMicsjlell. Ein gefährliches Infekt. Washingtons Febr. Sekretär Wilson hat bereit Schritte getdan. UM alle erlangbare Znsormation Über den Versandt frischer Früchte nach Deutschland zu sammeln, ist aber bor äusiz nicht geneigt, sich über die Angelegenheit zu äußern. Von dem San Jose Käser, der in Amerika vom AuSande importirt ist, wird zugegeben, oaß eö für Früchte kaum ein schad!: chereö Insekt giebt. Derselben ist auch in Australien, Chili und Hawai bekannt. 3n Amerika trat er zuerst in San 3ose auf und hat sich über Cali ornien, Oregon, Washington, Zbaho Neveda, Arizona, New Mexico, und päter über Virginia, Malhland, Inbiana und Pennsylvania verbreitet Er greift Stamm, Ast, Laub und Früchte von Apfelbäumen an und nch. et den Baum, in 2 3 Jahren zu Grunde. Daö Insekt wird leicht durch die Früchte derschlevpt, wie die Erahrung mit Aepfeln und Birnen au California lehrt, in denen männliche und weibliche Thiere gefunden wurden. nachdem die Flüchte schon ihren Weg zu den Fruchlhändlern gefunden baten. Die jungen Läuse werden auch durch Insekten und Vögel verschleppt. Im heutigen Kabinetdrath gab Sekrelär Wrlson ohne Weitere u, daß gruchlkrankheiten durch die Früchte selbst verschleppt und gesunden Baumen auf große Entfernung mitgetheilt werden können. Gewisse Staaten der Union haben schon früher die Ein fuhr von Früchten aus anderen Staaten verboten, wo dieselben besonderen Krankheiten unterworfen waren. Daö Vorgehen Preußevt könne deöbalb vollständig richtig und innerhalb seine' Rechte sein. Die'ganze Ausfuhr von Früchten nach Deutschland hat sich l.tzteS Zahr nur auf $1,000.000 wie in den 5 oder 6 früheren Jahren belaufen. Aber die Früchte wurden in Deutschland so schnell beliebt, daß der Ezvort sich wahrscheinlich bald auf mehrere Millionen Dollar? gehoben haben würde. Ehe man ein weitere? Urtheil fällt, wartet man jetzt den, Bericht deS Botschafters White üb-r PreußenS Borgehen ab. ,, Wahrscheinlich Humbug. .Washington, 5. Feb. Wylie $' Childer, BundeSanvalt im Terri torium New Mexico, hat dem Justizdepartement geschrieben, daß ihm ein geheimer Agent der Eisenbahngesellschalten mitgetbeilt habe, daß dort eine geheime Organisation bestehe, deren Motto sei Freiheit, Land und Muße Daß jedeS Mitglied schwöre, sich inner halb sechzig Tagen eine Flinte zu be schaffen und daß man beabsichtige den Präsidenten und sein Kabinet vermittelft Dynamit auö der Welt zu schaf

fei H'rr t5hilde'S meint, man hde keine Ur ache. die Sche leicht zu nek -men. Die Bevölkerung der betreffen-

den Gegend bestehe zum großen Theil! aus Leuten, welche f Z. lebhaften Anheil an den Streik der American Nilway Union nahmen und der Regierung wegen der Absenkung von Truppen'feindlich gesinnt find. (Die Geschichte scheint unS offenbarer Blödsinn zu sein. D. R.) Nach Klondike. New Jork, 5 Febr. Eine Sesellschast von 48 deutschen Handwerkern von New A rk. Brooklyn, Newark, Paterson, Hoboken und anderen umliegenden Plätzen fuhrgestern Abend nach Seattle ab, um von da weiter nach Alaska zu gehen. .Die Gesellschaft umfaßt Z'mmerleute, Schuhmacher, B auer, Köche und Schneider, und wurde von dem sie führenden Peter Schrammen organisirt. Jeder Theilnehmer zahlte 5200 ein, wofür er seine Fa,rt bis Sircle City und LebensMittel für 9 Monate erhält. Ihre Freunde nahmen in einer Wirthschaft an der Ostseite von den Reisenden Abchi'd und etvr zweitausend Personen üllten die anstoßenden Straßen. Bei ihrer Fahrt durch die Straßen wurden ihnen überall herzliche Zurufe zu Tbeil. Die Leute trugen schwere Pelröcke, Mützen und Gamaschen und eder trug eine Büchse und einen evolver im Gürtel. Ihr kriegerisches Aussehen kontraflirte stark mit ihrem fröhlichen Benehmen und als sie durch die Straßen fuhren, sangen sie deutsche Lieder. Alle stehen im Alter don 35 biS 40 Jahren, und find lauter kräftige, gesunde Leute. Ihr kräftiger Gesang machte die Straßen wiederhallen. Mißernte i n R U ß l a n d. London, 5. Febr. Der St. Pe tersburger Correspondent der Times sagt: Eine Mißernte hat furchtbare Noth unter den Bauern in den inneren Provinzen hervorgerufen, namentlich im mittleren und südöstlichen Rußland. An manchen Plätzen ist eS schlimmer als während der'HungerSnoth von 1891. Den russischen Redakteuren wurde verboten von der Sache zu sprecher. Privatbriefe von Tamboss, in der gleichnamigen Provinz. südöstlich von Moskau, sagen, daß die. Bauern ihr halb verhungertes Vieh mit den Strohdächern ihrer Hauser füttern. . TyphuS . und andere Krankheiten greifen rasch um sich " . Der Konflikt in China. Soköh ama, ö. Feb. Diej-api-Nische Flotte manöverirt vor dem Auslaufen zu den chinesischen Gewäsfern. Die Presse schweigt über die Situation in China und man glaubt, daß Premier Marquis Jlo den.AuStrag der deutschen Ansprüche abwartet, ehe er selbst aktiv vorgeht. Dem ruffischen Geschwader fehlt eS an harten Kohlen, welche hier sehr knapp find. B erlin, 5. Febr Die. deutschen Kriegsschiffe unter dem Kommando deS Prinzen Heinrich von Vreußen, Deutschland" und Gefion, find am Dienstag von der Insel Socotra nach Colombo auf der Insel Ceylon auf dem Wege nach China abgegangen, . ?er langweilige Zeuge. , , , NriminalliumoreSke von Arm'n Brunnex. . Sie heißerl.- sagte der Präsident, Christos Mehlmann, sind zu Wien ge boren, 65 Jahre alt, katholisch, verheixathet und Tischlermeister ?" Der Zeuge hatte zu jeder dieser Besümmungen, welche der Vorsitzende leiernd' aus dem Untersuchungspro4okoll verlas, lebhaft mit dem Kopse ge nickt. Zwei- oder dreimal machte er einen Ansatz, als hätte er dieser amtlichen Biographie noch etwas ' beiznfügen, aber der Präsident ließ ihn nicht zu Worte kommen. Der graubärtiae Richter auf dem mittleren Polsterstuhl hatte in jahrelanger Erfahrung und Uebung nicht nur den richtigen Blick dafür gewonnen, welche Zeugen durch wichtigtuerische Umständlichkeit seine? processualen Logik Schwierigkeiten bereiten, sondern sich auch seine eigene' Methode zurechtgelegt, wie er derglei chen Redseligen das Sachliche . .ahzu hören habe. - ' Kurz, schneidig, Frage und Antwort in emem Satz beanssen, fo erledigte er. obne überflüssm- Muderbolunaen

Alles. NzZ Formsache, was setostoerständlich, oder was schon einmal da war. Sie wohnen fuhr der Präsident fort, .eichten Bezirk, Lerchenfelderstratze 185 ... .Ich bitte, hoher Gerichtshof warf der Zeuge ein, ich wohne im siebenten Bezirk, Lerchenfelderstraße .Richtig, richtig!- sagte der Präsidmt UNÄ machte eine Bleistiftcorrektur im Akt. Aber der Zeuge hatte nun einmal daö Wort erhalten und sprach uch weiter. Bei jenen Hauptstraßen, die vom Ring hinausführen in die neuen Bezirke, Herr Präsident, zum Beispiel bei der Mariahilferstraße, Lerchenfelderstraße, Alserstraße, gehört jede GassenHälfte zu einem anderen Gemeindebezirk. Die ungeraden Nummern auf der linken Seite, die gehören " .Ja. das ist uns bekannt!- unterbrach ihn der Vorsitzende, es war nur ein Schreibfehler.- Er zwinckerte nervös mit den Augen und fuhr mit beiden Händen an seinem dütenförmigen Knebelbart herab, von der Wurzel am Kinn bis zur letzten Haarspitze. Das war immer ein Zeichen seines Unmu thes über Redeverschleppung und Zeitvertrödelung. Aber an Selbstbeherrschung gewöhnt, sagte er nur ernst und sanft: Wollen Sie sich möglichst kurz halten, Herr Zeuge Es war ein dunstig . schwüler JuniNachmittag, der hier die Richter noch spät im Pröceßsaale versammelt hielt. Auf der Anklagebank saß ein bekannter Juwelendieb, allein weder seine kriminell bemerkenswerthe Persönlichkeit, noch der große aufsehenerregende Schaukastenraub, der ihm zur Last gelegt wurde, machte die Sache interessant. Hitze und Langweile lagerten über dem dumpfen Raum. Im Auditorium wurde gegähnt. Die Beisitzer schienen zu schlummern. Der Schriftführer fuhr aus feinen Träumen empor, wenn er etwas zu verlesen ' hatte. In Ux Geschworenenbank rechnete Einer etwas Geschäftliches au, etn-Anperer zcschnete das charakteristische Profil deö Präsidenten ah, ein Dritter putzte mit einem Taschentuch ' sein Messer aus, und mehrere sehr behäbige Herren beschäftigten den Saaldiener, den sie beständig zur Wasserleitung sandten, um sich mit labendkllhlkm Hochquell aufzumuntern. Man sah eö den nüchternen Schiernmern an, daß eS nicht wider ihr Gelübd: war. Wein zu trinken, weil aber wie Götzen? Bruder Martin so schön unterscheidet der Wein wider ihr Gelübde war, schwemmten sie die achtundzwanzig Röaumur (im Schatten) mit klarem Schneebergnaß hinab. Auch dem Angeklagten schien die ganze Verhandlung sehr wenig Spaß zu machen. . Es war ihm nichts, aber gat nichts nachzuweisen. Den einen Ring mit Saphiren und Brillanten, bei dessen Verpfändung er erwischt worden war, hatte er bekannt-

lich gesunden rr- und weiser war m der ganzen sechsmonatlichen Untersuchung mcr.lZ Httues dazugekommen . .Sie wissen, um was es fick bandelt. Herr Zeuge," . begann ; der Präsident, also erzählen &t uns Ihre Wahrnehmungen an jenem kritischen'Dezemberabend ' Kbrisiof Meblmann trat nber sckövf'te tief Athem." I&ntmit M"txu nehmlich, stopfte daö Nastuch sehr gewtssenyast m den Taschenspalt semes, alten, langen, schwarzen Rockes, reckte die Schultern zurück, baumelte mit den Handen, um dre rechte Positur zu fmden. und verkündete mit einleitendem Räuspern, daß er bald zu beginnen gedenke. .Also, ich bitte!- saate nervös der Vorsitzende, und es-ging wie ein Erwachen vurcy die schmunzelnden Retyen der Geschworenen. ".Ja. gleich, hoher Gerichtshof! DaS war also am 14.Dezemher deö vorigen ?fcslfitts. am 14. des lekten ManatS 1896.' Abends um halb 8 Uhr, und das wem ich ganz genau, und kann mich nicht irren, und ein Zweifel ist ganz ausaeschlsssen. Meine Tochter hat sich damals jede Stuni,' erwartet, und ßu Mittag beim Essen sag' ich zu meiner Frau: Du. Leri,- sag' ich, nach dem Essen geh' ich zur Minna und schau', was los ist, .'s ist Vtt Zeit, sag' ich, und wir haben schon drt Tage nichts von' ihr gehört" Richtig geh' ich glsy zu meiner Tochter auf die Wieden. und wie ich hinaus komm',' war ein Bub' da. mein fünftes Enkelkerl, hoher Gerichtshof, aber von der Minna er Erste, die anderen sind von meinem Buben; mein Sohn ist Ingenieur bei der Staatsbahn, Meine Tochter-ist Hausbesitzerin und mein Swfsöhn - ; Der Besitzende, der in Gefahr war, sich den anzen schönen sinebelbart eiuszurausen, 'wurde unwirsch und sagte: - .Ja, ja, es sind lauter recht hrave Leute.' - Ihr Sohn. Jhr SMfa und Ihr Schwiegersohn - .Wahr, wahr!- setzte der Alte betrübt hinzu und grub sein Taschentuch aus. -Dtt Arme ist oestorben. noch

r et ttl tllt.IV kam.- vicg, teti uever ! Aott. es war eme so qlücklicüe Ebe.... I sollen Sie uns nur kurz erzählen, ' was Sie damals, als Sie Aberds von j Ihrer Tochter gingen, in der Kärtnerstratze berm Juwelenladen von Goldmann und Steiner gesehen haben? Ich .habe einen Mann gesehen. .schon! Und dieser Mann ist f, M ... I Zynen ausgefallen, wett r Weil er an der Auslaqe herumgew . ? ' , ? mucnci uno, roic er Mtcy oemertt, sofort aufgehört hat und weggegangen ist." .In der That." sagte der Präsident zu den Geschworenen, wurde damals schon das Schaufenster geöffnet borgefunden." Er wandte sich wieder zum Zeugen: Würden Sie denMann wieder erkennen?" Ich glaube..Jst eö dieser da?.Nem, oher Gerichtshof! Der ist es nicht." -. Sie können' auch den Mann nicht näher beschreiben?- . .Nein.- . Ich danke. Herr Zeuge! Hat Je-' mand eme Frage? . . . Sie sind entlassen! Sie können sich entfernen oder auch dort auf der Zeugenbank Platz nehmen.Der Tischlermeister Ehristof Mehlmann stand unschlüssig und hub mehrmals zu reden an. Er erklärte, daß er bei dem großen Wagenverkehr und bei der starken Passage, die es damals zur Weihnachtszeit in der innersten Stadt gab. bei der Raschheit, mit welcher der Dieb verschwand, nicht in der Lage gewesen sei, ihn genau anzusehen. Mit sanftem Gemurmel ihn - abwehrend, blätterte der-Richter rn den Papieren; aber der Zeuge sprach unter dem Lächeln der Geschworenen uner müdlich weiter, selbst dann noch, als ihn der Saaldiener zu seinem Sitze hingeleitet hatte. . . . Plötzlich entfuhr einDonnerwetter! dem Präsidenten, der den Kopf erhoden hatte. Ingrimmig schlug er mit der Faust auf einen Akt. daß der Stäuh herausflog, und dann wetterte er, mit dem Zeigefinger der erhobenen Rechten vor sich hinausdeutend: .Jetzt hab ich'S aber satt; letzt wlrd's mir. zu viel!Mehlmann schrak zusammen und begann zu zittern. .Da hinten.- rief der Präsident, .sitzt ein Mann im Auditorium, ein Mann, dessen Betragen höchst ungeziemend ist. . Ich beobachte ihn schon den ganzen Tag. aber, er läßt sich durch meine Blicke nicht stören. Er grinst mich immer so höhnisch an, verspottet die Zeugen und lächelt dem lngeklagten zu.' Saaldiener! Führen Sie mir diesen Mann vor! Ja diesen! Den dritten dort in der letzten Reihe!Es war Bewegung in die Versammelten gekommen, und alle Anwesenden wandten sich dem Bezeichneten zu. Ehristof Mehlmann hatte cingesehen, daß sein Schreck unbegründet war; er hatte sich erhoben und sah mit zornfkammenden Augen nach dem Ruchlosen, der ihn zu verspotten wagte. Ergab mit Zeige- und Mittelfinger das Zeichen, daß er zu sprechen wün sche, aber der Präsident schüttelte unwillkürlich den Kopf und meinte: Ihr Verhör ist beendet!- , ' Dä brachte man den. störenden ZuHörer in's Barreau. - Sie heißen?- fragte de: Präsident. Josef Knie.- sagte d.-r Jnquisit lächelnd. - Wie alt?.Dreißig Jahre.Was sind Sie?" Ziegeldecker,- erwiderte er mit Schmunzeln. Und da haben Sie Zcit, in den Gerichtssaal zu gehen?Jch hab' jetzt keine Arbeit meinte der Bursche unh schien wieder zu lächeln. ' Zum Teufel auch, was kommt Ihnen denn hier Alles so heiter vor? Sie befinden sich an eine? ernsten Stätte 'tschuldlgen schon, Herr Präsident, ich hab' gar nicht g'lacht. Ich hab' nur so a dumm's G'sicht. daß die Leut' immer glauben, ich lach',Er wandte sein dummes Gesichts dessen schielende Augen beständig vor Heiterkeit der Nase zustrahlten, nach tzez Geschworenenbank hm.' Ein schallendes Gelächter kam von dem dicken Eckmann, der das Wasserglas absetzen mußte, nachdem er seinen Nachbar anr gespritzt hatt. Daö Lachen, welches 1 ,r. a m k.'.'jtii-i yyn dem unsquloig Äkioacullgren ausging, ergriff den ganzen Saal; auch der "Angeklagte lächelte, selbst der gestrenge Präsident. - und nur Ehristof Meblmann saß ernst . und. finster. da und versucht von Zeit .zu Zeit sich zu e.rbehen un' das Wort zu erhalten. Der Vorsitzende aber sagte mn einer energisch abwehrenden Handbewegung: Ruhig!- So setzte, sich der Zeuge wieder nieder. Jch 'wollte Ihnen einen Verweis .ertheilen,- sagte der Präsident zu dem Herrn aus dem Auditorium, da aber ein hummes Gesicht nicht strafbar ist.neues. Gelachter rm Saal eNtlasse ick Sie. Nur. izit,te. erdfernen ...... . . . .

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Sie sich aus dem Hause und stören Sie weiter nicht die Verhandlung!" , Der ewlg Lachende venrnqte sich und aing unter Heiterkeit des Barreau und der Hörerschaft davon. Mehlmann saß da, , ohne eme Mrene zu verziehen. Noch wirkt unter den Versammelten das heitere Intermezzo nach, als der Präsident plötzlich ein sehr ernstes Geficht machte. Der Zeuge, der eben wieder hatte reden wollen, bezog den dro henden Wandel der Physiognomie auf fich und setzte sich schleunigst nieder. Es ging ihn aber wieder Nichts an. Der Vorsitzende hatte durch den Saaldiener einen Zettel erhalten, den er mit sichtlicher Aufmerksamkeit mehr als einmal durchlas. Er murmelte seinem richterlichen Nachbarn rechterseits etwas zu. reichte das Blatt PaPier dem alten Herrn zur Linken, der überrascht den Inhalt las. und bald sah, man die Herren des Eollegs mit einander flüsternd etwas besprechen. Tiefe Stille trat ein, man erwartet: etwas Besonderes Der Präsident begann: .Eine Mit theilung, die ich soeben erhalten habe. wird uns nöthigen, die Verhandlung zu vertagen. Ein im Auditorium anwesender Detektive schreibt mir, daß der lächelnde Mann, den ich soeben entlassen habe, ein falsches Nationale abgegeben hat, daß er ein berüchtigter Verbrecher und seit Jahren als regelmäßiger Diebsgenosse des heutigen Angeklagten bekannt ist." Es ging Bewegung durch's Publikum. Rufe des Erstaunens und der Heiterkeit, vermengt mit Ruhezischen. ware,n zu hören, und in der vorletzten Bank begab sich plötzlich ein allgemein ner Aufstand. Alles, was neben dem soeben verrathenen, lächelnden Herrn gesessen war, hatte gleichzeitig das Behürfniß nach frischer Lust. Die hastigen Tritte dieser dem Ausgange zudrängenden Gesellschaft von Männern und Frauen vermehrten den ärm. Energisch forderte . der . Präsident Ruhe im Auditorium, und zu Mehl mann gewendet, der sich abermals ho ben hatte, rief er: Herr Zeuge! Sie haben jetzt yar nichts zu sprechen Wenn Sie nicht stille sein können sa müssen Sie den Saal verlassen." Trostlos ließ der Mundtodte sein? Blicke nach der Geschworenenbank, zum Staatsanwatt und zum Vertheidiger herumschweifen, dann als hätte er sich plötzlich entschlossen, der Amtsgewalt zu weichen, schritt er dem Ausgang zu. blieb aber beim Thürhüter stehen und raunte diesem einige Worte zu, die er mit lebhaften Gesten begleitete. Darauf nickte der alte Dienn, zu, stimmend mit dem Kopfe und begab sich zum Präsidenten, welch mittlerweile weitergesprochen hatte: Der Polizeiagent seiner Auf. merksamke.it gebührt alle Anerkennung theilt mir ferner mit, daß er dem Verdächtigen folgen und ihn festnehmen werde, falls ich ihn entlasse. Henn, zum Mindesten falle ihm Fachme. duna. benebunasweise ialsche Zeugenaussage vor Gencht. zur. Las5. Unter, r 'V.. souyen. umsia! iviro w vw Pryßdenl'HLrte7 ' nun' ' den, Thürhüter YN) .Herr Zeuge MehlmannyünM das Wort 'zu einer wMiaeMtthtt-luna!-. ' ' . .

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