Indiana Tribüne, Volume 21, Number 132, Indianapolis, Marion County, 30 January 1898 — Page 3

SÄWN

Nach bcm Auslöschen von g. Vapenguty. Unser Regimen! stand imSorfc. Das Leben eines Linienoffiziers ist allbekannt: Morgens Dienst. Mit--tagessen beim Regimentscommandeur oder in dem elenden Wirthshause. Abends Punsch und Karten. In gab es keine Familien, in denen man verkebren. keine Damen, denen man den Hof machen konnte; wir versammelten uns allabendlich bei einem Kameraden, wo es nur Waffenröcke zu sehen gab. Nur ein einziger Mann gehörte unserem Kreise an, ohne Militär zu sein. Er war etwa fünfundöreißiq Jahre alt, und wir betrachteten ihn schon als Greis. Seine Erfahrungen gaben ihm in unseren Augen ein großes Gewicht, seine Verchlossenheit. sein schroffer Charakter und seine böse Zunge hatten großen Einfluß auf uns junge Hitzkopfe. Sein ganzes Schicksal war in geheimnis;v?lles Dunkel gehüllt; er schien ein Russe zu sein und trug dabei einen fremdklingenden Namen. Früher bette er bei den Husaren gedient und sogar angefangen, Karriere zu machen; Niemand wußte den Grund, weshalb er plöhlich seinen Abschied genommen und in unser gottverlassenes Nest übersiedelte, wo er abwechselnd ein ärmliches und verschwenderiscöes Leben führte; er ging stets zu Stuft, trug immer denselben fadenscheinigen schwarzen Rock, aber tagtäalich hielt er offene Tafel für alle Offiziere unseres Regiments. Obgleich nun sein Mittagessen nur aus zwei bis drei Gängen bestand, welche von seinem früheren Burschen zubereitet wurden, so floß doch dabei der Champagner stets in Strömen. Niemand kannte seine Einkünfte, sein Vermögen. Niemand wagte, danach zu fragen. Er hatte eine kleine Vibliothek. meistens militärische Schriften und Romane; er lieh sie gern unseren Kameraden aus, und nie geschah es, daß er ein Buch zurückforderte, dafür gab er auch nie ein ihm geliehenes zurück. Seine Hauptbeschäftiqung war das Pistolenschießen. Alle Wände seiner Wohnung waren mit Kugeln gespickt, so daß sie aussaben wie Bienenwaben. Den einzigen Luxus seiner armseligen Wohnung bildete eine prachtvolle Pistolensammlung. Seine Fertigkeit im Schießen war geradezu unbegreiflich; wenn er eZ sich einfallen ließe. Jemandem die Kokarde von der Mütze herunterzuschießen, so würde Keiner im ganzen Regiment sich weigern, ihm Ziel zu stehen! Unser Gespräch drehte sich oftmals um Duelle: Silvio (so will ich ihn hier nennen) sprach hierüber nie. Auf die Frage, ob er schon Zweikämpfe gehabt, erwiderte er trocken, daß er deren mehrere ausgefochten habe, aber Weiteres iiber dieselben erzählte er nicht, und man sah, daß ihm solche Gespräche unangenehm waren. Wir dachten, daß er irgend ein Opfer seiner schrecklichen Kunstfertigkeit auf dem Gewissen habe. Uebrigens fiel es Keinem von uns ein, ihn der Feigheit zu verdächtigen. Es giebt eben Leute, deren bloßes Aussehen derartige Voraussetzungen ausschließt. Ein unvorhergesehener Fall versetzte uns Alle in das größte Erstaunen. Einstmal waren wir bei Silvio zum Mittagessen versammelt, man trank wie gewöhnlich, das heißt sehr viel; nach dem Essen machte man ein kleines Spiel, und Silvio sollte die Bank halten. Er weigerte sich lange Zeit, da er fast nie spielte, endlich ließ er sich Karten geben, legte ein Häuflein Goldstücke vor sich aus den Tisch und fing an abzuziehen. Wir umrinqten ihn. und bald war ein flottes Spiel im Gange. Silvio hatte die Gewohnheit, beim Spiele stets zu schweigen, bei ihm gab t weder Streit, noch Erklärungen; wenn einer der Spieler einen Rechen fehler machte, so zahlte Silvio schweigend den Fehlbetrag oder schrieb sich dcn Ueberschuß an. Wir kannten dieses sehr gut und ließen ihm stets freie Hand, da er höchst ehrlich spielte. Nun war aber dieses Mal ein unlängst zu unserem Regiment versetzter junger Offizier dabei; er spielte auch und bog einmal aus Versehen eine Ecke zu viel ein. Silvio nahm die Kreide und berichtigte nach seiner Art die Rechnung. Der Offizier setzte jedenfalls einen Irrthum seitens des Anderen voraus und begann eine Erklärung. Silvio zog schweigend weiter ab. Da verlor der junge Offizier Yt Geduld, er ergriff die Bürste und strich das nach seiner Meinung zuviel Angeschriebene aus. Silvio nahm ruhig die Kreide und berichtigte wieder. Der vom Wein und Spiel erbitzte und durch das Gelächter der Kameraden in Wuth versetzte Offizier fühlte sich furchtbar beleidigt, er sprang auf. ergriff den schweren messingenen Leuchte und schleuderte denselben ingrimmig nach Silvios Kopfe, so daß unser Wirth nur durch eine rasche Wendung dem Wurfgeschosse ausweichen konnte. Wir waren Alle wie gelähmt. Bleich vor Acger und mit funkelnden Augen stand Silvio auf und sagte: Mein Herr, entfernen Sie sich augenblicklich und danken Sie Gott, daß dieses in meinem Hause geschehen!" Wir waren keinen. Augenblick über die Folgen dieses Spieles im Unklaren und sahen unseren Kameraden als bereits dem Tode geweiht an. Der Hitzkopf ging hinaus, nachdem er . r ' L ry - .ri- ! -V - riiair, oay er oem zaniyalicr jax Genugthuung zu geben bereit sei. Das (spiel dauerte noch eine Weile fort, aber wir sahen ein, daß, wie die Verhällnisse lagen, unserem Wirthe an der! Fortsetzung desselben herzlich wenig fog, und zogen nach Hause, un

ierwegs von der bald wieder frei wer denden Stelle in unserem Regiment sprechend. Am andern Tage wollten wir in der Manege uns nach dem Schicksale unseres Kameraden erkundigen, als er in Person erschien. Wir befragten ihn und erfuhren, daß er von Silvio noch keine Naczricht habe. Das wun derte uns allgemein. Wir gingen zu Silvio und fanden 7hn gerade dabei, wie er ein am Thor angeklebtes Aß mit Kugeln durchlöcherte. Er em pfing uns wie gewöhnlich und er wähnte mit keinem Worte des gestrigen Vorfalles. Es vergingen drei weitere Tage, und der Offizier war noch immer am Leben. Wir fragten einander erstaunt: Wird Silvio denn nicht fordern?" Aber er forderte

nicht; er begnügte sich mit einer flüchtigen Erklärung und schloß Frieden. Damit hatte er aber viel in unserer Meinung verloren. Feigheit ist diejenige Eigenschaft, welche junge Leute am wenigsten entschuldigen, da sie doch in der Tapferkeit die höchste Mannestugend sehen. Allmälig gerieth der unliebsame Vorfall in Vergessenheit, und Silvio gewann seinen Einfluß auf alle Kameraden wieder. Nur ich allein' konnte mich mit dem Geschehenen nicht aussöhnen. Von Natur aus romantisch veranlagt, hatte ich mich dem Manne mit der räthselhaften Vergangenheit besonders angeschlössen und sah in ihm den Helden einer geheimnißvollen Tragödie. Er liebte mich auch, denn mir allein ge genüber hielt er seine böse Zunge im Zaume, und sehr oft kam es vor. daß wir über die verschiedensten Dinge harmlos plauderten und stritten. Nach dem beschriebenen Abend konnte ich mich von dem Gedanken nicht frei machen, daß seine Ehre verletzt und durch seinen eigenen Willen nicht wieder hergestellt war; das entfremdete mich ihm, ich konnte nicht, wie früher, mit ihm zwanglos verkehren. es genirte mich, ihn anzusehen ! Silvio war viel zu klug und erfahren, um nicht mein verändertes Benehmen zu bemerken und dessen Grund zu errathen. Es schien ihn zu kränken, wenigstens glaubte ich einige Mal bei ihm ein Verlangen nach einer Unter redunq mit mir wahrzunehmen, ich wich dem jedoch aus, und Silvio fing auch an, mich zu meiden. Seit der Zeit sahen wir un3 sehr selten, und unsere zwanglosen Plauderstunden hatten aufgehört. Die angeregten Residenz-Bewohner haben gar keine Ahnung von den mannigfaltigen Eindrücken, welche die Dorfbewohner z. V. an einem Post tage erleben. Regelmäßig jeden Dienstag und Freitag erschienen alle Offiziere in unserer Regimentskanzlei; der Eine erwartete Geld, der Andere Nachrichten vom Hause, der Dritte Zeitungen. Die Postpackete wurden da geöffnet, man theilte einander verschiedene Neuigkeiten mit, und daher bot unsere Kanzlei an genannten Tagen ein überaus belebtes Bild. Silvio er hielt seine Briefe gewöhnlich durch unsei Regiment und fand sich daher auch immer in der Kanzlei ein. Eines Tages bekam er ein Schreiben, welches er mit Zeichen der größten Ungeduld öffnete und es mit blitzenden Augen durchflog. Die Offiziere, jeder mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftiqt. hatten nichts bemerkt. Plötzlich sagte Silvio: Meine Her ren. gewisse Umstände erfordern meine sofortige Abreise, ich fahre heute Nacht fort: Sie werden es hoffentlich nicht ablehnen, bei mir zum letzten Male Mittag zu essen. Ich erwarte auch Sie," wandte er sich darauf an mich, ich erwarte sie unbedingt !" Mit Mit diesen Worten ging er eilig fort; wir verabredeten uns, seinem Wunsche zu entsprechen, und gingen Jeder seiner Wege. Zur bestimmten Stunde kam ich zu Silvio und traf dort schon unsere sämmtlichen Offiziere an. Me seine Sachen waren bereits gepackt, es blieben nur die kahlen, zerschossenen Wände zurück. Wir setzten uns zum Essen; der Wirth schien bei sehr guter Laune zu sein, und bald war die ganze Gesellschaft heiter; die Pfropfen knallten lustig und ohne Unterlaß, die Pokale schäumten, und wir Alle wetteiferten in den herzlichsten Glückwünschen dem heute Scheidenden. Spät Abends hob man die Tafel auf. Beim Abschiede nahm Silvio meinen Arm und hielt mich auf. Ich habe mit Ihnen zu sprechen," sagte er leise. Ich blieb. Die Gäste waren fort; wir saßen einander gegenüber und rauchten unsere Pfeifen. Silvio schien jetzt besorgt, und ich vermißte jede Spur seiner früheren Lustigkeit. Sein Geficht war düster und bleich. Es hatte geradezu ein dämonisches Aussehen, wie er so dasaß, mit rauchendem Munde und großen, funkelnden Au gen.. Es vergingen einige Augen blicke, dann brach Silvio das Schweioen. Es kann sein, daß wir uns nie wiedersehen," sagte er mir, vor dem Scheiden wollte ich mich mit -Ihnen aussprechen. Wie Sie bemerkt haben können, mache ich mir nichts aus anderer Leute Meinung, Sie aber liebe ich, und ich fühle, daß es mir schwer fällt, von Ihnen falsch beur theilt zu werden." Er machte eine Pause, um seine ausgegangene Pfeife zu stopfen; ich saß mit niedergeschlagenen Augen da und schwieg. Es befremdete Sie," fuhr er fort, daß ich von diesem betrunkenen Nar ren R. keine Genugthuung verlangte. Sie müssen doch zugeben, daß, da ich die Wahl der Waffen zu treffen hatte, sein Leben so ziemlich in meiner Hand lag, meines dagegen fast ganz sicher war; ich könnte mein Benehmen I meiner Grobmuth zuschreiben.

I aber ich will nicht lügen. Wenn ich

den R. hatte betrafen können, ohne mein Leben überhaupt zu gefährden, so würde ich meiner Rache für nichts entsagt haben!" Erstaunt sah ich Silvio an. Sein Geständniß hatte mich geradezu verblllsst. Er fuhr fort: ..Ja. so ist es. ich habe kein Recht, mein Leben in Gefahr zu bringen! Vor sechs Jahren bekam ich tnt Ohrfeige, und mein Feind ist noch bis jetzt am Leben!" Meine Neugierde war über alle Maßen erregt. Sie haben sich also nicht geschla gen?" fragte ich. Sie wurden gemnoeril i rtu v. ch schlug mich mit ibm." ant wartete Silvio, hier ist ein Anden ken an unseren Zweikampf." Er holte aus einer Hutschachtel eine rothe Mütze mit goldener Borte und Troddel hervor? und setzte sie auf. ein Zoll über der Stirn war die Mütze von einer Kugel durchbohrt. Sie wissen," sprach Silvio wei ter. last ich im Husarenregiment gedient habe. Meinen Charakter kennen Sie auch; ich bin es gewöhnt, eine große Rolle zu spielen. In meiner Jugend war das mein einziges Bestreben. Zu unserer Zeit war das Raufboldenthum in Mode, ich war der erste Raufbold in der Armee! Wir prahlten mit unseren Trinkgela gen; manchen wackeren Zecher habe ich unter den Tisch getrunken, selbst r.i den berühmten Burzow, den Deniß Dawrdow besungen hatte! Zwei kämpfe gab es in unserem Regiment fortwährend, an allen war ich bald als Zeuge, bald activ betheiligt. Meine Kameraden vergötterten mich, und die Reaimentscommandeure. die sehr oft wechselten, sahen mich als ein unausrottbares Uebel an. Ich genoß ruhig oder unruhig den Triumph meines Ruhmes. Da plötz lich wurde ein junger Mann aus reichem Hause zu unserem Regiment versetzt, seinen Namen will ich nicht nennen. Nie sah ich ein gleich glä'n?endes Kind des Glücks! Denken Sie sich: Jugend, Klugheit, Schönheit, vereint mit der tollsten Lustigkeit, mit der sorglosesten Tapferkeit, ein vornehmer Name, Geld, welches er ungezählt besaß und welches bei ihm nie alle wurde: stellen Sie sich nun vor, welchen Einfluß er auf seine ganze Umgebung ausüben! mußte. Meine Herrschaft war erschüttert. Bon meinemRuhme angezogen, suchte er meine Freundschaft, aber ich nahm ihn sehr kühl auf. und er entfernte sich von mir ohne Bedauern. Ich fing an. ihn zu hassen. Sein Glück beim Regiment und bei Frauen brachte mich zur Verzweiflung. Ich suchte Streit mit ihm, auf meine Spottgedichte antwortete er mit dergleichen, welche stets witziger und spitziger erschienen. als die meinigen, natürlich waren seine lustiger, denn er scherzte, während ich wüthete. Endlich kam dtt Katastrophe: w:r waren zu emem Gutsbesitzer zum Ball eingeladen. Die Bevorzugung, welche meinem Rivalen von allen Damen und beson ders von der Hausfrau, der ich den Hof machte, zu Theil wurde, brachte mich ganz von Sinnen. Ich trat zu ihm und sagte ihm eine Platte Grobheit in's Ohr, er brauste auf und ohrfeigte mich, wir griffen zu den Säbeln, die Damen wurden ohnmächtig man bracht uns ausemander. In derselben Nacht fand der Zweikampf statt. Zur festgesetzten Stunde war ich mit meinen drei Zeugen am bestimmten Orte. Es fing schon an zu tagen. Die Sonne ging auf und sandte die ersten Strahlen auf die erwachende Erde. Ich sah ihn von Weitem, er kam zu Fuß, imWaffenrock mit Säbel, begleitet von einem Sekundanten. Wir gingen ihnen entgegen. Mein Rival näherte sich langsam, m der Hand hielt er seine mit Kirschen gefüllte Mütze. Die Zeugen maßen für uns zwölf Schritte ab. Ich sollte zuerst schie ßen, aber in mir kochte und tobte es, so daß ich meiner Hand nicht sicher war ; um mir Zeit zum Abkühlen zu gönnen, trat ich ihm den ersten Schuß f i"w l. . cm ao, mem eino roiuigie nicyr ein. ujcan ließ das Loos entscheiden, und den ersten Schuß bekam er, das beneidens werthe Kind des Glückes ! Er zielte und traf meine Mütze. Jetzt war Die Reihe an mir, sein Leben war in mei ner Gewalt, endlich ! Ich starrte ihn forschend an, um jeden Schatten einer Unruhe zu erspähen, umsonst ! Er stand vor der Pistole und suchte sich die reifsten Kirschen aus seiner Mütze her aus. Die Kerne, die er ausspuckte, flogen zu meinen Füßen. S:ine Gleichgiltigkeit ließ mich überlegen. .Was nützt es dachte ich mir, wenn du ihm jetzt das Leben nimmst, welches für ihn gar keinen Werth zu haben scheint !" Da durchzuckte mich eia böser Gedanke. Ich senkte die Pistole. Ich glaube, daß Sie jetzt keine Zeit zum Sterben haben," sagte ich. Sie belieben ja zu frühstücken, ich will Sie nicht stören, ich kann warten." Sie stören mich gar nicht," erwidert: er. schießen Sie nur. übrigens, wie es Ihnen beliebt ; Ihren Schuß haben Sie bei mir zu gute ich bin st:ts zu Ihrer Verfügung!" - Ich wandte mich hierauf zu den Zeugen, erklärte ihnen, daß ich heute nicht schießen wolle, und das Duell war zu Ende. Ich nahm meinen Abschied und ent fernte mich hierher. Seit der Zeit verging kein Tag. ohne daß ich an meine Rache gedacht .... Jetzt hat meine Stunde geschlagen.... Silvio nahm aus seiner Tasche den heute er haltenen Brief heraus und zeigte ihn mir. Jemand (wahrscheinlich sein Vertreter) schrieb ihm aus Moskau, daß die 'gewisse Person im Begriffe sei, ein junges und schönes Mädchen zu heirathen. - . .Sie errathen." faste Silvio, .wer

die gewisse" Person ist. Ich reise nach Moskau. Wir wollen sehen, ob er den Tod vor seiner Hochzeit auch ebenso gleichgiltig erwarten wird wie damals mit den Kirschen !" Mit diesen Worten sprang Silvio auf, schleuderte die rothe Mütze zur Erve und lief im Zimmer auf und ab wie ein Tig:r in feinem Käfig. Ich hatte ihm schweigend zugehört, seltsame, wioersprechende Gefühle bemächtigten sich meiner .... Sem Diener kam herein und meldete, daß die Pferde fertig seien. Silvio schüttelte mir kräftig die Hand, wir umarmten uns. Er sehte sich in den Wagen, wo schon zwei Koffer lagen, einer mit seinen Pistolen, der andere mit seinen Sachen. Wir nahmen noch einmal Abschied, und in vollem Trao trugen ihn die Pferde davon. Mehrere Jahre waren verstrichen ; verschiedene Umstände hatten mich veranlaßt, den Militärdienst zu verlassen und mich der Landwirthschaft zu wid men. In einem kleinen Dörfchen, weit weg von der Kreisstadt wohnend, führte ich ein eintöniges Leben und sehnte mich oft nach dem früheren sorglosen und lustigen Stande zurück. Am schwersten fiel es mir immer, die unendlich langen Herbst- und Winterabende ganz allein zu verbringen. Alle Bücher, welche ich in der kleinen Ahnenbibliothek vorfand, kannte ich bald auswendig ; ich ließ mir von der alten Haushälterin Märchen erzählen, ss viele sie ihrer wußte, doch nichts konnte meine Langeweile verscheuchen. Ich versuchte es mit dem unversüßten Beerenschnaps, aber davon bekam ich Kopfschmerzen ; aufrichtig gestanden hatte ich Angst, ein Gewohnheitstrinker zu werden, wie viele von den, Grundbesitzern in unserem Kreise. Nahe Nachbarn hatte ich nicht, außer zwei oder drei Trinkern", deren Unterhaltungen für mich nichts Anziehendes hatten, da war mir die Einsamkeit doch lieber!.... Endlich kam ich auf den Einfall, meine Abende dadurch ZU kurzen, daß ich recht spät Mittag aß und recht früh schlafen ging, und dieses Mittel blieb nicht ohne Wirkung, denn ich fing an, mich körperlich und geistig wohler zu sühlen.... Ungefähr vier Werst von meinem Gütchen entfernt lag das reiche Rittergut der Gräfin B; dort wohnte für gewöhnlich nur der Verwalter, und die Gräfin selbst hatte das Gut nur einmal, im ersten Jahre nach ihrer Hochzeit, etwa einen Monat bewohnt. Da, nn Frühlinge des zweiten Jahres meines Eremitenlebens, verbreitete sich die Nachricht, daß die gräfliche Familie im Sommer ihr Gut besuchen werde, und wirklich kamen sie Anfangs Juni. Die Ankunft eines reichen Nachbars ist gewöhnlich ein epochemachendes Ereigniß für die ganze Umgegend. Die Gutsbesitzer, wie auch ihr Haus- und Hofgesinde sprechen und streiten über solch ein Ereigniß ganze zwei Monate vorher und ganze drei Jahre später. Was mich anbelangt, so hatte die An kunft der jungen lutb,. wie man sich erzählte, wunderbar schönen Nachbarin einen .großen Eindruck auf mich ge macht ; ich brannte formlich darauf, sie zu sehen, und den ersten SonntagNachmittag nach ihrer Ankunft machte ich mich auf den Weg, um den gräfli chen Herrschaften, meine Aufwartung als nächster Nachbar und allerunterthänigster Diener zu machen. Ein Lakai führte mich in das Kabinet des Grafen und ging selbst, um mich- anzumelden. Das geräumige Zimmer war mir dem größten Luxus ausgestattet ; an den Wänden standen Bücherschränke und auf denselben Büsten von Bronze ; überall Marmor, Spiegel und kostbares Porzellan; die Diele war mit grünem Tuch be schlagen und mit prachtvollen Teppichen bedeckt. In meiner armseligen Woh nung war ich längst von all dem Luxus entwöhnt ; kein Wunder, daß ich mir jetzt vorkam wie ein Bittsteller aus der Provinz beim allmächtigen Minister. Die Thür öffnete sich ; ein schöner. Mann von etwa 32 Jahren kam lebhaft auf mich zu und begrüßte mich freundlich und liebenswürdig. Ich faßte Muth und fing an, mich vorzustellen, aber er unterbrach mich und verwickelte mich in ein Gespräch, nach? dem er mich zum Sitzen genöthigthatte. Ich begann auszubauen, als. plötzlich auch die Gräfin hereintrat. Es war wirklich gar nicht übertrieben, was man sich von ihr erzählte, denn sie war eine vollendete Schönheit. Der Graf stellte mich vor ; ich wollte un 5-fangen lrschi'.nl?, aber fühlte mich sehr besangen und wurde einsilbig ; um mir Zeit zum Sammeln zu geben, begannen die Beiden ein vertrauliches Gespräch, als wenn sie mich als alten Bekannten und guten Freund betrachteten. Unterdessen ging ich im Zimmer umher und besah die Bücher und Bilder. Bon Bildern bin ich kein großer Kenner, aber eines fesselte meine Auf merksamkeit. ES war eine Landschaft aus der Schweiz, aber was mich anzog, war nicht die Landschaft selbst, sondern der Umstand, daß dieses Bild von zwei Kugeln durchbohrt war, welche Kugeln auf einander saßen. Das war ein guter Schuß," wandte ich mich zum Grafen. Ja," antwortete er, ein seh? merkwürdiger Schuß. Schießen Sie gut ?" fragte er dann. Ziemlich gut," versetzte ich erfreut, ein mir nahe stehendes Thema gefunden zu haben, auf dreißig Schritt fehle ich eine Karte nicht, na türlich aus bekannten Pistolen." Wirklich." sagte darauf die Gräfin er staunt, Und Du, mein Freund, wür dest Du eine Karte auf dreißig Schritt treffen ?" Wir können's mal ver suchen," sprach der Graf, früher habe ich gut geschossen, aber nun sind es wohl schon vier Jahre, daß ich keine Bistole in der Äand aebabt." Ja

Herr Graf, dann gehe ich sede Wette ein, daß Sie die Karte auch auf zwan zig Schritt nicht. treffen. Die Pistole erfordert tägliche Uebung, das weiß ich aus eigener Erfahrung. In unserem Regiment: war ich einer der besten Schützen. Einmal traf es sich, daß ich einen ganzen Monat nicht geübt hatte und was meinen Sie, Herr Graf, was nachher geschah ? Beim ersten Schießen fehlte ich eine Flafche auf zwanzig Schritt viermal hinter einander ! Wir hatten damals einen Rittmeister, einen Witzbold und SpaßVogel ; der war beim fatalen Schießen anwesend und meinte : Ja, Brüderchen, man sieht deutlich, daß Dir das Herz fehlt, eine Flasche zu zerschlagen ! Nein, Herr Graf, die Uebung darf man nicht unterlassen, sonst ist man seines Schusses nie sicher. Der beste Schütze, den ich je gekannt, schoß jeden Tag wenigstens dreimal vor dem Mittag. Das war bei ihm schon Regel, gerade wie ein Schnaps vor dem Essen." Der Graf und die Grafu: waren sichtlich erfreut, dafr ich gesprächig geworden war. Und wie schoß er ?" fragte mich der Graf. Nun so, zum Beispiel : steht er an der Wand eine Fliege sitzen Sie lachen, Frau Gräfin ? Bei Gott, wahr ist es!. Sieht er eine Fliege und ruft gleich : Kuska, die Pistole! Kuska bringt ihm ine geladene Pistole. Er schießt und drückt die Fliege in die Wand !"' Merkwürdig." sprach der Graf., und wie hieß der Mann ?" .Silvio Silvio !" rief jetzt der Graf, indem er von feinem Sitze aufsprang. Sie kannten Silvio'?" Wie sollte ich ihn nicht kennen,. Herr Graf, waren wir doch Freunde ;. m unserm Regiment war er wie ein. Kamerad aufgenommen ; aber es sind schon fünf Jahre verstrichen, ohne daß, ich von ihm etwaZ gehört. Also haben: Sie ihn auch gekannt ?" Ja, ich, habe ihn sehr gut gekannt. Und hat er Ihnen vielleicht eine sonderbare Geschichte erzählt....." Etwa über eine Ohrfeige,, die er von einem Taugenichts auf einem Balle erhaltat ?" Hat er Ihnen auch den Namen dieses Taugenichts mitgetheilt V Nein, das hat er nicht ! Ach, Herr Graf," fuhr ich fort, die Wahr heit errathend: verzeihen Sie, ich wußte nicht ..... . waren Sie es denn?" Ja,, ich war es,"' sagte der Graf verwirrt, und das .zerfchossene Bild ist ein Andrnken an unsere letzte Begegnung" Ach,, lieber Freund," bat ihn die Gräfin : bitte, erzähle es nicht, ich' bekomme- schreckliche Angst, wenn ich zuhöre."' Nein," sprach ihr Gatten ich werde Alles erzählen : er weiß,, daß ich seinen Freund beleidigt habe, er' soll" auch erfahren, wie Silvio- sich gerächt' hat. Hören Sie zu!" Und der Graff erzählte mir Folgendes Bor, sünf Jahren war unsere Hochzeit. Den ersten Monat verlebten wir hier, iir diesem Dorfe. Diesem Hause hier verdanke ich die- besten Stunden meines Lebens und. eine der schwersten Erinnerungen !" EinesAbends ritten wir mit meiner .Frau spazieren ; das Pferd meiner Frau wurde störrig sie erschrak, gab mir daS Pferd ab und ging zu Fuß nach Haufe.. Ich ritfc voraus. Auf dem Hofe, sah ich einen Postwagen ; man meldete mir, daß in meinem Kabinet ein Mann, sitze, der seinen Namen nicht habe, nennen wollen, sondern nur angegeben hatte,, mich sprechen zu müssen. Ich ging hinein und sah in der bereits. dunklenStube den Mcmn neben einem Fenster stehen. Ich trat an ihn heran, und sah ihm iu's Gesicht er aber fragte mich mit zitternder Stimme : Erkennst Du mich, Graf?" Silvio," rief ich und ich gestehe, daß ich damals fühlte.wie meine Haare auf dem Kopse stchr sträubten. Ich bin es.' antwortete ex, ich habe einen Schutz bei. Dir gur ich bin gekommen-., um meine Pistole zu entladen, bist Dn bereit ? Die Pistole steckte m seinem Gürtel. Ich? maß zwölf Schritte ab, stellte mich in: den Winkel da und bat ihn, schnell zu schießen, noch bevor meine Frau heimgekommen. Er zauderte ; dann verlangte er Lichr. Man brachte Licht. Ich verschloß die Thür und befahl, daß man unS allein lasse ; hierauf vat ihn wieder, zu schießen. Er nahm die Pistole heraus und zielte.... Ich zählte die Sekunden Ich dachte an ste . . . . Es verging eine schreckliche Minute! Silvio senkte den Arm. Es thut mir leid." sprach er, daß die Pistole nicht mit Kirschkernern geladen, ist. eine Kugel ist schwer ! Es scheint mir aber, daß hier kein Zweikampf,, sondern ein Mord stattfinden soll, ich bin es nicht gewöhnt, auf einen Wehr. losen zu schießen. Fangen wir von Neuem an und lassen wir das LooT entscheiden, wer zuerst zu schießen hat.Mein Kopf schwindelte Ich glaube, daß ich mich anfangs wei gerte .... Dann luden wir noch cme Pistole, drehten zwei Zettel zusammen, und er legte beide in die rothe, einst von mir durchschossene Mütze. Ich zog wieder die erste Nummer. Du hast verteufeltes Glück. Graf," sagte er mir mit einem Spott, den ich nie vergeffen werde. Ich verstehe nicht, wie mir zu Muthe war, und wie er mich dazu zu bringen vermochte, daß ich schoß. Ich feuerte meine Pistole ab und traf dieses Bild." Der Graf tt:3 auf die zerschossene Landschaft ; sein Gesicht glühte, seine Hänse zitterten, 'die Gräfin war weiß wie das Tuch, welches sie in der Hand hielt. Ja. ich schoß," fuhr der Graf in seiner Erzählung fort, und Gott sei es gedankt, ich fehlte ihn, hierauf hob Silvio seine Pistole und zielte auf mich. Da wurde die Thür aufgerissen, und meine Frau stürzte auf mich zu. Ihre Anwesenheit brachte mich zur Besinnung. .Meine Liebe," sagte ich. siehst Du denn nicht, daß wir spaßen ? Weshalb ängstigst Du Dich ? Geh.' trink ein

U)las Wajfer und komme wieder zurück ; ich werde Dir dann meinen alten Freund-vorstellen." Marie glaubte noch immer nicht, sie wandte sich an Silvio und fragte : Sagen Sie, ist es wahr, was mein Mann spricht ? Ist es wahr, daß Ihr nur Spaß treibt ?" Er spaßt immer, Gräfin," antwortete Silvio, einstmals hat er mich zum Spaß geohrfeigt, spaßend hat er diese Mütze auf meinem Kopfe durchschossen, und im Spaß hat er eben an mir vorbeigeschossen, jetzt aber habe ich Verlangen bekommen, zu spaßen lu Mit diesen Worten richtete er seine Pistole auf mich in' ihrer Gegenwart ! Marie warf sich ihm zu Füßen. Stehe auf, Marie, schäme Dich," rief ich voll Wuth, und Sie, mein Herr, hören Sie auf, eine arme Frau zu verhöhnen. Werden Sie schießen oder nicht ?" .Hch werde nicht schießen," sprach Silvio, jetzt bin ich schon zufrieden, ich sah Deine Verwirrung. Deine Angst, ich habe Dich gezwungen, auf mich zu schießen ich' habe genug. Du wirst meiner geden-' ken ! Ich überlasse Dich Deinem Gewissen." Nach diesen Worten ging er hinaus, blieb an der Thür stehen, blickte auf das von mir getroffene Bild, schoß darauf, ohne zufielen, unwverschwand. Ehe ich zu mir kam, war er wieder in seinen Wagen gestiegen, und fort war er !" Der Graf hatte geendet. Auf diese Weise also erfuhr ich das Ende der Geschichte, deren Anfang mich damals so wunderlich berührt hatte X Den Helden der Geschichte habe ia. nie wieder-' gesehen. Man erzählte, daß Silvio während des Aufstandes von Alexander Ypfilanti eine Partie Etheristen befehligt und in der Schlacht:bei Scul-' jkmy) gefallen sei.

Ute utz Rubinsteitt f ennttr lernte. STon Franz Fridbcrg. CineS Abends begleitete ich Moritz Käßmayer, den namentlich durch das Udel-Quartett auch in Berlin bekannt gewordenen. Componisten, zur Bahn. Er wollte zu seiner Familie, die aus dem Lande wohnte. Wie wir in's Wartezimmer eintreten, hören wir ine Stimme hinter uns sie klang ungefähr, wie Sonnenthal, wenn er hustet Käßmayer, Käßmayer!" Rubinstein!" schreit Käßmayer augenblicklich, und als wir uns umkehren, stehen wir vor. Anton Rubinstein. Schön, hak Ihr-da seid Käßmayer", rief er ärgrf 1 jr. . , ... r r" .. r i . . i in ua),.iof langnxuc micy surcyiern;. Und nun erzählte er uns, er wollte nach Prag, in seinem Hotel aber hatte er sich consequent. geirrt und anstatt Prag Budapest gesagt, worauf er natürlich zum Zuge, nach Budapest befördert wurde.-. Alö. er sein Billet nach Prag V f ( m m m loien womersuyr er, vag mttx Zug drei Stunden später abaina. Nun saß er fest und, wußte nicht, wie die Zeit. ms dahm'. todtZÄschlaaen. Da-Jbr-aber hier.' seid,, wollen wir einstweilen einen Tarvk machen." Er hatte dieses spezifisch österreichische Kartenspiel in. Wien erlernt, und sogleich eine Leidenschaft dafür gefaßt. Mein Zug geht ja bald", wendete. Käßmayer uju Macht. nirr Ihr könnt mit dem nächsten Zuo, fahren." Schön,. wir gingen in's nächstliegende Cafehaus und fingen an. zu tarokiren. Nach ungefähr einer halben Stunde erhob sich Käßmayer: Nun kann ich aber nicht mehr, mein letzte?! Zug geht." Nein.. nein", bat Rubinstein, Ihr. müßt hier bleiben, Käßmayer, Ihr dürft nicht fort!" Aber, lieber Freund, ich komme :'ia: sonst nichr nach Hause." Schadet nicht, Ihr könnt morgenfahren, Ihr feid noch jung. Ihr sönnt; morgen. nach Hause!" Welche Argumente. Käßmayer auch vorbringen mochte er blieb immer dabei: : Ihr seid noch, jung, Ihr könnt morgerr-nach Hausen"' Wenn aber ein Rubinstein bittet,, giebt's keinen Widerstands und Käßmayer blieb. Nicht lnge darauf kam für Rubinstejn die Abfahrtszeit. Freund Anton war aber nicht vom FlecLzu: bringen. Noch eine Runde", bat.'er;.mr noch eine Runde", so lange, bis. der Zug richtig ohne ihn-abging. Niischewo", meinte er gleichgiltig, können warten in Prag, .werden nicht drnn sterben." Wir spielten weiter, bisdas Cafegeschlossen wurde. Die. Leidenschaft Rubmstein's war aber einmal entfacht und da war kein Halten: mehr. Wir. mußten mit ihm in seinc Hotel zurück, wo er ein splendides Souprr, begleitet van einem Dutzend Maschen Champagner, auffahren ließ,,iinJ& wir setzten, den Tarok fort. Interessant war die Spielweise Rubmstein's zu beobachten. Er sann über jede Karte nach,, als gelte es, eine neue Oper zu componiren. War seine Karte aber doch nicht, die richtige, dann schlug er mit mächtiger Faust auf den Tisch, daß die Fen.ster klirrten, wobei er so eigenthümlich verschluckte. Sätze von stch gab, wie dumm, ich bin. schreck lich dumm, Du lernst s nie",, untermengt mit russischen Flüchen. Um sechs Uhr des Morgens ging der nächste Zug nach Prag. Wir drangen jetzt ernstlich in ihn, worauf er widerstrebend nachgab. Sein Leichtsinn hat stch furchtbar an ihm gerächt, er verlor 96 Gulden. Das Souper mit Inbegriffen", meinte er mit komisch - tragischer Micue, macht das mindestens eine balbe Csncerteinnahme in der Provinz." Wir brachten ihn ;r Bahu. Als stch der Zug in Bewegung setzte, beugte er stch weit aus dem Coupeefenster heraus und rief uns fröhlich zu: Kinder, wenn Ihr wieder einmal etwas Kleingeld braucht, so schreibt mir!" Verr'acyrung. Merkwürdig Wenn die Frauen eine Niederlage er. litten haben, ziehen stch die Männer zu rück. .

Sür bte Kalbs k 5P fsuppe. Ein halber oder ganzer, fauber geputzter" Kalbskopf wird mehrere Stunden gewässert, dann in Wasser mit Salz drei Stunden gekocht. Einige Möhren, Porree, Selleriö werden in klein? Stücke zerschnitten ud in die Brühe gethan, ebenso thut mezi zwei mit etlichen Nelken besteckte Zwiebeln, ein Kräuterbündelchen, drnxje' Pfefferkörner hinzu, verkocht di Brühe eine Stunde damit und gießt ste' Kurch ein Sieb. Nun zerläßt man etwas Butter, rührt drei Eßlöffel Zltzehl ' hinein, löst die Mehlschwitze Mit Brühe auf Md giebt es zur Suppe. Fleisch des Kopses wird in Stre:fcken geschnitten, in die Terrine geth. und die kochende Suppe darauf gegen. Parmesan -Klößchc: zu Suppe. Eine Unze altbacken -8, geschältes Weißbrod wird in kleine 'Würsei geschnitten und mit zwei llnzrn Butter, einigen Löffeln heißer Bouillon auS Fleisch - Extrakt, einer Messerspitze gestoßener Muskatblüthe und Salz fs lnge auf gelindem Feuer verrührt, bss die Masse stch von der Kassesolle loslöst. Nachdem ste etwas abgekühlt ist, mischt man zwei ganze Ei?r, zwei bis drei Dotter, den Schnee von dem Weißen der Eier, zuletzt zwei Unzerr geriebenen Parmesankäse dazu,' sticht mit ernem in kochende Brühe getauchten LösA von dem Teig kleine Klo-ße' läßt sie in Bouillon gar kochen und' gibt die. Suppe auf. ' B'5 5uf ä la Mode. Marr nimmd je nach Bedarf vier bis sechs -Pfund schönes, -iltschlachtenes Ochsenfleisch, vom Schwanzstück oder das sogenannte. Blumenstück, klopft es tüchtig,.wäscht'es.. svutt es mit einer großen Spicknades mit ziemlich dickem Speck.schnürt e&mit einem Bindfaden, damit das-'Fleisch' dicht beisammen und auswiese Art saftiger bleibt, und reibt es mit: Salz und Pfeffer ein. Dann belegt man- den Baden eines tiefen Kasserolls mit Sprrksch:iben, etwas geschnittenem' Wurzelwcrk, einem Lorbeerblatt.und einem: Stückchen Brodrinde,, gießt halb lth- oder Weißwein und' halb Fleischbrühe oder Wasserdarüberi.daß daä Fleisch damit bedeckt!ist,.deckt?eKfest,zi! und läßt es dier bis' fünf. Stunden: langsam dampfen, indem lMawe zwei- bis dreimal umwendet, aber-nach' jedem Mal wieder" rafch zudeckt.. Wenn es gan mürbe ist, nimmt man es aus d' Brühe, verdickt Liefelbe-, welche . und kräftig , sein'muß'. mrt etwa? !V. 1 brauner Buttermehlschwitze, ' ' u ste, seiht ste durch und richtet ' über- das zierlich ar' . .e Fleisch an, die übrige Bru. .an nebenbei in einer Säuciere m. . '.rvirt Schmorkartöffelchen, Walkaronr oder dergleichen dazu. E piZg r a m nr ixarr. Hühnern. Bon zwei bis drei, jungen, fleischigen Hühnern löst man die? Brüste und die Keulen aus. trennt die Haut von ersteren,. spickt ste und. dünster ste kurz vor' dem Anrichten- mit, etwaZ Butter in Bouillon aus Licbig'Z-Fleisch-Eztrakt. Die Keulen dagegen kocht man mit den Gerippen. Salz, Wurzelwerk und tx ner Zwiebel langsam-, weich, entferut dieHaut, entfettet die durchgeseihte Brühe' und macht ste: mit einer Mehl schwitze- und einem Glase Weißwein dick, legirt ste mit- eitrigen Eidottern, läßt sie-erkalten, taucht die Keulen hinein, läßt ste.abtropfen, wendet ste in geriebener Semmel., die mit geriebenem Parmesankäse vermischt ist, und bäckt ste mit (Schwitzbutter hellbraun. Beim Anrichten- füllt : man. in die Mitte der Schüssel ein feines Ragrnt von Kalbsmilch, Ochsengaumen,. Champignons, kleinen Klößchen, belegt dasselbe mit den gedünsteten- Hühnerbrüsten und den gebackenen Keulen und garnirt den Ranw miti Blätterteig: , Fleurons. G crirm ekllenb'ro tche n. Man reibt von acht mvx Tag alten Milch brötchen die Rinde ab rmd schneidet sie der-Länge, nach m der Mitte durch, worauf man behutsam soviel von den Krumen entfernt, daß nur noch ein dürmer Rand, bleibt. .Man rostet die ausgehöhlten Brötchen' und bestreicht ste-dann-innen mit Kräuterbutter. Ge nügend Garnelen daß ste zur Füllung, der. Brötchen reichen, schält man aus, mischt ste mit einer dicken KräuterMayonnaise und richtet die Brotkrusten damit hoch gefüllt auf einer mit Kresse belegten Schjissel an. Die Oberfläche der Garnelenbrötchen wird noch mit Kapern und gewiegter Petersilie bestreut Wenn man Geflügel- Kalbsbraten- oder Fischreste hat, kann man diese, ebenso wie dieGarnelen zum Füllen solcher Brötchen verwenden, oder auch, wenn sie nur sehr geringfügig, stndi mit Garnelen mischen. Ca-drarsalat. Zehn bis zwölf' Unzen ganz frischer, nicht sehr salzig Eaviar wird in einem Porzellan, mörser fo lange immer nach einerSeiterieben, bis er grauweiß aussteht und fein ist, daß er sich durch ein Haarsieb treiben läßt. Hierzu kommt so-., dann: zwei Eßlöffel Tafelöl, der Saft: zweier Citronen und zwei fein gerie-. ben Zwiebelchen. Nun wird dies zufammen wieder nach euier Seite hingerieben, fo daß es euie dicke weiße. Masse gibt. Nun hdf man sechs inder Schale gekochte und in feine längkiche Streifen geschnittene Krtosfeln. und ebensoviele ha??gekoch!e Eier, in; gleicher Weise geschnitten, bereit stehen,, über die obige Suce gegossen wird Auch dieser Salat muß mehrere Stun den ziehen, da man ihn vicht mengen darf.

Der E r z v r 5 tz. Juwelier (nachdem Yr eine Anzahl Brillanten zur Auswahl vorgelkt hat): Nun. Herr Commercienrath, wer die Wahl blt. hat auch die Qual." Commer cienrath: Packen Sie mir alle.s tm -hab' leine Qual nsthial"