Indiana Tribüne, Volume 21, Number 130, Indianapolis, Marion County, 28 January 1898 — Page 3

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... czu IN ALLEN z ADmHFKFM wM Fatttm. Roman von C. Zoeller-Lionhart. (Fortsetzung.) Qb'man doch lieber' zu Hause bleibt?" meinte Doktor Koch etwas ängstlich. Aber davon wollte Gmevra nichts hören, die in glühendem Kindereifer sie Alle nun überstimmte und zum eiligen Aufbruch trieb, um Un Anfang der Pantomime' nicht zu ve?lieren. Harald Erler empfahl sich hastig. Er war nicht in der Stimmung, den theatralischen Blödsinn mit anzusehen. Er hatte etwas Anderes. Wichtigeres vor. etwas, was er sü. ,eine erste, vornehmste Pflicht hielt. Er ließ sich im Albergo Centrale Papier und Schreib zeug auf sein Zimmer bringen und sekte sich nieder und schrieb einen ausführlichen, wahrheitsgetreuen Bericht über Alles, was Jsa seit den Wochen ihrer Berheirathung begegnet war, an ihren Vater, bekannte ihm seine desperate Lage, seine Wünsche, Hoffnungen für die Zukunft und bittet um sein sofortiges thatkräftiges Einschreiten, während die aufregenden Klänge der stürmisch getanzten Tarantella aus dem Ballsaal zu ihm herüberschallen. Eben, da dieWanduhr hell die halbe Stunde nach neun angibt, will er mit kühnem Zug seinen Namen unter das wichtige Schriftstück setzen, eben setzt wieder eine bacchantisch wilde Tanzweise ein und er glaubt, die Paare im tollen Reigen sich drehen zu sehen, so dröhnt und scharrt und tobt es, da Was ist das ist der Fauteuil. in dem er sitzt und der an die Rückwand deö Zimmers geschoben, denn rein behext? Beginnt er auch die tollen Wen düngen, das Wiegen und Schaukeln des aufregendenNationaltanzes da nebenan, oder sind's seine überreizten Nerven, die mit ihm den unheimlichen Spuck treiben? Großer Gott!" Er schreit es aus geängstigter Seele heraus und mit ihm in tausendstimmigem Echo eine entsetzte, todterschrockene Menge. Ein unbeschreiblich dumpfes Getöse durchschneidet die Luft. Durch das Zimmer geht's wie ein Schuß. Aus dem Vallsaal hallt ein einziger grauenhaft zum Himmel steigender, vielstimmiger Todesschrei dann ist Alles still fürchterlich still Musik und Menschenstimmen sind verstummt, um ihn herrscht das Schweigen des Todes. Das Licht ist verlöscht, um ihn ein Knirschen. Knacken.Zerbrechen. er weiß nicht wovon, woher. Nun hagelt es von oben herab auf ihn nieder imDunkein und vor Schreck versteinert sitzt er regungslos da wie gelähmt In der Bretterbude mit einem Dach von Segeltuch ging eben der Vorbang auf. Policinell stand auf der Bühne und die kleine Ginevra. die Z?rau Doktor Kochs Arme in die Höhe hielten. klatschte jubelnd in die Händchen. Durch den Raum geht plötzlich ein furchtbarer Stoß, ein ohrbetäubendes Getöse erschallt, als wenn eine Legion Kanonen unterirdisch dahinrasselt. Der Boden hebt und senkt sich, wie sturmbewegte Meeresfluth. Das Pub. likum bildet ein wild durcheinander gewürfeltes Knäuel und Flammen züngln aus den herabstürzenden Petroleumlampen umher. Mit einem fürchterlichen Krach barst die Holzbude auseinander und nun wälzt, was noch lebt, was athmet, in wahnsinniger Angsi hinaus ins Freie, hinaus in die jäh aufsteigende, riesengroße StaubWolke, die Alles umwogt, blendet, erstickt. Sie halten sich fest umklammert die Drei und Mining, das zitternde Kind an ihre Brust gepreßt in dem furchtbaren Graus der untergehenden Welt, bis Strohfackeln und brennende Kienspähne die stockfinstere Nacht durchlohten, bis jammernde, wehklagende, halbnackte Menschen in wahnsinniger Flucht vorüberstoben und sie. sich fest an den Händen haltend, über Schutt und Trümmer und Leichen und Aech zende, sich auch den Weg bahnten in mühevollster Anstrengung bis hin zum Meer. Halb bewußtlos, nur vom Selbsterhaltungstrieb gehetzt, waren sie vorgedrungen. Dann stand Mining Koch plötzlich still und ihre Arme anklagend gen Himmer werfend, bricht sie in einen Wehelaut aus: Wo ist Jsa? Jsa! Jsa! - gellt es angstvoll in die Nacht hinein und eS antwortet in haarsträubendem Graus das fürchterliche Nothschreien der Bedrohten. Stöhnen, Wimmern derSterbenden, das dumpfe, erstickte Aechzen der Verschütteten, das gelle Lachen derer, die diese Schreckensnacht wahnsinnig gemacht Nur eine Sekunde halte Harald schreckbetäubt dagesessen, nun dämmcrt ihm eine Erklärung des furchtbaren Naturereignisses und damit schwindet die Lähmung des Entsetzens und volle Geistesgegenwart kehrt ihm schnell zurück. Ohne aufzustehen, tappte er mit den Händen nach der Zündholzschachtel auf dem Tisch und machte Licht. Das über ihm lieqende Zimmer war in seines herabaestürzt. aber der Himmel selber mußte ihn geschützt haben. In Trümmern lagen die zerschlagenen Möbel um ihn tx, altx gerade jene Stelle, wo er saß. war unversehrt geblieben. Durch einenalücklichen Zufall hatten. BalkenNückeLerscbJlun25-

Lretter und alle Art Häusgeräth eine Art von Schutzdach gebildet, unter dem er wohlgeborgen wie in Abrahams Schooß saß. Aus seiner Höhle grub er sich langsam und mit größter Vorsicht durch, um nicht das Gebäude über sich zusammenbrechen zu machen, das seinen Schutz gebildet und - dabei raste sein angstgetriebenes Blut, dabei pochten seine Pulse zum Zerspringen in der zitternden Angst: Du kommst zu spät! Was ist ihm die Todesgefahr, da er die Einzige sucht in dem grausen Eh os, die ihm das Leben noch des Lebens werth macht! Er hat sie hinausgetrieben in diese Welt der Vernichtung, er findet sie. lebend oder todt, oder das neue Pompeji mag sie Beide begraben. Furchtlos, die löhendeFackel hochhaltend. die ihm ein mitleidiger Kunstgenosse in die Hand gedrückt, schreitet er weiter und weiter. Schrie er so gräßlich auf? Jsa! Jsa!" gellt e3 jammernd durch die stockfinstere Nacht, und nun kommt ein schwaches Echo, ein leiser, halberstickter Klagelaut. Er kennt das antike Armband, diese schillernde Schlange mit dem funkelnden Juwelen Augenpaar, die sich ein halbes Dutzend Mal .m diesen zarten Arm schlingt, der auS dem Trümmerhaufenwie ein schreckltcher Wegweiser emporstarrt. Er stürzt sich darauf wie von Sinnen. Sie arbeiten mit verzweifelter Ent' schlossenheit, deckten die Steinmassen weiter und weiter ab, und nun entsteigt sie unversehrt ihrem lebenden Grabe. Wie aus der Erde gewachsen steht Mining Koch daneben, die die Unruhe vom sicheren Zufluchtsplatz zurückgetrieben, und nun ermahnt sie die Glückstrunkenen zum schnellen Rückzug. denn jeder Schritt ist neue Gefahr Schon eilkn sie dem Meer zu. schon glaubt sich Mining mit Allem, was ihr theuer ist. geborgen, da steht Jsa plötzlich still. Hat Einer Hannibal gesehen, ist er gerettet?" Frau Doktor Koch's Stillschweigen gibt Auskunft. Geh' zu Deinem Mann, da ist Dein Platz." sagte Jsa gebieterisch und dann mit ruhiger Festigkeit: Komm, Harald, wir müssen ihn suchen." Stillschweigend gehorchen sie Beide. Die kindliche Frau hatte etwas so Beherrschendes in ihrem klaren Erkennen der Pflicht. Sie suchen, suchen, suchen die ganze Nacht vergeblich! Sie brechen vor Ermüdung fast fchon zusammen. Da graut der Tag herauf, d das furchtbare Schlachtfeld beleuchtet und mit der ersten Hilfe aus Neapel sahen sie in ein Freundesaesicht. Sie schrieen alle Drei vor Freude auf. als Doktor Carl Menz ihnen da entgegentritt. Und nun beginnt die Jaad nach Hannibal Alves auf's Neue. Kein Zureden, kein Bitten des jungen Arztes hilft. Jsa ruht nicht, sie weicht nicht von der Stelle, bis sie ihn todt oder lebend gefunden. Und nun entdecken sie ihn zuletzt. Ein furchtbares Stöhnen zeigt ihnen endlich den Weg. In einer Art Grotte zusammengestürzter Säulen lag er ausgestreckt, das eine Bein derartig zwischen massiven Steinblöcken eingezwängt, daß es ein Gotteswunder schien, ihn zu erlösen. Die beiden Manner arbeiteten, daß ihnen das Blut unter den Nägeln hervordrang, der Steinkoloß hüben und drüben wollte nicht wanken, noch weichen. Jsa rief andere Hilfe von den aus Neapel gekommenen Soldaten herbei. Auch sie strengten vergeblich ihre Kräfte an. schlagt mir das Bein ab, rettet mich, rettet mich!" flehte Hannibal Alves verzweiflungsvoll mit vor Angst hervorquellenden Thränen. W'-e ein Engel des Erbarmens kniete Jsa w ben ihm, flößte ihm Wein ein. näßte ihm die Stirn mit den belebenden Essenzen. dieDoktor Menz bei sich führte. Nun packten sie Alle noch einmal zu mit übermenschlicher Kraft, und die junge Frau feuerte sie an mit Wort und Blick. Dann aber Was hast Du nur?- fragte Jsa beunruhigt. als Hannibal jählings zurückfiel und sie beugte sich besorgt über ihn hin. Ich weiß es nicht, mir wird so sonderbar so eng wird die Luft so schwer " Er tappte wie blind mit beiden Händen in der Luft und dann Es war vorbei.

9. Es war eine Woche später. Sie hatten Hannibal Alves zu Grabe getragen in stiller, ehrerbietiger Trauer, in der heiligen Achtung vor der Majestät des Allversöhners Tod. der über alle Schwächen des Hingeschiedenen den Mantel duldsamer Liebe breitet. Mit einem festen Händedruck waren Harald und Jsa von einander geschieden. ES war noch nicht die Zeit gekommen, der Zukunft zu gedenken. WaS bedürfte es jetzt auch der Worte, die Achtung vor dem Tode niederhielt? Sie wußten ja ohne solche, sie gehörten unwiderbringlich Einer dem Andern. Ich erwarte jede Stunde Nachricht von Hause sagte einige Tage später Jsa zu Frau Doktor Koch. Ich dachte jeden Tag, Papa müsse eintreffen und mich nach Hause holen. Da auf meine Todesanzeige auch nicht das leiseste Zeichen von Hause kam und ich nun glauben mußte, daß Papa vielleicht der Mutter in's Bad nachgereist ist, hab' ich gleich, nachdem wir ankamen, an die Großmutter geschrieben und mir Instruktionen von ihr erbeten. Siehst Du. da kommt auch der Briefträger, vielleicht bringt er mir gute Nachricht und die Entscheidung, er hält ein ganzes Briefpacket mir entgegen. Sie machen Alles wieder gut!" sprudelte es in schnell wiedergewonnenem Lebensmutb aus dem iunaen glücklichen Gei schöpf berauö. Hurrah, auch ein i paar Worte von Harry, er meldet sich ' mit dem Abenddampfer und will den letzten Strich an seine Mignonskizze legen jubelte sie. ein kleines Billet überfliegend. Und daS da, diese große . peile Mrift i? fck Händler Groß.

mama. Nch zreye mtcy vamti zurück unter die Palme, da stört mich ferne Seele, 's ist hier heute ja ausgestorben wie in einem Dornröschen - Zauberschlost." Und nun war Jsa allein, ganz allein. Wie ein rechter Gourmand, der die delikate Mahlzeit sicherst von allen Seiten bewundert, batte Jsa mit ihren Briefschaften cocettirt. sie gewendet und von allen Seiten beäugelt, ehe sie sich entschloß, das große starke Couvert zu öffnen. Briefe solchen Umfangs von der Großmama mußten etwas ganz Besonderes bedeuten. Ein. zwei, drei Schriftstücke. Was heißt das? Eines immer um das Andere gefoL't und beide Einlagen groß mit: Kpie" überschrieben. Will die alte methodisch und pedantisch handelnde Großmama ibr scbon bei Lebzeiten eine Abschrift ihres Testaments zükommen lassen? Glückliche Jsa waZ Du Dir daraus machst! Geld oder Geldeswerth kannDir heute nicht mebr nehmen, was ewig Dein ist! Geld spielt Dir und Harry keine Rolle. Mein liebes Kind!" Welch 'seltsam trockener Anfang, nicht einmal ein: liebe Enkelin" kann sie sich überwinden als Anrede zu gebrauchen. Doch meint Jsa, daß unter der schroffen kühlen Oberfläche ihr häufig ein Unterstrom warmer, verborgener Liebe geflossen sei. Also: Mein liebes Kind!" In Abwesenheit meines Sohnes" wie eigenthümlich! meines Sohnes? warum sagt sie nicht: Deines Vaiers?" liegt mir die traurige Pflicht ob,Dir mitzutheilen, daß Deine Mutter nicht ferner in dieses Hau? zurückkehren wird, in das sie besser nie den Fuß gesetzt hätte. Ich mag Dein Kindesgefühl nicht damit verletzen.Dir die Gründe und begleitenden Umstände mitzutheilen, die Du früh genug noch erfahren wirst. Mag es Dir genügen, daß meinem Sohne damit das schreiendste Unrecht geschieht. Ich dringe seine plötzliche Abreise in vorigerWoche auch mit diesem Umstände in -Verbin-dung. Mir hat er freilich' nicht die Ehre erzeigt, mich mit seinen Plänen vertraut zu machen, wie ich durch Jene, die zwischen uns stand, seinem Herzen überhaupt seit Jahren entfremdet bin. Was nunDeinen Wunsch anbelangt, in Deiner Wittwenzeit Schutz in diesem Hause zu finden, so sieht mir natürlich nicht das Recht zu, ihn Dir absolut zu verweigern. Ich überlasse eö aber Deinem Zartgefühl, wenn Du jene beigefügten Dokumente gelesen und Dich überzeugt hast, wie nur die Großmuth eines verrathenen Herzens Dir durch Jahre einen Platz eingeräumt, der Dir nicht zukommt. Zu meiner Beruhigung weiß ich Dich ja bei Deinen Freunden sehr wohl aufgehoben, denn die veränderten VerHältnisse höben bei mir höchstens die menschliche Theilnahme für Dein furchtbar schweres Geschick. Um eS wenigstens äußerlich sicher zu stellen, babe ich Dir durch meinen Anwalt sofort an die Adresse Deiner Freunde die Summe anweisen lassen, die nach meinem Tode auch meiner Enkelin zuge-

fallen wäre. Vielleicht mildert die Zeit die Herbheit der Empfindungen und läßt das Mitleid mit Deiner Verlasfenheit wieder in den Vordergrund treten. Bis dahin verbleibe tch Deine Dich tiiföeklagende und stetö wohlgesinnte Dorothea Alves, geborene Alves." Jsa griff sich an die Stirn. Was heißt das Alles? Für Dein furcbtbar schweres Geschick" meint sie ihre Wittwenschaft? Sie liest eS kopfschüt-, telnd noch einmal: wie nur die Großmuth eines verrathenen HerzenS Dt einen Platz eingeräumt, der Dir. nicht zukommt " Beilage Nummer eins verdanke ich im Original den unermlldlichen Nachforschungen eines Mannes, der sich aus einem Grunde. der für Dich bedeutungslos ist, beru. fen fühlt, über der Ehre uns:res Hauses zu wachen. Er entdeckte diese Schriftstücke bei Verwandten Deiner Mutter, bei denen sie als Mädchen gewohnt. Mit ihrer gewohnten Sorglosigkeit hat sie sie da zurückgelassen. Nummer zwei und drei. Geburtsschein und Abriß eines Geldscheincs fand ick im Schreibtisch Deiner Mutter, als ich die Papiere, die sie enthielten, ordnete. um sie lhr nachzuschicken.' Der Geldschein wird Dir ein Commentar zu dem Brief liefern, der llerdinos. vorsichtiger Weise nur Chiffre tragt, ch beeile mich mit der Zustellung, um jedem weiteren Unheil vorzubeugen." Jsa's Hände fliegen vor Aufregung, als sie die Papiere ausewanderfaltet. Liebe Rosa." lautete die ersteCopie. die das Datum des letzten October des Jahres 64 trug. Ihr Herz hört auf. so furchtbar zu schlagen, daß eö ihr in den Ohren wie Glocken tönt. Was geht sie das an? Sie ist ja ein volles Jahr später erst auf die Welt gekommen. Sie kann ruhig weiterlesen: Ich war gestern in Vritz und beeile mich zu melden, daß es der Kleinen vortrefflich geht und wir in jeder Weise in der Bäuerin eine gute Pflegemutter gefunden. Daß meine materielle Unterstützung eine dauernd: sein wird, brauche ich wohl nicht besonders zu v:rsichern. Ich bedauere, daß die VerHältnisse stärker sind, als mein guter Wille, ich würde die liebe Kleine gerne an den gebührenden Platz stellen, und in den Schooß meiner Familie aufneh-' men, aber meine Frau, die wohl ahnen mag. daß ich eine kurze Bethörung niederzukämpfen hatte, ist reizbar : und nervös und gerade jetzt habe ich alle Ursache sie zu schonen. Vielleicht ist sie später der Ueberredung zugänglicher und sieht dieses Kind mit freundlicheren Augen an. Jedenfalls werde ich über dem armen Geschöpf Wache halten. , E. E. lgortstzung folgt.) Meerschaumpseifen, lange deutsöe Pfeifen, Ciaarrenspitzen :c., bei Wm. Mucho, 199 Oft Washington Cix. Oöön und rein Soll da Hau et sei ! Die besten Oürsten kauft mn bei S. Cchmedel, HOStz i - .

Chinesische Läden.

Beim Eintritt in einen chinesischen Laden fallen zunächst zahlreiche rothe Papierstreifen in die Augen, die an verschieden! Stellen im Laden aufgeklebt sind. Die darauf befindlichen Schriftzeichen haben für gewöhnlich folgende Bedeutung: das über der Thür, die zur Treppe führt, befestigte Papier be sagt: Auf- und niedersteigend möge dein Gemüth stets heiter sein." und ' das, welches sich über der Eingangslt:i- t.cw.i. cv v. r ? , . iyui uciinoei: tfueoe l rnu oir cci i deinem Ein und Ausgange." Aus dem Geloschranke kann man lesen: Zehntausend Verdienste bringen Reich thum zusammen", und auf dem Glas kästen, auf welchem die kleine Waaschaa le steht: Wage, sei geschäftig, wiege täglich Waaren, welche Tausende von Taels werth sind." Ist es ein Laden, der fast nur mit Ausländern Geschäfte macht, so kann man auf einer der Wän de desselben stets lesen: .Chinesen fried lich Ausländer gute freunde Diese kurzen Sätze werden gewöhnlich auf rothes Papier mittelst Holzklichees gedruckt, die jeder Kaufmann als ein Stück Mobiliar betrachtet. Man wird auch hausig Notizen für die Kunden in Holz eingcschnitten finden, wie z. B.: In diesem Augenblicke stellt eS ein einziges Wort fest"; Morgens und AbendS sind die Preise möglicherweise verschieden", womit gemeint ist daß der Marktpreis sich während des Tages verändern kann. In Nesta'irants findet man mitunter nachstehende Anzeige: D!e geehrten Gäste mögen auf ihe eigene Bagage und Werthsachen Acht geben", eine Erklärung des Wirths, daß er nicht für den etwaigen Verlust dieser Sachen aufkommt. In dcn Wohnzimmern hinter dem Laden und auch in dem wirklichen Geschäftsbureau, falls der Kaufmann kein Tetailhändler ist, kann man Bilder, zuweilen Kunstwerke von wirklich großem Werthe und. eine endlose Menge verschiedener Wand-Rollenschrif-ten antreffen. Dieselben sind Antithefen: zwei Paar Roll-Bilder mit derselben Anzahl von Schriftzeichen. Die Gedanken, welche dieselben ausdrücken, sind etwa folgende: Möge Jung und Alt sich der Gesundheit und deö Friedens erfreuen" oder über der Thür: .Mögen die fünf Segen sich dieser Tbüre nahern", oder: Möge Glück hier stets eine Stätte finden." In dem Fremden zimmer sind diese Sinnsprüche gewöhn, lich nachstehenden Inhalts: Sitz mit ehrbaren Männern"; WaS das Herz begehrt, möge die Hand aussühren"; Weise auf den Tag deiner Rückkehr hm, oder .Erwerbe dir schnell ein Ver mögen und lasse dich in deinem Heimathsorte nieder-. Betritt der Chinese einen Geschästsort. so bringt er nich. nnverzüglich den Zweck seines Besuches vor,' sondern er verschwendet viel Zeit mit Formalitüten. Theetrinken, Aus tausch von HSfllchkeitS'Phrasen, und dann fängt man an sich gegenseitig aus zufragen, was der Grund deS Besuches ist, während einendem andern mißtraut und Furcht hat, zuerst zu sprechen. Der Werth eineS der an den Wänden hängenden Roll-Bilder wird besprochen und vielleicht trifft es sich, daß irgend ein dringendes Geschäft den Insassen des HaüseS zwingt, aufzustehen und hinaus zugehen. ' Diesen .Augenblick nimmt der Besuchende wahr, um seinen Gasige. ber pertraulich auf die Seite zu führen und' den Grund seines Besuches vorzu bringen. Das Geschäft wird dann sü. gewöhnlich in wenigen Minuten erledigt. Im Zvettcrschein. Von F. Erabei t. FS ist schade um Sie!" . Nut Brockstorff lachte höhnisch ms als ihm seine Begleiterin im Lause des GespräckS dies Wort zurief, wiewohl es von ihr tief ernst gemeint war; denn der schöne, stattliche, aber verlebte Mann da vor ihr hatte soeben in satirischer, ja frivolerWeise ihr seine ganze angefressene Weltanschauung, sein ziel!oseZ Leben 'dargelegt. ' Sie hatten sich. Xni. S auf der Reise geht, kennen gele:nt während deö Sommerausenthalts Vieren dem eeizend gelegenen. Ort am Gcbkrgöstt und roaren durch BrockstorffS ersichtliche Bemühungen zu näherem Verkehr gelangt' Jlse Rottmann wär Wittwe Ihr ältlicher, stetö krankelnder'Mtte war nach kurzer Ehe gestorben und', so war ihr nur daS Kind, ein prächtiger Knabe von sechs Jahren, geblieben, rnU dem sie nun auch hier in Achendorf weilte. Kurt Brockstorff hatte an der' wahrhaft vornehmen und doch liebenswürdigen jungen Frau, deren hoheGeisteö- und HernSgaben er bald erkannt hatte, ein immer steigendes Interesse gewonnen. Er suchte so viel wie möglich auf Spa. ziergängen und bei sonstigen Gelegenheiten die Gesellschaft der jungen Frau auf.' die im Gefühl ihrer Sicherheit und geschützt durch die Begleitung ihreö Knaben einem Zusammensein mit dem geistig nicht unbedeutenden und s ehr ' unterhaltenden ' Manne nicht ängstlich auS dem Wege ging. So war mit der Zeit eine nähere Bekanntschaft zwischen ihnen entstanden und so hatte sie eö denn auch . heute gelitten, daß Brockstorff sich ihr bei einem von ihrer Seite jedenfalls unbeabsichtigten Begegnen im Walde anschloß und so. war. die gemeinsame Raft am Bach entstanden die schließlich zu 'so ernstem Gesprach geführt ' hatte, während der Knabe am Wasser spieltet ' Ja eö ist in der That schade um mich!" wiederholte Brockstorff ironisch. Ein Mann' mit so schönen Talenten und so wenig -Anlaae' zum braven - Jedermann sagt so Eakcaret Candy Cathartie, die vundervollfte medizinische' Entdeckung de Zeitalters, angenehm und erkrischend i Geschmack, wirkt sanft und sicher aus Nieren, Leber und Eingeveide, da ganze Ohftem reinigend, entfernt Erkältung, kurirt Kopfoeh, ftieder, anhaltende Verllopfuna und Un. Verdaulichkeit. Kaufen und versuchen Sie eine Ochachtel von . L C. beute: 10, :s, r:-d Cd Gest. Citteaf. c-Z f-.j c..ti.t c3 CZ.

Staatsbürger! Nicht meine Gnädigste, meinen sie doch?" Ilse Rottmann sah dem Spötter mit ernstem Vorwurf ruhig in's Auge; dann entgegnete sie: Es ist nicht schön von Ihnen, Herr Brockstorff, daß Sie über Empfindungen, deren bitteren Ernst Sie selbst ganz gewiß schon in mancher stillen Stunde schmerzlich erkannt haben, leichtfertig spotten.' Nun es ist nun ebensowenig schön, daß Sie Jemanden, der in ehrlichem Mitgefühl zu Ihnen spricht, mi! solcher Münze lohnen."

.Seien Sie mir nicht böse, verehrte gnädige Frau!" erwiderte er. Ich wollte Ihnen ja nicht web thun. Sie haben recht, ich selbst empfinde im Grunde nur zu deutlich die Hattlosigkeit meines Daseins und den Unwertb meiner Person, darum auch diese Bitterkeit im Innern, die so oft bei mir durchbricht und mich wie Andere nicht schont, die es gut mir mir meinen. Also, bitte, bitte, nicht böse sein!" Ilse Rottmann sah versöhnt, mit freundlichem Antlitz auf ihn. Ich zürne Ihnen nicht; im Gegenteil, ich danke Ihnen für dieses offene Wort. Aber Sie dürfen bei der Erkenntniß nicht stehen bleiben, sondern niüssen selber einen Wandel herbeiführen. Warum werden Sie kein anderer Mensch, warum stellen Sie Ihr Leben. Ihre Fähigkeiten nicht in den Dienst Anderer, warum schaffen Sie sich keine Lebensaufgabe? Sie hätten doch gar nicht lange zu suchen. Wie Sie mir erählen, arbeiten auf Ihrem Gute und in Ihren Fabriken viele Hunderte von Menschen. Uebernehmen Sie selber die Leitung Ihrer Unternehmungen. Werbessern, vergrößern Sie " Halt, halt, meine verehrte Freundin!" fiel er ihr. ihren Eifer beschwichtigend, lächelnd in's Wort. Sie können' gut rathen! Gewiß, ich gebe zu. die Arbeit, die Sie mir da andeuten, könnte ein Menschenleben -ausfüllen ; doch nur in einem bestimmten Falle, nämlich, daß man wüßte, für wen man arbeite. Ich verlange etwas für mich selbst; das heißt, verstehen Sie mich, bitte, nicht falsch. Ich will mir nicht Schätze erwerben, mein Einkommen vergrößern; aber ich möchte einen Mensehen wissen für den ich forgen und arbeiten könnte, der mir theilnahmsvoll und versiändnißvoll dabei ' zur Sette stände und mich dann zuweilen einmal Mit einem dankbaren, glücklichen Blick ansjihe. so so wie Sie jetzt, verehrte Freundin! Wollen Sie es mit mir wagen, wollen Sie dem sonst Verlörenen Ihre rettende Hand reichen für immer?!" Als keine Antwort. von ihren Lippen kam, sah er auf zu ihr. Da bemerkte er, wie sie todtenblaß war und mit geschlossenem Mund und Augen, aber in heftiger Erregung da saß. Was sollte sie thun? Wohl war ihr der Mann nicht gleichgültig, aber sollte sie ihm. dem Haltlosen, keiner ernsten Arbeit und Selbstaufopferung Gewöhnten ihr Loos und das ihres Kindes andertrauen! Und dock! Wie konnte sie ihm diese kerbe Wahrheit jetzt, in dieser Stunde in's Gesicht sagen! So saß sie in peinigendem Aweifel da. Er aber bat lelse. es klang so fle;nd. angstvoll: Ilse. Ilse, spreckn Sie, quälen Sie mich nicht! Geben Sie mir Gewißheit!- Langsam schlug sie die Auaen 'auf und entgegnete mühsam: Lieber Freund zürnen Sie mir nicht. Ich ich kann nicht ja saaen. tn dem Sinne wie Sie es meinen. Mein Herz, meine Frauenliebe sie gehört dem' Einen,' den daö Schicksal von mir gerissen. Aber ich will Ihnen innige schnxsterlicke Zuneigung schenken und d?srl rz-l- w sic v?ic ?ucn mit uiiv mcmvui Kinde ein lieber, treuer freund unser bester, einziger Freund sein. Lasien pt ' mich Ihr Vertrauen yaoen, Ihre Pläne und Arbeiten kennen und" ?kü danke, meine anädiaste 5?rau!" Brockstorff saate es. 5lck lanasam erhebend, mit schneidender Kälte. Ich danfesür Ihre reizenden Zukunftsbilver; aber tch suhle herzlich wentg Talent und Beruf zum ?yamilienonkel" in mir. Verzeihen Sie mir auch meine thörichte Anwandlung, mit der ich Sie eini Minuten lang gequält habe. -V w . m . fV t-V NUN, sie ourien vor nem muasau sicher sein, meine Gnadiaste. Und fei erlauben Sie mir wohl?" Mit formellem tiefem Gruß verabschiedete er sich von ver stumm und bleich zuruabletbenden Z?rau und verschwand mit schnellen Schritten im Walde. In der weinumrankten lauschigen Veranda des Hotels ging eS lustig her, eine kleine, aber sehr fashionable Gesellschatt saß dort bei einer köstlich aromatischen Bowle in ausgelassener SUmmuna. Der Mittelpunkt der witzigen, hin und her schwirrenden Unteraltung bildete eine verführerische, elegante Frau, deren sehr degagierteS Wesen in diesem Kreise nur Helles Entzucken hervorrief. Es war die von allen Kurgästen umschwärmte Frau fcm Bares kou; ihr zur Ste saß wle stets , ihr ständiger Begleiter und offen beäünstiater (urmacher. Kurt Brockftorfs. Seit der Stunde, wo Ilse Rottrnann seine Bemerkung zurückgewiesen, hatte er sich besinnungslos in 'das gem Wieder Cln Der Arbeit. . . MeklemenVerletzungenwieSchnitt, Brüh und Brand-Wunden, Verrenkunaen und Schwellungen werden rasch und sicher von Salvation Oel geheilt. ES ist ohne Zweifel daS beste Mittel für alle solche Schmerzen und sollte in keinem Hause fehlen. Herr Frank Stubenhaver, 1337 Eln Str., Du, buque, Iowa, schreibt wie folgt: "3ch gebrauchte Salvation Oel um einen verstauchten Ellbogen zu kuriren, welcher mich von der Arbeit abzuhalten drohte, doch nachdern ich den Arm tüct tig eingerieben hatte ar ich im Stande wieder an die Arbeit t gehen. Wenn tch nicht daS Salvation Ocl gebraucht hätte st ürde ich sicher für länzm 6t tnnwm fsrfettM Pefin verloren rjv.. ' 7 1 habe." 'cllrisn Ott ist CrI

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fellschaftliche Treiben des Badeorts gestürzt. . Gern hatte die pikante Frau die etwas ungenierte und schnelle AnNäherung des eleganten' Mannes geduldet und bald hatten die Beiden alle lebenslustigen Elemente d'.r Achendorfer Kurgesellschaft um sich zesammelt. Es war ein drückend schwülerAbend. In der Luft, die sich düster und schwer auf Thal und See gesenkt hatte, brütete es unheimlich, wie vor einem lang vorbereiteten gewaltigen Ausbruch der in den Banden sengender Hitze schmachtenden Natur. Vom Seeufer leuchtete es mtA srfvnn ai!Vnt!n tntf fnfTtrt

, - -"7 q v v M4yV" j Schein herüber, und leise grollend roll- : te das Echo den Schall des Donners zwischen den Bergwänden umher. Näher und näher kam das Wetter. Jetzt fegte ein Windstoß ungestüm verwehte Blätter in die Veranda hinein. Herrschaft. jetzt geht der Tanz an! Jeder rette, sein Liebstes!" rief der weinfrohe Assessor v. Kracht aus und schlang seinen Arm besorgt um die dickbauchige Bowle. Seine Warnung gab das Signal zum allgemeinen Rückzug in die Jnnenräume. Nur Brockstorff blieb draußen. Er liebte das furchtbar schöne Naturschauspiel da draußen.. Begierig sog seine Brust die plötzlich abgekühlte Luft ein. seine Augen starrten in die Finsterniß hinaus, durch die Blitze flammten und das dumpfe Grollen des Donners wie d:s aufgeregten Sees dröhnte. Kurt!" Leise, einschmeichelnd klang es plötzlich zwischen den wilden Naturlauten an sein Ohr. Er fuhr herum. Mit Staunen sah er, daß er nicht allein war. Hinter ihm, in einen bequemen Sessel verführerisch hingegössen, lehnte das berückende Weib. Beim grellen Aufleuchten des Blitzes sah er die wunderbaren, berauschenden Linken ihres Leibes. Im nächsten Augenblick kniete er neben ihr, seine Arme rissen ihren weichen Leib an seine Brust, sein Mund suchte ihre Lippen, die ihm im Wetterschein entgegenleuchteten und um die es wie ein leises Lächeln geheimen Triumphes lag. Da. wie er den Hauch ihres Mundes sch?n in seinem Antlitz fühlte, gellte plötzlich ein .Schrei der Todesangst aus weiblicher Kehle an sein Ohr. Unwillkürlich horchte er auf, seine Belvegung hemmend. Da fet tönte der &&Tii wieder und deutlicher an sein Ohr. .Zu Hilfe, zu Hilfe! Rettet mein Kind!" Und nun begriff er. Der Knabe war draußen im See in Gefabr. ins Wasser gestürzt oder in schwankem stachen treibend. In demselben Augenblicke stand auch das Bild Ilse's vor seiner Seele, wie sie in wahnsinniger Angst um das Theuerste ihres Lebens. um den Sohn, das Vermächtniß ihres Heimgegangenen Gatten. Händeringend dastand, ohnmächtig zu helfen und ohne fremde Hilfe. Ein elementarer, gigantischer Drang, zu handeln, -u helfen, schwellte ihm in der aleichen Sekunde alle Muskeln, setzte alle Fasern seines Hirns in sturmische Erreiung. Mit einem blitzschnellen Svruna "var er über die Brüstung der Veranda olotzlich unten tn den Garten gelangt, wenige Augenblicke später war er'unten ' am Ufer. Dort am Bootssteg schimmerte etwas wie eine Frauenge-; halt in hellen Gewändern durch- die' iur für Sekunden durchleuchtete Finlerniß. Jetzt war er bei ihr; eö war Ilse. Wo?" stieß er nur in kurzer. , themloser Frage hervor, die zum Wabnsinn Erregte bei den Händen er zreifend. Eine Sekunde starrte sie ihn rn, .wie fassungslos, dann schrie sie. ,uf den brandenden See binau? d-',' tend' Dort da daö Boot!" Im Aufflammen eines Blitzstrahls sah üroastors draußen einen Nachen aus sen 'W.llen tanzen. Eine Sekunde später stand er in dem Boot, das an Brücke befestigt war. Mit dem klei. nen norwegischen Dolch, den er bet sich führte, hatte er, wenn auch mit gewaltiaeöl Kraftaufwand, das alteTau eile.nds durchschnitten und nun legte er sich in die Ruder, zu mächtigem Schlaze ausholend. m Augenblick, wo das Boot abstieß, sprang Ilse zu ihm; dergebens war sein Bitten, sie wollte mit ihm' das Rettungswerk vollbringen oder das Loos ihres Kindes theilen. Brockstorff verzichtete auf nutzlose weitere ..Versuche, sie davon abzuhalten. Wortlos führte er die Ruder, seine ganze Kraft und Sinnenthätigkeit auf diese Bewegung concentrirend. So arbeitete er sich mit furchtbarer An strengung vorwärts. Und. endlich, als ihm die Adern an den Schläfen vor unsinniger Anstrengung zu springen drohten, c-elang es ihm, den Nachen zu erreichen. Keuchend, mit letzter Kraft, bob er den Knab?n zu sich ins Boot. dann sank er halb ohnmächtig auf seinen Sld nieder. Doch der ?lubelsch:ei der Mutter, die den geretteten Liebling in ihre Arme preßte, und das Gefühl der Gefahr, der Verantwortlichkeit für das Leben der Beiden da vor sich gab ihm .seine Spannkraft wieder. Noch einmal packte er die Ruder fest, wenn auch' nur langsam. Händbreit für Handbreit, zwang er das Boot durch die Wellen allmählig zum Ufer zurück. ' V Als Brockstorff aus der Umnachtung seiner Sinne aufwachte, sab er im traulichen Lichtschein des Zimmers neden sich das Antlitz Ilses, die an seinem Ruhebett saß. Er sah sie fragend an und wollte sprechen. Sie aber kam ihm zuvor.' Ihr Gesicht über seine Hand beugend, flüsterte sie mit heißen Livven: Dank. unsagbaren. Dank. Ihnen, Sie Edler. Guter! Das Leben : a v.3 ic w mein muc grivti .jvucn unu Sie stockte. Er aber, in seliger Ahnung, drang leise in sie: Und Ihr Leben, Ilse, wem gehört eS?" Da barg sie, leise aufschluchzend vor Glück und Bewegung, ihr erglühendes Antlitz an seiner Brust und hauchte ihm zu: Wenn Du es noch haben willst, Kurt, Dir Dir für smmer!" Oe?s'g'A:2lÄ tzlzi h Ho. ICO O? Cißir:tca

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