Indiana Tribüne, Volume 21, Number 125, Indianapolis, Marion County, 23 January 1898 — Page 7

i Kischcrci in der Adn.Ä. s5 Wer im Frühjahr den Klöster Fisch markt besucht, kann dört fast alle die frutti 6! maro", zu deutsch die eßbaren Seethiere", aus der Adria im frischesten Zustande betrachten und um einen allerdinos hohen Preis die köstlichsten Taselstücke einkaufen. Da liegen auf reinem weißen Marmortischen in langen Leihen die Edeln der adriatischen M'eerfische, ausgezeichnet durch ihre stattliche Gestalt oder durch farbenreiche gold- und silberschimmernde Sch?uppenkleider: die Branzini und Wlpini, Yit stattlichen Tonni, die Münzenden Orade, Scombri und Sardellen; die feinen Barboni, Rombi und Sfvglie; an sie reihen sich Flußund Meraale, gekxiltige Rochen, zierliche Äatzenhaie und dZele andere min derwerthige Fische. Da stehen weite Körbe mit allerlei unheimlichen Kopffiiß&rn gefüllt und andere mit tresfliche?v Meerkrebsen; endlich fehlen nicht leckre Austern und andere Meermu-schiln.

SaTd'ellenfänger Bvot. M'lt Ausnahme des Thunfisches, der Languste und des Hummers, die -trns dem Quarnero stammen, tommen nllc diese Fische in großer Menge im Meerbusen von Trieft und Monfalcone vor, am zahlreichsten die sogenannten Rundfische". Sie finden in den küstcnländischen Ufergewässern ausgedehnte, seichte Wasserstrecken zum 2aU chen und nahrungsreiche tiefe StandReviere. Der Fischreichthum längs die--ses nördlichsten Theiles der österreichi- : schen Küstengebiete und insbesrndere '.die dort erscheinenden großen Sardel'lenschwärme haben schon vor Zanger .Zeit kluge chioggiatische Fischer veranlaßt, sich lieber im Küstenland anzusiedeln, als ss oft .die weite Fahrt von Chioggia hierher zu unternehmen. Ihre Nachkommen leben noch heute als österreichische Staatsangehörige in den herrlich gelegenen Hasenorten Grado, Duino, Monfalcone und in Trieft selbst. Sie gelten mit Recht als die geschicktesten 'Der österreichischen Seefischer und als kühne, tüchtige Seefahxtx, wdem sicfich in "dem kleinsten ihrer Bxan.3 in stechen. Fahrzeugs dem .Guzzo". selbst bei' stürmischem Wetter weiter in's offene Meer hinauswagen, als die istrianischen und dalmatinischen in der Tartana", der größten aller adriatischm Fischerbarien. Von ihren Fahrzeugen nehmen sich die größten, der Trabaccolo" und die Tartana", durch ihre hohen, gebogenen Schiffsschnäbel, ihr buntes Schnörkelschnitzwerk am Stern und ihre farbigen geflickten Segel sehr malerisch aus. Zur Zeit des Sardellenfanges, der in den küstenländischen Gewässern am einträglichsten ist, sind fast alle die genannten Barken zu kleinen Geschwadern vereinigt vom frühen Morgen bis zur sinkenden Nacht unter Segel. Im Juni führen die Fischer von Grado einen Theil ihrer Barken in den frühen Morgenstunden bis zu einer Entfernung von zwei Meilen von der italienischen Küste. Im September, October und November fangen die küstenländischen Fischer ztvei oder drei Tage nach dem Vollmond Sardellen in den Gewässern von Liguano und an. der Mündung des Tagliamento in einer Tiefe von sieben bis acht Metern. Im Februar, Juli und August fischen die Gradeser Fischer mit sogenannten Hainetzen in den italienischen Gewässern Englhaie, Dornhaie, Steinbutten, Schlamm- und Stechrochen und Spinnenkrebse, jedoch in bedeutender Entfernung vom Ufer, und erzielen aus dieser Fischerei jährlich eine hübsche Summe. . Von allen Arten der küstenländischen Netzfischerei bietet der Sardellenfang das bewegteste und anmuthigste Schauspiel, das man auch häufig vom Ufer aus in aller Ruhe und Sicherheit genußen. kann, wenn man sich mit einem guten Fernrohr bewaffnet. Die Sardellen werden in netzüberspannte Holzrahmen geworfen, die 600 oder 1000 Stück fassen und dann gleich in die Fabrik getragen, wo das Köpfen, Waschen und Jn-Oel-kochen über hundert flinke Kinder- und Frauenhände beschäftigt. Ein erträglicher Zweig der küstenlandischen Seefischerei ist der Flußaalfang in den Lagunen von Grado und Monfalcone, der meistens in mondhellen Nächten oder bet Fackelschein betrieben wird. Die Fischer waten dabei im Wasser oder fahren in kleinen Kähnen über die tieferen Stellen. Einige he ben die Reusen heraus und schütteln die langen, sich schlangenartig windenden Thiere in die Lote, andere fangen sie mit Handnetzeü, wieder andere gebrau$rn die Forcina. Der ganze Fang

W9Bm. WD W?MAM 'gl; Syrryj y

macht den Eindruck eineS nächtlichen Raubzuges und bietet kein anziehendes, eher ein unheimliches Bild. Viel hübscher ist der nächtliche Branzinfang mit der Forcina.

Oktopodenfang. Der Branzin, zu deutsch der Seebarsch, der als einer der besten Seefiscke ailt. erreicht die Länge von 40 Zoll und ein Gewicht von 20 Pfund. Er hält sich gewöhnlich m der Nahe der Küste auf und steht, wie die meisten Raubfische, lange ruhig an einerStelle. besonders zur Nachtzeit. In finsteren, windstillen Nächten rudern die Fischer im Guzzo, über dessen Vordertheil an einer Stange eine Pfanne mit brennendem Pech oder Petroleum hinausragt, leise und vorsichtig an der Küste herum. Dei helle Feuerschein lockt den Branzin an; langsam nähert er sich der Oberfläche da holt aber auch schon der Mann im Stern mit der langgestielten Gabel aus ein Zischen, ein dumpfer Ton, und die fünf mörderischenWiderhaken sitzen im Leibe des silberglänzenden Stachelflossers. Wenn aber die eiserne Gabel auf dem Stein ein kratzendes Geräusch hervorbringt, und ein schnelles Blitzen im dunklen Wasser die Flucht des Branzins verräth, dann ruft ihm ber ergrimmte Verfolger die fchrecklichsten Schimpfworte und Flüche nach. Der Seefischfang mit der Tonnia ist für den Flußfischer höchst interessant. Er erstaunt über den großen Erfolg, den die Meerfischer mit diesem höchst' primitiven Fanggeräth erzielen. Netzflicken. Die Tonnien sind 70 bis 1.00 Fuß lange, verschieden starke Roßhaar- oder Hanfscknüre mit mittleren oder großen Angelhaken (bis zur Größe der stärksten Hechtangel). Man fischt damit ntweder von der Barke aus oder von steilen Ufern, immer m beträchtlicher Siese. Der Fischer bindet das eine nde der Schnur um einen großen Stein, legt sie in weiten Ringen neben Pch, ködert einen Sarellenkopf oder -Darm, emen Wurm. Krabben, Futsch, kleine Fische und so weiter, wickelt dann etwa 3 Fuß über dem Köder die Schnur um emen klemen Stern, wirbelt sie um den Kopf -und läßt sie im geeigneten Moment los. Der Köder sinkt, und der Stein macht sich los. Gewöhnlich liegen mehrere Schnüre zugleich im Wasser. Eine davon hält der Fischer in der Hand. Hat ein Fisch den Köder erfaßt, so bemerkt der Fischer dies sofort in der Hand oder in der leichten Bewegung des Stemes, an :i oem oie cynur anaeounoen in; er haut an" und zieht sie mit beiden Händen Stück für .Stuck in. Da die Schnur fehr lang ist. sieht man lange -nichts vom Fisch. Endlich blitzt der Bursche nahe der Oberfläche ein kräftiger Ruck, und er liegt auf tem Felsen. Auch der Octopus vnlgaris, der Velpo der Italiener, nrnrmt jeden hellen Köder, der ihm zugeworfen wird. an. Die Flscher sangen ihn mit Sar dellenköpfen oder rothen Tuchlappen, die nicht einmal an einem Haken befestigt zu sein brauchen, da er den Koder mit seinen Armen fest umklammert und sich ruhig bis zum Boot ziehen läßt, wo er mit dem Handnetz herausgeworfen wird. Der Fang dieser Thiere sowie der Krabben und Guabli beschäftigt die Kinder der Fischer m den vielen freien Stunden des Tages. Im Eifer. Junge Frau (zu ihrer Freundin): Und was für theuere Hüte ich habe! Ich sage Dir, mein Mann wird von ledem Menschen bemitleidet!Die unleidlichsten Menschen sind die launenhaften; wenn es sie juckt, kratzen sie andere. Gemüthliche . Abwehr. Gattin: Mir hat vergangene Nacht ge träumt, ich hätte von Dir ein wunder schönes Kleid bekommen." Na, da bist Du doch wohl einmal zufrieden ge Wesen." Verschiedene Auffassung. Sie (zum Gatten, welcher st anstatt in ein Modewaarengeschäft, in ein Gasthaus fuhrt): Warum fuhrst Du mich denn ins Gasthaus?" Er: .Ich denke, Du willst Dir Stoff kau W .

Zlcr ZUann Im Mond. Won Tr. R. K!eemann. Sobald im Zwiegespräch oder in der Gesellschaft der Astronom als Einer vom Fach" entdeckt wird, kann er in neun von zehn Fällen sicher sein, daß die Rede, mehr oder weniger geschickt vermittelt, vielleicht .auch ohne jede Brücke, auf den Mond hinübergeleitet wird, und daß die Fragenden am meisten interessirt, zu erfayren. ob etwas auf dem. Monde lebt, und wie es lebt. Am liebsten hätten ste Menschen da oben", von unserem Fleisch und Bein, mit denen man sick unterhalten könnte, wie auf der Erde, und sind oft arg enttäuscht, wenn das als unmöglich geschildert wird. Aber was wir zum Leben gebrauchen: Luft und das herkömmliche Essen und Trinken, geht den Mondbewohnern, wenn solche vorhanden sind, schon ab. Manche halten ja Essen und Trinken nur für eine unmoderne, speciell irdische Angeroohnheit, und für ste ist es sehr viel leichter, den Mond zu bevölkern, doch mit dem Athmen kapert es dann immer noch. Der Mond bewirkt bei seinem Laufe am Himmel unzählige Sternbedeckungen, d. h. er schiebt sich, weil er das uns am nächsten stehende Gestirn ist, häufig zwischen Erde und einen andern Stern. Hätte er nun eine Atmosphäre, so müßte man den Stern beim Anfang der Bedeckung, wegen der Strahlenbrechung, die jeder Luftart eigen ist, noch sehen, wenn er in Wirklichkeit schon hinter dem Monde wäre, und er müßte eher am entgegengesetzten Mondcande sichtbar werden, als er in Wirklichkeit hervorkommt: d. h. für den Mond müßte sich aus Sternbedeckungen ein kleinerer Durchmesser ergeben als aus direkter Messung. Bei unserer Erde z. B. ist die Strahlenbrechung so erheblich, daß wir die Sonne früh und Abends mit dem unteren Rande den Horizont berühren fehen, wenn, der wirklichen Stellung nach der obere Rand den Horizont (von unten) berührt. Die schärfsten Beobachtungen haben aber für den Mond keine Durchmesserunterschiede, also euch keine nachweisbare Atmosphäre ergeben. Fehlt nun 'dem Monde die Atmosphäre, so fehlt ihm natürlich auch Alles, was davon abhängt. Kein Lüftchen regt sich dort, aber auch kein Orkan rast über Gebirge und Ebene. Wolkenlos und pechschwarz spannt sich der Himmel von Horizont zu Horizont und läßt auch am Tage neben der Sonne die Sterne erglänzen. Keine Dämmerung vermitteUTag und Nacht, und alle Schatten sind tiefschwarz, weil kein durch eine Atmosphäre zerstreutes Sonnenlicht sie abtönt. Die Temperaturunterschiede zwischenTag und Nacht fteigern sich wegen der ungehinderten Ein- und Auszahlung auf mehrere Hunderte von Graden, so daß dort in den Nächten das Quecksilber zu Schmucksachen verarbeitet und der absolute Alkohol mit dem Messer in Stücke geschnitten werden könnte, während an den Tagen unsere Zinngeschirre wie Butter an der Sonne auseinanderlausen würden. Dagegen giebt es. für jeden einzelnen Ort auf dem Monde keine nennenswerthen jahreszeitlichen Unterschiede, da dr.r Mondaquator nahezu mit der Erdbahnebene zusammenfällt,- die Sonnenstrahlen also immer ziemlich unter demselben Winkel ausfallen. Morgen-

und Abendröthe und rollender Donner sind dort ebenso unbekannt, wie Regen, Schnee, Hagel, Nebel, Reif oder Thau, wie überhaupt das Waffer in aller und jeder Form, da es denn natürlich auch kein Bier und keinen Wein giebt. Es müßten anspruchslose Wesen sein, diese Seleniten, wie man die Mondbewohner (vom griechischen selene, der Mond) bezeichnet, und ihre Genüsse sich nach unseren Begrissen leicht befried!gen lassen. Keine Lerche steigt trillernd zum Himmel empor, denn dazu wurde sogar dreimal Luft gehören, einmal zum Leben, zweitens zumFnegen, drlt tens zum Singen, weil nur im lufterfüllten Raume der Ton zur Geltung kommt, d. y. gehört wird. Bortrags abende, Sinfonieconcerte und Opern sind also auch mit dem Monde unvcr einbar, und Rügen werden dort wahrscheinlich wesentlich kräftiger ertheilt als bei uns. Weil nun der Selenit das Gehör nicht braucht, hat er auch kein Organ dafür, ist aber infolge dessen auch stumm. Trotz dieser Mangel wird er ein recht hohes Alter an Jahren" erreichen können, da auf dem Monde jedes Jahr gleich einem Mondtage oder gleich 29 unserer Erdentage ist; denn in dieser Zeit dreht sich der Mond einmal um seine Achse, vollendet also einen Tag, und gleichzeitig einmal um die Erde, welche für ihn hierbei dasselbe ist, wie für uns die Sonne, vollendet demnach ein Jahr. Unter der Voraussetzung solcher wirklichen, reinen Mondjahre und diese Voraussetzung hat mancherlei für sich würde für Methusala das annehmbare Alter von 78i unse rer Jahre herauskommen, aber freilich würde dann auch Vater Henoch bei seines Stammhalters Geburt erst 5i Jahre cli gewesen sein doch wohl etwas zu sudlich! Ein Wunder wäre es übrigens mcht, wenn die Selemten alter wur den, als wir, da ihre Arbeiten lange nicht die Anstrengungen erfordern, wie die irdischen. Zur Bewältigung einer Last von 1 Centner gehört dort die selbe Kraft, wie bei uns für 8 Kilo, und Gräben von 12 Meter Breite über svrinaen die Seleniten mit derselben Leichtigkeit, wie wir solche von 2 Me ter. D' Schwerkraft ist nur ein Sechstel der udlschen und wurde m der ae schilderten Weise auf jede Thätigkeit einwirken. Wenn allerdings wie bei uns der Tag für die Arbeit, die Nacht zur Ruhe dient, fo kommt dem Mondbürge: diese Erleichterung der Arbeit Zeyr.zu. Statten, well er ja nach imj

rer Rechnung 143x24 Stunden hin.

tereinander Arbeitszeit hat, ehe seine freilich ebenso lange Nacht anbricht. Das wäre etwas für Arbeitsvirtuosen. Die schöpferische Weisheit ist dabei ebenso wenig zu verkennen, wie in der Anwendung der Krastersparmtz aus die Ueberwindung der Schwierigkeiten in der Bodengestaltung; der höchste Berg aus der diesseitigen Mondhälstc, der Newton, nahe dem Sudpol, erhebt sich 7264 Meter über seine Umgebung, ist also gleich dem 479. Theile des Monddurchmessers von 3480 Kilometer, wogegen unser höchster Berg, der Gaurisankar, mit 8840 Meter nur den 1443. Theil des Erddurchmessers erreicht, also im Verhältniß nur bis zu ein Drittel jener Höhe ansteigt. Ueberhaupt ist das Landschaftsbild aus dem Mond großartiger, wildromaniischer als auf der Erde, und die unendllchen Kratereryeoungen, die Nestzeichen vulkanischer Ausbruche, reden eine unzweideutige Sprache, was für ein feuriger, wilder Bursche der uns jetzt todt erscheinende Mond vor Aeonen in seinenJugendjahren gewesen sein muß. Benutzen wir den Mond, um nach ihm unsere Wochen und Monate abzutheilen die Türken sogar ihre Jahre so kann auf der uns sichtbaren Mondhälfte unsere Erde zur Zergliederung 'des Tages dienen. Für die Mitte der uns zugewendeten Mondoberfläche steht nämlich bei jedem Sonnenaufgang die Erde im letzten Viertel, zu Neuerde- setzt man sich zu Tisch, und beim ersten Viertel beginnt die Nachtruhe; um Vollerde" schlägt dort die Geisterstunde. Man sieht daraus, daß die uns zugekehrte Mondseite niemals gänzlich unbeleuchtet ist, da Sonne und Erde sich beständig ablösen, letztere auch mit einem 14mal helleren Lichte den Mond bescheint, als dieser die Erde. Eine ganz besondere Eigenthülichkeit für den Ort der Erde am Himmel, vom' Monde aus gesehen, ergiebt sich aus dem Umstände, daß der Mond uns immer dasselbe Gesicht zukehrt. Der Mond ist bekanntlich mit der Erde nur durch die gegenseitige Anziehung verbunden. Setzen wir nun statt dieser unsichtbaren Verbindung ine recht körperliche, indem wir annehmen, beide Himmelskörper waren etwa mit einer Eisenstange in der Weise aneinandergefesselt, daß an deren einem Ende der Mond festgenietet, am andern Ende ein Drahtkorb angebracht wäre, in welchen die Erde genau hineinpaßt, so daß ich also das Gestänge mit dem Monde rei um die Erde herumbewegen ließe, o können wir alle Erscheinungen, welche der Mond dem freien Auge bietet, damit darstellen. Versetzen wir uns nun nach dem Monde hinüber, so erkennen wir sofort, daß wir hier die Erde immer an derselben Stelle des Firmamentes sehen werden, an welchem sie ihre Achsendrehung ausführt, Weil Mond und Stange ein festgefüztes System bilden und die Erde aus ihrem Drahtkorb nicht herauskann, und zwar steht sie für den Mittelpunkt der diesseitigen Mondhälste gerade im Zenith; je weiter wir uns aber nach dem einen Mondrande zu entfernen, um so mehr nähert sie sich dem entgegengesekten Mondrande: die Erde ist also für alle Punkte der uns zugekehrten Mondhälfte ununterbrochen sich!bar, für alle jenseitigen Punkte stets unsichtbar. Man hat daraus mit Recht gefolgert, daß diese uns unbekannte Seite 'der schönste Platz für eine ideale Weltsternwarte wäre; dnn die rottn schwarzen Nächte und die Unmöglichkeit einer Lichtzerstreuung oder Vrechung erlaubt die zartesten Beobachtungen. Doch auch auf der diesseitigen Hälfte sind die Bedingungen dafür ganz wesentlich günstiger als bei uns, uno es unterliegt vayer keinem Zwei fel, daß die Mondbewobner auf das genaueste und seit undenklichen Zeiten unterrichtet sein würden über irdische Thatsachen, welche nur mühsam und mit großen Opfern an Menschen und Geld oder gar nicht zu unserer Kenntniß gelangen. Die Seleniten Würden längst die besten Karten von Jnnerafrika und Australien besitzen können; die Natur der Erdpole würde ihnen ausführlich bekannt und die fogenannte neue Welt nie etwas Frem des gewesen sein. Aus diesen Speculationen über die Mondbürger reißt uns aber gewaltsam die Thatsache, daß bisher auch nicht die geringste Spur vergangener oder bestehender Cultur auf dem Monde entdeckt worden ist. Die Tempel und Kunstgebaude, die wundervoll anae legten" Landstraßen, jene nach dem Gesagten auch völlig überflüssige und unberechtigte Scheidung d- " hüt lungen in Sommer- und .! .- , ) nungen, mit deren Entdeö , s m srt i r n lor lZiruilyuii.en im eruen i t ses Jahrhunderts die Me ; eglückte, sind zerstoben, un: . rl ten uns egennanoe von r . . - . .eter Ausdehnung bei der i. ' - ' " r. vollkommnung der Fernro u . it licy erlcyemcn, als oem ge ein Strich von 11 Millime:- - 1 Bie ter Entfernung. . - r. Jf c ,. i&o Iprecoen oie negalii . I jo sitiven Gründe mehr geg : n e-.M 3t setzung des Mondes mit Ll t-;?:;. ils T ? . l. zur vieieioe, unier a..en i.-2i n aber gegen eine Bevolkeru .r.U i)r ganismen, die selbst nur ir ::k57 te sten etwas MenjchenäbnlicZ. - .. c' tat können. iücvot. serem tm Park spazieren gehend): rZ ..: t C ttx ist heute einmal schön!" .; : . Zu Befehl, Durchlaucht, U:?. x'u: :.n wagt sich zu regen!W u r st w i d e : : : u : fi. .Mein ffräulein, Sie ha ic als Erwideruna auf das Ged ich auf Sie gemacht habe, e: . ,; ocke geschickt. Wie ich aber jetzl u:-:f V die Locke gar mcht von Ihm , v ler .k. V9 I ' . if 1 ches Sie mir schickten, war a: icht i VIIIU mujv ui na v. v4

Molo. Nzze von Löuise Koch. Mama," wate die kleine Greie,

wc-ikt Du, daß morgen der Nicolo kommt?" Die blasse Frau mit dem seinen. müdcn Äntlit; blickte einen Moment von der Arbeit auf, an der sie emsig gestichclt hatte, und nickte dem Siinoe zu. Ich idcib cs, Grcte." .Wud er mir wieder Acpfel und Nüsse bringen und Bonbons, Mama? Ich war doch brav, nicht wahr? Die Mizzi, weißt Du, von drüben, die hat mir erzählt, voriges Jahr ist der Nicolo selbst zu ihr gekommen mit einem Engel und einem Teufel; aber sie sagt, der Nicolo war ihr Papa. Sie hat ihn an der Stimme erkannt!" .Geh , Gre!chcn, das kann ja nicht sein!" Q. Tu Mama, der Papa von der Mizzi thut Alles, der wird auch Nicolo, er hat sie riesig gern und spielt immer Abends mit ihr. Waruni spielt mein Papa nie mit mir?" Ter blasen Frau entsinkt die Arbeit und sie blickt traurig auf das Kind. Warum, Grctchen? weil " Weil er mich nicht lieb hat, gar nicht lieb!" ruft das leidenschastliche Kind schluchzend. Tie junge Frau zieht das Kind an sich. Tu mußt Gott bitten, daß Papa uns wieder lieb hat," sagte sie mit be bender Stimme. Und warum ist er nie da, Mama?" ruft die Kleine und blickt ihre Mutter fragend an. Papa, ist im Klub." Und was thut man dort, Mama?" Man liest, spricht, .ißt und spielt, Grctchen." Kostet das Geld, Mama?" Viel Geld, Kind," schluchzt die un glückliche Frau auf. Die Kleine ist ernst geworden, sie hat das Köpfchen an die Mutter gelehnt und sinnt nach. Mama," sagt sie plötzlich, kommt der Nicolo auch zu Papa? Nein, mein Liebling." Gretchen schlief diese Nacht schlecht; sie hörte Mama weinen. Nicolo; weiche, weiße Flocken sinken leise zur Erde und hüllen Straßen und Häuser in ein winterlich Gewand; man sieht Buden, in denen Süßigkeiten, Nicolos mit langen Bärten und drohende Teufel feilgeboten werden. Eine kleine Gestalt drängt sich durch die eilende Menge: Grctchen. Sie kaufte in einer dieser Buden etwas; ' langsam zählt sie Kreuzer für Kreuzer der Händlerin hin, dann eilt sie rasch und scheu nach Hause. Es ist Nacht geworden. Grctchen schläft. Leise geht ihre Mutter zum Fenster und füllt ein paar kleine Schuhe mit süßen Sachen. Um des Kindes willen," flüsterte sie und sieht mit thrünenschwercn Augen ZUM Mond auf. Tann ist Alles still. Ta regt es sich in der Ecke. Gret chcn setzt sich vorsichtig auf die Mama schlaft, lcijc huscht sie aus dem Bettchen und zieht ein großes schwarzes Etwas unter dem KiUen her vor; sie schleicht zu Papa's leerem Bett uud legt es ihm unter die Decke. Bald daraus ist Gretchen süß einge schlafen. Mitternacht war vorüber, als des Kmdes Bater nach Hause kam; es war ihm nicht recht wohl zu Muthe er hatte viel verloren. Es ist wie Wahnsinn über ihn qe kommen, mit dämonischer Gewalt hat ihn die Leidenschaft des Spieles erfaßt und seine BorsäZze, am Morgen errun gen, machte der Abend zu Nichte. Heute müßte er das Verlorene einbringen, heute sicher und heute noch und so hat er oas Glück der Seinen zum Elnsatze gebracht. Da liegt, als er die Bettdecke zurück schlägt, vor seinen erstaunten Augen auf weißem Grunde ein dunkler Geaen stand, er hebt ihn zum Lichte, eine Ruthe? eine Ruthe ! Sie entsinkt seinen Händen. Nicolo ist heute er hat's vergessen, über dem Spiel sein Kmd vergessen! Bor den Augen des erregten Mannes ziehen vergangene Bilder vorüber, er sieht sich als Kind, seine Mutter, die seligen Freuden dieses Abends, seinen Bater und er k Deutlich sieht er seine große Schuld vor sich und er weint, weint über sich selbst; am Bette seines Kindes krnet er. küßt ihm die goldenen Locken und mur melt einen Schwur. Papa." ruft die Kleine halb im Traume, es war ja nicht der Nicolo sei nicht bös ich " Mein Kind," ruft er, mein armes Kind!" .Willst Tu mich lieb haben?" flü stert es sreudig. Sehr, sehr lieb, Gretchen." Tie Kleine ist zufrieden. Schlaf trunken sinkt ihr blondes Köpfchen aus das Kissen zurück. Gute Nacht, süßer Papa!" Der abergläubische Zlimrod. (Münchener Gerichts scene.) Der fünfzigjährige Rentier und Anwesensbesitzer Friedrich x. ist ein passionirter Jäger und deswegenPächter einer weniger ergiebigen als theuren Jagd in der Nähe der Stadt. Wie der Jäger von Beruf, ist Herr im hohen Grade abergläubisch und nicht selten kehrt er von einer Jagdpartie heim ohne seine Buchse abgefeuert zu haben, wenn I. o . C . .tl V O lym eiwas iviver oen iricq geoi, oas heißt wegen eine? unvermutheten Beaeanuna oder sonstiger Anzeichen, wo nach der Jagdzug ungünstig ausfallen könnte. Am 15. October v. Js. machte er sich emer Beleidigunq und Bedro buna der 60 Jahre alten Privatiers wittwe Euphrosine F. fchuldia. wurde deswegen angezeigt und stand hierfür Lerbandluna an. Sau 3L betrat de.n

Gerichtssaal' nach Aufruf, kehrte aber unter der Thürschwelle wieder um, schloß die Thüre und kam dann wieder

herein. Der Richter fragte, was dies bcdeuten sollte, und Herr x. erwiderte ziemlich unwirsch: Net aufpaßt hab i! mit'n linken Fuß bin i eingetreten. Da kunnt i hübsch einafall'n! dös bedeut' alleweil nix Guets. Außerdem is' heut Freitag und da geht a so Alles krumm, die Freitag hab v Gluck vom Goaspeterl! Richter: Aber Herr X.! ein Mann wird doch nicht an solche Kindereien glauben. Ucbrigens scheint mir die Affaire als eine Folge Ihres Aberglaubens entstanden zu sein. Ange klagter: Sie glauben einfach nix'n, aber x woaß g'wißt! Warten's nur wie die Gschicht auswachst, dann sagen s seiber: der Fritzl hat Recht! Richter: Sie haben also am 15. October die Frau X. sehr roh beschimpft und zwar ohne einen ersichtlichen Anlaß und als diese Frau mit allem Anstand an Sie eine Frage stellte, nahmen Sie sogar ein Jagdgewehr von der Schulter und bedrohten sie mit Erschießen, wenn sie nicht sofort aus dem Wege gehe? Wie kam nun dies? Ich nehme an, daß Sie betrunken waren, oder sonst stark aufgeregt gewesen sind! Angeklagter : Betrunken sag i! Bon aner Taß Kaffee m der Fruah da kriegn s weiter koan Rausch. Im Gegentheil, vogelnüchtern war i und a alts Sprüchwort sagt: A nüchterner Mensch hat koa Glück. Das Wetter war rar und da denk i mir: Kunnst heut a mal auf d' Jagd geh'n. Leide: bin x furt, obwohl a ganze Menge untrüglicher Zeichen dagegen g'fprocha ham. Z erst steig x schon Mit'n linken Fueß aus'n Bett, dos bedeutet Aerger. Nachher juckt mein rechtes Auq, dös bedeutet, daß mer etwas unanqenehmes sehen wird. Eh' i a Pris Tabak nimm, beißt mr d' Nasen, da erfahrt mer was Neues. Unter'm Waschen singt mei linkes Ohr, da schimpft Jemand über mich. Macht nix'n, i geh doch. Wia i aus 'n Haus bin, lauft a kohlschwarze Katz vor meiner über'n Weg, dös bedeutet a Unglück, deswegen hab i sofort die Zündhüetl vom G'wehr 'runter. Gleich darauf begeanet mir a Viehtreiber mit drei Schwein', dos wird a schmutziger Ausgang meiner Unternehmung. Vor'm Bahnhof bcißt mich die linke Hand jetzt kostet's a Geld! Richter: Sie sind ja das reinste Traumbuch! Hoffentlich sind nun alle schlimmen Anzeichen bres Unglückstages erschöpft? Angeklag, ter: Beileib net. Herr Staatsanwalt. I komm' also in mein Jagdgebiet und kehr im Wirthshaus ein im nächsten Dorf, da sitzt a Katz auf der Ofenbank und putzt mit der linken Pfoten 's G'sicht. Das bedeutet einen unangeneh-. men Besuch. Wie i darüber nachdem, wer mich b'such'n kunnt. der mir recht z'wider sein kunnt, der Steuerbot, oder gar a G'richtsvollzieher da niest d' Wirthin, i sag': Helf Gott, daß 's wahr is! Jetzt feit si' nix mehrer. Oaner von die Zwoa kimmt. d' Wirthin hat's benossen. Richter: Nun endlich kommen wir auf die Hauptsache. Also weiter! Anaeklaater: Na, Herr Staatsanwalt, noch etwas kimmt. Wia i aus'n Dorf war und denk' a Haserl kunnt i bald derrath'n, da flieg'n zwoa Krähen auf und krächzen aanz schauderbar, dos bedeutet, daß i heut koa Schwanzerl und koa Federl sehen werd'. Eigensinmg wia mer wird, wenn manchmalAl les über oan kimmt, geh i trotzdem wei ter und kimm auf die Kreuzstraß'n. I druck d' Aug'n zua, damit mich der Zuafall aus'n richtigen Weg bnngt und geh weiter. Mei Feldmann lauft aber die rechte Strafn voraus und i bin auf der linken. Wia i vor meiner hinschaug. da kimmt a Weib des Wegs. Na denk i mir. wenn's a Junge is'. hat's nixn z'sag'n und is' a Alte, nacher schaug x auf d' Seiten und geh vorüber. Wir kemma z'samme richtig war's a Alte. I will vorbei, da stellt sich die Alte in mein' Weg und sagt : Grüeß Gott, wünsch i. Herr Jager! bin x da auf'n richtigen Weg nach Truderina? Hast vielleicht g'moant nach Sankt Leonhardspfunzen geht's da, Malefizhex? schrei i. Wo kimmst denn eigentlich her, weilst arad mich ankrähst? I? i kimm von der Leich' meiner Firmgöthl, Sie frecher Mensch! Spricht der Kerl per Du mit mir! I bin selber von der Stadt Münka, so guet wia so a Staudenjager. Sie werd'n was Nettes schieß'n mit Eahnern Kopf, dielleicht a Nachteulen. Was sag i! Machst, daß d' momentan weiter kimmst. Du alte Trud, oder i schieß Dir oans 'nauf, nacher hab i glei a Nachteulen. I' mach Spaß und tbua 's G'wehr aufziahg'n. 's waren net a mal Kapseln d'rauf da schreit die Alte wia am Spieß. I' Hab's no' a wengl g'schimpft und bin weiter. Nix'n hab i g'schoff'n den ganzen Tag und wia i Abends in dös Dorfwirthshaus z'rückkimm. sagt der Bürgermeister : Fritzl, dös kann sich bös auswachsen mit der Frau Y.. Du bist anzeigt bei der Gensdarmerie. Herr X. wurde zu zwei Geldstrafen von :e 25 Mark verurtheilt. Restgnirt bemerkte er: I' hab mir's gleich denkt, daß dieDumm beit recht schön ausgeht. Heut' Nacht hat, mein Feldmann fortwährend a'beult. um Mitternacht ls d' Wanvuhr steh'n blieb'n, der Erdschmiedl tr. . i : . o.:i Heimcyen) tjaj mz guiic U V""1 mert und meiner Frau bat's von Eier und Aepfel träumt. Meinetwegen! Was kemma mueß, dös kimmt, und wie's an Menschen aufg'sekt ist, fo wird's. Unter dem Kichern der amüsirten Zuhörer entfernte sich der.Berur theilte Verrechnet. Ste jagen. daß Sie seit Ihrer Vcrheirathung weni ger Geld ausgeben als früher is das Ihr Ernst?- .Gewiß' ich wünsch. te nur, dasselbe von meiner Frau behaupten zu können." Malheur Tu sieh? ja schrecklich melancholisch aus, Egon! Virtuose: Schon wieder eine Saite ge

sprungen ..." Auf der Sei ge?" Virtuose (tieftragisch): Nein im Serien!"

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Con Heinrich Bäcker. Hei, König Winter, der etoiqe Greise Hat wieder den Thron bestiegen! Wie seine Trabanten so flockig, uno weiß Ueber Wälder und Felder fliegen! Es hängt der Reif sich an Zweig und Ast In Hunderttausend Krystallen Und giebt dem Walde das Aussehen fast Eines Riffes von weißen Korallen. Und auch die Dächer sind - wcit und breit Mit Silberzacken behängen, Und die Jugend tummelt in Fröhlich keit. Mit glühenden Augen und langen. Die Schneeballschlacht tobt laut und heiß, Die Schlitten sausen vom Hügel, Gestalten verfolgen sich über das Eis, Als hätten die Füße gar Flügel. Auf einmal Stille! Dann steigt eS empor Wie Feierklang und Frohlocken: Das sind im kleinen Kirchlem der Chor Und vom Thurme die Festesglockeu. Lust zur Arbeit. Es ist ein allgemein bekanntes Sprichwort: Arbeit macht das Leben suß. Und doch, wenn wir uns die Menschen unserer Zeit ansehen, besonvers vre, welche durch Geburt oder Reichthum auf eine höhere Stufe ge--stellt und so gern geneigt sind, des Lebens Süßigkeiten und Genüsse zu to ftcn, mochte es uns da Nicht scheinen. als ob unser Sprichwort nicht wahr sei? Vom süßen Nichtsthun geben die Voudoire der feinen Weltdamen Zeugniß, mit Aengstlichkeit verbirgt die einfache Hausfrau dem Fremden die Spuren ihrer Arbeit, die sie m den Augen des vernünftig Denkenden nur ehren würden; ja selbst das Dienste mädchen wägt genau ab, welche Arbeit. ihr nicht zukommt. Warum drücken, wir denn die Arbeit zu einem Sklaven dienst herab, zu etwas, das uns schändet? Die ganze Natur des Menschen, ist auf Thätigkeit eingerichtet und rächt sich bitter, wenn man ihr dieselbe prin--zipiell entzieht. Müßigang ist der An.fang dev Langeweile, und diese führt die Jugend zu allerhand thörichten. Streichen, ungesunden Schwärmereien, und zieht ein charakterschwaches, blasirtes Geschlecht auf. In vorgeschritten nem Alter erschlafft sie die Nerven macht reizbar und launenhaft, führt zn thörichtem Geschwätz, worin der lieber Nächste oft arg gemißhandelt wird Man sucht Anregung und Erfrischung im Strudel der Geselligkeit, redet sich, dabei auch noch vor, der Geist bedürfe: dieser Anregung ach, aber wie gei--stig abgespannt, leer und unbefriedigt kehrt man aus den Kaffee- und, Abendgesellschaften zurück! Raffen wir uns doch einmal aus dieser geistigen Lethargie, diesem vor-" nehm sein sollenden Nichtsthun auf zu Geist und Körper erfrischender Arbeit! Und die, welche durch die Berhältnisse zur Arbeit gezwungen sind, sieaber nur als ein hartesMuß" betrachten. oder sich ihrer schämen, mögen doch einmal versuchen, die Arbeit als etwa. anzusehen, was den Menschen veredelt, ihn über sich selbst erhebt, ihn zufriedene und glücklich macht. Ueber das so viel Glückseligkeit einschließende Arbeitsfeld einer Hausfrau und Mutter ist es Wohl überflüssige Worte zu verlieren. Gewährt es mcht große Genugthuung, dem Mann, der den größten Theil des Tages in aus reibender Thätigkeit mitten im unruhigen Treiben des Lebens sich befundenhat, bei seiner Rückkehr ein behagliches Heim zu schaffen, in dem Körper und' Geist Erquickung finden? Wird dct nicht die Arbeit des Ordnens der Zim--mer, das Zurichten eines schmackhaften: Mahles und was sonst der Vorbereitungen zu einem freundlichen Em pfange des Mannes sind, zur Lust? Daß die Arbeit, welche die lieben Kinder vom frühen Morgen bis zunr späten Abend, ja wohl auch noch in der Nacht bereiten, dev Mutter eineLust, niemals eine Last ist, darf wohl.' als selbstverständlich betrachtet werden. Doch nicht der Hausfrau und Mukter allein ist ein reicher, Befriedigung bringender Wirkungskreis zugetheilt auch den Alleinstehenden ist ein weites; Arbeitsfeld offen gestellt, ja ihnen vielleicht erst recht, weil sie zumeist un--gebundener sind. Es sollte heutzutagejeder gebildete Mensch sich an irgendeiner der großen Angelegenheiten der? Menschheit mitwirkend betheiligen, sei: es nun an der Hebung der unteren, verwahrlosten Klasse, der Linderung, der Noth unserer kranken Mitmenschen,, oder wozu sonst er Gabe und Liebe hat. Wirklich das Arbeitsfeld ist groß und die Arbeit mannigfach! In unserer ringenden Werdezeit ist die Verbreitung der Ansicht von Wichtigkeit, daß zweckmäßige Arbeit nothwendig sei zur Erhaltung dev körperlichen und geistigen Gesundheit aller. Menschen ohne Ausnahme! 33suchen wir es nur einmal, alle Vorur--theile und alle Trägheit zu überwin--den. und frisch mit der Arbeit anzufangen, uns immer mehr in sie zu ver--senken, ja ich möchte sagen, in ihr aufzugehen. Arbeiten wir nicht aus Ehr geiz oder Habsucht, sondern auS Pflichtgefühl und Liebe, sei es nun auS Lieb zuv Arbeit selbst oder zu den Menschen, für die sie geschieht. Gan gewiß wird uns die Arbeit zur lieben Gewohnheit, ja sogar zum Bedürfniß. zur Lust werden, und wir werde lernen, sie unser Glück zu nennen.

von Ihnen . ..