Indiana Tribüne, Volume 21, Number 125, Indianapolis, Marion County, 23 January 1898 — Page 3
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liMUWi.
Roman von L. Haivheim. (10. Fortsetzung und Schluß.) .Halt! Halt! Bleiben Sie! Ulrich! Ulrich! O mein Gott, mein Gott!" rief es, und ehe irgend jemand begriff, was vorging, lag Willa, die ine der Letzten des Zuges gewesen, halb stürzend, halb knieend vor dem Mönch, hatte den Arm. der die Flinte hielt, umfaßt und konnte, sprachlos vor unenölimer ricyutteruna.. nur ronlos stammeln: Ulrich! Mein Ulrich! Endlich! O, mein Gott, endIich!" Der Mönch aber stieß einen wilden Schrei aus, wollte sich losreißen und schüttelte doch nur die sich an thu Klammernde hm und her. Du auch? Du auch? Mit ihm? rief er, vergeblich bemüht zu entfliehen. Der Prinz war herzu gesprungen. Das ist nicht Ihr Platz. Baronesse! Kommen Sie! ?rfi bitte. Baro- ' nesse " Sie auch! Sie mit ihm!" keuchte ganz außer sich Ulrich von Klarenberg. Nein, nein! Ulrich! Deine Ehre ist wieder rein! Höre mich! Es ist an den Tag aekommin! Ruscow war der Anstifter! Sie wissen es ja Alle Alle! Wir haben Dich so lange gesucht und nun? O, Ulrich! Du bist a gerechtfertigt Du! Und Du stößt mich nun von Dir?" rief Willa. deren IeMe Worte m einem Schluchzen erstarken. Aber sie durfte ja nicht schwach sein, nicht iekt! Wahrend Ulrich ne anstarrte, als künde sie ihm Unglaub liches, als wage er gar nicht, ihre Worte zu verstehen und auch der Prmz sie stutzend ansah, zwang sie sich mit unerhörter Anstrengung zur Ruhe und sagte energisch: Die Perfidie des Grafen Ruscow hat meinen Verlobten aus der Hei math vertrieben, Prinz!" O, das weiß Seine Durchlaucht besser als jeder Andere!" rief bitter Ulrich von Klarenberg dazwischen. Sie ist entdeckt! Der Jockeyclub hat ihn ausgestoßen, geächtet! Daß Sie das Nicht wissen!" Meine Gnädigste! Ich war zwei Jahre auf Reisen " Nun, es ist so! Seit dem Tage, ia der sterbende Mitschuldige Ruscows die infame That bekannte, haben die Deinen, ich. Dich gesucht. Ulrich! O. und warum entzogst Du Dich uns so lange?" Ich wußte nichtsMlla! Ich kann tl noch letzt Nicht glauben, nicht sassen! Man weiß also?" Klarenberg war so erschüttert, daß er sehr leise, fast tonlos sprach. Er blickte Willa an, als traue er semen Augen nicht. Man weiß tl, Ulrich! Ach, und nun blicke ein einzig Mal wieder froh sieh' mich " Willa! Willa! Gott im Himmel! Ist es denn wahr? Ich halt' es nicht aus! Es ist zu viel!" Und roth und bleich werdend riß er seinen Rock auf; da stürzten ihm plötzlich Thränen über die Wangen. Das war seine Rettung. Er schlug bie Hände vor das Gesicht und bebte wie im Fieber. Längst hatte der Herzog von Hamilion sich abgewendet und mit ihm seine Begleiter und Willas ganze Gesellschaft. Als der Prinz sich beklommen umsah, fand er, sie waren allein. Klarenberg!" wandte er , sich bedrückt an diesen: Ich bezweifle nicht, es ist Alles, wie die Baronesse sagt. Ich bitte Sie um Vergebung, daß ich Ihnen Unrecht that." Ich danke Ihnen! Ja. Sie thaten es! Alle! Alle thaten Sie mir Unrecht. Wie ein Verfluchter bin ich durch die Welt gegangen und dirnals Sie wissen, vor zwei Jahren! Ich hatte mir ein kleines Heim gekauft; unerkannt dacht' ich dort zu leben, mich nützlich machen zu können, da kamen Sie! sahen mich, blickten verächtlich zur Seite und " . Mein Gott! Klarenberg! Vergebung, Vergebung!" Ja, ja! (öewiß. Durchlaucht! Rechnen Sie mir'ö nicht an, daß die Summe meines Elends mir gerade in dieser Stunde das Herz zum Ueberfließen bringt! O Willa, Willa! Du Gottwillkommene! Und ich grüße Dich nicht einmal! Ich, der ich Deine Füße küssen sollte!" - Sie lächelte ein wenig; ihrem bleichen, erregten Gesicht stand dies Lächeln reizend und dann bot sie ihm die Lippen. Tief bewegt küßte der Prinz ihre Hand, während Ulrich von Klarenberg ihren Mund küßte. . Und dann - blickten sie zum ersten Male fragend und forschend einander an. Meine Willa, meine Willa! Schö--nec geworden und doch so blaß? Bist Du immer so bleich?" fragte er sie bang. Sie hätte die Frage zurückgeben mögen, er sah entsetzlich blaß, ver härmt und auch gealtert aus. Selbst jetzt wollten seine düstern Augen sich noch nicht erhellen. Wie ist an dem Unglücklichen gefrevelt!" dachte der Prinz. Dann aber zwang er sich zu seinem gewohnten jovialen Lächeln und sagte mit warmer Stimme: Meine Herrschasten! Hier ist, scheint ai, nicht der ganz richtige Platz zu weiterem Austausch! Vielleicht verstattet uns der Mönch den Eintritt in seine Zelle? Und wenn ein 'rauenfuß die Schwelle derselben nicht getreten darf, so tragen wir unsere Baronesse hinein wie Ekkehard die Herzogin Hedwig!" Auf meinen Händen will ich Dich tragen, meine Willa!" flüsterte Ulrich von Klarenberg und nickte dann dem
Prinzen lächelnd zu. mit dem ersten
Lächeln, welches sein Gesicht erhellte. Der Prinz rief einen Führer, gab ihm allerlei Weisungen und wandte sich dann dem Paare zu. welches mit kurzen abgebrochenen Worten sich ge genseitig Kunde gab. Dann stiegen sie hinab; es war ein kurzer, aber sehr schwieriger Pfad, und indem sie um einen Felsen zogen. standen sie plötzlich vor einem rnedn gen grauen unförmlichen Gemäuer und neben demselben vor emem.Psortchen, durch welches sie in einen schmalen kleinen Garten gelangten, der an der Thurmseite hin laufend auf einem steil aus dem Meer aufspringenden Felsen sichtlich künstlich angelegt war. Gesegnet sei Dein Eingang, Willa! Willkommen in meinem Asyl, Durchlaucht!" sagte Klarenberg vorangehend. Willa stieß einen lauten Ruf des Erstaunens, der Freude aus. Da war wieder das unendliche blaue Meer zu ihren Füßen, und auf dem kleinen Gartenfleckchen um sie herum Rosen, Rosen, überall blühende herrliche Rosen! Sie zogen sich, m übermüthiger toller Ueppigkeit an einem kunstlosen, eine Art Veranda bildenden Geländer und dann weiter an dem grauen Thurme hinauf, ein uralter, wunderlich geformter, vom Wetter wie ein Bündel Fäden gedrehter Olivenstamm mit breiter Krone stand seitwärts und junge Orangenbäumchen, Jasmin, vor Allem seltsame köstliche Blüthen tragende Kaktusarten bildeten mit allerlei anderen, sichtlich sorgsam gepflegten jungen Blumenstöcken und Pflanzen die Flora des ganz versteckten Plätzchens, welches wirklich nur von der schmalen Seite des Eingangs vom Meere aus sichtbar war, während riesenhafte Felsblöcke es nach der Landseite völlig versteckten. Sie sahen Alles nicht gleich, erst spater orientirten sie sich; nur das tolle Blühen in seiner phantastischenUcppigkeit fiel innen auf. denn schon yatte Ulrich die Thür des Thurmes geöffnet und ließ sie eintreten. Kein Mur kein Vorsaal! Nur ein großes, durch zwei kleine Fenster und die jetzt weit offene Thür erhelltes Zimmer empfing sie, ein fo behaglich eingerichtetes, wie phantasiereich, mit allerlei wunderlichen Kleinigkeiten ausgeschmücktes saalartlges Gemach, - dessen Decke dagegen eme doppelte Lage ungehobelter Holzbretter bildete. Stumm vor Staunen sahen der Prinz und Willa um sich. Das war ja trotz dieser Zimmerdecke! hübsch hier! Hübsch, äußerst behaglich! Und da stand eine Staffelei, dort hing eine Geige, da war ein großes Regal voll von allerdings ziemlich unordentlich aufgestellten Büchern, sichtlich viel benutzt! Da, neben dex Thür,' der Schreibtisch, in der einen Ecke des Zimmers eme Chaiselongue Sessel, ein vollständiges einfaches, aber gutes Mobiliar. Und wie ; hübsch die Wände dekorirt waren! Korallenzweige, Seegewächse, chinefische Fächer, Straußfedern, Waffen, schöne große Muscheln ausländische netzartige Stoffe, Binscnkörbchen von seltenen Formen und großer Feinheit, wunderliche uralte Musikinstrumente und allerlei ähnliche Dinge waren mit Geschmack und sichtlicher Freude daran dort als Schmuck zusammengestellt. Andere derartige Gegenstände und allerlei chinesisches Porzellan befanden sich auf Brettergerüsten und Eckbörtchen. welche mit Stoff überzogen -ganz vortrefflich aussahen, ja über den zwei in Nebenräume gehenden Thüren hingen Portieren von Wollstoff, wie ihn die Insulanerinnen selbst webten und der sich hier sehr hübsch ausnahm. Prmz Schonburg wollte scherzend rufen: Und das nennt man eine Mönchszelle?" als ihm einfiel, wie diefer Unglückliche wohl geschmachtet haben mußte nach dem gewohntenLebenscomfort, daß er mit solcher Muhe und solchem Fleiß sich dies Alles selbst geschaffen. - Eme moderne Robmfonade. Er schwieg gerührt und wandte sich dem gut gemalten Bilde auf der Staffelei zu. welches eine einsame Felsscenerie aus dem Deserto darstellte. Er hatte gesehen, wie Ulrich vor Willa auf den Knieen lag und leiden scha tlich flüsterte: Willa! Willa! ist es denn wahr? Bist Du hier? Bist Du zu mir eingetreten, wie ich es so oft geträumt? O. meine Geliebte, mein Engel, meine Willa! Sage mir, daß ich nicht auch jetzt träume!" Und Willa beugte sich zu ihm, küßte ihn, nannte ihn mit tausend Liebesna men und sagte ihm auch, seine Mutter sei hier. Der vergnügte Lebemann vor dem Bilde aber wischte sich verstohlen mit dem Finger eine Thräne aus den Augen. Endlich, nach emer ganzen Weile, als die Beiden sich ganz zu vergessen schienen, rief er lachend Willa zu: Ich bm wahrhaftig der diskreteste aller Freunde, meine Gnädigste, aber augenblicklich hungrig wie em Wolf und durstig na, da fehlt schon jeder zutreffende Vergleich! Sollte dieser liebe Klarenberg denn lediglich von Wurzeln und Kräutern gelebt haben? Das mußten doch lmportirte gewesen sein!" Von Fischen und Austern. Prinz!" sagte Klarenberg, wie erlöst von einem Bann, plötzlich ganz anders aussehend. erlauben mir, dak ich schnell einmal Umschau halte; ich kann Sie vielleicht zu einer Fischsuppe einladen. viel wird nicht da sein, aber es ist das Einzige, was ich habe und eme Flasche Wein wird sich wohl auch fm den!" Damit ging er zu einer der Thüren hwaus. Können Sie mir jetzt erzählen, Varonesse? Ist es nicht zu unbescheiden?" bat der Prinz, zu Willa tretend. Er dachte, es sei besser, jedeAblenkung von
dieser Aufregung der Stunde, als ein Darinaufgehen Willa fühlte .auch seine gute Absicht. Sie berichtete ihm im Fluge Alles; er war außer sich, aber daß er nichts wußte, erklärte sich genugsam. Zwei Jahre eine Reise um die Erde, da hörten selbst die Angelegenheiten des Jockeyclubs auf, zu ihm zu dringen, sogar an Briefen hatte er Mangel gelitten. Meine Freunde begnügten sich mit Telegrammen von mir und antworteten mir so," sagte er. Es dauerte eine Weile, bis Ulrich Klarenberg wieder kam. Sie plauderten Willa freilich mußte sich dazu zwingen. Glauben Sie mir, meine Gnädige meinte der Prinz in feiner, immer den Scherz in die ernste Situation ziehenden Weise, Sie wünschen mich zwar vielleicht jetzt ins Pfefferland, das fände ich wenigstens recht natü'rlich, aber gut ist es doch, daß Sie und Klarenberg sich zusammen nehmen müssen!" Ich habe nur freundliche Wünsche für Sie, Durchlaucht, und Sie sind sicher im Recht, wir würden alte Wunden aufreißen und in unseren Schmerzen wühlen. Es ist besser so!" sagte sie zustimmend. Dann aber sprachen sie davon, wie tief die Spuren dieser Jahre in Ulrichs
Züge sich gegraben. Ihre Liebe macht ihn wieder jung, und mein Wort darauf, man wird ihm jede Genugthuung geben, auf die er em Recht hat. Aber das Ware nur Pflicht, jeder wird, wie ich. das Gefühl haben, ihm zu zeigen, daß wir Alle froh und glucklich sind, ihn wieder den Unseren zu nennen." Klarenberg trat wieder em. Er hatte sich rasch umgezogen. Ich bm diesen Rock gar nicht mehr gewohnt." sagte er, das Ordenskleid ist bequem und es schützte mich besser wie jede andere Vermummung. Dem excommunicirten Mönch blieben die Meisten in abergläubischer Furcht fern." Er sah noch immer blaß und erregt aus ergriff öfters Willa's Hände, als wolle er sich stets von Neuem überzeugen.daß er nicht träume, und fragte tausend Dinge durcheinander in fieberhafter Hast. Dazwischen versank er m Minutenlanaes tiefes Schweigen; man sah ihm an, er blickte rückwärts! und dann raffte er sich auf und murmelte: Gott sei Dank! Endlich! Also doch noch! Ich hätte es nicht geglaubt." Und zwischendurch zog er emenTi q in die Mitte des Zimmer, holte Tischzeug und breitete es in fieberhafter Geschäftigkeit darüber, trug selbst Teller und Löffel u. s. w. herbei, und als Willa ihm helfen wollte, wehrte er ihr: Laß. mem Engel, Du stehst blaß aus! Ich bin gewohnt, Alles selbst zu thun! Siehst Du. und ich habe Alles, ich bm ganz eingerichtet; nach und nach habe ich mir mein armseliges Nest em wenig consortabel gemacht!" Er setzte und legte alles Taselgeraty geschickt an den richtigen Platz und erzählte, er habe nur einen siebenzehnahrigen Burschen zu seiner Bedienunq, der, ihm Koch und Stubenmädchen, Gärtner und Wäscherin sei und den er auch Abends oft bei sich behalen habe. Man kann ohne ein menschliches Wesen zur Gesellschaft nicht leben, wenn man nicht Gefahr laufen will, wahnsinnig zu werden! Ich habe den Jungen allerlei gelehrt, nur um in ein paar Menschenaugen sehen zu können," erzählte er dabei und dann ging er in das Gärtchen, brach seine schönsten Blumen ab und schmückte den Tisch damit. Darauf kam er wieder zu Willa. Ich möchte immer neben Dir sitzen, Deine lieben Hände halten. Dich ansehen, aber ich bezwinge mich, Du bist so zart, mein liebes süßes Herz, Du bist von all' dem Kummer krank; ich darf Dich nicht noch mehr aufregen. Du mußt Wein trinken und essen," fiel ihm plötzlich ein und nun lief er ungeduldig in die Küche. Endlich war die Fischsuppe fertig und der Bursche ein hübscher brauner Junge sauber in seine Landestracht gekleidet, trug sie auf Tellern herein. Das ist ja famos! Das ist ja wie in einem Restaurant ersten Ranges !7 rief der Prinz jubelnd Austern darin! Seekrebse! Servirt. wie für die kaiserliche Tafel! Und Teller mit Goldrand! Na, dieser Ascet! Und nein, das ist aber geradezu brillant! Das ist eine Fischsuppe nach einem Rezept des Lucullus. Gestehen Sie's nur, Klarenberg. Sie haben es irgendwo hier in einer dieser Höhlen gefunden?" Die Fischsuppe war in der That ausgezeichnet, der Wein gut, ein wenig kalter Lammbraten fand sich auch noch und ein Korb voll schönen Obstes! Klarenberg selbst aß keinen Bissen; aber er legte seinen Gästen das Beste vor und sorgte ängstlich, daß Willa aß. Wie ein Märchen ist mirs, daß Du hier sitzest! Heute Morgen noch war das Leben eine öde Wüste für mich und jetzt !" Glück auf Klarenberg! Moae das Schicksal gut machen, was es an Ihnen verschuldet! Und das wird es. ich zweifle nicht daran!" trank der Prinz ihm zu. Er that Bescheid, aber er hatte kaum einen anderen Gedanken, als den an Willa. Seine Blicke verließen dieselbe nicht, leise sagte er ibr: Du warst hold rote eine kaum erblühte Blume; jetzt bist Du ein schmerzgeprüftes Weib und tausendmal schöner. meineWilla!" Nach dem Essen führte er sie an sein Lieblingsplätzchen. Es war dies ein Felswinkel mit einem von der Natur gebauten, fast vollkommenen, großen Bogenfenster, welches auf das Meer hinaus ging. Er hatte Vies Plätzchen mit rohem Mauerwerk zu einem winzig kleinen Stübchen umgeschaffen, in welchem sie nur gerade alle Drei Platz
hatten. Hierher brachte der Bursche
echten Mokka m kleinen türkischen Taßchen. und Ulrich Klarenöera er zählte ihnen, wie er hier in Sturmnächten gestanden undauf das wüthend zu ihm empor brüllende Meer hmabae blickt habe, wie es seine Wellen immer hoher und hoyer zu ihm hmausgeschlckt, als wolle es ihn hmabholen! Und da stand ich und fragte mich: Wer vermißt Dich denn noch? Ich rang mit tausend Dämonen; die mir zuriefen: Mach' em Ende! Komm'! Ulrich! Ulrich!" An Dich dacht' ich eben. Willä! Du hattest mir zugerufen: Lebe! lebe! Es wird an den Tag kommen!" Ach, ich hoffte das längst nicht mehr und lebte doch.veu ich es Dir versprochen!" Aber wie war es möglich, Klarenberg, daß keine Nachricht Sie erreichte? Man hat Sie aufgerufen in der ganzen Welt!" So lange ich noch hoffte und harrte. fand ich nie und nirgend Ruhe! Als Sie mich als ich hierher kam, Durchlaucht, da hatte ich Ihnen ange sehen, daß ich Ihnen noch immer ein Verlorener war; ich gab verzweifelnd jede Verbindung mit der Welt auf und erreichte wenigstens nach und nach das Eine, daß ich in meiner dumpfen Resignation ruhig wurde, daß ich schlief. Sie Armer!" Ja, es war ein elendes Dasein! Keine Macht des Himmels kann mir diese Jahre ungeschehen machen! sagte Klarenberg düster. . Sein Bursche trat ein und meldete, es sei ein Boot für den Prinzen get kommen. Und nun ZU Schiffe. Klarenberg, zu Ihrer Mutter!" mahnte Se.- Durchlaucht, welcher das Boot bestellt hatte und sich nun doch freute, aus der steten Erregung wieder in die gewohnte, unbekllmmerteTageslaune zurück zu kommen. Willa sah sich, als sie in dasThurmgemach zurückkehrten, dort ringsum, als wolle sie sich Alles einprägen. Du bist hoffentlich nicht zum ersten und letzten Male hier, Willa." sagte Klarenberg, aber ich möchte nicht fort, wie ein Undankbarer. . Dieser alte Thurm hat mein Elend gesehen und mich treu beschützt, er soll auch mein Glück bergen. Nicht wahr, Du kommst wieder?" Ich gehe hin. wohin Du gehst. Dein Land ist mein Land und Dein Gott ist mein Gott!" erwiderte sie. Ja, sagte sie nachdenklich; nun kann ich wieder an einen Gott glauben." Dann stiegen sie auf schmalem Felsweg zum Ufer hinab, wo Ulrichs Segelboot lag. Er befahl seinem Diener, es ihm nachzubringen und sprang dann zu dem Prinzen und Willa m das großere Boot. - Ludwig von Klarenbera legte, von seinem Sessel aufspringend, hastig die Zeitung zusammen, die eine Mittheilung brachte, welche ihn ganz außerordentlich aufregte. Sie lautete folgendermaßen: Der in weiteren Kreisen allgemein bekannte und wegen Infamie aus den Clubs der höheren Gesellschaft ausgestoßene Graf R. ist in Th. wegen versuchten Landesverraths verhaftet. EinSchreiber des Kartenbüreaus, welcher den Grafen früher gekannt und an den derselbe sich mit dem Antrag gewendet hatte, ihm für eine größere Geldsumme gewisse Pläne und Jnformationen in die Hände zu liefern, ging anscheinend auf die ihm gemachten Anerbietungen ein, verfehlte aber nicht, seine Vorgesetzten zu benachrichtigen, und so gelang es nicht allein den Grafen R. zu verhaften, sondern auch bei Durchsuchung seiner Effekten und besonders seiner Person, die umfassendsten Schuldbeweise zu finden. Es hat sich schon bei dem ersten Verhör ergeben. daß man es mit einem der kühnsten und thatkräftigsten politischen Emissäre zu thun hat." Da war also endlich, dieser Schuft ertappt und eingefangen. Ludwig von Klarenberg ging ganz aufgeregt in seinem Zimmer auf und ab. Welches schmähliche Ende nahm dieser Ruscow. . Gestern erst hatte er Hetta von Feldkirchen gesprochen, die bei ihrerRUckkehr von Wiesbaden, wo sie viele Monate verweilt, nach ihrem Kloster die Stadt passirte und Ludwig an den Bahnhof bestellte, um Nachrichten von Willa zu erhalten. Die alte Dame war ganz außer sich vor Empörung über Anna Feodorowna, welche während all' dieser Monate ihre allerbeste Freundin gewesen! Ich habe es ja immer gesagt," berichtete sie ganz entrüstet an Ludwig, ohne sich mit den Daten und Thatsachen weiter zu quälen, die Frau hat den unglücklichen Ruscow ruinirt, sie hat ihn ins Elend gebracht, sie ist.an Allem schuld! Und nun gar mit diesem blutjungen Fant, dem Mr. Morris, durchzugehen! Falsch ist sie wie eine Katze! Keine Ahnung hab' ich von ihrer Liebschaft gehabt, weg war sie mit ihm! Ein Skandal ohne Gleichen. Sie ist nicht mal von Ruscow geschieden." Er hatte sich gestern über das Gerede bitterlich geärgert, aber er war mit allen Anderen längst dahin gekommen, Tante Hetta für unheilbar in Bezug auf Ruscow zu halten. Jetzt packte er in schadenfroher Hast die Zeijung zusammen, legte Kreuzband darum, adresstrte sie an das Stiftsfräulein Baronesse Hetta von Feldkirchen und schickte sie sofort in den Postkästen. Er war aber noch immer nicht wieder in sich zur Ruhe gekommen, als ihm eine Depesche gebracht wurde. Hesperia? Es war der Mutter doch nichts geschehen?" Er las sie, las sie wieder und sank wortlos darauf hinstarrend in seinen Sessel. .Ulrich gefunden! Höchste Selig-
keit! Komme sofort, um die stille Hoch zeit der Beiden mitzufeiern. Deine glückliche Mutter!"
Wie gedankenlos starrte Ludwig von Klarenberg immer das Papier an und sagte dann leise zu sich selbst: Ich müßte mich doch freuen!" Die eigene Stimme weckte ihn, brachte ihn zu sich selbst. Ulrich gefunden! Seligkeit! Hochzelt!" Er schlug die Hände vors Gesicht. Willa! Willa!" stöhnte er in maß loser Qual. Dann aber erhob er sich nach einer Weile; sein Gesicht war feucht von Thränen. Er fuhr mit der Hand daruber und trat ans Fenster. Du sollst nicht begehren " klang es ihm plötzlich durch den Smn. Du sollst nicht begehren Deines Bruders Weib! Ein Elender wärst Du!" sagte er dann ganz laut und langsam zu . sich selbst. Ja, ein Elender! Fort mit dem verbrecherischen Gedanken! Sei em Mann!" Und nun ging er ruhelos hin und her in seiner Stube und rang gegen die Sünde. Niemand sah ihn und seinenKampf, aber er fuhrst ihn ehrlich bis zu Ende, ohne nur daran zu denken, daß kein Sieg schwerer und rühmlicher ist. als der über sich selbst, und daß doch gerade diese Siege keine Lorbeern bringen, daß Niemand die Wunden sieht, welche sie kosten, und die Narben, welche jedes unvorsichtige Wort wieder bluten macht. Sein ist sie! Ich begehre ihrer nicht! Aber sehen will und darf ich sie nicht!" sagte er sich endlich, ganz müde und matt. Dann schrieb er erst die Rückantwort auf die Depesche: Gottes Segen über ihn und sie! Haltet Hochzeit ohne mich. ich kann nicht kommen, erwarte Euch Alle hier in Ulrich's Erbe." Und nun ist es Zeit, daß ich ihm Platz mache!" sagte er stch und begann, für sich einen neuen Lebensplan zu überdenken. Ach. ihm war plötzlich Alles gleichgültig geworden. Der Reverend Mr. Feliwis, deS Herzogs Schiffskaplan. traute zwei Wochen später Ulrich von Klarenberg und Willa von Feldküchen. Das Hochzeitsmahl war das letzte, welches der hohe Herr mit seinem Freunde, dem Prinzen und den beiderseitigen Begleitern auf der Insel der Glückseligen, wie sie das kleine Eiland scherzend nannten, einnahm. Die sämmtlichen Kurgäste von Hesperia waren als Hochzeitsgäste gegenwärtig und in demselben Grade, wie sie sich für das junge Paar und dessen Geschichte interessirten, waren sie auch dankbar für die unendliche ZZülle von UnterhaltungSpoff. Die bleiche, zarte Willa sah mtzückend schon und jugendlich frisch aus in der freudigen Stimmung und mit dem heißen Roth aus ihren Wangen. Und Ulrich? Die Insulaner wollten es durchaus nicht glauben, daß dieser stattliche Mann mit dem klaren, festen Blick und der geheimnißvolle Mönch, den sie so sehr fürchteten, dieselbe Person sei. Andere flüsterten, er sei wohl dieselbe Person, aber er sei ein geweihter Mönch und um der schonen Dame willen aus dem Kloster trtU flohen, das könne Nimmer gut gehen. Dennoch tranken sie Abends sammt und sonders den Wein, den Frau von Klarenberg ihnen mit unbegrenzter Freigebigkeit zu schenken befohlen hatte. und konnten sich mcht genug thun im Wiederholen der Schilderung der 'Trrtitirnrt WM44ll( Ulrich und Willa horten nichts von all' diesen Reden und all', dem Freudengeschrei. Sie waren im Boot still nach dem Türkenthurm hinaus gesahren; standen jetzt, sich zärtlich umschlungen haltend, in Ulrich's kleinem Lug-ins-Meer und blickten schweigend hinaus. Friedlich lag es in unabsehbarer Weite, vom Bsllmond mit silbernem Licht Übergossen und ganz in der Ferne schimmerten die weißen Segel der herzoglichen Yacht. (End e.) Vom Kasernenhof. Un, terofficier: Lehmann, machen Sie doch wenigstens emen Versuch, daß Ihre Visage einem Gesicht ähnlich sieht!" Inder Schule. Lehrer: Welcher Mensch ist wahrhaft glücklich?" Schüler: Der Herr Lehrer. wenn er Abends beim Schoppen sitzt." NahendesGewitter. Du, Frau, machen wir, daß wir fortkommen! Siehst Du nicht da hinten wetterleuchtet schon die Schwiegermutter! Unsere Dienstboten. Dienstmädchen . (zum Hausherrn, mit dem sie eben Streit gehabt): Solche Grobheiten, , wie Sie mir eben gesagt haben, muß ich mir aber für die Folge verbitten, Sie behandeln-mich a gerade, als wenn ic Ihre Frau wäre!" Vor Gericht. Vorsitzender: Räumen Sie ein, die Privatklägerin einen alten Drachen" genannt zu haben?" Angeklagter: Ja IDoch bitte ich, als Entlastungszeugin die Privatklägenn vorzuladen! Vorsitzender: Wie? Die von Ihnen beleidigte Privatklägerin?" Angeklagter: Ja! Wenn Sie die sehen, dann müssen Sie mich freisprechen!" Fest entschlossen. Braut vater (reicher Bankier): Sie glauben also, daß Sie glücklich werden, wenn Sie meine Tochter heuathen? Ueberle gen Sie sich die Sache noch sehr genau, andere Leute haben daS auch geglaubt und nachher gemerkt, daß sie sich sehr getauscht hatten. Bewerber (sehr verschuldet): .Ach nein, ich glaube nicht, daß ich mich täusche, ich habe mich vorher ganz genau nach Ihnen erkundtzt!" ,
ZZas Alpen.KleeblaU. Eine 1897er Reisegeschichte. Einmal in die Alpen und nicht wieder! Das sage ich Jeremias Besenbinder, wohlbestallter Lehrer an der zwanzigsten Bezirksschule ! Wir drei sind gemeinsame Stamm tischgäste im Grünen Laubfrosch": Privatus Kniebein, Steuerkanzlist Wohllebe und ich. Also als die Ferien kamen, beschlössen wir, gemeinsam eine Tour in die Alpen zu machen. Und wir traten die Reise dann vergnügt an. Na, wir sind denn auch dort gcwe sen. In München begann unser Unglück. Kniebein kaufte ein Eremplar der Wörishöffer Blätter" und nun war die Sache fertig. Während wir im Hofbräuhaus kneipten, bekneipte er sich in dem Blatte des würdigen Sebastiern Kneipp, und nnn war's vor Barsußgehen, Knicgüffcn und Kathreiners Malzkaffee bei ihm nicht mehr auszuhalten. Und was das Schlimm sie war: er wollte uns zu Proselyten machen. Mit Wohllcbe hatte er die Sache leicht. Ter war ihm verpflichtet" und gehorchte, murrend zwar, aber er gehorchte. Und mich packte er beim Ehrgefühls denn er. meinte, Bezirksschullehrer seien unu einmal so eingefleischte Anhänger des Alten, daß sie sicher den Segen, der Naturheilkunde mit fleischloser Kost, nieeinsehen könnten! Ei, daß Dich! Na türlich wallte mein BezirksschullehrerHerz empört auf. Und ich rief Was, Ihr könnt, kann ich auch!" Na ja auf einer Alm sing air mit'm Barfußlaufen. Soweit, das. weiche Gras in Frage kam, ging's, ja. auch recht schön. Tann kam eine Halden Wohllcbe, der voran ging, hatte sich; nach einigen Schritten einen Stein zwischen die Zehen geklemmt und diese wund gescheuert. Meine zarte Fuß sohle war durch einen Splitter verwun-' det und der dicke Kniebein zog geschwind' seine Stiefeln, wieder an, indem er auf Kneipp, alles- Barfußlaufen und die Wörishöffer Blätter" schimpfte wie ein Rohrspad. Wir waren kaum zwei Tage zwischen
den Bergen,, als- der Steuerkanzlist Wohllebe auch schon mit dem dringen, den Wunsche herausrückte, einmal auf emer Alm zu. übernachten. Was er dabei von deliciösem Schmarrn" und prächtigem Enzian." faselte, war nur Cachirarbeit für den Grundkern seines Wunsches: einmal einer schönen Almnerin die Cour schneiden zu können. Ich wies ihn darauf hin, daß solche Almerinnen, wenn, sie jung und hübsch sind, auch einen soliden BuabV be sitzen. Aber unser Steuerkanzlist schützte unbesiegbaren. Durst, nach Enzian und einen wahren Heißhunger nach einem Schmarrn vor, nahm seine Reisetasche und zog almaaufwärts. Ehe die Nacht hereinbrach, war er wieder da. Er behauptete, es sei ganz köstlich da oben gewesen. Wir mutzten ihm das glauben, trotzdem sein linkes Auge nicht unerheblich geschwollen war. Auf der Weiterfahrt am andern Mor gen löste sich der Bann seiner Zunge und er erzählte sein Abenteuer. Er hätt's mit dem Rathe des Altmeisters Goethe gehalten, meinte er. Nicht zart sei er dem hübschen Diarndl auf der Bien-Kogcl-Alm entgegengetreten, sondern keck und verwegen, als wia a Raubschük. Einen Schmarren habe er nicht bekommen, aber nur ein schneller Sprung, seitwärts habe ihn vor einer Schmarre gerettet, die ein auf sein (se icht geschleuderter Holzlönel sicher versprach. Als er aber nun höf lich geworden, sei, habe er eine so derbe ,.Watschcn" bekommen, daß er noch jetzt fest glaube, 's Tiarndl da oben sei gar sein Madel. gewesen, sondern em Hercules' im der Tracht einer Almerin. Im Uebrigen. hätte er nun völlig genug von jeder Alpenrerse. Wir Beide warm eigentlich ganz seiner Ansicht,, aber um die Ehre zu retten, widersprachen wir. Jedoch schon am nächsten Tage empsing unsere bereits aus n neseS Niveau gesunkene Alpen leidenschaft ihren Todesstoß. Wir wa ren eine nicht sehr hohe Wand empor gekraxelt und standen plötzlich da vor.einer fast senkrechten Granitmauer rechts und links konnten wir nicht-wei ter, wir mußten also zürück. Tie Wand war nicht höher als ein paar Metei, sie lief auch in senkrechter Stei--gung nur auswärts, so dan uns das Emporklettern keine, großen Schwierige knien gemacht hatte. Aber sie- war glatt und es war der Rückweg auch ihnen nur dadurch möglich, daß maw sich sanft auf ihr hinabschurren."' ließ.. Ich machte den Anfang. Das aina ganz gut. Ich kam-vvMa heil an, aber meine Unaussprechlichen waren an ihrer breitesten Seite arg lädirt und meine Aermel verloren ihre Ellenbogenstellen ganz. Aehnlich so ging's dem Steuerkanzlisten. Aber der gute Kniebein kam aus der Richtung und kollerte seitwärts- ab. Es dauerte eine Viertelstunde,' ehe wir alle Löcher in seirem Gewände zusammengezählt hatten. . Nein nur fort aus den Bergen! Aber erst mußten wir uns in einem der großen Alpenhotels ein paar Tage restauriren. Na, und dam? kam das Finale unsrer Alpenfahrt. Und das erschütterte uns in den tiefsten Eingeweiden unserer Portemennaies. Die Rechnung! Kniebein schimpfte, der Eteuerkanzlist Wohllebe verlor allen Gleichmuth und mir entfuhr ein wütlzendes:' Solch' verfluchte Prellerei ! Sehr kleinlaut kamen wir wieder zu Hause an. Am nächsten Abend aber erhoben wir am Stammtisch feierlich unsere rechten Hände zu einem RittU schrotn: Nie mehr in die Alpen! ' Vielewürden s i-ch glü cklich fühlen, wenn sie wüßten, wie dielern Unglück sie entgegen.
Aür die Küche. Weiß krau tsuppe. Mark giebt einen feingefchabten Kopf Weißkraut in eine Pfanne, worin man ein Stück Butter zerlassen und streut dann auf das Kraut etwas Salz, einen guten Eßlöffel voll Mehl und einige in Scheiben geschnittene Zwiebeln und läßt dann Alles unter stetem Wenden so lange braten, bis es braun ist. Dieses so zubereitete Kraut gießt man dann mit Fleischbrühe oder heißem Wasser an und locht das Ganze noch einmal auf. Es schmeckt sehr gut, wenn man in der zum Angießen verwendeten Fleischbrühe oder in dem Wasser zuvor, außer dem gewöhnlichen Suppenkraut, auch och zwei oder drei gelbe Rüben kocht. Rauchfleisch mit Karl'cTsfelklößen und Birnen. Für drei Personen nimmt man ein Pfund geräucherten Bauchspeck sogenanntes Schwarzfleisch, dieses wird abgevaschen, in kochendes Wasser gegeben und schnell zum Kochen gebracht, damit es saftig bleibt. Unter der Zeit bereitet sich die Hausfrau von den Tags zuvor abgekochten Kartoffeln die heute gerieben worden sind just, nach ihren Verhältnissen Klöße. Birnen werden geschält und getheilt, je nach der. Größe in Hälften oder Viertel, mit. Wasser, Zucker, etwas Citrone,. Zimmt und
Nelken weichgekocht und weggesiell. Jjt das Fleisch weich, zieht man das Schwärtchen ab und fchneidet: es. recht fein. ".Von der Brühe bereitet man eine Erbsensuppe durch Zusatz) vorr Erbsmehl und einem Viertel Kaffee? löffel Fleischeztract. Nachdem, die Suppe abgeschmeckt, giebt man' me feingeschnittenen Schweineschwarten und etwas geröstete Semmel. dazu Da5 Schwarzfleisch wird angerichtet, die übrige Brühe, die ebenfalls mit. Fleischeztract verbessert wird, dazugethan,, und dann die abgekochten KloHe. und das Birnencompot.
R.ussischer Salat. Eirr Pfund Kalbsbraten, ein halbes Pfund, weichgelochtes Ochsenmaul, ein Pfundgekochter Fisch irgend welcher Art, den man von Haut und Gräten befreit hat,-, zwei. gut. gewässerteH'äringe, zwei saure: Gurken., vier Löffel Perlzwiebeln und ebensoviele Kapern werden möglichst, gleichmäßig geschnitten, in Würfel odeofeine. Streffen, und dann vermischt. Vier Eier werden sodann hart gekocht, die.Dotter werden fein gerieben und mit zwei, rohen Eigelb vermischt; eine Tasse.feinstes Tafelöl, weißer Pfeffer zwei Theelöffel Tafelsenf, etwas Citronensaft,. eine Pvise Zucker und etwas Weinessig wird zu einer dicklichen Sauce gerührt, mit dem Eigelben gut verarbeitet, und dann mit den übrigen Zuthaten, vermischt. Dieser Salat muß einige Swnden stehen, um durchzuziehen;, während dieser Zeit mutz ' man ihn einige Male herumschütteln. Beim Anrichten verziert man ihn mit Sardellen, Mixed Pickles, Nothrüben. Eiern und Kapern. K önrg s. b e v g e r Klops. Drei Theile gehacktes Rind- und ein Theil Schweinefleisch werden mit einer gerie benen Zwiebel, zwei bis drei entgräteten und gewiegten Sardellen, sowie mit einem in Wasser geweichten Weißbrot, einem Eßlöffel voll geriebenerSemmel, etwas. Pfeffer, abgeriebener Citronenschale., einem bis zwei Eiern und, wenn nöthig,, noch, etwas Salz vermischt und zu runden Klößchen geformt.- Hierauf röstet. mare zwei Löffel voll Ä!ehl in reichlich Butter hellbraun, fügt. etwas Wassee. einen Löffel Efsig- zwei Löffel. Wein., einen Löffel feinen Senf, eine gehackte Zwiebel, 4 Sardellen, einige Pfeffer- und Pimentkörner, Kapern und. ein Stückchen Zucker hmzu. läßt: alles einmal aufkochen und. dämpft, dann die Klopse gut zugedeckt einfc halbe Stunde darin. Gebratene Gärrse leben. Mehrere schöne Gänselebern wässerb man einige Stunden in Milchner-, schneidet sie in fingerstarke Scheiben bestreut sie mit Salz und Pfeffer. und, wendet sie in Mehl und.darauf mEd und geriebener Semmel. Die Leberscheiben werden in steigendev Butter, schntll gebraten, die Butter mit.kräftiger Bouillon aus Fleischextract.verkocht und über die öeberscheiben. ge gössen. Hamburger A a l s u p p ..Die se. Suppe erfordert eine sehr kräftige, von Rindfleisch, einem alten Huhn langsam gelochte, mit Fleischertrart abgeschmeckte Bouillon. Fernes eineu Aal von 3 bis 4 Pfund, der.abgezo gen und aus den Gräten geschnitten,, m zweifingerbreiteScheiben getheilt, w'td. welche man in wenig Wasser.und Essig. mit Zwiebel, Salz. Gewürz., einem Lorbeerblatt und etwas Salbei,, zar kocht. Weiter btdarf es einer, Pfund büchse Brechspargel, ebenso viel grü ner Erbsen und eines Huten Theiles feinwürfelig geschnittenen Würz:! Werkes; auch dampft man ein Quart geschälter undz entkernt Birnen mit etwas RothwÄn, Wasser und Zucker weich und schlitzt die verschiedensten Kräuter, als: Petersilie, Selleriekraut. Portulack, Majoran ThynckQ. Ba silikum, Salbei, Wesferkraut und Pimpinelle, fein gewiegt in Butt:r. Nachdem alle diese Bestandtheile ver Reihe nach hergerichtet wurden, berei tet man ein Braunziehl, rührt es mit der Bouillon und der vollkommen entfetteten Aalbrühe klar, läßt die Suppe eine halbe Stunde kochen und thut nun den Aal nebst den angegebenen Zutha tot hinein, mit Salz und Muskatnutz abschmeckend und zuletzt Schwemm Mßchen hinzufügend. Naiv. Backfisch: .Mama laßt um das Lied: Es liegt eine Krone im tiefen Rhein', bitten!" .Wollen Sie es mit oder, ohne Begleitung? Backfisch: Aber mein Herr, was würde Mama sagen, wen ich mich hea.ltiterk W
