Indiana Tribüne, Volume 21, Number 125, Indianapolis, Marion County, 23 January 1898 — Page 1
O 7l ) O: rr rtr w o US A C ri W l US W y y y ä O V y o w v Office: No. 13 Süd OUabaaa Straße. Telephon 1171. Indianapolis. Indiana, Sonntag, den 25. Januar 1898 Jahrgang 21 No. 135
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Staatssekretär heute: Die Behaup
!tung von Mcrzenblättern, daß MrS. White und ich unhöflich behandelt worden seien, ift absolut und gänzlich unbegründet. - Der Kaiser und alle Anderen sind äußerst verbindlich gegen unS. Ich habe nie irgend Jemand auf irgend eine Zurücksetzung aufmerksam zu machen brauchen. Die Notiz bezüglich meines Empfanges war identisch mit derjenigen, welche SetS nach der Vorellung eines Botschafter? irgend einer Großmacht beim Kaiser erlassen wird. Die obige Depesche bezieht sich auf die publizirte Nachricht, daß Herr und Frau White von hohen Beamten am deutschen Hofe ignorirt worden seien und daß ihnen nicht die ihrem Range entsprechende Höfl'chkeit und Aufmerksamkeit erwiesen worden sei, su daß eS nothwendig geworden sei, den Anstoß gebenden Beamten durch eine Notiz im deutschen Hofcircular eine Verwarnung zu ertheilen AuS der obigen Depescke ergiebt sich, daß' die Hofcirkular-Notiz, welche zu dem Berichte Anlaß gab. nur eine Notiz war, wie sie regelmäßig nach der Vorstellung eine Botschafter beim Kaiser ergeht. , Receiver für den Zoo", in cinnati, 22. Jan. George Hofer und Albert Flsher wurden heut, für den Zoologischen Garten aus An. trag der Aktionäre als Receiver einge setzt. ES wird behauptet, daß die SchuldenlaK 590.000 beträgt, und daß gerichtliche Klagen drohen, welche dem Eigenthum dauernden Schaden zufügen würden. Der Streik in Ntv-Sng-land. Boston, 21 Jan. Die Berichte aus den verschiedenen Orten in NewEngland, in welchen der Streik der Arbeiter der Baumwollsabnken herrscht, zeigen wenig Veränderung, abgesehen davon, daß in FallRiver ein allgemeiner Streik noch wahrscheinlicher, als bisher erscheint. Voraussichtlich werden die Skreikführer eine (Konferenz mit den Fabrikanten fordern. 3m Ganzen sind b:S j'tzt 15.000 bis 16.000 Mann am Ausstände betheiligt. Der englische MaschinistenStreik. London, 22. 3an. Der Streik der Maschinisten gilt für erledigt. Die Arbeitgeber haben einen Aufschub von einer Woche bewilligt, bei deren Ablauf vermuthlich ein Abkommen erreicht werden wird. Gladftone schwer krank. .Cannes 22. 3an. Gladstone ift sehr schwach und leidet an Neuralgie. ÄS wird daS Schlimmste befürchtet. Die Unruhen in Böhmen. BudweiS, Böhmen, 22. 3an. Die heutigen Communal-Wahlen endizten mit einem Siege der Deutschen und veranlaßten ernstliche Aukschreilangen der Tschechen. Den deutschen Einwohnern wurden die Fenster eingeworfen und die Polizei mit Steinen bombardirt. Schließlich mußte Militär einschreiten und die Rübe wieder herstellen. Prag, 21. Jan. Die Polizei hat daS Tragen von Parteiabzeichen und Clu-Uniformen verboten. Das Verbot rief im Landtag die größte Aufregung hervor. Die Abgeordneten derlangten eine Erklärung und der StattHalter Graf Cöudenhove versprach eine solche i der nächsten Sitzung zu geben. Ein unbeschreiblicher Tumult folgte. Der Stadthalter wurde ein feiger 3ntriguant geheißen und als er die Sitzung verließ, mußten ihn seine Wächter umringen, um ihn zu schützen. Die deutschen Mitglieder deS LandtazeS haben an den österreichischen Premier-Minister Freiherr vonGautsch telegraphirt und die sofortige Zurücknähme deS Verbotes verlangt. Aul Deutschland. Berlin, 22. 2an. Die Berathung deS Bndgrt für daS ReichSamt deS Znuern zieht sich endlos in die Länge und dabei macht sich eine bedenkliche Leere
auf den Bänken der Reichkboten be
merki-ar, daß eine Auszählung die Be schlußunfähigkeitdeSHaufeöergebtnha. ben würde. Der Tentrumführer, Dr Lieber erklärte, er freue sich, daß der Staatssekretär Graf PosadowSky ein Kartell gegen die Sozialdemokratea angeregt habe, er fordere den Staats. sekretär deS Innern aber auf, dafür zu sorgen, daß der Kultusminister dem Centrum nicht i den Rücken falle, während eS gegen die Sozialdemokratie kämpfe. Er opplmire der Erdrosselung der Koalitionsfreiheit. Dir nationalliberale Abgeordnete Prinz Schönaich.Carolath brach eine Lanze für daS Frauenrecht. Auf seine Ausführungen antwortete Graf PosadowSky. der Reichskanzler sei bereit bei der Bundesregierung dabin zu wirken, daß die Frauen zu der pharmac'. tischen und medizinischen Staat'prü. fung zugelassen würden. Die Regierung habe sich entschlossen, grauen die Theilnahme an den Vorlesungen in den Universitäten als Hospitantinnen gestatten, falls der Rektor und die Professoren ihre Genehmung dazu gäben. Der Sozialdemokrat Wurm machte geltend, daß, wenn Frauen befähigt wären, auf Thronen zu sitzen, sie au cd geeignet seien, Aemter zu bekleiden und Gewerbebetrieben vorzustehen. Der Berliner Magistrat hat die Anregung deS DenkmalauSschusseS, zur Erinnerung an die 'in den Märztagen deS 3ahreS 1848 Gefallenen auf dem BegrSbnißplatz derselben im FriedrichShain ein mit einem Gitter umge denen Denkstein zu errichten, abgelehnt. Darob herrscht unter den Stadtnerordneten große Erregung und die Behauptung, daß auf den Magi. ft'rat von' oben ttn Druck ausgeübt worden ift, erhält dadurch neue Nah rung. OthiNs'NaeÄriSien. Angekommen in : New ö o r k, Amsterdam", von Rotterdam. Campania" von Liverpool. Liverpool, Bovie" von New Volk. hiesiges Neberlabren und getpdtet. Gestern Abend um 6 Ubr wurde der Neger JameS Toy'or. 001 Mulberrtz Str. wohnhaft, an der Kreuzung der Madison Ave. mit dem 3, M. & 3 Geleisen von einer Lokomotive beim Ueberschreiten deS GeleiseS ersaßt und überfahren. Die Ambulanz brachte ihn inS HoSpital, woselbst eS sich herausstellte, daß er einen Schädelbruch davongetragen hatte. Außerdem waren beide Beine und der rechte Arm gebrachen. Er ftarb infolge der Verletznngen um 9 Uhr. Der Verunglückte ist 46 Jahre alt geworden und hinterläßt eine Wittwe mit einem Kind. Er arbeitete im Kohlevgeschäft von A. M. Kuh. Ebenso ftarb gestern der von einer Lokomotive am Freitag Abend erfaßte Rangiermeister der Big Four, NamenS Howard Lindfay, im St. Vincent HoSpital. Cr wohnte an der gleicher Ave. und hinterläßt ebenfalls eine Witte und drei kleine Kinder. Nucho'S Eigarrenladen befindet stü in No. 1S9 OS Washington Gt. Wenn Öse schöne frische Olumen für Trauer ober vergnügte Zeit wünschen so besuchen Gi die Bertermann Flora! Co., 241 Wass Qve. Tel 640 (der alte ylatz ) verlangt MuSo'S LeS Hab ana TiaarS, 99 Die auffallendsten Heilungen von Scrofeln, die man kennt, find mittelst Hood'S Sarsaparilla erzielt. Dieses Mittel sucht seines Glel. chen bei Blutkrankheiten. Gebraucht nur H o o d'S. Hood'S Pillen find. mit der Hand'gemacht und völlig gleich anSröße und Seviüt. 25.
Staat Ohio, Toledo,
L u c a Countu. s. Frank I Eheney beschwört. daß er der ältere Partner der Firma F I. S h e n e u 6c & o. ist. welch, Geschäste in der Stadt Toledo, in obengenanntem kounty unb Staate, thut. und daß besagte Firma die Summe von einhundert Dollars für jeden Fall von Katarrh bezahlen wird, der durch den Gebrauch von H a l l ' S Katarrh-Kur nicht geheilt werden kann. Fran l 3. Eh en e y. Beschworen vor nur und unterschrieben in meiner Gegenwart am 6. Sept. Siegel A. D, '86 A W. K l e a s o n, össentl. Notar. Hall'S KatarrhKur wird innerlich genommen, und wirkt direkt auf daS Blut und die schleimigen Oberflächen deS Systems. Laßt Such Z:ugnisse frei zuschicken. F. 3 F. b e n e y & do , Toledo, O. 7 Verkauft von allen Apothekern. 7Lc. Hall'S Familien Pille find die besten. Der Herr perlheidiger. Von Gilbert Martin. Eine Bewegung der Neugier gab sich im Schwurge'richtssaale kund, als Herr Peguillon an den Zeugentisch trat, um gegen den Angeklagten auszusagen. Man war nicht gewöhnt, ihn die Rolle des Anklägers spielen zu sehen. Hundertmal hatte man in demselben Raum seine Stimme vernommen, die sich erhoben hatte, um Schurken aller Art zu ve.'theidigen und um auf die schrecklichsten Attentate die rührendsten Perioden des Mitleids zu verbreiten; er war die Vorsehung der Spitzbuben, er entdeckte bei den Mördern Tugenden, die mit undewassnetem Auge nicht zu bemerken waren, er hatte für die Batermörder stets eine Specialität mildernder Umstände in Bereitschaft. - Herr Peguillon ist nämlich eine Leuchte dcö Pariser GcrichtZhoscs. Sein ?t'ame figurirt in allen großen Eriminalprozesfcn. Ee!t dem Tage, da er eine Wäscherin frei bekam, die sich ihres indes dadurch entledigt hatte, daß sie es in c'.nen Ofen steckte., ist sein Ruf universell geworden. Die Mörder rissen sich um ihn. Er ist ein Virtuose des Wortes, ein Paganini der Vertheidigung; er besitzt die Leidenschaft und sogar die Ueberzeugung seiner Kunst. Infolge einer eigenthümlichen Optik ist er dah!n gelangt, die ungeheuerlichsten Missethaten nur durch das Prisma des Plaidovers zu erblicken; sür ihn ist ein Verbrechen kein Verbrechen; cs ist ein interessanter Fall. Wenn sich eines jener blutigen Schrecknisse ereignet, die die öffentliche Meinung ängstigen, so vergißt er voll ständig, die allgemeine Entrüstung zu jheilen, um nur die berufliche Seite der Angelegenheit zu betrachten. Zuerst unterscheidet er mit wunderbarem Scharfsinn die; Umstände, die man zum Nutzen des Angeklagten ausbeuten, die Zweifel, die man in den Geschworenen erregen, die Effekte, die man mit dem nöthigen Pathos erzielen kann. Die großen Linien der Vertheidigung erscheinen vor ihm mit einem Schlage, und auf diese erste Unterlage stickt seine Inspiration wunderbare Bilder. Uebrigens ist das tiefe Mitleid, das er im Busen trägt, ausschließlich für die Verbrecher reservirt". Die Opfer laffen ihn gleichgiltig, oder richtiger g'sagt. sie sind seine Feinde. Wenn Verbrechen begangen werden, so ist das immer ein wenig die Schuld der Opfer, sei es auch nur wegen' der Versuchun gen. in die sie die'Schuldigen führten. Herr Peguillon wirkt zunächst dramatisch und erlangt seine Triumphe durch die Rührung. Seine ernste, warme und melodische Stimme besitzt Töne, die Einem das Herz bewegen ; sein Blick wird feucht, seine Geste versetzt das Auditorium in wonniges Schaudern und wird an besonderen Stellen niederschmetternd. Zuerst ist es ein fernes Erollen, dann der von Blitzen begleitete Donner. Niemand versteht sich wie er darauf, ergreifende Bilde? des Elends zu zeichnen und daS Gespenst des Hungers hergufzubeschwören. Er beschuldigt die Gesellschaft, für da Verbrechen seines fnintn ivrrmtmnrtTiffi n fin pt k? hrobt die Aickter mit ewiaen KemissenS. W mr MB ft mm m, mm a m, m W
bissen, er streckt mit konvulsivischem gezwungen, auf die Fragen des Prä- seiner Eingeweide zur Nahrung geben zu Zucken den Arm aus und ruft: Ha- sidenten zu antworten : könncn.ben Sie Mitleid mit diesem Unglücks Jcagen Sie. waö Sie wissen !" Bon dem Tänion ZelneS Berufes fort chen ! Mitleid mit diesem beiammerys-1 Was er wußte ! Na, mein Gott, das j w werthen Opfer deS Schicksals !" , Das war doch sehr einsach und verlangte ;' lt V?r5 wüillon nicht Publikum ist ties gerührt, man hört nicht viel Besinnen. Jn'wenigen Wor-! - j -.te". 1cll-!ir "grnersticktes Schluchzen. Tamen werden ten erstattete er seinen Bericht. - ' lu';il- 'rNich ett verschwaudi er ohnmächtig. Die Geschworenen trock.' Auf der Vertheidigerbank machte sich -Uandte nuzals ertbttdlgkr. wandte sich nen sich die Augen, dem Gerichtshof Herr Eardevois mit wichtiger Miene , znr eltteldigu'.ig und warf zuckt eS unter den Lidern und sogar der Notizen ; und dahinter saß der Ange- trslrst.l,eL fi blCr fehlenden öffentliche Ankläger schneuzt sich heftig, klagte zwischen zwei Gendarmen und Anmrl sewer AmtZrobe auf die ?rme Und eS ift nicht etwa eine Komödie, schluchzte in fein Taschentuch hinein. zurück. ?clc c eguiflon fpieU. Idfei Doch der Präsident erklärte Herrn sich zuerst von den Gründen blenden., Peguillon, er solle sich genauer aus. W er da hie er abruft, er macht sich mit ihnen drücken Auditorium m pannung. das erwar. pertraut, er berauscht sich daran. Und ES war als gegen drei Uhr Morpenn das Resultat nicht mit seinen Be- Zz?- .fcä ar, den Anaettanten w-v.
muyu'ttgen im lirnfsang stelzt, so Mt er die schmerzliche Bestürzung eines Menschen, der der Verurtheilung eines Menschen beiwohnt. Und nun sollte er mit seinen Anttagen einen armen Teufel niederschmettern, einen unglücklichen Familienvater.
den das Elend zum Diebstahl getrieben hatte ! Tie Sache war folgendermaßen vor sich gegangen: Vor zwei Monaten hörte er in einer Nacht, da er in seinem Bette von einer .Sache" wachgehalten wurde, die er am nächsten Tage vertreten sollte. Geräusch in seinem Arbeitskabinet. (5r erhob sich vorsichtig, öffnete hastig die Thür und sah sich einem Individuum gegenüber, das gerade damit beschäftigt war, seinen Sekretär zu erbrechen. Mit einem Satz sprang er auf ihn zu, warf ihn zu Boden und schnürte ihm mit seinen robusten Fäusten den Halö ein. Gnade, Herr!" röchelte der Elende. .Ich habe vier kleine Kinder!" Das kenne ich schon!" höhnte Herr Peguillon und band ihm mit der Schnur eines Aktenfascikels die Hände auf den Rücken. Tann kleidete er sich in aller Eile an und rief: Na. vorwärts! Und wenn Tu eine Bewegung machst, erdrossele ich Dich!" Tarauf brachte er den Dieb zur Wache und legte sich ruhig wieder schla lcn. Einbruchsdiebstayl in der Nacht in einem bewohnten Hause In flagranti ertappt Tie Untersuchung war bald geschloffen, und die Sache wurde für die nächste Schwurgerichts sitzn na erbringt. Herr Peguillon. der als einziger Vclastungszeuge vorgeladen worden, fülzltc sich unbehaglich und war wüthend. Die Sache war auch zu dumm! Ein Angetlagter, der des Jntereffes durchaus vürdig war, ohne die geringste Voe träfe; ein.Wittwer, der nach dem Tode einer Frau .vier kleine Kinder zu ernähren hatte und allein auf der Welt dastand. Die Auskünste, die man über ihn eingeholt, schilderten ihn als einen fleißigen, ordentlichen Arbeiter. Doch das Elend war hereingebrochen, es fehlte den Kleinen an Brod, und die ganze ehrenhafte Vergangenheit des Mannes war in dem vom Hunger gcgrabene Schlunde versunken. Ja, ja, der Herr Peguillon war wüthend. Nicht etwa, daß er dieses Unglück allzu sehr bemitleidete, doch daS Lächerliche der Situation sprang ihm förmlich in's Auge. Außerdem 'dachte er als Advokat an den Nutzen, den ihm diese Affaire hätte bringen können. Welch prächtiges Plaidoyer wäre daS gewesen! Eine großartige Freisprechung hätte man erzielen können! Nie hatte sich ihm eine so vortreffliche Gelegenheit geboten, gegen die Gesellschaft zu don nern; Thränenströme hätte er entlocken und mit tragischer Geste ausrufen können: .Nein. Sie werden dieserr Menschen nicht vcrurtheilen, Sie können eZ nicht, ich verbiete es Ihnen!" Alles, bis auf die vier Kinder des Angeklagten, trug dazu bei, diese Sache zu einer außergewöhnlichen zu machen. Herr Peguillon hatte mehrmals Gelegenheit gehabt, den Einfluß der Zahl 4 auf die Weichherzigkeit der Geschworenen zu erproben. Darunter verliert die Wirkung an Stärke, und darüber ist der Familienvater kein Gegenstand des Mitleids mehr. Dagegen sind vier Kinder die klassische Zahl der Rührung.. Ein einziger Umstand milderte das Bedauern des Herrn Peguillon ein wenig: die Sache war seinem Collegen. Herrn Cardevois. einem Aovokaten ohne Talent, ohne Schwung -einem Di lejtanten zugefallen! Glücklicherweise konnte der Angeklagte bei einem solchen Vertheidiger sicher fein, wenigstens fünf Jahre zu bekommen. Das war ein Trost! Herr Eardevois würde plump und schwerfällig dociren, wenn eS sich darum bandelte. ,u rübren und Nck in hohem Fluge bis zu den höchsten Höhen , y -" 1--7. -n der Pathetik zu erheben,. Dieser Schafsköpf! Nicht einmal die vier Kinder würde er zu benutzen verstehen! . ' Und bei dem Gedanken an das, wa fein College sagen würde, die Achseln zuckend, dachte Herr Peguillon an das. was er sagen würde. Dieses Plaidoyer quälte ihn wie ein Alp: Er fühlte-sich pon ihm besessen und zitterte innerlich. Nun aber war er. als ironischer KonM VW VM W a VA mW V r IA: W Wlf i ' irast m der Ned-. di- -r selbst tn-lt
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pnis später.
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