Indiana Tribüne, Volume 21, Number 98, Indianapolis, Marion County, 26 December 1897 — Page 6

3er Kaiserliche Warjlass.

fcmt aeraumer Zeit nimmt der königlicheMarstall in Berlin und PotZdam wegen der Gediegenheit des lebenden und todten Jr.v.'ntars ur.d we gen seiner vortrefflichen Leistungen auf den Gebieten der Reit- und Fahrkunst einen hervorragenden Rang ein, wenn er auch bei seinem Bestand von twas über 300 Pferden von den Mar stallen des Kaisers von Oesterreich und des Zaren um etwa das Doppelte übertroffen wird. An der Spitze des königlichen Mar sialls steht der Ober - Stallmeister, der zu den preußischen Ober - Hofchargen gehört, die unmittelbar vom Kaiser ihre Lefehle empfangen. Das königliche Marstallamt, dessen Chef der Ober-Stallmeister ist, bat seinen Sitz in den Hauptgebäuden des königlichen Marstalls inhtx Breitensiraße zu Berlin. Unter dem Ober-Marstallamt Verse hen die Beamten der einzelnen Stallabtheilungen den praktischen Dienst. Jede der beiden Hauptabtheilungen, 'die Equipagen- und die Reitabthe:lung, untersteht einem ältern Stallmeiste?, unter dem dann die übrigen Stallmeister den einzelnenStällen vorstehen. Der Vorsteher des Reitstalls Zst Leibstallmeister des Kaisers. Asslsienten derStallmeister sind die Oberbereiter und Bereiter. Das Personal Personal des Marstalls. ütx Oberbeamten ergänzt sich theils ,aus dein activen Officiercorps, theils .aus Volontären, die aber Reserveoffieiere werden müssen. Die OberbeamItn tragen eine Uniform, die aus incm blauen Waffenrock, im kleinen Dienst aus blauem Ueberrock, mit ?othem Kragen, entsprechender Mütze, 'weißem Beinkleid und hohen Stiefeln besteht. Bei osficiellen Gelegenheiten wird ein Hut (Zweispitz) und eine Ar: lürassirpallasch getrag.cn, in Gala statt des blauen ein rother Waffenrock mit schwarzem, goldgesticktem Kragen und ebensolchen Aermelaufschlägen, nebst goldenen Fangschnüren über der rechten Schulter. Die Officianten oder Unterbeamten des practischen Dienstes führen in jüngeren Jahrgängen den Diensttitel Futtermeister, während die ältern je nach ihrer Thätigkeit bei der Equipa-gen-oder Reitabtheilung die Bezeichnung Wagen- oder Sattelmeister tragen. Sie ergänzen sich aus hervorragend empfohlenen, civildienstbercchtigten Cavallerie - Unterofficieren nach längerer Probedienstleistung beim königlichen Marstall. Die Unterbeamten iragtn dunkelblauen Waffenrock (Ucberrock im kleinen Dienst) mit Wappenknöpfen und einem aus silberner 'Adlcrtressc auf rothem Grund bestehenden Kragen, dunkelblaue Mütze mit Silbertressenborte, weißes Beinkleid I n den Pilaren. und hohe Stiefel, bei osficiellen Gelcgenheiten Zweispitz mit Silbertrzsse, silberne Fangschnur und Hirschfänger an silberbetreßterKoppel; die Officiancken der Equipagenabtheilung haben schwarzes Beinkleid, bei Gala mit Silberborte an der Naht. Die Mannschaften des königlichen Marstalls, Stalldiener, ergänzen sich gleichfalls vorherrschend aus der CaDallerie, sind nach einem gewissem Dienstalter auch pensionsberechtigt, geAießen freie Dienstwohnung, kostenlose .'Behandlung durch die Hofärzte nebs: sreier Medizin aus den Hofayotheken, us dienstlichen Reisen reichliche Diören. Die Livree der Leute besteht in -rother Plüschjacke als Stallanzug und In schwarzem Rock mit fünf Wappenknöpfen außerhalb des Stalls ; dazu kommt in beiden Fällen weißes Beinkleid mit Stulpstiefeln, bei der Wagenabtheilung lange schwarze Hosen; bei Fahrern fürstlicher Personen ist der Cylinderhut mit breiterAdlertresse versehen. Fährt der Kaiser selbst einen niedrigen, zweir'äderigen Einspänner, Dogcar, so sitzt rückwärts gegen ibn ein Groom; dieser Diener trägt als der einzige im ganzen Marstall braune Livree mit goldenen Garnirungen und am Hut die breite Adlertresse in Gold. Der Pferdebestand des königlichen Marstalls ist nach der Beschaffenheit vorzüglich; in dieser Beziehung kann ihm vielleicht nur der Wiener Hof an fcje Seite qesetzt werden. Da aber der (Ztat des Marstalls aus der Zeit, in der der König von Preußen noch nicht deutscher Kaiser war, unverändert übernocmen worden ist, so muß mit schnellerer Abnutzung des Materials gerechnet werden. Bon den 300 Pferden des Marstalls sind etwa 200 Wc-

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genpserde und 100 Rcitpserde. Die Ergänzung des Pferdematerials erfolgt in der Hauptsache aus den könig lichen Gestüten, besonders aus dem ostpreußischen Gestüt Trakehnen. Letzteres stellt Dreiviertel des Bedarfs, der sich jährlich auf 40 Remonten beläuft. In jedem Frühjahr bereist eine Mar-stall-Commission. der Ober - Stallmeiste? und die beiden Abtheilungsdirigenten, die Hauptgestüte und trifft dort unter den nicht für Zuchtzwecke vorbchaltenen vierjährigen Pferden die Auswahl; nur für den Leibdienst des

Gängeln. Kaiserpaars darf vie Commission aus den jüngern Jahrgängen der in den Landgestüten aufgestellten Hengste jährlich noch sechs Thiere auswählen. Für jedes fehlende Stück hat die G:stütsverwaltung der Krone eine Entschädigung von 100 Friedrichsocr (1700 Mark) zu zahlen. Gewisse Klassen von Pferden, die der Marstall braucht, werden gar nicht oder in nur ungenügender Zahl von den Gestüten gezüchtet, so Reitpferde für ganz schweres Gewicht, sehr schnelle Wagenpferde und ganz schwere Carrossirs für Galawagen. Als Reitpferde für schweres Gewicht werden jährlich einige breite, starke englische oder irische Jagdpserde angeschafft, während der Bedarf an sehr schnellen Wagenpferden, Juckern, aus Ungarn, zumTheil auch aus Rußland Ergänzung findet. Diese Ankäufe geschehen durchVermittlung eines Händlers. Der Bedarf an Juckern ist erst seit dem Regierungsantritt des jetzigen Kaisers eingetreten; jedoch sind die Thiere nicht eben häufig, die äußerste Schnelligkeit mit größter Lenksamkeit vereinigen. Damit der Kaiser jederzeit über einen Jucker-Viererzug verfügen kann, müssen etwa 20 solcher Schimmel gehalten werden, da häufige Ablösung wegen Beschädigung oder wegen nöthig werdenden Correcturverfahrens unerläßlich ist. Diesen gesonderten Schimmelstall hat ein ungarischer Kutscher unter seiner Aufsicht, der auch allein mit dem Fahren der Jucker beauftragt ist. Gewöhnen des Pferdes an Schießen. Die für den Kaiser bestimmten ReitPferde werden selbstverständlich mit größter Sorgfalt ausgewählt. Schnell ligkeit, Ausdauer, unbedingte Sicherheit auf den Beinen, unerschütterliche Ruhe im Feuer wie im Volksgewühl, pünktlicher Gehorsam, leichte Lenksamkeit und stattliches Aussehen sind - die Vorzüge, die ein Leibreitpferd des Kaisers besitzen muß. Tägliche Uebungen erhalten es auf der durch Dressur erreichten Bildungsstufe. Für die Marstallbeamten ist einer der wichtigsten Augenblicke im ganzen Jahre das Eintreffen der jungen Gestütsremonten in den ersten Tagen des October. Die Vertheilung der Remonten an die Equipagen- und Reitabtheilung ist schon im Gestüt durch die Commission erfolgt; die Reitabtheilung erhält 10 bis 13, die Wagenabtheilung 25 bis 30 Pferde. JedeZ einzelne Pferd beurtheilt der LeibStallmeister auf die größere und geringere Fähigkeit zur Dressur. Die sorgfältigste und kunstvollste Erziehung ist ja unerläßlich, allein aber nicht imStande, einem Pferde die wünschenswerthen Eigenschaften zu derleihen, wenn nicht die natürliche Begabung des Thieres das Beste dazu beiträgt. Auch das Pferd verlangt, daß der Lehrer auf seine Individualität eingeht. Für die Vorklassen zur weitern Ausbildung des Pferdes benutzt der Reitmeister verschiedeneHilfsmittel. Zunächst die Pilaren, zwei Pfeiler, in die das Thier eingeschnallt wird, damit durch Treten auf der Stelle die Bewmuskeln gestärkt und geschmeidig gemacht werden. Ein Stallmeister veranlaßt durch einen leichten Schlag mit der Peitsche bald dieses, bald jenes Bein zum möglichst kräftigen Anziehen. Ein Stalldiener hält das Pferd vorn an einem Gurt, der am Nasenriemen befestigt ist; durch einen Ruck an diesem Gurt wird das heftig werdende und in die Zügel stoßende Thier zum Gehorsam gebracht. Ein anderes Hilfsmittel ist dte Longe, die bei wenig lebhaften Pferden zur Anwendung kommt, um sie an ein munteres Tempo zu gewöhnen. Große Mühe und Geduld erfordert es, die Thiere mit der belebten Straße, dem Anblick des Militärs mit seinen Griffen und Baue gungen, mit der Musik und dem Schie. ßen vertraut zu machen, sodaß sie selbst unter weniger geübten Reitern noch zuverlässig ihren Dienst thut. Eine vom Leib-Stallmeister erdachte Reitmethode ist die Uebung des Ballspiels zu Pferde, die sehr dazu angethan ist, dem Reiter einen ungezwungenen und sichern Sitz zu verschaffen. Der Reiter, der hierbei genöthigt ist, seine Aufmerksamkeit dem Balle zuzuwenden, regiert und lenkt das Pferd mit den Schenkeln und durch Verlegung deö Schwerpunktes seines Kö:-

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pers. Dadurch gewöhnt er sich, Oderkörper und Arme frei zu bewegen und nicht ängstlich aus jede Bewegung des Pferdes zu achten. Die Dressur der jungen Reitpferde, die 1$ bis 2 Jahre dauert, ist eine beträchtlich feinere und gründlichere als die der Wagenpferde, doch erhalten auch die letztern, bevor sie angespannt werden,einen dorbereiiendenReitcursus von etwa einem halben Jahr. Mit der Reitdressur ist zugleich eine Garantie dafür gewonnen, daß auch vor dem Wagen das Thier seine Schuldigkeit thun wird. Nachdem die RemontePferde der Wagenabtheilung den Reitcursus durchgemacht haben, werden u allmälig an das Tragen des Geschirrs gewöhnt. Bevor sie jedoch vor den Wagen kommen, werden sie gegängelt. Die durch Seile verlängerten Stränge nehmen je drei Mann in die Hand, gehen zunächst ruhig mit, wobei sie die Hinterschenkel des Pferdes ab und zu durch leichtes Aufschlagen der Stränge berühren, lassen sich dann ab und zu ziehen und belasten endlich das Thier mehr und mehr. Die gewöhnlichste, alltägliche der im königlichen Marstall üblichen Bespannungsarten ist die mit zwei Pferden, die vom Bock aus gefahren werden. Das Vierspännigfahren vom Bock wird nur für die Fahrten des Kaisers mit seinem Schimmeljuckerzuge und manchmal bei der Fahrt zum JagdRendezvous angewendet. Der Fahrer muß hierbei nicht nur viel Uebung und

Ballspiel zu Pferde. Geschicklichkeit, sondern auch Ruhe und Entschlossenheit besitzen. Die VorderPferde, die nicht wie die Stangenpferde den Halt der Deichsel haben, sondern in losen Strängen gehen, müssen lebhaft, fleißig, aber doch nicht heftig sein; namentlich ist es das linke Vorderpferd, das Führpferd, das durch ruhige und zuverlässige Gangart auf die Ordnung des ganzen Zuges einzuwirken hat, da es mit der Peitsche am schwersten zu erreichen ist. Zu Stangcnpserden verwendet man Thiere von ruhigem Temperament. Die im Marstall gebräuchlichste Art, vierspännig zu fahren, ist dit Bespannung h la Daumont, wobei jedes der beiden Pferdepaare von einem auf dem linken Pferde sitzenden Jockey gelenkt wird. Diese ebenso sichere wie vornehme Bespannungsart ist die eigentliche Specialität des Hofes. Die Bespannung mit sechs Pferden, von denen die beiden vordersten von einem auf dem linken Pferde sitzenden Reiter, die andern vom Bock gefahren werden, ist zwar auch sehr elegant, bietet indeß bei Weitem nicht die Vortheile der Flottheit wie die Viererbespannung. Zu großen Gala - Auffahrten, bei denen die Staatscarrosse sich nur im Schritt bewegt, findet Bespannung mit echt Pferden statt, von denen nur die beiden letzten vom Bock gefahren, die andern sechs dagegen von je einem links neuenher schreitenden Stalldiener geführt werden. Dem Vierspänner &i la Daumont, dem Sechser- und Achterzug reiten stets ein oder zwei Spikreiter voraus. Je nach den Grade der Feierlichkeit und dem Range der Infassen reiten zwischen Spitzreiter und Wagen ein oder zwei Stallmeister und als höchste Ehrenbezeigung der OberStallmeister neben dem rechten Wagenschlag. Der Kaiser in der Dogcart. Einspänner werden, außer dem bereits erwähnten Dogcart des Kaisers nur ausnahmsweise gefahren; hier möchte der Ponywagen der Prinzen noch zu nennen sein. Die Pflege der königlichen MarstallPferde ist im Wesentlichen dieselbe wie die der Cavalleriepferde; die Reitpferde erhalten dieselbe Futterration wie die Kürassire und Ulanen, d. h. 6 bis 7 Kilogramm Hafer täglich. Die Ration. der Wagenpferde ist wegen ihres härtern Dienstes etwas größer. Je zweiMarstallpferde haben durchschnittlich einen Wärter. Ein Oberroßarzt und zwei Roßärzte sind bei dem königlichen Marstall angestellt. Von Zeit zu Zeit läßt sich der Oberroßarzt zur Jnsvection die Pferde der Reihe nach vorführen. Den Roßärzten liegt auch die Verwaltung der Schmiede ob. Die jährliche Ausrangirung älterer Pferde wird durch zwei öffentlicheAu:tionen bewirkt, von denen die eine im Frühling, die andere im Herbst stattfindet. Diese Auctionen, die in einer der Reitbahnen des Marstalls vor sich gehen und von einem Stallmeister, einem Sattelmeister und einem Rechnungsbeamten geleitet werden, erzielen finanziell recht befriedigende Ergebnisse. Der Käufer hat sich aller ihn sonst beim Pferdehandel zustehenden Vorbehalte zu begeben, da jeder der Marsiallverwaltung bekannte Fehler der betreffenden Pferde gewissenhaft angegeben wird. Das neuste und schönste Gebäude der Marstallverwaltung ist der vor mebrern Jahren neuerbaute Stall beim

Neuen Palais unweit Potsdam ; fa Potsdam selbst sind die Reitpferde am Lustgarten, dieWagenpferde am Neuen Markt untergebracht; diese beiden

Ponywagen der Prinzen. stattlichen Bauten stammen aus der Zeit des ersten preußischen Königs Friedrich I. In Berlin liegt das Hauptgebäude des Marstalls in der Breitenstraße, wo es mit seinen Ställen, Remisen und Kammern zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zählt. Durch die Niederlegung einer Anzahl älterer Häuser an der Schloßfreiheit zwischen der Breitenstraße und der Kurfürstenbrücke wurde der nach dem Schloß zu gelegene Giebel allerdings freigelegt und hierauf seine der architektonischen Umgebung würdige Umgestaltung in Angriff genommen. Der Ankauf eines anstoßenden Grundstücks ermöglichte dann die Vergrößerung des ganzen Etablissements hx gleichzeitigem Umbau eines Theils der alten, mehrfach doch schon etwas nun gelhaften Baulichkeiten. Zwei Filialen in der Dorotheen- und Stallstraße sowie eine Anzahl von Wohnhäusern in Berlin und Potsdam ergänzen die umfangreichen Baulichkeiten des Marstalls. Mutter MKiulcy. In Canton, O., ist Frau Nancy Allison McKinley, die hochbetagte Mutter des Präsidenten, aus dem Leben geschieden. Die Verstorbene stammte aus einer alten Pionierfamilie und erblickte 1809 in New Lisbon. O., das Licht der Welt. Sie wurde am 6. Januar 3829 mit William McKinley sen. getraut und verlebte ihre ersten Ehesahre in Niles, O., wo der Präsident am 29. Januar 1843 geboren wurde. Ihr Gatte starb am 24. November 1892. Frau McKinNancy Allison McKinley. ley erfreute sich bis in die jüngste Zeit ausgezeichneten Wohlseins und selbst ein Anfall von Influenza, an dem sie in den letzten Tagen heimgesucht wurde, beeinträchtigte dasselbe nicht in ernstlicher Weise. Ganz unerwartet .wurde sie jedoch von einem Schlaganfall getroffen und dieser führte nach kurzem Leiden zu ihrem Tode. Die Mutter des Präsidenten war einfach und schlicht in ihrem ganzen Wesen, eine jener Frauen, von denen man mit Recht sagen kann, daß ihre Vortrefflichkeit am besten dadurch, daß man wenig von ihnen sprach, documentirt wird. Höchste Treue. Dame: Ist der Hund, den Sie mir offeriren, auch recht treu und anhänglich?" Hundehändler: Madam', der verläßt Sie nicht und wenn Sie gleichzeitig singen und Klavier spielen I" Edel. Arzt: Ich sage Ihnen nur so viel, von diesem Leiden werde ich Sie kuriren und sollte es mich Ihr Leben und Ihr Vermögen kosten. Unvorsichtig. Warum, Excellenz, ist wohl der Baron bei Serenissimus in Ungnade gefallen?" O, denken Sie sich nur.Serenissimus gaben gestern bei der Tafel ein Räthsel auf, und da hat der entsetzliche Mensch die Lösung gewußt!" Letztes Mittel. , .Sehen Sie mal, da radelt die alte Jungfer auch noch." .Sie will eben den letzten Versuch machen, durch Läuten die Aufmerksamkeit der Männerwelt auf sich zu ziehen.Zwischen Dienstboten. Sehn S', Mali. Sie könnten sich ganz leicht um a Prämie für treue und brave Dienstboten umschauen! Aber geh'n S', ich bin doch erst drei Wochen bei meiner Gnädigen! Na eben deswegen! So lang hat's bei der noch keine ausg'halten! Zurechtweisung. Pfälzer Lehrer (der beim Unterricht emenSchu ler mit einer anderen als der vorge schriebenen Ausgabe eines Schulbuches trifft, auf dessen Entschuldigung ent rüstet): .Sie hawwe nit zu hawwe, was Sie hawwe, sondern Sie hawwe zu hawwe, waö Sie zu hawwe hawwe!"

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Za Kreuze gekrochm. Die eneraische Haltuncz, welche die

deutsche Regierung aus Anlaß des Falles Lüders der Negerrepublik Haiti gegenüber eingenommen, hat ihre Wrrkuna auf die schwarzen .Luders nicht verfehlt; der arrogante Präsident Tiresias Simon Sam ist zu Kreuze gekrochen und hat alle Forderungen Deutschlands bewilligt. Die. Affäre ist' damit erledigt und man kann Anaesichts des Schlußactes, der sich m Port-au-Prince abgespielt hat, wohl von einer Komödie Lüders - Luders sprechen. Die deutsche Flagge, welche E m i l L ü d e r s. v.:. rj.izc. rrt. rn. v. e?iAu uic V2ujiie .L'a(i;mc Uiio .viciu aufgezogen hatten, wurde seitens der haitischen Flotte unter Kanonendonner salutirt und die Kapelle an Bord des haitischen Flaggenschiffes spielte die deutsche Nationalhymne. Nach diesem für die Deutschen amüsanten, für Haiti aber demüthigenden Auftritte fand im Regierungsgebäude ein großer Empfang des deutschen Gesandten Grafen Schwerin seitens des Präsidenten Tiresias Simon Sam und die Ausbezahlung der auf $30,000 festgesetzten Entschädigung für Emil Lüders statt. Dem Letztgenannten wurde die sichere Rückkehr nach Haiti seitens der Präsident Sam. Regierung garantirt und außerdem die strenge Bestrafung der Beamten, welche durch ihr ungerechtfertiges Borgehen gegen Lüders für die ganze Gcschichte verantwortlich zu machen sind, versprochen. Daß der wollköpfige Präsident gerade den letzten Theil der an Deutschland gemachten Zugeständnisse mit Vergnügen erfüllen wird, kann nicht bezweifelt werden. Laufend? Fische. Ein Reisender, welcher im 16. Jahrhundert Indien, Ceylon, Barma usw. besuchte, erzählt, er habe hier einen Fisch gesehen, der in der Ritze einer Palme, die nicht weit von einem Teiche stand, in die Höhe geklettert sei, indem der Fisch sich mit denStacheln der auögespreizten Kiemendeckel an den Wänden des Spaltes hielt, den Schwanz hin und her bog, die Stacheln der Asterflosse an die Wand stützte, die Deckel zusammenschlug und so einen Schritt weiter kam. Von diesen luftigen Sp?ziergängen des Kletterfisches, der hierdurch seinen Namen erhalten hat, wis sen neuere Reisende nichts zu erzählin, alle aber stimmen darin Lberein, daß das Thier sehr lange außerhalb des Kletterfische. Wassers leben ?ann und auf dem Boden sich für einen Fisch ziemlich schnell fortzubewegen vermag. Von dieser seiner Fähigkeit, über Land zu wan dern, macht der Fisch darn Gebrauch, wenn die Wasserbehälter, in denen er lebt, austrocknen. Alsdann begeben sich die Thiere in Schaaren auf den Weg und suchen über Land wandernd neue Wasseransammlungen auf. Können die Fische kein Wasser auffinden, so graben sie sich im Schlamm in einer Tiese von etwa 20 Zoll ein. Hier liegen dieselben in einer etwas feuchten Schicht, aber auch diese kann auströck nen, ohne sie scheinbar am Leben zu gefährden. Der Kletterfisch ist ein Raub, fisch. Lebende Thiere werden von ihm sowohl von der Oberfläche des Wassers genommen als auch im Wasser selbst aufaesucht, doch begnügen sich die Ge fangenen uch mit frischem Fleisch, welches in kleine Stücke geschnitten ist. Die Thiere nehmen reichlich Futter zu sichVorsichtig. A.: .Na. Aujust, wat haben denn, die in de Klinik weien Deme Kopfschmerzen gesagt? 23.: Ich soll keene jeistige Jetränke trinken." A.: Schnaps ooch nicht?" B.: .Det habe ick mir nich jetraut ihn zu frangen, den hatte er mir vielleicht ooch verboten

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- Herr (zur kleinen Elsa, die mit ihrer Gouvernante spazieren geht): Sag' 'mal. liebes Kind, wie heißt Du denn?" Elsa: O, ich kenne das Sie meinen ja das Fräulein!" Errathen. Schwiegermutter: Mein. Kind ist eine Perle, und weil Sie das nicht einsehen, ist sie vor Schmerz fassungslos!" Schwiegersohn: Auch schon wieder! Was soll nachher die Fassung dieser Perle kosten?" Einfach. Bitte, geben Sie einem arm?n Manne ein Almosen!" Na, können Sie denn keine Arbeit bekommen? Melden Sie sich bei der Stadtverwaltung die wird Sie schon beim Schneeschaufeln anstellen!" Ach. das wäre vergebens, denn da werden 'die verheiratheten Arbeiter bevorzugt!" Nun, dann heirathen Sie!" In der Menagerie. Professor: Aber dieser Orangutang ist ja ein Mensch!" Directorin: Ich bitt' Sie um Alles in der Welt schweigen Sie! Unser Äff' ist erkrankt und darum muß ihn zetzt mcrn Mann vertreten!" Ein galanter Ritter. y Wie kann ich Ihnen dafür danken. daß Sie mir bei dem abscheulichen Regen Ihren Schirm angeboten haben? Kaufen Se mer ab des Schermche! Auf Umwegen. Dame: Trinken Sie Thee mit oder ohne Rum?" Herr: Mit Rum, aber ohne Thee!" H e i m g e g e b e n. Sie (reiche Erbm): und wurden Sie mich eben so lieben, wenn ich nur ein armes Mädchen wäre?" Er (verarmter Edel mann): Wie können Sie nur zweifeln? Ich würde Sie ebenso lieben, wie Sie mich, wenn Sie plötzlich erführen,

Unsere Kinder.

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Die ideale Frau. Um zu erfahren, wie man sich in

Männerkreisen die sogenannte ideale w.si.m &i n ........ tjiuu UUllCUl, uic UUUUUilCl Lady's Realm" in den Kreisen der britischen Aristokratie Umschau halten lassen und die Grafen, Bicomtes. Baronets und Lordsöhne der jüngeren Jahrgänge eingeladen, ihre Meinung zu jenem Thema abzugeben. In der Annahme, daß vor Allem die Damen aus unserem Leserkreise daran Jnteresse nehmen und vielleicht sogar diesen und jenen kleinen Wink daraus beherzigen, seien in Folgendem einige jener Männerbekenntnisse, obwohl manche über das Ziel hinausschießen, hier wie dergegeben. Fast alle Befragten wollen m der neuen Frau", in der nach Gleichberechtlgung Strebenden, nicht das Ideal eines Weibes sehen. Ich verabscheue die neue Frau, wie den Blaustrumpf und jene ganze Rasse," so ruft Sir George Douglas aus, und der Gras von'Desart secundirt. indem er die sich nach und nach vollziehende Revolution in den Gewohnheiten und Bestrebungen des Frauengeschlechts nicht weniger unnachsichtig beurtheilt. Vermeidet vor Allen," so übertreibt er in seinem Elfer, zene sechs Fuß hohen Damen. welche Gamaschen tragen und nur noch radeln. Es gibt kemen schlimmeren Unfug als diese undisciplinirte und losgelassene Horde, der man nur aus Höflichkeit den Namen Frau beläßt." Nicht viel gnädiger spricht sich Herr Geoffrey Bouchard von MoMmorency der in Art, Wesen und Worten emancipirten Frau gegenüber aus. Welcher Schimpf für die menschliche Natur, so eifert er. das, was ihr als Frau fehlt,- durch eine schlechte Eopie der Allüren des Mannes nachahmen zu wollen!" so ruft er aus. Milder schon urtheilt Lord Mountmorres, in dem er sagt: Obgleich ich die Bescheidenheit bewundere, so' verabscheue ich die Prüderie und die gesuchte Reserve, wie sie zur Zeit der Thronbesteigung der Königin Victoria an der Tagesordnung waren, und die die Frauen zwangen, sich immer hmtenan und fern von jeder activen Betheiligung an den Ereignissen zu halten." Welche Eigenschaften wird aber nun jene bewundernswerthe Frau besitzen müssen, die derjenigen der Vergangenheit nicht gleichen, noch weniger aber der Frau der Zukunft" ähnlich sein soll? Die Antwort, die Herr Stuart Erskine hierauf ertheilt, klingt eines Theils ziemlich sonderbar und wiederum aber für die von der Natur etwas stiefmütterlich behandelten Damen recht tröstreich. Die ideale Frau darf nicht hübsch sein," so meint er. Es ist nothwendig, ja unerläßlich, daß. um ideal zu sein, eine Frau nicht durch ihre Schönheit auffalle. Die Schönheit ist eine schlechte Rathgeberin und zieht, um nur eine Gefahr anzuführen, von nützlicher Beschäftigung ab." Denselben Grundgedanken, wenngleich etwas zarter und weniger entschieden ausgedrückt, äußert der vorerwähnte Sir George Douglas: Ich beklage den Gatten Kleopatra's und beneide nur sehr wenig deren Geliebten." Daß die Engländer, ohne Unterschied von-Stand und Rang, größtentheils practische Leute sind, ist bekannt, und so halten Viele auch diese Eigenschaft für die Grundlage, um eine ideale Frau" zu sein. Die ideale Frau" so sagt der wohlbekannte Schriftsteller Frankfort Moore muß ein saftiges Stück Rindfleisch selbst auswählen können und sich nicht einen Fisch als frisch aufreden lassen, der es nicht ist. Eine wahre Hausfrau muß die Salate selbst bereiten und ihren Gästen nicht um IQ Uhr einen Thee anbieten, der schon um 4 Uhr aufgegossen worden ist." Lord Mountmorres begnügt sich in seinen Ansprüchen damit, von der idealen Frau" nur mehr Nachsicht für die unvermeidlichen Schwächen des stärkeren Geschlechts zu fordern", vor Allem aber ermahnt er sie. Alles zu vermei den, was den Verdacht des Neids ode? der Eifersucht erregen könnte. Lord Desart sagt: Die Frau meiner Träume muß niedlich, geistvoll und vertrauensvoll sein", und ein Anderer beschreibt sein Ideal also: Sie muß zur üblichen Stunde einschlafen und nicht wachend ihren Mann erwarten, wenn ihn eine Partie Schach oder dergleichen bis ein Uhr außer dem Hause gehalten hat." Ein anderer, einen großen geschichtlichen Namen tragender Herr, Lord Fitzgerald, will die Frau von Verstand und Geist als das Ideal einer solchen betrachtet wissen. Er sagt: Es gibt keinen verführerischen Reiz bei einer Frau, als einen Geist, der Alles sofort erfaßt und Ms in eleganter und präciser Form in wenigen Worten ausdrücken kann; einen Geist, der von Natur begabt und durch die Erziehung verfeinert ist. der zu würdigen versteht und zu unterscheiden vermag. Eine Frau, welche diesen Talisman besitzt und sich vor Uebertreibung und Hervorthun zu hüten versteht, ist stets die angenehmste Gesährtin. Die Liebe verhilft wohl zu einem angenehmen Honigmonat, aber die gei stige Kameradschaft zwischen Gatten allein schafft dauernd ein zufriedenes Heim." Damit wollen wir diese Betrachtun. gen, bei denen manches richtig sein mag. aber Keineswegs eines für alle sich schickt", abschließen. Abgeführt. Die Poesie, meine Gnädige, ist eine angeborene Ei genschast und kein Product der Erziehung." Nun, ich wußte ja. daß Sie nichts dafür können, und wollte Sie auch nicht kränken." Definirt. Sie, waö ist das. ein Alchymist?" Das ist Einer, der kein Geld hat und daraus Gold machen iZ!"