Indiana Tribüne, Volume 21, Number 98, Indianapolis, Marion County, 26 December 1897 — Page 3

TMgeWegen. Roman von L. Haidhcim. (6. Fortjetzung.) So waren sie völlig gelähmt nach jeder Richtung. Auch der General sah in tiefster Verstimmung keinen Weg, "dem Geliebten seiner Tochter Wori zu halten, indem er seine Sache führte; man stand einem gespensterhasten, tückischen Schicksal gegenüber und forschte vergebens, woher aus dem Dunkel der Schlag gekommen. Und was für Vater und Mutter das Schmerzlichste blieb, das war die sich bald herausstellende festeEntschlossenheit Willas, an dem geliebten Mannt um so mehv fest zu halten, als er in seinem Unglück, wo Alles ihn verließ, ihrer Treue bedürfte. Sie sprach nicht viel darübe? und lehnte mit flehendem Blick und angstvoller Geberde jede Berührung der Sache ab. So wird unser liebes, holdes Kind dahinwelken und wir können es nicht ändern!". klagte die Mutter. Willas ganzes Interesse conzentrirte sich auf die Klarenbergs. Für Ulrichs Mutter war ihr kein Weg zu weit keine Mühe zu groß. Sie machte sich zur wahren Tochter der unglücklichen Frau und bat mit Thränen ihre eigene Mutter, ihr nicht zu zürnen, nicht eifersüchtig darüber zu werden. Ach, wie konnte die Generalin das? Willa suchte durch doppelte Liebe und Hingebung jeden Augenblick zu vergüten, den sie der Mutter raubte, und

mit dem feinen klugen Sinn einer edlen Natur fand die Generalin den rechten Weg zum Ausgleich, indem auch sie sich Frau von Klarenberg näher anschloß. Während diese Ludwig nicht verlassen wollte, richtete Willa mit der jungen Dienerin, welche ihre Mutter für Frau von Klarenberg gemiethet, und den nöthigen Handwerkern die neue SkJdtwohnung ein. Die Arbeit gab ihr Zerstreuung, aber auch zu jeder Stunde das Gefühl, daß sie Ulrich damit eine Liebe erwies, und als sie eines Tages das freundliche Gesicht Elises von Thränen Lberfluthet fand und diese ihr aus Befragen gestand, sie habe einen Schatz, welcher Schreibev und jetzt zum Militärdienst eingezogen und an die russische Grenze geschickt sei, von wo er vor drei Jahren nicht wiederkommen könne, da die Reise gar weit, da sprach sie dem armen Kinde so herzlich zu und dieses fühlte so sehr die warme Theilnahme, daß es, ihr die Hand mit Inbrunst küssend, ausrief: .Ach, gewiß ist esUnrecht von mir, gnädige Baronesse, Sie sind ja so viel unglücklicher als ich, und ich lasse mich von Ihnen trösten!" Wie eine Eisenfaust griffen die gutgemeinten Worte an das Herz Willas. daß sie ganz blaß wurde und mit der Hand dahin fuhr. Was weißt Du von meinem Unglück. Mädchen?" rief sie eregt. gar nicht versuchend, es zu leugnen. Ach. wer kennt das nicht. Gnädige? Vergeben Sie nur. daß ich daran rührte! Ich meint' es nicht böse! Einen Schatz im Irrenhause haben, das ist ja doch härter, als in Nußland oder doch wenigstens nahe dabei!" rief Elise in neue Thränen, diesmal des Mitleids mit ihrer Gnädigen, ausbnchend. So weiß das die ganze Stadt schon?" fragte Willa leise. Ja. gnädige Baronesse, die ganze Stadt. Mein Heinrich hat mir's erzählt und der kommt viel herum. Der hat den Herrn von Klärenberg ganz gut gekannt; wie der hier auf der Schule wcrr und mein Heinrich noch ein kleiner Bub, da hat er dem Junker immer die Kleider nachgetragen.die Mutter hat nämlich seine Wäsche gehabt." So? Dein Schatz hat ihn gekannt?" fragte Willa melancholisch. Elise gewann plötzlich mehr Interesse für sie. Gekannt? O. sehr gut! Die Mutter hat mir's neulich selbst erzählt, nämlich meines Heinrich Mutter, da sie hörte, daß ich zur Frau Baronin käme wie der Junker sie nennt ihn immer noch so, obgleich er ja nun längst regierender Herr war; ja, also wie dev gut und freigebig gewefen. Mein Heinrich hat immer Zeug von ihm getragen, nie hat die Mutter ihm was zu kaufen brauchen, und wie der Heinrich an dem gnädigen Herrn hing! Sie hätten nur sehen sollen, gnädiges Fräulein, wie's ihm nahe ging, als er mir davon erzählte." Ich möchte Jhrn Schatz wohl mal sehen. Elise!- sagt? Willa. Es schwebte :hr dunkel vor. daß sie dielleicht die Spur einer Feindschaft aus seinen Jugendjahren finden könnc. Unmöglich war das ja nicht. Er ist ja schon fort. Gnädigste!" weinte das Mädchen. Aber sein älte rer Bruder, der Toni, der ist noch da, und wie der das hörte, daß der arme gnädige Herr imJrrenhause säße und daß das derselbe Herr wäre, welcher so gut gegen die Mutter und den Heinrich gewesen, da wurde er doch -wie Kalk an der Wand. Ev ist so gesühlvoll und so gebildet! Er ist nämlich Diener im Jokeyrlub, sie nennen ihn da aber Ruprecht nach seinem Balernamen und da hat er 'ne gute Stelle! Das Geld fliegt ihm nur so zu! Aber mein Heinrich hat sich auch schon etwas erspart zweihundert Thaler! j Willa hörte schon längst nnv mit halbem Ohr. Ulrichs Lobi selbst aus dieses Mädchens Munde, die Theilnahme des Klubdieners, 'der wie Kalk an der Wand wurde, dä. man ihm sagte. Ulrich, der Wohlthäter sei-

ner Mutter, sei im Irrenhause, lie

ber Gott, diese Theilnahme that ihrem Herzen gut, mochte sie auch von germgen Leuten kommen, es war doch ein Wenig lindernder Balsam aus die brennende Wund?. Elise plauderte, das Fenster des altmodischen Glasschrankes putzend, da sie schwieg, lustig weiter. Nicht alle Herren seien so nobel und so gut; da sei ein Graf, der schulde dem Heinrich Geld, aber wiewohl der Heinrich mehrere Male bei . ihm gewesen, habe er es doch nicht bekommen! So ein Graf und so lumpig zu sein! Heinrich habe aber gesagt, er wolle es schon kriegen. Toni solle es eintreiben! Der wolle freilich nicht und habe gesagt, mit dem schuftigen Kerl wolle er nichts zu thun haben, nie wieder! aber schließlich müsse er doch für seinen Bruder sorgen, denn der Heinrich sei ein armer Bursch, verdienen" heiße es bei solchen, immer nur Geld verdienen! und so ein reicher Graf müsse och seine Schulden bezahlen!" setzte Elise energisch hinzu, da sah sie erst, daß ihre Gnädige sie gar nicht mehr anhörte.' 5 5 5 Monate unaussprechlichen LeidenL waren über Ludwig Klarenberg dahin gegangen, ehe man seiner Mutter evlaubte, ihn in ihre inzwischen eingerichtete Wohnung überzusiedeln. Die arme Frau hatte, nachdem ihr Verdacht aus Ruscow, aller Stützen beraubt, zusammenbrach, mit der ei gensinnigen Beharrlichkeit einer Verzweifelten sich gesagt: Mein un glücklicher Sohn ist dennoch das Op fer einer Niedertracht geworden; ich muß weiter suchen, und darm emen Grund gefunden, in der Stadt zu bleiben, um so mehr, als Ludwig auf Monate hinaus der Hilfe der Aergte bedürfte, auch wenn man ihn aus dem Hospital entließ. Die Zeit seiner gänzlichen Wiederherstellung war noch gar nicht abzusehen. Ludwig war also jetzt zu Hause, ein erster Freudentag für die tief gebeugte Frau, welche alle Zeit, die sie nicht für ihren jüngsten Sohn brauchte, damit hinbrachte, über das Geschick des Aeltesten zu grübeln und phantastische Pläne betreffs der Entdeckung feines geheimnißvollen Feindes zu schmieden. Sie und Willa waren so intim geworden, daß sie fast täglich zusammenkamen; der General sah mit Betrübniß die Wendung, welche 'das Schicksal seines Kindes nahm; die Mutter weinte viele heiße Thränen darüber, aber, da Tante Hetta, bitterer gestimmt als je, nach ihrem- Kloster zurückgereist war, so gab es Niemand, der den Eltern immer und immer wieder predigte: Janomt diesen Kummer, widersteht ihm," und so behielt Willa ihre Freiheit. So saßen denn der noch sehr leidend aussehende Reconoalescent. seine Mutter und Willa zum erstenMale an dem Theetische in der neuen Wohnung der Baronin Klarenberg und bemühten sich alle Drei heiter zu plaudern und jeden Gedanken an das Erlebte fern zu halten, als das neue, hübsche Mädchen, welches die Letztere zu Elise gemiethet hatte, einen eben eingetroffenen Brief hereinbrachte, der eine italienische Freimarke zeigte. Ach, sie hatten lange vergebens auf ein Lebenszeichen von Ulrich gehofft, daß sie schon nicht mehr daran dachten, ein solches zu erhalten, und Willa, die dem Mädchen den Brief abnahm und nie des Geliebten Handschrift yesehen, fagte, ihn dev Baronin hinreichend und gleichmüthig .auf die in klaren Zügen geschriebene Adresse blickend: Von Rom!" Rom? Kein Herzschlag ging schneller darum; ihrer Idee zufolge war Ulrich nach Amerika Indien irgend wohin über den Ocean gegangen. dort hatten sie ihn mit ihren Gedanken gesucht und nun schrie dieMutter plötzlich laut auf, blickte dann erschrocken auf den ahnend emporsahrenden Ludwig und wurde bleich und roth in einem Athem. Sie hatten Beide sofort Ulrichs Handschrift erkannt. Lies! lies! Es regt mich nicht auf!" keuchte in höchstem Grade erregt den junge Mann. Sein Zittern strafte seine Worte Lügen. Er lebt! Er lebt!" jubelte Willa, ebenso blaß wie er. Er lebt! Er lebt!" sagte leise wie in einem Dankgebet auch die Mutter, und dann erst nach einer ganzen Weile lasen sie im Zusammenhang seinen Brief. Mit äußerster Spannung beugten sich die Drei über Ulrichs Brief. Sie lasen Arme theure Mutter! Wie magst Du um den Sohn, der mit Schande bedeckt das Weite suchen mußte, gelit ten haben und wie ruchlos wäre ich, Dich in dem Egoismus meiner Qualen auch noch um mein Leben sorgen zu lassen, wenn ich es hätte verhindern können. Ich habe Monate schwer krank und bewußtlos gelegen. Mutter, und war dann, genesend noch so schwach, daß mir erst langsam das logische Denken wiederkam. Wie ich nach Rom gerade gelangt bin, weiß ich nicht mehr, ich bin eben in halbem Wahnsinn weiter und weiter gefahren, bis man mich ohnmächtig und in Fieberphantasien aus dem Hotel, in das ich mich schon krank bringen ließ, in das Kloster derBarmherzigen transportirte. Meine Effekten hat man mir sämmtlich gestohlen, glücklicherweise nicht das Geld, welches Du mir nur in das Futter meiner Weste genäht, gute Mutter. Und nun soll ich morgen dies Asyl bei den Barmherzigen verlassen, auf das ich kein Recht mehr habe und wo-

hin ich gehen werde, das weiß tch nicht, so wenig wie ich den Gedanken fassen kann, irgendwo in der ganzen weiten Welt einem Menschen zu begegnen, der mich gekannt hat, oder dev gar Ich kann es nicht ausdenken; eS macht mich von Neuem wahnsinnig! Und keine Erklärung. Mutter ? Kein Trost für mich? Soll ich denn durch das Leben gehen als Ehrloser? Ich? dem ein solches Leben unmöglich ist? Tag und Nacht sehne ich mich jetzt nach Nachricht. Telegraphirt mir sofort, wenn Jhv diesen Brief gelesen ; schreibt dann sofort ausführlich; ich füge meine Adresse diesen Zeilen bei, aber habt Erbarmen sucht mich nicht auf, laßt mich allein, mir ist das Leben ohnehin schon unerträglich, und wenn ich's dennoch tragen soll, so laßt mich mein unseliges Schicksal nicht in Euren trostlosen Blicken lesen. O Mutter! und sage mir Etwas von Willa ! Nur der Himmel weiß.

wie ich leide und ich darf mich nicht einmal nach dem Kleinod meines Herzens sehnen! Suche sie auf ; sage ihr, ich sei ihrer nie eine Sekünde unwerth gewesen, sie solle nur das glauben! Und dann soll sie versuchen, glücklich zu werden! Aber nur nicht mit Ruscow, Mutter! O Gott, nur nicht das! Und wenn ich ihm mit meinen Gedanken Unrecht thue, so ist er dennoch der Letzte, an dessen Seite ich die Heißgeliebte min denken möchte ! Was that ich. daß ich alle Leiden der Hölle leiden muß? Schreibe mir, Mutter, ob sie an mich glaubt ? Ob sie gesund ist? Gott segne sie! Ich gehe nicht eine Stunde, ohne tausend Gedanken an sie. Ludwig ! Er hat sicher memetwegen quittirt? Ist die Sache ruchbar geworden ? Spricht man an allen Straßenecken, in jeder Kneipe von mir? Und was thust Du, Mutter? Du weinst und betest? Und erliegst wohl gar? O, Mutier, liebe Mutter ! Lebe für Deinen unglücklichen Sohn, damit. er doch in feinem Elend ein einZlg Herz habe, an das er sich wenden kann! Schreibt mir schreibt mir! Das Heimweh hat mich gepackt, ein unaussprechlichesHeimsehnen nach meiner vernichteten Ehre! Und wehrlos! Nicht zu wissen, war es ein Bubenstück, war es ein unbegreiflicher Zufall? O,.nem! mcht das Letzte! Schickt mir Geld ich bitte Ludwig, mein Erbe zu verwalten in das ich nicht zurückkomme, wenn nicht der Gott, den sie den Gerechten nennen, mich seine Gerechtigkeit ersahren laßt. . Ich bitte Ludwig, es für mich so einzurichten, daß ich durch das BankHaus Torlonia größere Summen, falls ich sie brauche, ziehen kann. Irgendwo wird sich em Versteck für mich finden. Ich habe Wohl daran gedacht, zu arbeiten, mich nützlich zu machen, aber wird mir nicht Jeder sagen: Gieb mir Gewahr für Deine Ehrlichkeit! Ausgestoßen aus der Reche der Rechtschaffenen! Ach. Mutter, hatte man mich sterben lassen! Und doch verspreche ich Dir ich will hoffen und leben! Ich küsse Deine Hände und flehe Dich an, gieb mir Nächricht von Willa ihr von mir! Dein Ulrich. " Wie sie immer innehalten mußten vor stürzenden Thränm! Wie Eins dem Andern das Blatt wegnahm, um weiter zu lesen! Und wie sie m dem trostlosen Schmerz doch so glücklich waren, daß er lebte! Vier Jahre waren seit dieser Zeit vergangen vier kurze Jahre für die Glücklichen, und für die Unglücklichen so lange schwere Jahre. Im Hause des Generals von Feldkirchen wurde Tante Hetta wieder einmal erwartet und Mutter und Tochter überredeten sich, wie alljährlich, wenn sie kam. die immer galligere Laune des alten Fräuleins geduldig zu ertragen. Der General, merklich gealtert. war an die Bahn gefahren, um die Schwester zu empfangen, und Willa batte eben eine von ihr gearbeitete kostbare Schreibmappe in ausgeschnittenem Leder in das Zimmer des erwarteten Gastes getragen, da es schon zu den Gewohnheiten des Hauses gehörte, die Tante durch Geschenke zu bestechen. Die Uhr schlug fünf, im Speisezimmer stand die festlich geschmückte kleine Tafel bereit, das Kammermädchen wartete, der Gefürchtet! bei den etwa rasch vorzunehmenden Toiletteveränderungen zu helfen und die Diener flüsterten sich zu, nun sei es für ein paar Monate mit den guten Tagen vorbei, die Passionszeit beginne, da rollte der Wagen vor das Haus, die Beiden stürzten die Treppe hinab und hoch erstaunt horchten die Generalin und Willa auf, denn Fräulein Hetta's Stimme klang ganz außergewohnlich vergnügt und animirt im heitersten Plaudern zu ihnen heraus. Und dann erschien sie selbst; wie verjüngt, ganz strahlend und ihr bestes Kleid von schwarzem Seidenmolree unter dem langen verhüllenden Reisemantel. Liebste Eugenie! Es geht Dir doch gut. liebe Schwägerin? Du siehst ein wenig magerer aus! Ja, ja, man wird eben älter!" Und unsere Willa! Kind, Herzenskind. Du mußt mir wirklich mal hinauS aus dem Hause, das stille klösterliche Leben thut Dir nicht gut! Wie es mir geht? Vortrefflich, ganz vortrefflich, ich war drei Tage in Berlin und die letzten zwei davon habe ich mich ganz himmlisch amüsirt, ganz un, I vergleichlich, denn denkt Euch, wen ich , traf? Rathet nur! aber nem, Ihr

rathet es nie! Ruscow! Unsern alten

Freund Ruscow! Er ist augenblicklich in Berlin, reist als na, ich weiß rcht, welchen Titel er führt aber er ist eine Hauptperson m der hohcn Politik, und wenn es geheime Missionen gibt, so beauftragt man ihn damit." Na, aber so lege nur erst mal Deinen Mantel ab. wir sind sehr hungrig; bei Tisch kannst Du uns a alle Deine interessanten Erlebnisse erzäblen, Schatz!" rief der General dazwischen. Ja! Ja! Sofort! Aber wirklich, es war zu nett und der Graf liebenswürdiger und stattlicher als je, und denkt Euch, von seiner Frau ist er geschieden oder getrennt; der Alte, ich meine der alte Graf Ruscow ist todt und " Wenn Du fo fortfährst, bekommen wir unser Essen bei seiner Auferstehung am jüngsten Tage!" drängte der hungrige Hausherr. Aber ich bitte, ich bin vollständig fertig! Ihr feht, ich war nämlich mit Ruscow m der Ausstellung. er ist mein treuer Kavalier gewesen; also kommt nur gleich " Und Fräulein Hetta warf ihren Mantel über den Arm des Zöfchens, legte den Hut und die Handschuhe hastig ab und gleich darauf saßen sie alle Vier vor der Suppe, welche Fräulein Hetta im Eifer ihrer Berichterstattung kalt werden ließ. Also denkt Euch! Ich sitze ganz ruhig im Hotel Continental bei meinem Diner und kümmere mich , nicht um die anderen Leute und auch nicht darum, daß neben mir Jemand Platz nimmt, bis ich nach einer Weile aufblicke, meinen Augen nicht trauend, meinen Nachbar anstarre, der nun auch seinerseits kurz, wir sehen uns mit großen Augen an und wie ich rufe: Graf Ruscow! welche Freude!" da erkennt er mich plötzlich und nein. Kinder! es war rührend, wie der Mann sich freute. Er wurde blaß und roth; natürlich, ich erinnerte ihn an seine unbegreifliche Heirath und seine Liebe zu... Na, ich sage nichts weiter. . Es gab natllrlich einen unerschöpflichen Stoff von Fragen und Antworten! Er interessirte sich für Alles und denkt Euch, er erzählte mir sogar., sein AdovtivVater habe diese Heirath dringend gewünscht und er : Desperation! er batte natürlich gefühlt, daßWilla sein Werben nicht begünstigte! Du lieber Gott. er sagte das freilich nicht mit dürren Worten, aber man hört eben zwischen denselben die nicht ausgesprochenen Worte heraus. Es schien ihm selbst so angenehm, mich zu treffen; er wäre noch ganz fremd inBerlin, sagte er, seine Geschäfte hätten ihn in diesen Jahren nach Konstar '.inopel und den Balkanländern gefllyrt, er sei ordentlich durstig auf die europäische Civilisation, und denkt Euch. meins sei das erste bekannte Gesicht. was ihm begegne, und es solle ihm eine gute Vorbedeutung sein." Er ist wohl kein Jäger?" fragte neckend und nicht gerade höflich der General. Jäger? Wie so? Ah! Du ungezogener Mensch!" Und Fräulein Hetta. die sonst sogleich beleidigte und rachsüchtige, lachte heute hell auf. Erzähle weiter, liebste Hetta!" bat die Generalin schon dazwischen, in der Angst vor einer empfindlichen Scene. Und nun denkt Euch, welch' ein Glück, daß ich ihn neben mir hatte! Ich hätte in die unangenehmste Verlegenheit kommen können. Als ich nämlich schon im Coupee sitze die Thüren werden zugeschlagen! fehlt mir mein Portemonnaie ich habe es im Hotel auf dem Tische liegen lassen. das fällt mir sofort ein. Nun.' Nuscow lachte nur. griff in die Tasche und beruhigte mich. Aus seinem Portemonnaie nahm er ein paar Scheine viel mehr wie ich wollte ich rief immer: Nur zwanzig Mark, Graf, ich habe ja mein Rundreisebillet." Er ließ sich aber gar nicht irre machen und während ich mich entschuldige und ihm erkläre, daß ich nur noch sehr wenig Geld darin gehabt, es sei mir nur um das Portemonnaie, welches Willa mir gearbeitet, nahm er sein kleines Portefeuille, steckte den Inhalt desselben in seine Rocktasche und legte die Scheine hinein: Lassen Sie mir Ihr Portemonnaie als Andenken, meine Gnädigste, hier ein schlechter alter Ersatz!" rief er. Und dabei sah er so bittend aus. Und das Geld schicke ich durch Postanweisung zurück." konnt' ich ihm nur noch zurufen. Ja, Ihr wolltet es damals nicht Recht geben. Willa ist seine einziqe Liebe und aus Desperation hat er die Andere genommen!" Unsinn! laß doch die alten Thorheiten!" murmelte der General, fuhr dann aber, schnell in Scherz übergehend. fort: Der Kern der Geschichte ist. daß er Dich bekourte und Eure Sympathien Gott weiß wohin hatten führen können!" Ja, scherze Du nur und spotte! Ich weiß, was ich weiß, und leugne nicht, daß ich ihn heute noch liebenswürdiger finde, als irgend einen Andern," sagte sie. Als aber Willa dann später verschwunden war und die Generalin. die nicht lügen wollte, auf ihrer Schwägerin Nachfrage gestehen mußte, daß die Tochter zu ihrer mütterlichen Freundin gegangen, fuhr die Stiftsdame ganz erbittert auf: Gott verzeih' es Dir und Hugo, daß Ihr dem unvernünftigen Madchen den Willen laßt! Sie verblüht! Du siehst es nicht, ich aber sehe es; sie ist zweiundzwanzig, aber mit ihren freudlosen Augen und diesem grübelnden Ausdruck auf der Stirn sieht 'sie aus wie fünfundzwanzig! Ich bin ganz außer mir. Eugenie. Wohin foll das fübren? Wenn sie noch den Bruder heirathete, den Ludwig, so wäre venigstcns ein Sinn in der Geschichte,

aber da laufen die Beiden nebeneinander her " Wie Schwester und Bruder. Qetta!

Ludwig Klarenberg denkt überhaupt Nicht an Heiraty! Der betrachtet sich lediglich als den zeitweiligen Stellvertreter seines Bruders m der Gutsverwaltung. der sehnt sich nach nichts mehr, als wieder einzutreten Narrheiten! lauter Narrheiten! Zeitweilig! Die Geschichte mit Ulrich ist doch wahrZich mehr als abgethan" schalt Fräulein Hetta. Willa denkt .nicht so! Sie kann und will ihn nicht vergessen!" Weil Ihr sie darin bestärkt! Wenn er todt wäre, so würde sie doch auch noch leben müssen und darüber weggekommen sein; er ist mehr als todt aber Ihr gesallt Euch ja in Eurem Familienroman! Dir rathe ich jetzt aber im Vertrauen, mach' der Sache ein Ende;, on rcvient toujours etc. und Ruscow sah mir genau so aus, als ob er sich das Andenken von Willas Hand nicht genügen lassen würde!" Aber Hetta! Deine Phantasie " Meine Phantasie wurde Gottlob allezeit von meiner Vernunft beherrscht!" war die gereizte Antwort der Stiftsdame und die Generalin dachte seufzend: Es ist Alles wie immer! Glücklicher Weise wurde der Major von Feedern soeben gemeldet und damit die Unterbaltuna auf andere Bahnen gelenkt. Der kinderlose Inhaber des Klarenberg'schen Majorats hatte sich im Vollbesitz der kraftvollsten Gesundheit und auf seinen Gütern in Süddeutschland lebend, niemals näher um seinen dereinstigen Nachfolger bekümmert. Das Gerücht, daß Ulrich von Klarenberg in einer Irrenanstalt lebe.war auch zu ihm gedrungen; aber was sollte er, ein kerngesunder Mann. sich Gedanken machen um das. was vereinst werden wurde. Seme Gattm starb und er war eben im Begriff, zu einer neuen Wahl zu schreiten, als eine Lungenentzündung ihn in wenig Tagen dahin raffte. Diese Nachricht war denn nun amtlich angelangt und inLudwig von Klarenberqs Händen übergeben. Wahrend Willa bei seiner Mutter saß und dieser von dem Zusammentreffen ihrer Tante mit Ruscow erzählte. trat Ludwig unvermuthet vort ein und in peinlichster Aufregung überlegten die Drei die jetzt zu thuenden Schritte. Es war klar, man mußte den Aufenthalt des derzeitigen Majoratsherrn in einer Irrenanstalt und seinen Gesundheitszustand ärztlich bescheinigt nachweisen, wenn eme Uebertragung auf Ludwig möglich werden sollte. Andererseits schloß ein Makel auf der Ehre jeden Erben von der Besitzsahigkeit aus. Dan Ruscow wieder aufgetaucht war, horte Ludwig fcmm? nach vie lem Hm- und Herreden beschlossen sie. den erfahrenen und zuverlässigen Justizratb Weiß in's Vertrauen zu ziehen. Es war fast nicht zu ertraqen, dies unaufbörliche Wiederaufreißen der tiefen Herzenswunden! Ludwig sah längst keine Hoffnung mehr für seinen Bruder wie ein giftiger Mehlthau lag das tief und angstvoll verborgene Geheimniß auf seinem eigenen Leben und machte ihn fast menscbenscheu, bernt er konnte nie erfahren, wer Alles Zeuge jener Katasiropbe gewesen und wie ein Gespenst verfolgte ihn der Gedanke, daß Dieser oder Jener. jeder Mensch, der ftn zufällig fest ansab. ihn darauf prüfe, ob er auch wohl falsche Karten führe, wie sein Bruder. Noch nie war sein Herz so voll zum Ueberfließen gewesen wie heute und nie ein Mann der Geschäfte warmherziger als der alte Justizrath, der ibn mit immer erstaunteren und interessirtererr Blicken anhörte. Aber davon habe ich ja nie v.n? Silbe erfahren!" murmelte derselbe immer ganz erstaunt, denn in der'Tbar blieb ihm wenig dieser Art, was in der Stadt vorgina. verborgen. Er hatte Ludwig von Klarenber? längst neben sich auf das Sopha aezoaen; daS war nicht mehr der Advo kat allein, der seinen Klienten anbort. das war KoMitf der edle, ans das Neckte aerichtete Mensch, der sich einem nn-rbörten Bubenstücke gegenüber sieht. Und das hat man verschwiegen. statt Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen? Statt zu mir zu kommen, so lange die Spur noch warm war? rief er auffahrend. Dann, als Ludwig Ruscows Namen nannte, horchte er hoch auf und sann nach; der Name wiederholte sich in dem Bericht und der alte Herr stand auf; er trug ein Journal herbei und blätterte längere Zeit darin. endlich fand er, was er suchte. Ruscow! Graf Ruscow! Wegen Erpressung in Gemeinschaft mit seinem Freund, dem Baron von Epern, Eperns alten Onkel Drohbriefe geschrieben, wegen Veröffentlichung einer delikaten Angelegenheit!" las er und dann rief er lebhaft sich erinnernd: Richtig, das war's! Die Taugenichtse hatten .den alten Mann auf das Schmählichste geängstigt und von iqm unter falschen Namen größere Summen erpreßt. DieSache wurde dann von dem alten Herrn beigelegt um seines eigenen sauberen Neffen willen! Und damals hatte dieser Graf. Ruscow sich für den Sohn des vielge nannten Vertrauten des Kaisers ausgegeben. Ueberhaupt em ganzlich verlogener Mensch, dessen Begriffe vyn Ehre die mangelhaftesten. Jch.hatte zufällig damals schon eine andere Sache für ihn zu fuhren übernommen, ehe ich erkannte, welche Rolle er gegen den alten Baron Epern gespielt ich warf ihm die Akten so ,n sagen vor die Füße und hörte Nachher zu meinem großen Erstaunen, daß er in seinen hocharistokratischen Kreisen wohl ge-

litten sek. Na man wird ihn etn

nicht gekannt haben!" Lange Lberlecrten dann die Beiden, wie man wohl am besten und sichersten zedes Aufsehen und jedes Wiederaufrühren der Sache vermiede. Und wo ist Ihr Bruder jetzt? Wo lebt der Unglückliche?" . Wir wissen es nicht, Herr Justizrath! . Seit beinahe vier Jahren haben wir nur selten Nachricht von ihm erhalten und offenbar sucht er uns von seiner Spur abzulenken, denn er läßt unsere Antworten nach den verschiedensten Ländern und Orten an irgend ein Bankhaus adreVren. Wir wissen, er will nicht gesucht und noch weniger gefunden werden!" Da könnte man ihn ja für verschollen erklären lassen! Das heißt" fuhr der alte Herr fort, indem er beruhigend die Hand auf den Arm des zum Protest sich erhebenden Baron Ludwig legte: Wir erlassen einen Aufruf an ihn, sich zu melden, eine einfache Ediktalladunq, wir setzen den Termin möglichst lange hinaus und erneuern ihn eventuell; das ist die einzige Art, wie ich Sie davor zu bewahren wüßte, auf Grund der Un-fahigkeit-Ihres Bruders nicht durch Irrsinn, den wir nicht beweisen können! sondern auf Grund des Makels an feiner Ehre daS Majorat antreten zu müssen. Und dann lassen Sie uns doch Einmal sehen, ob es denn nicht möglich sein sollte, in diese geheimnißvolle Vernichtung eines Ehrenmannes einzudringen!"' Großer Gott. Herr Justizrath, meine ganze Habe opferte ich für die Möglichkeit. Aber bedenken- Sie nnr das Eine, die sämmtlichen Herren, mit Ausnahme des Major von Feedern des alten Freundes unserer Familie, gaben ihr Ehrenwort,, über den Vorfall zu schweigen!" Ja, dcr haben sie was Rechtes, gethanl Der Infamie haben sie freien Laufpaß gegeben. Aber wo ist dieser Herr Major? Können Sie ihm mir mcht einmal schicken?" Das samt ich! Er lebt hier;-das! Gut, welche? er besitzt, hat er verpachtet, da sein Sohn sich der juristischenLaufbahn " Doch nicht etwa der Assessor- vorr Feedern?" Derselbe. Herr Justizrath!" Kenne ihn, ist öfter mein Gcrsi ein tüchtiger Mensch!" Sie drückten sich nach einigen weiteren Verabredungen herzlich die Hand wie zwei alte Bekannte, und wennauch Ludwig größtes Vertrauen zu dem Justizrath gefaßt, er seufztr doch im Weggehen nur über die chimarische Hoffnung jetzt nach so langenJahren Licht zrr schaffen in dem dunklen Geschick seines Bruders. Am andern Tage faß Fräuleiir Hettcr im Wohnzimmer der Generalirr an deren Schreibtisch. Es war ihr eben eingefallen, daß sie ja vergessen-, Ruscow sein Geld zurückzuschicken, nun sollte es in aller Hast noch mit der nächsten Post fort, und da hich es eilig fein. Willa, liebes Herz, klingle doch dem Johann!" bat. sie. dann wandte sie sich wieder nach dieser um: Was meinst Du, Willa, Ruscow erbat sich mein Portemonnaie, weil es von Deiner Hand gearbeitet war. und gab inir sein Portefeuille dafür, sieh nur. es ist ein ganz altes, fast schäbiges Ding-."' Und sie reichte Willa dasselbe. bir es ziemlich theilnahmlos besehend allerdings auch die Abgenutztheit sofort bemerkte. Ursprünglich ist es hübsch gewesen Juchten und sieh nur scia Wappen darauf." Er hat es gewiß aus Gewohnheit lieb gehabj, daß er es nicht gegen ein besseres vertauschte," meinte Willas Ja, ja, so wird es sein! Aber, znrückschicken mag ich's kaum das. sähe ja fast aus " Und auch so ist's ein Andenken1 aus lieber Hand, Tante Hetta!" machte Willa den Versuch zu scherzen. Geh doch! Wäre Dir nur die: Hand ein wenig lieb!" Gar nicht, Tante Hetta! Nicht im mindesten!" Es ist bitter für Deine: EUern. Mädchen, daß Du ihnen fo wenig Freude machst!" sagte Tante- Hetta sanfter, als es fönst ihre Art war. denn Willas Unglück ging ihr doch endlich selbst zu Herzen. Das ist wahr genug, liebe Tante! Das ist wahr, und alle meine Kindesliebe kann es nicht ändern," sagte das arme Mädchen, und schwer? Thränen drängten sich aus den schönen seelenvollen Augen. Doch, Willa. Du sollst nnr nicht immer rückwärts schauen, sollst glücklich sein wollen! Glaube mir. Kind, dies Liebäugeln mit dem Hcrzenskummer " (Fortsetzung fofyl Neue Bezeichnung. Ich begreife nicht, wie man mit 100.000 Mark Mitgift stets die Augen zu Voden schlagen kann. Deine Augen könnten doch eigentlich .. die reinen .Tausendmarkschemwerser' sein!" Aufrichtig. Lebemann: Zweitausend Mark für diesen Gaul? Das ist entschieden zu viel, ich gebe siebzehnhundert!" Pferdehändler: ry r c er 3 ..C Aver, mein euer, ver icis inug sich Ihnen doch gleich bleiben Sie bezahlen es ja doch nicht!" Kindermund. Papa: Karl. chen, Dein Lehrer hat mir gesagt. Du wärst fo furchtbar, dumm!" Karlchen: . 1 -' ' . v Aber, Papa, wenn vle uetneu ungens nicht dumm wären, dann hätten die Lehrer doch garnichts zu thun." Kein Wunder. A.: .D?e' ertranken. Nur der Eommis Hern!ger konnte sich über der Oberflache ta ten.- B.: Kein Wunder bei tmvx so oberflächlichen Menschen.-

Für die Mche. Lebersuppe. Ein halbes Pfund Kalbsleber fein geschabt wird mit wenig Zwiebel und Grünem in Butter gedämpft und mit etwas Mehl vistreut. Nun wird mit leichter Fleischbrühe langsam abgelöscht und ein wenig EUronenschale mitgekocht. Bor dem Anrichten passirt man die Suppe und zieht sie mit einem Gelbei av. Man Aiebt sie über gerösteten Semmelwürfeln zu Tisch, was vorzüglich schmeckt. Rindfleischklöße. 2 Pfund zartes Rindfleisch werden mit einem Äiertel Pfund Nierenfett fein gehackt, mit drei Eiern, drei Eßlöffeln faurem Rahm, 3j Unzen Semmelbrösel, Pfeffer und Salz g.emischt. Bon diese: Masse formt man eigroße 5ttöße, l?gt sie in braune Butter, stäubt etwas Mehl darüber und brät sie von allen Seiten braun. Dann gießt man ein halbes Pint Bouillon und ein Glas Wein daran, fchmort die Knödel gar und reicht sie mit. ihrer vortrefflichen Sauce. Rosinenklake. Man reibt sechs Mundbrötchen, von der Rinde ab und weicht sie in Misch ein. Sodann schält man 3z Unzen Mandeln, wiegt sie ziemlich fein, ebenso etwas Eitronenschale und ein halbes Pfund gelesene und gewaschenem Sultanrosinen, 3 Unzen gestoßenen Zucker fünf bis sechs Eidotter, etwas Zimmer irnd ein wenig Salz. Diese Zuthaten vermengt man gut mit den ausgedrückten Brotchen und mischt der Masse noch etwas Mehl bei. Nun formt, maxi runde oder längliche Klöße, welche: man: in heißem Schmalz flott herausbäckt irad mit einerObst- oder Weinsame, servirt. Hase in Gelee. Ein recht fle schiger und junger, aber ziemlich großer Hase wird gehäutet, gespickt, gesalzen, in einer länglichen Kasserolle .nit Zwiebeln. Wurzelwerk und.Pfefferkörnein, einem Quart Wasser, und einem. Quart Weinessig, gut zugedeckt,, lang.sam weichgedämpft. Ist dies, geschehen. so nimmt man ihn aus der Brük? kocht diese noch dicklich em und stellt sie: über Nacht an einem kühlen Ort.. Aar folgenden Tag bringt man sie wieder zum Kochen, klärt sie mit drei bis vier. Eiweiß und gießt sie mehrmals, durch bis sie völlig hell ist. Nun zerlegt man den Hasen, befreit ihn so viel als. möglich von den Knochen und schneidet daä Fleisch in gefällige Stückchen, welche man in eine vertiefte Schüssel! Iegfc. Mit der warmen Brühe übergießt man nun das Fleisch und läßt alles ersta: reu. Andern Tags stürzt man oaZ Gel und garnirt die Speise mit Sardellen, Kapern und Eitronenscheibchen. Aepfel im Schnee. Man dämpft fünf schöne Aepfel weich: unv verrührt sie zu einem Mus. Nachdem man genügend gezuckert, giebt man dasselbe auf eine Platte. Nun schlägt man einen steifen Schnee von drei Ei, weiß und streicht diesen über dieAepfel., Zuletzt streut man gestoßene Mandeln und Kandiszucker, ebenfalls gestoße nen. darüber und bäckt es im Rohr bei gellnder Hitze. Gänfeleder!lla Toulouse. Eine große, frische Gänseleber von ungefähr 1 Pfund wird gehäutet, mit Trüffelstückchen gespickt, gesalzen, mit Speckscheiben überbunden, mit. d:.r Trüsfelabfällen bestreut, in einem gut mit Butter bestrichenen Bogen weißen Papieres gewickelt und in eine slache Pfanne gelegt. Man begießt sie abwechselnd mit heißer, hellbraun:

machter Butter und wenig, aber rechte starker Bouillon und dunstet sie auf, diese Weise in der Papierhülle.. Beim. Anrichten entfernt man diese und die Speckscheiben, legt die Leber, aus. eine erwärmte Schüssel, garnirt. sie mit. Champignons und Trüffelscheiben undfüllt etwas braune Coulls oder Trus-. felsauce herum. Es empfiehlt sich diese Bereitung durch außerordentliche.Fein-' heit des Geschmackes. - Ochfenmaulfalatt . Man nehme dazu zwei Pfund-Ochsenmaul ein gesalzenes Schweinsohr: und eine gesalzene Schwemszunge, lasse es,, zusammen so weich kochen, bis dasFleisch von den Knochen fällt, was fünff b.te fechs Stunden dauert: ' Bei dem- Gaumen, sowie bei der Zunge- wird die äußere harte Haut abgezogen, dann wird Alles in strohhalmbreite Streifte geschnitten und mit der kurzgekochten Brühe, von der das Fett abgeschoprk. Essig, Salz. Pfefser, etwas Senf und nicht zu viel Oel' gemischt: man kann auch einige Kapern und in- Streifen geschnittene Em'craurken darunter m schen. In einem Steintops wird er zum Gebrauch aufbewahrt und alle Tage einmal umgeschüttelt ? auf diese Art zubereitet- hält er sich seyr lang. Hasen V feff e r. Vorderbeine. Bauchhaut, Kopf, Herz. Leber und Lunae werden gut aeputzt- und blanchirt, mit Wasser und Salz gekocht. dann Zwiebeln, Psesser, Nelken und Lorbeerblätter. Butter, EssiF nd et was in Butter gebräuntes Mehl dazu gethan, nebft etwas Wei'n und Zucker oder Birnenkraut nach Belieorrc. Hat man friscöes Hasenblut, so ruhn man es mit Essig zuletzt an die Sauce. RerSkuchen. Von drei Viertel Pfund Mehl, einem halben Pfund Butter. 3z Unzen Zucker, 2 Losse! Sahne und etwas geriebener Citronen schare- wird em Teig gemacht, Boden und Rand werden ausgerollt und rasch gebacken. Reis wird nach dem Blan ckiren in Wein und Zucker und etwaZ Eikronensaft tfxtö gekocht, auf ' den Kuchen cegeb.-n und er Zuckerguß dar über gethan. Aufrichtige Reu?. Aich' ter: Sie haben den Zeugen mrx Bierseidel auf den Kopf geiu..5:n. und zwar so. da das Seidel .t Stücke zersprang. Bereuen Sie Ihre Thai? Angeklagter: .Ja. x mein schönes Stammfeidel!